Ausgabe 
31.3.1925
 
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für Musik" iStein. "timet ihr Märzhest m (ach. Der Hauptartikel des berühmten Liedes tir schenken" gewidmet, c in einer neuen sinn- ckroten, sondern erführt ergäbe nach der Meder Inna Magdalena D. 3n untersucht St Paul He Komponisten immer ir Bearbeitung dieses rt wird in einem rät» ic Laute und ihre 2e- Msikpflege" vm bem tert Paul Kurze ehre der Forderung, daß eS chen Oberschulen frei« sie als Memchtssach rricht nehmen wollen, eitjchnst für Citerfltur^ ion Joses Radler und b Wien. Corl Sn» wird eröffnet durch den > von Sauer, Frankstin Br. weist die Schall des iftbüdjern als eine hisl°' aon hajek in Kronstam >n verschollenen frauen Jahrhunderts: wnn dHus 6d)ö*itsbepff N Wien in Soelhe- Die Dichtung des rew bedingten m der 3eu Zoüsried FittboS-n » latt. horauSgrgch« Mrlag Das W t (eben Dienstag

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Dienstag, 3(. März (925

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Pnirf und Verlag: vrijhl'sche Unlv«rßtö>r.vuch. «nd Slelndnickerei R. Lange fn «letzen. Schriftleilung und Seschästrftelle: Schnlltratz« 7.

lenabmt een Hnjeloeii ftirbl«Iage»nummer ot9 Nachmittag vorher Dbnej#be,Berbmblithhttt preis kür l mm HSde

für Anzeigen von 27 mm Brette örtlrch8, auswärts 10 ©olbpfennig; für Rv» ülame-Anzeigen v 70mtU Breite 35 iftolbpfennig, Platzoorschnsl 20 , Aus» schlag. -BeranttDortlid) für Politik u. Feuilleton: vr.Friebr.Wilh Lange; für ben übrigen Teil: Ernst 'Blumfdjein; für ben Anzeigenteil (Haus Be<^ sämtlich in (Biefjen.

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Sranffun a. M. UGM.

Deutschland und der Garantiepakt.

Kein »euer Schritt der Reichsregiernnq

Der!in, 30. IKäxx ($11) Entgegen der deutschen amtlichen Richtigstellung am Freitag Der vergangenen Woche sind tn der Londoner und Pariser Presse doch wieder Nachrichten über einen angeblichen neuen Schritt Deutsch­land- in der Garantiepaktsoage aufgetaucht. Di« dieTelegraphen-Union" an hiesiger zustän­diger Stelle erfährt, sind alle diese Meldungen frei erfunden. Die Stellung der deutschen Regierung ist durch da- Interview Dr. 2 t r eie­rn a n n S in der »Kölnischen Zeitung"' festgelegt, während Englands Standpunkt aus der Eham- berlainrede bekannt ist. 3n England hat man allerdings das lebhafteste Interesse daran, eine Initialiva Deutschlands in den Vorder­grund zu schieben, um sich Frankreich gegenüber ein Alibi zu schaffen. Sofort nach Abschluß der Genfer Tagung wurde zwischen bei eng- Achen und der französischen Regierung auf der Grundlage der Instruktionen, die Herriot aus Genf mitgebracht hatte, die Vesprechungen über einen Sicherheitspakt aufgenommen. Die deutsch« Regierung hält es für zwecklos, sich in diese Erörterungen mit neuen Vorschlägen einzudrangen, zumal ein Ergebnis noch nicht dvrliegt.

ES ist dagegen möglich, daß Deutschland äu bem Problem Stellung nehmen wird, sobald es festere Form gewinnt. Die Reichsregierung ist selbstverständlich daran interessiert, sich über ben Verlauf der Vesprechungen durch ihre diplomatischen Vertreter in Paris und London sv schnell alS möglich unterrichten zu lassen. Damit unb mit nichts anderem sind auch die öfteren Besuche der deutschen Bot­schafter in ben auswärtigen Aemtern in Paris irnb London zu erklären.

Der Londoner HavaSvertreter gibt von bem Stand der Verhandlungen folgende Darstellung: Die deutschen Vorschläge wurden vor zwei Monaten unterbreitet Seitdem ist der briti­schen Regierung keine neue Mitteilung seitens der Reichsregierung zugegangen Gerüchte, wonach eine neue deutsche Rote über­reicht werden soll, haben ihrer Grand Darin. d.itz ein Sachverständiger der deutschen Botschaft ein Memorandum abgefaht hat, daS dem briti­schen Außenministerium jedoch noch nicht über­reicht worden ist.

Dr. Stresemann lieh der englischen Regie­rung die ersten Vorschläge im Januar zu- gehen. Seine zweite Mitteilung galt der französischen Regierung, die das Londoner Kabinett von ihrem Inhalt sofort unterrichtete. Außer diesen beiden Mitteilungen, die einmal auf direktem unb bann auf indirektem Wege er­folgten, hat der britische Außenminister keine neue Rote erhalten. Die Besprechungen zwi­schen Loudon unb Berlin werden lediglich durch Vermittlung der Botschafter Dr. S t h a m e r und Lord d'Abernoon geführt.

Herriot

zur Sicherheitssrage.

Paris, 30. März. (£11.) Heute vormittag empfing Herriot d:e Vertreter der Kammerkom- iniffron für auswärtige Angelegenheiten Lou- ch e u r s und B o n c p u r t, die von bem Mi­nisterpräsidenten genaue Aus unste über die Der- handl ungen mit Deutschland und die Stellungnahme des Kabinetts zur Sicher­heitsfrage erbaten. Rach bemTemps" soll Herriot erklärt haben, er sei fest entschlossen, mit Deulschlanb vor bem vorbehaltlosen Ein­tritt in ben Völkerbund keinen Ver­trag abzuschlies'en. Im Einverständnis mit Großbritannien habe er j'doch beschlossen, die V e r h a n b l u ii i e n vor der A fnahmeDeutlch-- lanbS in ben Völkerbund aufzunehmen

Herriot teilte mit, daß der Entwurf der Antwort auf bie deutschen Vor­schläge von Laroche und Dergery feftgeftefit sei. Es wurde ausdrücklich auf die Unantastbar­keit bet jetzigen Grenze hingewiesen. Frankreich verlange auhe-bem vor dem Abschluß des Vertrages Verständigung in der Ab­rüstungsfrage. Fernei' teilte Herriot auf eine Frage der Abordnung mit, daß das inter­alliierte Militärkomitee in Versailles feit Montag im Besitz des Fragebogens der Bot- schafterkonserenz sei. Am Schlüsse seiner Aus­führungen sagte Herriot: Wir sind an einem entscheidenden Wendepunkt der Ge­schichte. Die einzige Frage ist. ob Deutsch­land es ehrlich meint. Es unterliegt fei­nem Zweifel, daß bie deutsche Regierung augen­blicklich feine Auflehnung gegen den Versailler Vertrag plant. Deutschland ist auf bem Wege bet Wiedergenesung unb will sich erst völlig wieder erholen. Mit Sorge erfüllt uns nut bie Zukunft. Daher halten wir bie Aufnahme Deutschlands in ben Dölkerbrrnd für unerläßlich. Deutschland muh von bem Weltgewissen überwacht werben.

Die Räumung der Kölner Io^e.

London, 30. März. (WB) 3n Erwide­rung auf verschiedene Anfragen im Unterhaus erklärte Austen Chamberlain, daß bie Re­gierung nicht in der Lage sei, ein ungefäh­res Dalum für die Zurückziehung der briti­schen Truppen aus der Kölner Zone anzugeben. Sobald bie Regierung Ausschluß hätte über bie Verstöße Deutschlands, derentwegen Die Räumung Kölns hinausgefchoben wurde, würde das Parlament davon in Kennt- 1*8 gesetzt werden.

Das Wahlergebnis.

Der erste Wahlgang.

3um erstenmal hat am Sonntag das deutsche Volk in freier Wahj fein Oberhaupt gekürt. Es lag wohl nicht an einer zu geringen Einschätzung der Bedeutung dieses Wahlaktes, wenn die Be­teiligung in weiten Dolkslceifen manches zu wün­schen übrig ließ. Besonders in den Kreisen des Bürgertums hat vermutlich die recht unpoli­tische Ucberlegung, daß ein positives Ergebnis im ersten Wahlgang unwahrscheinlich sei, viele von der Wahlurne ferngehalten. Auch das regne­rische Wetter war einer regen Wahlbeteiligung vielerorts ungünstig. Wie bei der Aufstellung so zahlreicher bürgerlicher Splitterkandidaturen vorauszusehen war, ist der erste Wahlgang er­gebnislos geblieben. Keiner der Kandidaten hat bie absolute Mehrheit, mehr als die Hälfte der insgesamt abgegebenen Stimmen, allo rund 13 Millionen, erhalten. Am nächsten kommt ihr der Kandidat des Reichsblocks, Dr. Jarres, der mit 1,3 Millionen Stimmen den allein ernst zu bewertenden Konkurrenten Braun um 2,5 Millionen überholt hat und in einer Reihe von Wahlbezirken, so auch in der Provinz Ober- Hessen, die absolute Mehrheit auf sich vereinigte. Ein Zeichen für bie starke Anziehungskraft einer hervorragenden Persönlichkeit, die ohne partei­liche Bindung in ben Wahlkampf getreten ist.

. Die übrigen b rgerlichsn Äanb.baten haben lediglich sich bie Stimmen derer sichern können, die ohnehin Anhänger ihres Parteiprogramms sind. Dr. Marr, der Kandidat des Zentrums, hat in den alten Domänen seiner Partei gut abgeschnitten, aber auf andere Wählerkreise bat feine, von der Zentrumspresse noch am Wahltag? mit Emphase herausaestrichene fta smännischs Persönlichkeit keine Werbekraft ausgeübt, wie heute schon das hessische Zentrumsblalt mit stiller Wehmut fest­stellt. Ein schlechtes Omen für eine etwa in Aus­sicht genommene republikanische EinheitSkandi- batur Mar?. Die D em okraten haben in den meisten Wahlkreisen an Stimmen ehtgebüftt Reben der Gilgen rein um mehr als 10 Prorrnt geringeren di. - ,

lügen, daß viel? Wähler de Bedeutungslosigfeit einer demokratischen Splittert anbibatur er lärmt haben. Vermutlich war doch wohl auch ihr Kan­didat Dr. H e I l p a ch in bei- kurzen Zeit deS Wahlkampfes trotz manch trefflicher Reden feiner- feite und weniger tr fflicher Glorif zierungsver- suche der demokratischen Großstadtvrefse den großen Massen zu wenig bekannt geworden. Be­merkenswert für seine Wertung als Politiker unb Staatsmann.fte es aber immerhin sein, daß in der Hauptstadt des badischen Staalspräiidenten, am Sih seiner Amtstätigkeit, wo man H:rrn Dr. Hellpach, doch gewiß besser kennt, als in allen and ren Teilen des Reiches, seinen 8500 6immcn 40 7C0 Anhänger von Dr. Jarres geg'r.ü*erftebcn. Ganz Baden brachte für sein Staats berhaupt 88 000 Stimmen auf, dag gen stimmten für Jarres 241 000 und für Marx sogar 295 000.

Beachtung verdient der weitere starke Rück­gang der K o m m u niste n, die m hr und mehr in den Schoß der gemäßigten Mutterpartei zuiück- kohren. Auch Ludenborff hat nur eine kleine Schar Unentwegter um sich versammeln können, gewiß ein erfreuliches Zeichen b'.für, daß auch auf Der äußersten Rechten realpolit.sch s Denken d.e Oberhand gewinnt und zur Abkehr von über­spannter ideologischer Einstellung Hitlerscher Fär­bung führt.

Der Artikel 41 der Verfassung schreibt vor: Gewählt ist, wer mehr als bic Hälfte aller gültigen Stimmen erhält. Ergibt sich keine solche Mehrheit, so findet ein zweiter Wahl - gang statt, bei bem gewählt ist, wer b i e meisten gültigen Stimmen erhalten hat". Vielfach hört man bie durchaus irrige Ansicht, als ob in diesem zweiten Wahlgang der End­kampf lediglich zwischen ben beiden erfolgreich­sten Kandib_ten des ersten Wahlgangs ftattfinöe, daß es also zurS t i ch w a h l" komme, analog unserem Rcichstagswahlrecht der Dortriegszeit. Das ist keineswegs der Fall. Das Aus^ührungs- geseh zur Reichspräsidentenwahl läßt es sogar zu. daß für ben zweiten Wahlgang ganz neue Kandidaten in durchaus beliebiger Anzahl auf- gefleilt werden. Es kommt also nicht zur Stich­wahl zwilchen Jarres unb Braun, sondern die Verhandlungen der Parteien, bie nun einmal in einem demokratischen Staatswesen bie Faktoren sind, die dem Willen der Doltsmasse, wie sie ihn verstehen, zum Ausdruck verhelfen, können für den zweiten Wahlgang ein völlig neues Bild bringen. Wie dies sich gestalten wird, ist heute auch noch nicht annähernd vorauszu­sagen.

3m Lager Der Weimarer Koalition wird man vermutlich versuchen, die drei auseinander- gefaUenen Parteien auf eine Kandidatur zu einen. Das Zentrum wirb wohl an der Kan­didatur Marx festhalten unb versuchen, Demo­kraten unb Sozialdemokarten für seinen Kan­didaten zu gewinnen. Den Demokraten Dürfte ein Verzicht auf ihre Verlegenheitskandi­datur Hellpach nicht schwer satten, dagegen würde es für bie Sozialdemokraten eine harte Ruß sein, ihren Kandidaten Braun zu opfern, nachdem er von den drei Linksbandidaturen bet weitem am besten abgeschnitten hat. Die sozia- liftifche Preise, namentlich betVorwärts", hat sich im Wahlkampf über bie künftigen Möglich- feiten stets sehr vorsichtig ausgelassen und sich noch am Wahlsonntag alle Wege offengebalten. Es wird aber sicherlich eine äußerst schwierige Aufgabe sein, den soziallstischen Massen im Land« die politische Aotwendi-teit eines OvferS

zugunsten einer Kandidatur Marx plausibel zu machen, zumal nach diesem Wahlresultat.

Aus der andern Seile Dürfte das Eintreten für eine Einheitskandibatur Braun für das Zentrum das schon lange prophezeite, aber Immer noch durch bie geschickte Taktik seiner Führer verhinderte Auseinanberfallen ber Partei bedeuten. Denkbar wäre schließlich auch, daß die Weimarer Koaliiion sich auf eine demokra­tische Kandidatur als die am wenigsten an­stößige einigt. Vermutlich wäre aber auch hierfür Der rechte Zentrumsslügel und sicher nicht die Bayrische Dollspartei zu haben.

Reben all diesen Möglichkeiten erscheint aber auch eine Einigung des Bürgertums nicht von vornherein ausgeschlossen, wenn auch hier die gehässige unb mit persönlichen Ver­leumdungen nicht sparende Art und Weile, wie der Wahlkamps von mancher Seite geführt wurde, manche Tür zugeschlagen bat, mit voller Absicht Derjenigen, Die von jeher jeder Einigung des Bürgertums entgegenstanden. Es wäre wahr­scheinlich des Sbweißes der Edlen wert, wenn endlich einmal sich in allen Parteien besonnene und verantwortungsbewußte Männer fänben, die unter Dciseileschieben b eser rein destruktiven Kräfte Den Weg frei machten für einen natio­nalen deutschen Bürger an der Spitze des Rei- sich des Schweißes der Edlen wert, tocim sozialistischen Spuk ein Ende setzten.

Die Berliner Presse zum Wahlausgang.

B e v l i n, 30. März. Während bie deutsch- nalicmalen unb volksparleilich.-n Blätter ihre Zu­friedenheit übet den Artsfall der gestrigen Wahl zum Dusdrr:ck bringen, unb erklären, daß Die auf Jarres entfallene Stimmenzahl alle gehegten Er­wartungen erfüllt habe, sprechen bic Blätter Der Weimarer Koalition von einem Siege der repu­blikanischen Parteien.

DieKreuzzeitung" fügt: Die Kandi­datur wes wer deshalb von Erfolg, weil dieser 'chwarz-weiß-rvie ^nhettr-anbidat vvir der Mehrheit ber Wähler als bie einzige überpartei­liche Persönlichkeit anerkannt wurde. Gr habe daher nach wie vor die meiste Anwartschaft auf den Reichspräsidentenpoften.

DieDeutsche Zeitung" tritt gleichfalls für die Ausstellung von Jarres im zweiten Wahl­gang ein unb erklärt, selbst für ben Fall, daß ber Reichsblock allein bleiben sollte, sei er un­bedingt flärfer, als er es wäre, wenn er ent­weder einen mißtrauisch betrachteten anderen Kanbidaten ausstellen oder fonftige Zugeständ­nisse nach links machen würbe.

Auch bie volksparteilicheZeit" betont, es verstehe sich von selbst, baß Jarres auch im zweiten Wahlgang Träger der über­parteilichen Kanbidatur sein werde. Ein Mann, ber wie er, in einem persönlichen SiegeSzug ohnegleichen über zehn M llionen Stimmen auf sich vereinigte, ein solcher Mann sei im zweiten Wahlgang sellrstverstänblich Der einzig mögl'che Kandidat des Reichsblocks. Das Blatt teilt mit, daß ber Reichsausschuh des Reichsblocks am morgigen Dienstag zusammen- treten werde, um Jarres als Kandidaten für den endgültigen Wahlgang aufzustellen.

DieDeutsche A l l g e m. Z t g." vergleicht Die Gewinne und CB-rlüfte der einzelnen Parteien mitemanber und stellt fest, bah an ber Spitze aller Kandidaten ber Bewerber der tn> Reichs- blvck vereinigten Parteien und Verbände, Dr. Jarres, marschiert. Das Blatt sagt bann, der grobe moralische Erfolg, ber errungen worben ist. wird beim zweiten Wahlgang seine Früchte tragen. DieDeutsche Tageszeitung' schließt ihre D^trachturrgen mit Dem Satze. ..Der Gedanke, ber bem Reichsblock vorangeleuchtet, Der Im ersten Wahlgang zum unleugbaren Er­folge geführt hat, ist der an bie echte Volks­gemeinschaft aller staatsbewußten und christen- tumbewuhten Kreise. Wird dieser Gedanke rein und unverfälscht erhalten, so wird er am 26. April seinen ersten großen, weithin wirtenben Erfolg erringen.

Von allen rechtsorientierten Zeitungen ist es allein bieBerliner Börsenzeitung", bie eine Kandidatur Jarres nach dem Ausgang des ersten Wahlganges als erledigt ansieht und Die in groß ausgemachter Schlagzeile und in langen Ausführungen eine Sainmellandidatur Gehler fordert.

DieGermania" schreibt über bas Er­gebnis ber Wahlen: Der deutsche Gesundungs- Prozeß sand darin Ausdruck, bah die verfas­sungstreuen Parteien Der Mitte zu­sammen erheblich mehr Stimmen aufbrachten, als bie im Reichsolock vereinigten offenen unb ver­steckten Verfassungsgegner. Gestern gingen die Parteien ber verfassungstreuen Mitte geson­dert vor, im zweiten Wahlgang müssen sie vereint schlagen. Der Rechtsparteikanbidatur Jarres muh im zweiten Wahlgang ein verfas­sungstreuer Dollskandidat gegenübergestellt wer­den.

DieDossische Zeitung" schreibt: Die Drei republikanischen Parteien gegen die sich Der gemeinsame Ansturm von rechts richtete, sind nicht geschwächt, sondern gestärkt aus der Schlacht beroorgegangen. Sie brauchen nur noch ihre getrennten Kolonnen zusammenzu- 1 chliehen, um ben Erfolg von gestern zu einem überwältigenden Siege zu gelt alten.

Georg Bernhard unterstreiche daß das erfte Anrecht Darauf, republikanischer Einigungs­

kandidat zu werden, zweifellos Otto Braun habe. Man müsse bem sog. Aeichsblock einen Dolksblock gegenüberfteilen, unb es wäre ein hoher Sieg des republttanischen Gedantens. wenr eS gelänge, die Sozialdemokraten selbst zum Ein­treten für eine nichtsoAialistische, republikanische Sammelkanbidatur zu bewegen. Theodor Wells schreibt imBerliner T a g e b l a t t u. a Dis Volk habe allen Dettühmmgs- und Täu schungsversuchen zum Trotz gestern fiat und deutt lich bewiesen, daß eS die republikanische Republik wolle.

DerVorwärts" spricht sich glelchfatts für eine republikanische öammellan- bi Dafür aus und erklärt, daß die Sozial­demokratie offenfunbig bereit sei, im entscheiden­den Wahlgang dem republikaniichen Gedanke,' zum Sieg zu verhelfen. Der Sah: Der Präsident, schaftswahlkamps geht um die Republik! müsse für Die Verhandlungen, die ber Kandidatenaus. stellung zum zweiten Wahlgang vorangehen, die Grundlage sein.

LautGermania" tritt Der Reichspar­teivorstand der Zentrumspartei Dienstagmittag 12 Uhr zu einer Sitzung mit Der Tag sordnungPräsidentenwahl" Aulammen. Zwei Stunden früher wird Der Reichsausschutz des Reichs blocks sich versammeln, um fich mit Der Kandidatenaufstellung für Den zweiten Wahlgang zu beschäftigen.

Bayern für eine bürgerliche Sammelkanbidatur.

München, 31. März. (Wolff.) In ihrem Kommentar zu Dem Ausfall des ersten Wahl ganges ber Reichspräsidentenwahl schreibt Die Bayrische Vollsparteikorrespondenz u. a., es gebe nur eine Lösung und diese heiße: Bürgerliche Sammellandidatur. Man müsse Dort anfangen, wo man aufgehört habe, als die bernahe go lungene Einigung sämtlicher bürger­licher Kräfte an ber Taktik Der unentwegten Iarresleut- scheiterte. Es werde schv»er sein, W Zentrum zu einer gemeinsamen Schlacht front zu bringen; doch werde sich die Bayrische Volkspartei vorbehaltlos in den Dienst der Sinigungsidee stellen. ES liege im Wesen dieser Idee, daß die Sache über die Person gestellt werden müßte.

Das Echo des Auslandes.

Die Pariser Presse.

Paris, 30. März. (LU.) Die Pariser Presse beschäftigt sich auch heute eingehend mit dem Ausfall der Reichspräsidenleilwahl. Die Mittagsblätter betonen, daß die Linkspar­teien durch einen Kompromißkandi- ba ton in ber Lage seien, einen endgültiges Sieg davonzutragen. DieInformation" führt aus:Sicher hat Herr Jarres gestern eine im­ponierende Anzahl von Stimmen erreicht, und er bleibt für den zweiten Wahlgang ein ernst­hafter Gegner; aber selbst wenn man ihm die von General Lubendorff, bem Besiegt ex des gestrigen Tages, und die von bem Boyern, Herrn Held, erzielten Stimmen zuzählt, wird er nicht mehr als ungefähr 13 Millionen Stimmen auf sich vereinigen, gegenüber 16 Millionen Stim­men, die die drei Linksparteien zusammen mit ben Kommunisten erreicht haben. Weim die Wei­marer Parteien Disziplin halten und ihre Wahl­kampagne richtig zu führen verstehen, ist ihr Er­folg sicher.' Im allgemeinen enthält sich bie Presse einer Kombination über ben neuen Kan­didaten. Sin einziger Rame wird genannt, der beet Dr. Wirth, den ber Berliner Korre­spondent desMatin" als ben aussichtsvvllsten Kandidaten der Linksparteien bezeichnet Der T e m p s" bemerkt, daß die Aufstellung einer Einheits-Linkskandidatur auf die größter Schwierigkeiten stoßen werde. Es sei nicht anzunehmen, daß Braun zugunsten Marx' oder umgekehrt verzichte, da ein Teil der Demokraten und Katholllen aus Abneigung gegen einen so­zialistischen Reichspräsidenten zu ben Rechts­parteien übertreten würben.

DasJournal des Debats" schreibt Die Rationallsten könnten sich rühmen, im Wach­sen begriffen zu fein. Aber Die republikanischer Clemente hätten gleiche Fortschritte er- zielt. In Wirklichkeit gäbe es Enttäuschunge:' auf beiden Seiten. Es fei wenig wahrscheinlich - daß die Sozialisten, die mehr als die Hälfte bei republikanischen Stimmen repräsentierten, Darin einwilligten, einfach die Schleppenträger vor Marx zu werden, wenn dieser ihnen nicht ernft< Garantien gebe für die Aufrechterhaltung der Verfassung. Die 'Verantwortung des Zentrums sei groß in dieser Angelegenheit. Von ihm hänge es ab, die Wage nach der Seite der Verjaffung hin ausschlagen zu lassen, oder einen Mann um Präsidenten zu wählen, der unter dem Deck­mantel der ßegaFität die Wiederherstellung der Monarchie vorbereiten werde.

DieLiberts" schreibt, die sehr geringe Stim­menzahl, Die Ludeick>orff erzielt b-ibe sei aus­fallend Wenn die Parteien der W imarer Koa­lition fähig wären, sich zu vereinigen, konnten sie den Sieg davontragen. Welche Aufsichten beständen aber dafür, daß alle Katholiken für einen Sozialisten, oder daß alle So­zialisten für einen Katholllen stimmen werden? Aul alle Fälle stehe aber Dr. Jarres mi, eir.tr beträchtlichen Stimmenzahl an erster Stelle. Er sei für Den zweiten Wahlgang gut plaziert