Ausgabe 
30.6.1925
 
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Erdbebenkatastrophe in Kalifornien

Der Badeort Santa Barbara zerstört.

Fünf heftige Stötze

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Ein Film

Wettervoraussage.

Heiter biS halb bedeckt, wechselnde Winde, etwa- wärm«, vorwiegend trocken.

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Paris. 30. Zurrt. (TU.) Der Gouverneur Philippinen telegraphiert, daß die Gegend Dulacan durch einen Wirbelsturm verwüstet wurde. 27 Personen wurden getötet. 100 Häuser sind vom Erdboden hinweggefegt und sämtliche Ernten haben schwer gelitten.

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Äi>lne politische Nachrichten.

Berlin, 29. Juni. (WB.) Bei dem Reichspräsident hat heute ein Garten- tee stattgefunden, an dem Mitglieder der Reichs­regierung, der preußische Ministerpräsident, die stiinmführenden Vertreter der Länder, die Mit­glieder deS Reichstages, die Staatssekretäre der Reichsministerien, der Reichsbankpräsident, der Oberbürgermeister von Berlin, die Intendanten der staatlichen Theater, sowie höhere Offiziere der Reichswehr und der Reichsmarine nebst ihren Damen teilnahmen.

Meilen östlich von Halifa? im Rebel den FischerschonerR e < gera in in t und zum Sinken gebracht. 15 Mann der Besatzung des

ScUägen und Veränderungen im internationalen Handel begegnen zu können. Die elektrische In­dustrie gebe jährlich eine Viertelmillion für For­schungen aus. In den Vereinigten Staaten da­gegen betrage di« Ausgabe einer einzigen Ge­sellschaft dafür jetzt neun Millionen Dollar jähr­lich. Sie habe in ihren Forschungseinrichtungen 3000 geübte Arbeiter und vermehre diese Zahl auf 5000. Die Ration werde schließlich den Sieg erringen, die am wirksamsten und sichersten die Wissenschaft vor ihre Industrie spannt. Die Mehrheit des englischen Volkes gewöhne sich nur schwer an die Erkenntnis, daß die Tage für immer vorbei sind, da England für die Welt fabrizierte und den Leuten die- jenigen Waren liefern konnte, die England wollte, und nicht die. die sie wollten, und da sie sie zum Preise, den England forderte, nehmen mußten. Heute nehme England keine beherrschende Stel­lung mehr ein. Daher hänge der Erfolg der bri­tischen Industrie mehr und mehr von der Güte der Ware ab. die fi« liefere, und von den billigen und wirksamen Produktionsrnethoden.

100

Reuyork, 29. Juni. (üabeldiensl der Tel- union.) 3n Südkalifornien haben hinterein­ander fünf heftige Erdbeben stattgefunden, wobei 100 Menschen den Tod fanden. Ls wurden be­sonders große Verwüstungen auf der Insel Santa Barbara angerichtet. Der Drahtverkehr dorthin arbeitet nicht.

Auch die Stadt Los Angelos wurde heim- gesucht, Hot aber scheinbar keine größeren Schaden erlitten.

Das Erdbeben in Kalifornien

San FranziSko, 29. Juni. (WB. Funk- sprach.) Das Erd- und Seebeben in San Fran­zisko hat in Santa Barbara großen Schaden angerichtet. Es wird auch beträchtlicher Verlust an Menschenleben befürchtet. Das Arling - ton- und das Cabrillo-H o tel liegen in Trümmern.

Aus dem Erdboden brachen heiße Quellen.

Die in der Rähe der Stadt angelegten Stau­becken sind geborsten, wodurch die Stadt zum Teil überschwemmt wurde.

Die Verbindung mit Santa Barbara ist so­fort gestört worden. Aber dürftige Rachrichten sind doch durchgesickert. Die meisten Ge­bäude an der Hauptverkehrsstraße der Stadt sind zerstört worven. Gewaltige Flutwellen stürzten von ber Meeresbucht landeinwärts. An zwei Stellen brach Feuer auS, das aber alsbald erstickt werden konnte. Eine andere Meldung besagt, daß bei der Zer­störung des Arlington-Hotels sieben Menschen umgekvmmen sind. Santa Barbara ist ein sehr bekannter Badeort, berühmt durch seine prächti-

Die Grundsteuer 1925. Der Hess. Fincmzminister gibt bekannt: Der Fälligkeits­termin des 2. Zteles der staatlichen Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1925 wird auf den 15. August verlegt. Schvnfrist: eine Woche.

"Don der Feuerwehr. (Sestern nach- mittag 4 Uhr wurde der Feuermelder am Markt- platz abgezogen, worauf ein Radfahrer sofort von ber Wache am Oswaldsgarten ausrückte. Inzwi- schen wurden noch zwei weitere Feuermelder im Teufelsluftgärtchen imb in der Mühkstratze betätigt.

Schoners, darunter auch der Kapitän, sind er­trunken: dieTuScania" ist unbeschädigt.

Kommerzienrat Guggenheimer f.

Kommerzienrat Dr. Emil Guggenheimer, Ge­heimer Iustizrat und Direktor der Maschinen- sabrik Augsburg-Rürnberg A.-G. in Berlin, ist an einem Herzleiden gestorben. Guggenheimer war 1919 Präsident der Friedensvertrags-Rück­lieferungskommission und hat u. a. auch an der Konferenz von Spaa teilgenommen. Weiter hat er auch mit Rathenau am Wiesbadener Ab­kommen gearbeitet.

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Verschärfung des Marokkokonfliktes.

Die Verhandlungen EchevarietaS gescheitert.

Paris, 29. Juni. (WTB.) Wie dem Temps" auS Madrid gemeldet wird, sind die jüngsten Verhandlungen des spanischen Kauf­manns Echevarieta mit A b b e l Krim ergebnislos verlaufen. Infolgedessen wende Spanien seine Aufmerksamkeit wieder den Vor­bereitungen für die Landung von Truppen in der Alhucenas Bay zu.

Landungsvorbereitungen in Marokko.

Paris, 30. Juni. ($A1.) Der .Ternps"- Korrespondent in Madrid meldet: Die Vor­bereitungen zur Landung bei Alhuce- mas werden jetzt wieder ausgenommen. Augen­blicklich sind Besprechungen mit dem Scheich der Stämme südlich des Flusses Qued Kan ange­knüpft worden, um feine Mitwirkung bei der Landung in der Ducht von Alhucemas zu er­zielen. Die ersten Landungstruppen sollen aus eingeborenen Harlas bestehen, die von spanischen Offizieren befehligt werden. An chre Spitze soll ein entfernter Verwandter Abd el Krims treten, der vor zwei Jahren aus dem Rifgebiet flüchtete. Die Landung soll Mitte Juli vorgenommen wer­den. sobald Primo de Rivera auS Madrid wieder abreift.

Hochschulnachrichten.

Professor Lessing liest nicht mehr.

Professor Lessing von der Technischen Hochschule in Hamrover hat mit' Bezug auf den Erlaß des preußischen Kultusministers in dem für den Fall weiterer Störungen der Vor­lesungen Lessings die Schließung der Hoch- schule angedroht war, erklärt, daß er für den Rest dieses Semesters die Vorlesungen aus fallen lasse, nachdem der Kultusminister sein Recht, Vorlesungen zu halten, ausdrücklich airerkannt habe.

Paris, 30. Juni. (TH.) Der Wiener Oberbürgermeister Seitz wurde gestern nach­mittag zusaminen mit der Wiener Delegation von dem Ministerpräsidenten P a i n l e v 6 empfangen. Heute vormittag wird die Abordnung in feier- dem Ministerpräsidenten Painlevs empfangen.

Pari-, 30. Juni. (TU.) Das auf der WaffenhandelSkonferenz ausgearbei­tete Protokoll gegen den Gaskrieg ist nach Mitteilung des Völkerbundssekretariats in Parts von Paul Doncourt, der Frankreich seinerzeit auf der Korrfevenz vertrat, unterzeichnet worden.

Die Regierungskrise in Portugal.

Paris, 30. Juni. (TH.) Aach einer Havas- melbung aus Lissabon hat Antono Maria Silva den Auftraa zur Kabinettsbildung übernommen, nachdem Alfons Eosta mtt seinen Bemühungen gescheitert ist.

Scheik Said hingerichtet.

Paris, 30. Juni. (TU) Aus Konstanti­nopel wird gemeldet, daß das Kriegsgericht in Djabekir gestern den Scheik Daid, den Ur­heber der kurdischen Aufstandsbewegung, und 40 feiner Anhänger zum Tode verurteilt hat. Sie wurden noch gestern abend gehängt.

Reue Deulschenverhastungen in Polen.

Berlin, 30. Juni. Wie aus Warschau gemeldet wird, haben nach bisher von polnischer Seite unwidersprochenen Rachrichten ir» den letzten Wochen in allen Städten mit großer deutscher Minderheit neue besonders brutale Deutschenverhaftungen stattgefunden.

Der Moskauer Audentenprozetz.

Berlin, 29. Juni. (WTB.) Die Anklage gegen die drei in Moskau vor dem Obersten Gerichtshof zur Verantwortung gezogenen Studenten ist auf ber Behauptung aufgebaut, baß bas Studenten- werk Berlin, ber örtliche WirtschaftskÜrper ber Berliner Studentenschaft, ein Teil Der sogenannten Organisation Consul und der frühere Reichskanzler Michaeli» ber Leiter der Berliner Setkion dieser Organisation sei. Der frühere Reichs­kanzler Michaelis hat zur Richtigstellung und Ver­wertung vor dem Obersten Gericht folgende eides­stattliche Erklärung abgegeben :

Das Studentenwerk Berlin ist eine Organisa­tion, die politisch völlig indifferent ist und zur Auf­gabe ledialich die Hebung der wirtschaftlichen Lage und Fürsorgetätigkeit für die Berliner Studenten an allen neuen Hochschulen hat. Mit Politik hat bas Stubentenwerk nicht das Geringste zu tun. Eine Zu­sammen arbeit mit der Technischen Nothilfe ist nie­mals oorgekommen. Irgendwelche persönlichen Be­ziehungen mit der Organisation Eonsul habe ich nie gehabt und habe ich auch heute nicht. Ich kenne die ganze Organisation nur vom Hörensagen und durch die Presse. Ich habe bewußt noch nie einen Mann gesprochen, der in ber Organisation Eonsul tätig sein konnte. Mit der Entsendung einer Gruppe nach Moskau steht das Studentenwerk in keiner Verbindung. Als einzige Verbindung, die ich per­sönlich mit Menschen habe, die in Rußland in der Fürsorgetätigkeit für die Studenten gestanden haben, kann höchstens in Frage kommen die Eurovahiste, d. h. die Organisation des Weltbun­des christlicher Studentenoereinigungen, die seit vier Jahren eine Hilfsaktion unter den notleidenden Studenten des europäischen Kontinents betreibt. Sie hat ihren Sitz in Genf. Ich bin Vorsitzender der deutschen Abteilung dieser Europahilse. Diese Or- ganisation ist mehr pazifistisch eingestellt und steht namentlich allen reaktionären und überhaupt allen politischen Bestrebungen arundsätzlich fern. An einer Sitzung, deren Gegenstand die Entsendung von Stu­denten nach Rußland gewesen wär», habe ich nicht teilgenommen.

Ossers Stellvertreter.

Reichsbahndirektion-präsiderrt Dorpmüller.

Berlin, 29. 3imL (WTB.) Der verwal- lungsrat der Deutschen Reichsbabn- gesellschast hat dem Anlrao de» Generaldirek- tors Oeser entsprechend die Stellung eines stän­digen Vertreter» de» Generaldirek­tors geschaffen und ReichsbahndirektionsprSfidenl

GS kostete das Pfund: Butter 200. Matte 40, Käse 65, Wirsing 40, Weißkraut 35, rote Rüben 20, Römischkohl 15, Bohnen 70 biS 80, Spargel 80. Erbsen 35 bis 45. Mifchgemüsr 20, Tomaten 140 biS 150, Zwiebeln 25, Rhabarber 20, Kar­toffeln (alte) 6, neue 15, Aepfel 120, Kirschen 70, Leiderbeeren 80, Stachelbeeren 25 bis 35, Jo­hannisbeeren 35 bis 50, Erdbeeren 60 bis 120, Himbeeren 100, Honig 40; das Päckchen gelbe Aüben 20 biS 30; daS Stück: Eier 13, Dlum«ckohl 10 bis 120, Salat 10 bis 20, Salatgurken 70, Ober-Kohlrabi 20. Rettich 15 bis 30; das Bund Radieschen 15 bis 25 Pf.

f\ wenn

Dorpmullcr znm Direktor der Deutschen Reichs- bahn-Gesellschaft zum ständigen Stellvertreter des Generaldirektors ernannt.

Diese Ernennung bedarf nach § 19 der Satzung der Deutschen Reichsbahngesellschaft der B e ft ä 11 - gung des Reichspräsidenten.

Dorpmüller ist 1869 in Elberfeld geboren, Nach Besuch des Gymnasiums in Aachen und Stu­dium des Ingenieurbaufaches an der dortigen Tech­nischen Hochschule bestand er 1893 die Bauführer- Prüfung und 1898 die Baumeisterprüfung. An­schließend war er dann in der ehemals Preußischen Staatseisenbahnverwaltung tätig. 1907 wurde er beurlaubt und trat als Vorstand des Technischen Bureaus in den Dienst der Schantung-Eisenbahn in Tsingtau. 1908 wurde er Chefingenieur der Kai­serlich Chinesischen Staatsbahn TientsinPukow (700 Klm.), die durch die chinesische Regierung aus Mitteln einer durch die Deutsch-Asiatische Bank ge­gebenen deutschen Anleihe ausgeführt wurde. Er arbeitete an dem Abschluß einer neuen deutschen Anleihe für die Linie VhankanSzechuan (600 Klm.), an der Konzession zum Bau ber Strecken KaumiStschoufu (300 Klm.) und TetschouTaku (250 Klm.) mit. 1917 wurde er wegen der Kriegs­erklärung Chinas des Dienstes enthoben und kehrte 1918 als Flüchtling über die Mandschurei, .'Sibirien und Rußland nach Deutschland zurück. It.r Feld-, eisenbahnwesen war er bei der Organisation der Transkaukasischen Eisenbahnen tätig. 1919 wurde er bann Streckendezernent bei der Reichsbahndirek- tion Stettin uno bautechnischer Oberbaurat bei der Reichsbahndirektion Essen. 1922 wurde er Präsident der Reichsbahndirektion Oppeln und im September 1924 Präsident der Reichsbahndirektion Essen. Präsident Dorpmüller, der den Ruf eines hervor­ragenden Fachmannes und guten Wirtscbaftsken- ners genießt, wurde auf Grund feiner umfassenden Erfahrungen zu den Beratungen über das Dawes- Gutachten und das Reichsbahngesetz und -Statut hinzugezogen. An den Londoner Verhandlungen beteiligte er sich in weitestgehendem Maße.

Die 15-Millionen-Dollaranleihe Berlins abgeschlossen.

Berlin, 29. Juni. (TU ) Die Stabt Ber­lin hat mit einer amerikanischen Gruppe unter ber Führung ber Firma Speyer & Eo. in Reuyork, ber die Gesellschaften DlaiS <8? Eo., die Inter­national Gquitable Trust Company of Reuyork und The Chase Security Corporation angehoren, eine 6'/,prozentige 25jährige, amortisierbare An­leihe im Betrag von 15 Millionen Dol­lar- abgeschlossen. Die Tilgung ist vom 1. April 1930 ab zugelassen. Der Erlös ber Anleihe dient der Erweiterung des Untecgrund- bahnsystems und zum Ausbau und zur Ver­besserung der elettrischen Licht- und Kraftan­lagen.

Graf Lerchenfeld f.

Regensburg, 29. Juni. (WTB.s Der frühere bayrische Gesandte beim Reich Graf Hugo von Lerchenfeld ist heute im Alter von 82 Jahren auf seinem Lanbgute bei Köfering gestorben. Rach diplomatischen Missionen in Wien und Petersburg wurde er im Jahre 1880 zum bayrischen Gesandten in Berlin ernannt, welchen Posten er bis zum 9. Rovember 1918 inne hatte.

Tote.

gen Hotels, die größtenteils ein Opfer der Erd­bebenkatastrophe geworden find.

Die Zerstörung des Bebens.

Reuyork, 29. Juni. (WB. Funkspruch.) Der Schaden, der das Erdbeben in Santa Bar­bara anrichtete, wird auf zehn Millionen Dollars geschätzt. Die ersten Rachrichten, die der wieder­hergestellte Draht nach San Franzisko über­mittelte, besagen, daß die Verluste an Menschen­leben nicht so groß gewesen feien, wie anfänglich gerüchtweise verlautete. Tatsächlich sind bisher nur vier Tote und nicht mehr als 300 Verletzte festgestellt. Alle Häuser in Santa Barbara haben erheblichen Schaden erlitten. Einige größere Ge­bäude, wie die Banken, die Stcckckbücherei, das Rathaus und die katholische Kirche sind gänzlich zerstört, das Arlington-Hotel und daS St. Francis-Hospital zum großen Teil.

Das Erdbeben scheint das GeschästSdiertel der Stadt als Zentrum gehabt zu haben.

Auf zwei starke Stöße folgten etwa 20 fcksxichere. Infolge des Erdbebens platzten ein Stau­becken und ein Wasserbehälter, ferner sämt­liche Gasometer. Auch die Petroleumbe- hälter sind eingestürzt. Die Schienen der Southern Pacific-Eisenbahn im Bereich der Stadt Santa Barbara sind völlig verbogen worden.

Wirbelsturmverwüstungen auf Luzon.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 30. Jun'. !?.?>.

Geheimrat Pros. Dr. Dosfius s.

Rach langem, schwerem Leiden ist amu. - tag der frühere Direktor der hiesigen Qhtg: i-, klinik, Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Dosfius, verstorben. In der wissenschaftlichen Welt, aber auch in der übrigen Bevölkerung, insbe-. sondere in den Kreisen derer, denen Der Ver­ewigte mit seiner ärztlichen Kunst Hilfe und Heilung brachte, wird diese Trauerkunde herz­liche Anteilnahme auslösen. Hebet den 2eben8- gang Vossius haben wir bei Gelegenheit seine« 70. Geburtstages am 10. Februar ds. Is. ein­gehend berichtet und dabei seine Verdienste gs- bührend gewürdigt. In weiten Kreisen wird man ihm ein dankbares Andenken bewahren.

Wie soll man baden?

Es aibt für den gefunben Menschen im Som- mer wohl kein größeres Sergnügey. ,a(s sich an heißen Tagen im Wasser zu tummeln und zu er­frischen. Wir sinb leider noch weit ab von dem Ziel, daß jeder Deutsche, ob jung, ob alt, ob männlich ober weidlich, schwimmen kann. Diele müssen sich beshalb mit dem bloßen Baden begnü­gen und die durch das Schwimmen erzeugte kräf­tige Bewegung in anderer Weise ersetzen. Wer von dem Bad aber wirklich Nutzen ziehen will, ber muß richtig, b. h. mit Vernunft baden und all da» vermeiden, was naturnotwendig schädlich wir­ken muß. Auf für den gesunden Menschen und von dem allein soll hier die Rede sein gelten besondere Regeln. Die erste davon heißt, daß man nie mit vollem Magen baden soll: Nach ber letzten Mahlzeit sind gut zwei Stunden abzuwarten, bi» man ins Wasser geht. Jedermann weiß ferner, daß man nicht zur Badeanstalt rennen soll, so daß man dort erhitzt ankommt, und daß es unbedingt not- wendig ist, sich abzukühlen, bevor man ins Wasser geht. Im Wasser selbst soll man sich bann kräftig bewegen, damit man mcht anfängt zu frieren. Es ist überhaupt ein viel beobachteter Fehler, zu lange im Wasser zu bleiben; eine halbe Stunde genügt vollkommen. Tritt Frostgefühl ein, so ist das ein Zeichen, daß man sofort das Wasser verlassen soll. Wie oft sieht man aber namentlich Jugendliche, daß sie blaurote Haut und Lippen haben und vor Frost zittern. Ein Fehler ist es auch, allzu oft ins Wasser hinein und wieder heraus zu gehen. Einmal ordent- lich gebadet, sich ordentlich im Wasser bewegt haben, ist das Beste. Natürlich braucht man nicht die ganze Badezeit ununterbrochen im Wasser bleiben, doch soll man die Zwischenzeiten nicht so lange aus- dehnen, daß man immer wieder erst vollkommen trocken ist. Nach dem Verlassen des Bades soll man sich kräftig abtrocknen und abreiben. Und dann nicht lange herumstehen, sondern sich ankleiden und fortgehen! Falsch ist der Gebrauch eines faft den ganzen Körper einhüllenden Badeanzuges. Naß entzieht er dem Körper beim Abtrocknen eine Menge Wärme und ist außerdem oft die Ursache zu der schönsten Erkältung. Und noch eins: Bade nicht nur an sonnigen Tagen, sondern auch an solchen, wo die Sonne nicht scheint. Man soll aber nicht baden, wenn man keine Lust dazu verspürt. Hält man diese Regeln inne, und das sollte nicht allzu schwer fallen so wird das frische Bad jedem eine Quelle der Freude und Gesundheit fein.

Zur Gießener

Flugplatzeinweihung

am nächsten Sonntagnachmittag auf der sog. O ch f e n to i e f e werden folgende Flugzeuge be­stimmt zugegen fein: 1 Junkers Großverkehrs- flugzeug (12 Personen fassend, 1 Flugzeug der Badisch-Pfälzischen L 'ftverkehrs-A-G. (6 Per­sonen fassend). 1 Maschinr der Südwestdeutschen Luftverkehrs-A.-G. (b Sitze), 1 Maschine (Ver­kehrsflugzeug) der Hessischen Luftbetriebsgesell- schaft Darmstadt (6 Sitze) und schließlich das in Gießen stationierte ösitzige Verkehrsflugzeug Die Gelegenheit, ein so imposantes Flugzeuggeschwa­der hier zu Flügen vereinigt zu sehen und nach der Landung auch besichtigen zu können, sollte niemand versäumen!

Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz.

Das Hessische Gesamtministerium gibt folgende Verordnung bekannt: Für das Rechnungsjahr 1925 wird im Volksstaat Hessen eine Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz erhoben. Der Steuersatz beträgt für die Monate April bis Juli 60 Reichspfennig und vom 1. August 1925 ab 80 Reichspfennig von vollen 100 Mark des Steuer­wertes. Im übrigen finden die Vorschriften der Ver- Ordnungen vom 11. März 1925 und oom 24. März 1924 entsprechende Anwendung mit der nachstehend vorgesehenen Aenderuna. Artikel 10 der Verordnung vom 24. März 1924 wird wie folgt geändert:Die Gemeinden (Gemeindeverbände) sind berechtigt, mit Genehmigung des Ministeriums des Innern für das Rechnungsjahr 1925 eine Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz bis zur Höhe von 60 Reichs­pfennig von je 100 Mark des Steuerwertes zu er­heben. Eine Erhöhung über diesen Steuersatz hinaus ist nur zulässig mit Genehmigung des Ministeriums des Innern im Einvernehmen mit den Ministerien der Finanzen und für Arbeit und Wirtschaft. Eine Gemeinde kann die Steuerwerte des Grunb-Ge- bäudebefitzes mit höheren Ausschlagsätzen, als sie für das Rechnungsjahr 1925 für die staatliche Steuer auf diese Werte vorgesehen sind, nur dann belasten, wenn sie eine Sondersteuer vom bebauten Grund­besitz mindestens in der Höhe von 60 Reichspfen­nig je 100 Mark Steuerwert erhebt. 3m übrigen gelten für die Erhebung der gemeindlichen Sonder- (teuer die gleichen Vorschriften wie für die staatliche Sondersteuer. Neue Steuerbescheide sind nicht aus- xufertigen. Die Anforderung der erhöhten Steuer­beträge geschieht durch öffentliche Bekanntmachung.

Borrwtizen.

TageSkalender für Dienstag. FördererkreiS des Hochfchulrings deutscher Art: 8Va Tlhr Hotel Hindenburg Vortragsabend. Deutscher Iuaendcnmd BiSmcrrck Hotel Hopfeld VolkSueder-Abend. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße: .Der junge Medardus".

Aus aller Wett.

Theaterbrand.

Im Großen Hause der Vereinigten Städti­schen Theater Düsseldorf brach durch Denzin- entzündung ein Brand aus, dem zwei Per­sonen zum Opfer fielen. Eine Srtfeufe hatte zum Perückenwaschen sich größere Mengen von Benzin beschafft. Vermutlich bildete sich durch Reiben der benzingetränkten Perücken Elek­trizität, die eine Entzündung hervorrief. Zwei Friseusen wurden getötet, eine schwer und eine andere leicht verletzt. Dadurch, daß der wachthabende Feuerwehrmann verlangt hatte, daß das Waschen auf der Wachtstube vorgenom­men werde, wurde ein großes Unglück verhütet. Die Wachtstube und die Kassenräume sind vollständig ausgebrannt. In beiden Theaters fallen heute und morgen die Vorstel­lungen aus.

Deutsche Zeppeline nach Dnnerafien.

Sven Hedin erklärte in einem Interview, er treffe Vorbereitungen, um mit einem Zeppelin die noch unbekannten Gebiete Jnnerasiens zu er­forschen. Er habe zu diesem Zweck bereits Ver­handlungen mit Dr. Eckener angeknüpft. Es seien natürlich noch manche Schwierigkeiten zll lösen, be­vor das Unternehmen verwirklicht werden könne. U. a. seien auch gewisse Klaufeln des Versailler Ver­trages erst zu erörtern. Sven Hedin ist der Mei­nung, daß mit dem Luftschiff zunächst leichtere Flüge in der Polargegend unternommen werden sollten. Diese würden wahrscheinlich unter Aufsicht Nansens im Sommer 1927 stattfinden. Die Haupt­bedingung für seine, Sven Hedins, Mitarbeit bei dem Fluge sei, daß Eckener selbst die Lei­tung des Luftschiffes übernehme.

Lin englisches Geschwader in Memel.

Ein englisches Geschwader ist auf einer Besuchsfahrt durch die Ostsee in Memel cinge- laufen. Der Kommandeur des Geschwaders, Kapi­tän Collins, hat sich mit mehreren englischen Offizieren nach Kowno begeben, wo die Engländer dem litauischen Staatspräsidenten Stulginski und dem Außenminister Tscharnetzki einen Besuch ab­statteten.