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während der voraus gegangenen Wahltage. DaS liegt wahrscheinlich nicht an dem fehlenden Bs- tätigungSeifer, sondern an den fehlenden Dar- geldbeständen in allen Parieikassen.

Die allgemeine Wahlbeteiligung in Gro ft-Berlin kann man auf etwa 70 Prozent veranschlagen. DaS bedeutet einen Rückgang ge­genüber der Beteiligung an den ReichSlags- wahlen. Doch darf hierbei nicht übersehen werden, daft eine beträchtliche Wählerzahl sich gegen­wärtig auf Reifen befindet, was aus der Inanspruchnahme der Deisewahlscheine hervor­geht. 3m Lause deS Rachmittags ist es an ver­schiedenen Stellen Gtvft-Derlins zu Z u f a m menstö tzen zwischen feindlichen Parteien ge­kommen. Ein Demonstrativnszug von etwa 60 Kommunisten, der um 2 Hftr nachmittags durch die Braunschweiger Strafte zog, rift die schwarz- weift-rvten Fahnen, die an den Hausern ange­bracht waren, herunter. Harmlose Passanten wurden angegriffen, beschimpft und misshandelt. Beim Herannahen einer Radiahrstreife der Schutz­polizei zerstreuten sich die Demonstranten, doch konnten zehn von ihnen sistiert werden.

Hm 4 Hhr nachmittags wurde das Hefter» fallkommando nach der Werneucherer Strafte ge­rufen, wo 4 0 Kommunisten, die in einem Lastauto die Strafte entlang fuhren, eine Gruppe von Disrnarckbündlern überfallen hatten. Gin Marineoffizier, der von seiner Wohnung aus den Zusamrnenstoft beobachtet hatte, wollte die Bismarckbündler in Sicherheit bringen. Gr wurde ebenfalls angegriffen und durch Schläge über den Kopf erheblich verletzt. Als um 4V2 Hhr nachmittags ein Lastkraftwagen des Reichsblocks die Soldinerstrafte passierte, wurden dessen In­sassen von Kommunisten mit Steinen beworfen. Rach Angabe der Derletzten sollen die Angreifer Mitglieder des Roten Front- kämpferbundes sein. Gegen 5 Hhr nach­mittags kam es in Moabit zwischen Deutsch- nationalen und LinksraLkalen zu einem Zu- sammenstoft. Mitglieder des Roten Fronttämpfer- bunües hielten in der Turmstrafte ein mit Bis- marckbündlern besetztes Auto des Reichsblocks an und versuchten die Besatzung des Wagens mit Gewalt herunterzuholen. DieDis- marckbündker setzten sich zur Wehr und warfen den herandrangenden Gegnern Sand entgegen. Schlieftliech mußten sie aber doch den Wagen räumen und flüchteten in das Gemeindehaus der Heilandgemeinde in der Ottostrafte 17, wo sich das Wahlbureau des Reichsblocks befindet. SHe Kommunisten versuchten in das Haus ein­zudringen, wurden aber durch Schutzpolizisten mit Gummiknüppeln auseinandergetrieften.

Ruhiger Verlauf im Reich.

Berlin, 30. März. (TH.) Äach den aus Köln, Dortmund, TüsseDotf, Hamburg, Stettin, Königsberg. Hannover, Halle, Weimar, Rürn- berg und München vorliegenden Meldungen ist die Wahl überall vollkommen ruhig verlaufen. Zu Zusammenstößen ist es nir­gends gekommen. Hebeveinstimnwnd wird .auch gemeldet, daß die Wahlbeteiligung, be­sonders am Aachmittag, stark durch Regen­wetter beeinflußt war. und nirgends den Prozentsatz der letzten Reichstagswahlen erreichte. Sie wird im allgemeinen auf 55 bis 60 Prozent geschaht.

In Oberschlefien war die Wahlbeteili­gung am Bormittag sehr schwach infolge des häft- lichen Aprilwetters. In den Rachmirtagsstunden dagegen wurde sehr lebhaft gewählt. Rach den vorläufigen Rachrichten aus Oberbaden und der Bodenseegegend war allenthalben die Beteiligung an der Wahl geringer als im De- apnftet. Aehnliche Rachrichten liegen aus Süd­deutschland. der Rheinprovinz und Westfalen vor. Die Wahlbeteiligung scheint allgemein um etwa 20 Prozent geringer gewesen zu sein als bei den letzten Reichstagswahlen.

Der Eindruck in Paris.

Paris, 30. März. (TH.) Die ersten Er­gebnisse der deutschen Präsidentenwahlen wurden gestern abend gegen 9 Hhr hier bekannt. Hm 2 Hhr morgens wußte man bereits, daft keiner der Kandidaten die absolute Mehr­heit erhalten würde. Daß Dr. Iarres an er st er Stell c steht, entspricht den allgemeinen Boraussagen, ebenso auch die von den Sozial­demokraten erhaltene Stimm enzahl. Man findet, das) Marx nicht unerheblich ins Hin­tertreffen geraten ist und zieht gewisse Schlüsse aus der Stimmenzahl für den Kommu­nisten Thälmann. 3m allgemeinen herrscht die Auffassung vor, daß das Ergebnis der J5cäfi= dentenwahlen ungefähr dem den letzten Reichs­tagswahlen vom Dezember entspricht. Hnver- kennbar großen Eindruck rief die Riederlag e Ludendorffs hervor. Die Mehrzahl Der Blätter hält auf Grund des allgemeinenStirnmen- verMtnisses die Wahl von Dr. Jarres am 2 6. April für so gut wie sicher.

D?e Saitling der Bayerischen Volkspartei.

München, 30. März. (Funksvruch.) In einer Wahlversammlung der Bay-rischen Volks­partei teilte der Vorsitzende der Reichstagsfrak­tion der bayerischen Volkspartei Domkapitular Dr. Leicht mit, daß die Partei beim zweiten Wahlgang nicht für Iarres stimmen werde, doch sei sie für einen anderen Sammellandidaten so­fort zu haften.

Eine französische Note an Deutschland.

Paris. 30. März. (TH.) Die französische 'Regierung hat beschlossen, unabhängig von den Miierten. jedoch nicht ohne vorherige Ver­ständigung mit ihnen, eine Rote an Deutschland zu richten, die von Herrivt persönlich ausgearbeitet wird. Die Rote wird eine Reihe von Fragen Über die Einzelheiten der Sicherheitsvorschläge und Garantien enthalten, die Deutschland zu stellen gewillt ist. Ferner wird die deutsche Regierung ersucht werden zrir Frage des Eintritts in den Völkerbund endgültig und entscheidend Stellung zu nehmen. Wie verlautet, wird die französische Regierung auch ausdrücklich die Sicher st ellung der O st grenze und der Rheinlande ver­langen. AlS Grundbedingung für die weitere Verhandlung »erlangt Frankreich den Eintritt Deutschlands in den Döllerbund. Die Rote soll Ende dieser Woche gleichzeitig mit dem Roten auS London und Rom abgesandt werden. Die belgische Rote wird erst nach den Wahlen und 0et ReubUdrmg deS Kabinetts abgefaßt werden

England und die Sicherheitsfrage

London, 29. Marz. (WTD.) DerOb» server" bezeichnet in einem Leitartikel das An­gebot Deutschlands als ersten wirllichen Schritt auf dem Wege zur Lösung des Sicherheitspro­blems. Das Blatt stellt in Abrede. daß G r o ft- britannien als Schiedsrichter zwls^n Frankreich und Deutschland aufzutreten Wunsche. Die revidierten deutschen Vorschläge berührten den Status quo im Osten weder in gutem noch in bösem Sinne. Deutschland hafte sich lAh^r bereit erklärt, auch im Osten auf den Angriff zu verztchten, öfter daS erste St ad tum in der Organisation deS Friedens sei ein Pakt im W c ft en. Ein solcher müsse also zuerst in Angriff genommen werden. Dann erst werde Europa die Aufgafte haben, auch für die Sicher­heit im Osten eine ähnliche Grundlage des Einvernehmens mit Deutschland zu finden. Man wende gegen den Plan ein, daß man Deutsch­lands Zusage nicht trauen dürfe. Ohne Vertrauen sei jedoch das Sicherheitsproblem unlösbar, und der einzige Ausweg würde dann die Rückkehr zu dem System militärischer Bündnisse oder zum Genser Protokoll sein. Mit beiden wolle aber Großbritannien in keinem Falle etwas zu tun haben. Der französistA Botschafter Fleuriau habe seit seiner Rückkehr aus Paris Chamberlain noch nicht gesehen, obwohl er schon auf dem Foreign Office vorgesprvchen hafte. Die Lage zeige, daß in drei Richtungen Fo rt- schritte erzielt worden seien. Was zunächst das französische Miß trauen gegen die deutsche Hnterschrift angehe, so ver­trete die britische Regierung die Auffassung, es sei wahrscheinlicher, daft das britische Reich Frankreich im Falle einer Paktverletzung durch Deutschland zu Hilfe kommen werde, wenn Deutschland einen von Großbritannien mit = unterzeichneten Pakt verletze, als wenn es sich nur um einen französisch-britischen Sicher­heitsvertrag handele. Der zweite Fortschritt sei der Meinungsaustausch über die Bedeutung der Wortefeindselige Handlung und ca» s u s bell i. Wie verlaute, habe Fleuriau an die britische Regierung die Frage gerichtet, ob sie bereit sei, den letztgenannten Ausdruck in den/ Patt auch für den Fall der Verletzung der entmilitarisierten Rheinzone zu setzen. Die ftrittsche Regierung hafte darauf noch keine endgültige Antwort gegeben, sei aber ge­neigt, dem zuzu stimmen, falls Deutschland an dem Vertrag teilhabe. Der dritte Punkt be­ziehe sich darauf, oft der westeuropäische Patt zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Großbritannien auchandereRationen ein- schlieften solle, wenn ja, wie viele. Brldwin scheine für die unbegrenzte Ausdehnung des Paktes einzutreten, während Frankreich wahr­scheinlich die Einschränkung bevorzugen werde, doch sei der Meinungsaustausch über die­sen letzten Punkt noch in den ersten Anfängen.

Der Ausbau der Schelde­mündung.

Ein belgisch-holländisches Abkommen.

Haag, 29. März. (Wolfs.) Das Ministerium des Aeußern hat der Presse ein Kommunique über den bevorstehenden Abschluß des belgisch- holländischen Vertrages zugehen lassen, das die gemeldete Hebereiirstimmung zwischen der holländischen und der belgischen Regierung bestätigt. Das Ministerium des Äeuftern betont besonders den wirtschaftlichen Charak- t e r des Abkommens. Ieder Staat soll die Kosten der Unterhaltung und Beleuchtung des Fahr­wassers auf eigenem Gebiete tragen. Eine nieder- ländisch-belgische Kommission soll bezüglich der Belange der Schiffahrt über die Schelde die Aussicht über die Verwaltung führen, deren Be­schlüsse der Genehmigung der beiderseitigen Re­gierungen unterliegen. Bei mangelnder Einigung ist eine schiedsgerichtliche Behandlung vorgesehen Eine ähnliche Regelung ist bezüglich des Ka­nals von Antwerpen nach Ruhrort zugesichert, wofür ferner eine zweckentsprechende Verbindung mit der Maas trorgefeften ist. Dasselbe wird Belgien bezüglich eines even­tuellen Kanals von Antwerpen nach Moerdijk ^ugestanden. Am Schlüsse des Kom­muniques wird hervorgehoften, daß nunmehr, nachdem zwischen Belgien und den Rtederlanden ein Hebereinkommen erzielt wird, noch ein Gr- dankenarrstausch mit der englischen und der fran­zösischen Regierung notig sei, die bei zwei von den jetzt unwirksam gewordenen Verträgen von 1889 Vertragsparteien waren.

Zu dem obigen belgisch-holländischen Heber­einkommen glaubt der Brüsseler- Berichterstatter' desTelegraaf" bereits jetzt mitteilcn zu können, daß es sicher sei, daß die Kabinette von Paris und London ihre Zustimmung zu den neuen Ab­machungen geben.

Regierungsbildung in Jugoslawien.

Belgrad, 28. März. (TH.) Die letzten Ereignisse im Parlament werden voraussichtlich zu einer völligen Hmbildung der Regierung in der Art führen, daß auch die Kroaten, die in der Raditschpartei mit 95 Prozent vertreten find, in die Regierung cintrctem Die neue Regierung wird die Ausgabe haften, eine Revision der Verfassung in der Rich­tung lokaler Autonomien vorzubereiten. Rach Durchführung dieses Programms wird die Regierung Reuwahlen ausschreiben.

Französisch-türkische Front gegen England.

Die DölkerbundSkornmission für die Mosfu l- f rage steht unmittelbar vor dm Beendigung ihrer Arbeiten und Heimkehr nach Gens, die Lösung dieser Angelegenheit durch den Doller - bundSrat wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Zu gleicher Zeit hat nun Frankreich durch seinen Agenten Franklin Bouillon die Regierung von Angora bearbeiten (affen und ihr allerlei Wünsche erfüllt, so daß jetzt aus Kon­stantinopel Rachrichten eintreffen, nach denen d i e stanko-türkische Einigung voll­zogen und die türkische Regierung entschlossen sei. tn der Mossul-Frage eine sehr bergische Haltung einzunehmen Erregte schon das plötzliche Auftauchen Franklin Bouillons in der 'Surfet das allergrößte Mißtrauen der Engländer.

Orient nicht eine neue französisch-englische Aus­einandersetzung im Werden begriffen ist, wie jene, für die der türkisch-griechische Krieg den Deckmantel abgab. Bekanntlich b anspruchen die Engländer das Mossulgebiet für sich, um sich von fremder Oeleinfuhr möglichst frei zu halten und die Gesamtproduktion an Oelen rnitzukontrol- Heren. Da sich Frankreich jetzt plötzlich in diese Angelegenheit einrn.scht, d. h. der A.igora-Regie- rung einen festen Rückhalt gewährt, darf man wohl annehmen, daß hier die französische Hoch­finanz alS treibender Faktor auf tritt, die selbst gern die Ausbeutung der Petroleumquellen von Mossul übernehmen möchte.

Aus dem Hessischen Landtag.

Die Abgeordneten der deutschnatio- nationalen Landtagsfraktion fragen an: Welche Beträge hat der Staat auf Grund der Sonder st euer aus den Hausbesitz im Iahre 1924 eingenommen? In welcher Weise und inwieweit sind die eingegangenen Beträge zur Schaffung von Wohnraum verwen bet worden? Hnb welche Beträge sind zur Hnter- stützung und Forderung des privaten Wohnungsbaues verwendet worden, wer waren die E m p f ä n g e r solcher staatlichen Woh- nungsbrihilfen, nach Berufen geordnet?

Die Abgeordneten der Deutschirationalen Volkspartei beantragen: Der Landtag wolle be- schli ßen, die Reg erung zu ersuchen, ihm raschestend einen Entwurf zur Abänderung der Verfassung vorzulegen, worin den Wahlberechtigten die Ausübung ihres Wahl­rechtes bei der Landtagswahl zur Pflicht gemacht wird. Hnbegrüudete Wahlenthal­tung soll darin unter eine Geldstrafe gestellt werden.

Die Abgeordneten der Deutschnationalen Volkspartei beantragen, der Landtag wolle be­schließen :Bei Gewährung von Kleinrent­ner- und Sozialrentnerfürsorge sind Frauen und Männer in bezug auf die Höhe des Bezuges g l e ich z u st e lle n."

Die Soz. Fraktion hat im Landtag den Antrag gestellt, zur Förderung des Kleinwoh­nungsbaues soll die hessische Regierung bei der Reichsregierung dahin wirken, daß durch gesetz­liche Maßnahmen Grund st ücksübertra- gungen von der Grunderwerbssteuer neftst Zuschlägenbefreit werden, wenn die Grundstücke zur Schaffung von Kleinwoh­nungen dienen und wenn die Wohnungen ent­weder durch Minderbemittelte selbst oder durch Bauunternehmer zum Weiterverkauf an Minder­bemittelte errichtet werden. Die Rotariatsgebühr soll auf 0,3 Proz. ermäßigt werden. Auch die Gebühren der Di messungsimter sollen in solchen Fällen auf ein Drittel des Ansatzes ermäßigt werden.

Die s o z i a l d e m o k r a t i s ch e F r ak l i o n hat im Landtag beantragt, der Hessische Landtag wolle solgendä Gesetz umgehend beschließen: Das hessische Volk hat durch den ßanbtag das folgende Gesetz beschlossen:

Art. 1. Widerruflich ange stellte^ Gemeindebeamten und Bediensteten darf gemäß Art. 143 LGO. nur gekündigt werden: 1. wenn dem Beamten ober Bediensteten! nachzuweisen ist, daß er die ihm auferlegt ein Pflichten verletzt hat. 2. wenn er durch fein Verhalten in ober außer dem Amt sich der Achtung und des Vertrauens, die fein Beruf erf-orbern, unwürdig gezeigt bat; 3. wenn die von ihm seither versehene Steslle eingeht und minbeftcnS innerhalb eines Iahres nicht mehr beseht werden soll. Das Einspruchs- Verfahren regelt sich nach den Bestimmungen der Art. 145 ff. der LGO.

Art. 2. Als angemessen tm Sinne des Art. 138 Ms. 2 der LGO. sind die Besoldungen der Ge­rn einftebeamten nur dann anzusehen, wenn sie den Richtlinien des Ministeriums des Innern, für die Besoldung der Beamten in den Land- gemeinben entsprechen.

Art. 3. DaS Gesetz tritt mit sofortiger Wir­kung in Kraft."

Die deutsch nationale Landtagsfrattion hat im Landtag nachstehende Anfrage eingebracht: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in benenj Frauen und Mädchen offenbar vonMädchen- Händlern belast igt und gefährdet werden. Es liegen darüber aus Starkenburg eine Reihe von durchaus glaubhaften Aussagen vor, daß aus Automobilen heraus gewalttätige Angriffe auf Frauen und Mädchen, offensichtlich zum Zwecke der Verschleppung, gemacht werden. Es wird angefragt: Was gebeult die Regierung zu tun, um derartige Vorkommnisse nach Mög­lichkeit zu verhindern?

Aus aller Welt.

Der Berliner Revolverheld ein kommunistischer Kurier.

Bei der Schießerei auf dem Bahnhof Westenb handelt es sich bei dem festgenommenen Revolverhelden um einen kommuni st ischen Kurier namens Mathias Klein aus Köln. Es wurden bei ihm 1500 Dollar, 6000 holländische Gulden und ein größerer Barbetrag in deutschem Selbe sowie Material über kommunistische Stö­rungspläne gefunden. Der Festgenommene ist von der empörten Menge beinahe gelyncht worden. Er Hot einen schweren Schädelbruch und eine Reihe anderer Verletzungen erlitten, lieber das Befinden der von ihm verwundeten Personen melden die Blätter, daß sich bei Dreien die Verletzun­gen als sehr schwer herausgestellt hoben, so daß sic im Krankenhaus verbleiben mußten. Die beiden anderen wurden nur leichter verletzt und konnten nach Anlegung von Verbänden in ihre Wohnungen entlassen werden.

Deutsche ftulturarbeit im Ausland.

Die deutsche Firma Holzmann u. Co. in Frankfurt a. M. bat die Konzession erhalten, den Sumpf von Amatow zu entwässern. Rach dieser Melioration wird die gewonnene Kul­turflache von 14 000 Hektar zur Verfügung der Flüchtlinge aus Thrazien. Mazedonien usw. ge­stellt werden.

Ein Echtff gefunken.

Der englische 600-Tonnen-Dampfer Avs- garlhfvrcc" ist sechs Meilen nordwestlich deS MaaS-FeuerschiffS infolge Verschiebung der La­dung gestrandet und gesunken. »e Be­mannung, die sieben Stunden in einem offe­nen Doot zubrachte, konnte durch den holländi­schen DampferM aasdijk" gerettet und nach Hoek von Holland gerächt werben Ein Mann her Besatzung ist ertrunken

Folgenschwerer HnglückSsall.

Aus Siegen wird gemeldet: Auf dem Hebewerk der Bremer Hütte in Weidenau wurde der 65jährige Glüher Niederhöfer durch einen auf ihn zufahrenden Kran am Hnterleibc derart schwer verletzt, daß der Mann alsbald ft a r b.

Zugunfall in Rußland.

Etwa 40 Kilometer vor Irkutsk verun- g l ü ck t e ein aus Erchneudinfl kommender Fracht- und Personenzug, wobei der Lokomotiv- lessel explodierte. Bisher wurden 16 Tote und 80 Verwundete geborgen. Die ge­naue Zahl der Opfer ist noch nicht festgestellt worden. Die Hrsache der Katastrophe ist ein Schnee stutz, der die 85 Meier lange Gleks- strecke versperrte.

Beerdigung btt Tifliser Flugzeugopfer.

In Tiflis fand die Bestattung der Opfer des Flugunglücks statt, daran schloß sich eine große Trauerkundgebung m Tiflis und den anderen Hauptstädten der transkaukasischen Sowjetrepubliken. Die Leichen waren in dem Sowjethaus aufgebahrt. Am Sarg des deutschen Fliegers Spiel hielten die Mitglieder des deutschen Konsulats die Ehrenwache. Die Leiche Spi ls wird nach Bayern übevgefuhrt

Selbstmord ober Verbrechen?

Bei Stettin wurde der 14jährige Sohn eines Gutsbesitzers tm Garten erhängt auf- gefunden. Man vermutet, daß der Knabe einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist unb bann von dem Täter aufgehängt toorben ist, um Selbst­mord vorzutäuschen. Don ber Stettiner Kriminal­polizei ist Hntersuchung bes Falles eingeleitet.

lluttskec bleibk In hast.

Die eingehende Untersuchung Kutis« kers durch eine ärzliche Spezialkommission hat er geben, daß er unter gewissen Bedingungen haft- fähig ist. In dem ärzlichen Gutachten wird jedoch empfohlen, das Verfahren gegen Kutisker zu be schleunigen, um die Haftdauer abzukürzen. Es ist anzunehmen, daß die Hauptverhandlung gegen Kri­tisier im Mai ftattfindet.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 30. Marz 1925.

Haftet die Reifegepäckversicheruug für Handgepäck?

Eine wichtige Verkehrsentscheidung hat in diesen Tagen das Oberlandesgericht Hamburg gefällt. Der Sachverhalt war f lgender:

Ein Reifender hatte auf einer Zwischenstation das von ihm besetzte Abteil, in dem er in der üblichen Weise auch sein Handgepäck unter» gebracht hatte, auf kurze Zeit verlassen, um bet seiner Rückkehr die Entdeckung zu machen, daß bas Gepäck gestohlen war. Da er versichert war, machte er feine Ansprüche bei der betreffen» den Reisegepäckversicherung gellend, hatte damit aber kein Gluck. Denn seine Ansprüche wurden abgelehnt mit der Begründung, daß er sich einer groben Fahrlässigkeit schuldig gemacht habe, weil er bas Gepäck beim Verlassen des Abteils ohne Aussicht gelassen habe.

Das Gericht war indes anderer Mei­nung. Es führte in seinen Entscheidungsgründen it. a. aus. daß der Reisende, als er das Abteil verließ, die erforderliche Sorgfalt in keiner Weise außer acht gelassen habe. Es könne ihm nicht zugemutet werden, bah et sein Handgepäck stets mit sich nehme, wenn et, etwa um eine Erfri­schung einzunehmen, das Abteil auf kurze Zeit verlasse. Gerade gegen derartige unvermeidliche Gefahren auf der Reise werde ja die Steife- Versicherung genommen, die ihren Zweck ver- sehlen würde, wenn sie nicht Platzgriffe, sobald ber Reisenbe sich einmal von seinem Gepäck entfernte, das ordnungsmäßig im Abteil ver­wahrt wäre. Demgemäß ist die betreffenbe Ver­sicherungsgesellschaft verurteilt worden, Öen Schaden zu ersetzen.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Verein Rudersport Sv., Hhr Bootshaus Mvnats- Versammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Iackie Coogan".

Aus dem Stadttheaterbure au wird uns geschrieben: Hnter Bezugnahme aif die Ankündigung des Rachabonnements in bet Anzeige sowie in der Lokalnotiz ber Samstag­nummer sei ausdrücklich bar auf hingewiesen, daß die Aufführung ber OperetteDie Kaiserin" von Leo Fall am Mittwoch, 1. April, bereits die erste Vorstellung im Mittw o cha ban­ne m e n t ist. Die noch ausstehende 24. Mitt- wochvorflellung des regulären Abonnement- (Sappho) wird am Mittwoch, 8. April, gegeben, da bet Charakter dieses Werkes ber Charwoche angemessener ist. Die letzte Donnerstag-Vor­stellung des regulären Abonnements (Stein unter Steinen) findet am 2. April statt.

Eine Bismarck-Gedenkfeier 6er» anstalten der Deutsche Iugenbbund Bismarck und bet Alldeutsche Verband am 1. April im Hinden­burg. (Siehe Anzeige.)

föcrlirt trt lt

Wolkig, dicht bedeckt, auffrischende südweslliche Winde, milder, Neigung zu Niederschlägen.

Das isländische Fallgebiet liegt heute vor Süd Skandinavien. In England und Westfrankretch fällt das Barometer. Ein weiteres Vordringen des Tiefs nach Süden ist daher zu erwarten. Doch droht ein nachdrückendes Hoch abermals Kälte zu bringen.

** Letzte Einlösung der Billionen« Mark scheine. Die Einlösungspflicht der Reicks bank für die am 6. 3. 1924 aufgerufenen Reichs bonknoten zu 5 Dill. Mk. vom 1 November 192-' (1. Ausgabe) unb vom 7. November 1923 (2. Aus gäbe) läuft am 5. April 1925 ab, dieEinlöfungs- pflicht der Reichsbank für die am 22.3.1924 aufge­rufenen Reichsbanknoten zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923 (1. Ausgabe) und zu 1(1 Billionen Mark vom 1. November 1923 (1. unt 2. Ausgabe) endet am 20. April 1925 Do eine Verlängerung der Einlösungspflicht nicht er­folgen kann, weroen die Besitzer daran erinnert, ihre Noten so rechtzeittg an die Reichsbankhaupt- kosse in Berlin einzusenden, daß sie spätestens am 5. bzw. 20. April d. Is. daselbst eintreffen.

d. Städtische Gruben - und Schweb l e n h o Iz s u b m i s s i o n. Die Submission, deren Ergebnisse am Samstag festgestellt wurden, zei­tigte folgende Höchstgebote: Schwellenholz, Los 1 (Eichenstämme) 37 Mk., Los 2 (Eichen­stämme) 37 Mk., Los 3 (Kiefernstämme) 21,10 Mark je Fftm. Grubenholz, Los 4 (Eichen­stämme) 23,50 Mk Los 5 (Eichenstämme)