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•• R n die Geschäftswelt wendet sich Nr Presseau«,schul, für bas 32. Mittelrheinische Äreteturnfeft mit einer wichtigen Mitteilung in un» lertm heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Ge gchästsweli ganz besonders aufmerksam machen möchten. Jeder Geschäftsmann wird seinen Inter essen einen guten Dienst erweisen, wenn er diese LttLffenttichung beachtet.
• • vom Dersorgungsamt wird uns «schrieben: Die den Offizieren und Beamten der früheren Wehrmacht und deren Hinterbliebenen für den Monat April zustehenden Ruhegehalts- usw. Bezüge werden amDienstag, 31. März, vormittags 10—12 Uhr, beim Dersorgungsamt (Zimmen 44) ausgezahlt.
" E rhöhung de so reuhischen Miet» zuschlages um zehn Prozent. Amtlich wird mitgeteilt, dah der Zuschlag zur Friedensmiete für April in Preuhen von 66 auf 76 Prozent erhöht worden ist.
• • Diebstahl. In der Nacht zum Sonntag wurden in der Hammstraße aus einem Lager mit tels Einbruchs 11 Kisten Orangen, Marke Pax Pri- inissima, 160er, 300er und 000er, gestohlen.' Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.
• • Der Postverkehr mit dem 6 a a r-
gebiet. Dom 1 April an wird der Poftanwei- fungS-, Postauftrags-. Aachnahme- und Ge- dührenzettel dienst zwischen dem Reichspostgobiet und dem Saargebiet wieder auf genommen. Postanweisungen, Pvstaufträge und Rachvahnie- beträge auf gewöhnlichen und eingeschriebenen Skkffenbungen und Wertbriefen aus dem Reichs- postgebiet nach dem öaargebiet, sowie auf Paketen au6 dem Qaargebiet nach dem Reichspostgebiet haben auf französische Franken zu lauten. QUelflbetrag bis aus weiteres 1000 französische Fransten. Postanweisungen, Pvstaufträge und Rachnahmebeträge auf gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefs en dun gen und Wertbriefen aus 8>em Saargebiet nach dem Retchspost gebiet sowie auf Pasteten auS dem Reichspostgebiet nach dem Saargebiet lauten auf Reichsmark Meistbetrag bis auf weiteres 200 Reichsmark.
" Menagerie undLaubtierdrof- surfchau QL F i s cher und T. Hvlzmül- le r. Ruf DSwaldsgarten fällt daS riesige Zelt der Menagerie Fischer und Holzmüllei allein schon durch feine Gröhe auf. Die Ankündigungen deS Theaterzettels versprechon nicht zu viel, im ® eg enteil. Der Ti er bestund ist sehr reichhalttg, duS gezeigte Material in gutem Zustand. Die vorgeführten Dressuren sind sehr origtneh and wurden exakt ausgeführt. Besonders ein Elefant und ein Dromedar, verfchiedene Bären- und Löwerwvrführungen finden den reichen Beifall der Zuschauer. Eine besondere Attraktion deS Programms bildet das boxende Riesen-Känguruh Max. Droster Beliebtheit pflegen sich auch die Löwenbabys au erfreuen. Wahrend der Pause ist Gelegenheit, bat reichhaltigen Tierpark zu besichtigen, der neben den bisher aufgeführter, Exemplaren «noch Affen, Füchse, Leoparden, ZebraS, Schaft (asiatische und asrikantsche), einen Straust, Marabu, Papagesten, Raubvögel enthält. Der Befuch der IRenagerie ist auf jeden Fall lohnend
6ismürd:6eöäd)tnt$feter.
Gießen. 29. März 1925
3m Stadttheater fand am Samstagabend auf Einladung der tm Reichsblock vereinigten beiden Rechtsparteien unb ,hrer 3ugtnh- gruppen sowie der Daterländischen Verbände Oberhessens eine Bismarck-Gedächtnik- feier statt, zu der das Publikum in so großer Anzahl erschienen war, dah das Theater in allen Teilen völlig beseht wurde. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf.
Rach dem Krönungsmarsch aus Meyerbeers Oper „Der Prophet", gespielt von der Kapelle Topp, sprach Karl Zuhnke vom Stadttheater den nachstehenden, von Frau Sophie Kindt- Wieder verfahten Borfpruch
Wie unsre alte Erde Werden und Vergehen Erleiden muh, fo wechseln die Geschicke Der Menschen auch. 3hr werdet niemals sehen, Dah ohne Unterlaß nur Sonnenblicke Das 2anb erwärmen. So auch wechseln in Jahrzehnten.
Jahrhunderten Sieg ober Niederlagen Jedweden Volks. Und die sich hoch erhaben wähnten.
Erdballbeherrschend, bleiben nicht verschont von dunklen Tagen,
3n denen statt der jauchzenden Fanfarenklänge Die Sklavenlieder ihrer Ketten Herz und Ohr beschämen,
3n denen nach der Zeit voll Glanz und voll Gepränge
Sie dankbar trodneä Brot aus Feindeshanden nähmen!
3hr wißt es alle, dast in eines Volkes schwersten Zeiten,
Wenn unerträglich schier die Gegenwart bedrückt, Sich der örinnrung grobe Bilder breiten, Wie Truggebild den Wustenwanderer am Horizont erquickt.
Und nun im Lenz, da frische Stürme draußen Del Winterwolken dunkle Schar zu Fetzen jagen. Erklingt ein stolzer Rame wie ein Brausen Don Kraft herüber aus vergangnen Tagen!
Und eines Augenpaares stahlgeschliffnc Bläue Blitzt über deutsche Rot und deutsches Land dahin!
Und wer das Blitzen schaut, den fastt die Reue Ob seiner Kleinmut, seinem ängstlich zagen Sinn. Heut feiern wir den Tag, der unferm Volke jenen Mann geschenkt,
Um den sogar der Erbfeind uns beneidet, Der kühn das Staatsschiff durch ein aufge- - wühltes Meer gesenkt,
Den Mann, der einem deutschen Kaiser seinen Weg bereitet!
Freund oder Feind, sie imterlagen seinem Zauberbann,
Der ihn zum Führer seines Volkes vorbestimmt: Er war ein ausrecht starker, deutscher Mann! AingS ward eS stille, wenn ergrimmt
Die Faust des Eisernen aus grüne Tische, welsche Schädel krachte.
Wie sich da feige Lug und Trug verkrochen! Und wo ein Bismarck dröhnend lachte.
Da hat stets er daS letzte Wort gesprochen!
jwai er heut wieder um das Erve zu vetvacheen.
Das Reich, daS er unS wohlgefügt einst überlasten.
Sagt, mühte er nicht eisig uns verachten.
Die ungetreuen Söhne, die des DaterS Gut verprassen?!
Wie es wohl wäre, rnerrn sie heute vor Ihm stünden.
Die Volksbeglücker, die von Völkerfrieden.
Vom Bruderkuh mit Frankreich schwärmen?
Ihren Sünden
Wär ein vernichtend Urteil aus des Kanzlers Mund befchieden!
Muh nicht dem Mann, der nun durch Volkes- willen
3u diesen Tagen ernst sein schweres Amt beginnt, Das Herz beklommen schlagen? Wir er fie erfüllen,
Die Hoffnungen, die heih auf ihn gerichtet find?
Ein guter Führer fei ihm fein Gewissen!
Wohl ihm und uns, wenn er den Blick auf jenen Eisernen gerichtet hält! Dann mag er jene alte stolze Flagge wieder hissen:
Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt!
Das Spiel des Riederländischen Dankgebets leitete über zu der Festrede von Universitäts- Professor Dr. H o r n «f f e r über .Bismarck und der deutsche Staat". Der Redner stellte die Bedeutung deS GeniuS für den Staat in den Mittelpunkt seiner auherordentlich fesselnden und geistvollen Darlegungen, und bewies in tiefschürfender Gedankenarbeit, dah nicht die Masse einem Staat hochaufschwingende Kraft uird weltgeschichtliche Ächtung und Stellung verleiht, sondern dah dazu nur ein von dem Ratschluß Gottes irgendwo im Dolle Ausersehener in der Lage ist. An solchen einzigartigen Persönlichkeiten ist unser Volk bisher arm gewesen: nur dreimal in seinem Leben hatte es das unerhörte, große Glück, einen Genius an der Spitze des Staates wirken zu sehen, nämlich Friedrich den Drohen, Frhr. vom Stein und Bismarck. Diese Männer wurden für unser Volk und Land Quellen des Glückes, sie waren ihm aber auch strenge nationale Erzieher, und aus dieser Erziehung toleöerum erstand bvhes Ansehen, hervorragende Stellung unseres Vaterlandes im Rate der Völler. Ob uns wieder mal eine solche auserlesene Persönlichkeit geschenkt wird, wissen wir nicht, aber wir haben die Pflicht, ihr schon jetzt den Weg zu vollkommenem AaSwirken zu bereiten dadurch, dah wir der Verfassung von Weimar durch sorgsame Reformierung eine Gestalt geben, die der überragenden staatsmännischen Persönlichkeit, dem Gcnius Bahn und Wirkungsfreiheit für seine hochsliegenden Gedanken und für seinen kraftvollen Willen zu wirklich vollSbeglückcnden Taten gewährleistet. Das Wirken eines solchen Genius darf auch nicht durch Parteiintrigen oder durch nur zeitbeschränkte Ausübung des Amtes eingeengt und vorzeitig abgeschl ssen werden. Um die geeigneten Grundlagen hierfür zu gewinnen, muffen wir zurückkehren zu dem Stautsgedanken BiSmarcks, in dem der hohe Wert der Einzigkeit der Perfönlichkeit am schärfsten und am schönsten für den Staat ausgeprägt war. Diese Rückkehr braucht nicht
etwa das Wiedererftepen einer erHMbcn Monarchie zu fein, ein Präsident von Bismarck- fchem Geist und Bismarckscher stsatSbefruchtender Kraftfülle, die der Altreichskanzler. den der Redner gebührend feierte, ganz in den Dienst feines Voltes stellte, kann ebensogut in Betracht kommen Die Hauptsache ist, dah dieser Mann eine wirkliche Persönlichkeit, ein floate- männifcher Genius ist. Zhm muh das Staats rüder voll unbegrenzten Vertrauens in die Hand gegeben werden, aber nicht etwa nur. wie bk Weimarer Verfassung cs jetzt bestimmt, auf einiae Zähre, sondern auf Lebenszeit durch freie Wahl des Volkes Dieser Gedanke lenkt nun den Blick auf das Mittelalter zurück, in bem unsere Vorfahren sich ihren König frei erwählten lind diesen Weg deS freien Wahllönigtume müssen wir wieder beschreiten, denn nur dadurch geben wir einer einzigartigen, überragenden staatsmännischen Persönlichkeit die Macht fülle von Dauer, die sie haben muh zur fegen bringenden Wirksamkeit ihres Genius. zum Wohlc und Aufstieg des Volles. Wir sollten angesichts der Rot und des nationalen Jammers diese» Zeit nicht mehr lange warten mit dieser Rückkehr zum Deutschen Staat, als den wir den Staat des Mittelalters, den Staat der Wahl- Monarchie anzufehen haben, der uns allein wie der zur Höhe bringen kann Langanhaltender stürmischer Beifall bekundete, dah der Sebner in den Herzen seiner Zuhörer tiefen Eindruck gemacht und Saiten angeschlagen hatte, die voll und warm mitichwaugen mh den groben und ernsten Gedani n. die der Redner frei von irgend welcher Parteibindung und unverbindlich für iebv Partei, auch für die zu dieser Feier einladenden als Frucht seiner tiefen gedanklichen Arbeit bei dieser Gelegenheit ausgesprochen.
Einigen Worten des Oberpostinspektors K o h l h a f e folgte als vaterländisches Trcube- kenntniS der gemeinsame Gesang deS Deutschlandliedes. Mit dem Spiel von Meyerbeers Fackcltanz durch die Kapelle Topp fand die Feier ihren Ausllang.
Turnen, Sport und Spiel
Die süddeutsche Fußballmeisterschaft.
F r a n f f u r t a. M, 29. März. (WB.) Das beute hier zwischen dem F»'NbaIl''Sportveoein Frankfurt und dem 1. 'Nürnberger Fußballklub zum Austrag gekommene 'Verbandsspiel um bte süddeutsche Fuhballmeisterfchast en bete mit dem sensationellen Ergebnis von 2:1 für b i e Frankfurter Mannschaft. Der Frankfurter Sportverein hatte seine Mannschaft neu ausgestellt und durch einige Spieler aus der 1. Iugendmannschast verjüngt Diese Reuaufftell lung bewährte sich auhervrdentkich. Der Jugend, fpteler 11 6 Im a n n schoß für Frankfurt das erste Tor. dem der bekannte Änternattonale Pache daS zweite hinzufügte. Sranffxtrt verschob außer dem noch einen Glfrneterdall.
Länder-Z^ustballwcttkampf Holland-Deutschland.
Amsterdam. 29. Rkärz. (WB.) 3m Länderfuhballwettkampf Holland- Deutschland blieb auch diesmal Ho kl and wieder mit 2:1 Sieger.
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