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Nr. 75 Erst« Blatt
(75. Jahrgang
Montag, 30. Marz (925
Erscheint täglich, außer S»ex» unb Feiertags.
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•iefcrwer^a fntlienb littet Heimat im Bild.
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2 (Bolbmark v 20 Gold» Pfennig für Träger lohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nsprech'Anschlass«: Lchristleitung 112, Verlag undGefchäftrstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten »nzeigerGiehe».
poNlchecklonte: ßt«,N»N e. M. um.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
vntck vnv Verlag: vrühl'fche Univerfttätr-Vuch- und Sleinöruderei R. Lange in Sietzen. 5chrif1leitung und Seschäftrftelle: §chnlttratze 7.
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Der Kulturfampf in Frankreich.
Die Aushebung der französischen Vertretung beim Vatikan und die <8 i n- führung der Laiengesehgebung im E l s o ß hat dem Feldzug, den de Tastelnau gegen die Regierung Herriol im ganzen Lande in Szene gefetzt hat, neue Nahrung zugeführt. Die Kar» 5 i n ä ! e Frankreichs haben den Kamps mit einem Manifest eingeleitet, in der die Laiengesehgebung al- ein Machwerk des Leusels bezeichnet unb der schärfste Kamps gegen das herrschende System angekündigt wird. Sie verlangen in dem Manifest, daß auf allen Gebieten und in allen Le.len des Landes dem Laiengedanken und Femen Prinzipien der Krieg erklärt werde, biS zur vollständigen Abschaffung der Gesetze, die daraus hervorgingen. GS habe keinen Zweck, ihre Abschaffung auf friedlichem Wege durchführen zu wollen. Unb im Elsaß hatte der Bischof von Straßburg gegen die Ginführung der Laienschule einen Schulftreik ungeordnet, der auch in den ländlichen Orten von der Mehrzahl der Bewohner befolgt wurde, in den Städten aber weniger Anklang sand. Und letzten Endes haben sich doch die Katholiken in Colmar, derentwegen eigentlich der Streik verkündet war, bereit gesunden, die Einführung der Laienschulen anzuerkennen.
Allerdings scheint sich die Slsässer Bevölkerung damit beruhigen zu wollen, sie sucht jetzt durch zahlreiche Eingaben au erreichen, bah besondere katholische Klassen eingerichtet werden. Wil welchem Erfolge, das bleibt ab» zuwarten. Die Debatte in der französischen Kammer hat zwar die Stimmung im Elsah zum Ausdruck gebracht, aber auch gleichzeitig gezeigt. dah die Kammer nicht gewillt ist, den Forderungen des Elsah in allen Punkten nachzugeben.
Man sieht also, dah in Frankreich der Kulturkampf auf der ganzen Linie ausgebrochen ist, und daß der Riß zwischen der geistlichen und weltlichen Macht, zwischen Kirche unb Staat augenblicklich kaum überbrückbar erscheint. Ob aber aus diesem Kulturkämpfe eine neue ka - tholis che Partei, ähnlich der Zentrums- Vartei in Deutschland, hervorgehen wird, scheint weniger wahrscheinlich, obwohl im ganzen Lande eifrig Propaganda dafür getrieben wird. Die Hauptprvpagandisten für diese neue Partei find die katholischen Abgevrneten des Elsah, die scheinbar damit ihren Gntfluß in der französischen Kammer zu stärken versuchen. 3n Frankreich liegen aber die Voraussetzungen für eine solche Sammelpartei nicht günstig. Bei der Lagerung der französischen Parterverhältnifie wird es kaum gelingen, einfluhreiche katholische Parlamentarier für den Gedanken zu begeistern. GS ist immerhin bezeichnend, dah zum Beispiel kein grvheS Blatt, mit Ausnahme der „Action Francaise". die royalistische Tendenzen verfolgt, das Vorgehen der Kardinale unterstützt. Frankreich ist zwar in feiner überwiegenden Mehrheit katholisch, aber alle politischen Ansprüche der Kirche werden von einer grohen Mehrheit zurückgewiesen. Unb daran müssen auch schließlich der Kulturkampf und eine französische Zentrumspartei scheitern.
Herriot zur Sicherheitsfrage.
Paris, 28. März. (WTB.) Der Senats- a u S s ch u h für Auswärtiges hat an den Ministerpräsidenten die Frage gestellt, welches die augenblickliche Stellungnahme der französischen Regierung zu den verschiedenen in Europa schwebenden Verhandlungen sei. Der Ministerpräsident erwiderte, cs seien Probleme aufgeworfen toneben, die die französische Regierung mü der größten Aufmerksamkeit prüfe. Cs sei nötig, zu erklären, dah die französische Regierung niemals den Abschluh eines Sicherheitspaktes ins Auge fassen könne, der auch nur im entferntesten die Rechte und Interessen der Alliierten Frankreichs ohne ihre Zustimmung antaste. Was Polen anbetreffe, habe niemand daran gedacht, die im Versailler Vertrag festgesetzten Grenzen zu verleugnen oder sie auch nur zur Diskussion zu stellen. Jeder neue schiedsgerichtliche Pakt könne weder eine forcierte Abänderung noch eine nutzlose Bestätigung dieses Vertrags sein. Gr könne nur einen Zusatz zu diesem Vertrag bilden. An dem Tage, an dem Polen diese Ergänzung für nützlich für seine eigene Sicherheit Ijalte. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bleibe immer noch die wesentichste Vorbedingung für jedes Defensivabkommen. Ohne Verpflichtung des Versprechens irgendwelcher Art bleibe die Regierung den französischen Gedanken getreu und fahre fort, alle Lösungen zu prüfen, die ihr irgendwelche Aussichten zu bieten scheinen, den dauerhaften frieden in Europa zu sichern, ober unter restlosem Respekt vor den Verträgen. Frankreich finde bei seinen Alliierten gleich.' Ansichten und die Versicherung einer Mitarbeit, die auch nt der Zukunft das Werl der Vergangenheit fortfefce.
Poincarss neue Hetzpropaganda.
Paris, 30. März. (Täl.) Sn einer politischen Versammlung anläßlich der Enthüllung eines Kriegerdenkmals in Dar-- Ie-Duc hielt P o i n c a r 6 seine erste diesjährige öffentliche Rede. Die durch die deutschen Sicher- heitsvorschläg-e und die Stellungnahme Englands qeschaffene Lage, so erklärte er, sei besonders fär Frankreich 'änderst schwierig. Eine L ö f u n g der Eicherheitsfrage müsse unter allen älm- ftänben gefunden werden, doch sei sie keines-
Die Neichspräsidentemvahl.
Unentschiedener Ausgang des ersten Wahlganges.
Berlin, 30. März. (MTB.) Das dor- lauf-ge amtliche Ergebnis der Reichspräsidenten- Wahl (bis 4 Uhr morgens) ist folgendes:
Abgegebene Stimmen: 26 812 537, Wahlberechtigte: 38 980 000. Davon entfielen auf:
Braun 7 785 678 (7 880 963)
Held 1002 278 (1 392 097)
Hellpach Jarres Ludendorff Marx
1 565 136
10 387 523
284 471
3 883 676
(1 917764) (10 725 084) (906 946) (4 091 636)
Thälmann 1E69 553 (2 700 345)
Der Prozentsatz der abgegebenen Stimmen bon der Zahl der Wahlberechtigten von 38 980 000 betrug demnach 68,75 Prozent. Rach den dor- lausigen amtlichen Ermittlungen des Reichswahlleiters hat fein Anwärter die Hälfte der abgegebenen Stimmen aus sich vereinigt, ein zweiter Wahlgang ist daher erforderlich.
Die Meldungen aus dem Reich, die früher als man erwartet hatte, eine Uebersicht über den Wahlausgang gestatten, lassen erkennen, dah k e i- nem der Kandidaten derSiegbcschie- den war. Ein zweiter Wahlgang ist also erforderlich. Bemerkenswert ist, dah die Zahl der Splitter stimmen verschwindend gering ist. Der Wahlaussall zeigt ferner einen starken Rückgang der Anhänger der ertremen Richtungen aus der ganzen Linie. Die Ziffern bestätigen die ersten Eindrücke, dah die Wahlbeteiligung um fast 10 Prozent geringer war als bei den letzten Reichslagswahlcn. Sie betrug faum mehr als 65 Prozent. Die Wahlen sind überall störunMos unb mchig verlaufen. Die Wahl Müdigkeit, die Ueberzeugung von der Ergebnislosigkeit des ersten Wahlganges unb schliehlich auch das in den meisten Teilen Deutschland herrscheirde regnerische und kalte Wetter mochte die Wahlmüdigkeit herabgeminderl haben.
Die Einzeleraebnisse. ,
Norddeutschland.
Wahlkreis 1: Ostpreußen.
Braun 226 844, Dr. Held 2917, Dr. Hellpach 32 735, Dr. Jarres 548 992, Ludendorfi 11 329, Marx 68 546, Thälmann 45 106, Sonstige 2058. Wahlbeteiligung 71,75 Prvz. Ungültig 3323. (Amtliches Endergebnis.)
Wahlkreise 2, 3, 4: Groß-Berlin.
Braun 749 870, Dr. Held 2797, Dr. Hellpach 262 014, Dr. Jarres 766 818, Lndcndorfi 9190, Dr. Marx 108 261, Thälmann 305 787.
Wahlkreis 34: Hamburg.
Braun 214,257, Held 1551, Hellvach 74 686, Jarres 216 073, Ludcndorff 4735, Marx 12113, Thälmann 67 577. (Endergebnis.)
Wahlkreis 13: Schleswig-Holstein.
Braun 231 688 (232 382). Held 1863. Hellpach 41835 (66 561), Jarres 373 860 (369 560), Luden- dorfi 5428 (20 4331. Marx 10 306 (8186), Thäl- mann 37 144 (51 643). (Endergebnis.)
Wahlkreis Pommern.
Braun 214 393, Dr. Held 2784. Dr. Hellpach 26 753, Dr. Jarres 528 833, Ludendorsf 10857, Marx 10924, Thälmann 33 416.
Wahlkreis 14: Weser-Ems.
Braun 172 923, Dr. Held 5566, Dr. Hellpach 41 265. Dr. Jarres 226 793. Ludendorsf 4912. Dr. Marx 127 638, Thälmann 19 096, ungültig 1739 (amtliches Ergebnis).
Ostdeutschland.
Wahlkreis 5: Frankfurt a. d. O.
Braun 226 582. Dr. Held 1901, Dr. Hell- pach 27 641, Dr. Jarres 437 633, Ludendorff 6684, Marx 51 267, Thälmann 2377.
Wahlkreis 7: DreSlau.
‘Braun 314 715, Held Hellpach 33 361, Jarres 354 105, Ludendorfi 5437, Marx 167 245, Thälmann 18 563.
Wahlkreis 8: Liegnitz.
Braun 203 806, Held 1644, Hellpach 59 162, Jarres 239 903. Ludendorfi 2886. Marx 48 331, Thälmann 11617, Sonstige 893. (Amtlich.)
Wahlkreis 9: Oppeln.
Braun 46 400, Dr. Held 2000, Dr. Hellpach 8900, Dr. Jarres 144 000. Ludendorfi 4000, Dr. Mcu-x 220 000, Thälmann 45 300.
Mitteldeutschland.
Wahlkreis 28: Dresden-Bautzen.
Braun 366 076, Held 2001, Hellpach 88106, Jarres 396 067. Ludendorff 5034. Marx 17 556, Thälmann 36 622, zersplittert 642 (amtliches Endergebnis).
Wahlkreis 29: Leipzig.
Braun 274 235. Held 16 997, Hellpach 44 234, Jarres 265 701, Ludendorsf 4218, Marx 6410, Thälmann 67 310.
Wahlkreis 30: Chemnitz.
Braun 292 933, Held 2308. Hellpach 37 301, Jarres 360 615. Ludendorfi 14 226. Marx 7394, Thälmann 99 928 (amtliches Ergebnis).
Wahlkreis 11: Merseburg.
Braun 143 420, Dr. Held 1468. Dr. Hellpach 33 180. Dr. Jarres 334 696, Lrrdendorsf 8455, Dr. Marx 10950, Thälmann 136 896, sonstige 446, ungültig 4732 sämtliches Endergebnis).
Wahllreis 12: Thüringen.
Braun 305 355, Dr. Held 2200, Dr. Hellpach 42 152, D . Jarres 495 412, Ludendorsf 15 808, Dr. Marx 47 294, TyäunaNn lOODv-t (aogegeoeu 1000 351, amtliches Endergebnis!
Wahllreis 10: Magdeburg.
Braun 347 596. Dr. Held 1493, Dr. Hellpach 37 907, Dr. Jarres 409 964. Ludendorsf 6448, Dr. Marx 17 375, Thälmann 38 678.
Wahlkreis 16: Südhannovec-Draunschweig.
Braun 339 304 (361 764). Held (Welfen) 35 948 (122 072), Hellpach 36 971 (49 844) Jarres 386 565 (330 570), Ludendorff 8723 (34 018), Marx 53 146 (53 048), Thälmann 28 576 (46 857).
Rheinland.
Wahllreis 17: Westlalen-Rord.
Braun 227 913, Dr. Held 3771, Dr. Hellpach 22 444, Dr. Jarres 267 994, Ludendorfi 6860, Mai x 379 839, Thälmann 41713, Sonstige 1935. (Amtliches Endergebnis.)
Wahllreis 18: Westfalen--Süd.
Braun 320 766, Held 3024, Hellpach 53120, Jarres 320 276, Ludendorsf 8043, Marx 349 096, Thälmann 108 138. (Endergebnis.)
Wahlkreis 21: Koln-Aachen.
Braun 142 960 Held 3C59. Hellpach 25 659, Jarres 141 497, Ludcirdorfi 5330. Marx 435 476, Thälmann 52 845, Sonstige 2015. (Vorläufiges Ergebnis.)
Wahllreis 21: Koblenz-Trier.
Braun 57 978 (59 568), Held 2576, Hellvach 11 464 (17 451), Jarres 100 199 (115250), Ludendorfi 3990. Marx 282 740 (310 807), Thälmann 12 413 (22 887). (Endergebnis.)
falls auf der Grundlage der deutschen Vorschläge zu finden. Ein Sicherheits-- pakt, wie ihn Deutschland und auch England anstreblen. dürfe Frankreich nicht zur Abrüstung verleiten, da Deutschland trotz alledem eine ständige Bedrohung für Frankreich sei. Deutschland verlange jetzt die Rückgabe von Landstrichen (?). die durch den Versailler Vertrag Polen zugesprochen wurden. Wenn die Verbündeten versuchen sollten, Deutschlands Ansprüche durch teilweise Zugeständnisse zu befriedigen. würde die Anmaßung der Deutschen wieder bis ins Unermeßliche wachsen (!)._ Die Llnterschrist Deutschlands würde nicht die geringste Gewähr bieten, da sie unter einem Vertrag stehen würde, ber nur einen Teil dos Versailler Vertrags bedeute. Wenn Deuischland eines Tages mit ober ohne russische Hilfe Polen aufteilen und Oesterreich einverleiben würde, käme es zu einer Machtstellung in Europa, die als nächsten Schritt die Eroberung der ftanzösischen Grenz- prvvinzen nach sich ziehen würde (!). Solange Deutschland, schloß Poincare, die vollständige Abrüstung verweigert (?), dürfen wir nicht unsere Verteidigungsmittel einschränken. Anser Leben steht auf dem Spiel (!).
Die 26°/oige Heparationsabgabe
London, 30. April. (T. U.) Zu dem Abkommen zwischen dem deutschen und dem englischen Schatzamt und dem Generalagenten für die Reparationen über die 26prozentige Abgabe glaubt der „Obseroer" trotz des Schweigens der amtlichen Stellen folgende Einzecheiteu mitteilen zu können:
In der Zukunft werde der Gegenwert der 26- prozentigen Reparationsabgabe für die deutsche Ausfuhr nach England direkt an die englische Regierung in einer Pauschalsumme monatlich bezahlt werden. Der zu zahlende Betrag
werde aus der tatsächlichen Einfuhr der vorausgegangenen Monate berechnet werden. Das sei eine große Erleichterung für den englischen Handel. Früher sei es üblich gewesen, daß der englische Importeur die Abgabe an die englische Regierung zu zahlen hatte, und daß er diesen Betrag von dem an den deutschen Importeur zu zahlenden abziehen konnte. Eine weitere wichtige Bestimmung in dem Abkommen sei die, kraß in Zukunft die 26prozentige Abgabe durch die Bücher der Reparationsabgabe laufen werde, und zwar als Reparationszahlung in Form einer Sachwertleistung, obwohl sie in bar bezahlt werde. Die Bedeutung der Bestimmung treffe nur die englische Regierung. Da die Form der Erhebung geändert sei, so betont das Blatt, sei es für die englische Regierung notwendig gewesen, die formelle Zustimmung des Generalagenten einzuholen. Da die englische Regierung nunmehr dem ganzen Abkommen zugestimmt habe, so könne man schlußfolgern, daß die Vorbedingungen erfüllt worden seien.
Derfassungskonsttkt in Oldenburg.
Oldenburg, 30. März. (WTB.- Die oldenburgische Regierung veröffentlicht eine Bekanntmachung, die sich gegen die Absicht der drei Parteien der Weimarer Koalition wendet, trotz der Auflösun g des Landtags durch die Regierung am 31.März eine Landtagssitzung abzuhalten. Das aatsministe- rium macht darauf aufmerksam, da > alle Handlungen und Beschlüsse des aufgelösten Landtags verfaffungswidrig und nichtig seien. Wie die .Oldenburgische Landeszeitung" meldet, wird trotz dieser Bekanntmachung die Mehrheit des Landtags am Dienstag zu einer Tagung im Landtagsgebäude zusammentreten.
WahllreiS 22: Diisieldorf-Ost.
Braun 160 318, Held 2225. Hellpach 24 554, JarreS 296 495. Ludendorsf 7280, Marx 227 045, Thälmann 152 039.
Wahllreis 23: Düsseldorf-West.
Braun 115 727, Dr Held 2488. Dr. Hellpach 13 374, Dr. Jarres 174 922, Ludendorfi 4914, Dr. Marx 304 311, Thälmann 67 482, sonstige 423, ungültig 4080. (Vorläufiges amtl. Grgebnts.)
Südwestdeutschland.
Wahllreis 19:
Regierungsbezirk Kaffel-Hefsen--Raffau.
Braun 347 699, Held 4025. Dr Hellpach 80 433, Di Jarres 383 812, Ludendorfi 8454. Dr. Marx 189 305, Thälmann 43 898, zersplittert 811. (Amtliches Ergebnis.)
Wahllreis 33: Hefsen-Darmstabt.
Braun 210 534, Helb 1686 Hellpach 42 535, Jarres 188271, Ludendorfi 3272, Marx 98 491, Thälmann 20998.
WahllreiS 31: Württemberg.
Braun 206 226, Dr. Helb 3957, Dr. Hell- pach 136 783, Dr. Jarres 348 347, Ludendorsf 8985, Dr. Marr 241 359, Thälmann 56 465.
WahllreiS 32: Baden
Braun 193 489, Dr. Held 3740, Dr. Hellpach 38 087, Dr. Jarres 241 345. Ludendorsf 6513, Thälmann 39197, zersplittert 1291,
Bayern.
Wahllreis 24: OberbaherwSchwaben.
Abgegebene Stimmen 843 016 (1 167 007). Davon entfielen auf: Braun 182 302 (207 859), Held 368002 (452 337). Hellpach 21 122 (33 513), JarreS 198 772 (334 209), Ludendorsf 33 807 (55 779), Marx 11 375, Thälmann 25 351 (70 580).
Wahllreis 25: Riederbahern-Oberpfalz.
Abgegebene Stimmen: 341 373 (561 615). Davon entfielen auf: Braun 44 633 (71 580), Held 226 407 ( 272 472). Hellpach 6152 (12 527), Jarres 36 333 (156 403), Ludendorfi 7715 (IQ643), Marx 10 104, Thäünuan 7315 (z3 988).
Wahllreis 26: Franke«.
Braun 278 150, Dr. Held 227 708, Dr. Hellpach 36 438, Dr. JarreS 355 345, öubenborff 32 267, Dr. Marx 14 224, Thälmann 23 035, sonstige 1318.
Wahlkreis 27: Pfalz.
Braun 87 477, Dr. Held 43 109. Dr. Hellpach 19 774, Dr. Jarres 90 083, Qrdendorfi 3679, Dr. Marx 33 835, Thälmann 23 585.
Die Wahlkreise 15 Ost-Hannover und 35 Mecklenburg stehen noch aus.
Der Wahltag in der Reichshauptstadt.
Berlin, 30. März. (TU.) Die Reichs- Hauptstadt brachte anscheinend dem Wahltag nicht das Interesse entgegen, das er verbi ent. Sowohl Wähler als auch Parteien scheinen für den Entscheidungsgang am 26. April 1925 ihre Kräfte sparen zu wollen. Die Haupts«rahen bilden das gewohnte Alltagsbild. Man konnte den Eindruck gewinnen, daß in Berlin der Wahlkampf zwischen den Bürgern der Vorstädte aus- gefochten wird, wo mitunter an einem Hause von zwei Ballonen Schwarz-Weih-Rot und Schwarz-Rol-Gold nebeneinander herniederflat- tem. Auch die Schleppertätigkeit wird heute bei weitern nicht in dem Umfange betrieben, als
Neubautätigkeit unb Friedensmiete.
Berlin, 28. März. Der sinanzpolitischt Ausschuß des vorläufigen R e i ch s w i r t schaftsrates führte die Beratung über die Tteuergesetze fort. Die in tz 47, Absatz 1 oorge sehenen Mindest- und Höchsthunderfiätze zur Förderung der Neubautätigkeit wurden für zu gering erachtet. Als Mindestsätze wurden 50 Proz. der aus- kommenden Steuer, höchstens aber 20 Proz der Friedensmiete erachtet. Die Festsetzung der Miete auf bis 100 Proz. zum 1. April 1926 wird gutgeheißen, hingegen jede Ueberschreitung von 1*"' Proz. abgelehnt.
Der Tschekaprozeh.
Leipzig, 28. März. (WB.) Der Der- handlungstag wird ganz mit der Verlesung von 21hen, Schriftstücken und Artikeln ausgefüllt, bk teilweise allgemein beweisen sollen, daß die K. P. D. im Herbst 1923 zum bewaffneten Aufstand rüstete, teils bestimmte Angaben namentlich des Angeklagten Reumann bestätigen sollen. Hierzu gehört die Angabe, dah der Abg. Charpentier Kassierer der M.-Abtrilung gewesen fei, dah der Abg. Max S t r ö tz e l aus Leipzig militärischer Oberleiter für den Oberbezirk Mitte unb dah der Abg Eberlein Zersehungsleiter im Revolutions- fomitee war. Durch die Verlesung des politischen Jnformationsbriefes Rr. 2 soll der "Nachweis gesührt werden, daß die Kommunistische Partei den Jndivrdualterror nicht unbedingt ab» lehnt. Die Verl ang der Schrift „Öebren der deutschen Ereignisse" ergibt, dah der Eintritt Drandlers in die sächsische Regierung c = folgte, um Waffen in die Hände z u b c - lommen, und daß er den bewaffneten Aufstand einleiten sollte.


