v Kreis Alsfeld.
' * m. AuS dem Kreise Alsfeld. 28. Dez. Das Weihnachtsfest brachte uns neben der Freudenbotschaft die recht betrübende Nachricht, daß per in unserem Kreis eine sehr beliebte und weit über die Grenzen unseres .Kreises, ja unseres Hessenlandes bekannte Volksredner und Volks- vrkdungsmann Lehrer R. Schmoll-Elpenrod, einen ehrenden Ruf nach seiner Heimatstadt Offenbach a. M. erhielt, nachdem er die beste Zeit seines Lebens der einfachen Dorfschule im einsamen Gebirgsdörfchen widmete. Für unseren Kreis bildet sein Weggangeinen unersetzlichen Verlust.
E Mücke, 23. Dez. Die beiden Wechnachts- tage brachten uns abends in der Kirche zu Flensungen Weihnachtsfeiern, die sehr stark auch von unserer Mücke und anderen benachbarten Ortschaften besucht waren. Die Feier am 1. Weihnachtsabend wurde dadurch besonders interessant, daß hier die Kleinen um die strahlende Weihnachtskrippe standen, dem Christkinde ihre Weihnachtsverse sagten und ihre zweistimmigen Lieder sangen. Lehrer Bach, der diese Feier veranstaltet hatte, suchte in seiner Ansprache den Kindern die hohe Bedeutung der Engelsbotschaft in anschaulicher Weise vor Augen zu führen. Am 2. Weihnachtsabend hielt die Sonntagsschule des Bibelheinis Flensunger Hof ihre Weihnachtsfeier ebenfalls in der Flensunger Kirche, da der große Erbauungssaal im Bibelheim gegenwärtig aufgebrochen ist. Auch hier trugen die Sonntags- schüler und -schülerinnen ihre Weihnachtssprüche und Gedichte vor und sangen ihre Weihnachts- kieder. Besonderen Eindruck machten die beiden Sologesänge der Leiterin der Sonntagsschule, Frau Peters, die über eine sehr gute Sopran- stimme verfilzt. Prediger Peters suchte in seiner Ansprache, die mit Beispielen aus dem Leben durchzogen war, das Erleben des Christkindes den Zuhörern ktarzumachen. 3ii beiden Feiern wirkte die Gemeinde durch Choralgesang mit, auch schloß sich an jede Feier eine Bescherung an, durch die gute christliche Schriften in gar manches Haus kamen.
Wirtschaft.
Don den deutschen Schlachtviehmärkten.
An den Schlachtviehmärkten der Docigen Woche bestand für Rinder wenig Kaufneigung. Kälber und Schweine waren dagegen zumeist gut gefragt und hatten nur vereinzelt langsames oder gar schlechtes Geschäft. Für Schafe war der Marktverkauf uneinheitlich. Die Auf- iriebsziffern blieben in der Weihnachtswoche bei allen Gattungen naturgemäß stark hinter denen der vorhergehenden Woche zurück. Die Preise für Rinder gaben größtenteils etwas nach, fiir Schafe wiesen sie kaum Veränderungen auf. Kälber und Schweine konnten vielfach im Preise anziehen.
Auf den nachstehenden Märtten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:
Rinder Kälber Schafe Schweine
Berlin
20-54
42-86
25-48
71-83
Bremen
25-50
40-95
40-55
75-88
Breslau
18-52
50-73
—
70-89
Chemnitz
20-54
50-90
30-48
70-90
Dortmund
20-57
50-90
20-50
85-92
Dresden
24-56
60-88
30-56
65-90
Düsseldorf
23-63
40-90
—
70-93
Elberfeld
20-60
50-88
25-50
75-88
Essen
24 - 6148-110
25-46
77-90
Frankfurta. M.
13-58
50-85
22-48
70-94
Hamburg Hannover Husum Karlsruhe
13-55
15-54
18-58
30-94
30-85
55-70
30-58
70-83
85-90
80-94
Kassel
20-54
40-58
—
75-89
Kiel
—
—
—
—
Köln
23-58
54-90
34-44
72-92
Leipzig
20-55
40-78
20-52
75-93
Magdeburg
20-54
38-80
18-40
72-90
Mannheim
12-54
48-75
24-37
74-92
München
18-53
60-76
—
58-88
Stettin
8-52
30-88
15-42
75-87
Stuttgart
13-54
59-76
—
58-91
Zwickau
15-50
40-77
25-50
78-90
•* Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt. Die Verwaltung teilt mit, daß die Pressenachrichten über die Bedingungen einer weiteren Amerika-Anleihe den Tatsachen weit vorauseilen. Ernsthafte Verhandlungen mit ausländischen Geldgebern über eine zweite Anleihe haben noch nicht begonnen. Ob sie bereits im Ianuar stattfinden und zu Ende geführt werden, flehe noch nicht fest.
• Aus der Automobil-Industrie. Die Umsätze bei allen Werken der Automobil- Industrie sind in letzter Zeit erheblich zurückgegangen. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß der Monat Dezember im allgemeinen der ruhigste dieser Branche ist. Dieser Umstand wirkte sich in diesem Iahr in verstärktem Maße
aus. Gewöhnlich pflegt sich das Geschäft in den ersten Monaten des Iahres zu beleben.
• Dor einem internationalen K u n st s e i d e n t r u st. Mailänder Blättermeldungen zufolge wollen die vier wichtigsten Kunstseidefabriken der Welt, die Courtauld, die Snia Viscosa, die Vereinigte Glanzstoff Elberfeld und I. P- Bemberg, die auch alle Fabriken in der Vereinigten Staaten kontrollieren, einen internationalen Trust eingehen. Die Ausfuhr von Kunstseide aus Italien betrug in den ersten neun Monaten des Iahres 1925 6,7 Millionen Kilogramm im Gesamtbetrags von 389 Millionen Lire gegenüber einer Ausfuhr von 3,8 Millionen Kilogramm im Werte von 200 Millionen Lire im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Berlin, 29. Dez. Die nach der Feiertagspause an der Börse eingetretene günstige Kursbewegung setzte sich heute nicht fort. Die Steigerungen, die zum größten Teile in den vorliegenden Rachrichten keine Begründung fanden, erschienen zu forciert, zumal jetzt vor Iahres- schluh der Zeitpunkt für eine allgemeine Besserung der Aktienkurse kaum gegeben sein dürfte. Verschiedentlich fanden G e w i n n s i ch e r u n - gen statt, so daß am Montanmarkt die Kurse 1 bis 2 Prozent niedriger eröffneten. Auch die gestern bevorzugten Auto-Aktien gaben Teile ihrer Gewinne wieder her, während es im übrigen zumeist bei den bisherigen Ro» tierungen blieb. Die Tendenz war im ganzen ruhig bei nur vereinzelten Sonderbewegungen. Im Devisenverkehr war Paris gegen London gebessert, und zwar auf 131,50. Warschau stellte sich gegen Kabel unverändert auf 83/< bis 9 Prozent. Die Reichsmark notierte in London 20,3772 «Amsterdam 59,10, Zürich 123,25, Paris 6,40. Äm Geldmarkt ist der Bedarf etwas stärker geworden, doch war genügend Angebot vorhanden, um die Rachfrage zu decken. Tagesgeld stellte sich mit 8 bis 10 Prozent etwas yöher. Montagsgcld unverändert 9 bis 11 Prozent. Geld wenige Tage über den Ultimo 10 bis 11 Prozent.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M.. 29. Dez. Tendenz: Schwächer. Die Effektenbörse wurde heute von einem starken Tendenzumschwung überrascht. wodurch die bisherige freundliche Strömung ins Wanken kam. Vorbörslich glaubte man noch mit einer festen Stimmung rechnen zu können, da sich erneut Rachfrage für Farbstoffwerte einstellte und die der Interessengemeinschaft angehörenden Unternehmungen bis zu 87z Proz. gesteigert waren. Unerwartet ein» setzenoe Abgaben, zumeist für Berliner Rechnung, die in größerem Umfange vorgenommen wurden, bewirkten einen scharfen Kurs- druck. Das Geschäft war nicht bedeutend, trotzdem waren die Rückschläge empfindlich, besonders für Chemiewerte, die bis zu 2 Prozent einbüßten. Auch die anderen Märtte wurden von der ungünstigen Strömung in Mitleidenschaft gezogen und erlitten stärkere Rückschläge. Am Montanmarkt gingen Phönix von 60,25 auf 58,87, Deutsch-Lux von 60,70 auf 58 zurück: Rheinstahl minus 1,5 Prozent. Auch Kaliwerke gaben 1 Prozent nach. Am Elektromarkt verloren AEG. 1,25 Prozent, Schuckert 1 Prozent, dagegen Elektr. Lieferung plus 2,3 Prozent. Bankaktien verkehrten ruhig. Reichsbank zogen leicht an. Schifffahrtsaktien vernachlässigt. Baltimore minus 2,75 Prozent. Maschinen- und Auto- a k t i e n waren weiterhin etwas begünstigt. Kleyer und Karlsruher plus 1,5 Prozent. Auch für Zellstoffaktien erhielt sich etwas Rachfrage. Zuckeraktien schlossen sich der Abwärtsbewegung an, mit Ausnahme von Frankenthal, die etwa 1,5 Prozent höher gingen. Deutsche Anleihen waren lustlos und abgefchwächk. Auch ausländische Ren- t e n niedriger. Gesucht blieben Türkenwerte, die zu festeren Kursen umgingen. Pfandbriefe verkehrten still und unverändert. Der Freiverkehr war umsatzlos. Benz 23 Proz., Brown-Doveri 51 Proz., Entreprise 8,5 Proz., Growag 36,5 Proz., Krügershall 64 Proz., Ufa 49 Proz., älnterfranken 51 Proz. Im weiteren Verlaufe trat neues Angebot b?t Spekulation und damit weitere Rückgänge ein. Das Geschäft blieb anregungslos. Der Geldmarkt war weiter flüssig. Tagesgeld ist reichlich angeboten mit 9 Proz., Monatsgeld unverändert 97° bis 11 Proz. Bankdiskonten 7 Proz., Industrie »Akzepte 8,75 bis 9 Proz. Im Devisenverkehr war Paris auf 131,75 erholt. Die anderen Devisen zeigten keinerlei Veränderung.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzetgerö".)
Frankfurt a. M., 29. Dez. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 26, Roggen, inl., 17.75 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 22.75 bis 25. Hafer, inl., 18.50 bis 21.50, Mais, gelb, 21 bis 21.25, Weizenmehl, inl.. Spezial 0. 41 bis 42, Roggenmehl 26.50 bis 26.75, Weizenkleie 11 bis 11.25, Roggenkleie 11.25. Tendenz: Fest.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
5% Deutsche RcichSanleihe • 4% Deutsche Reichsanleihe .
8Vi°/o Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Rcichsanleihe • Deutsche Sparpramicnanlethe 4% Preußische KonsolS . . . 4°/0 Hessen..........
3*/,% Hessen 3% Hessen . Deutsche Wertb. Dollar-Ank. bto. Doll.-Schatz-Anwetsng.')
4®/o Zolltürken 5% tsoldmcrikaner ....
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank .
Deutsche Bank. .
Deutsche Dereinsbank ....
Disconto Commandit Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. • Ocsterreichische Kreditanstalt Weltbank ........
Bochumer Guß ....... Buderus . ........
Caro a-Luxemburg irchencr Bergwerke. -
Haroencr Bergbau ..... Kaliwerke AscherSlebea.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbedarf. Phönix Bergbau ..... Rheinstabl Nicbeck Montan Tellus Bergbau. .....
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovo . ...
Cheramische Werke Albin . • Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ......
Anglo-Cont.-Guano . . . ..
Badische Anilin Chemische Mauer Alavin . . Goldschmidt ...... Eries, eimer Electron . . .. Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ....... Rütgerswerke ......... Echeideonstalt ........
Alla. ElekrrtzttätS-Gcsellschaft Bergmann Mamkraftwerke .......
Schuckert . Siemens & HalLke .....
Ädlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt....... .
Meguin............
Motorenwerke Mannheim .
Frankfuncr Armamren . . Konservcnsabttk Braun . . . Metallgescll'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G. . . . . .
Schuhfabrik Herz Sichel. . .
Zellstoff Waldhof.......
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Wagbäuscl . . .
Frankfurt a.M.
Berlin
Sdjiua» Kur»
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Kur» 1
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22,9
22,9
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—
—
--
27
27.5
—
—
1
—
—
—
—
—
——
—
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—
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1 51
51
—
20
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—
81
; 79,5
81.25
80
39
40,5
—
—
33 25
1 31,3
32,5
1 —
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. ___(Ohne Gewähr.)____________
28 Dezbr.
29 Dez^r.
Amtliche Noti runa
Amtliche Geld
Dotierung Brief
b-eld l
Brief
21mit.»?Hoii
168.59
169,01
168.74
169,16
Bucn-Airek
1.733
1.-37
19.06
1.730
1,734
Brss.-Amw
19."
19 <2
19,06
Christianta
85.24
85.46
85,1'1
85.23
Kopenhagen
103.92
104,18
103.74
104.00
Stockholm
112,54
112,68
112,61
HelsingforZ
10,545
10,585
10.515
Italien. .
16,905
16,91,
16 92
London.
20.347
.11,327
20,349
20.399
NeoNork . .
4,195
4,2'15
4,195
4.20
Paris. ■ .
15,59
15,63
15.53
15,57
Schweiz .
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8!,: 6
St 14
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Spanien.
59,28
59.42
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59,37
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Japan . . .
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1,821
1.824
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1.605
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Cefi- cbgcft
59,23
59,37
12.453
19.29
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Prag ....
12,413
12.413
12,453
Belzrad . .
7,43
7,45
7.425
«,445
Budapest.
5,87
d.89
a.87
o.89
Bulgarien
3,017
3,027
3,005
3,015
Lissabon
21,275
1,325
.1 2’5
2I,32j
80.90
Danzig. .
Konst.nthi.
80.75
80.95
80 70
4,235
2,245
2,23
2,24
Alben
5.44
5.46
5 44
5.16
Canada. .
4.195
1.20t
4 195
4,2 5
UruguQD .
4,295
4.305
4,295
4,305
Banknoten.
(Ohne Gewähr.),
Berlin, 28 Tezbr
Geld
Briet
Amerikanische Nolen .....
1,1*9
4,209
Belgische Noten .......
Dänische Noten .......
103,64
101.16
Englische Noten........
20,305
20.40-
Französische Noten ......
15,28
168.IS
15 36
Holländische Noten......
16'.02
italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch-Ocsterr., äioo Kronen
16.885
16.965
84,99
85.-1
59,07
59,37
Rumänische Nolcn......
—
—
Schwedische Noten......
112.24
112.80
Schwei;cr Noten..... ,
81,055
81.455
Spanische Noten..... .
Tschechoslowakische Noten ..
59,01
öS 33
12.384
12.441
Ungarische Noten. . ...
5 tO
5,81
berliner Produktenbörse.
Berlin, 28. Dez. Die stark erhöhten Weizenofferten seitens Canada und anhaltende Hausseberichte von den amerikanischen Börsen
brachten dem Berliner Produktenhandel heute wie am Vormittag so auch an der amtlichen Börse eine weitere Fortsetzung der am letzten Tage vor dem Feste begonnenen Aufwärtsbewegung. Die Steigerung für Weizen nahm einen Umfang bis zu 8 Mark an, während Roggen verhältnismäßig geringer gebessert tag. Am Roggenmarkt eröffnete das Riveau etwa 4 bis 5 Mark erhöht. Im Zeithandel bestand weiteres Interesse für nahe Frühjahrssichten, während längere Termine etwas weniger gefragt waren. Märzweizen erhöhte seinen Stand um 8 Mark (276,50), Mai um 7 Mark (280). Roggen eröffnete per März 4,50 Mark und Mai 3 Mark hoher. Das Mehlgeschäft ist etwas in Gang gekommen, doch sind nennenswerte Umsätze nicht zu verzeichnen. Hafer und Gerste fester, aber verhältnismäßig ruhig. Futtermittel vereinzelt lebhafter. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märk. 250 bis 256, do. Pomm. 250 bis 256, do. März 276,50 bis 275,25, do. Mai 280 bis 278.50, Roggen, märk. 152 bis 159, do. Pomm. 152 bis 159, do. März 186,50 bis 184,50, do. Mai 195 bis 193, Gerste, märk. 187 bis 2I4^Futtergerste 156 bis 170, Hafer, märk. 164 bis 175; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 37, Roggenmehl 23,25 bis 25,25, Weizenkleie 11,50 bis 11,80 Roggenkleie 10 bis 10,25, Viktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbseir 19,50 bis 20,50, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 21 bis 23, Lupinen, blau 12 bis 12,50, do. gelb 12 bis 14,50. -
Buntes Allerlei.
Die Fahrt durch den Sand.
Amtsrichter Steputat hatte in einem Fischerdörfchen auf der Kurischen Nehrung einen Termin wahrzunehmen. Dann liquidierte er die ausgelegten Spesen.
Zwei Jahre daraus monierte die Oberrechnungskammer: Warum ein Wagen und nicht die Bahn benutzt worden sei.
Amtsrichter Steputat schrieb zurück:
„Nach reiflichem Ueberlegen habe ich mich zur Benutzung eines Wagens entschlossen, weil diese Art der Beförderung billiger und bedeutend schneller gewesen ist. Sowohl Fachleute als auch Landes- keuner haben mir von dem Bau einer Bahn dringend abgeraten, da der Dünensand immerhin einige Schwierigkeiten bietet."
Biicherttsch.
— Ginzkey, Fr. Karl, Der seltsame Soldat. 280 Seiten. 1925. Geheftet Mk. 4.—, gebunden Mk. 5.—. L. Staackmann, Verlag, Leipzig. Als Dichter, dem jedes Pathos fernliegt, den Reinheit der Gesinnung, Tiefe des Gefühls, beseelte und verinnerlichte Deutschheit glei<t«r= maßen auszeichnen, als Künstler wie als Mensch, schildert Ginzkey in der originellen Form der selbst biographischen Darstellung in schlichter Weise Erlebnisse aus seiner Soldatenzeit in kleinen in sich ^»geschlossenen Erzählungen voller Humor und innerem Reichtum. Außer den wertvollen autobiographischen Aufschlüssen gibt dieses köstliche Buch auch »roch ein plastisches und lebendiges Kulturbild der alten österreichischen Armee. 877
— Afrikas geheimnisvolle' Zauberkraft hat unzählige Forscher in Bann geschlagen. Unter ihnen den Arzt EmilHolub, der in den 70er und 80er Iahren des vorigen Iahrhunderts Südafrika auf zahlreichen Fahrten bereist hat. Aeber ein volles Iahrzehnt durchzog er Südafrika, in den letzten Iahren in Gesellschaft seiner opfermutigen Frau, die ihm eine tapfere Begleiterin und umsichtige Sammlerin war. Es ist zu begrüßen, daß die bekannte Drock- haussammlung „Fahrten und Abenteuer" als 30. Band unter dem Titel: Emil Holub, „Elf Iah re unter den Schwarzen Südafrikas" (Drockhaus, Leipzig, geb. M. 2.80, in; Ganzleinen M. 3.50), einen gedrängten Auszug aus den Werken des berühmten Forschers bringt. Sein Larrdsmann Zelizko hat dem Freund dieses Denkmal gesetzt, das prächtig geeignet ist, die denkwürdigen Taten und Erfolge des bescheidenen Forschers ans Tageslicht zu bringen. Dieses enthält eine Fülle von Abenteuern, eines spannender als das andere, Abenteuer mit Tieren aller Art und noch mehr Abenteuer mit den Schwarzen, die, damals noch in ihrem Ärzustand, gefährliche^Gegner der Weißen waren. Man muh die unerschütterliche Energie bewundern, mit der Holub immer wieder seinem Ziele zu- fleuerte, den Tod nicht scheuend, dem er oft ins Auge schauen mußte! . Darum ist "auch der schlichte Bericht das stolze Denkmal eines hochstre- benden, nur der Wahrheit dienenden Forschers und ein leuchtendes Vorbild für die Iugend. Der Band ist mit zahlreichen trefflichen Abbildungen von Land und Leuten in Südafrika ausgestattet. 808
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