Blatt
Mittwoch, 29. Zu» 1925
175. Jahrgang
iehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhesien
Drud unö Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Lteindruüerei R. Qinze in Sieben. Schriftieituilg und Seschüftrftelle: Zchnlftraße X.
Der Sicherheztspakt
Die Lage des Bergbaus
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beit und unmittelbar nach bereit QfekUubfafiuiig antworten toürbcn. DorauSsichtlich werben bie Arbeiter am Samstag zu ben Vorschlägen Stellung nehmen.
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Mnnaqun uon Unzetaen für bie lagtsnummerbis zum Nachmitrag vorher ohnejebeDerbinblichkcit.
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Die Räumung Kölns.
London, 28. Juli. (WTB.) Auf eine Anfrage im Unterhause, wann angesichts der äugen* bllcklichen Durchführung der Räumung deutschen Gebiets die Regierung Köln zu räumen beabsichtige, erwiderte M c N e t l l, die Räumung werde er» folgen, sobald die deutsche Regierung die Ausführung der in der Rote der Alliierten vom 4. Juni enthaltenen Abrüstungsmaßnahmen vollendet haben werde. Auf eine weitere Frage, welcher Fortschritt auf dem Wege zu einem Einverneh» men über die Behandlung dieser Angelegenheit er* zielt worden sei, erwiderte McReill, dies sei eine andere Angelegenheit. Diese Anfrage müsse vorher angemeldet werden.
Die Räumungsvorbereilungen in Essen.
Essen, 28. Juli. (T. U.) In den Ausstellungshallen, vor dem Polizeipräsidium usw. sind starke Truppenkontingente zusammengezogen. Auf dem weiten Manöverfelde am Südrande der Stadt wird in geschlossenen Abteilungen noch fleißig exerziert. Es ist damit zu rechnen, daß der Rest der Besatzung Essen nicht vor kommenden Freitagabend verlassen haben wird. Am Freitagvormittag W Uhr ist anläßlich des Einholens der Trikolo r e am Hauptquartier, dem Gebäude des Berg- baulichen Vereins, eine gewaltige Truppenoorführung zu erwarten. Rach dem Abzug der Besatzung werden am Samstag die vor 2$ Jahren verdrängten Schupoabteilungen in Essen wieder einfücfen.
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Die Ärlfis des Nuhrbergbaues.
Die Konferenz der Arbeitsgemeinschaft für das Ruhrgebiet.
Berlin, 28. 3uli. (TU.) 3m Reichs» arbeitsministerium fand heute unter Leitung des A r b e i t s m i n i st e r s Dr. D r a u n s eine Besprechung über die Lage im Ruhrgebiet und Mittel und Wege zu deren Behebung statt. Wie der Minister in der Einleitung ausführte, handele cs sich keineswegs nur um augenblickliche Absatzstockungen, sondern um eine allgemeine Krise auf dem Weltkohlenmarkt, wie die Schwierigkeiten des englischen Bergbaues zur Genüge zeigten.
Seitens der Arbeitervertreter wurde hervorgehoben, daß cs für die bedrängte Lage der Bevölkerung und der Wirtschaft im Ruhrgebiet im übrigen Deutschland und auch im besonderen der Reichsregierung an dem nötigen Derständnis fehle.
Grundursache der kritischen Lage des Ruhr- bergbanes sei der Krieg mit seinen Rachwirkungen, insbesondere die Ruyrbesehung.
Die Wendung der außenpolitischen Lage sei in erster Linie ein Erfolg der nationalen Haltung der Bevölkerung an Rhein und Ruhr und insbesondere der Arbeitnehmerschaft. Das Ruhrgebiet müsse als Rotstandsgebiet anerkannt und behandel: werden. Den Zechen- stillcgungen in ihrem jetzigen Rahmen müsse Einhalt geboten werden. Pflicht der Regierung sei es, zu ermöglichen, daß die Hal- denbestände abgestohen werden könnten. Durch Rotstandsmaßnahmen müsse die Wirtschaft im Ruhrgebiet aufrecht erhalten werden. Die rigorosen Entlassungen von Bergarbeitern müßten unterbunden und ausreichende Entschädigung der Opfer der stillgelegten Betriebe erreicht werden.
Bon Arbeitgeberseite wurde Klage wegen ilcserfpannung der steuerlichen Lasten und der hohen Materialpreise
geführt, wozu noch die zu hohen Lasten der s o - zialen Fürsorge kämen. Dementsprechend forderten die Arbeitgeber Einführung der Vor- lriegsarbeitszeit und die Einschränkung der sozialen Versicherung auf den Vorkriegsstand.
Bei der Kritik, die in der deutschen Oefsent- .chkeit an der Rote der ReichSregicrung vom > Februar geübt wurde, wurde bemängelt, daß ch die Vertreter der deutschen Außenpolitik ifcht noch kürzer gefaßt und auf die Darrung der Pakt-3dee beschränkt hätten. Die । reite deutsche Rote in der Pakt-Frage (vom !? 3uli) beschäftigte sich in erster Linie mit den Einwendungen und den Gegenvor- Hlägen, die Driand einige Wochen vorher ; macht hatte. Der Reichsaußenminister und der Reichskanzler haben bei jedem Anlaß betont.
eS sich im gegebenen Augenblick nur darum radeln könne, einen allgemeinen Radien zu schaffen, und daß die Ausfüllung des Lohmens mit 3nhalt einem Rotenwechsel der heiligten Mächte und schließlich einer Konferenz überlassen bleiben müßte. Diese Zurück- ialtung mag in der ersten Phase der Derhand- lunaen richtig gewesen fein; ob sie es immer sein Dito, ist sehr fraglich.
Obwohl der britische Botschafter in Paris, 2orb Grewe, auf Urlaub ist, hat die Londoner Regierung unmittelbar nach Dekanntwerden der '.»eiten deutschen Rote Verhandlungen mit betn französischen Außenministerium eingeleitet Der derzeitige britische Geschäftsführer in Paris, yhippS. hat mit dem Generalsekretär des Quai gfat), Berthelot, ausführlich konferiert und ben uch gemacht, zwischen den beiderseitigen »schcn eine Diagonale zu ziehen. Roch mehr *n wir uns für die Tatsache interessieren.
der Rechtssachverständige deS französischen Außenministeriums. Herr Fromageau, nach Eintreffen der deutschen Rote in Paris sofort ach London gereist ist. um dort mit dem ) rästischen Sachverständigen des Foreign Office, Hearst, über die Formulierung eines gc- Snelnfamcn britisch-französischen Aor s chlages in der Pakt-Frage zu unter- bandeln.
Fromageau ist inzwischen nach Paris zurück- gekehrt, um sich zu informieren, wieweit die f nigung der politischen Vertreter beider Länder Über den 3nhalt des gemeinsamen Vor- stlageS gediehen feien. Bon gewisser Seite wird l>jat behauptet, daß der Entwurf eines ge- " .infamen britisch-französischen Pakt-Angebots an Kutschland bereits Dorliege. Roch ehe -Hie deutsche Rote vom 22. 3uli in Paris über- nicht wurde, hieß cs, Driand hoffe die Ant- dert spätestens in vierzehn Tagen fertig zu idbcn. Obwohl Driand sonst ein großes Talent i kündet hat, Verhandlungen in die Länge zu ichen, wenn er dies für vorteilhaft hielt, — |: ist es doch keineswegs ausgeschlossen, daß ter französische Außenminister diesmal sehr lijnell arbeitet und die Welt eines Tages mit (nein fertig formulierten Pakt-Angebot über- lischt. Dann wäre die 3nitiative aus bic Begenfeite übergegangen und wir hätten. ‘<it wenig dankbare Aufgabe, unseren Wünschen vnchträglich Geltung zu verschaffen.
Der englische Rationalökonom Keynes be- -fgtet in seinem Duche über die wirtschaftlichen io-lgen des Friedensvertrages, wie alle Dclc- »erten der Pariser Konferenz fest damit gerech- ]-ct hätten, daß der amerikanische Präsident 'IDilson mit einem fertigen Entwurf lc8 Friedensvertrages die Verhandlungen beginn'n werde, und wie alle Welt höchlichst erstaunt t)d.r, als sich herausstellte, daß Wilson nicht (inmal über primitive Auszeichnungen vcrsügte. 31it den verschwommenen 3deen, die der amc- nknifdbe Präsident seit 3ahr und Tag in seinen Heien formuliert hatte, war cs unmöglich, die -i'ung der einzelnen praktischen Aufgaben nach ilmet bestimmten Richtung hin zu beeinflussen. ?o ist damals bei den Pariser Friedcnsverhand- liegen die 3 nitiative vollständig auf bie Franzosen und ihren kaltblütig kalkulieren- ik’W Berhandlungsführcr Clemenccau über- u’gangcii.
Aus dieser Erfahrung sollte die deutsche Außenpolitik von beute die Lehre ziehen, daß ke Friedensoffensive, zu der wir uns tiii dem Pakt-Angebot entschlossen haben, keines- be46 durch das Abschicßen einiger Leuchtkugeln ixb durch die Skizzierung eines strategischen V-faned erledigt fein kann. Die Rachrichten, die ib-tr die britisch-französischen Verhandlungen in It« Pakt-Frage zu uns gedrungen sind, lassen ’ irflmncn, daß bie Dinge eine gefährliche : Äendung nehmen könnten, wenn wir nicht : <uf unterer Hut sind und im rechten i "tgcnblld unseren Willen äußern.
Frankreich möchte gar zu gern das Mandat ; -.halten, alleiniger Garant eines e t ■ - rrnigen deutsch-polnischen Schieds - lerichtsvertragcs zu sein. Da bei etwaigen ■ Verfehlungen Deutschlands gegen die Abwicklung . sts Dawes-Programms im Londoner Abkommen im 30. August 1924 ein genauer moduS procc- imdi vorgesehen ist, möchte Frankreich wenigstens ki anderweitigen Verschlungen Deutsch- iirbs (besonders in der Entwaffnungsfrage) das flecht selbständigen Vorgehens behalten. Es i icrügt nicht, daß die Reichsregierung erklärt hat, eine solche Festsetzung vertrüge sich nicht mit dem Charakter des abzuschlichendcn Pakt-Vertrages. 3t müssen mindestens die betreffenden Stellen Pakt-Vertrages unserseits so formulieren, jede einseitige Sanktion einer iEliier ten Macht ausgeschlossen bleibt.
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Es bestehl die Gefahr, daß sich die Regierungen in London und Paris schnell über einen Text des Pakt-Vertrages einigen und uns einen entsprechenden .Vorschlag" in so suggestiver Weise einreichen, daß wir uns ihm kaum entziehen fonnen. Praktisch würde das einem Diktat sehr nahe kommen. Darum sollte die Reichsregierung nicht zögem, ihrerseits s) schnell wie möglich den Entwurf eines Pakt-Vertrages auszuarbeiten und der internationalen Oeffentlichkeit vorzulegen.
Der englisch-französische Meinungsaustausch.
Paris, 29. Juli. (TU.) Die dem englischen Botschafter in Paris telegraphierte Role, die die Stellungnahme der englischen Regierung zu der deutschen Antwortnote enthalt, ist nach einem £)a- vasbericht sehr allgemein gehalten. Der englische Eindruck von der deutschen Antwortnote entspreche in großen Fügen dem der zuständigen französischen kreise. Immerhin soll auf englischer Seite eine starke Jleigung für eine Aussprache über gewisse grundsätzliche Fragen bestehen, in der Hoffnung, daß die Verhandlungen mit Deutschland so schnell wie möglich zu Ende geführt werden könnten. Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Regierungen seien nickt vorhanden. Das Foreign Office wie auch das fran- zösiscke Außenministerium seien der Ansicht, daß Deutschland kein Recht auf eine Befreiung von den Bestimmungen des Völkerbundspaktes habe. Ls fei gleichfalls unwahr, daß sich England der Garantierung der deulsch-tschechifchen und deutsch-polnischen Schiedsgerichtsverträge widersetze, die englische Regierung lasse im Gegenteil dem französischen Kabinett in dieser Frage völlig freie Hand. Die meisten Blätter knüpfen an diese havasmeldung optimistische Betrachtungen. Der „Malin" meint, wahrscheinlich werde Briand schon in den nächsten Tagen Strefemann auf die letzte deutsche Rote antworten. Rian werde dann sehen, ob es der deutsche Außenminister vielleicht doch für richtiger halte, nach Gens zu kommen, um in privaten Besprechungen die Voraussetzungen für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund festzulegen.
Der „Temps" glaubt feftfteUen zu können, daß, wenn die britische Regierung sich an das in Gens im vorigen Monat erzielte prinzipielle Einverständnis halte, woran niemand das Recht zu zweifeln habe, es keine ernsten Meinungsverschiedenheiten über die wesentlichen Punkte geben werde, die zwischen den alliierten Regierungen geregelt werden müßten, bevor man in ernste Verhandlungen mit
Die englische Kohlenkrise.
Vor einer ($nt|paiinmiß?
London, 28. 3ulL (MTB.) Der von der Regierung eingesetzte Ausschuß zur Unteis.ichung der Lage in der britischer, kohlemnvuflrie hat einen V e - richt herausgegeben, in dem es u. a. heißt, daß der Ausschuß sich von der Berechtigung der Forderung der Arbeiter nach F e st s e h u n g eines M i n d e st 1 o h n e s in dem neuen Lohnabkommen überzeugt hat. Der Ausschuß sei der Ansicht, daß die Leistungsfähigkeit der Industrie wesentlich erhöht werden könne durch Zusammen- f ch 1 u h und Zufammenaroeit mit anderen Industrien. Die Beroefferung der Kohlenverteilung würde gewiß zur Verminderung der Preise und zur Erhöhung der Rachsrage führen.
Der „Star“ will wissen, die Zechenbesitzer hätten zugestimmt, die am Freitag um Mitternacht ablaufende Kündigung der Bergarbeiter unb auch ihre Vorschläge für ein neues Abkommen über die Arbeitslöhne und Arbeitszeit zurückzuziehen, wenn die Regierungsuorfdjlägc für die Unterstützung der Industrie während der weiteren Verhandlungsperiode von beiden Seifen angenommen würden. Dieser Beschluß fei dem Premierminister auf der heutigen Konferenz der Zechenbesitzer mitgeteilt worden. Es bestehe jetzt alle Mahr- scheinlichkeit dafür, daß ein allgemeiner Streik im Bergbau Ende der Woche vermieden werde.
Beschlüsse des internationalen
Bergarbeiterverbandes
Paris, 28. 3uli (WTD.) Heute vormittag 10 illjr hat die erste Sitzung des Exekutivkomitees des 3nter n at i ona l e n Bergarbeiterverbandes begonnen. ES waren vertreten: England. Deutschland, Belgien. Holland, die Tschechoslowakei und Frankreich. Der Internationale Transpvrtarbeiterver- b a n d war durch feinen Sekretär F i m m e n vertreten. Die Delegierten haben einstimmig folge nbc Entschli ehung angenommen: DaS Internationale Komitee der Bergarbeiter. Vas am 28. 3uki in Paris versammelt ist. um über die kritische Lage des 'Bergarbeiterproletariats zu beschließen, das überall durch Lohnherabsetzungen in dem Augenblick bedroht ist. in dem die Lebensbedingungen schwerer werden, steht aus dem Standpunkt, daß diese Lage sich aus der kapitalistischen ilnorbming ergeben hat, die die Erzeugung von Kohlen über die Rot- wendigkeit der Bedürfnisse des Verbrauchs hinaus gesteigert habe.
Das Exekutivkomitee erklärt, daß das grundlegende Heilmittel in einer Regelung der Kohlenförderung zu sehen ist. Es handelt sich darum, diese mit den Bedürfnissen der verschiedenen Länder in Einklang zu bringen. Das Exekutivkomitee spricht seine Ansicht dahin aus, daß dieses Ziel nur durch die Verstaatlichung der Kohlengruben und durch die internationale Regelung der Produktion zu erreichen ist. und fordert die gewerkschaftlichen Organisationen der Bergarbeiter auf. die Durchführung dieser wesentlichen Reformen zu verfolgen. Das Komitee beschlteßt. den englischen Dergarbettern im Rahmen des Möglichen Hilfe in ihrem Kampf gegen die unerträglichen Bedingungen zuteil werden zu lassen, die die Grubenbesitzer ihnen aufzuzwingen versuchen. Angesichts des außerordentlt- chen Ernstes der Lage beschließt das Internationale Komitee, daß im Falle die englischen Grubenbesitzer ihre Drohungen am 1. August ausführen, eine internationale Aktion unternommen werde. Für den Fall, daß der Streik nicht sofort durchführbar fein sollte, beschließt das Komitee, daß die Produktion in den einzelnen Ländern dermaßen herabgesetzt wird, daß die Förderung nicht eine Bedrohung für Großbritannien bedeuten werde. Außerdem wird sich die Konferenz mit der 3nternationalcn Transportarbeiterorganisation in Verbindung fetzen, um die Ausfuhr von Kohle zu verhindern.
vorläufig keine Reichstagsserien.
Der drohende Konflikt zwischen Regierung und Reichstag ist aus der Welt geschafft worden, der Aeltestenrat hat nach langem Hin und Her beschlossen, die Beratung der Zollvorlage noch vor der Vertagung zu beenden, dafür aber die Redezeit zu verkürzen und die Beratung im Plenum täglich um einige Stunden zu verlängern. Unter diesen Umständen wird also der Reichsttag am Sonnabend noch nicht in die Ferien gehen können, er wird voraussichtlich noch bis in den August hinein jjufammenbleiben, da es ganz ausgeschlossen ist. die verschiedenen Vorlagen in wenigen Tagen durchzupeitschen. schon aus dem Grunde, weil die Opposition keine Gelegenheit vorübergehen lassen wirb. Obstruktion zu treiben. Leider muß aber festgestellt werden, daß die bürgerlichen Abgeordneten den Sozialdemokraten und Kommunisten diese Arbeit außerordentlich erleichtern. Eine auffallend große Anzahl von Mitgliedern der Regierungsparteien befindet sich jetzt schon in den Ferien, so daß es dem Regierungsblock sicherlich sehr schwer werden dürste, bei den entscheidenden Abstimmungen die nötige Anzahl Stimmen auszubringen. Wie kritisch die Situation jetzt schon ist. hat sich am Montag gezeigt: es fehlten über hundert
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Deutschland eintrete. Rach Ansicht des Blattes wäre es übrigens klug, mit besonderem Vorbehalt die Rachricht aufzunehmen, Präsident Eoolidgc bemühe sich ernstlich um eine europäische Konferenz, die die Aufgabe haben soll, die Sicher- heitssrage zu lösen, und aus der Amerika durch einen Beobachter vertreten fein werde. Eine Konferenz dieser Art fei im Augenblick nickt beabsichtigt. Man wisie übrigens auch, daß die Washingtoner Regierung, obzwar sie dein Abschluß eines Sicherheitspaktes, der auf Gegenseitigkeit beruhe, günstig gegenüberstehe, n ich t die Absicht Jiabc. weder direkt noch indirekt, in die verhand- ungen einzugreisen. Amerika wolle keine Verantwortlichkeit bei der Organisation der Anfrechterhaltung des europäischen Friedens übernehmen, weshalb es ihm schwer fallen würde, einen entscheidenden Einfluß durch Finanz- ober andere Kreise auf die Lösung des Problems aus- znüben.
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Die Initiative bei den Verhandlungen. — Vor einem PaKtentwurf der Alliierten.
Ministcriatoicettor G r i e ß e r warnte demgegenüber vor übertriebenen Zahlen über die sozialen Belastungen. Einzelne Unternehmer« füchrer errechneten die soziale Belastung für 18 Millionen Menschen auf volle 52 Wochen, während infolge Erwerbslosigkeit, Krankheit und sonstiger .Unfälle nur 35 bis 36 Wochen pro 3ahr m Betracht kämen.
Der Fragenkomplex über den Schutz der Arbeitnehmer bei Stillegungen und Betriebs- einschränkungen wird in einer
gemeinsamen Kommission,
die in den nächsten Tagen zusammentritt, eingehend beraten werden, ebenso die Differenzen wegen des Ausmaßes der sozialen Belastung. Auf die Klagen von Arbeitnehmerseite über A n- werbung ausländischer Arbeiter für den deutschen Bergbau wurde vom Reichsarbeitsministerium bedauert, daß einzelne Mißgriffe den Arbeitsämtern in dieser Beziehung unterlaufen seien, bic für die Folge unterbunden würden. Auch von Arbeitgeberseite wurde die Einstellung ausländischer Arbeiter verurteilt. Auf Wunsch der Arbeitnehmer-Organisationen findet morgen in der Reichskanzlei eine Besprechung zwischen der Reichsregierung, der Landesregierung und den Arbeitnehmerverbänden über die Lage im Ruhrgebiet statt.
Die Saarbergleute in Paris.
Vorschläge des französischen Zlrbeits- ulinifters.
Paris, 29. 3ult (WB.) Arbeitsmirrister Laval hat heute eine Abordnung der Derg» arbcitergewerkschaften aus dem Saargebiet empfangen. die ihm barlegte, daß die Löhne u n- g e n ü*g e n b seien, ba bie Lebensbedingungen im Saargebiet besonders schwierig feien. Der Minister entgegnete ihnen, daß die Löhne in diesem 3ahre bereits bemerkenswert erhöht worden feien. Rach Prüfung der statistischen Angaben über die Kosten der LchensHaltung im Saargebict und der finanziellen und wirtschaftlichen Lage der Bergwerke im Zusammenhang mit der Lage auf dem Kohlenmarkt machte der Minister den Mitgliedern der Abordnung bestimmte Vorschläge. Die Delegierten nahmen dies zur Keimtnis und erklärten, daß sie die Vorschläge der Arbeiterschaft unterbreiten tour-
Ur. 175 Erstes
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AießenerFamiltenblLller Heimat im Bild.
Mo-at».B«jUSSprei§:
: Doldmark u 20 Gold- ■ Pfennig für Irägerlohn, ■ »Ach bei Nichterscheinen on einzelnen Nummern ifolge höherer Gewalt. ;ernfprech'Anschlüsie: ichriftleitung 112, Der- . »zundGcschästsstellebl.
Inschrift für Drahtnach- !lchten:»nzeiaerSießen.
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