Ausgabe 
28.1.1925
 
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Hoch- Desteh'

u. a. folgende wichtige Vorlagen: Errichtung vor! z e 1 .j Sportplätzen auf dem Trieb: Ausbau der Höhere-! Keses Hochnori Mädchenschule durch Errichtung einer Studien! lallender, als anstatt, Schulgeld an der Höheren und Erweüer- ertolntcrncc ten Mädchenschule. I l ' in diesem

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Aus Stabt und Land.

Gießen, den 28. Januar 1925.

Dürfen Landwirte

Fleisch- und Wurftwaren verkaufen?

Die Bürgermeisterei Pfungstadt hatte im Dezember eine Bekanntmachung erlassen, daß der Berkaus von Fleisch und Wurst, von Hausschlachtungen herrührend, durch Richtmetzger verboten fet Hierzu sei die Anmeldung des Gewerbes und die Entrichtung der Gewerbesteuer erforderlich, auch wenn der Verkäufer das Vieh selbst gemästet habe. Die Hessische Land­wirtschaftskammer hat, wie sie bekannt gibt, wegen dieser Verordnung eine Eingabe an das Ministerium gerichtet, in der da­gegen Einspruch erhoben wird. Keinem anderen Berufe sei es verboten, eine Veredelung seiner Waren vorzunehmen oder den Vertrieb seiner veredelten Produkte selbständig zu übernehmen. Weiter heißt cs in der Eingabe:Der Grund, warum die Landwirte sich genötigt sehen, das Fleisch und die daraus herge'stellten Wurstwaren der selbstgeschlacht"ten und selbstverständlich auch durch die Fleischbeschau gegangenen Tiere zum Verkauf zu bieten, ist doch der, daß die Land­wirte in der jetzt herrschenden Zeit der Kapitalnot und der letztjährig schlechten Ernte genötigt find, ihr Vieh abzustoßen, für welches sie aber auf dem Lande einen Preis geboten erhalten, der weit hinter den Marktnotierungen der Schlacht v iehp reife am Frankfurter oder Mannheimer Markt stehe. Man kann es den Landwirten gewiß nicht verdenken, wenn sie die außerordentlich hohe Zwischenhan­delsspanne zwischen dem Preise für i ;rc Pro­dukte und dem Kleinhandelspreis für Fleisch, der von dem Verbraucher gefordert wird, teilweise selbst auszunutzen gewillt sind." Es wird dann das Ministerium um eine Mitteilung gebeten, ob die Bekanntmachung der Bürgermeisterei Pfung­stadt zu Recht besteht, oder der gesetzlichen Grund­lage entbehrt, und zum Schluß gesagt:Sollten tatsächlich Verordnungen, die eine derartige Maß­nahme zulafsen, bestehen, so bitten wir in An­betracht der außerordmtlich schwierigen Verhält­nisse In der Landwirtschaft sofort um Aufhebung derselben, um den Landwirten die eigene Ver­wertung von Fleisch- und Wurstwaren, selbst­verständlich im Rahmen der Beschauordnung, zu ermöglichen."

Wettervoraussage

Roch vorwiegend bewölkt, Winde aus west­licher Richtung, etwas milder, Reigung zu Rie- dcrschlägen.

rryttv emgeflmorrr» vir kn »nrrvertfchasrvv an marsch tert waren. Als die Anhänger der SPD. te Potsdamer Straße erreichten, schrien di» Lvmmmristrn unausgesetzt: Meder mit den LrLritrrverräternl Heraus mit den politischen <&?rca(Sa«nl AmnestieI Aach großen Schläge­reien gelang es den sozialdemokratischen Führern, ihre Anhänger zum Weitergehen zu veranlassen, und unter wüstem Gebrüll ihrer politischen Geg­ner mußten die SPD.-Leute durch ein Spalier der tobenden Kommunisten hindurch. 2118 letzte verliehen die Reichsbanner!eute mit ihren Fahnen den Saal. Kaum hatten sie den Fahr­damm erreicht, als die Kommunisten auf di« Fahnenträger zustürzten. Es erhob sich ein w ü st e r K a m p f um die Abzeichen und Banner.

3m Anschluß -an die Ausschreitungen vor dem Sportpalast kam es in der 11. 2lbendstunde noch im Sübweften Berlins in der Linder­st r a h e zu

blutigen Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Reichsbaunerleuten.

Ein etwa 100 Mann starker Zug des Reichs­banners marschierte, von der Kundgebung im Sportpalast kommend, die Lindenstrahe hin­unter, als er kurz hinter demDorwärts"- Gebäude von einem etwa 300 Mann starken Kommunistentrupp, der, von Radfahrerpatrvuil- len umringt, im Lau schritt vom Ha.QschenTor und Belleallianceplatz herbei.ilte, von hinten über­fallen wurde. Ehe die völlig überraschten Reichsbannerleute sich zur Wehr sehen konnten, waren die Kommunisten unter wüstem Geschrei mit Knüppeln und Messern über sie hergefallen. Es entspann sich in der Dunkelheit ein heftiger Kampf. Das Reichsbanner bat bei diesem Llcberfall erhebliche Verluste er­litten. Alle 30 bis 40 Meter lang lag ein ver­letzter Reichsbannermann, um den sich feine Ka­meraden bem ihten. Rach den ersten oberfläch­lichen Feststellungen an Ort und Stele sind min­destens 10 bis 12 Reichsbannerleute durch Schlag- und Stichwunden verletzt und muhten in Droschken und AutoS abtransportiert to erben.

Berlin Wien.

Die Anwesenheit zweier führender österrei­chischer Parlamentarier in Berlin ist der Anlaß gewesen, daß man sich in den verschiedensten Zentren Europas wieder einmal mit der Frage des Anschlusses von Oesterreich an Deutschland beschäftigt: auf die Einwirkung von Paris hin meist in ablehnendem Sinne. Rötig wäre daS nicht, denn die Reife der beiden Herren hatte an sich mit der Anschluhfrage nichts zu tun, sie waren nur hier, um ihre Visitenkarte bei den befreundeten Parteien der Rechten des Parlaments abzugeben und sich über die Lage in Deutschland zu unterrichten.

Daß dabei über den Anschluß gesprochen wurde, ist selbstverständlich, indessen doch nur rein theo retisch, i>:nn praktisch ist, nach­dem die günstige Gelegenheit Ausgang 1918 verpaßt wurde, und Deutschland einen F i.- densvertrag unterzeichnen muhte, worin ihm Vie Angliederung D.utsch-Oesierr^ichS verboten wurde, der Zeitpunkt für eine Reuorientierung noch nicht gekommen. Er kann aber viel­leicht nicht mehr allzu fern fein. Richt allein aus dem Grunde, weil es ein Ding der Llnmöglichkeit ist, daß dieselben Staaten, die das Wort von dem Selbstbestimmungsrecht der Völker im Mund.e führten, allein den Deut­schen das Recht auf die eigene Be­stimmung nehmen wollen, sondern auch, weil sie sich doch früher oder später davon über­zeugen müssen, daß die Lösungsversuch?, die sie mit dem To so Deutsch-Oesterreich anstecken, alle vergeblich sind.

Die Völkerbundsanleihe hat zwar, zusammen mit dem parlamentarischen und tak­tischen Geschick Dr. Seipels. da;u gesü:rt, daß Oesterreich in eine Zeit der Stabilität hin- einkam und zu gefunden schien, aber diese Wir- . kung gleicht doch verzweifelt der von Mor­phiumspritzen in einen kranken Körper, sie kann nicht von Dauer fein, wenn cs nicht gelingt, Deutsch-Oesterreich auch w i r t s ch a f t l i ch zu sa­nieren, Lind das ist ausgeschlossen. Was man von dem ehemaligen Oesterreich übrig ließ, ist viel zu wenig, als daß es sich s lbst am Leben erhalten könnte, zumal da alle fetten Brocken noch den Rachfolgestaaten zugeworfen wurden.

Der Augenblick muß also einmal kommen, wo das moralische und finanzielle Kapital der Völkerbundsanleihe erschöpft ist, und dann folgt automatisch ein neuer Zusammenbruch, der in dem Wiederbeginn der Inflation seinen ersten Ausdruck findet. 3n einsi htigen deutsch- österreichischen Kreisen ist der Optimismus, mit öem man der Zukunft des eigenen Landes ent­gegensieht, denn auch nicht mehr so sonderlich groß. 3m Gegenteil, die Furcht bo f dem V a kuum, das entstehen muh, sobald die An­leihe zu Ende ist, wächst ständig.

So wäre es an sich verständlich, wenn von drüben her neue Anregungen kämen in der Richtung, die Verhandlungen über den An­schluß wieder aufzunehmen. Aber man weiß auch in OBien gut genug, daß es zwecklos ist, zwischen Wien und Berlin über das Thema zu verhan­deln, solange nicht auch Paris und London eingesehen haben, daß ein anderer Weg als der Anschluß, für Deutsch'-Oesterreich über­haupt nicht vorhanden ist.

Blutige Deutschenhetze in Sübflawten.

(£itt deutscher Politiker verwundet. Untersuchung eingelektet.

6* Auch einmal etwas Schnee. So muß man in diesem merkwürdigen Winter schon sagen. Gestern nachmittag trat dieses Ereignis ein, allerdings nur in bescheidenem Maße. 3n den Verkchrsstrahen der Stadt konnten Frau Holles weiße Boten überhaupt nicht heimisch werden, hier war alles im Handumdrehen zum Straßen- schmutz geworden. Rur in den weniger begangenen Wohnstraßen konnte sich eine leichte weiße Deck bilden, &e allerdings heute früh auch schon wieder verschwunden war. Die Hoffnungen au* einen rechten Wintersport sind einstweilen wieder mal ins Wasser gefallen, denn die Wetterberichte kündigen jetzt leichtere Rlederschlägc in Form von Regen an. Vom Hoherodskopf wird uns heute vorm. 10 Uhr berichtet, daß es in der letzten Rächt bei 2 Grad Kälte ziemlich stark geschneit hat. Schneehöhe mindestens 15 Zenti' Meter. Heute früh gegen 8 Uhr traten bei 2 Grad B^arme Regen fälle ein, die in geringer Stärk«' bei Abgang des Berichts noch andauerten.

Für die i Llei'nähme $ tamHinsdi w ,nnig--tet

Frau E

*'* Eine öffentliche Stadtverord«! netensihung findet am kommenden Freitag! nachmittag, 5 Llhr beginnend, im Stadthaus^ --------f

Bergstraße statt. Auf der Tagesordnung stehen! «nem Marbui .. _ t-«<- - ~ * - rem bis M

Colarheta MittMutM "fsinber bei F

Belgrad, 27. 3an. Seit der Wiederver­haftung der kroatischen Dauernführer wieder- iolen sich in Agram die Straßendemon- t r a t i o n en und Zusammenstöße mit der Poli­ni. Auch in den Wählerversammlungen geht es ehr heftig zu. 3n Agram erklärte der frühere Außenminister Trumbitsch in einer Ver- ammlung, es sei ein gesetzwidriger Eingriff gegen das Leben des kroatischen Volkes, wenn man es verhindere, sich am Wahlkampf zu beteiligen. Der Außenminister R i n t s ch i t s ch habe versucht, Europa mit der Rachricht zu alarmieren, daß Jugoslawien vom Bolschewismus bedroht s.i. R a d i t f ch werde auch vom Gefängnis aus der Führer seines Volkes bleiben. Rach der Der- ammlung wurden Kundgebungen für Ra- d i t s ch und für die Republik veranstaltet, wobei es zu blutigen Zusammen stoße n mit der Polizei kam, die von der Waffe Gebrauch machte.

Dr. Kraft!, der Führer der deutschen Parlamentarier, und mehrere seiner Freunde wurde bei einer Wahlerdersammlung von einem serbischen Stoßtrupp überfallen, wobei Dr. Kraft schwer verletzt und diele Anwesende blutig geschlagen wurden.

3n Sernliir hat daraufhin die telegraphisch einberufene Sitzung des Hauptaus- schusseS ter deutschen Partei 3 ugo -- f/lawiens stattgesunden, der sich mit dem Liebersall auf die Parteiführer Kraft und G raffel beschäftigte. Der Hauptausschuß hat beschloßen, einen Ausruf an die Deutschen in Jugoslawien zu richten, in welchem vor der gmtzen zivilisierten Wckt gegen den Angriff auf die beiden Parteiführer schärfster Protest er­hoben wird. Ferner hat der Hauptausschuß ver­langt, daß die von der Regierung aufgestellte Behauptung, daß zwischen der deutschen Partei und der Raditsch-Partei ein Vertrag abgeschlossen worden sei, für unrichtig erklärt werde. ES wird betont, daß die deutsche Partei immer staatstreu und loyal gewesen sei.

Die jugoslawischen Blätter bringen anläßlich des tätlichen Angriffs auf Dr. Kraft und die Abgeordneten Grassel und Karius ihr lebhaftes Bedauern über diesen Vorfall zum Ausdruck. Der Minister des Innern hat sofort die Ein- leitung einer Llntersuchung angeordnet und vie Behörden anaetolefen, Zwistigkeiten energisch SU verhindern und strenge gesetzliche Maßnahmen gegen die Urheber von Zusammenstößen cmzu- wenden.

Bei der Fekr der heiligen Sava in der Belgrader Kathedrale erschienen der Kö­nig, die Hönze Regierung und das diplomatische Korps mit Ausnahme des deutschen G c sandten, der wegen der ungenügenden Aus- kläruna des Lieberfalls auf Dr. Kraft der Feier fern blleb. AlS die Feier beginnen sollte, wurden von der Galerie der Kirche, wo sich die Stu- Universität befanden, ^bhofte Pfuirufe gegen den Innenminister P r i b i t s ch e w i t s ch laut, denen Hochrufe auf den König folgten. Der König verneigte

Vom Südwestdeutschen Radiv- klub wird uns geschrieben: Ein sehr aktuell^ Thmra soll diesmal behandelt werden,r

und Dlihgefahr." ^litzgefahr, wenn ich eine Hochantenne ziche, oder besser, wird die Dlitzgesahr durch Anbringung einer Antenne vergrößert? Das ist die 5tag?. die meist der Anschaffung eines Rundfunkappa- rats vorausgeht. Alle Hausbesitzer haben ein großes Interesse an der Beantwortung dieser Frage. Obwohl bei allen wirllichen Fachleuten nur eine Meinung herrschen kann, besteht dvä die grüßte Linklarheit über die tatsächliche Sach läge. Daher wird es allen Interessenten hoch willkommen fein, daß am 29. d. MtS. Gelegen- heit geboten ist, sich an Hand der Ausführung« mnes hiesigen wohlbekannten Fachmannes, des Herrn Ingenieurs Dreyer vom städt. Elek­trizitätswerk, selbst ein Urteil hierüber zu bilden. Eine sich an den Vortrag anschließend» Aussprache soll helfen, etwaige Fragen und no^ bestehende Unklarheiten restlos zu klären. (Siebe gestrige Anzeige.)

Kutis ers Schulden.

Einreifemöqlichkeiten und Reqiernnqsbeamte.

Berlin, 27. Jan. (WB.) Im Unter­suchungsausschuß für die Darrnat-Kutisker-Ai- gelcgenheit seht nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit Finanzrat Drekenfeld feinen Bortrag über die Entwicklung des Hanauer Lagergeschäftes fort. Dabei erklärt er u. a., daß im Juli 1924 von Vertretern der rumänischen Regierung in Gegenwart von Dr. Hellwig in Hamburg ein Vertrag abgeschlossen wurde, in dem die Rumänen daS Lager zum Preise von 9,6 Millionen erworben hätten. Don diesem Vertrage fei jedoch die rumänische Regie­rung wieder zurückgetreten. Später hätten neue Verkaufsverhandlungen mit Rumänien in I Paris stattgefunden, aber zu keinem Ergebnis geführt.

Zur Frage desAnwachsens derSchul- denlast Kutiskers von 4,5 Millionen auf 14,2 Millionen, erklärt Drekenfeld, daß die Schuldenlast sich namentlich dadurch vergrößert habe, daß die früher in Zahlung gegebenen Wechfei keine Deckung fanden, so daß er mit diesen Wechselbeträgen belastet werden mußte. Infolge weiterer ßontbarbierung von Wechseln, die durch Finanzrat Dr. Rühe vor- genvmmen worden war, stieg die Schuld Kutis- . ckers bis Ende Mai auf 12,4 Millionen, wozu t schließlich noch Wechsel in Höhe von 1,8 Millionen ; kamen.

Aus die Frage, ob den Schiedsrichtern r für ihre Tätigkeit in den Streit Kutisker-Mtchael ein Honorar von 52000 Mk. tm ganzen gezahlt wurde und ob die Genehmigung zu dieser schieds­richterlichen Tätigkeit gegeben worden sei, erklärt Präsident Schröder, daß Rühe und Hellwig von dem vormaligen Bankpräsidenten von Dombois die Genehmigung erhalten hätten, als Schieds­richter tätig zu sein, und ein angemessenes Ho­norar dafür zu erhalten. Der Ausschuß be- ' schließt, die Fincrnzräte Rühe und Hellwig sowie Kutisker und General von L i v o n i u s sowie ferner alle diejenigen Personen zu laden und zu vernehmen, die über die früheren Schie­bergeschäfte Kutiskers mit der All'.ederverwer- tungsstelle unterrichtet oder an ihnen be­teiligt sind.

Ein Vertreter des Innenministeriums er­klärte, daß nach den bisherigen Ermittlungen Iwan K u t i s k e r mit Frau und Sohn am 1. Juni 1920 nach seiner eigenen 2lngabe aus Litauen ohne Pah und Sichtvermerk zugereist fei. Kutisker selbst habe im Ok­tober 1922 eine Aufenthaltsgenehmigung bean­tragt, in der er als besondere Referenz, nach­dem er inzwischen Inhaber der Firma Stein geworden war. eine Empfehlung des Beauftrag­ten des deutschen Gesandten bei der Regierung Lettlands und Estlands beim Polizeipräsidium vorlegte. 2Ns trotzdem daS Polizeiamt Wil­mersdorf die Ausweisung Kutiskers verfügte, er­schien der Fabrikant Blau und erklärte, daß Kutisker als Mitinhaber her Firma von Stern unentbehrlich in Deutschland sei.

Ein interessantes Licht auf die Einreisemög­lichkeiten im Schatten gewisser deutscher Regie­rungsbeamten wirft eine Meldung aus Berlin in der es beißt: Auf die kürzlich vom Aba' S t e n d e l (D. Dp.) im preußischen Landtag ein­gebrachte kleine Anfrage, ob Minister Seve­rin g seinerzeit der Familie D a r m a t bei ihrer Durchreise durch Deutschland behilflich gewesen fei, antwortet der Innenminister jetzt, daß der Familie Darmat in seinem Auftrage der Grenzübertritt erleichtert wvt> benseiDie Anaaben, daß Barmat zur hollän­dischen Gesandtschaft gehöre, fei von vertrauens- würdigen Persönlichkeiten gemacht worden aber für die Entscheidung nicht von Erheblichkei't

Um möglichst bald Stabilität und Klarheit in die verworrenen Geschäft-Verhältnisse zu brin­gen, ist jetzt die Bildung einer Treuhand-- Gesellschaft zur Liebernahme der Werte des Darmat-KvnzernS von den in Frage kommenden Parteien unterzeichnet worden. Treuhänder sind bekanntlich Iustizrat Dr. Waldfchmidt und Kommerzienrat Man ässe. Die Vertreter der als Gläubiger InterefTierten Behörden sowie der Gebrüder Barmat werden im Laufe des heutigen Tages bestimmt werden. Aufgabe der Treuhänder wird es zunächst sein, die Lebensfähigkeit der verschiedenen xum Darmat-Konzern gehörigen Betriebe zu prüfen und eine Gntfcheidung dar­über zu treffen, welche Werke eventuell vbgc- stoßen werden sollen.

Februarrrnete in Preusten.

Der Amtliche Preußische Pressedienst Ln mit: Die preußische Staatsregierung hat vo, einer Erhöhung der Miete für Mona- Februar abgesehen. Demnach verbleibt « auch für den Februar bei dcm bisher geltet Mietssay.

Gießener Wochenmarktvreise

am 27. Januar. (Händlerpreise.)

Es kostete das Pfund: Butter 180 bis Matte 35 bis 40, Käse 70, Wirsing 15. Weilt kraut 10, Rotkraut 20, gelbe Rüben 12. rot Rüben 12. Spinat 50. LInter-Kohlrabi 7. Grün' kohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 100, Zwiebch 15, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln Z6 Kartoffeln 5, Aepfel 12 bis 15, Birnen ß Endivien 100; das Stück: Eier 17, Blumenkob 120 bis 180, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60 i

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadtth^acer, 63;,, Uhr:Der Zigeunerbaron". - Liga zum Schuhe der deutschen^Kullur, 8 Llhr Saalbau Sauer: öffentlicher Dortrag. Alters Vereinigung 18671917, 8/2 Llhr, Eisenbahn. Hotel Hop seid: I ahreshaüptversammlung. - Rentnerbund. 8 Uhr, Singsaol des Realgym- nllsiums: Linier Haltungsabend. Saar-Derein, Bayrischer Hof: Gründungsversammlung.

sich dankeno gegen die Demonstranten. Pri- b i t s ch e w i t s ch ist der Führer der Demo­kraten, die zur Regierungskoalition gehören und in Kroatien den Kamps gegen die Raditsch, a.tei führen. Man sogt ihm nach, daß er aus ^»artei- rücksichten die Liebergriffe der Wahlbeh^rden veranlaßt habe.

Der Polenskandal.

Nene Schikane». Die Angst vor der Wahrheit.

W a r s ch a u, 27. Ian. (T. U.) Die General- bittttton der Post und des Telegraphenamtes hat alle ihr unterstellten Aemter angewiesen, den gesamten Schriftwechsel über Angelegen­heiten, die sich auf die Post, die Telegraphie, das Fernsprechwesen und auf die Funkentele­graphie beziehen, mit den Danziger Behörden in polnischer Sprache zu führen. Auch auf alle deutsche Schreiben der Danziger Aemter soll in polnischer Sprache geantwortet werden.

In Polen selbst wird durch eine heftigo Propaganda zum wirtschaftlichen Boykott Danzigs aufgefordert.

Wie wir aus London hören, verbreitet d'r Londoner Rrutteragentur eine Warschauer Mel­dung, daß die deutsche Regierung einen Besuch ausländischer Journalisten in Dan­zig organisiert hab», ohne sich vorher mit der polnischen Regierung in Verbindung zu setzen. In politischen Kreisen Polens Halle man dieses Vorgehen der deutschen Regierung für einen Eingriff in die Rechte der polnischen Republik, die nach den Verträgen und Bestimmungen die ausländischen Angelegenheiten Danzigs zu kon­trollieren hat.

Wie dieTelegrabhen-Llnion" an hiesiger zuständiger Stelle erfährt, ist die Warschauer Meldung frei erfunden. Die deutsche Reichs­regierung hat eine Reise ausländischer Journa­listen nach Danzig nicht orgart fiert. Sie mühte allerdings, falls ausländische Journalisten eine solche Reisc unternehmen würden, was ihnen nicht verwehrt werden tarnt, pflichtgemäß die erfor­derlichen Reiseerleichterungen gewähren. Wenn man in politischen Kreisen Warschaus e iter sol­chen Reise mit Llnbehagen entgegensieht, und die deutsche Reichsregierung für sie verantwortlich machen will, dann g»schieht das wahrscheinlich, weil man glaubt .daß die Reise ausländischer Journalisten nach Danzig das Völkerrechts- widrigeVerhaltcn der Polen feststellen könnte.

Zum deuLsch-französischen Sicherheitspakt.

London, 28. Icm. (W.T.B. Funkspruch.) Westminster Gazette" schreibt, der von der Luther-Regierung voraeschlagene deutsch-franzö­sische Eicherheitspakt forme keinesw egs a ls unwesentlich abgetan werden. Er habe vielmehr, da ec nicht von einer gemäßigteren Regierung ausgehe, erhöhte Bedeutung und weise auf eine weit aufgeklärtere Politik hin. als jeder der von den Mliierten unternommenen Schritte. Das Erstaunlichste fei, daß dieser deutsche Vor­schlag zu einer Zeit erfolge, in der d i e A l l i i e r- ten in die zynische Stimmung 'n rück- gefallen zu fein schienen, denn aufgefordert, die zur Begründung der Richträumung aufge­stellten Behauptungen zu beweisen, hätten die Alliierten ihre Zuflucht zu formalen Wendungen nehmen müssen, die die Tatsache zu verheimlichen versuchten, daß man das Beweismaterial noch nicht zusam- mengebracht hätte, das notwendig sei, um ihre Aktion rechtmäßig zu machen. Dies sei ein unerträglicher Zustand und liehe aus eine Leichtfertigkeit in der Behandlung eines Vertrages schlichen, der England ebenso binde, wie Deutschland. Dieser Zustand sei für England ebenso schimpflich, wie für Deutschland von übler Vorbedeutung. Auch in dem Vorgehen gegen Krupp sehe man dieselbe Willkür.

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* Die Sperrung der Kreis st raße WatzenbornSchiff enberg ist laut kreisamtlicher Detonntmachung im neuesten Amt-- vcrkünLigungsblatt ausgehoben.

* Die Zuschläge für Steuerrück- tande find nach d^rn Vorbild des Deichs und des Landes nunmehr auch für die städll''che« ä

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' ** Straßenbahn wünsche aus bei Bahnhofstraße. Wie man uns mit teilt, ift em mit 142 Llnterschriften versehener Antrag, de- Straßenbahnwünsche aus der Bahnhofstraße zuw Ausdruck bringt, der Stadtverwaltung unterbrei tet worden. Der Antrag lautet:Die Lluterzeich. neten stellen den Antrag, daß die Straßenbahn! auch wieder vom Markt durch die Bahnhofstrahe zum Bahnhof fährt. Statt den einen Wagen cm Emgang zur Markt strahe als Verkehrs hi nvexM warten zu lassen, wird es als besser angeseyen. ihn zur Forderung des Verkehrs zu benutzen Der Betrieb dieser Strecke ist mit verhältnismäßig geringen Kosten aufrechtzuerhallen, da mir ein oder zwei Wagen mehr in Betrieb zu stellen sind Die Llnterzcichneten fühlen sich durch den Ausfall dieser Linie m jeder Hinsicht, besonders in geschäft­lichen Betrieben, geschädigt, da die Bewohn« entfernterer Stadtteile systematisch auf anbei» Straßenzüge gewiesen werden. Dem Ansehen bei Stadt ist mehr gedient, wenn sie ihre Verkehrs­betriebe voll in den Dienst der Bewohner und de Fremden stellt. Als Geschäftsstraßen hab« Markt- und Bahnhofstraße wie auch die daraus» führende Reustadt ganz entschieden ein Anrecht auf dieses Beförderungsmittel. Die Llnterzeiv neten erwarten eine schnelle Inbetriebnahme."

Aus der Gießener Bevölke­rungsstatistik für 1924. Im Jahre 1921 p^en.bom Hiesigen Standesamt 223 Ehe­schließungen eingeschrieben, g>gen 290 ic 3al)rc 1923. Das Geburten-- Register für bcu ^elaulenc Jahr verzeichnet (die Ziffern vor 1923 smd in Klammern beigefügt) 964 (965) Ge­burten. Davon waren ehelich: Knaben 338 (404). Archen 357 (335), unehelich: Knaben 105 (128) Einheimische: Knaben 301 2?5 (244). Ortsfremde: Knaben 192 (224), Mädchen 196 (189); von den Llnehe» uchen waren Einheimische 63 (57), Ortsfremde 156 (167). 3m Stadtgebiet wurden 377, in der Frauenklinik 420, in Öen Schwesternhäusern 16? Minder int 3ahre 1924 geboren. Das Sterbe­fall - Realster weist für 1924 bzw. 1923 fol­gende Todesfälle aus. Ginheimische, männliche!! 167 (193), weibliche 183 (191), Ortsfremde: mänw nchr 185 (167), weibliche 149 (141). Gesamt- Aisfcr 684 (692). Totgeboren wurden: ehelich 35 (36). unehelich 3 (11), zusammen allo 38 (47) Kinder, davon ortsfremd 22 (36). 3m Stadt­gebiet verstorben 229, in Öen Kliniken unö Pflcae- anstalten 455 Personen im 3ahre 1924. I