bl. Schönbach, 26. Oft. Die Schönbach- Rother-Basaltwerke sollen zusammengelegt werden. 2(us Zweckmäßigkeitsgründen wird die Zentrale auf den„Hinterstein" verlegt, wo dann alle Gruben Zusammentreffen. Ausgeschlossen bleibt der Bruch „Steinringsberg". Gegenwärtig ist man schon nm Abbruch. Der Geschäftsgang des Unternehmens ist im allgemeinen gut. Der Betrieb gehört der Firma R e e h - Dillenburg.
bl. Breitscheid, 26. Okt. Die Gemeinde beabsichtigt die Erbauung eines neuen Schulgebäudes. Die jetzigen Verhältnisse sind äußerst ungünstig. Der Bauplatz wurde bereits orworbem. Das neue Schulhaus soll' 6 Klassen erhalten, damit wird allen Bedürfnissen Rechnung getragen. Ferner ist hier ein Armenhaus im Bau, die Kirchengemeinde errichtet ein Vereinshau s. Diese beiden Gebäude sollen im November fertiggestellt werden.
Wirtschaft.
Die Deutsche Reichsbahn- gesellschast im September.
Wenn auch die deutsche Wirtschaftslage im September keine bemerkenswerte Besserung erfahren hat, so ist doch der Güterverkehr der Reichsbahn nach der gestellten Wagenzahl gestiegen. Im Durchschnitt wurden arbeitstäglich etwa 5000 Wagen mehr als im Vormonat gestellt. Die Gründe dafür sind in erster Linie der zunehmende Ernteoerkehr, der gesteigerte Versand von Kohlen, Düngemitteln, Kartoffeln und Baustoffen. Es ist auch gelungen, infolge mannigfacher Verbesserungen im Güterbeförderungsdienst Verkehr vom Auto wieder für die Reichsbahn zurückzugewinnen. Dagegen sind in letzter Zeit bedeutende Gütermengen, die bisher auf der Bahn transportiert wurden, auf die Binnen-Wasserstraßen abgewandert.
Der Personenverkehr war in der ersten Monatshälfte noch stark. In der zweiten Hälfte trat ein merklicher Rückschlag ein, ausgenommen in Bayern. Die Zahl der geleisteten Zugkilometer betrug im August 1925 im Personenverkehr insgesamt 30142 000 (Juli 29 790 000), im Güterverkehr 17 589 000 (Juli 18 017 000), bei Dienstzügen 328 000 (285 000), insgesamt wurden demnach 48 059 000 (48 092 000) Zugkilometer geleistet. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß sich diese Ziffern auf den Monat August beziehen.
Die Betriebsergebnisse im Monat August ergaben an Einnahmen zusammen 415 954 000 Rm.. an Ausgaben zusammen 314 073 000 Rm. Im einzelnen betrugen die Einnahmen im Personenversehr 156 867 000 Rm., im Güterverkehr 233 030 000 Rm., sonstige 26 057 000 Rm. Außerordentliche Ausgaben für werbende Sln- lagen erforderten 23 198 000 Rm., der Dienst der Reparationsschuldverschreibungen 99 840 000 Rm. Es wurde die zweite Halbjahresrate für den Dienst der Reparationsschuldoerschreibungen gezahlt. Frachtausfälle entstanden im Güterverkehr infolge des Bauarbeite^treiks.
Aus den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen ist zu schließen, daß auch im Monat September die Gesamtwirtschast der Reichsbahn den Erwartungen entspricht.
* Kunstfeidesabriken in "Brasilien unter deutscher Beteiligung. 3m Staate Sao Paulo in Brasilien ist, wie die „Texril-Woche" mitteilt, der Bau einer Kunstseidefabrik in Angriff genommen. An dieser Gründung sind außer englischen auch deutsche Kunstseidefabrikanten beteiligt. Die neuen Werke sollen eine Produktionskapazität von 500 Kilogramm täglich erreichen. Auch in Rumänien 'plant man, dem gleichen Blatt zufolge, die erste t Kunstseidesabrik des Landes mit einer TageS- t leistung von ebenfalls 500 Kilogramm in Mediao - zu errichten.
!S Lockerung der Beziehungen zwi- . scheu Krupp und Rheinmetoll. Wie der DHD. aus Kreisen der Rheinmetallverwallung erfährt, berät man im Direktorium der Rheinmetall A. G. zur Zeit über die Lockerung der Beziehungen zu Krupp. Man will allerdings das freundschaftliche Verhältnis nach wie vor aufrechterhalten, lieber Einzelheiten der beabsichtigten Schritte wird bei allen beteiligten Stellen Stillschweigen bewahrt, wahrt.
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M.. 26. Okt. Die Abend- borse verkehrte in der Erwartung, daß die Kabi
nettskrise auf ihren bisherigen Stand vielleicht beschränkt bleiben könne, in etwas zuversichtlicherer Stimmung. Bei etwas lebhafterem Verkehr zeigten die Kurse im allgemeinen gute Erholungen. Stärker beachtet waren die sogenannten von Amerika abhängigen Aufwcrtungswerte. für die etwas Kauflust bestand. Besonders Schifffahrtsaktien wiesen gute Besserungen auf. Auch Baltimore zogen ansehnlich an. Interesse bestand ferner für mexikanische Werte, die weitere Steigerungen aufwiesen. Der Anleihemarkt war weiter verödet. Die Abendbörse schloß in befestigter Haltung. Deutsche Anleihen: bproz Reichsanleihe 0,215, Echutzgebietsanleihen 5,05. Ausländische Renten: bproz. Goldmexikaner 43,5, bproz. Silbermexikaner 17,70, 8proz. Mexikaner 12,6, Zolltürken 7.47. Bankaktien: Commerzbank 93,87, Darmstädter Bank Ultimo 106, Deutsche Bank Ultimo 106,25. Discontoaefellschaft 102,50, Ultimo 102,50, Dresdner Bank 100, Metattbank 77, Oesterreichische Kreditaktien 7, Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 70,5, Ultimo 70,5, Gelsenkirchen 77. Mansfelder 67, Kali Aschersleben 114,50. Chemische Aktien: Chemische Griesheim 117,25, Scheideanstält 90, Th. Goldschmidt 60,50, Höchster 118, Holzverkohlung 46,75. Transportwerte: Hapag Ultimo 63, Aordd. Lloyd Ultimo 75,50, Baltimore 62, bproz. Tehuanthepee 17. Industrieaktien. AEG. Ultimo 94. Dyckerhoff 32, Elektrisch Licht und Kraft 90,75, 3nag 0,43, Lahmeyer 79,12, Siemens u. Halske 84,50, Wald- Hof 83, Zucker Heilbronn 54,75.
0 216
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Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
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4% Boatürfe».........
5®/o Goldmerikaner ... .
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-vank Dannst. und Nanonalbank ■ Deutsche Bauk Deutsche vercinSbank .... Discomo Commandit . . Metallbank..........
Mitteldeutsche Treditbauk . . Oesterreichische Crcditanstalt Weltbank .......
Bochumer Guß ...... BuderuS...........
Caro Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke . . Harpcner Berabau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau ..... Rbetnstabl
Mebeck Montau ....... TelluS Bergbau. ......
Hamburg-Amerika Paket.. . Norddeutscher Llovd ....
Cheramische Werke »lbiu . . I Zementwerk Heidelberg .. . I Philipp Holzmann......j
Anglo-Cout.-Guauo . . ... Badische Anilin..... ..
Chemische Mayer Slobin .. Goldschmidt GrieS teimer Electron . . . Höchster Farbwerke...... Holzvcrlovlong ....... RütgcrSwcrle ......... Schetdeanftalt ......
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke . ...... Schuckert Siemens <t Halske Adlerwerle Klcyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt Meguin.......... ,
Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen . . zeonserocnfabrik Braun . . .
Schuhfabrik Her; . . .... Sichel. Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
0.18
90.25
93,75
7.47
43,5
Frankfurt a.M.
Berlin
w'-s
MUS 1 bötU
Datum:
24 1). ; 26 10.
24. 10. 26 10.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung
21 Oktbr.
26 Ott.r.
Amtliche Noti runa
Amtliche Notierung
Meld
Brief
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I68..-4
169,26
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1.727
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19,12
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Stockholm .
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2,375
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Canada. .
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4.205
1.195
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Banknoten.
Berlin, 26 Oktbr
Geld
Briet
Amerikanische Noten
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4.199
Belgische Noten .......
Dänische Noten .......
19,06
103.39
19,16
10.1,91
Englische Noten........
20.815
20,415
Französische Noten ......
17,20
17 28
Holländische Noten .....
168,53
169,37
Italienische Noten......
16,68
1 >,76
Norwegische Noten......
S5.ll
85,53
Denlsch-Oesterr, d 100 Kronen
58.94
59.24
Numanilchc Noten......
w
Schwedische Noten......
111.97
112.53
Schweizer Noten.......
80,55
60.95
Spanische Noten.......
59.93
.0 23
Tschechoslowakische Noten . .
12.88
12.44
Ungarische Noten
5.8«
6.885
berliner Börse.
Berlin. 26. Okt. Die Börje begann die neue Woche in flauer Haltung, die sich an den Aktienmärkten durch Prozentweisen Rückgang der Kurse auswirkte. Nachdem die Börse noch am Samstag unter dem Zeichen des Befehls der Räumung Kölns stand, ist die Lage durch den Austritt der Deutschnationalen aus der Regierung nunmehr völlig unklar, so daß die Börse in der Beurteilung der weiteren Entwickelungsmöglichksiten recht unsicher war. Diese Unsicherheit kam in Verkäufen der Spekulation zum Ausdruck. Angeregt wurden diese noch durch den Sturz des französischen Frankens auf 121.25 gegen London (nach 117). Wie schon erwähnt, bedeutet diese Tatsache eine Verbesserung des französischen Exportgeschäftes. Es liegen bereits Rachrichten vor, daß französischen Firmen infolge der Franken-Baisse größere Aufträge erteilt worden sind. Der Anleihemarkt lag ebenfalls heute recht schwach. Kriegsanleihe gaben cuf 0,210 nach. Für die Werte drs E h e m i e- marktes üvten die Rachrichten über die Aussperrungen und die damit verbundenen Betriebsstillegungen infolge der Lohnstreitigkeiten weiter einen sehr ungünstigen Einfluß aus. Unter dem Eindruck dieser Tatsache hrrte man anfangs lediglich Tiefkurse. Am G 'Idmarkt hat sich die Lage infolge des herannahenden Ultimos versteift, doch erfuhren die Sätze noch keine Veränderung. Die vorhandenen öffentlichen Mittel durften die Ueberwindung des Ultimo wesentlich erleichtern. Am Devisenmarkt fand der eingangs erwähnte Sturz des französischen Frankens große Beachtung. London war gegen Kabel auf 4.84'/z gebessert. Die Reichsmark notierte in London 20.37, Paris 5,90, Amsterdam 59,19' Zürich 123,72V2.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 26. Okt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 23,50 bis 23,75, Roggen, inländ. 17,25 bis 17,50, Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 25, Hafer, inländ. 19 bis 21.50, Mais gelb 18,75 bis 19. Weizenmehl, inländ.. Spezial 0 37,25 bis 37,75, Roggenmehl 25 bis 25,50, Weizenkleie 9,75 bis 10, Roggenkleie 10,25 bis 10,50, Erbsen 30 bis 36, Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10, Weizen- und Roggenstroh 5, Treber, getrocknet 18 bis 18,50. Tendenz ruhig. Amtliche Rotierungen für Speisekartoffeln: Industrie aus hiesiger Gegend 2,90 bis 3. gelbfleischige 2,60, weihschalige 2,20. Tendenz ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M, 26. Okt. Auftrieb: 1470 Stück Rinder, darunter 351 Ochsen, 42 Bullen, 1077 Färsen und Kühe: 347 Kälber, 215 Schafe. 4136 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 55 bis 62, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere audgcmäftetc 45 bis 51. müßig genährte junge und gut genährte ältere 35 bis 44; Bullen, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 56, vollst, jüngere 42 bis 49; Färsen und Kühe: vottfl. ausgemästete Färsen höchsten Dchlachtwerts 53 bis 60, vollst, ausgemästeteKühr höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Ibhren 48 bis 56, wenig gut entwickelte Färsen 42 bis 52, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere^ Kühe 38 bis 46, mäßig genährte Kühe und Färsen 26 bis 36. gering genährte Kühe und Färsen 12 bis 25. Kälber: Feinste Mastkälber 78 bis 86, mittlere Mast- und beste Saugkälber 68 bis 76, geringere Mast- und gute Saugkälber 58 bis 64, geringe Saugkälber 48 bis 53. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 44, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 24 bis 34. Schweine. Vottf^ von 80 bis 100 Kg. 87 bis 90. unter 80 Kg. 80"Vis 86, von 100 bis 120, von 120 b's 150 und Fettschweine über 150 Kg. 88 bis 90, unreine Sauen und geschnittene Eber 70 bis 80. Marktverlauf: Sehr gedrückter Handel in allen Viehgattungen, bei Schweinen und Rindern Aeberstand.
Berliner Produktenbörse. -
Berlin. 26. Okt. Der Produktenmarkt war bei kleinem Geschäft gut gehalten. Das schlechte Mehlgeschäft stört aber weiter. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, märt 212 bis 215, do. Dez. 230 bis 231. do. März 235 b's 236, Roggen, mark. 143 bis 147, do. Okt. 164 bis 162, do. Dez. 165,50 bis 166. do. März 175,50, Gerste, märk. 198 bis 218. Futtergerste 157 bis 163, Hafer, märk. 165 bis 175, do. Westpreußen 157 bis 162, do. Dez. 182 bis 182,50; für 100 Kilo: Weizenmehl 26.75 bis 30.75, Roggenmehl 21 bis 23,25. Weizenkleie 11 bis 11,30, Roggenkleie 8,90 bis 9,20, Viktoriaerbs-en 26 bis 32, kleine Speiseerbsen 25 bis 27, Futtererbsen 20 bis 23, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 22 bis 25, Lupinen, blau 12 bis 12,50, Rapskuchen 15 bis 15,20, Leinkuchen 21,80 bis 22. Trockenschnihel 8,30 bis 8.60, Torfmelasse 9,40 bis 9.60, Kartoffelflocken 13,60 bis 14, Zucker 20,20 bis 20,30.
Rundsrmk-Programm
(Aus der „Radio-Umschau-.) des Armrkfurtsr Senders.
Mittwoch, 28. Oktober:
4,30 bis 6 Ahr Rachmiitagskonzert des Haus- orchesterL: Aus zeitgenössischen Opern. 6 bis 7 älhr Die Stunde der Jugend. 7 bis 7,30 älhr Vortrag von Regierungsrat a .D. Dr. Keck: „Die neue Veranlagung zur Einkommensteuer". 7,30 bis 8 Uhr: Vortrag von Postrat Thurn- Berlin: „Aufgaben und Ziele des Rundfunks". 8 bis 8,30 tifyt: Schachstunde. 8,30 bis 9,30 ilfcr Liebertragung von Kassel: Kasseler Zissel. 9,30 bis 11 Ähr: „Am Leetisch", Lustspiel von Slvboda.
Für Nervenkranke
u. Nervös-Erschöpfte. Spozlalkoranstelt Hol- heim 1. Tannas bei Frankfurt a. M Behagl. eingerichtet, vorzügliche Veroflegung (auch Diät-Kuren). Mäßige Preise Prospekt durch Dr. M. Schulee- Kahleyss, Nervenarzt.
Ralf bei Verschleimung, Duften, Heiserkeit, fitys echte Sodener stets bereit.
SCHUHHAUS
Der gefesselte Strom.
Roman von Hermann Stegemann.
47. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Mit einem Schlag war alles anders geworden, verflogen der Rausch der Stunde, sie standen sich wieder als Kämpfer gegenüber wie einst.
Und Ruth Engelhardt dachte an die Tage in Frankfurt und begann damit, ihn daran zu erinnern, daß sie zusammen aufgewachsen seien und daß keine konoemionelle Verlobung sie bände. Auch keine rosenrote Liebschaft. Er habe sein Leben für sich, wie sie das ihre. Aber er wolle und könne nicht mit dem Maß gemessen werden, das die landläufige Einteilung habe. Er stehe und falle mit seinem Werk.
„Stehen ja, aber fallen?" unterbrach er sie
Und hörte dann wieder mit unterdrückter Unruhe und Ungeduld weiter zu, denn Ruth hatte sich nicht aus der Fassung bringen lassen und erklärte, sie meine das nicht wörtlich, er habe ja selbst von China gesprochen, und wenn er dort auch seinen Mann stände, so wäre er doch nicht mehr der Hanns von heute und vor allem nicht mehr der Hanns Ingold, den sie geliebt habe und für den sie alles täte.
Da Unterbrach er sie zum zweitenmal.
„Du sagst, du habest mich geliebt," forschte er mißtrauisch.
Einen Augenblick zögerte sie, dann griff sie fest an ihr Herz und entgegnete:
„9a, so habe ick aesagt. Ich habe dich geliebt, das will heißen, ich habe dich einmal geliebt, um dich heiraten zu wollen. Das war früher, war aber vielleicht schon an dem Tag nicht mehr, als ich dir in Frankfurt Lebewohl sagte. Erinnere dich dieses Tages, Hanns! Vielleicht weiß ich es auch erst feit heute, daß ich dich nicht mehr liebe, um deine Frau au werden."
,Mas soll denn das heißen? Weil der Bau —"
„9a, Hanns, der Bau, das Werk, aber nicht der Bau des Werkes, sondern das Werk selbst. Ich bitte dich, mir auf die Frage zu antworten: Liebst du mich mehr als dieses Werk?"
„Unsinn!" brauste er auf. „Unsinnige Vergleiche, die du aufstellst! Das kommt nicht aus dir! Dein Vater spricht aus dir! Run, ja denn, in diesem
Werke stecke ich drin, tief und ganz! Wann habe ich das geleugnet? Dränge mich nicht in Konflikte, die sich nicht zu mir drängen!"
„Wir sind schon mitten in diesen stillen Konflikten, Hanns. Und was ich dir in Frankfurt gesagt habe, wiederhole ich heute: Du bist frei, ganz frei."
„Das bin ich nicht," entgegnete er heftig.
„Wenn ich dich freigebe, bist du es'."
Schweigen. Das Rauschen des Windes in den Baumkronen drang herein.
Hanns ging ung<sttüm auf und ab. Ruth saß hintenübergelehnt, die Hande krampfhaft inein- andergefügt.
Er blieb vor ihr stehen. Es war mehr verletztes Selbstgefühl als verstörte Neigung, als er fragte: „Ruth, liebst du mich roirilicb nicht mehr?" Sie stand auf. Eine andere Ruth, herb und abweisend.
„Was nützt diese Frage? Um dich handelt es sich. Du und dein Werk, ihr seid eins. Und tvenn ich zwischen dir und deinem Werk stände, Hanns, dann hättest du keine Wahl. Deshalb gebe ich dir heute den Weg frei."
„Ruch, hinter allem steckt etwas Bestimmtes. Du kannst mir helfen, ich spüre es, und —"
„Und deshalb mußt du frei fein, Hanns Ingold," unterbrach sie ihn rasch.
„Und du?" Eifersüchtig brannte er auf.
,Lch auch!"
Hoch aufgerichtet stand sie vor ihm. Er sah den goldenen Zirkel in _bcr braunen Feuchte ihrer Augen zum klaren Stern zusammenschließen.
Die Flügel ihrer Nase bebten vom heftigen Atem.
„Ich dachte, es wäre ein Wiedersehen, jetzt sieht es wie ein Abschied aus," versuchte er zornig zu spotten. „Ich soll nicht bauen dürfen, und du gibst mir den Abschied. Sind das Zusammenhänge, bann habe ich — nein, so ist es nicht."
Er hatte sich selbst noch zurechtgewiesen.
Aber Ruth war schneeweiß geworden, als er so sprach.
„Es sind Zusammenhänge, nur nicht solcher 2k(. Und ein Abschied ist es auch, denn ich will nicht, daß du wählen mußt zwischen deinem Werk und mir. Das will ich nicht, und deshalb habe ich dich freigegeben. Ich weiß, wie du gewählt hättest.
und ich'begreife, ich fühle sogar, daß du das WSrk wählen müßtest und nicht mich!"
„Und wenn ick es nicht täte? Wenn ich euch zeigte, daß ich auch anders kann! Als ich vor einer Stunde in dieses Zimmer trat und du kamst, da hielt ich dich, du miet), wie noch nie im Leben! Wenn ich dich festhaltc, Ruth, und das Werk in den Rhein werfe, was bann?"
Er hatte den Hut weggeschleudert und war mit klammernden Armen zu ihr hingestürzt, riß sie ein sich, suchte den zuckenden Mund mit gierigen Stüffen.
Vergebens rief Ruth ihm entgegen:
„Das tust du nicht. Und darfst es nicht. Dann habe ich dich nie geliebt, bann bist du nicht ber Hanns Ingold, den ich heute freigebe!"
Sie bat, sie stammelte, litt feine Küsse, bäumte sich auf, riß sich endlich los, bezwang die jubelnden Sinne unb wiederholte laut und klar:
„Unser Verlöbnis ist zu Ende. Es war ein Abschied. Ich verlange deinen Respekt."
Er zuckte zusammen, wurde fahl, raffte seinen Hut wieder aus und bereitete sich, zu gehen.
„Leben Sie wohl, Fräulein Engelhardt!"
„Das ist mehr als Respekt, Hanns Ingold, das klingt nach Nichtmehrkennenwollen."
Er wandte ihr das Gesicht zu. Don fiebernden Rerven spannte sich jeder Zug.
„Nun habe ich nur noch mein Werk!"
Da flammte sie auf und rief inbrünstig:
„9a, Hanns, nun hast du, nun baust du dein Werk!"
Und als er ihr leidenschaftlich verklärtes Gesicht anstaunte, wider Willen festgehalten, da fuhr sie mit ruhiger Stimme fort;
„Ich werde dir heute noch schreiben. Fahre nicht auf Dem Ingenieur Hanns Ingold, für den sie schon viele Briese geschrieben hat, wird Ruth Engelhardt schreiben. Ich weiß einen Mann, ber dein Wert auf die Schultern nimmt."
„Ruth?" schrie er voll Triumph unb vergaß, was geschehen war. Sie unterdrückte die Tränen, die ihr dieser verräterische Iubelrus aus dem Herzen geschlagen hatte, und endete:
„Bitte, gehe jetzt. Der Brief ist in zwei Stunden in deiner Hand."
„Willst du mir nicht sagen —?" drängte er ungestüm.
Ein weher, qualvoller Blick traf ihn, erstickte ihm das Wort im Munde, unb leise sagte sie:
„Lebe wohl, Hanns, ich schreibe, unb bann hältst bu bein Schicksal in ber Hand und kannst wählen. Ich — das vergiß nicht — ich habe unser Verlöbnis gelöst."
Sie lieb aufrecht stehen, bis die Tür fiel, sein Schritt verhallte unb sie allein war.
Als Engelhardt seine Tochter austuchte, fand ec sie am Fenster zusammengesunken, ohne Tränen, nur unfähig, sich zu bewegen und ein Wort oder eine Klage auszustoßen. Sie ließ sich von ihm in ihr Schlafzimmer führen, von ihm entkleiden. Still lag sie im Dämtnerdunkcl der geschlossenen Läden unb blickte mit weitgeöffneten Augen ins silberspinnende Zwielicht. Draußen tobte ber trockene Wind unb wirbelte Staub unb Blätter.
9iad) einer Stunde erhob sich Ruch und schrieb den Bries. Er war kurz, er war wirklich nur an den Ingenieur gerichtet. Die Anrede „Lieber Hanns" hatte ihr keine Skrupel gemacht, und leicht floß das „Sie" aus der Feber. Die Gedanken gehorchten ihr gern. Nur nach außen lag alles in merkwürdiger Starre gebunden. Sie hatte nicht die Kraft, sich unter den Menschen zu zeigen, denn sie brachte ihre Lippen nicht zum Sprechen. Die Feder unb bie Gedanken waren gefügiger gewesen. Alles andere war wie abgestorben.
Spat am Abend kam Engelhardt noch einmal zu ihr.
„Das hat dir schon lange zu schaffen gemacht, Ruth. Bewußt und unbewußt. Nun ist die Krisis vorüber. Von dir selbst heroorgerufen, und das ist brav. Ich operiere nicht mehr, Mädel, aber diesmal hat es in mir geschrien: Das Messer her! Und bann kamst bu und schnittest selbst, bu hast ihn geliebt, liebst ihn noch —
,^)alt, Papa, ich muß es dir sagen, bamit du, nur du, es weißt: Ich habe es aus Liebe getan."
Zwei Tränen zogen über ihre Wangen.
„Du hast — Mädel! Ruch!"
„Aus Liebe, Papa. Ihn sich selbst wiedergegeben, denn ich stehe zwischen ihm und Gerhart .lylander. Unb Lylander geht mit ihm hinein, das fühle ich!"
„Herrgott im Himmel, Ruth! War es so gemeint! Du hast dich geopfert!"
(Fortsetzung folgt.)


