Ausgabe 
27.8.1925
 
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nei. Forderungen sind bis zum 29. Oktober beim Amtsgericht in Pfeddersheim anzumelden. Lieber das Vermögen der Firma Jakobi und Roth, Metallwarenfabrik zu Offenbach !Main) wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 26. September beim Anusgericht Offenbach anzumelden.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlug. Kur,

SchluhK. Abena» börje

Schluh. Rurs

5»ru6N

Mittag bStle

Datum:

25. 8.

26 8.

25. 8.

26 8

5% Deutsche NeichSanleihe .

0.1775

0.171

0.1875

0.1725

4°,,3 Deutsche NeichSanleihe .

0,28

0,320

0,3025

3Deutsche Reichsanleihe

0.31

0,27

0 315

0.29

3°/,. Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämieuan leihe

0,67

0.10

0,125

0 70

0,115

0.61 0,1225

4°/o Preußische Konlols . . .

4% Hessen.........

0.28

0.28

0,25

0,22

0,28

0,30

0 29

3V/« Hessen..........

3°/0 Hessen.........

0,345

0,245

0,265

0,25

Deutsche Werth. Dollar-Anl.

89.5

->9,8

91.75

91.75

d«o. Doll Schatz-Anweisug.')

'4.25

94,6

94,8

94 6

40/<> Zolltürken.........

<.35

6.35

6.4

6.2

5% Goldmexikaner.....

35.5

38

-

39,75

Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank

125

96

125

95.5

95?5

126.25

95,5

Tarmst. und Nationalbank .

113.25

lli

113,25

113

Deutsche Bank.........

113.7.)

113

113,62

113

Deutsche Pereinsbank ....

DiSconto Commandit ...

104

103.25

103 75

103.25

Metallbank...........

80.5

80,5

Mitteldeutsche Creditbank. .

93,5

93,5

93.5

92.75

Oesterreichische Lreditanstalt.

7,4

..4

.4

7,4

Weltbank............

0.06

0.06

0.05

0,05

Bochumer Guß........

63

62

63.13

62,25

BuderuS...........

40

38.5

39,5

38.75

Laro ............

36

35

36

35,2.5

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. .

61,5

50.25

63

51

61.4

50.5

61,25

48.62

Harpener Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

95

119,5

86

120

96

120.25

93.1

119,4

Kaliwerk Westeregeln.....

»36

138,5

20 6

20,5

Laurahütte...........

35

33,6

33.62

32

Oberbedarf...........

37

36,8

35.9

36.13

Phönix Bergbau ......

Rheinuahl...........

Riebeck Montan........

68,25

54

69.25

54,75

69,7

54

67,5

53

73.5

73

74,5

73,5

Tellus Bergbau. ......

46

46

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Lloyd.....

54,5

53.4

54,25

51,5

55

53,75

53

52,35

Lheramische Werke Albiu . .

_

Zementwerk Heidelberg . . .

Philipp Holzmann......

65.75

66

55,13

54.5

55,5

55 5

Anglo-Cont.-Guauo.....

90 25

90.13

Badische Anilin........

Che milche Mayer Alapin . .

124,25

124,25

124 75

123,75

0.4

0,4

Goldschmidt.........

72

70,5

120

72

69.75

Griesbeimer Electron ....

121

121

118,5

Höchster Farbwerke......

121,5

120.5

120,6

119.5

Holzverkohlung........

4.1

50.5

Rütgerswerke . ........

64

62,75

62,25

Scheideanstalt ........

96,25

96,13

Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft

96

96,25

96.25

93.3

Bergmann...........

Mainkraftwerke........

70,3 74

70

76

71,75

70,5

Schuckert . . .........

57

58

55,62

55

Siemens & Halske ......

76,4

<5,5

76,5

75,5

Adlcrwerle Kleyer......

48.5

48

48.5

48

Daimler Motoren.......

39

38

39

39

Heyligenstaedt.........

28

27

Btearnn.............

37

37

36

36

Motorenwerke Mannheim

54

54

Frankfurter Armaturen . . .

Konservenfabrik Braun . . .

0.4 0,825

0,4 0,755

Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A -G. - .....

Schuhfabrik Her;......

100.5

63.25

33 9

100

63.25

37

64

35

63,75 36.5

Sichel..............

Zellstoff Waldhof......

19.25

9.3

17

9 25

19 3,35

17

9,13

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

S8

59,1

>6

56

56

Berliner Börse.

(Eigener Drcchtberichl des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 26. Aug. Es mangelte der Börse heute an jeglicher Anregung. Die Deckunaskäufe haben aufgehört und auch die gestern vorgelegenen Kaufaufträge seitens der Banken kundschaft, na­mentlich der ausländischen, fehlen. Infolgedessen - übertrug sich der lustlose Verlaus des gestrigen

Abendverkehrs auf die heutige Dürfe, die in mat­ter Tendenz eröffnete. Die Platzspekulation ' benutzte diese Lage zu neuen Handabgaben, na­mentlich in Montanwerken. Hier verstimmten vor 1 allem die ungünstigen Auslasiungen der rheinischen - Stahlwerke und die nunmehr endgültig erfolgte

Ablehnung der kürzlich gefällten Schieds- \ spräche durch die R u h r b e r g a r b e l t e r , ferner die aus allen Teilen des Reiches gemeldete weitere Verschlechterung der A r b e i t s m a r k t- läge. Diese Momente trugen zur Zurückhaltung des Publikums bei und gaben der B a i s s e - S p e- kulation eine Stütze. Demgegenüber vermochte sich die anhaltend leichte Lage des Börsenmarktes nicht auszuwirken. Hier haben sich die Sätze trotz des herannahenden Ultimos noch nicht erhöht. Täg­liches Geld unverändert 7$ bis 9 Proz., Monats-

Frei geworden.

Erzählung von Klara Prieß.

5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Da ließ Anna alle weiteren Pläne. Denn zu der Zeit war, was Max Broken schrieb, ihr Gesetz und Offenbarung. Sie hielt auch bei ihm noch für Liebe, was doch in der Hauptsache Stolz, Egoismus und Herrschsucht war, denn Max Braten wollte hoch hinaus. Er hatte sich sein Leben in München frei und schön gestaltet. Die gedrückte Atmosphäre, in der Anna leben muhte, all dies Reden und Quälen ums tägliche Brot verletzten ihn persönlick als unwürdig und unschön. Und seine Braut in abhängiger Stel­lung bei fremden Leuten zu wissen, war ihm ein peinlicher Gedanke.

Seine Besuche fielen immer kurz und flüchtig aus, wenn er in diesen Jahren auf der Durchreise nach Krüxow die alte Stadt passieren muhte. Jede Geld­unterstützung hatten die Frauen abgelehnt, und zu der vornehmen, stillen Art, ihnen zu helfen, die Max Braken dann vorgeschwebt, wollte es auch nie kom­men, denn das Bargeld war knapp auf Krüxow, und er hatte Mühe, das Nötige für sich herauszu- ziehen. Don einer öffenllichen Verlobung, wenn er das Referendarexamen bestanden, konnte längst nicht mehr die Rede sein, denn mit der trockenen Juristerei hatte Braken sich nicht befreunden können, und nach einem kurzen Anlauf im ersten Semester für immer Schluh mit diesen Zukunftsplänen gemacht.

Er studierte dann Literatur und Geschichte und wollte sein philologisches Examen machen. Aber auch hier lag seiner Neigung und Begabung eigentlich nur das ganz Neue, Moderne, und ein Dasein als späterer Gymnasial-Oberlehrer schien ihm so wenig reizvoll, dah es zu ernhasteren Studien auch hier nicht kam.

In dem Kreise junger, begabter Menschen, dem Max Braken in jenen ersten Münchner Jahren an- gehörte, galt es auch zum outen Ton, nicht an Zu- kunftsversorgung und Brotstudium zu denken. Alles Literarische, Aesthetische wurde hier so hoch eilige- wertet, schien so wichtig und lebenausfüllend, daß etwaige andere und praktische Interessen kleinlich und lächerlich wurden. Das war Master auf Max Brakens

gelb 10$ bis 11$ Proz., letzteres mehr nominell. Im internationalen Devisenoerkehr trat in den französischen und belgischen Fran­kenkursen nach der Stabilität der letzten Tage wie­der eine Abschwächung ein, die verschiedentlich mit dem recht ungünstigen Eindruck der französi­schen Antwortnote in Berlin in Zusammenhang gebracht wurde. Paris stellte sich gegen London auf 104, Brüssel gegen London auf 107,60. Die gestern eingetretene Befestigung des Lire- Kurses ging ebenfalls wieder verloren. Mai­land stellte sich gegen London auf 131. Eine weitere leichte Besserung zeigten dagegen nordische Währungen, und zwar hörte man Oslo gegen London mit 25,22 und Kopenhagen gegen London mit 20,18. Die deutsche Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,40, Paris 5,09, Amsterdam 59,05$.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

(Sn Billionen Mark auSgedrückt. BneuoL-StrrS, London, Neu- vork, Sewan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien nnd Vudavest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewahr.)______________

25 August

26 August

Amtliche Geld

stoti rung Bries

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Amst.-Ron

169.11

169,53

169,01

169,51

Buen -Aires

1.692

1,696

1,690

1.694

Brss.-Antw

19 06

19,10

18,9 * 1 * * *

19,03

Christiania.

80.30

80,5»

81,40

81,60

Kopenhagen

100,67

100,93

101,87

102,13

Stockholm -

112,73

113,01 10,71

112,66

112,91

Helstngfors-

10,57

10,57

10,61

Italien. . .

15,81

15,85

15,65

15,69

London. .

-'0,379

20,431

20,379

20,431

Neuyork . .

4.195

4,205

4,195

4,205

Paris....

19,74

19,78

19.635

19,675

Schweiz . .

81.21

81,41

81,26

81,46

Spanien . .

60.38

60,54

60.38

60.54

Japan . . .

1.708

1,712

1,712

1,716 0.520

Rio de Jan. Wien in D-»

0 518

1.520

0,518

Qest. abgeft.

>9,12

59,26

12,47

39,12

59,26

Prag ....

12,43

12.43

12.47

Belgrad . .

7,50

7,52

5,91

7,505

7,525

Budapest. .

5,89

5.895

5,915

Bulgarien

3.03

3,04

3.03

3,04

Lissabon

20 825

20.875

-0,8*5

20,875

Danzig. . . Konstantin-

80 80

81.00

80.80

81,00

2.435

2,445

2.42

2,43

Athen. . .

6 53

6.55

7.415

6.435

Banknoten.

Berlin, 25. August-

Geld

Brief

Amerikanische Noten.....

1.21

4,23

Belgische Noten........

18,90

19,00

Dänische Noten........

101,74

102,26

Englische Noten.....; ..

20,37

;O,47

Französische Noten......

19,71

19 81

Holländische Noten......

168,58

169.42

Italienische Noten......

15,76

15,84

Norwegische Noten......

81.15

81,55

Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen

59.04

59.34

Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

112,37

112,93

Schweizer Noten.......

81,25

81,65

Spanische Noten.......

60.10

60.40

Tschechoslowakische Noten . .

12,39

12.45

Ungarische Noten.......

5,84

5,88

Frankfurter Abenddörse.

Frankfurt a. M. 26. Aug. Die Abenb- börse verzeichnete feste Haltung, namentlich für chemische Aktien, in welchen einige Meinungs­käufe das Geschäft etwas belebten. Am Montan­markt setzten sich die Deckungen für Phönix und Deutsch-Luxemburg fort. 3m allgemeinen erfuhr die Festigkeit der Aachbörse eine Fortsetzung. Deutsche Anleihen waren vernachlässigt. Die Abendbörse schloß in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 4prozentige Schutzgebietsanleihe von 1913 3700, 4prozentige do. von 1914 3700. Aus­ländische Renten: 5proz. Goldmexikaner 38, 5prvz. Silbermexikaner 14,75. Bankaktien: Allgemeine Deutsche Creditanstalt 80, Berliner Handels­gesellschaft 126, Darmstädter Dank 113, Deutsche Dank 113, Discontogesellschaft 103,25, Dresdner Dank 101, Mitteldeutsche Credilbank 93,50, Reichsbank 125, Oesterreichische Kreditaktien 7,40. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 63, Gelsen­kirchen 51, Harpener 86, 3lse Bergbau 90,50, Mannesmann 63,75, Mansfelder 66,25, Phönix 69,25, Rheinstahl 54,75, Kali Aschersleben 120, Kali Westeregeln 138,50. Chemische Aktien: Dad. Anilin 124,25, Chem. Griesheim 120, Scheide- anstalt 96,12, Elberfelder Farben 120,75, Gold­schmidt 70,50, Höchster Farben 120,50, Holzver­kohlung 50,50. Schiffahrtsaktien: Hapag 54,25. Industrieaktien: Adlerwerke Kleher 48. AEG. 96,25, Dyckerhoff 31, Elektrisch Licht und Kraft 98,50, Eßlinaer Maschinen 35, Holzmann 54,50, Gebr. Iunghans 65, Lahmeyer 69,50, Lechwerke 72,25, Schuckert 58, Der. chem. Industrie Frank­furt 51, Wahß und Freytag 68,50, Badischer

Zucker 56. Offsteinzucker 53, Löwenbräu München 174.

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtberichi desOiefcener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 26. Aug. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer neuer Ernte 23 bis 23,25, Roggen, inländischer neuer Ernte 18,75 bis 19, Sommergerste für Brauzwecke neuer Ernte 26 bis 27, Hafer, inländischer neuer Ernte 20 bis 20,50, Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,25 bis 39,75, Roggenmehl 27,50, Wei­zenkleie 11,25, Roggenkleie 11,75. Tendenz: Flau.

Berlinsc Prv'our--' ss.

Berlin, 26. Au. Der Produktenmarkt war bei ruhigem Geschäft erholt, da das Angebot zurückging. Dabei war Terminware stärker er­holt als effektive. Es notierten pro 1000 Kilo­gramm: Weizen (märt.) 217 bis 220, Mecklen­burger 213 bis 215, Weizen (September) 23572 bis 236, Weizen (Oktober) 246. Weizen (Dezem­ber) 256, Roggen (mark.) 165 bis 172, Roggen (Sept.) 184, Roggen (Oft.) 194, Roggen (Dez.) 205 bis 202, Roggen (pomm.) 155 bis 163, Rog­gen (mecklenb.) 160 bis 165, Gerste (märk.) 230 bis 258, Futtergerste 180 bis 185, Hafer (märk.) 167 bis 175, Hafer (pomm.) 160 bis 167, Hafer (Sept.) 176, Hafer (Oft.) 183 bis 184. Hafer (Dez.) 189 bis 190, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360; für je 100 Kilogramm: Weizenmehl 30.75 bis 33.75, Roggenmehl 24.25 bis 25.75, Weizenkleie 13.00, Roggenkleie 12.60, Biftoriaerbsen 26.00 bis 33.00, Futteverbsen 21.00 bis 23.00, Wicken 26.00 bis 29.00, Lupinen (blau) 12.50 bis 14.00, Rapskuchen 16.10 bis 16.30, Leinkuchen 22.80 bis 23.00, Trockenschnihel 12.00 bis 12.30, Torfmelasse 9.50, Kartoffelflocken 21.00, Zucker 21.80.

Bücherlisch.

D r. Richard Krebs: Der Bauern­krieg in Franken 1 525. (ZwischenNeckar und Main. Heimatblätter des Dezirksmuseums Buchen. Herausgegeben von K. Trunzer. 70 S. 1,50 Mk.) Die Darstellung des Bauernkriegs in Franken 1525 von Archivrat Dr. Krebs ist nicht nur eine einwandfreie gelehrte, weil auf jahr­zehntelanger sorgfältiger archivalischer Forschung beruhende, sondern auch eine wahrhaft volks­tümliche und weitaus das Beste von all dem vielen, was anläßlich der 400jährigen Wieder­kehr der Bewegung über ihre Ursachen, Forde­rungen und ZiÄe, Verlauf und Folgen geschrie­ben worden ist: ebenso lehrreich wie fesselnd für jeden Volks- und Geschichtsfreund. 489

Führer durch das HessischeVer- sicher u n g sg e s etz für gemeindliche Beamte von H. Erb, Direktor der Hess. Ver­sicherungsanstalt für gemeindliche Beamte zu Darmstadt. In dem im Selbstverläge des Ver­fassers erschienenen Buche sind die einschlägigen Bestimmungen in übersichtlicher Weise bearbeitet und mit Erläuterungen und Beispielen versehen. Versicherungsnehmern und Anstellungskörper­schaften toiti> damit ein unentbehrlicher Ratgeber gegeben, der sie ohne Mühe jede erforderliche Auskunft finden läßt. 490

Wichtige und interessante neue Winter- stoffe sind nach demBaza?" fellartiae Mantel­stoffe, Gobelinstoffe und wollene Kleiderbvokate. Man wird Samt mit Spitzen, und Wolle mit seidenen Geweben zusammen verarbeiten und am Abend viel Chiffon unb Spitzen tragen. Auch Metallborden und bunte Plauener Stickerei­borden ftrtb Besatzneuheiten. Der Mantel scheint im kommenden Winter die größere Rolle zu spielen, er ist zahlreicher vertreten als das Kostüm, dessen Jacke kürzer geworden ist. Auch Mantellleider werden wieder getragen. Die eigen­artigen, zeitlosen Kleider schlichten Sti-ls, die das neueDazar"-Heft außerdem bringt, kommen gewiß einem Bedürfrris nach Vereinfachung der Tagesmode entgegen.

Francs als Graphike r". Ein Weg zum wirklichen Naturbild, herausgegeben von Rud. Engel-Hardt, Leipzig (Walter Seifert, Ver­lag, Stuttgart-Heilbronn). Francs, der Darsteller der großen Gesetze des Seins, an Größe und Mut des Wurfes nur Oßmald und Spengler vergleich­bar, ist vielleicht berufen, Leitstern der Menschheit eines Verfallzeitalters zu werden. Dieses Buch gilt France dem Naturschiiberer, ber bie Pflanzen ben Schulen, bie Berge einer ganzen Bergsteigergenera, tion schenkte, es zeigt ihn, wie er bie wissenschaft­liche Wahrheit in seinem Wirklichkeitssinn künstle-

Mühle. Wohlig plätscherte er mit und ahnte nicht, baß er nur mit bem großen Strome ging, währenb er lauterPersönliches" unbEigenstes" zu tun unb zu schreiben glaubte. Es kostete noch viel Zeit unb manche harte Stunbe, ehe Ätax Braken begriff, baß er nicht original unb selbstschöpferisch begabt war, auch wenn ihm hin unb roieber eine Skizze ober ein Vers glückte unb in einer Zeitschrift zum Abbruck anoenommen würbe.

Darin sah Anna bald klarer, unb Tante Lotte, bie zu lesen verstand sorgte auch dafür, baß sie sich keine Illusionen über Brakens schriftstellerische Lorbeeren machte.

So geschah es ganz langsam, baß Anna ben Glauben an Max Braken unb seine Fähigkeiten ver­lor. Dazu kam, baß ihr eine lebensausfüQenbe Ar­beit all bie langen Jahre hinburch gefehlt hatte.

Sie hatte ihre Jahre verträumt. Unb weil sie sich mit Recht sagen konnte, daß sie es an Liebe nie hatte fehlen lassen, kam sie langsam dazu, die Oebe unb Leere biefer Jahre auf Max Brakens Konto zu setzen unb alles auf feinen Mangel an Liebe unb ernstem Pflichtbewußtsein zu schieben.

Je mehr Zeit sie verbrauchte, baruber nachzu­grübeln, um so weniger schien ihr zu werden, was seine Briefe unb kurzen Besuche ihr boten, um so mehr verblaßte ber Golbschein ihrer jungen Liebe unb ber Glaube, an seiner Seite in ber Zukunft ihr Glück zu ftnben.

Aber ein anbres kam lang am an bie Stelle ihres jungen Glaubens unb Hof ens: bie Sehnsucht nach ber eignen Häuslichkeit, bie iyr lebenausfüUenbe, glüefbringenbe Arbeit geben mußte. Wenn sie jetzt in guten Stunben noch Zukunftspläne machte, so war es kein verliebtes, verträumtes Liebesglück mehr, was sie vom Leben wollte, es war nur Sorgen unb Schaffen für bas eigene Heim. Das waren Anna Scyumanns eigene Gebauten, seit Not unb Zeit sie zum Weibe hatten reifen lassen.

Aber auch zu so viel Zukunstshoffen reichten ihr heute Kraft unb Mut nicht mehr. Sie saß auf bem alten Fensterbrett in bem Korblehnstuhl mit ben verblichenen, roten Leinenkisten. Die Sonnenstrahlen kamen von draußen herein, aber es war nur bie Herbstsonne, bie ein paar letzte, kühle Strahlen schickte. Hier auf bem Fensterplatz hatte Anna manche Stunbe biefer langen Jahre gesessen. Ihre

Mutter, bie in letzter Zeit viel kränkelte, ruhte meist auf bem roten Plüschsofa, bas als letzter Rest von Tante Lotteskalter Pracht" noch im Zirner stand. Tante Lotte hatte ihren alten Fensterplatz im Neben­zimmer behalten,wo man die Passage sehen konnte".

Unten, in den zwei tiefen Schubfächern des alten Fenstertrittes, lagen viele Pakete weißer Wäsche, alles zierlich genäht, gestickt und geplättet und mit blauen Bändern zusammengebunden. Annas fertige Wäscheaussteuer.

Ein gut Stück von ihrer Jugendkraft und ihrem jungen Mut hatte sie in die weißen Pakete hinein­genaht und hineingebunden.

Jetzt lagen Anna Schumanns Hände müßig im Schoß. Sie hatte die Mittler eben zeitig zur Ruhe gebracht. Nun zwang sie nichts mehr, heiter und ruhig $u scheinen, sie durfte traurig und müde fein; denn sie hatte seit einer Woche schon auf ihres Ver­lobten Kommen gewartet, so sehnsuchtsvoll, so bange! Teilnahmlos saß sie so, die Hände im Schoß gefaltet, ben Kopf gebeugt. In ihrer Tasche steckte Brakens letzter, oft gelesener Brief, ber sein Kommen ver­sprach. Wann würbe er sein Wort einlösen?

*

Max Braken waren bie Jahre seines Stubiums nur zu schnell vergangen. An Anregung unb Ab­wechslung, auch an Arbeit, soweit sie seinen Neigun­gen entsprochen, hatte es nicht gefehlt. Unb er be- mitleibete sich selbst, weil nun biese Jahre ber Frei­heit unwiberbringlich vorüber waren. Zwar so rosig wie ber Anfang war ihr Ausklang nicht gewesen, unb bas machte bie Sache entschieben leichter. Auch bas übermütig luftige, selbstbewußte Jugenbglück jener ersten Münchner Jahre hate sich verbraucht unb abgestumpft. Mit bem Schriftstellerruhm unb ben Honoraren ging es langsam ober eigentlich über­haupt nicht vorwärts.

Unb mit seinem Gut Krüxow ging es bergab. Es war bie höchste Zeit, einmal nichts mehr heraus­zuziehen, fonbern einiges in bie recht herunterge­kommene Wirtschaft hineinzustecken.

Dazu tarnen bie Briefe Annas unb ihrer Mut­ter, liebevolle, gute Frauenbriefe, bie nicht brängten unb sortierten, zwischen deren Zeilen sich aber doch allerlei lesen ließ. Annas Briefe wurden immer sei- tener und kürzer ebenso wie seine eigenen. Dafür

risch formt, wie er dieoptimale Illustration^ schajst. 27B

Faltboot". Anleitung zur Selbst» Herstellung eines Zweisitzers von Diplom-InL Josef Locher, (Sammlung Spiel und Arbeit Bd. 100) Verlag Otto Mayer, Ra­vensburg. Soeben erscheint als hundertstes Bändchen der beliebten Sammlung Spiel und Arbeit die Anleitung zum Selbstbau eines Falt­bootes. Lieber die Beliebtheit des Faltboot­sportes zu sprechen erübrigt sich hier. Mit Hilf« der Anleitung ist nun selbst der in solchen Din­gen Ungeübte in der Lage, sich ein zweisitziges Wanderboot in den Maßen 4,50:0,72 herzu­stellen. 456

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser RubrÄ stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Pi ^likin. r - !".nq.)

Am Ausgang ber Ederstraße werben jetzt seit Wochen in Meilern Ziegel gebrannt, ein primitives Verfahren, wie man es selten nur noch auf bem stachen ßanbe unb bann fern allen menschlichen Wohnungen antrifft. Die schwe« lenben Meiler ober Felbbranböfen verpesten selbst, verstänblich im weiten Umkreis mit ihrem Rauch unb ihrem für alles Leben schwer schäblichen an- bereu Abgasen bie Luft. Dieser Qualm unb Dunst zieht bis weit in bie benachbarten Glrahenzüge unb verpestet bie Luft bis über bie Anlagen hin­aus.

Solche Schäbigung muß ber Gießener Bürger jener Gegenb nun feit Wochen Tag unb Nacht er­tragen. Will er eine Abenftunbe am offenen Fenster ober auf bem Balkon Luft schöpfen ober bie er- srlschenbe Nachtluft in seinen Schlafraum lasten, immer schlägt ihm biefer erftiefenbe, sich schwer auf bie Atmung legenbe Dunst entgegen.

Welche Behärbe trägt hier bie Verantwortung bafür, baß eine ganze Stabtgegenb unter blefem bie Gesunbheit ber Anwohner schwer schädigenben Uebel zu leiben hat? Kann ober muß hier nicht bas staatliche Gesunbheitsamt einschreiten? Jeden­falls steht zu wünschen, daß die Angelegenheit nicht auf sich beruhen bleibt. K. H,

Wie lange braucht eine Postkarte von Duten­hofen nach Allendorf an der Lahn?

Der Absender wirft die Postkarte an einem Donnerstag in einen Postbriefkasten in Dutenhofen. Da er nicht weih, Satz der Kasten kurz zuvor geleert wurde, kommt die Karte erst am Freitag aus dem Kasten zum Vorschein, um nun nach Gießen ihre Reis« anzutreten. Hier kommt sie Samstags an und wird nunmehr nach Klein-Linden befördert, wo sie Sonntags eintrifft. Da in Klein- Linden Sonntags keine Postbestellung vvrgenom- men wird, wandert die Karte am Montag nach Allendorf an der Lahn. Die Antwort auf die Lleberschrifts-Frage lautet also: Eine Postkarte benötigt zur Beförderung von Dutenhofen (Preußen) nach Allendorf an der Lahn (Hessen) fünf Tage?

Rundfunk-Programm

des Frankfurter SeuderS.

(Aus derRabio-Llmschau".)

Freitag, 28. August.

3Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 4H6t: Wetter­bericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Llhrr Wirtschaftsmeldungen. 4.15 LIHr. Dachrichten­dienst der Industrie- und Handelskammer Fran- surt a. M.-Hanau. 4.20 LIHr. Nachrichtendienst. 4.25 Llhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 biS 6 Llhrr Hausfrauen-Rachmittag. 6 bis 6.30 Llhr: Dir Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): AuS Don Quichote" von Cervantes). 7 Llhr: Wirt­schaftsmeldungen. 7 bis 7.15 Llhr: Die Bespre­chung. 7.30 bis 8 Llhr: Vortrag von F. v. Artus: Ausgestorbene und aussterbende Tiere". 8 big 8.30 Llhr:Das alte China", Dortrag von Ma­jor a. D. Bansa. 8.30 bis 9.30 Llhr: Tanz«« musik der Tanzkapelle Steinmetz. 9.30 Llhrr Rachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Llhrr Die Spätankündigung:Herrlich! Etwas dunkel zwar Aber 's klingt recht wunderbar!" 9.4h Llhr: Sportfunkbienst. 10 bis 11 Llhr: Cabaret-

abend. _______________________________

Verantwortlich für ben lokalen Teil:

i. V. Eyrhard Evers.

schrieb bie Mutter häufiger, bah Anna so blaß werd» unb recht elenb aussähe, es fiele auch schon anberen Leuten auf. Unb im Stifte wüßten allmählich all« Damen Bescheid unb wunderten sich, baß noch immer nicht bie Verlobung veröffentlicht würbe. Auch Tante Lotte schrieb brollige, kluge Briefe, in benen schon beutlicher zu lesen war, was man jetzt für Brakens Pflicht unb Schulbigkeit hielt.

So war benn, vor einem Jahr ungefähr, für Braken ber Tag gekommen, an bem er einen Schluß­strich unter bas amüsanteste Kapitel seines Lebens, München", machen mußte.

Es war recht unangenehm, baß Krüxow nicht mehr einbringen wollte, unb baß er Anna Schumann jetzt schon heiraten mußte, aber er hatte nie im Ernst baran gedacht, eins von diesen beiden Dingen auf­zugeben; denn neben aller Jugenbbegeisterung für das leichte, sonnige.Münchner Leben hatte er doch im tiefsten Grunde auch ein gutes Stück Zuneigung zu dem Stück Jugend da oben, zu ber eigenen Scholle Lanb an ber blauen Ostsee, zu ber alten, türmereichen Stadt und bem stillen, blonben Mäbchen, bas ba nn St. Gertrubstist auf ihn wartete.

Unb bann war es eben einfachanständig", daß er Anna jetzt heiratete. Unteranständig" verstand Max Braken alles, was ihm ehrenhaft und nötig schien. Das tat man eben, auch wenn es nicht ge­rade angenehm war

So hatte er sich denn, möglichst seiner Neigung unb Begabung folgenb, im vorigen Herbst entschlos­sen, eine Stellung als Redakteur zu suchen, um im Preßsach Beruf unb Brot zu finden. Er hatte dem Münchner Leben tapfer Lebewohl gesagt unb ganz klein unb von ber Pike auf angefangen als zweiter Rebakteur besAmts- unb fireisblattes, bas in einer sübbeutfchen Kleinstabt herauskam. Da hieß es die Zähne zufammenbeißen und den Phantasten nicht zu Worte kommen lassen, der noch von einer großen Zukunft und eigenem poetischen Schaffen träumte.

Aber sein Erbteil vom Vater her, jener gesund« Menschenverstand unb feste Ehrbegriff, half Braken burch. Er hatte es so weit gebracht, baß ihm jetzt an einem Berliner Blatte eine verhältnismäßig gute Stellung zugesichert war, eine Stellung, bie ihN das Heiraten möglich unb bamit, wie bie Dings nun einmal lagen, zur Pflicht machte.

(Fortsetzung folgt.)

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