Ausgabe 
27.8.1925
 
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Wünschen begleiten, daß Gottes Segen allezeit das Licht Ihres Lebens sein möge. Dr. Kapier."

Elsa Drandström. dieHeilige von Si­birien", Tochter des ehemaligen schwedischen Gesandten in Petersburg, hat sich in jahrelanger, aufopfernder Tätigkeit um die Versorgung der Kriegsgefangenen in Ruhland als Vertreterin des schwedischen Roten Kreuzes unsterbliche Ver­dienste erworben.

Heldmarfchall von hötzendorsf f.

Mergentheim, 26. Aug. (Wolff.) Der österreichische Feldmarschall Konrad von Höhendorff ist gestern, 5 Uhr nachmittags, plötzlich gestorben.

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ruhe hervorgerufen. Außerdem beweise die Tat­sache, daß der Führer des französischen Luft- geschwaders von den Drusen abgeschossen worden sei, daß die Lage in der Gegend von Sueida e r n st e r sei als man eingestehe. Die verschiedensten Gerüchte seien über die Aufstands­bewegung in der Gegend von Aleppo in Umlauf, ohne daß man darüber Einzelheiten erfahren könne. Im nördlichen Teil von Syrien sei die Lage ebenfalls unsicher.

Der internationale Sozialisten- kongreh.

Der Internationale Sozialistenkongreh be­schäftigte sich mit der Streikfrage, zu der der belgische Abgeordnete Drouckere eine Re­solution vorlegte, in der es für notwendig er­klärt wird, eine Entschädigung für die Arbeits­losen sicherzustellen. Auch mühten Arbeits- b ö r s e n geschaffen werden, die jedoch für den Fall von Streiks oder Aussperrungen keine Ar­beit nachweisen dürften. Die Gntschliehung spricht sich sehr scharf gegen die Absichten aus, die Wirtschaftskrise durch Senkung der Löhne und Verlängerung der Arbeitszeit zu lösen. Zur Bekämpfung der Saisonarbeitslosigkeit mühten Mahnahmen getroffen werden. Auch sei eine Lösung des Arbeitsproblems unmöglich, wenn der Aus - und Einwanderung zu große Schwierigkeiten bereitet würden. Sic sei unmöglich, wenn gewisse reiche und gute Arbeits­möglichkeiten bietende Länder gegen die Ein­wanderung abgesperrt würden. Alle diese Fragen müßten eine internationale Rege­lung erfahren, da sie sonst eine neue und schreck­liche Kriegsgefahr bedeuteten. Der Aus­führung öffentlicher Arbeiten durch Arbeitslose steht die Entschließung günstig gegenüber, doch mühte die Leitung solcher Unter- nehmungen nicht in den Händen der Kapita­listen, sondern der proletarischen Parteien liefen.

Im Ramen der englischen Delegation erklärte der Delegierte D o l l a n, es sei notwendig, eine internationale sozialistische-Aktion zu unternehmen. auf der Grundlage der Frank­furter Konferenz, um die interalliierten Schul­den gegenseitig zu annulieren und die Revi­sion des Friedensvertrages im Hin­blick auf die Beschränkung der deutschen Repa­rationszahlungen auf die Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete Frankreichs und Belgiens herbeizuführen. Die englische Arbeiterschaft könne nicht vergessen, dah die starke Arbeitslosig­keit besonders auf die Reparations­leistungen und auf das Problem der Kriegsschulden zurückzuführen sei. Es gebe 300 000 Arbeitslose in den englischen Kohlenbe­trieben, und die Arbeitslosigkeit werde weiter auch auf die französischen und belgischen Berg­werke überareifen. Es sei unmöglich, den Da wes plan anzunehmen, der keine end­gültige Lösung darstelle.

VieZtoüholmer Mrchenkonserenz

Deutschland und der Völkerbund.

Stockholm, 26. Aug. (WTD.) Die Welt- kirchenkonferenz setzte heute unter dem Vorsitz des Lordbischofs von Winchester nach dem von Prof. Bärtles - Oxford gesprochenen Ge­bet ihre Beratungen fort. Der erste Beratungs­gegenstand behandelte das Thema:Weltbund zur Förderung des internationalen Verständnisses durch die Kirchen." Prof. Julius Richter- Berlin sprach die Hoff­nung aus, dah der Völkerbund das richtige In­stitut für das Völkerrecht sein werde. Er stellte fest, dah die meisten der vom Völkerbund mit Bezug auf Deutschland getroffenen Entscheidun­gen über den Versailler Vertrag hinaus un­gerecht gewesen seien und erklärte, viele Freunde des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen hoffen, dah durch den Eintritt Deutschlands und Amerikas das Ideal der Verwirklichung bald näher gebracht sein und der Völkerbund zu einem Instrument in­ternationaler Gerechtigkeit ausgebil­det wird. Das unselige Verhängnis der Frie­densverträge ist es, dah sie überall Minder­heiten geschaffen haben, und zwar in den meisten Fällen jenseits der deutschen Ost- und West grenze. Diese Minderheitsfragen bedeuten ständig offene Wunden. Der Weltbund hat unermüdlich an der Lösung dieser Fragen mit- gearbeitet. Rach diesen mit lebhaftem Beifall, insbesondere der Amerikaner, aufgenommenen Ausführungen ergriff Kirchenpräsident T i l e - mann-Oldenburg das Wort und forderte mehr Verständnis für die seelische Individualität, die Eigenart und Ge­schichte der einzelnen Völker. Große Worte, wie Friede, Brüderlichkeit und Gottesherrschaft, gehen den Deutschen nicht so leicht vom Munde. Der so­genannte Pessimismus der Deutschen ist ein scharfes Erfassen der Wirklichkeit.

Bischof Raffey-Budapest regte an, dah alle Kir­chen sich zusammenschließen mühten. Das Exekutiv­komitee mühte eine diesbezügliche Entschliehung ver­breiten. Nach weiteren Reden wurde die Aussprache über dieses Thema und die Beratung über den Gegenstand:Die Kirche und die internationalen Beziehungen" durch den Vorsitzenden geschlossen. In seinen Schlußworten sagte der Bischof dem Sprecher der deutschen Delegation besonderen Dank, weil diese durch ihre tiefgründigen und wahrheits­liebenden Ausführungen eine oberflächliche und nur optimistische Behandlung der überaus schwierigen Fragen verhindert habe. Der Bischof richtete an die deutschen und amerikanischen Vertreter die ein­dringliche Bitte, dem Gedanken des Völ­kerbundes ihre Sympathie zu schenken, da hier der Boden für eine praktische Wirksamkeit wahrer Internationalität sei.

In der Nachmittagssitzung sprachen Bischof Gummeres (Finnland), Generalsuperintendent Blau (Posen), Professor Bachmann (Erlan­gen) und Präsident W e y l a n d (Holland) in deut­scher Sprache über das Thema:Die P f l i ch t der Christen gegen Volk und Staat". Abends sprachen Präsident Wolff (Aachen) und andere Redner über das ThemaRecht und G e w a l t".

Dr. Kapler an Elsa Brandström.

Srockholm. 26. Aug. (TU.) Im Ramen der deutschen Delegation hat Dr. Kapler an Elsa Drandström eine Blumenspende mit folgen­dem Geleitbrief gerichtet:

Wir bitten Sie, in diesem bescheidenen Blu­mengruß den Ausdruck unseres und u n se - resVvlkeslebhaftenund tiefe nDan- kes anzunehmen und dessen gewiß zu sein, daß wir Sie aus Ihrem Lebensweg nut herzlichen

Franz Conrad von Höhendorff wurde 1852 in Penzing bei Wien als Sohn eines Obersten geboren. Im Jahre 1871 wurde er Leutnant, 1878 machte er den Feldzug in Bosnien-Herze­gowina mit, 1882 stand er im Felde gegen die Insurrekten in Süd-Dalmatien und wurde darauf in den Generalstab kommandiert. 1888 kam er als Lehrer der Taktik zur Kriegsschule. 1903 wurde er Feldmarschall-Leutnant und Komman­deur der 8. Infanterie-Truppendivision in Inns­bruck und 1906 Chef des General st abes.

Als solcher hatte er für den.Kriegsfall mit einer doppelten Front gegen Ruhlaild und die slawischen Balkanstaaten, vor allein Serbien und Montenegro, zu rechnen, sah sich außerdem aber noch im Hinblick auf die zunehmende irre« dentische Bewegung in den österreichischen Grenz­gebieten italienischer Rationalität genötigt, auch die Abwehr eines etwaigen italienischen An- ariffs in Erwägung zu ziehen. Diese militärische Rotwendigkeit fand auch Verständnis beim Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der ohnehin den Generalstabschef hochschähte, und ferner infolge seiner kirchlichen Gesinnung der italienischen Politik eine schon gefühlsmäßige Ab­neigung entgegenbrachte. Im Jahre 1911 ver­trat Conrad von Höhendorff, wie man mutmaßt, den Standpunkt, daß Oesterreich-Ungarn die Verlegenheit Italiens durch das tripolitanische Unternehmen ausnühen und seinen Rachbar ge­nügend schwächen müsse, um nach Beendigung des italienisch-türkischen Krieges vor einem Vor­stoß Italiens sicher zu sein. Er trat daher mit Rachdruck für eine Verstärkung der Rüstungen an der italienischen Grenze ein. Dem Minister des Aeuheren Graf Aehrenthal gelang es, diese Störung feiner Versöhnungspolitik gegen­über Italien abzuwenden, und am 30. Rovember 1911 trat Freiherr Conrad von Hötzendorsf von seinem Amt zurück. Doch Höhendorff hatte keineswegs die Gewogenheit des Kaisers und des Thronfolgers eingebüht, wie aus seiner Er­nennung zum Armee-Inspektor hervorging. Am 12. Dezember 1912 wurde er dann wieder Chef des Generalstabes.

Drohende Generalaussperrung im Baugewerbe.

Berlin, 26. Aug. (WTB.) Die heutige außer­ordentliche Hauptversammlung des B e t o n - u n d Tiefbauarbeitgeber - Verbandes für Deutschland hat sich grundsätzlich auf den Boden der Generalaussperrung gestellt. Das Präsi- dium des Verbandes ist ermächtigt, im Einverneh­men mit den beiden übrigen Bauarbeitgeberoerbän­den die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Der Reichsverband des deutschen Tiefbau­gewerbes hat heute mit überwältigender Mehr­heit beschlossen, .die bei ihm beschäftigten gewerb­lichen Arbeiter mit dem Tagesschluß des 2. Sep­tember zur Unterstützung des Arbeitskampfes im Hochbau zu entlassen. Falls es nicht in letzter Stunde noch zu einer Einigung kommt, werden am Freitag etwa 60 000 Bauarbeiter in Deutschland entlassen werden. Im Reichsarbeitsmini st e- rium fanden gestern Vormittag Besprechungen statt, in denen eingehend zu der Lage Stellung ge­nommen wurde, die in Verbindung mit dem Lohn- fampf bei der Reichsbahn und im engsten Zusammenhänge mit der von der Reichsregierung angeftrebten P r e i s f e n k u n g s a k t i o n betrach­tet werden muß.

Die Bergarbeiterverbände fordern einen neuen Schieds­spruch.

Dortmund, 27. Aug. (TU.) Die Berg­arbeiterverbände haben ein gemeinsames Schrei­ben an den Reichsarbeitsminister gerichtet, in dem sie gegen den am 19. August gefällten Dom Zechenverband angenommenen Schiedsspruch protestieren und unter Hinweis auf den großen Gegensatz zwischen den Bergarbeiter­löhnen und denen anderer Gruppen die Erwar­tung aussprechen, daß der Reichsarbeitsminister diesen Spruch nicht für verbindlich erklärt, vielmehr durch ein neuesSchieds- verfahren der Rvtlage der Bergarbeiterschaft Rechnung trägt.

Das interalliierte Schnlden- problem.

Amerika und die englisch-französischen Verhandlungen.

London, 27. Aug. TU.) In politischen Kreisen Londons hieß es am späten Nachmittag, daß zwischen Caillaux und Churchill ein , & f Duimen vorbehaltlich der Zustimmung der britischen und der französischen Regierung erreicht worden sei. Vor der Kabinettssitzung hatte Chamberlain eine einstündige Unterredung mit dem amerikanischen Botschafter H o u g h t o n. Ueber die Ratur dieser Begegnung wird in amtlichen Kreisen vollständiges Stillschweigen be­wahrt. Man glaubt jedoch allgemein, dah sich die Unterhaltung nicht nur auf die Schulden­frage bezog, sondern auch auf den Sicher­heitspakt und die Lage in China. Vom deutschen Standpunkt aus gesehen war der inter­essanteste Punkt der Ministerbesprechungen zwei- fellos das unverhohlene Mißtrauen beider Parteien gegen die wirt­schaftlichen LeistungenDeutschlands unter dem Dawesplan und damit gegen den Dawesplan selbst. Die Beeverbrok-Presse, die in Englands Oeffentlichkeit zwar keine aus­schlaggebende Rolle spielt, deren Einfluß indessen nicht unterschätzt werden darf, toenbet sich in recht scharfen Worten gegen Amerika wegen seiner intoleranten Behandlung des gesamten inter­alliierten Schuldenproblems.

Nach Ansicht des Präsidenten Coolidge sei in der Politik Amerikas ein Prinzip aufgestellt worden, wonach die Basis aller übrigen Fundierungen d i e Zahlungsfähigkeit des Schuldners fei, d. h. in weniger amtlicher Sprache, daß Amerika jeden rw t e n Heller aus Europa her­an sprefsen wolle, den es erhalten könne. Es sei ein günstiges Argument aller französischen Staatsmänner, daß die Entente c o r d i a l e g e-, fäßrbet werden würde, wenn Engkmd zur Be­friedigung feiner Ansprüche auf mehr als einen Nominalbetrag bestehe. Britische Staatsmänner be­günstigten auf der andern Seite das Argument, daß man dem Umstand Rechnung tragen müsse, daß Frankreich ein früherer Alliierter und ein künftiger Gehilfe sei. Keines dieser Argumente, so schreibt das Blatt, könne angenommen werden. Aus einer flagranten Ungerechtigkeit könne nichts Gutes ent­stehen. Je mehr England Frankreich zugestehe, umso mehr könne Amerika aus Frankreich heraus­pressen.

Gespannte Lage in Syrien.

Paris, 26. Aug. (WTD.) DemTempS' werden aus Beirut Einzelheiten über den Vor­marsch der Drusen auf D amaskus gemeldet, Mehrere Tausend Drusen seien am 23. August an» äcrückt. um sichderStadtzubemächtigen. Sie seien östlich von Bahret-el-2isjane, ganz in der Nähe vom Dschebel Mama zum Stehen gebracht worden, wo seit etwa 10 Tagen feind­liche Abteilungen gesichtet wurden. Dieser ganze Vorgang habe in Beirut, nachdem der Oberkom- mandierende wiederholt erklärt hatte, daß in Dschebel Druse Ruhe herrsche lebhafte Un-

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wendige Voraussetzung dafür ist, daß die Bemühungen der deutschen Reichsregierung in dieser Frage auch von dem Willen der überwältigenden Mehrheit desdeut­schen Volkes getragen werden.

Die Berliner Presse.

Berlin, 27. Aug. (TU.) Die Berliner Mor­genblätter beschäftigen sich eingehend mit der fran­zösischen Antwortnote. Die Rechtspresse ist im all- meinen pessimistisch. DerLokalan z e i - g e r" weist darauf hin, daß die Note keine Rück­sicht auf die Voraussetzungen nehme, von denen Deutschland seinen Eintritt in den Völ­kerbund abhängig gemacht habe. Das deutsche Volk könne den kommenden Verhandlungen nur mit aus­gesprochenem Pessimismus entgegensehen.

DerT a g" schreibt, daß durch die Note die Ver­handlungen um keinen Schritt n ä her g e - kommen seien. Die französische Regierung hüte sich, auch nur in einem einzigen Punkt ihren bis­herigen Standpunkt preiszugeben, auf deutsche Ein­wände und Wünsche einzugehen ober sich gar zu binden.

DieDeutsche Tageszeitung sieht in der Note viele Fallstricke und u 6 an­geln und sagt, es handle sich diesmal darum, daß Frankreich die deutsche Anregung für einen Sicher­heitspakt so zu gestalten versucht, daß Deutsch, land für immer d i e Hände gebunden werden, Frankreich jedoch ein auslegbares Ver- tragsin trument in die Hand bekommt, das ihm bet günstiger Gesamtkonjunktur als wertvolle Waffe gegen das östliche Nachbarland dienen könne.

DieTägliche Rundschau", tue bem Reichsaußenminister nahe steht, i^eibt, bafe mit der Veröffentlichung ber Note bte bunlelften Wol- fen des Pessimismus verschwunben feien, ber es (o bargestellt habe, als seien alle Emwänbe ber deutschen Note gegenüber ben Ausführungen Br\* anb5 vom 16. Juli runbroeg abgelehnt worben. Wenn aber bie französische Mntroortnote durch- btiden tafle, dafl gerade thre Musfufjrungen die Grunblage für bie weitere Behandlung ber Singe» legenheit bes Sicherheitspaktes fern konnte, so müsse dem entgegengehalten werben, daß m glei­chem Maße auch bie deutsche Note vom 20. Juli und die in ihr entwickelten Gedanken für die kommen­den Verhandlungen grundlegend fein können.

Die® e r m a ni a" stellt fest, daß die Tonart der Note freundlich sei und eine gewisse lieber» redungskunst zeige. Die Note gebe noch keine Grundlage für die Verhandlungen auf der Sicherheitskonferenz. Man habe ten Eindruck, daß es höchste Zeit gewesen sei, den Notenwechsel zu beendigen, wenn man nicht aneinander vorbeischreiten wollte.

DasBerliner Tageblatt" hat von der Note ben Gesamteindruck, daß sie wenigstens kei­nen Schritt zurück darstelle. Wenn sie aber einen Schritt nach vorwärts bedeute, so erfolge dieser Schritt nur recht zögernd. Wer dieses Werk fördern wolle, müsse darum viel Geduld haben. Die bisherigen Erörterungen hatten nur einige ber vielen Fragen berührt, unb über ben Rest bestehe entgegen ber französischen Auffassung durchaus noch keine Einmütigkeit.

DerVorwärts" schreibt, ber sachliche In­halt ber Note zeige Fortschritte und Verbesserungen Gegenüber ben früheren Noten. Die deutsche Re- qierung habe jetzt ben Eintritt D e u t s ch - ianj)s in ben Völkerbunb fester ms Auge ZU fassen.

Briand über die französische Antwortnote.

P a r i s. 27. Aug. (WTD. Funkspruch-) Der . Minister für auswärtige Angelegenheiten. Briand bat oesiem abend die Pressevertreter empfangen und sich über bie Rote geäußert Die Berzoge- tuna in der Ueberreichung der Rote sei durch ünige leichtere formelle Abänderungen verursacht, die d.e Alliierten Frankreichs ms- rsondere Belgien, erbeten hätten. Briand ob bann hervor, daß Frankreich in ferner Vnt- -ort bezüglich der drei Punkte, die es für wesent- halte, nicht nachgäbe, nämlich:

1. Garantie-Pakt.

2. Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ohne Ausnahmen und Vorrechte^

3. Unversehrtheit der bestehenden Vertrage. Rach Briand ist es so gut wie sicher, daß nach der Dölkerbundsversammlung keine Konfe- renzderAlliierten stattfinden werde. Das allzulange Verfahren einer Konferenz werde wahrscheinlich durch Unterhaltung en z w t- schendenAußenministernderall 11 e r- t en Länd er ersetzt werden. Bei dieser Ge- legrnheit würde die Entscheidung der juristischen Sachverständigen sowie die Einwände, bte Deutsch­land machen könnte, besprochen werden.

Londoner Pressestimmen.

London, 27. Aua. (TU.) Obwohl die eng­lischen Schuldenverhandlungen im Vordergründe der Erörterungen stehen, sind die Morgenblätter in ber Betrachtung der Sicherheitsnote mehr als zurückhaltend. Der diplomatische Kor­respondent desDaily Telegraph" weist besonders auf den versöhnlichen Ton der französischen Rote hin. Deutschland könne mit der Erklärung 5ufrieben sein, daß unter den vorgesehenen Be­dingungen nicht einseitig entschieden werden könne, wer der böswillige Angreifer sei.Daily Rews" betont ebenfalls den versöhnlichen Ton der Rote. Es sei war, daß sie eher um die deutschen Einwände herurnaehe, als auf sie eingehe, aber es sei eine schwache Andeutung vorhanden, daß n a ch bem Eintritt Deutschlands in den Völ- lerbunb Mittel gefunden werden, die die Desorg- nisse Deutschlands wegen des Artikels 16 be­seitigen. Der französische Standpunkt in dieser Angelegenheit könne als vernünftig bezeichnet werden. Deutschland sei viel eher in der Lage, gegen einen französischen Durchmarsch durch fein Gebiet Einspruch zu erheben, wenn es Mitglied p£s Völkerbundes fei. Auch die anderen Streit­punkte dürften weniger große Schwierigkeiten be­reiten und feien leichter zu erledigen. oenn Deutschland erst einmal Mitglied des Völkerbundes fei.

Düsseldorfs Gruh an Hindenburg und Dr. Luther.

Düsseldorf. 27. Aug. (TU.) Die Stadt .Düsseldorf hat anläßlich ihrer Befreiung an den Reichspräsidenten ein Telegramm gerichtet, in dem es heißt:Das befreite rechts- rheinische Düsseldorf grüßt in dem Reichs­oberhaupt das deutsche Vaterland, dem es nach langen Jahren der 2ll»scynürung und Bedrückung

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wiedergegeben wurde. Richt durch laute Freu- benhmbgebungen begehen wir den Tag ber Be­freiung, sondern wir wenden uns mit dem Ge­löbnis unermüdlicher Pflichter füll- lung, verdoppelter Anstrengung, tätiger Treue dem Wiederaufbau unserer schwer geprüf­ten Stadt zu." In einem weiteren Telegramm an den Reichskanzler heißt es:Viel hat Düsseldorf in diesen Jahren verloren. Siegreich aber hat es fein Deutschtum behaup­tet und auch in tiefster Rot hat bie Stabt ben Glauben an ihre und Deutschlands Zukunst bewahrt. Möge bie Stunde der Befreiung aüäj bald ben andern rheinischen Gebie - t e n schlagen, bie mit uns litten."

DieBefreiten" in Duisburg.

Duisburg. 26. Aug. (WTD.) Heute nacht ereigneten sich heftige Zusammenstöße zwi­schen Angehörigen des Roten Front­kämpferbundes. Deutschnationalen ainb Völkischen, wobei die Mitglieder des Frontkämpferbundes von Gummiknüppeln. Eisen­stangen und Spazierstöcken Gebrauch machten. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Polizei schritt wiederholt ein und machte schließlich bie Straße frei. Ein Mitglied des Frontkämpfer­bundes wurde festgenommen.

nand legte gegen früher eine größere Selb­ständigkeit an ben Tag und zeigte besonders feit feiner am 17. August 1913 erfolgten Er­nennung zum Generalinspekteur ber österreichisch- ungarischen Armee eine große Unabhängigkeit von ben Anschauungen Höhendoiffs. Es tauchten daher von nun an öfter Gerüchte auf, daß Conrad von Höhendorff abermals zurücktreten wolle. Doch fam es dazu nicht, und so war Conrad von Hötzendorsf dazu berufen, ben letzten Kampf des alten Oesterreich in den ersten Jahren zu leiten. Der Erfolg ist bekannt. Inwieweit etwa der für unfehlbar ge­haltene Generalstabschef selbst versagt hat, muß erst eine spätere militärische Geschichtsschreibung feftftellen. Im Jahre 1917 trat er, inzwischen zum Generalfeldmarschall ernannt, als Chef des Gene­ralstabes zurück und übernahm bas Kommanbo über die Heeresgruppe an ber Sübtiroler Front. Es gelang ihm im Spätherbst 1917 nicht, aus dem Gebirge in bie italienische Ebene vrr- zubrechen, ebenso nicht im Juni 1913. Dies war der Grund, warum er bann im Juli 1918 vom aktiven Dienst zurücktrat. Kaiser Karl erhob ihn bei dieser Gelegenheit in den erblichen Grafen­stand und ernannte ihn zum Oberst aller Leib­garden.

Rach der Revolution und dem Kriegsende traf den einst so hvchberühmten Mann das traurige Los so vieler alten Generale der öster­reichischen Armee. In ärmlichen Verhältnissen Id)te er zurückgezogen in Innsbruck.

Blutige Unruhen in Schanghai.

London, 27.Aug. (TU.) In Schanghai sind neue blutige Unruhen entstanden. Eine große Menge Demonstranten hatte sich vor der Poli­zei st ation eingefunden, um durch Lärmen und Drohungen die Herausgabe von vier ver- hafteten Arbeitern zu erzwingen. Die Po­lizei versuchte mit allen Mitteln, die Mentze zu zerstreuen. Aus allen Teilen der Stadt strömten jebod) neue Demonstranten hinzu, so daß die Po­lizei zur Waffe greifen mußte. Es blieben zwei Tote und mehrere Schwerverletzte auf der Straße liegen. In der Stadt herrscht große Auf- regung.

Entdeckung von Eishöhlen in Südtirol.

Innsbruck, 26. Aug. (WB.) Wie die Innsbrucker Rachrichten" melden, wurden i n ben Südtiroler Dolomiten riesige Eis­höhlen entdeckt. Die Forscher drangen bisher 6 Kilometer in ben Berg ein und entdeckten zwei Eisdome und unterirdifche Seen von 160 Meter Durchmesser, die in phos- phorifierendem Lichte leuchten. Die Höhle dürfte früher auch Menschen zum Aufent­halte gedient haben, woraus verschiedene Funde schließen lassen. Die Forschungen werden fort­gesetzt.

Wettervoraussage.

Etwas wärmer, halb bis ganz bedeckt, süd­liche bis westliche Winde, Regenneigung.

Die auf ber Rückseite des kontinentalen Regengebietes einströmende kältere Luft hat daS Tagesmittel für Gießen um 2,2 Grab Celsius gegenüber den Vortagen sinken lassen. Die Winde haben inzwischen auf westliche Richtung zurückgebreht, ba Ausläufer einer zwischen Is­land und Irland liegenden Zyklone Rord- und Rordwestdeutschland berühren. Das Dorrücken ber Ausläufer nach Osten wird burch bie west­lich von uns liegende kältere 2uft erschwert, doch sind morgen einzelne Regenfälle nicht ausge­schlossen.