Ausgabe 
27.7.1925
 
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Aus Natur und Technik.

Das Ohr des Rundfunksenders, Don Wilhelm D u ch m a n n.

Wenn wir uns als neuzeitliche Menschen den Genüssen des Rundfunks hingeben und uns an Klarheit und Deutlichkeit der Vorführungen erfreuen, so ahnen doch die wenigsten von uns, wie viele Sorgen den Erbauern der Sender gerade das Ohr des Senders, das Aufnahme­organ für die Schallwellen, gemacht hat und noch macht. Die durch die Sprache und die Töne der Musik hervorgerufenen Luftschwingun­gen müssen bekanntlich in elektrische Schwingun­gen verwandelt und durch die Antenne als drahtlose Wellen ousgesendet werden. Die größte Schwierigkeit auf dem Weg vom Munde der Sängerin oder der Geige des Künstlers bis zur Antenne liegt nicht etwa im rein elek­trischen Teil der Sendeanlage, in dem die Ströme verstärkt und umgeformt werden müssen, sondern an der ^lebergangsstelle der Schwin­gungen aus der Luft in die elektrischen Lei­tungen.

Bei den ersten Rundfunksendern wurde als Schallaufnahmeorgan ein einfaches Kohlenkörner­mikrophon verwendet. Man glaubte, daß es sowohl Sprache wie Musik hinreichend verzer­rungsfrei in elektrische Schwingungen verwan­deln werde. Dem war aber durchaus nicht so. So gut sich das einfache Kohlenkörnermikrophon in der Drahtfernsprecherei bewährt hatte, so konnte es doch den beim Rmrdfunk an es ge­stellten Anforderungen nicht genügen. Seine Mängel sind in der Hauptsache in Folgendem begründet:

Die verhältnismäßig große Masse der Mikro- Phonmembrane hat ganz bestimmte Eigenschwin­gungen, die im Bereich der noch hörbaren Töne liegen. Trifft also ein solcher Ton die Mem­brane, so sind ihre Schwingungen größer, als bei anderen Tönen, ja die Schwingungen können sogar so heftig werden, daß ein Klirren auf­tritt, das alle anderen Töne übertönt oder ver­schluckt. Ferner kann die Membrane höheren Schwingungszahlen gar nicht folgen, so daß diese von der äkebertragung gänzlich ausgeschlos­sen werden. Die Sprache oder die Musik wer­den dadurch verzerrt. Eine Anzahl streng wissen­schaftlicher Forschungen, gerade auch aus der jüngsten Zeit, hat uns gezeigt, daß die Sprache aus Schwingungen bestehl, deren hauptsächlichste Schwingungszahlen etwa zwischen 50 und 500 in der Sekunde liegen, bei denen aber auch noch Oberschwingungen bis zu 10 000 vorkommen. Ge­rade solche hohen Schwingungszahlen kennzeich­nen auch den Klana mancher Musikinstrumente; man muß deshalb für ein wirklich brauchbares Rundfunkaufnahmeorgan unbedingt die Forde­rung aufstellen, daß es bis zu dieser Grenze verzerrungsfrei arbeitet. Bei der Drahtfern­sprecherei hatte man sich bisher mit einer Empfindlichkeit der Mikrophone für Schwingun­gen zwischen etwa 700 und 2100 in bet Se­kunde begnügt. Durch das Weglassen der höhe­ren Schwingungen gehen aber die Feinheiten der Sprache und ganz besonders ihre Klang­farbe verloren; bei der Sprachbildung sind es nämlich vorzüglich die Schwingungen zwischen 2000 und 4000, die die persönliche Klangfarbe ausmachen. Run haben wir uns durch lang­jährigen Gebrauch des Fernsprechers an die Klangeinengungen so gewöhnt, daß wir das, was in der Sprache fehlt, selbst hinzubenkem Das wird uns erst klar, wenn wir uns mit jemend fernmündlich in einer fremden Sprache unter­halten, die wir zwar beherrschen, aber infolge des Fehlens der kennzeichnenden Oberschwingun­gen doch nur sehr schwer verstehen können.

Bei der Suche nach einem brauchbaren Auf­nahmeorgan verfiel man zunächst darauf, eine Anzahl kleinerer Mikrophone zusammenzuschal­ten, die gemeinsam den Sender beeinflussen. Hierdurch werden die Abmessungen und die Massen der einzelnen Membranen bedeutend ge­ringer, die Eigenschwingungen liegen höher, und die Mikrophone sprechen leichter auf höhere Töne an. Sn der Praxis haben sich diese so­genannten Ringmikrophone gut bewährt, und sie sind auch noch vielfach im Gebrauch, so z. B. beim Berliner Voxhaussender. Sie hatten den Vorzug, daß man zwischen den Mikrophonen und dem Sender keine Vorverstärkung einzuschal­ten braucht. Der Rachteil, daß sie bei höheren Tonen in Eigenschwingungen geraten, ist dabei jedoch T.och nicht beseitigt, was sich ja beim Geigen- oder Flötenspiel oder auch beim So­pran oft genug zeigt. Man suchte daher die schädlichen Massen soweit irgend möglich zu ver­ringern oder sogar ganz zu beseitigen.

Eine sehr schöne Lösung stellt das Kachodo- phon dar. Es beruht auf dem gleichen Grund­satz wie die Elektronenröhren: Zwischen einem beheizten Draht, der Kathode, und einer ihm gegenüberstehenden Platte oder dergleichen, der Anode, besteht ein Spannungsunterschied von 500 Volt, so daß dauernd ein Clektronenstrom über­geht. Während die Elektronen bei den Ver­stärkerröhren im stark luftverdünnten Raum über­gehen _ und durch ein dazwischengeschaltetes Gitter beeinflußt werden, arbeitet das Katho- dophon in der freien Luft. Auf die in der Luft übergehenden Elektronen treffen nun die Schallwellen, die die Luft in Bewegung sehen. Dadurch wird der Elektronenübergang beein­flußt und zwar im gleichen Rhythmus wie sich die Luftteilchen zwischen Anode und Kathode bewegen. Dadurch entstehen entsprechende Pulse im Gleichstromkreis, die man ohne weiteres zur Steuerung des Senders benutzen kann. Die mit dem Kathodophon übertragenen Rundfunkvor­führungen zeichnen sich durch sehr gute Klcmg- reinheit selbst bis zu den höchsten Tönen aus.

Eine andere Lösung ist das Bandmikrophon, das auf dem gleichen Grundsatz beruht, wie der bekannte Bandlautsprecher. Bei beiden ist zwischen die Schenkel eines sehr starken Mag­neten ein ganz dünnes Aluminiumbändchen ge­bracht, das keine nennenswerte Eigenspannung hat und daher fast völlig frei von Eigen­schwingungen ist. Dieses Bändchen ist in einen Stromkreis geschaltet. Beim Lautsprecher ver­ändert man diesen Stromkreis, indem man ihm Sprachschwingungen aufdrückt; die so im Bänd­chen auftretenden elektromotorischen Kräfte be­wegen es dadurch im Kraftlinienfeld je nach Stärke und Richtung der Stromstöße. Hierdurch

wird die Luft in Schwingungen verseht. Treffen umgekehrt auf ein solches Bändchen Luftschwin­gungen, so wird es im elektromagnetischen Felde bewegt, und es werden in ihm elektrische Ströme erregt, die ein getreues Abbild der Luftschwin­gungen sind. Sie sind allerdings sehr schwach und müssen vor den Eintritt in den Sender verstärkt werden.

Besonders gute Ergebnisse sind auch mit dem kapazitiven oder Kondensatormikrophon er­zielt worden. Bei diesem ist ein außerordentlich dünnes Aluminiumblättchen es ist nur ein zweitausendstel Millimeter stark und wiegt nur etwa acht Hundertstel Gramm zwischen zwei sehr dünnen Seidenmembranen ausgespannt. Auf der Vorderseite liegt darüber in einem zehntel Millimeter Abstand eine mit zahlreichen Schlitzen versehene Metallplatte: hinter dem Blättchen ist ein 2 Millimeter dickes Luftpolster angeord­net, das von einer festen Platte abgeschlossen wird. Das Aluminiumblättchen bildet also so­zusagen eine räumliche Begrenzung des Luft­polsters, das durch die auftreffenden Schall- schwingungen zufammengedrückt oder- ausgedehnt wird. Diesen Schwingungen folgt das Alumi­niumblättchen sehr genau; durch die Abstands­änderung von der davor liegenden geschnitztem Platte ändert sich im gleichen Rhythmus auch die Kapazität zwischen dem Blättchen und der Platte. Das Kondensatormikrophon ist in einen sich selbst erregenden Schwingungskreis mit einer Elektronenröhre geschaltet, und die geringen Ka­pazitätsänderungen beim Besprechen genügen vollständig dazu, die Wellenlänge der erzeugten Schwingungen zu verändern. Durch lose Koppe­lung mit einer ständig gleich bleibenden Wellen­länge von anderer Schwingungszahl werden der dadurch entstehenden Schwebung Schwankungen aufgedrückt, die nach entsprechender Verstärkung wiederum zur Steuerung des Senders benutzt werden können. Die ganze Anordnung ist äußerst empfindlich; sie ist mit gutem Erfolg bereits in der Wirklichkeit versucht worden. Rebenber sei erwähnt, daß man mit einer solchen Anord­nung überraschende Ergebnisse bei der Unter- suchung der Zusammensetzung der Sprache gefun­den hat.

Roch ein anderer Weg sei kurz gestreift, den man in Amerika erfolgreich betreten hat, nämlich den der Ausnutzung der Druckelektrizi­tät. Eine ganze Anzahl von Kristallen, die unsymmetrisch aufgebaut sind, haben die merk­würdige Eigenschaft, ständig eine geringe elek­trische Spannung an ihren Enden aufzuweisen, so z. B. Quarz, Turmalin, Feldspat. Zucker, Kampfer, Weinstein und ganz besonders Seig- nettcsalz. Roch eigentümlicher aber ist, daß sich diese Spannung verändert, wenn der Kristall in einer bestimmten Richtung gedrückt wird. Beim Rachlassen des Drucks ändert sich die Spannung ebenfalls sofort. Treffen auf einen solchen Kristalt Schallwellen auf. so kann man bei geeigneter Anordnung von dem Ende des Kristalles unmittelbar Elektrizität abnehmen, die alle Feinheiten des auftreffenden Schalls natur­getreu wiedergibt. Dabei scheint der Kristall keine untere Reihschwelle zu haben, also selbst auf so schwache Reize anzusprechen, durch die eine Membrane überhaupt nicht in Bewegung gesetzt wird; er bevorzugt auch keine bestimm­ten Schwingungszahlen. Auch hierbei ist eine Umkehrung der Umwandlung von mechanischer Schwingung in elektrische möglich, denn wenn man einem solchen Kristalt Wechselstrom zu­führt, so erzeugt er den Schwankungen des Wechselstroms gleichende Luftschwingungen; an Stelle eines Fernhörers benutzt, fängt er sogar an zu sprechen.

Roch stehen wir am Anfang der Entwick­lung. Zweifellos wird uns die nächste Zeit wei­tere Fortschritte auf diesem Gebiet bringen, die auf einfache Weise eine vollkommen getreue Umwandlung der Sprache und der Musik in elektrische Schwingungen gewährleisten.

Die Essener Bauaus- stellungundihreBedeutung

Von Dipl.-Jng. Mangold, Duisburg-W.

(Nachdruck verboten.)

Die Bautechnik ist ein für unser gesamtes Wirtschafts- und Kulturleben äußerst wichtiger Industriezweig, welcher nicht nur Staat, Ge­meinden, Jndustriegesellschaften und die an­deren Bauherren großer und umfangreicher Bauten, andern auch infolge der leider immer noch in so hohem Maße vorhandenen Wohnungsnot weite Kreise unserer Bevölkerung auf das lebhafteste inter­essiert. Wie ist es schon seit Jahren der Wunsch manches Stadtbewohners, ein eigenes Heim zu be­ißen. Leider ist heute vielen durch die neuen Er­höhungen der Baukosten, welche nicht zum mindesten durch die außerordentlich beträchtliche Steigerung der Bauarbeiterlöhne verursacht sind, die Erfüllung die­ses Wunsches wieder in weite Ferne gerückt.

Um so mehr ist es notwendig, daß alle Mittel und Wege benutzt werden, um unsere Bautätigkeit nicht nur zu heben, sondern auch vor allen Dingen technisch zu verbessern. Gerade in letzterer Hinsicht läßt sich noch außerordentlich viel nachholen.

Die Essener Bauausstellung, welche von berufe­ner Seite als reine Fachausstellung veranstaltet wird, soll nun den schon seit Jahren gehegten Plan verwirklichen und an Hand des von zahlreichen frei­schaffenden Architekten, von Architektur- und Jn- genieurvereinen und von den von der Ausstellungs- leitung nach sorgfältigster Prüfung zugelassenen Baufirmen zur Schau gestellten Materials dem Be­sucher aus allen Kreisen und Ständen unseres Volkes zeigen, wie unsere Bauwirtschaft gefördert und ver­bessert werden kann. Eine Hebung unserer Sau« t^a^' welche unbedingt erfolgen muß, kommt nicht nur den zunächst Beteiligten, sondern durch die Lieferung der Materialien und Werkzeuge unserer gesamten Industrie zugute und wird ein Weg sein, um die große Arbeitslosigkeit zu vermindern.

ist besonders heroorzuheben, daß durch die Ausstellungsleitung unbedingte Gewähr dafür ge­boten ist, daß ihr Aufbau und das auf ihr gezeigte *r swch fachlichen Gesichtspunkten geordnet ist und überflüssige Wiederholungen auf ein und demselben öemet, wie sie besonders bei Messen ja kaum zu ver­meiden sind, fehlen werden. Der Besucher erhält auf Vr einen selten guten, interessanten und vollstän- digen Ueberbllcf über alle in den Kreis der Aus­stellung hinemgezogenen Gebiete.

Es ist unbestreitbare Tatsache, daß die Lage der Ausstellung im Zentrum des Ruhrgebietes, welches mit seinen starken Beziehungen zu allen Kreisen der Industrie und Wirtschaft als das Herz der deutschen Wirtschaft überhaupt anzusprechen ist, der Ausstel­lung einen außerordentlich starken Rückhalt gibt. Da- 3U kommt noch, daß der über das ganze Reich ver­breitete Verband Deutscher Architekten- und Jnge- nieur-Vereine seine diesjährige Abgeordneten- und Wanderversammlung mit der Eröffnung der Aus­stellung in Essen zusammenfallen läßt. Dadurch haben die berufensten Vertreter unserer Bauwirtschaft die ^klegenheit, an dem hier Gezeigten nicht nur frucht­bare Kritik zu üben, sondern ihre Erfahrungen dar­über gegenseitig auszutauschen und wertvolle An­regungen und Verbesserungen für die Bautätigkeit mit nach Hause zu nehmen Sie gewinnen aus eige­ner Anschauung ein Bild des Bau- und Wohnungs­wesens im Ruhrgebiet, welches durch die unterzu­bringenden großen Menschenmassen, durch den gro­ßen Umfang geschäftlicher und anderer Zweckbauten, ivelche dem Zusammenleben so großer Menschen­massen in städtischen oder halbstädtischen Siedelun­gen entsprechen, welches durch die dauernde Erneue­rung, Ergänzung und Verbesserung all der viel- artigen Industrie- und Verkehrsbauten so außer­ordentlich interessant ist.

Die vom 18. Juli bis zum 16. August dauernde Bauausstellung Essen ist in fünf große Gruppen gegliedert. Die Baustosse für den Auf- und Ausbau, welche die Grundlage für alle Bauten bilden, machen den Anfang. Wir besitzen nicht nur viele sehr brauch­bare natürliche Baustoffe, welche noch viel zu wenig bekannt sind, sondern unsere Technik hat gerade in der letzten Zeit eine größere Zahl neuer Baustoffe für den äußeren Auf- und inneren Ausbau herge­stellt, welche wesentlich zur Verbilligung unserer Bauten beitragen und sich vor allen Digien auch in der Parxis in jeder Weise bewährt haben. Unsere natürlichen Baustoffe, wir weisen z. B. nur an die umfangreiche Sleinindustrie am Mittelrhein und in der Eifel hin, können noch ein ganz anderes Absatz­gebiet als bisher erhalten, wenn sie nur überall da verwandt werden, wo sie aus technischen und ört­lichen Gründen in Frage kommen. Massivbau, Holz­bau, Eisenbeton und Eisen stehen heute mehr denn je im Wettbewerb. Dies wird auf der Bauausstellung besonders berücksichtigt und dem Besucher Gelegen­heit gegeben, sich durch Anschauung zu überzeugen, wann die einzelnen Baustoffe in Frage kommen und welcher unter den gegebenen Verhältnissen der kon­struktiv beste und wirtschaftlich billigste ist.

Hieran folgen die Baumaschinen, Baugeräte und Bauhilfsmittel. Gerade hier ist ein Gebiet, wo noch ungeheuer viel auf dem Bau draußen zu verbessern ist. Rur wenige Großbauten wurden bisher nach be­triebstechnisch modernen und rationellen Gesichts­punkten durchgeführt. Besonders die kleinen Bau­stellen unterscheiden sich oft noch sehr wenig von der Bauart nach Urgroßvaters Zeiten. Es ist höchste Zeit, daß hier eine Aenderung eintritt und durch weitestgehende Anwendung moderner Baumaschinen und Baumethoden die Zahl der beschäftigten Bau­arbeiter vermindert und die Bauzeit verkürzt wird. Dadurch wird sich eine recht erhebliche Verbilligung ergeben.

Eine wertvolle Ergänzung zum Baubetrieb fin­den wir in der Darstellung der Bauunfälle und die notwendigen und möglichen Maßnahmen zu ihrer Verhütung.

Die GruppeNeue Baukonstruktionen" erstreckt sich nicht nur auf die reinen Bauteile, sondern greift über auf das Gebiet der Gesundheitstechnik und auf das der Wärmewirtschaft des Hauses. Beide Gebiete sind bisher viel zu wenig beachtet worden. Während des Bauens ist man ohne große Unkosten in der Lage, das Haus so zu erstellen, daß es in viel gün­stigerer Weise den Anforderungen der Gesundheits­technik und der Wärmewirtschaft entspricht. Bessere Gesundheitsverhältnisse seiner Bewohner und weni­ger Bedarf an Heizmaterial find. die Folge dieser zweckentsprechenden Bauten.

In dieser Gruppe sind auch alle Zweige unseres Bauhandwerks, soweit sie nicht schon in einer der vorhergehenden Gruppen Unterkunft gefunden haben, vertreten.

Die GruppeDeutsches Bauwesen", welche von den freischaffenden Architekten und Ingenieuren so­wie von den einzelnen Vereinen des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine reich beschickt ist, wird durch einen Ueberblick über aus­geführte und geplante Bauwerke in den letzten Jah­ren geben mit ganz besonderer Berücksichtigung der einzelnen Fach- und Landesgebiete.

Die letzte AbteilungIndustriebau" gibt der Ausstellung eine sehr wertvolle Ergänzung, welche gerade im Ruhrgebiet, der Stätte der stärksten indu­striellen Schaffens ausnahmslos begrüßt werden wird. Hier werden die so mannigfaltigen Zusammen­hänge zwischen Bautechnik und Industrie gezeigt. Denken wir nur an die Dielartigen Verwaltungs-, Geschäfts- und Werkbauten, welche sich alle dem Betrieb und dem Geschäftsgang der in ihr unter­gebrachten Industrie aufs engste anschließen müssen. Eine besondere Bedeutung kommt den heule auf so hoher Entwicklungsstufe stehenden Lagerhaus- und Silobauten zu, welche immer mehr nicht nur im Transportgewerbe, sondern auch in jedem indu­striellen Betriebe Anwendung finden. Wir erwäh­nen nur die Tief- und Hochsilos zur Lagerung der Kohle und die vielartigen anderen Silos für Werk­stoffe jeder Art.

Hier finden wir auch eine eingehende Darstellung der Entwicklung desArbeiterhauses in feinen verschie­denen Formen von früher bis heute.

Es ist sehr verständnisvoll von der Leitung ge­wesen, daß sie sich in dem Umfang der Ausstellung eine weise Beschränkung auferlegt hat. Außer dem Hochbau und Ingenieur-Hochbau ist nur noch der städtische Tiefbau soweit vertreten, als er in unmit­telbarer Beziehung zu den beiden erstgenannten Gebieten steht. Dadurch ist die bei anderen Aus­stellungen so oft gefundene UeberfüUe des Ma­terials vermieden.

Zum Schluffe ist noch zu erwähnen, daß eine größere Anzahl weiterer Fachvereinigungen die Bauausstellung gerne dazu benützt hat, um ihre dies­jährige Tagung nach Essen zu verlegen. Wir nennen u. a. die Vereinigung der Fuhrparkleiter Deutsch­lands, mit deren Tagung eine kleine, aber sehr be­achtenswerte Ausstellung für Straßenreinigung und Müllbeseitigung verbunden sein wird.

Zu den schon vorhandenen Hallen auf dem Essener Ausstellungsgelände in Bredeney sind noch weitere, darunter eine nach dem System Zollbau er­richtete, hinzugetreten.

Deutsche Bindemäher.

Don Friedrich Martin.

F. Der immer fühlbarer werdende Mangel an Landarbeitern und die anhaltend ungünstige wirtschaftliche Lage der letzten Jahre zwingen den deutschen Landwirt, in immer stärkerem ..av.edanach zu trachten, die Ernte in jeder nur öu beschleunigen. Eine wesent­liche Hilfe bietet sich ihw in der weitgehenden Verwendung guter Erntemaschinen. ' Reben Gras-- und Getreidemähern, Heuwendern und Rechen ist in erster Linie der Bindemäher dem Landwirt als wertvoller Helfer willkommen. Das gemähte Getreide wird bei dieser vollkommen selbsttätig arbeitenden Maschine durch endlos um- laufende Tücher hochbeforderl und von beson­deren Packarmen zu einer festen Garbe zu- sammengeörückt. Rachdem das Bindegarn herum- geschlungen und der Knoten von den sogenamrten Knüpffingern gebunden ist, wird der Faden an­geschnitten und die fertige Garbe ausgeworfen. Die ersten solchen Maschinen entstanden bereits vor 60 Jahren in Rordamerika-, Uio die Ein­führung der Maschine in die Landwirtschaft in­folge der bedeutenden Größe der Ländereien und der verhältnismäßig geringen Bevölkerungs- zahl früher einsetzte und schnellere Fortschritte machte. Als auch in Deutschland die Rachfrage nach diesen Maschinen rege wurde, zögerte die deutsche Maschinenindustrie selbstverständlich mcht, den Bau dieser verwickelten Erntemaschine mit vollem Eifer aufzunehmen. Sn der heutigen Zeit ist es doppelt zu begrüßen, daß es ihr inzwischen gelungen ist, die deutsche Landwirt­schaft durch gute, zweckmäßige und preiswerte Erzeugnisse mehr und mehr für sich zu ge­winnen. Es fördert die gemeinsamen Lebens­belange von Deutschlands Landwirtschaft und Sndustrie, wenn der deutsche Landwirt deutsche Landmaschinen und Geräte vorzieht. Damit bietet er der Sndustrie den nötigen Rückhalt und unterstützt ihre Entwicklung. Andererseits sind die guten deutschen Maschinen den Be­dingungen, wie sie für die deutsche Landwirt­schaft zutreffen, besser angepaßt, und die Ersatz­teilbeschaffung und Instandsetzung durch ein­heimische Werke sind einfacher.

Veränderlichkeit im Nestbau der Vögel.

Von Rudolf Hermann.

Ich besitze aus verschiedenen Gegenden und von verschiedenen Nistbäumen Vogelnester, die durch ihre Eigenart auffallen. Zwei Buchfinkennester, eines aus einer Fichte, ein anderes aus einer Buche, Zeigen beide den charakteristischen Typus, weisen aber Moos von verschiedener, den Nistbäumen an­gepaßter Farbe als Außenbetleidung auf. Das eine hat dunkles, das andere Helles Bekleidungsmaterial. Bei Nummer 3, aus einem mit Kalkmilch bespritzten Obstbaum, sind außer dem sonst üblichen Baustoff viele Papierschnitzel (Mimikry) verwendet. Nr. 4 stand in einer Birke am Rande einer Wiese, auf der Sckafe weideten. Es war außen mit Birkenbast, Schafwolle und kleinen Pappkartonstücken, im In­nern mit weißen Pferdehaaren und Wolle bekleidet. Auch hier eine mimikrierende Erscheinung. Nr. 5, aus der Gabelung einer Pappel, weist außer Vast ins Grünliche spielende kleine Papierstreifen auf.

Ein Nest der Waldamsel aus einer Fichte, sehr eigen mit Moos und Fichtenreisig umkleidet, hob sich gegen ein gleiches Nest aus der Laube eines Schrebergartens und gegen ein anderes von einem mit Efeu bepflanzten Grabe derart ab, daß der Nichtkenner die Nester, trotz des sonst typischen Baues, verschiedenen Vögeln zugesprochen haben würde.

Ein in einem Stachelbeerstrauch angelegtes, beutelförmiges S) ä n f l i n g s n e ft, mehrere Gelb- spötternester sowie verschiedenartige Bauten vom Zaunkönig würden Zweifel über ihre Ver­fertiger gelaßen haben.

Für solche Veränderlichkeiten spricht wohl in erfterßinie der Selbsterhaltungstrieb bzw. die Sorge um den Schutz der Nachkommenschaft, sodann aber wohl auch vererbte Erfahrung. Auf der anderen Seite möchte man für mit weniger Sorgfalt an­gelegte Nester in der Nähe menschlicher Wohnungen den Grund gelten lassen, daß der Vogel dort, wo er sich von vornherein geschützt fühlt, auch wohl weniger zweckmäßig handelt, als beispielsweise der Buchfink, der durch Schutzfärbungsstoffe fein Nest Späher­blicken zu entziehen sucht.

Zwei neue Elemente entdeckt.

Masurium und Rhenium.

Wie Geheimrat Prof. Nernst in der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin mitteilte, sind soeben von zwei deutschen Gelehrten, dem Re- gierungsrat Dr. Walther Noddack von der physi­kalisch-technischen Reichsanftalt und Fräulein Ida Tacke unter Mithilfe von Dr. Otto Bergs nach zwei­jähriger planvoller Arbeit zwei neue Elemente ent­deckt worden, die mit den NamenMasurium" und Rhenium" bezeichnet wurden. Ebenso wie das kürzlich entdeckteHafnium" wurden auch die beiden Elemente Masurium und Rhenium durch Röntgen- spekkroskopie aufgefunden, wobei sich ergab, daß beide Elemente dem Mangan, einem eisenähnlichen Metall, verwandt sind, während sie in ihren typi­schen Eigenschaften mehr dem Platin und Osmium nahekommen. Die Auffindung der beiden Elemente wurde durch die geringen Quantitäten ihres Vor­kommens außerordentlich erschwert und erst nach mühevoller Arbeit konnte aus bestimmten Minera­lien, die auf Grund der Kenntnis der chemischen Eigenschaften allein in Frage kamen, durch ein geistreiches Verfahren eine Konzentration der Ele­mente durchgefuhrt werden, so daß sie schließlich durch das Röntgenspektrum einwandfrei festgestellt werden konnten.

Das periodische System der Elemente, das im Jahr 1869 durch Lothar Meyer feftßeftelit wurde, ist durch die neuen Entdeckungen wiederum glän­zend bestätigt worden. Von den feststehenden 92 Elementen sind nunmehr 89 bekannt. Während beim leichtesten Element, dem Wasserstoff, die Kern­ladung 1 beträgt, zeigt das schwerste Element, das Uran, 92. Beim Masurium beträgt die Kernladung 43, beim Rhenium 75.

Die beiden neuen deutschen Entdeckungen wer­den in der gesamten wissenschaftlichen Welt das leb­hafteste Interesse erwecken und dem Ausland erneut Hochachtung vor deutschem Forschergeist abnötigen.

Dr. P. L.

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