iid) mit 1 einem verkürzten Konto ab» finden zu wollen schien. Die Meldungen, die von der drohenden Gefahr eine- Attentats auf den Kaiser wissen wollten und die seine Abreise darauf zurückführen, sind unzutreffend.
DieKrankheit des Reichspräsidenten.
Die Lebensgefahr beseitigt. — Der Patient fieberfrei.
Berlin. 27.Sebr. (Wolff.) Am Donner«, iagmittag gaben die behandelnden Aerzte über die Kranlhett de« Reich-Präsidenten den folgenden Beriet aus: „Der Reichspräsident erkrankte am Mittag beS 23. Februar plötzlich an einer schweren Blinddarmentzündung, welche nachts eine Operation notwendig machte. Trotz sehr bald nach der Erkrankung borgenommener Operation war der Wurmfortsatz deS Blinddarms brandig und in die D a u ch. höhle durchgebrochen, so daß eine allgemeine Bauchfellentzündung vorlag. Der Verlauf war bis gestern abend zufriedenstellend. Wie gewöhnlich am dritten Tage nach der Erkrankung fetzte heute nacht eine Verschlimmerung der Bauchfellentzündung «in, so daß der Reichspräsident eine unruhige Rächt verbrachte. Heute morgen ist da- Befinden besser, jedoch ist der Zustand des Reichspräsidenten besorgniserregend."
Degen Abend besserte sich der Zustand des Patienten merklich. Gestern abend 11.30 Ahr war das Befinden befriedigend. Der Puls war normal, Fieber nicht vorhanden. Lebensgefahr besteht nicht mehr.
e
Die Sitzung deS Reichsrates wurde durch eine Kundgebung der Teilnahme an dem Befinden des Reichspräsidenten vom Reichsinnenminister Schiele eröffnet, während sich die Mitglieder des Deichsrates erhoben. .Ich fühle mich mit Ihnen eins," so erklärte er, „in dem Ausdruck aufrichtiger Teilnahme und in dem Wunsche, daß der Herr Reichspräsident die Krisis überstehen und recht bald wieder der vollen Gesundheit entgegenge- führt werden möchte." Er bat dann um die Vollmacht, die Teilnahme des Reichsrates dem Reichspräsidenten persönlich zum Ausdruck zu bringen.
Der König von Spanien hat dem Reichspräsidenten folgendes Telegramm zugesandt:
Ich habe von dem guten Verlauf der Operation Kenntnis erhalten und spreche Ihnen, Herr Reichspräsident, herzlich st e Wünsche für Ihre Wiederherstellung aus.
Alfonso.
Die Stadt Berlin hat an die Gattin des Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: Mit aufrichtiger Teilnahme verfolgt die Reichshauptstadt Berlin die schwere Erkrankung des Reichspräsidenten und spricht ihre herzlichen Wünsche für baldige Besserung und Gesundung aus.
Zur Jentrumskrisis.
Die fßrrtcibigunq Lönnartz. — Die Bauernschaft hinter den A bqeordneten.
Essen, 27. Febr. (TA.) Der Landtagsabgeordnete Landrat Lönnartz veröffentlicht in der ..Didburger Zeitung" feinen Antwortbrief auf die -Aufforderung des Vorsitzenden, sein Mandat niederzulegen. Lönnartz verweigert ebenso wie von Papen die Riederlegung seines Mantels unter Berufung auf § 10 der preußischen Verfassung. Er bedauert, der Fraktion nicht das Decht zugestehen zu können, über das ihm gegebene Mandat zu verfügen. Er habe die Fraktion niemals im Zweifel darüber gelassen, daß es für ifrn aus grundsätzlichen Erwägungen unmöglich sei, eine nur von Zentrum, Denw- kraten und Sozialdemokraten getragene Regierung zu verantworten. Er fei überzeugt, dah diese Auffassung von vielen Wählerkreisen der Partei, besonders auf dem Lande, gebilligt werde.
Der Vorstand des Dezirksverbandes Köln des rheinischenBauernvereins
Die OberwSlder.
Roman von AlfredDock.
ö. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Treuheit muhte auch im Llmgang mit Tieren gelten. Bei solcher Schnüffelei hörte der Friede Gottes auf. Wer lieh sich gern in die Wirtschaft gucken? Sieben Körbe hielt der Alte und setzte immer Geld dabei zu. „(Sin teuer Vergnügen und ein langer Verdruß!" dachte Peter, der Sohn. Aber er durfte nicht mucksen. Sobald er den Hof Übernommen hatte, holte er einen Bienenkenner. Der gab ihm förmlich Unterricht. Die Strohkörbe machten beweglichem Wabenbau Platz. Geräte wurden angeschafft. Der Peter sah sein blaues Wunder. Ein paar Iahre hin, die Dienenwirtschaft stand in Flor und warf ein hübsches Sümmchen ab.
Der Bauer in seiner (Sonntag«montur, das Gesangbuch in der Hand, nähert sich dem Bienenhaus und schreitet gemächlich die Stöcke entlang. Beim letzten halt er an. Die Bienen haben sich vorgelegt, der Klumpen wird zusehends gröber. Einzelne Tierchen stürzen aus dem Flugloch heraus, schütteln den Körper und schlagen mit den Flügeln. Diese und andere Zeichen Binnen nicht trügen, ein Schwarm be» *edet sich vor. den Mutterftvck zu verlassen. cAntwischt er, sind sechs, acht Mark verloren. Der Deter kratzt sich Hinterm Ohr. Soll er hier «uf dem Posten bseiben oder soll er in die Kirche gehen? Selten, dah er auf der Männerbühne fehlt, wenn daS Vaterunser gebetet toirb. Aus dem Gebet ersteht ihm der Segen, der auf seiner Arbeit ruht. Er kämpft mit sich. Der Sonntag kann zum Sündentag werden. Der Kappes am Hirscheck hat einmal Ostern den Stall gemistet und hat dabei einen Fall getan, daß er weuz und quer verbunden wurde. Ganz sicher, der Herrgott im Himmel hat ihn gestraft. Dem Peter steigt daS Blut zu Kops. Strammeiwt aber auch! Ist er denn mit der Pelzkapp' geschossen? Er will doch wahrhaftig am Sonntag nicht schaffen. WaS will er denn? Da sind die Dienen. Die gehören zum Hof so gut wie das Vieh. Angenommen, eine .Kuh bricht ihm auS. Dann
faßte in seiner gestrigen Sitzung eine Entschließung, m der es heißt: „Der Vorstand des Dezirksverbandes Köln des rheinischen Bauernvereins. spricht den landwirtschaftlichen Abgeordneten des Preußischen Landtages, die sich gelegentlich der letzten Regierungsbildung für die Durchsetzung der grundsätzlichen For derungen der landwirtschaftlichen Organisationen bemüht haben, sein volles Vertrauen aus und dankt ihnen für ihre feste Haltung. Er erwartet, daß sie unter allen Ilm ständen und in jedem Falle ihr Mandat weiter ausüben."
Auch die Ortsvereinsvorsitzenden und Vertrauensleute der Kreisbauernschaf tSieg- bürg sprachen in ihrer gestrigen Versammlung den Abgeordneten von Papen. Lönnartz und Baumann ihr unbedingtes Vertrauen aus. Sie betrachten das Verhalten der Abgeordneten nicht als gegen den Ministerpräsidenten Marx oder gegen die Partei gerichtet, sondern als die notwendige Erfüllung ihrer übernommenen Verpflichtungen gegenüber ihren Wählern aus dem Bauernstände. Sie hoffen und verlangen, dah die Abgeordneten ihr Mandat beioe- halten.
ver Ausbau der englischen Luf.streitkröste.
London, 27. Febr. (DU.) Der Minister für Luftfchiffahrt, Sir Samuel Hoare, brache im Unterhaus die Kostenanschläge für die Luftschisfahrt ein und erklärte, die Gesamtausgabe von 15513 000 Pfund Sterling bedeute einen Rettozuwachs von mehr als einer halben Million gegenüber den Ausgaben für das abgelaufene Finanzjahr. Für diese Mehrausgabe gebe es hauptsächlich zwei Gründe: einmal würde jetzt das Programm der Erweiterung für die L u f t st r e i t k r ä f t e durchgeführt, dann seien beinahe die Kriegsvorrate aufge- braucht, so daß mehr und mehr zu Reuanschaff ungen geschritten werden müsse. Viele der neuen Maschinen stellten sich aber in England wie in Frankreich ungefähr 100 Prozent teurer als die alten 'Typen. Durch die Entwicklung des Flugzeugwefens fei ferner das Problem der Verteidigung Englands auf eine ganz andere Basis gestellt worden.
Glücklicherweise sei England von alten Freunden und Alliierten umgeben, so daß übertriebene Verteidigungs maßnahmen nicht ergriffen zu werden brauchten. Von 18 regulären Geschwadern zur Landesverteidigung seien . bereits 15 mit Rachkriegsmaschinentypen ausgerüstet. Rotwendig sei die Zusammenfassung der Kampf- und bombenwer- senden Geschwader und der Einheiten zur Abwehr von Luftangriffen unter einem Kommando. Bis Ende März ds. Is. müsse wenigstens die Hälfte der benötigten 52 Geschwader gebildet fein.
Als Vertreter der Arbeiterpartei erklärte Snowden, es sei zu bedauern, dah den jährlich wachsenden Ausgaben für die Luftstreitflotte eine Verminderung der Ausgaben für an- dere Zwecke der Landesverteidigung gegenüber* stehe. Wenn die Vermehrung der Luftstreitkräfte auf zunächst 26. Geschwader 21 Millionen kosten würde, dann würde bei einem Stande von 52 Geschwadern eine jährliche Ausgabe von weuig- stens 50 Millionen erforderlich fein. Diesen Plan aber könne die Arbeiterpartei nicht billigen, gleichgültig, welche Stellungnahme die anderen Parteien in dieser Frage entnehmen wollen.
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Snoden (Arbeiterpartei) beantragt die Dermin derung der Luftstreitkräfte von 36 000 Mann auf 1000 Mann. Bei der Abstimmung wurde dieser Antrag mit 25 gegen 260 Stimmen abgelehnt.
Günstiger Stand der belgischen Wiederausbauarbeit.
Brussel. 27. Fehr. (Täl.) Im Senat wurde bei der Debatte über die wieder er lang baren Ausgaben mitgeteilt, dah der belgische Staat bisher 16 Milliarden Franken für W ederaufbau- zwecke verwendet habe. Der Wiederaufbau sei so gut wie zu Ende geführt. 100 000
fängt er sie ein. Ob's Sonntag oder Montag ist. Akkurat so wird er's mit dem Schwarm jetzt machen. Das ist ein Muh. Das läßt er sich von niemand verbieten. Er reckt den Kopf in die Höhe, die Brauen wachsen in eins zusammen. Er ist entschlossen zu bleiben.
Die Marie erscheint an der Gartentür.
„Vater, 's is die höchste Zeit!"
„Geh nur fort,“ ruft er ihr zu, den Blick nicht von hem Stock verwendend.
Die mit Blumenstaub beladenen "Bienen lassen sich vor dem Flugloch nieder. Durch die Glastüren kann man's deutlich sehen, die Schwarmbienen haben die Köpfe in den Zellen, für die neue Heimat Vorrat zu sammeln.
Eilends hegibt sich der Peter ins Haus, legt den schwarzen Kirchenrock ab und kommt im blaugestrickten Wams zurück-
Gr setzt einen neuen Stock in Bereitschaft, stallt Federwisch und Korb zurecht. Möglich, der Schwarm fliegt plötzlich auf, es kann auch noch eine Weile dauern.
Eine volle Stunde hält er Wacht. Mit einem Male brechen die Bienen los, mittenin ihre Königin. Weit vernehmbar klingt ihr Schwarmaesang. Hoch in der Luft erscheinen sie wie eine dunkle Wolle. Die schwebt eine Zeitlang hin und her. Mählich fenft sie sich nieder und bleibt am Ast eines Zwetschenbaums hangen. Flugs setzt der Margolf die Leiter an. Die mächtig qualmende Pfeife im Mund, steigt er Sprosse um Sprosse hinauf Droben zeigt er. was er kann. Sacht gleitet der Federwisch über die Dienentraube. Die fällt in den Kork», der Schwarm ist gefaßt.
Der Bienenväter waren mehr im Ort. An Geschicklichkeit tat- dem Peter Margolf keiner gleich. Während er die Kolonie in der neuen Wohnung einlogierte, trat der Lehrer in den Garten.
„Guten Tag. Margolf."
„Großen Dank!"
„Ietzt ist hie Zeit, daß die "Dienen schwärmen." „Ia."
„Man sollt meinen, der Herr Pfarrer hält auch daran gedacht."
„Wieso her Herr Pfarrer?*
Häuser seien bis auf 3500 und 1300 öffentliche Gebäude bis auf 65 wieder aufgebaut worden. Es seien allerdings noch 350 000 Schadenersatzansprüche zu regeln, die sich aber auf kleinere Beträge beziehen. Außerdem seien 250 Drücken neu zu bauen. Für die Verbesserung der Schienenstränge fei eine Summe von 50 Millionen Franken vorgesehen. Alles in allem werde die Vollendung des Wiederaufbaus noch ungefähr 1 Milliarde Franken kosten. Ministerpraüdent Theunis unterstrich die günstige Finanzlage Belgiens und wies auf das ausgeglichene Budget hin.
Der Kurdenaufstand.
Türkische Abwchrmahnallmen. —Die Nolle Englands.
Konstantinopel. 27. Febr. (Täl.) Ministerpräsident Fethi Dry erklärte in der Ra- tionalversommlung, die Regierung habe alle militärischen Maßnahmen zur Riede rwerfung des Aufstandes in Kurdistan ergriffen. Der Führer der Opposition erflärte, daß die Oppositionsparteien in den Konflikt hinter der Regierung stünden. Die Ration ^Versammlung nahm darauf einen Antrag der Regierung an, wonach über die Aufstandszene und die umliegenebn Gegenden der Belagerungszustand verhängt wird. Ferner wurde einstimmig ein Gesetz angenommen, nach dem jede Person, die unter religiösen oder unter andern Vorwänden die Bevölkerung aufreizt, sich des Hochverrats schuldig rnicht.
Es verlautet, daß die aufstäirdischen Kurden die Stadt H a r p u t, 100 Kilometer südlich von Erzerum, erobert haben. Scheich Said soll den Sohn des ehemaligen Sultans Abdul Hamids zum König von Kurdistan aus- gerufen haben. Die türkische Regierung läßt wenig über den Auf st and verlauten: doch kann man aus den spärlichen amtlichen Mitteilungen schließen, daß die Bewegung einen größeren Am fang airzunehmen droht. In englischen Kreisen Konstantinopels ist man der Ansicht, daß die Türkei die Bewegung als Vorwaird be- nutzen werde, um größere Streitkräfte an der Irakgrenze zusammenzuziehen.
Am die Bedeutung des Kurdenaufstandes zu verstehen, muß man sich ins Gedächtnis zurückrufen, dah vor kurzem in dem sowohl von der Türkei als auch England beanspruchten M o s s u l eine Völkerbundsk om° Mission eintraf, deren Aufgabe darin besteht, die dortigen Verhältnisse zu prüfen und festzu- stellen, ob die Ansprüche der Regierung von Angora auf das Wilajet Mofsul zu Recht bestehen oder nicht. Die Ankunft der Delegation gestaltete sich zu einer große nKundgeb u ng bet Bevölkerung gegen England, so vast sich der englische Befehlshaber veranlaßt fühlte, die Demonstranten mit der blanken Waffe auseinanderzujagen. Run fürchten anscheinend die Engländer, dah die ^lntersuchungen der Völker» bundskommission zu ihren Angunsten ausfallen könnte, sie werden infolgedessen die mit der Regierung Kemal Paschas äußerst unzufriedenen Kurden mit Geld und Waffen verseh en und dadurch natürlich die gewünschte Afstands- betoegung hervorgerufen haben, durch die die Völkerbundskommissivn davon überzeugt werden soll, wie wichtig die Herrschaft Englands über das Wilajet Mofsul für den Frieden am Tigris ift. Die Aufwiegelung der Kurden gelang ihnen um so leichter, als die Kurden mit der Abschaffung des Kalifats eine bevorzugte Stellung verloren, die ihnen durch Abdul Hamid eingcväuml wurde, der sich besonders der Kurdenstämme im Kampfe gegen die Armenier bediente.
Kleine politische Nachrichten.
Reichskanzler Dr. Luther hat in Vertretung des durch Krankheit verhinderten Reichspräsidenten den bisherigen belgischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Eomte de la Faillo de Leperghem zur Entgegennahme seines Abberufungsschreibens empfangen. Bei dem Empfang wär der Staatssekretär im Auswärtigen Amt von Schubert zugegen.
„Er bat über die Bienen gepredigt, wie's in der Schrift heißt: Du sollst niemand um seines geringen Ansehens willen verachten, denn die Biene ist ein kleines Vögelein und gibt doch süße Frucht."
Der Bauer nickte,
„Das is wahr."
„Der Herr Pfarrer hat das schön ausgelegt," fuhr Weilandt fort. „Wie die Bienen zusammenhalten und wie darin ihre Stärke liegt. 11 nb daß sie den Menschen ein Beispiel geben. Gr wär noch nicht lang’ im Ort, hat der Herr Pfarrer gesagt, aber so viel hält er doch f<5on gesehen, um die Einigkeit war's schlecht bestellt. Wie die alten Ritter auf ihren Burgen, sätz hier jeder auf feinem Hof. 's tät nur noch fehlen, haß auf den Donbalken stund': „Selber essen macht fett.“ And 's wär auch kein rechtes Frohsein unter den L-Uten. Wo das wachsen sollte, müsse man Liebe säen."
Der Peter tat bedächtig ein paar Züge aus seiner Pfeife. Dann sagte er: „Der Herr Pfarrer hat, scheint's, eine Kapidalpredigt gehalten. Aber dademit wird die Welt net regiert. Die Engel, mein ich, sein bloß im Himmel, Hier drunten gibt's allerhand Menschen. Meine Sag' is. Rachbar hin. Rachbar her, bleib mir von meinen Kartoffeln."
®r. fuhr mit der Hand über das frisch rasierte Kinn und sprach weiter: „Der Bauersmann hat sein Werk und must sich das ganz' Iahr krümmen und kratzen. Was etz der Herr Pfarrer vom Frohsein gepredigt hat. da hat hier meinem Bedunk nach feind keine Gedanken draus. Der Herr Pfarrer is noch neu im Ort. Ich sätz. he lernt noch dezu. Wo hat he dann eigentlich gestanden?“
„Im Rheinheffischen". erwiderte Weilandt. „Da ist freilich ein anderer Menschenschlag."
„Gell:se?"
..Er kann aber feine Gemeinde mit Ehren nennen. Die is selbigmal mit an der Spitze marschiert, wie's galt, den bäuerlichen Genossenschaften den Boden zu bereiten.“
„So. so.“
»Wir sind ja jetzt glücklich hier auch so weit, dah wir eine Kasse gründen wollen."
„Ich hab was läuten hören."
„Ihr seid doch dafür?" „Ree. ich mach net mit"
Der Reichskanzler hat an Reichsminister a. D. Koch folgendes Telegramm gesandt: Zur Vollendung Ihres 50. Lebensjahres sende ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche. Mögen Ihnen noch lange Iahre eines erfolgreichen Wirkens zum Wohle des Vaterlandes beschieden sein.
Auf Beschluß der oppositionellen Parteiführer wurde in Serbien ein Block der nationalen Verständigung und bäuerlichen Demokratie gebildet, der Kompromisse mit der Regierung wegen der terroristischen Durchführung der Wahlen ablehnt, die sofortige Freilassung der widerrechtlich verhafteten Abaeord- neten fordert und für den Fall, daß diese am Eintritt in das Parlament verhindert werden sollten, energische Abwehr Maßnahmen in Aussicht stellt.
Die Studentenunruhen in Rumänien dauern im ganzen Lande an und führen fast täglich zu Zusammenstößen mit der Polizei. Sämtliche Universitäten sind vom Militär bewacht. In den letzten Tagen wurden 50 Studenten verhaftet. An der Bukarester Unioerfität wurde das mineralogische Institut von Demonstranten fast vollständig zerstört.
In Sofia ist die Polizei einem großen k o m m u n i st i s cb e n K o m p l o t t auf die Spur gekommen. Der Mittelpunkt der Verfchwörerver- fammiungen war das Haus einer Frau Git - sch e w a, die, als sie verhaftet werden sollte, sich erschoß. Dort wurde auch einer der Haupt- führer öe& terroristischen Gruppe, der frühere Telegraphist G e l i a s k o w , verhaftet.
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Eine französische Militär-Mission von 16 Offizieren, wird nach Griechenland abgehen, um das griechische Heer zu reformieren. Zum Ehes wurde General Girard erannt. Sein Generalstabschef ist Oberst Le Petit. Der Mission gehören A titterie-, Pionier-, Flieger- und auch einige Infanterie-Offiziere an. Der Kontrakt, den die Offiziere aefdüoffen haben, lautet auf 2 Iahre.
Der Streik in den japani sch en Spinnereien von Shanghai, de r2 Tage andauerte, ist beendet.
Uns aller Welt.
Eine neue Pohsälscherzentrale«
Rachdem es der Volizei gelungen war, die Zentralpahsälschungswerkstatt bet Kommunistischen Partei Deutschland- a u s z u h e b e n, hat sich die Partei sofort bemüht, eine neue Werkstatt gleicher Art ein» zurichten. Nunmehr ist auch diese, die einen recht beträchtlichen Umfang anzunehmen versprach, der Polizei ebenfalls in Die Hände gefallen. Sie wat zum Teil noch im Ausbau begriffen und be» fand sich, wie die erste, gleichfalls in Treptow. Auch sie enthalt wieder in groben Mengen amtliche Formulare, ausgefüllte amtliche Urtuiu den und Postbriefbogen einer großen Reihe von Firmen. Mehrere Verhaftungen sind er» folgt.
DaS Unwetter an der französischen Küste.
Der Sturm an der französischen Küste und aut dem Ozean hält mit unverminderter Stäccke an. Die Dampfer, die bereits ausgefahren waren, mußten zurückkehren. Der Sturm erreichte zeitweise eine Stundengeschwin- digkeit von 100 Kilometern. Bor Vigo scheiterte ein japanischer Dampfer. Ferner sind zahlreiche Fi sch dampf er u n t e r gegangen, deren Besatzung aber gerettet werden konnte. Bei Tours wurde ein Flugzeug kürz nach dem Aufstieg vom Winde auf den Boden niedergedrückt. Beide Insaffen sind schwer verletzt. Die drahtlose Station L o r i e n t (Bretagne) fing Hilferufe des italienischen Dampfers „(Sita d H eien a“, des griechischen Dampfers „P e l a g i a“ und eines dritten Dampfers auf, dessen Ramen nicht festgestellt werden konnte. Die drei Dampfer sind auf der Höhe von Queffant gescheitert. Zwei britische Dampfer haben sich zur Hllseleistung an Ort und Stelle begeben.
„Ihr macht nicht mit?" sagte der Lehrer enttäuscht. „Und gerad' auf Euch haben wir gezählt."
Der Dauer schüttelte den Kopf.
„Ich mach net mit!“
„Was könnt Ihr denn gegen die Kaffhaben?" polterte Weilandt heraus.
Der Peter nahm die Pfeife aus dem Mund, spuckte aus und sagte ruhig: „Das will ich Ihnen auseinanderlegen. Die mit dem Geld net häufeln können, für die is die Kaff. Die sich grün stehn, brauchen sie net. Hat so ein Schuldenmacher alleweil nix zu beißen, legt er sich krumm. Hilst ihm die Kass' auf den Gaul, reit' er die Deut' um. Das unterstüh ich net. Der Ort hat so lang' ohne Äaff bestanden und wird auch noch weiter ohne Kass' bestehn."
Der Lehrer- ließ sich nicht verdrießen, ein langes kmd breites zu wiederholen, was er all die Tage den Dörllern ans Herz gelegt hatte. Seine Mühe und Kunst war aber verloren. Wie auf seinen Absaheisen stand der Bauer auf seinem Wort: „Ich mach net mit.“
Unverrichteter Sache zog Weilandt ab. Don der Beihilfe des einflußreichen ManneS hatte er sich viel versprochen. Run war seine Hoffnung in den Brunnen gefallen. Dah der einzelne sich der Gesamtheit uirterorbnen muhte, daß der Besitzlose ein Recht darauf hatte, sich eine bessere Existenz zu verschaffen, das begriff der Peter Maraoff nicht. Mochte er sich dagegen stemmen, die Entwicklung der Dinge hielt er nicht auf.
Vor der Hofreite traf Weilandt die Marie, Sie begleitete ihn. Sie war auf dem Friedhof gewesen. Äeut’ waren fünf Iahre vergangen, daß ihre Mutter die Augen für immer geschloffen hatte. All das Traurige, das sie erlebt, stand wieder vor ihrer Seele. Die Bäuerin war gesund wie ein Fisch im Wasser. Sie formte sich rühmen, daß ihr Körper sie noch nichts gekostet hatte. An einem glühheihen Sommertag war der Ortsdiener zu ihr auf den Hof gekommen und hatte gemeldet, bei ihren ©Item im benachbarten Allmenrod stünde die Scheuer in Flammen. Vo» Schrecken ergriffen rannte sie fort, langte in Schwe-ß gebadet an der Brandstelle an und Haff aus Leibeskräften löschen.
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