öie Regierung-erÜSrung tm Reichstag ausgesprochen.
Die Amneftteanträge im Hessischen Landtag.
Darmstadt. 2Z.3<tn. (Elg. Dnchtbericht.) Der gesetzgebend« Ausschuß des Landtages erledigte gestern einige kleinere Gesetzentwürfe. Gin Antrag Kaul auf Erlaß von Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr wurde a b g e l e h n t, dagegen wurde ein Antrag des Demokraten Reiber, der die Regierung ersuchte, Gnadengesuche von Verurteilten wegen politischer Vergehen bei Kundgebungen in wohlwollender Weise zu prüfen und zu entsprechen. angenommen.
Der Auerprozetz in München.
Das Doppelgesicht der Sozialdemokratie.
München, 26. Ian. (TU.) Vor dem Amtsgericht München begann heute einer der größten Beleidigungsprozesse der letzten Zeit. Gs handelt sich um eine Klage des Führers der bayerischen Sozialdemokraten, LandtagSabgeordn. Auer, gegen den Schriftführer Albert Winter, den Geschäftsführer K e m P n e r und den verantwortlichen Redakteur der kommunistischen „Reuen Zeitun g". Dan-meyer. Die beiden ersten hatte eine Flugschrift als Vertreter der sozialdemokratischen Oppositionsgruppe veröffentlicht, die gegen Auer schwerwiegende Vorwürfe erhob, xnÜ dem Zweck, sein Verschwinden aus dem öffentlichen Leben z u e r- zwingen. DaS kommunistische Flugblatt hat:« von dieser Flugschrift in Artikeln Gebrauch gemacht.
Zu den Verhandlungen, die etwa eine Woche dauern werden, sind über 50 Zeugen geladen. Der Angeklagte Winter gab zu, daß die Flugschrift den Zweck verfolgt habe, Auer politisch zu vernichten. Gr sei durch charakterlose Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse hoch» gekommen. Durch den gegenwärtigen Prozeß müsse die eigentliche
Schuldfrag« beS Si-oecmordeS geklärt werden.
Der Angeklagte Kemper erklärt weiter, Auer fei ein Emporkömmling niedrigster Art, sei in finanziellen Dingen nicht einwandfrei verfahren und erfreue sich eines verdächtigen Wohlstantes. Auch die niedrigste Art von Bestechung sei von Auer nicht verschmäht worden. Es sei ihm gelungen, die Sozialdemokratie Münchens und Oberbayerns vollständig zu korrumpieren.
Auer sei von maßgebenden Sozialdemokraten längst als Schädling erkannt, zum großen Teil teerte jeder persönliche Verkehr mit ihm abgelehnt. Rechtsanwalt Liebknecht als Gesamt- bertdteger ter Beklagten beleuchtete die R o t - Wendigkeit, das Doppelgesicht der Sozialdemokratischen Partei zu erweisen.
3m weiteren Verlaufe ter Verhandlung nahm der Kläger, Abg. Auer, das Wort. Es i^onMe sich um einen Kamps bet Kommunisten ' gegen die Sozialdemokratie. Sein Reichtum existiere nur in ter Phantasie ter Masse. Er habe die Diktatur stets'abgelehnt. Seine Stellung zum nationalen Gedanken habe er niemals verändert. Gr fei stets eingetreten für die Landesverteidigung und gegen |ete Eroberung. Auch den Ruhr- sampf habe er unterstützt, solange er Aussicht auf tzrfolg hatte. Gegen ten Munitionsarbeiterstreik lei er von Anfang an — und zwar offen — gewesen. Er habe den Zuscunmeirbruch für ein furchtbares Unglüd gehalten. Es wäre besser .gewesen, wenn das alte Regime den Zusammen- druch hätte liquidieren müssen. Er könne ohne älebertreibung sagen, daß während feiner Ministerschaft in Bayern etwas geleistet worden fei. Ohne ten 21. Februar 1919 (ter Sag des Attentats auf Auer) wäre es nicht zur Räterepublik gekommen. Was die Anklage wolle, gete aus einem Brief Winters hervor, in dem eine Stelle lautet: „Die ganze Angelegenheit muh in der Oeffentlichkeit gegen die Sozialdemokratie behandelt werden. Es ist dies ein neuer FallEbert, nur daß ter Fall Auer als „bayerischer Fall Ebert" einen kriminellen Einschlag hat, ter leichter zu fassen ist."
Italienisches „Selbst"bestimmungsrecht. Rom, 26. Ian. (WTD.) Die .Tribuna" meldet aus Bozen, daß sich die italienische Bevölkerung gegen eine Vereinigung
Gießener Konzertverein.
Darmstädter Bläserqnintett.
Die Kammermusikliteratur für Klavier und Dläserensemble weist leider nur wenige Werke auf; das gründet sich auf mancherlei Umstände. Die Blasinstrumente, namentlich der klassischen Zeit, waren in bezug auf technische Möglichkeiten sehr beschränkt; erst der Aufschwung der Instrumentenbautechnik des vergangenen Jahrhunderts hat darin Wandel geschaffen. Insbesondere hat das Waldhorn, sonst nur auf die unsicher liegenden Töne ter Raturskala angewiesen, durch den Einbau ter Ventile an Sicherheit und technischer Reichweite gewonnen.
Aber auch die Modulationsfähigkeit und Reinheit ter Holzblasinstrumente ist gerade durch Reukonstruktionen verbessert worden; und immerfort ist unser Instrumentenbau bemüht, den Blä- fent immer leistungsfähigere Instrumente zu schaffen. Zu ter Abhängigkeit vom Meterial tritt meist noch ein sehr stark ins Gewicht fallender musikalischer Faktor: DaS Klavier ist temperiert gestimmt (auf Grund mathematischer Berechnungen, von der Raturskala abweichend), ist aber während des Spiels konstant; ganz anders die Holzblasinstrumente. Obwohl temperiert mensu- riert, ist doch die Tonhöhe mancherlei Schwankungen, insbesondere durch wechselnden Luftdruck, unterworfen. Diese Schwanbrngen vermag aber nur der Bläser im Augenblick auszugleichen bzw. sich der Klavierstimmung anzu- passen, dem ter Luftstrom zur A.'uherung musikalischen Miterlebens geworden ist; dazu kommt die tm allgemeinen auf ter Raturtonvei befaßende Skala des Hornes — also ein Gemisch von drei untereinander zeitweilig stark differierenden Stimmungen, dessen Reinheit stark von den Qualitäten der Spieler abhängig ist. Und darin liegt ein Grund für ten Mang . an Literatur.
von -ö o 5 e n und Grieß ausgesprochen habe, weil dann bei ten Gemeindewahlen die 7000 Deutschen von Grieß die deutsche Wählerschaft so verstärken würden, daß es den Italienern unmöglich wäre, eine Minoritäts- Vertretung zu erlangen. Man glaube daher, daß die Regierung die Vereinigung verschieben werde. Wahrscheinlich solange, bis man genug arbeitslose Italiener dort angesiedelt hat, um umgekehrt die deutschen Einwohner mundtot zu machen.
Frankreichs Sicherheit.
Neue Hetzreden in der Pariser Kammer
Paris, 26. Jan. (TU.) Die heutige Kammer-Sitzung wurde größtenteils mit e.ner Rete des früheren Kolonialministers Fabry über daS Sicherungsprogramm ausgesüllt, ter wieder behauptete, daß unter der Leitung Seeckts undGehlers die deutsche Armee vollständig reorganisiert fei, der frühere große Generalstab fei ebenfalls neu gebildet. Deutschland verfüge über ein ungeheures Rüstungsmoterial. Rach tem Versailler Vertrag dürfe es nicht mehr als 2000 Maschinengewehre besitzen. Tatsächlich habe man an einem einzigen Ort 15 000 Maschineng"wehr- teile entdeckt. Es verfüge ferner über 60 Flug- zeugfabciken, teron Produktionsfähigteit in drei Monaten auf eine Höchstleistung gebracht werden Tonne. Im Auslande seien zahlreiche Filialen angelegt, die jeder Kontrolle entzogen sind.
Deutschland habe das Schwergewicht seiner Kriegsindustrie, das an Rhein lag. an die Weser und den Neckar verlegt.
Ec wies ten Vorwurf zurück, daß die Alliierten auf ter Konferenz von Boulog ne Deutschland in ter Frage der Rüstungen unklugerweise entgegengekommen wären. Deutschland habe damals 200 000 Mann Reichswehr und die Aufrechterhaltung der Sicherheitspoli^i verlangt. Die Verbündeten schlugen das ab und bewilligten lediglich eine geringe Heraufsetzung ter lokalen Polizeibestände. Das entsprach dec Bestimmung deS Vertrages und beweise nur ein geringes Zugeständnis.
Herrriot ruft: „Geringes Zugeständnis? DaS werden wir sehen."
Fabry: „Das Abkommen von Doulogne hat gutem vorg s'hen, daß die Verbündeten bei deutschen Verfehlungen Gebietsteile des Reiches besetzen können.
Die Schutzpolizei stellt in ihrer gegenwärtigen
Form einen Schuhwal! am Rhein dar."
Herriot: „Die deutschen Polizeibeständs wurden auf Grund tes Abkommens ve r st ä r k t."
Magi not: „Die Sicherheitspolizei aber um 50 000 Mann verringert."
Herriot. „Dies trifft nicht zu. Ich werde nachweisen, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten überhaupt nur daher kommen, daß die Derbünteten sich von Deutschland in Doulogne übertölpeln ließen.
Der Abgeordnete Fabry führte in der Kammer weiter auS. daß Deutschland in jeder Beziehung gerüstet habe. Die Kontrollkommissionen seien völlig machtlos. Das alles gehe unzweideutig aus tem Bericht hervor, dessen Veröffentlichung Herrn Bure die Ehre verschaffte, gerichtlich verfolgt zu werten.
Frankreich dürfe Köln nicht rämnen, weil Deutschland immer mehr Beweis seine- schlechten
Willens gegeben habe.
Die Kundgebungen des Stahlhelmverbandes mühten Frankreich nachdenklich machen. Die deutsche Jugend bereite sich auf ten Krieg vor. Wir unsererseits sollte r es als unsere Pflicht ansehen, auch unsere Kinder auf die Zukunft vorzubereiten. Der Geisteszustand ter deutschen Jugend ist beunruhigend. Untere Pflicht ist es, bevor wir Köln räumen, von unfern Verbündeten und von Deutschland ein ndues Siche- rungssystem zu erlangen. Wenn wir Garantieverträge besäßen, würde es mit unferer Sicherheit weniger kritisch bestellt sein. Das Genfer Protokoll kann die Garantiepakte, die man uns versprach, nicht ersetzen.
Angst oder Handelsneid?
London, 27. Ian. (TU.) Es wird offiziös bekanntgegeben, die Konferenz der alliierten Botschafter in Paris habe die deutsche Regierung gewarnt, daß ein Verfahren gegen sie eingeleitet würde, wenn die Firma Krupp nicht sofort das Angebot zurück- zö g e, das sie der argentinischen Re
gt e r u n g zur Lieferung von Kesseln für die neuen Torpedoboote gemacht habe. Die Bot- schafterkonferenz sehe in dem Angebot einen Bruch des Teils des Versailler FrieterrsVertrags, ter Deutschland verbietet, Kriegsmaterial ohne besondere Erlaubnis ter Alliierten herzustellen.
Ke ne private Sondierung in der Räumungsfrage.
Berlin, 27. Jan. (TU.) Halbamtlich. Das „D. T." veröffentlicht eine Rachricht aus Washington, in ter behauptet wird, daß eine private Sondierung der englischen Regierung wegen gleich,eitiger Räumung ter Kölner Zone und tes Ruhraebietes bis 10. Mai d. Js. von tem deutschen Außenminister Dr Stre- femann abgelehnt worden sei. Diese Behcnch- tung ist vollkommen unzutreffend. Eine private Sondierung ter englischen Regierung ist nicht erfolgt. Soweit die Frage tes Kompromisses der gleichzeitigen Räumungsgebiete in privaten Unterredungen erörtert toorten ist, hat ter Außenminister vielmehr gegenüber einer derartigen Anregung sich in demselben positiven Sinne geäußert, ten ter Reichskanzler Dr. Luther in feiner Reichstagsrete vom 21. Januar gegenüber dieser Frage zum Ausdruck gebracht hat.
Die Pariser Wirtschaftsverhandlungen.
Die Antwort Rcynaldis ans die deutsche Note.
Paris, 27. Ian. (TU) Der französische Handelsminister hat feine Antwort gestern abend um 7 Uhr der deutschen Delegation zage h e n lassen, die darauf sofort zu einer Beratung zusammentrat. In der französiichen Rote wird der deutschen Delegation der Vorwurf gemacht, daß allein von der deutschen Delegation ter Gedanke ausgegangen sei, daß die Verhandlungen eine freundschaftliche Unterbrechung erfahren sollten. Die Rote verlangt dann von ter deutschen Delegation nähere Einzelheiten Über die Ansichten tes Reichs in der Frage der elsaß-lothringischen Kontingente sowie der Einfuhr gewisser anderer französischer Artikü. 3n gut unterrichteten französischen Kreisen erklärt man daß die Verhandlungen nach ter Uebergabe dieser Rote nunmehr zwischen ten Delegationen wieder beginnen werden.
Der französisch- amerikanische Konflikt.
Louchenr gegen Borah.
Paris, 26. Ian. (TU.) Der Wieterauf- bauminister Loucheur veröffentlicht mit ausdrücklicher Genehmigung Herriots im „Excelsior" folgende Entgegnung auf die letzte Rede Senator DorahS zur Schuldenfrage: Senator Borah behauptet u. a., daß Frankreich ter Wert der Saargruben mit einem Betrage von 100 Millionen Dollar zugute kommt. Senator Borah scheint aber nicht zu wissen, daß diese Summe im Debet Frankreichs aufgeführt ist als Schuldforderung zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete. Ich möchte noch hervorheben, daß nach der einmütigen Auffassung französischer Sachverständiger ter Wert der Saargruben mit 100 Millionen Dollar viel zu hoch gegriffen ist. Ich habe aus meiner Uebevzeugung keinen Hehl gemacht. Was ich materiell für möglich halte, ist. daß Frankreich seine gesamten Schulden zurückzahlt, daß aber die Rückerstattung einer deutschen Schuld größte finanzielle Schwierigkeiten mit sich bringt Ich möchte sehen, wie es Amerika anfangen würde, drei Milliarden Dollar zurückzuerstatten. Es würde trph seiner günstigen finanziellen Lage dazu nicht imstande sein. Das begreifen die Amerikaner auch. Ist doch ter Vorschlag zur Bildung eines Transferausschusses von Amerika gemacht worden. Wenn in ter Währungsfrage solche Rücksicht auf unseren Erbfeind genommen werten konnte, warum sollte sie nicht auch Frankreich gegenüber gemacht werden.
Wettervoraussage.
Leicht bedeckt, östliche bis südliche Winde, wenig T-.nrperatur-Aenderung, höchstens geringe Rieterschläge (Schnee).
Werten solche Werke von unzureichenden Kräften ausgeführt, so bleibt das vom Komponisten Gewollte, weil unvollkommen dargeboten und daher meist unrein, wirkungslos. Gute Bläser aber sind eine Seltenheit; wir haben in Deutschland nur sehr wenige Bereinigungen, die allen Anforderungen der Kammermusik gerecht werden, und zu den besten gehört das Darmstädter Bläserquintett llnb di sem go feHt sich ein Klavierspieler bei, wie er für ein Ensemble zu wünschen, aber selten zu finden ist.
Gin Grund für den Literaturmangel liegt aber auch bei den Komponisten. Es ist auffällig, daß Beethoven mit dem Augenblick (etwa um 1800), wo er die Blasinstrumente komdositions- technisch beherrscht, kein nennenswertes Werk mehr für diese Gattung schasst, sondern die erworbenen Kenntnisse in ten Symphonien, die er nun zu schreiben beginnt, verwertet. Vielleicht konnte er ter damaligen Unzulänglichkeit der Instrumente keinen Reiz mehr abgetoimren; die Klaviertechnik hatte er gerate schrn in ten vorhergehenden Werken derart gesörtert. daß die Blasinstrumente mit diesem Dorwärtsdrängen nicht mehr Schritt halten konnten. — Ist es nicht auffällig, daß das Sextett op.6 von L. Thuill e ebenfalls in die frühe Schaffensperiote tes Münchener Meisters fällt? Auch hier wieder ein Festigen in der Schreibtech ulk — aber er weiß doch schon soviel tes Interessanten zu sagen, daß dieses Werk die Augen aller auf sich lenkte, und von dem Zeitpunkt an der spätere Komponist tes „Lob tanz" als musikalischer Faktor von seiner Mitwelt gerechnet wird.
Beethovens Quintett (Ls-Dur — bis dahin für ihn die freudige Stimmung bedeutend —. bis er später in ihr heroischen Ton intet), ein Werk seltener Musizierfreudigkeit, beginnt mit einem kurzen „Grave"-Sah; einem Unisono folgt ein angefügter thematisch gesteigerter Aufbau, dessen Höhepunkt (Fermate) zu
einem Allegro ma non troppo überleitet, das zunächst gemächlich beginnend, zu einer immer stärkeren Gnergiespannung führt und in voller Kraft seinen Schluß findet. 3m folgenden Andante cantabile trägt zunächst das Klavier das erste Thema vor; die Gruppe der Bläser nimmt es auf, wird zum Träger des musikalischen Gedankens. das Klavier füllt durch akkordliche Figuration. Ein zweites Thema in der Oboe wird vom Fagott beantwortet, die Bläser spinnen den Gedanken weiter, das Klavier figuriert, nimmt das erste Thema variiert wieder auf, das Horn fuhrt die Melodie. Unter tem variierten Anklingen des ersten Themas schließt dieser so anmutige Sah. 3m Rondo liegt daS Thema zunächst im Klavier, wird aber von den Bläsern ausgenommen und mit anmutigem Wechselspiel, beide Klanggruppen teilen sich in das Thema, durchgeführt — ein Werk von blühendem thematischem Reichtum, das einem immer wieder Freute macht, so oft man es hört.
Thuilles Sextett (V-Dur) steht dagegen im lletergang zum Modernen. Die streng gegliederte Form wird gelockert. Die einzelnen 3nftrumente kommen mit ihrem spezifischen Klangcharakter mehr zur Geltung, eine Errungenschaft der Romantik; während die 3nstrumente bei Beethoven wohl Träger des musikalischen Gedankens sind, aber ihre individuelle Färbung mir Im beschränkten Maße zum Ausdrucksmittel wird.
Die beiden ersten Sätze sind breit aus- gebaut, obwohl sie in ihren Grundzügen ter rassischen Sonatenform folgen. Dem gesanglichen Charakter' dieser beiten Satze entspricht eä so recht. Laß das Horn der Träger te3 Hauptthemas wird. Die Durchführungen verbreitern sich stark und erscheinen zeitweilig episodenhaft, einzelnen Stimmungen nachgebend. 3n ter Gavotte kommen besonders die Holzbläser zu ihrem Recht; ein Sah voller tnUmster Reize in ge-
Die Unruhen in Chile.
Das Landheer gegen die Flotte. — Einigunnsversuche.
Rom, 26. 3an. (WD.) Der heute auS Venedig in Rom eingetrofsene Präsident von Chrle, Dr. Alesfander, erllävtc, daß er sich Über seine von ter neuen Regierung gewünschten Rückkehr nach Chile noch nicht e n t- s ch reden habe. Ec werde nur zurückkehren, wenn dies eine allgemeine Beruhigung deS Landes bedeuten wurde, d. h. wenn er hassen könne, seine Partei der Linken mit der Partei der Rechten, die die Septemberrevolution gemacht habe, zu versöhnen. Die „Giornale d'3ta- lia" berichtet, daß ter Präsident heule nach einer Besprechung auf der chilenischen Botschaft in Rom ein Manifest an die Bevölkerung von Chile gerichtet habe, indem er verkündet, daß seine weiteren Entschlüsse von ter Beruhigung und der Eintracht des Landes abhängen würden.
Wie es scheint, hat sich sehr rasch eine Einigungsformel finden lassen. Wir hören dazu, daß es dem früheren chilenischen Gesandten in London, Augustin Edwards, gelungen ist, die Streitpunkte, die seit tem Ausbruch der revolutionären Bewegung am letzten Freitag zwischen dem Heer und ter Flotte bestanden.' 6 hulegen und eine Formel zu finten, die von beiden Seiten angenommen wurde. Die neue Regierung ist gebildet. Sie besteht au8 einent Admiral, einem General und einem Zivilisten. Die verfassunggebende Versammlung wurde ein» berufen. Letzte Rachrichien aus Santiago (Chile) vom Sonntagabend besagen, daß die Stadt vollkommen ruhig ist. Die Danken sind durch Truppen beseht.
Aus aller Welt.
Schneefall in Baden.
Freiburg i. 27. Son. (WTD. Funkspruch.) Rach Wochen frühlingsartigen Wetters ist heute in Südbaden der erste ausgiebigere Schneefall niedergegange«.
Berlin im Schnee.
Berlin, 27. San. (WTD. Funkspruch.) Sn Berlin ist heute in den frühen Morgenstunden leichter Schneefall eingetreten.
Einbruchsdiebstahl bei der deutschen
Handelsdelegation in Paris.
Aus Paris wirb g meldet daß am Montag Morgen bei der heutigen Handelsdelegation ein Einbruch rerÜDt worden ist. Einem Legationsrat wurde die Brieftasche mit 500 Mk. deutschem Gelte, einer Summe französischen Geldes und sein P a ß g e-- stöhlen. Eine Stenotypistin erwachte, als die beiden Diebe in ihr Schlafzimmer ein gedrungen waren. Der eine der beiden Einbrecher zwang sie durch Drohungen, sich ruhig zu verhalten, während ter andere ihre Schmucksachev zusammenraffte.
Die Grubenexplosion bei Dortmund.
DaS preußische Oberbergamt Dortmund teilt mit: lieber die Explosion auf der Schachtanlage Hannibal I werden zum Teil ungenaue Rachrichten verbreitet. Es steht zur Zeit folgendes fest: An ter Explosion sind Schlagwetter und Kohlenstaub beteiligt gewesen. 3hr Weg ist aus tem achten östlichen AbterlungSquerschlag durch die Grundstrecke in Flöz 36 biS zu einem am Querschlag stehenden lieber f>au zurückzuver- folgen, das zur Zett teS Unglücks eine Gänge von etwa 200 Meter hatte. Vermutlich hat die Explosion ihren Ausgangspunkt in diesem Aushau gehabt. Die Entstehungsursache ist noch ungeklärt, da reichliche Schlagwetteransammlungen das Vordringen im Aushau er* schweren. An Opfern sind 7 Mann zu beklagen. Sie müssen im Augenblick ter Explosion getötet worden sein. Die Wucht ter Explosion ist durch die zur Sicherung des Anhaus eing«r- bauten Gesteinstaubhauptsperren zunächst gebrochen, dann vernichtet Worten. Die Wirksamkeit des zum Schutz gegen ein Weitergreifen von Explosionen neuerdings angewandten Verfahren- hat sich auch in diesem Falle wieder einwandfrei erwiesen. Die übrigen Grubenhaue sind nicht gefährdet.
Ergebnisse der SonnenfinfterniS- beobachtung.
Rach Blättermeldungen aus Amerika find bei ter Beobachtung ter Sonnenfinsternis in Amerika wichtige Feststellungen gemacht worden. die ein neues Licht auf die Einstein- drängtester Form. Ein Finale in modern an» mutenter Instrumentierung befchließt mit einer Prestisfimosteigerung diese- klangschöne und wohl- Hanggefättigte Werk. Den einzelnen künstlerisch«, Individualitäten tourte hier noch mehr Gelegenheit zur Entfaltung gegeben und da- reiche Können, das die Bläser schon tm Beethoven- Quintett zeigten, tourte hier von neuem bestätigt; jeder ging auf die Eigenheiten feine- Instrument- liebevoll ein und fügte sich mit feinem Fühlen dem Ganzen an. Gin besondere- .Bravo dem Hornisten Herrn August 3 a u b. Wer diese- so selbstverständlich sichere und ausdrucksvolle Spi«f hörte, ahnt nicht, an welchen Klippen das Kön>* nen des Hornes mit starker sicherer Kunst vvr» beigeführt sein will; aber auch die anderen Herren: Markin Geißler (Flöte), Ernst Schaefer (Oboe), Fritz Hehn au (Klarinette) und Emil Wlschert (Fagott) bewiesen mit jedem Ton, jeder Phrase ihre technische und musikalische Meisterschaft aufs neue, insbesondere auch Herr Gusti Deck am Klavier', ter sich al- gewandter Begleiter und Pianist mit hohem Können bewies. An ten Stellen, wo er Führer des musikalischen Gedankens war, gestaltete er mit bewußter Sicherheit und seinem Ginfühlen.
Zwischen diesen beiden Hauptwerken wurde S. Dachs H-MoIU© onate für Flöte und Klavier geboten; ein Werk, das ten beiden Aus führenden nicht besonder- zu liegen schien. Das Andante tourte etwas zu schnell genommen, das Klavier war fteHentoeile zu stark (insbesondere im Podalgebrauch nicht vorsichtig genug); das technische Können außer Zweite, konnte die musiialische Linie doch toett mehr Durchsichtigkeit. Gliederung und Abschattierung vertragen. Wenn auch die alten Ausgaben dieser Werke wenig Dortragszeichen aufweisen, so haben doch die Alten durchaus nicht ihre Musikalität verleugnet, cd ist eben eine eigene Sach< um den Bachstil. —in —


