Einzelbild herunterladen

sozialistische Unternehmen werde, wenn es nicht zum Ziele führen, nur mit der

Auflösung der Kammer abschliehen können. Die Auflösung müsse indessen mit allen Mitteln verhi ndert werden. Leon Blum erwiderte darauf, dah auchdieSozia- listen die Auflösung fürchten und keineswegs herbeifühven wollten. Bei ihrer Stellung zur Re­gierungsfrage sei das wichtigste Prinzip der Par­tei, dah man keine Inflation auf sich neh­men dürfte. Sarraut erklärte darauf, dah es sich bei der zukünftigen Regierung nicht allein um die finanzielle Frage handle, sondern dah es auch andere Probleme gebe, wie Marokko und Sy­rien. Bei allen L esen Punkten müsse die Re­gierung das volle Vertrauen haben. Der Führer der Gruppe Loucheur äußerte sich in ähnlichem Sinne, machte indessen Vorbehalte wegen der Durchführung des sozialistischen Finanz- programms.

Leon Blüm erwiderte, das sozialistische Prin­zip bestehe darin, eine energische Position ein- zunchmen, um eine demokratische Finanzpolitik durchführen zu können. Sarraut bestand zum Schluß der Sitzung darauf, dah die einzige Möglichk.it die Bildung eines radikalen Mini­steriums mit sozialistischer Beteiligung sein könne. Die Beauftragung Herriots mit der Bildung der Regierung ist die logische Folge dieser Entschließungen innerhalb des Kartells der Linken. Herriot, der in seiner ersten Regierungs- zeit lediglich auf die Llnterstützung der Sozia­listen angewiesen war, wird diesmal mit seinem neuen ReaierungSerperiment unter Teilnahme der Sozialisten größere Aussichten auf Erfog haben können, falls es ihm gelingt, die Wider­stände auf dem rechten Flügel des Kartells zu besiegen.

Die Unterzeichnung der Locarno-Verträge.

Keine Festlichkeiten. Unterzeichnung durch die Botschafter?

Paris, 25. Roo. (XU.) Zu der Unterzeichnung der Locarnovecträge berichtet derPetit Parillen" aus London, dah die Enifchliehung der britischen Regierung, wegen der Trauer über den Tod der Königin-Mutter auf die vorgesehenen Feier­lichkeiten zu verzichten, heute morgen durch das Forelgn Office den beteiligten Regierungen mit- geteilt worden sei. In dem Schreiben habe Chamber­lain hinzugefügl, dah er es für seine Pflicht halte, darauf hinzuweifen, dah er infolge der Uenderung des Programms es für nicht anormal halte, wenn den Botschaftern Vollmachten zur Un­terzeichnung der Dokumente erteilt würden. Chamberlain habe indessen betont, dah, wenn feine auswärtigen Kollegen den Wunsch hätten, persönlich ihre Unterschrift unter die Verträge zu fetzen, sie der brittschen Regierung herzlich willkommen wären. Man erklärt in zuständigen Kreiesn, dah die Ant­worten der beteiligten Regierungen noch nicht in London elngetrofsen seien.

Die unmöglichen Kontumazial­ürteile.

Berlin, 25. Rov. ($11.) Mehrere deutsche Blätter meldeten kürzlich, dah ein französisches Kriegsgericht ben Generalmajor a. D. Paul W e i cf c in Kassel-Wilhelmshöhe und den Ritter- igutsbesitzer Rudolf Schulz in Alterwalde (Kreis Reustettin) wegen angeblicher Gewalt­taten gegen französische Zivilpersonen im Ab- 1 wesenhÄtSverfahren zum Tove verurteilt hat. Dazu erfahren wir. daß die französischen Beschuldigungen schon vor längerer Zeit vom deutschen Reichsgericht eingehend unter­sucht worden sind, wobei sich ihre völlige Haltlosigkeit herausgestellt hatte. General Weicke hatte sogar ausdrücklich seine Truppen unter Hinweis auf die bestehenden scharfen Straf­androhungen vor Ausschreitungen ge­warnt. Don Schulz ist festgestellt worden, dah er am Tage des ihm zur Last gelegten angeblichen " Vorkommnisses von dem Ort Porquericourt, wo sich diese zugetragen haben soll, dienstlich ab­wesend war.

Der Balkanpakt.

Bukarest, 25. Rov. Außenminister Duca hatte eine Besprechung mit dem hiesigen grie­chischen Gesandten, der ihm den Entwurf eines Balkanpaktes vorlegte. Die griechische Re­gierung sei bestrebt, noch vor der Anhängig- machung deS bulgarischen Konfliktes beim Völker­bund Verhandlungen über den Abschluß eines Balkanpaktes zu beginnen. Der rumänische Außenminister gab die Zusicherung, daß er bei der nächsten Zusammenkunft der Außenminister der Kleinen Entente den Dorschlag Grie­chenlands zur Diskussion stellen werde.

Das polnische Negierungsprogramm. Das Kabinett Skrzhns i vor dem Sejm.

Warschau, 25. Nov .(WTB.) Ministerpräsi- beru und Minister des Aeußern Graf S k r z y n s k i gab heute nachmittag im Sejm die Programmerklä­rung der neugebildeten Regierung ab. Der Minister­präsident erklärte, daß das Programm der jetzigen Regierung die Zusammenfassung aller großen Parteien esi, um durch sofortige Maß­nahmen die aegenwürtige Wirtschaftskrise zu bekämpfen. Auch werde die Regierung sich angelegen fein lassen, den Zloty zu Halen, und auf keicnen Fall eine neue Inflation zuzulassen. Die neue Regierung habe nicht die Absicht, am Militärbudget besondere Ersparnisse oorzunehmen, sondern die Budgetrestriktion werde gleichmäßig auf alle Ressorts verteilt werden. Bei der Besprechung der außen­politischen Lage unterstrich der Ministerpräsident die guten Beziehungen Polens zu Frankreich, die niemals enger, besser und klarer gewesen seien als jetzt. Zn unser Verhältnis zu unseren deutschen Nachbarn, sagte Skrzynski, kam eine Tatsacye von ungeheurer politischer Bedeutung: Locarno! Ich zweifle nickt, daß sich entsprechend der Bedeutung der dort beschlossenen Verträge unser Verhältnis zu Deutschland in einer Weise neu gestaltet, die bei­den Nachbarn Nutzen bringen wird. In diesem Geist treten wir aufs neue in die Handelsvertrag s- ver ha ndlun gen mit der Reichsregierung ein, wobei wir wünschen, daß sie in raschem Tempo sort- fchreiten und bei beiderseitigem guten Willen aller- schnellstens dem heutigen Zustand der Dinge ein Ende machen. An die Ausführungen Skrzynskis schloß sich die Debatte an. Es stellte sich dabei her­aus, daß in der Opposition gegen die Regierung nur noch die Wyslowonie und die slawischen

Minderheiten stehen. Die deutsche Minder­heit wird erklären, daß sie einstweilen eine a b wartende Stellung gegenüber der Regierung einnimmt und sich bei der Abstimmung enthalten wird. Einen ähnlichen Beschluß faßte die jüdische Fraktion.

Kabinettskrise in Estland.

Reval, 25. Nov. (WTB.) Nach einer längeren Debatte im Anschluß an eine vor mehreren Tagen eingebrachte Interpellation der Sozialisten über an Privatpersonen gewährte Kredite der Estni­schen Staatsbank nahm das aus 100 Ab­geordneten bestehende Parlament mit 31 gegen 4 Stimmen ein Vertrauensvotum für die Regierung an. Auf dieses Ergebnis hin hat das Kabinett gemäß feiner vorher abgegebenen Erklärung, daß es nur ein von allen Parteien der gegenwärtigen Regie­rungskoalition getragenes Vertrauensvotum anneh­men werde, sein Abschiedsgesuch eingereicht. Das Parlament hat seinen Präsidenten beauftragt, die notwendigen Schritte zur Beilegung der Regie­rungskrise zu tun.

Ernste Lage in China.

London. 25. Rov. (Sil.) Rach Blätter­meldungen aus Peking ist der gesamte Derkehr auf allen Eisenbahnen wegen Truppentransporte eingestellt worden. Rach chinesischer An­sicht sind weitere militärische Ereignisse unver­meidlich. Unmittelbar beunruhigend ist die Tat­sache, daß der Militärgouverneur von H o n a n offenbar mit Feng QJu Siang gemeinsame Sache gegen Tschang Tso Lin macht. Tschang Tso Lin befindet sich in einer sehr bedrängten Lage. Angeblich ist eine Revolution gegen i h n in Mukden ausgebrochen. Qltan sagt sogar, daß er gefangen gesetzt worden sei. 3n Peking rechnet man mit Kämpfen in der Umgegend. Rach anderen Berichten ist zwi­schen Feng * * **5u Siang und Wu Pei Fu ein Schuh- und Trutzbündnis zur Dernichtu ng Tschang Tso Lins abge­schlossen worden mit der Absicht, eine Sowjet­regierung in Peking zu bilden. Doch wird dieser angebliche Plan in politisch unter­richteten Kreisen offensichtlich nicht ernst genom­men. Tatsache ist. daß Feng QJU Siang von Rußland große Geldbeträge empfan­gen hat. Von einer Gefahr für das Gesandt­schaftsviertel in Peking kann zur Zeit nicht ge­sprochen werden. Auf alle Fälle steht jedoch fest, dah die vor nur wenigen Tagen noch ver­hältnismäßig optimistisch beurteilte Lage neuer» dings eine Wendung zum Schlechteren genommen hat.

Schwere Sturmschäden an der Marokkosront.

Madrid, 25. Rov. (TU.) Schwere Stürme und Wolkenbrüche haben die spanischen Stellungen bei Tetuan und Zeuta über­schwemmt. Mehrere Schützengräben wurden vernichtet. Einige Garnisonen befinden sich in Gefahr. Pioniertruppen versuchen weiteren Scha­den zu verhindern. Die Wassermassen haben die Straße ZeutaTetuan abgefchnitten. da die Drücken fortgerissen sind

DieRegierungsbildung in Baden.

Karlsruhe, 25. Roo. (TU.) Zentrum und Sozialdemokratie werden dem Landtag folgende Mini st er ll sie zur Abstimmung vorlegen:

Staatspräsident und Iustizminister Trunk (Zentrum)

Finanzminister Dr. Köhler (Zentrum)

ITlinlffer des Innern Remmels (Soz.).

Die Vorgefchlagenen hatten schon bisher diefe 2Hi- nisterposten inne. Das Ministerium des Kultus und Unterrichts (bisher Staatspräsident Dr. hellpach) wird vorläufig nicht befehl, sondern von dem Innenminister Remmele verwaltet. Der 2Tli- ministerialdirektor dieses Ministeriums gehört dem Zentrum an. Das Kabinett erhält ferner zwei 5 t a a t g r ä (e, wofür vom Zentrum der Abg. D e i ß h a u p t, von den Sozialdemokraten der bisherige Staatsrat Maier vorgeschlagen wurde. Zentrum und Sozialdemokraten haben von den 72 Landtagssitzen 44 inne und damit die Mehrheit. Somit ist die Mahl der neuen Regierung gesichert.

Nach langem Hin und Her ist nunmehr in Raden eine neue Koalition entstanden: Zentrum und So­zialdemokraten sind übereingekommen, die Regie­rung zu bilden. Das bedeutet einmal die vorläufige Erledigung der Weimarer Koalition in Baden, zum andern ist der schwarz-rote Block aber auch das Er­gebnis eines beinahe als rücksichtslos zu bezeich­nenden Kampfes des Zentrums um die politische Macht. Den ersten Vorstoß des Zen­trums hatten die Demokraten auszuhalten, die nur eine sehr kleine Fraktion im Landtag bilden, aber doch unter allen Umständen nicht nur das Kultusministerium weiter verwalten, sondern inner­halb der Regierung auch einen größeren Einfluß als bisher eingeräumt haben wollten. Deswegen verfochten sie unentwegt die Idee der Weimarer Koalition. Dem Zentrum paßten aber die demo­kratischen Wünsche nicht, zumal es sich gerade auf kulturpolitischem Gebiet in schroffem Gegensatz zu der demokratischen Richtung befindet. Der Streit um die Verteilung der Regierungssitze endete schließlich mit einem Abschwenken der Demokraten, die nun ebenfalls, ebenso wie die Deutsche Volks­partei, zu der neuen Regierungskoalition in Op­position stehen wird, wobei allerdings festzu­stellen ist, daß die Volkspartei seinerzeit lediglich deswegen beiseite trat, weil sie für eine große Koali­tion, Die nach Anschauung der übrigen Parteien einzig und allein in Frage kam, falls die Volks­partei Wert auf eine Teilnahme an der Regierung legen sollte, nicht zu haben war. So ist nun eine Koalition zwischen Zentrum und Sozialdemokraten zustande gekommen, die zahlenmäßig über eine Mehrheit, nämlich 44 von 72 Sitzen, im Landtag verfügt. Sie kann damit regieren, zumal die Demokraten nicht in jedem Fall in der Opposition bleiben dürsten. Daß Zentrum und Sozialdemokra­ten sich auf die Dauer auf kulturpolitischem Gebiet vertragen sollten, erscheint doch recht unwahrschein­lich, so daß der schwarz-rote Block voraussichtlich bald wieder auseinander fallen wird.

Das Kreditbedürsnis der deutschen Städte.

Berlin. 25. Rov. (WB.) Wie das W. T. B. von zuverlässiger Stelle erfährt, sind die Verhandlungen, toeld>e die deutsche Girozentrale

mit der Rational City Bank in Reuhork wegen Ausnahme einer Ausländsanleihe geführt hatte, abgebrochen. Die deutsche Girozen­trale verhandelt nunmehr mit einer anderen namhaften amerikanischen Bankengruppe und hofft demnächst von der Aufsichtsbehörde die Geneh­migung zur Aufnahme einer Gemeinschaft s- anleihe für die deutschen Städte zu erhalten. Die Verbandlungen sind bereits soweit geklärt, daß Aussicht vorhanden ist, die Anleihe in kurzer Zeit in Amerika zu plazieren.

Aus aller Welt.

Vertagung

des Bellinzonaprozesses.

Bellinzona, 25. Rov. (TU.) Bei dem gestrigen Besuch der älnglücksstätte muhte sich der Gerichtshof davon überzeugen, daß die Siche rungs- und Weichen anlagen an der Stelle, wo im vergangenen Fahr der Zu­sammenstoß der Schnellzüge sich ereignete, ob­wohl sie sich im Tlmbau befanden, durchaus nicht den Anforderungen eines modernen, komplizier­ten Verkehrs entsprechen. Dies wird auch in den beiden von der Verteidigung vorgelegten Gutachten bestätigt. Es ergab sich somit für die Staatsanwaltschaft die Rotwendigkeit, ihr Anklagematerial nach dieser Richtung hin zu ergänzen, was natürlich für die schweizerische Bundesbahn keineswegs eine Annehmlichkeit be­deutet. Der Prozeß wurde deshalb auf unbe­stimmte Zeit vertagt.

Jubiläum itn hessischen Landtag.

Der Rechnungsdirektor Köhler ist jetzt 25 Jahre Beamter im Dienste d e s Landtags. Er war vorn Kreisamt Offenbach von dem dama­ligen Landtagspräsidenten Haas in das Landtags­amt übernommen worden. Aus Anlaß des Jubi­läums fand im Landtagsamt eine Feier statt, wobei Direktor Schenk des Jubilars verdienstvolles Wir­ken schilderte. Landtagspräsident Adelung über­sandte zugleich mit einem sinnigen Geschenk ein Glückwunschschreiben.

Intendant von Schillings zum Rücktritt aufgefordert.

Wie mehrere Blätter melden, ist der In­tendant der Berliner Staatsoper, Max v. Schillings, in einem Schreiben des preußischen Ministers für Kunst unb Wissenschaft ausgesordert worden, sein Rück­tritt s g e s u ch einzureichen, weil er nach An­sicht des Ministers weder in geschästlicher noch künstlerischer Beziehung den Ansprüchen der Staatsoper genüge. Max v. Schillings hat in seinem Antwort­schreiben es abgelehnt, diesem Ersuchen Folge zu leisten. Erst vor einem Fahre hatte v. Schil­lings von dem damaligen Kultusminister Bölitz seinen Vertrag um fünf Fahre verlängert erhalten.

Schwerer Sturm über Holland und dem Kanal.

Amsterdam, 26. Rov. (WTB. Funk- spruch.) Ein von gestern nachmittag bis in die Nacht andauernder Sturm richtete in zahlreichen Orten West Hollands viel Schaden an. Fm Amsterdamer Hasen wurden zahlreiche Schiffe losgerifsen. 14 Schleppkähne sind mit ihrer La­dung gesunken. Auch im Rotterdamer Hafen wurden mehrere größere Schiffe losgerissen und zum Teil beschädigt. Fn zahlreichen Orten wurden Personen durch herabfallende Ziegel, Schornstein­teile und entwurzelte Bäume verletzt. Aus der Z u i d e r s e e ist ein Schleppdampfer gesunken. Bier Mann der Besatzung sind wahrscheinlich er­trunken. Sin Fischereifahrzeug geriet bei einem Rettungsversuch in große Gefahr. Fn Volen- d^am hegt man Befürchtungen wegen des größten Teils der noch nicht wieder eingelaufenen F i - scherslo11e. Auch im Kanal herrscht heftiges älnwetter. Sämtliche Telephonverbindungen zwi­schen England und dem Festland waren infolge Sturmschadens unterbrochen. An der sran- zöfi'chen Küste befinden sich mehrere Schiffe in Seenot.

Schneesturm im Schwarzwald.

Freiburg i. Br., 26. Nov. (WTB. Funkspr.) Gestern abend setzte auf dem Schwarzwald hefti­ger Schneesturm ein. Heute morgen betrug die Stärke des Sturmes noch 16 Sekundenmeter. Die Schneehöhe auf den Höhen des Feldbergs er­reichte bereits 25 Zentimeter.

Die Masernepidemie in Franken.

Der in dem Dorfe Sendelbach bei Lohr unter den schulpflichttgen Kindern auSgebrochenen Mafernepidemie sind bis jetzt schon 19 Kinder flum Opfer gefallen. Drei Familien sind je drei Kinder durch den Tod.entrissen worden, während zwei andere Familien den Verlust von je zwei Kindern zu beklagen haben.

Verbrüht.

Bei Mannheim ist auf einem Rheinschifs ein 2',2 Lahre altes Kind eines Schiffers an den Folgen einer Verbrühung gestorben. Das Kind ist in unbewachtem Augenblick in einen mit Heißem Wasser gefüllten Topf gefallen.

Aus Leichtsinn in den Tod.

Fn schrecklicher Weise unrs Leben gekommen ist der Techniker Ernst Weiße in Godramstein (Baden), der fein Motorrad unter einer Bahnschranke h i n du rchsch i e b e n wollte, aber in diesem Moment von dem daherbrausen- den Eilzug AnnweilerLandau ersaßt und ge­tötet wurde.

Ein leichtsinniger Autofahrer.

Vor dein Schöffengericht Charlottenburg wurde gegen den Ingenieur Paul 2 ä r wegen fahrlässiger Tötung verhandelt. Bär war im Jahre 1924 bei einer Autofahrt auf dem Eise des Wannsees eingebrochen, wobei der ihn begleitende Mechaniker Duda ertrunken war. Das Gericht machte Bär, der gewarnt worden war, für den Tod feines Begleiters verantwortlich und erkannte auf neun Monate Gefängnis unter vorläufiger Versagung der Bewährungsfrist.

Palasteinsturz in Neapel.

Einer der ältesten Paläste Neapels, der Palazzo «an S e v e r o, ist eingestürzt. Die Bewohner der drei Stockwerke wurden in die Tiefe geris­sen. Bisher wurden 14 Verwundete, darunter vier Schwerverletzte, aus den Trümmern gezogen.

Wettervoraussage.

Leichte Verstärkung des Rachtsrostes, tags Tenrperaturen wenig über Rull, zeitweise schwächer bewölkt, stellenweise noch Riederschläge.

Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 2,4 Grad, Minimum minus 0,5 Grad. Heutige Mor­gentemperatur 0,5 Grad Celsius. Riederschlag 12,1 Mm. -

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 26. Rovember 1925.

Den Kindern

bringt derGießener Anzeiger" in diesem Jahre eine ganz besondere Ueberraschung zu Weihnach­ten, ein ganz allerliebstes Weihnachtsmärchen unseres römischen Korrespondenten G. W. Eberlein, daß den Titel trägt

Pelzmärle!"

ein Nürnberger Spielzeugroman. Die reizende Ge­schichte erzählt von den Schicksalen eines Geschwi- sterpaares zwischen Spielzeugpuppen, Bleisoldaten, Nußknackern, Feen und anderem Zaubergelichter. Drei Klapperstörche spielen eine Hauptrolle darin und retten den Vater der Kinder, den Puppenpeter, aus unverschuldeter Not. Unter dem Festgeläut der Weihnachtsglocken zieht das Heer" Nr Spielsachen wieder in die spitzgiebelige, alte Stadt an der Pegnitz ein, die es ein Jahr lang im Zorn verlassen hatte. Große und kleine Kinder, vor allem auch unsere Frauen und Mütter werden das Weihnachtsmär­chen mit gleicher Begeisterung lesen.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf Hern heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 230, Matte 35 bis 40, Käse 75 Wirsing 10 bis 15. Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 40, Unter-Kohlrabi 10, Grünkohl 25. Ro­senkohl 50, Feldsalat 100, Tomaten 120, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 50, Kartoffeln 4, Aepfel 15 b s 20, Dirnen 15 bis 30. junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 100 bis 120, Russe 60 bis 90 Pfg. das Pfund: Eier 18 bis 19, Blumenkohl 60 bis 140, Salat 10, En­divien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 10, Lauch 5 bts 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pfg. das Stück.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Gießener Konzert-Verein: 8 älhr Reue Aula der Universität. Symphonie-Konzert der Meininger Staatskapclle. Oberhessifcher Geschichtsverein: 3/j -Uhr, Hörsaal des Phhsikal. Fnstituts, Vor­trag von Geheimrat Prof. Dr. Rüch. Licht­spielhaus Dahnhofstr.:Der Zirkuskönig" und Prater". Astoria-Lichtspiele:Der Wettlauf mit dem Tode".

SWUWMW-MkiW

für die Samstagsnummer können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden. Zwecks wirksamer Satzausstattung erfolgen Destellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags

SM-es GieWer Anzeigers

9818O

D i e Volkshochschule veranstaltet am kommenden Dienstag, 1. Dezember, einen Abend zum Gedächtnis des Dichters Conrad Ferdinand Meyer. Als Redner konnte der Literaturhistoriker unserer Universität, Prof. Dr. Vietor. gewonnen werden. Frl. Meline Müller, Wetzlar, die hier keine Fremde mehr ist, wird Gedichte und Abschnitte aus der Rovelle ..Die Versuchung des Pescara" vortragen.° heres in der heutigen Anzeige.

Matthäusgemeinde. Man schreibt uns: Am kommenden Sonntag, 29. 11.. wird die Matthäusgemeinde ihren gewohnten Winter- Gemeindeabend in der Turnhalle am Oswalds- garten abhalten. Reben ausgezeichneten musi- talischen und gesanglichen Darbietungen durch Studienrat Kraus (Liedervorträge) und Herrn O. Seeger (Cellosoli) und einem Vortrag wird ein Krippenspiel auf der Vorlage eines mittel­alterlichen Christgeburtsspiels zur Aufführung kommen, fo daß man sich von diesem Abend wiederum viel versprechen darf. Am Eingang werden Programme verkauft werden, die alle näheren Einzelheiten enthalten. Man beachte die heutige Anzeige.

** Der Winter hat gestern mit einem kräftigen Vorstoß seine Herrschaft angetreten. Reichlicher Schneefall bei allerdings mäßiger Temperatur kennzeichnete den Tag als Anfang der Winterherrlichkeit, die allerdings bei uns im Tal zunächst nur beschränkte Geltung hat, da­gegen im hohen Vogelsberg bereits voll zur Wirksamkeit gekommen ist. Dort oben hat eS nach einer Meldung vom Hoherodskopf gestern und in der Rächt tüchtig geschneit, und auch heute früh dauerte der Schneefall noch langsam an. Stellenweise ist der Schnee bis zu 50 Zentimeter Höhe geweht Dazu war es heute früh 4 Grad kalt. Die Schibahn ist sehr gut, so daß also der Wiittersport im Vogelsberg beginnen kann.

* Ein Schmetterling trieb gestern nachmittag sein Spiel im Garten des Gärtners v. M ü n ch o w in Klein-Linden. Der unzeitge­mäße fliegende Besucher.'der so gar kein Der- ständnis für den Tag des Winters bekundete, wurde von dem Gartenbesitzer in eine Schachtel in Arrest gesteckt und heute früh uns präsentiert. Wir nehmen von seiner Anwesenheit hiermit gebührend Rotiz.

** Der Prooinzialausschuh der Pro­vinz Oberhessen hält am nächsten Samstag, 28. Nov., vormittags 8i Uhr beginnend, im Sitzungs­saal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffent­liche Sitzung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Karl Jos. Wolf in Gießen, Mühl­gasse 8 I, gegen das Kreisamt Gießen wegen Ver­sagung des Wandergewerbescheines. 2. Antrag der Gewerkschaft Gießen der Braunsteinbergwerke, vor­mals Fernie, in Gießen auf Grundabtretung in der Gemarkung Großen-Linden.

** Die Verzinsung der staatlichen sJl o t ft a n b s t r e t) i t e. Nach einer Verfügung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft sind die Darlehen aus Mitteln des staatlichen Natstandskre- dits, einerlei, ob dieser Gelder zur Anschaffung von Saatgut oder Düngemitteln verwendet wurden, vom 10. November 1925 an, dem Tage der Fälligkeit des ersten Drittels der Darlehen, mit 9 Prozent im Jahr zu verzinsen.

ssfi KZI

. Mr"

> ßai bu"d bel barteü fibenten- * Low"" o der Z

Grabe s*

- 5° $otorro laugen die emM 1113 Kraft' tcasiwage^ Heise" !ini) b) 1265, ' b) 614. c einen Test rädern ftr kaWer Mit anbei Einwohner Immerhin kaner einz:

" Di sand. Zeit borgt Postpaketei Paket oben auch in b: wenn etwe Leider wir bänglichen ferem häu der von P eigenen In der AeichÄ DcvMnink bett W gemacht.

m der Dem dem reisend Aersonenwa häßlicher ui Deullcht A< Äünftler 1. unb 2. S rmziehm. Auge gefa teile geda tönigfeit 1 pflegt.

ADD der Eis binienie^u fartenfeffa mehren sich von der 6 verschieden!! lundenfälsch gegangen ü den in beta liche Straf' strafen toü zu 3 Moi dienen.

Uni b r i e j e. und Hand« selbst von arbeiten, , iandbriefe Briefe übe fiert. Es ( ier Lesöl! biefe Derleij Grenze nad unvermeidli von den Abi toi Angabe von dieser \ [enbungen n halten, jjiert ^ncr unnup

Ittttung bett noch UntlQt' iwwakei uv

Montag, mittags K »a&e ®6.;i» pachtet. xAchzeit 52 lag D lld) Wbie

Der I.

LH

in

Noet-i

i