(Spitzenkandidat Stadtv.
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hören werden.
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gedämpft würde, davor Bühne nicht ec- entledigten sich ihrer nicht ondenwollende
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hier das Orchester noch mehr mit die Gesangsstimmen auf drückt werden. Die Chöre Aufgabe mit Glück.
Der an den Aktschlüsten
wie folgt:
1. -3
Aus aller Welt.
Gasvergiftung im O-Zug.
Berlin. 25. Olt. (WTD.) Das Personal des 0-Zuges Br. 2 Berlin—Köln wurde von einem bedauerlichen Unfall betroffen. 211t2 der Wächter heute früh die beiden gemeinsam in einem Zimmer des LiebernachtungsraumeS auf dem Ostbahnhof schlafenden Oberschafsner LI m b e r t und Schmitz aus Köln wecken wollte, wurde ihm keine Antwort zuteil. Bach dem Eindringen in den mit Gas gefüllten Schlafraum sand er die beiden Schaffner leblos in den Betten liegend. Den Bemühungen des sofort herbeigerufenen Bahnarztes und der Feuerwehr gelang es. Schmitz wieder in das Leben zurückzurufen, während bei LImbert nur der Tod festgestellt werden konnte. Die Llrsache des LInglückes ist auf Ll n v o r si chti g ke i t zurückzuführen. ___________________
eine Anerkennung, besonders auch wegen des geschmackvollen Bühnenbildes. Der lebendigere erste Akt kam recht flott heraus. Das „Heinerle-Duett" (die rote List wurde von der blau-blonden Marga Sommer gesungen), ebenso wie das Manöver- Terzett mutzten durch den Beifallssturm des Publikums wiederholr werden- das letztere besonders belebten Sauer und Resni mit köstlicher Komik. Den in allen drei Bildern cmftauchenben Stephan, den der Komponist etwas spärlich bedacht hat, spielte Heinz Steinbrecher. Else Simon, bei der man in allen Rollen die Gleiche findet und der man im Spiel recht viel Modulation wünschen möchte, sang die Annamirl. Heini Schmitt, der im Chor durch Beweglichkeit und musikalische Begabung gelegentlich angenehm auffällt, war mit der Rolle des Lennants Horst betraut. Sie sei ihm für diesmal verziehen — aber so grüßt kein um bemühter Leutnant, Horstchen, und die Handschuh zieht er auch aus!
Kapellmeister Albert Mischel regierte seine Musikerschar mit Geschick. Die etwas schon antiquierte Musik gewann unter seinem Taktstock Rhythmus und Leben. Den beim Publikum so beliebten Heinerle-Duett würde es frommen, wenn
Lehrer G o e r z).
2. Sozialdemokratische Parier - (Spitzenkandidat Stadtv. Krankenkassenangestell, ter B e ck m a n n).
3. Bereinigte Bürgerliste (Deutsche Bolkspartei und Deutschnationale Volks- Vorteil (Spitzenkandidat Stadtv. Oberstudienrar Prof. Dr. Krausmüller).
4. Deutsche Demokratische Parier (Spitzenkandidat Stadtv. Kreisschulrat Fischer).
5. Kommunistische Parte. (Spitzenkandidat Bäcker August Kästner).
6. Mittel st andspartei (Spitzenkandidat Architekt Philipp B i c o l a u s).
Bornütizen.
— TageSkalender für Dienstag: Skillub Dietzen: 81/? Llhr Cafä Astoria, Ordentliche Hauptversammlung. — Schühenverern: 8 Llhr Zimmerstutzenschietzen. — Jüdischer Frauenverrin: r^jLIHr Äasinogesellschast. Dortrag Frau Dr. Ollendvrsf. — Volkshochschule: 8 Llhr Beginn i'er Kurse in der Oberrealschulc. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die vom Bieberrhein".
— Die Vortrags-Vereinigung hat für ihren nächsten Vortragsabend die M a d r i - oal-Vereinigung-Darmstadt unter Lei- . : i des auch hier in Gießen sehr bekannten Pri-
.dozcnten Dr. Roack zu einem Konzertabend • .-laben. Die Madrigal-Vereinigung trägt, so < ibt man uns, die ganz individuellen Zuge ii res Begründers: so wie der Leiter hohe musika- lüche 'Begabung mit ungewöhnlichen pädagogischen Fähigkeiten verbindet, so will seine Mabrigal-Vrr- einigung die Musik nicht nur an sich pflegen, sondern sie auch möglichst weiten Kreisen unseres Volkes zugänglich machen. Es ist zu erwarten, daß dem Konzertabend allseitiges Interesse entgegen^ gebracht wird. (Siehe heutige Anzeige.)
Aus Hedwig Courths-Mcchlsrs Werkstart.
Hedwig Eourths°Mahler, der vielgelesenen Bo. manschriftstellerin, deren Barne durch die heftigen gegen sie gerichteten Kritiken auch denen bekannt ist, die ihre Bücher nicht kennen, ist jetzt die Ehre eines Interviews zu Teil geworden, und zwar bringt die neue bei Ernst Bowohlt erscheinende Wochenzeilung „Die Literarische Welt" ein Gespräch mit ihr, in dem sie allerlei auS ihrer Werkstatt ausgeplaudert hat. Geschildert wird sie von dem Besucher als „eine Frau von beinahe 60 Jahren. Grob, stark, mit grauem in der Mitte gescheiteltem Haar und auffallend rauhen Zugen, die, sobald sie spricht, von einem milden sächsischen Akzent desavouiert werden."
„Mit 17 Jahren habe ich schreiben begonnen und seither nicht aufgehört, es zu tun,“ erzählt sie. Mit Leidenschaft seit meinem 25. Jahr, obwohl mein Mann es anfangs gar nicht gern sah und immer Krach machte, wenn er mich am Schreibtisch traf. Erst als er eines Tages wieder nach versteckten Manuskripten suchte und die Schreibtischlade voll mit Hundertmarkscheinen fand (meinem erstenBoman- Honorar von der Zeitschrift „Buch für Alle"), gab er sich zufrieden. Als später während des Krieges sein Geschäft einging, muhte ich den Llnterhalt der ganzen Familie auf mich nehmen. Ich hatte gehofft, mich im Alter rw Buhe sehen zu können, aber da ich durch die Inflation mein ganzes großes Vermögen verloren habe, muh ich nun wieder schreiben, Hch arbeite jeden Tag von 10 Llhr vormittags bis 8 Llhr abends, mit Ausnahme jener Abende, wo
derAbsatzkrise und den steuerlichen Verpflichtungen verhandelt werden müsse. Von den an der Besprechung beteiligten Finanzministerien des Reiches und Preußens wurde eine weitere Erörterung über die in den Rotgebieten feit dem Sommer entstandenen Steuer- r ü tf ft ä n b e zugesagt.
Abweisung der Auswertungs- Klagen gegen die ReichsbanK.
Berlin, 24. Oft. (WTD.) In SachenIäntfch gegen Bcichsbank und Winter gegen Reichsbank wegen Aufwertung alter Reichsbanknoten zu 1000 M f. wurde heute vor dem Kammergericht über die von den Klägern eingelegte Berufung verhandelt. Bach ausführlichen Beratungen verkündete das Gericht sein Urteil dahin, datz beide Berufungen zurückgewiesen werden. Demnach hat auch das Kammergericht wie das Gericht erster Instairz die Bestrebungen des sogenannten Reichsbank- gläubigerverbandes für u n r e ch t m ä tz i g erllärt.
Abbau der Wohnungsämter in Preuhen.
Berlin, 24. Okt. (Wolff.) Aus dem preutzi- schon Ministerium für Volkswohlfahrt wirb geschrieben: Die Geschäfte ber Wohnungsämter haben sich wesentlich oerminbert. Da jeboch ber Abbau ber Wohnungsämter unb insbesonbere auch ber durch die Finanznot gebotene Personalabbau mit dieser Einschränkung ber Dienstgeschäfte nicht überall gleichen Schritt gehalten hat, so hat ber Minister für' Volkswohlfahrt bsn Regierungspräsidenten erneut barauf hingewiesen, bie Gemeindebehörden nachdrücklich anzuweisen, den weiteren Abbau ber Wohnungsämter entsprechenb ber verminberten Geschäftslage mit tun Heb ft er Beschleunigung zu betreiben.
Einkommensteuervergünstigungen.
Wietzener Stadttheater.
„Der ftdele Bauer".
Operette von Leo Fall.
Leo Falls Operette „Der fibele Bauer" gehört icgenbwie schon zur klassischen Operette. Weniger wegen ihres musikalischen Gehaltes als wegen ihrer geschickten Spekulation auf Tränendrüsen, Lach- muskeln, Zwergfellgewebe unb bas, was man im Deutschen mit dem schönen Worte „Gemüt" be zeichnet. Don ben mit Recht so beliebten „Herz" ganz zu schweigen.
Leo Fall ist tot — es lebe Leo Fall. Vor wenig Wochen ging bie Nachricht von seinem Enbe durch die Blätter.' Aber er lebt noch in seinem Werk; er sand eine fröhliche Auferstchung in ber gestrigen, sonntäglich-festlichen Ausführung des „fibelen Bauer".
Zn ben Haupterfolg des Abends konnten sich btc beiden Gaste Alois Resni als Mathaeus unb Franz Sauer als Linboberer teilen. Allein schon in ber Maske waren bie alten Bauern — zum Küsten möchte ich sagen, wenn ick ein Mädchen wäre. Der Resni war einer fürs G'müt unb ber Sauer zum Totlachen komisch. Beide in ihrer Art Kabinettstückchen. Cs gab denn auch nach jeher Glanznummer stürmischen Beifall, unb oft auch würbe bas Spiel aus offener Szene burch bas „vor Lachen sich biegende Haus" unterbrochen. Gesanglich waren beide gleichfalls die Stützen der Aufführung. Am wertvollsten war — durch Partitur unb Buch bedingt — das Vorspiel. Hier gebührt ber Spielleitung (Paul Westermeier)
amte gezahlten Abfindungssummen;
2. die Entschädigungen, die von Arbeitgebern an ihre Arbeitnehmer bei ber Entlassung aus dem Dienstverhältnis freiwillig gezahlt werben, sofern sie 6/it des letzten Iahres- arbeitsverdienstes nicht übersteigen.
Die Verordnung soll rückwirkend vom
Beifall des glitbesetzten Hauses bewies von neuem bie Zugkroit bes Stückes, bas wir ber Voraussicht noch nod) oft vor vollem Sitzreihen in Gießen
Aus der ProvWalhauWadl.
G i e h e n, den 26. Oktober 1925.
Der Aufmarsch zur
StcrdlverorLueLenWah!.
Am vorgestrigen Samstag ist die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge für die Stadtverordneten wähl abgelaufen. Für die Gietzener Wahl wurden bei der Stadtverwaltung sechs Wahlvorschläge angemeldet. Die amtlich festgestellte Reihenfolge verzeichnet sie
Beschossen- Züge.
Berlin. 24. Olt. (Wolfs.) In der Bähe des Bahnhofes Pape st ratze wurde ein wach Zossen fahrender Zug aus einem Laubgebüsch beschossen. Der Schutz durchdrang den Fensterrahmen, durchschlug die- Zeitung eines lesenden Fahrgastes, streifte die Stirn eines neben ihm sitzenden Knaben und bleib im Oberarm eines dritten Reisenden stecken. Bei der Absuchung des Laubgebüsches wurden mehrere Teschings und Revolver gefunden. Ein nach Biederschöneweide fahrende? wurde gestern nachmittag in de,- Bähe Bahnhofs Treptow ebenfalls beschossen. Absuchung des Geländes blieb erfolglos.
Heiter bis molkig, südliche bis westliche Winde, tags etwas milder, nachts kälter, meist trocken, doch Morgennebel.
Das Fattgebiet, bas gestern noch mit fernem Kern nördlich uon Schottland lag, ist westwärts znrückgegangen. dürfte aber in den nächsten Tatzen abermals in östlicher Richtung vorstoßen, liniere etwas gebesserte Wetterlage wird somit nur von kurzer Dauer fein, abermalige Störungen sind zu erwarten.
Gestrige Tagestemperaturen: Maxnnum 13,6 Grab Celsius, Minimum 6,4 Grab Celsius. Heutige Morgenlemperatur 8,2 Grab Celsius.
Die S) c f f i j d) c Künstlerhilfe 19 2 5 veranstaltet im Dezember eine Verkaufsausstellung in ber Kunsthalle am Rheintor in Darmstabt und in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins in Gießen.
!*! Das Konzert des Acbelter- Gesangvereins „Eintracht" in bei Beuen Aula der Universität brachte gestern eine Fülle ausgezeichneter Gc'angsvorträge, so das, der Bachmittat für die Besucher als ein sehr genußreicher bezeichnet werden kann. Die Dar- bietunce; g iederte.i stb in Mannerchöre, Flauen- djorc und Gemilchte Ehöre. Aus allen gesanglichen Leistungen konnte man die Tüchtigkeit des bewährten Dirigenten und Chormeisteps Heinrich ich das Theater besuche. Ich versäume keine Ber- liner Premiere. Das ist eigentlich der einzige Kontakt, den ich mit der Außenwelt habe."
Lim ihre vielen Kritiker kümmert sie sich wenig. „Llnangenehmer aber ist, daß man in kein Theater, kein Kabarett gehen kann, ohne einen Witz über die Eourths-Mahler zu hören." Auf die Frage, was sie s e l b st von ihren Büchern halte, erwidert sie: . Bun, ich würde nicht gerade immer Eourths-May- ler lesen, aber hier und da einen Roman - das denke ich mir sehr lchön. Ich stamme aus dem Volke, und das ist das Geheimnis meines Erfolges. Ich weih genau, was mich in den harten Zeiten meiner Jugend die schwere Arbeit Hai manchmal vergeffen machen und ich werde das immer im Sinne behalten. Ich lehre das Volk lesen. Machen wir uns doch nichts vor: wenn der Arbeiter heute ein Buch in die Hand nimmt, so doch nicht eines von Wasser- mann oder Thomas Mann, sondern eines von mif. Ich bringe ihm überhaupt erst den Geschmack an Buchern bc1!“
Sie selbst hat manche Werke von Thomas Mann und Wassermann gelesen, findet aber etwas Krankhaftes in ihnen:,. Ein Roman soll doch erquicken und stark und frisch machen, aber nicht krank und nervös!" Meist liest sie ältere Dichter.
„Als junges Mädchen hat die Marlitt einen großen Einfluß auf mich genommen. Ich^ habe sie noch persönlich gut gekannt. Die arme ^rau, bat man auch ihr die letzten Lebensjahre verbittert Heute schätzt man sie schon wieder viel höher uno es war immer meine Lreberzeugung, daß einem früher ober später Gerechtigkeit widerQhrt. wenn man seiner wirklichen Art trcnbicibt.“
o Berlin, 24. Okt. (Priv.-Tel.) -----
ReickZrat ist der Entwurf einer Verordnung über E i n k o m m e n st e u e r ° B e r g ü n st i g u n g e für verheiratete ausgeschiedene weibliche Beamte und für entlassene Arbeitnehmer zugegangen. Hiernach sollen von den Einkommensteuer befreit werden:
1. die auf Grund des Art. 14 der Personalabbauverordnung vom 27. Oft. 1923 in der
• Fassung des Gesetzes über Einstellung des Personalabbaues und Aenderung der Personalabbauverordnung vom 4. Aug. 1925 an verheiratete ausscheidende weibliche Be
in dem Schreiben, „künftig an Staatsfeiertagen I (aggen, so wollen wie festgestellt haben, baß mir j nur bem Zwange Folge leiften, nie unb nimmer aber bieten Vorgang als einen Loyalitäts- aft gegenüber biefem Staate aufgefaßt unb bem Auslanb gegenüber hingestellt wissen wollen. Solange man unsere Rechte mißachtet, haben wir Egerlänber keinen Anlaß, Loyalität zu heucheln. Als freie Bürger in einem freien Staate wollen wir bies frei unb offenmütig bem Staatsoberhaupte bekennen gleich jenem Manne, ber fein Leben für ben Wahlfpruch einsetzte: Die Wahrheit siegt!"
Oesterreich und der deutsch- polnische Wirtschaftsvertrag. Der antideutsche Kurs Matajas.
Wien, 24. Okt. (TLl.) Wie seinerzeit im Mai berichtet, hatte die österreichische Regierung ür die Durchführung polnischer Kohlen nach Italien ermäßigte Eisenbahntarife gewährt. Diese Tatsache, die einer offenen LInterstützung Polens im Zollkrieg mit Deutschland gleichkam, hatte bereits damals außerordentlichies Befremden erregt. Wie jetzt bekannt wird, hat die österreichische Regierung zur Erleichterung der polnischen Kohlenwirtschaft eine neue noch weitergehende Ermäßigung der Fracht- .arife für die Durchfuhr polnischer Kohlen nach .Italien angeordnet. Diese neue Maßnahme der österreichischen Regierung, die in schärfstem Wi- erfpruch zu ben engen Beziehungen beider Völker steht, wird in politischen Kreisen lebhaft besprochen. Man weist darauf hin. datz es der Regierung des Außenministers Mataja Vorbehalten gewesen sei. dem Reich in seinem Kampf um einen unannehmbaren Handelsvertrag mit Polen erneut Schwierigkeiten zu machen.
Der ägyptische Premzerminster in Berlin.
Berlin, 25. Okt. (LU.) Der ägyptische Vremierminister, Ziwar Pascha, ist von ßoiv don kommend, in Berlin eingetroffen und hat wenige Stunden nach seiner Ankunft dem Reichspräsidenten einen Besuch abgestat- tet. Bachmittags gab der ägyptische Gesandte I u s s y Pascha dem Premierminister ein Festessen. Ziwar Pascha besuchte Sonntag den Reichskanzler Dr. Luther und darauf den Außen- minister Dr. S t r c f e m a n n. Am Abend hat der Premierminister Reichskanzler Dr. Luther. Dr. Stresemann und Frau, die Staatssekretäre von Schubert, Meifinger, Kempner mit ihren Gattinnen und andere führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu einem Essen in der ägyptischen Gesandtschaft eingeladen. Montag reist Ziwar Pascha nach Paris ab.
Schweizer NationalraLswahlen.
Basel, 26. Okt. (TU.) Die Beuwahlen für den Bationalrat und für einen Teil des' Ständerates ergeben, soweit sich bei dem verwickelten schweizerischen Wahlsystem bis jetzt übersetzen läßt, keine irgendwie politisch in Betracht kommenden A e n d e r u n g e n der bisherigen Einteilung. Die enbgültigea Resultate dürften erst im Laufe des Montags oder Dienstags zu erwarten sein. Die Bauernpartei, die sich in einem Kanton zersplittert hat, hat einige Sitze verloren. Die Sozialisten haben in St. Gallen einen Sitz gewonnen. Im Kanton Basel-Stadt muh wegen des Ständerats-Mandats eine Stichwahl stattfinden. Infolge Sprengung des bisherigen Dürgerblocks standen zwei bürgerliche Kandidaten einem Sozialisten gegenüber, ber dadurch 2000 Stimmen mehr auf sich vereinigte.
Eine Rede Painleves.
Locarno. — Die Finanzkrisis..
Paris, 25. Okt. (Wolff.) Ministerpräsident Painleve hielt gestern bei einem Bankett ber Seine- Vereinigung der Republikanisch-Sozialistischen Partei seine angekünbigte Rebe. Er brückte seine Freube über bie in Locarno abgeschlossenen Abmachungen aus. Jahrelang, so erklärte er, erfüllte man bie unbankbare Ausgabe, bas ewige Lieb: „Deutschland wirb alles bis auf ben letzten Centime bezahlen, benn man werbe ihm die Taschen umkehren", zu bementieren. Wir wissen sehr wohl, daß gewisse übel Gesinnte bie Gewohnheit hatten, sich barin zu gefallen, bas Schlimmste vorauszusagen. Im voraus bezeichneten sie bie Abmachungen von Locarno als „Fetzen Papier"; im voraus fünbigten sie an, baß aus diesen Pakten eine Entwaffnung bes Vaterlandes unb ein noch schrecklicherer Krieg, als ber von 1914 war, hervorgehen werbe. Diesen Leuten antworten wir, baß sie schlechte Arbeiter an ber Menschheit sinb, baß sie in bie Seelen Verzweiflung säen, unb baß sie ben b c in offne t e n Frieden notwendig machen. Von solchem Friedenswillen wollen wir nichts wissen; I denn er würde zwangsläufig zum Kriege führen.
Im Schlaf sich selbst verraten.
c Berlin, 25. Oktober. Das Düsseldorfrr Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Schramm wegen Mordes an dem Arbeiter Iohann Maaßen zum Tode. Schramm war wegen eines ander-n Deliktes mit Gefangenen zusammen in einer Zelle untergebracht. Im Schlaf sprach Schramm von seiner Mordtat und erzählle den Mitgefangene.t nach seinem Erwachen den Borgang mit dem Barnen des Ermordeten und seines Komplizen.
Auf Marokko übergehend, teilte et mit, daß bereits Schiffe aus Marseille und Bordeaux ausliefen, um die Soldaten der Iahresklasse 1923 z u - rückzuholen, bie entlassen werbe; anbere Bataillon würben später zurückbeförbert. Marschall Pstain führte bie große Offensive vom 1. Juli bis 15. Oktober mit Verlusten für bie französischen Soldaten burch, bie nicht bie Zahl von 300 übersteigen. Der Ministerpräsibent ging bann zu innerpolitischen Fragen über. Das Lanb würbe bavon in Kenntnis gesetzt, daß zur Sanierung ber Finanzlage weitere Maßnahmen unumgänglich notroenbig seien. Es fei notwendig, zunächst bie kurzfristigen unb bann bie langfristigen Schulben zu amortisieren. Zunächst müsse man eine vorn Staat unbebingt unabhängige Amortisationskasse schaffen; um dieser Amortisationskaffe genügenb Mittel zu verschaffen, gäbe es zwei Wege, entmeber eine auf mehrere Jahre verteilte Kapitalabgabe ober eine Zusatzeinkommen st euer. Wenn man von einem starren Programm abfebe, könne man sich wohl über die Methoden einigen, bie für beide Seiten befriedigend wären. Man müsse jedoch unverzüglich Sanierungsmaßnahmen treffen und keine vorübergehenden Behelfsmittel suchen.
Dergriechisch-bulgarischellouststt
Genf, 26. Okt. (TU.) Beim Generalsekreto- riat des Völkerbundes ist gestern die Antwort des griechischen Außenministers Habjikyriakos auf die Mitteilung ber Einberufung bes Vvlkerbundsrats nach Paris eingelaufen. Der griechische Außenminister bebauen, ber Darstellung ber bulgarischen Regierung wibersprechen zu müssen. Die griechischen Grenzposten hätten sich plötzlich einem unerwarteten Angriff ber bulgarischen Truppen ausgesetzt gesehen, bie bas Feuer auf sie eröffneten. Die griechische Regierung habe sich hierauf gezwungen gesehen, Maßnahmen zur Derteibigung und zur Befreiung ihres Gebiets von ben bulgarischen Truppen anzuorbnen. Sobalb die von ben bulgarischen Truppen besetzten Punkte zurückerobert unb bie griechischen Gebiete befreit seien, würben bie griechischen Truppen zurückgezogen werben, falls sie nicht von ben Bulgaren hieran verhinbert werden sollten. Es handle sich bei bem Zwischenfall um eine notwendige Verteidigung und um keinen feinblichen Akt. Wegen bes Bewußtseins ihres Rechts unb trotz ihrer Achtung vor bem Völ- ferbunb würbe bie griechische Regierung fein Eingreifen in ben griechisch-bulgarischen Zwischenfall zulassen.
Die bulgarische Regierung weist in ihrer Antwortnote barauf hin, daß bie griechischen Truppen immer noch auf bulgarischem Boben stehen unb das Bombardement der bulgarischen Stadt Petritsch fortsetzen.
Im Bewußtsein der Pflichten, die Bulgarien als Mitglied des Völkerbundes obliegen, habe die Regierung den Truppen den kategorische Befehl gegeben, nichts zu unternehmen, was die Situation verschlimmern könnte. Die bulgarischen Behörden ordneten bisher die Räumung von 10 Ortschaften an. von denen sieben von den griechischen Truppen besetzt sind und drei dauernd bedroht werden. Die Zahl der F l ü ch t° linge. die im Freien kampieren müssen, b'-- läuft sich auf mehrere Tausend. Aus den l:- setzten Ortschaften werden zahlreiche Ausschreitungen gemeldet.
Die griechischen Truppen fahren fort, weitere Stellungen aus bulgarischem Gebiet zu besehen. ES besteht nicht das geringste Zeichen, daß sie einen Rückzug beabsichtigen.
So stehen sich zwei völlig widersprechende Darstellungen gegenüber, die die Entscheidung des Völkerbundsrats sehr erschweren. Es wird dem Rat nichts anderes übrig bleiben, als wie bereits in ähnlichen Fällen eine LIntersuchungskommission einzusehen, die das Vorgehen der Parteien nachzuprüfen haben wird, bevor er an eine Entscheidung- herantreten kann. Vciausgeseht. daß beide Parteien ohne bewaffnete Eingreifen des Völkerbundes sich bem Spruch des Rats beugen, wozu Griechenland jedenfalls sehr wenig Lust zu bezeigen scheint.
August ab in Kraft treten.
Die deutsch-italienischen Handelsvertragsverhandlungen.
Rom, 24. Okt. (TU.) Die deutsch-italienischen Hanbelsoerhanblungen haben sich in ihrer Phase sv kompliziert, baß sie ganz auf ben toten Punkt gekommen zu fein scheinen, unb zwar nicht wegen grunbsätzlicher Meinungsverschieben- heiten, sonbern weil zu einigen Positionen rein rechnerisch eine Einigung nicht erzielt werben konnte. Wenn es sich von Fall zu Fall auch nur um anscheinend geringfügige Spannung hanbell, so . ist boch beren Auswirkung bei Millionenumsätzen so tiefwirkenb, baß bie Delegationen bie Verant- t Wartung auch innerhalb ber sehr weitgehenben Befugnisse nicht übernehmen zu können glaubten. Die F verschiebenen Rücksprachen in ben letzten Tagen zwischen Mussolini unb bem beutschen Bot- * schafter Baron Neurat h brachten jedoch die Der- banblunqen wieder in Fluß. Es bleiben zwar noch einige Detailschwierigkeiten zu überwinden, doch hofft man an zuständiger Stelle, baß auch biese behoben werben können unb baß man zu einer günstigen Lösung gelangt. Auf beiben Seiten wirb bei eminente politische Chrakter bes Hanbes- - Vertrages voll gemürbigt, zu besten Regelung ein gegenseitiges Entgegenkommen ber wirtschaftlichen Kreise geboten erscheint. Die Ver- hanblungen müßten allerbings in biesen Tagen zum Abschluß kommen, ba ber mobus vivenbi am 31. Oktober abläuft unb an eine Verlängerung schlechterbings nicht gebucht werben kann, wovon sich auch bie italienische Delegation hat überzeugen müssen.
Protest des Stadtrals von (Eger.
Der Stabtrat von Eger beschloß, an ben Präsidenten Masaryk ein Schreiben zu richten, in welchem gegen die Anordnung ber politischen Bezirksverwaltung Eger unb bes Staatspolizeikommissariats, burch bie bie Stabt Eger beauftragt würbe, von nun ab sämtliche öffentliche Gebäude on Staatsfeiertagen zu beflaggen, Protest erhoben wirb. „Wenn wir Egerlänber", so heißt es
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