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(Nachdruck verboten.)

20 Fortsetzung.

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Bibel und an der Rehwage hundertmal in

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4.-7. OKTOBER 1925

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Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen

Gießen (Bahnhofstraße 24). den 26. Sept. 1925

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Ihre Vermählung geben bekannt

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Gießen. 26. September 1925

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Schneider

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FRANKFIltTER HERBSTMESSE

Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksam­keiten sagen wir unseren herzlichsten Dank.

Karl Dern

Marie Dern

geb. Dechert

Eintönig rauschte der Rhein.

So erblickt« ihn HannS, «16 er quer über die Matte kam und durch den Userwald an di«

abwärts zu halten, und nun zugeschossen, wo die grüne Da versagte dem Knaben die Kraft. Co. leg' dich hin", schrie er wild, aber es

Für die uns anläßlich unserer Silberhochzeit in so Überaus zahlreicher Weise erwiesenen Aufmerksamkeiten sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus

Ludwig Belloff und Frau

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bucua von e\n« oct- h Jtwk'n nach hinten NaUchic der Bug in und crfdrirtttrie daS

en Halt

ßarren legte der Kahn

Melle dann wieder in

Ingenieur Georg Gaich und Frau Else geb. Müller

war wie gelähmt.

Wenn das Igg zweifelten An st re gedrückt. sich vorn die goldlöpiigen « Mädchen in seinem

Mit unheimlich über die Felsen ir den Strem hinaus

Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Gretel Petri Dr. Alfons Muntowski

Der gefesselte Strom

Roman von Hermann Stegemann.

Forstassessor Hans Barth und Frau Ria geb. Buh.

Großen-Duseck. den 24. September 1925.

Stelle drang, wo seit vielen Jahren die graue Wage stand. Still betrachtete er den Dal Ties gruben sich die Furchen im Gesicht des alten Fischers. Sin Sonnenfleck lag auf feinem eisgrauen Haar Schweres Leben lastete auf

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hinein gerufen hatte, war wie der Schwall Rheins übergelaufen.

Mit kräftigem Zug griff er den Hebel und schwenkte deS Reh in den Strom.

es sicherlich noch chem einen Änrri, iädlchen Lich einen diesen Säßen sei die ebensaüs vvn Kreien ausgestattete «sehen. Dah sie da- tn werden, sei m lern gegeben.

DifliiitflöbkÜ. tbigung<blatt enlM: Dahl des UtagSmitfllieta. - des Entwurfs zur rhaltnisse auf dm - Unlerfpannfehuna ranffurt. - Maul- m. - IahreSberichl 'üt 1925. - Sieutt Alrahenfpem.

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GIESSEN am 4. Oktober 1925 7M Uhr vorm.

Hanns Ingold wartete, bis es in der Tiefe zur Ruhe gekommen war. Dann reckte er sich, warf den Hut aus den feuchten Grund und sagte:

Vater, nun hör' auch mich! Du hast mich Amerikaner genannt und den Rhein als ein Meer zwischen uns gelegt. 2a. merkst du denn nicht, dah ich dein Sohn bin. wie nur je? Daß ich steh' für mein Recht, wie du für deins! Was ich hier bauen will, bringt Verdienst, schafft alle Dinge neu. macht die ganze Gegend lebendig aber das ist'S nicht, was mich treibt. Das Werk selbst, daS Schassen, das Rauen, das Hinein- beißen ist's, Tatet! 2ch hab' den Gedanken gedacht, also ist et mein. Und Gedanken, die find wie Kinder, Vater, die wollen leben und wachsen, denen muh man alles hingeben. Du

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in den nächsten Trichter springen ober umd ms Retz treiben! Bist du nie mit mir im Vollmond den Rhein hinaufgefahren. wenn der Hecht sprang? Hast du Die Wage nicht geschwenkt, Fischerbube? 2n Rebel und Brand, Sommer und Winter saht' ich den Rhein, er hat mir hundert­mal die Haut geschält, ich kann nicht schlafen, wenn er mir nicht inS Ohr rauscht, und du, du willst ibn zu einer Vrühe machen, vor der dem Himmel graust und wenn es dir zehnmal ver­unglückt ist, einmal hast du den Plan gedacht, und das scheidet uns, mich, den Fffcher, der ich als Obmann für alle steh. die zu Rheinau daS Retz regieren, und dich, den Ingenieur, der im Wasser nichts Heiliges mehr sieht! Und deShalb geh, geh, such' dir dein Glück, nimm das Diplom mit, daS du ohne meine Angel und das Fisch- messet der Muller nie geholt hättest, geh und begehr' kein Lebewohl!"

Valet!" rief Hanns.

..Geh," wiederholte der Stierköpfige, ..zwi­schen unS flieht Waffer, das ist zehnmal so breit

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zur Schule ^Schule, unler ge°°t.

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>S>e hinterher: fteU. 'S für uns beide.'

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^be drei Jahre in Mn gemachte

i nicht fo weit aus ?nen von einem aus imenben Zuge roeg. Ghent"

war schon zu spät.

Als ihm das Ruder auS byt Händen ge- rissen wurde und er zu Boden stützte, klatschte der Bug schwer ins Wasser, die Kett? klirrte über Bord, und mit ihr fiel 2o. wie nnm Stengel gepflückt, mit einem ganz leisen Jammer laut in den Strom.

Da nahm Hanns Ingold einen Anlauf und sprang, weitausholend, dem Äabn entsagen. mit geschloffenen Fähen, die Brust prall vvn tiefem Atem, in den Rhein.

Rock, Weste und Schuhe hatte er abgelegt als er den Rachen herankommen fah. Dicht am Vater vorbei ging fein Sprung.

Jetzt hol ich mir mein Recht auf den Lauffen, fuht's ihm jauchzend durch den Kopf, und um ihn her spritzte und gluckste die Flui

Hart neben dem Kahn kam er nieder und packte mit der Rechten daS weihe Bstndel. da.' zwischen Schiff und Grund unter dem Bug im Waffer trieb.

(Fortsetzung folgt.)

®inen Prozeß

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Sie müssen hier Dorbei ". sagte der Fisch­meister und zog die Jacke aus.

In weitem Bogen brauste der Rhein heran eine goldglitzerpde Bahn, lief eine kürze Weile grün und dunkel in der inneren Krümmung, wo daS Retz hing, und schwang sich dann in Wir beln und Strudeln über daS Wehr daS ihn

Sr zwingt'-". rief Hann-

Wirklich war eS Hermann gelungen da- Schiff in den Strubeln mit dem Lchnalstl strom- tam ee auf das Ufer Mrie floh

seinen gekrümmten Schultern.

Da schlug Christian Ingold die Augen auf. Der, an den er eben gedacht, mit dem er ge­hadert, den er ohne Abschied von sich geflohen hatte, stand vor ihm.

Rauschend, tropsenklingend schnellte das leere Reh aus dem Strom.

Was willst du hier?"

..Dir Lebewohl sagen, Vater!"

So sah keiner aus. der mit Schimpf und Spott heimgeschickt worden war. Aber auch keiner, der in sich gegangen war und erkannt hatte, dah er gegen Den eigenen Vater gewütet hatte.

Lhristian Ingold mah ihn vom Wirbel biS Sohle.

Ich weih von keinem, der mir ein Lebewohl schuldig ist, nur von einem, der nicht mehr mein Sohn fein kann, denn er will den Rhein zu einem Fadrikwaffer machen und mich in meinem Retz einsargen, eh' ich allein inS Grab sink'."

..Du denkst nur an die Fischerei, Vater, nur an den Lachsfang, her auch ohne diese- Werk zurückgehtI Bedenk' doch den Aufschwung, der dann kommt, die hundertfältige Möglichkeit zu neuem Verdienst*

Wild lachte der Fischmeister.

Verdienst! Amerikaner, weiht du nicht mehr, dah ich nicht leben kann ohne den Rhein, ohne die Wasserweide und den Lachs! Dort siehst du den Lauffen dort als Gotte« Wunder weih kochen, und weiht du noch, wie fie im grünen Wasser ftehen, die Flossen aufgestellt. Tage und Rächte, und wie der Blitz aus der Tiefe fahren, zurückfallen und wieder in die Sonne schnellen, immer wieder, bis fie endlich über den Sturz

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haft deine Gedanken, ich die meinen. Ich kann bas Werk nicht Regen lassen, weil du mir es ab- sprichst, denn eS ist stärker als ich und will ans Licht. Der Rhein ist mir so heilig wie blr.

Denn ich bie Bohrlöcher fülle und der Lauffen in Stücke geht bann tut es mir ge­rade fo weh wie dir. 3ber ich bin kein Mör­der. Vater, ech töte nicht, icb mache lebendig. Du lobst bie Wasserweide, ich will dem Rhein in die Seele bringen. Weiht du. was hier im Wirbel vorüberschiebt? Licht und Kraft? Und die will ich frei und nutzbar machen, die will ich ertöten, bie"

Sin gellender Schrei rih ihm bie Worte vom Munde. Weither kam er über ben Strom ge­flogen und irrte hilfesuchend umher

Da ist eins in Wasfernot', sagte der Fisch- meister und schirmte bie Qlujjen mit bet Hand.

Hanns focht noch mit feinen Gedanken, al- schnell hintereinander der Schrei noch zweimal klang

Sine helle Stimme, und darauf ein rauherer Ruf das war Hermann!

Und nun sahen fie den groben schwarzen Rachen aus der Waldkulisfe in den glitzernden Strom fchiehen.

Hermann hatte eine- der beiden ausaehäng- ten Ruder ergriffen und versuchte da- Schiss aus den Wirbeln in bie glatte Strömung zu bringen. Das Mädchen lauerte am Bug, bie Kette, bie eS im Spiel ausgehakt hatte, noch krampshast in ben Händen, als könnte eS ben Kahn daran halten, der guergeschlagen mit der blinden Schwerfällig- Icit seines plumpen Baus bahintrieb und dem Ruder nicht mehr gehorchte.

An der Teufelswuhre überschlägt eS sie, wenn der Bub den Kahn nicht zwingt!^

Die Stimme deS Fischers zitterte, er hatte bie Reywage sahren lassen und zog den Hosen­bund enger.

Meisterlos trieb bet Kahn, bie Arme deS Knaben vermochten das schwere Ruder nicht ins Wasser zu drücken, zweimal rih ihn die Strömung vornüber, dah er hart auf den Boden schlug.

Lo. lauerte immer noch, auf Knie und Hände gestemmt, an dem breiten Buch und konnte sich nicht rühren.

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wie der Rhein!"

Run war's gesagt. Was er gewälzt und gesonnen hatte in all den Tagen, was er über en Rechnungsbüchern und im Kahn, über der Bibel und an der Rehwage hundertmal in sich

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Gießen

27. September 1925

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