Ausgabe 
26.5.1925
 
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r-as einer grundsätzlichen Rechtsauffassung ent- freche. Dies sei aber nicht etwa die Auffassung seiner ganzen Partei.

Abg. Lroßmann -RLrnberg (Bahr.Dpt.) betonte, daß gewisse Mängel am Gesetz über die Dollsgerichte anzuerkennen seien, daß Bayern aber auf Grund der Reichsperfassung nicht in der Lage gewesen fei, das Gesetz zu ändern. Verhandlungen mit der Reichsregierung hätten leider zu keinem Ergebnis geführt. Abg. Sän­ger habe sich vor längerer Zeit im bayrischen Landtage gegen einen Antrag der Anabhän- gigen Sozialdemokraten ausgesprochen, der die Aufhebung der Dolksgerichte forderte. (Hört! Hört!) Der Redner wendet sich dagegen, daß der Reichstag in die Iustizhoheit der Länder eingriffe und bittet daher, den Antrag abzulehnen.

Abg. Dr. Korsch (Komm.) meinte, es würde im deutschen Lande wenig verstanden werden, wenn im Deutschen Reichstag aus formellen ver­fassungsrechtlichen und partikularistischeu Grün­den eine Aenderung des Gesetzes über die ab­scheulichsten Ausnahmegerichte verhindert wer­den, die es gibt.

Abg. Dr. Haas (Dem.) fragte, ob es nicht als sicher gelten könne, daß dieBayern selbst froh k*ärs*n, wenn sie eine Möglichkeit der Wiederaufnahme der Verfahren der bay­rischen Volksgerichte hätten. Wenn Bayern selbst nicht in der Lage sei, das Gesetz zu ändern, so sollte man in Bayern froh fein, daß das Reich diese Äenderung vornehme. Deshalb müsse man für den Gesetzentwurf stimmen. (-Zustimmung.)

Die dann vom Hause vorgenommene einfache Abstimmung über den Artikel 1 des Gesetzent­wurfes ergibt feine klare Entscheidung. Im Ham­melsprung wird der Gesetzentwurf mit 143 gegen 126 Stimmen angenommen. Desgleichen der Rest des Gesetzentwurfes in" zweiter und dritter Lesung.

Das Haus wendet sich dann der Beratung des Haushalts für die Ausführung des Friede nsvertrages zu.

Abg. Dauch (Dt. Bpt.) gibt namens der Deutschnalionalen Volkspartei, der Deutschen Volispartei, der Bayrischen Vollspartei, des Zentrums und der Wirtschaftlichen Vereinigung eine Erklärung ab, dahingehend, daß eine Be­sprechung des Haushalts für die Ausführung des Friedensvertrages erst erfolgen könne, wenn der von der Regierung angekündigte Ergän­zungsetat vorgelegt worden fei.

Abg. Dernburg (Dem.) schließt sich dieser Auffassung an.

Das Haus stimmt dann dem Etat für die Ausführung des Friedensvertrages für 1924 und 1925 in zweiter Lesung zu und vertagt sich auf Dienstag.

Der Neichshaushalt.

(Sin Vertrauensvotum für den Reichsfinanzminister.

Berlin, 25. Mai. (Wolff.) Der Haus­haltsausschutz des Reichstages nahm heute den Bericht über das Ergebnis der Verhandlungen deS auf Wunsch des Finanzministers eingesetzten Anterausschuffes über die gegenwärtige Finanz­lage entgegen. An Hand eingehender Unterlagen ist der Ausschuß zu der Auffassung gelangt, datz die stillen Rücklagen im ® tat, die nur in ganz bescheidenem Umfange vorhanden sind, fachlich gerechtfertigt sind. Eine solche stille Rücklage sieht der Ausschuß in der Summe von 235 Millionen für die Durchführung der vierteljährlichen Steuer- und Gehclltszahlungen. Die von der Reichsregierung beantragte Re­pa r a t io n s r ü ckl a g e von 220 Millionen Mark, die seinerzeit heftig angegriffen wurde, fei ebenfalls sachlich gerechtfertigt. Rach eingehender Prüfung hält der Ausschuß die Auf­fassung, als ob int Etat große stille Reserven vorhanden sind, nicht für gerechtfertigt. Reichsfinanzminister v. Schließen er­klärte, die im Etat 1924 erzielten Mehrein­nahmen hätten nicht etwa allein die Wirt­schaft belastet, sie seien vielmehr zu einem großen Teil entstanden aus den Rentenmarkkre- ditgewinnen und den Gewinnen aus der Silber-undMünzprägung. Man könne Vertrauen zu ihm haben, daß er alles tun werde einerseits die Wirtschaft zu schonen und andererseits zu verhüten, daß im Etat ein Loch entstehe. Hiernach gibt der Vorsitzende, Abgeordneter Heil mann, die Mitteilung des Unterausschusses zur Kenntnis, in der es heißt: Rach eingehender Prüfung der Finanzlage ist der Unterausschuß zu der Ansicht gekommen, datz Gefahr einer Störung des Gleichge­wichts im Haushalt naheliegt. Zu ihrer Vermeidung ist die größte Vorsicht auf der Ausgabenseite geboten, während die Einnahmen keinesfalls herabgemindert werden dürfen.

Die Lage der Landwirtschaft in Preußen.

Berlin, 25. Mai. (WTB.) 3m Hauptausschuß des preußischen Landtags erklärte Landwirtschafts­minister Steiger u. a.: Wir müssen die Erträge der Landwirtschaft steigern. Im Jahre 1924 wurden 2609 neue Siedler st eilen geschaffen. Bis zum 1. Mai wurden 20,9 Millionen Mark an 350 öffent­lich-rechtliche Gesellschaften für Meliorationen usw. gegeben. Durch die Kultivierung der Heide wurden von 1919 bis 1924 im Regierungsbezirk Stade 8537 Hektar, im Regierungs.bezirk Lüneburg 8772 Hektar urbar gemacht. Die Landwirtschafts­schulen sollen zu Realschulen oder landwirtschaft­lichen Aufbauschulen mit einer Fremdsprache um­gewandelt werden. Die Zahl der Fortbildungs­schulen habe sich verdreifacht. Der Verbrauch von S t i tfft o f f habe sich im vergangenen Winter gegen­über 1913 um 130 000 Tonnen, der Verbrauch von ® a V-Um W 000 Tonnen gesteigert. Dagegen seien um 16 000 ~onnen Superphosphate weniger verbraucht worden. Der V i e h b e st a n d habe noch nicht die Vorknegshöhe erreicht. Nur der Pferde- bestand fei um 2,37 Proz. höher. Sehr drückend fei die Kredit not der Landwirtschaft. Im kommen­den Herbst feien von der preußischen Landwirtschaft riind 800 Millionen Mark Kredite zurückzuzahlen.

Iahrtausendfeier in Elberfeld.

E l b e r f e l d, 25. Mai. (WTB.) Schon in den frühen Nachmittagsstunden des Samstags strömte eine festlich gestimmte Menge durch die prächtig ge- schmückten Straßen. Am Abend waren zahlreiche Häuser der Stadt illuminiert. Am Sonntag­nachmittag fand im Stadion der Hauptfestakt statt, eine große sportliche Veranstaltung der Schulen, Turnvereine und sonstigen sporttreibenden Vereinigungen, zu der die Spitzen der staatlichen und

städtischen Behörden und zahlreiche Ehrengäste er­schienen waren, u. a. Neichsgerichtspräsident Dr. Simons und Reichswirtschaftsminister Neu­haus. An den Veranstaltungen waren 6000 Sport­treibende und etwa 25 000 Sänger beteiligt. Bei dem am Abend in der Festhalle veranstalteten Festakt entbot Reichswirtschaftsminister Neuhaus die Grüße des Reichspräsidenten und der Reichsregierung und druckte besonders seine Freude über die gebotenen sportlichen Veranstal­tungen aus. Dr. Simons erklärte, was man durch­setzen müsse, sei die Heilung von einer großen Krank­heit. Nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa f eh l e das Recht. Wo bleibe das Recht, wenn Düsseldorf und das Ruhrgebiet nicht geräumt wür­den? Wenn das Recht wieder hergestellt sei, dann könne auch die deutsche Wirtschaft wieder hergestellt werden.

Deutsche Frauenwoche am Rhein

Köln, 23.Mai 1925. (WTB.) Dem feier- lichen Anstalt der Eröffnung der 3'.ibrtaufcnb= feier am 16. Mai in der stimmungsvollen, mäch­tigen Halle im Rheinpark wird sich dieser unvergeßlich eindrucksvollen Kundgebung würdig dieDeutsche Frauenwvche am Rhein" vvm 2 2. bis 2 8. Juni zu Köln in klangvollen, inhaltsschweren Tönen anschließen. Das vorgesehene Programm:Erneuerung der Familie" ist ein so wertvolles, datz man auch hier kaum von einer Augenblicksfeier wird sprechen tonnen. Die Deutsche Frauenwoche am Rhein wird vielmehr zum inneren Erlebnis einer jeden deutschen Frau werden, welcher Glau­benszugehörigkeit sie sei. Denn diese Woche wird getragen von einer hehren Idee, welche den Grundgedanken und das Ziel beseelt:3n der Frau wieder die angeborene Mütterlichkeit zum Geben neu zu erwecken und wieder zu Anseyen und Ehren zu bringen." Diese Ideen und natio­nalen Forderungen, die Frauenaufgaben und Ziele in Gemeinde und Staat, im eigenen Heim und in der Berufs- oder Seelengerneinschaft wird ein Vortrags-Zyklus der Berufensten, dem je­weilige Tagungen der Verbände und Organisa­tionen vorausgehen, zum Ausdruck bringen. Alle möglichen Erleichterung eit und Vergünstigungen sind vorbereitet: so Führungen durch die Iahr- tausend-Ausstellung, durch Kirchen und Museen, durch vorbildlich geleitete soziale Stätten, Stadt- Auto-Rundsahrten. ermäßigte Theaterkarten eine lückenlose Deutsche Frauenwoche am Rhein! Selbst für freie Straßenbahnfahrt ist gesorgt, wie eben nur Frauen für Gäste sorgen können.

Die Bonner Iahrlausendfeier.

Die Bonner Jahrtausendfeier wurde am Sonntag mit einem Festakt in der Beethoven- Holle eröffnet. Nach herzlichen Begrüßungswor­ten des Oberbürgermeisters Dr. Falk sprach der preußische Innenminister S e o e r i n g , der die Grüße der preußischen Regierung übermittelte und die rheinische Art und rheinische Treue pries. Die Festrede hielt Geheimrat Meißner von der Bon­ner Universität.

600-Jahr-Feier der Stadt Ems.

Rachdem die Besatzungsbehörde die geplan­ten Festveranstaltungen in vollem Umfange ge­nehmigt hat, kann die Durchführung der Feier m der Zeit vom 14. bis 21.3uni d. I. als ge­sichert gelten. Die markanteste Darbietung dürfte der geplante historische Festzug werden. Daneben wird auch das von Hans Ludwig Linkenbach »erfaßte heimatliche FestspielDer Stadtschreiber von Embs" mit seinen geschichtlichen Erinne­rungen großes Interesse erwecken. Eine weitere Anziehungskraft werden die Festveranftaltungen der staatlichen Kurverwaltung ausüben. Die Feier, zu welcher sämtliche Reichsbehörden ge­laden sind, findet unter dem Protektorat des Landwirtschaftsministers Dr. Steiger statt.

Das Washingtoner Arbeitszeiladkommen.

Beratung der internationalen Mrbeits- konferenz.

G e n f, 25. Mai. (Wolff.) Die siebente In­ternationale Arbeitskonferenz hielt heute eine Vollversammlung unter dem Vorsitz ihres Dizepräsidenten. dem früheren chilenischen Ministerpräsidenten Codesido, ab. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamts Thomas gab einige Erläuterungen zu seinem der Kon­ferenz vorliegenden Jahresbericht. Hierauf setzte die Prüfung des ersten Teiles dieses Berichtes ein, welcher sich auf die Arbeitsgesetz- ge&ung bezieht.

5>er Vertreter der großbritannischen Regie­rung, Betterton Parlamenlssekretär des Arbeits- Ministers, erklärte datz in Großbritannien das Prinzip der 48-Stundenwoche seit langem aner­kannt fei. 3n den hauptsächlichen Industrien wurden Millionen von Arbeitern den Vortell dieses Fortschrittes genießen und auf dem Wege von Sonderabkommen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Verbänden werde eine weitere Ausdehnung dieses Grundsatzes verfolgt. Im April 1925 habe der Vertreter der britischen Regierung im Unterhaus erklärt, datz

Großbritannien zur Zeit die Ratifikation des Washingtoner Abkommens über den Acht­stundentag nicht vornehmen

könne, sie sei aber bereit die Frage einer gründ­lichen Prüfung zu unterwerfen. Es tonne auf jeben Fall von einer feindlichen Einstellung gegen die gegenwärtigen großen Prinzipien der inter- nahonalen Arbeitsgesetzgebung feine Rede fein.

5>er englische Arbeiterdelegierte Fulton versicherte, daß die Erklärungen des englischen Regierungsvertreters enttäuscht hätten, nicht so sehr durch das, was er gesagt, sondern durch das, was er verschwiegen habe. Es sei verständlich, daß die fleinen Länder das Washing­toner Abkommen kaum ratifizieren können, bevor die großen Industrieländer dies getan hätten, denn jedes Land habe natürlich ernste Schwierigkeiten in dieser Hinsicht zu überwinden. Es handle sich nur darum, daß alle Regierungen den gleichen guten Willen zeigten, diese große soziale Reform praktisch durchzuführen. Er hoffe, datz, wenn die Konferenz 1926 wieder zusammen- trete, sie mit Genugtuung feststellen könne, daß die Ratifikation des Washingtoner Abkommens durch die großen Industrieländer zur Tatsache geworden fei.

der deutsche Delegierte, Ministerialdirektor Dr. Saig

sagte:Der Bericht des Direktors enthüll eine wertvolle Aebersicht über den Stand b?r Rati­fikationen der Washingtoner Konvention m den verschiedenen Ländern. Ich bin glücklich, fest- stellen zu können, daß der Bericht, soweit er

Deutschland angeht, durch die Tat­sachen bereits überholt ist. Rur äußere ilmftänöe, insbesondere zweimalige Neuwahlen des Reichstages im vorigen Jahr, haben ver­hindert, daß die Ratifikation durch Deutschland rascher in Ordnung kam. Wir hoffen aber, bald wieder weitere Fortschritte berichten zu können Die in Deutschland zur Zeit geltende Arbeits­zeit-Verordnung vom Dezember 1923 ent­spricht nicht in allen Punkten dem Aeberein-- kommen von Washington, obwohl auch sie auf dem Grunds atz des Achtstundentages beruht. Diese Arbeitszeit-Verordnung ist ab:r von vornherein nur als eine Rotverord­nung geschaffen worden. Von den Möglichkei­ten, die die Verordnung von 1923 zur Verlän­gerung der Arbeitszeit bietet, ist im ganzen nur mäßig Gebrauch gemacht worden. Rach den ge- werkschastlichen Erhebungen arbeiteten nicht über 50 Prozent der deutschen Arbeiter mehr als 48 Stunden in der Woche. Inzwischen beschäf­tigt sich das Arbeitsministerium mit den Vor- bereitungen für eine endgültige Arbeits­zeitgesetzgebung. Wir legen Wert darauf, alles in unserer Gesetzgebung festzulegen, ehe uns eine Ratifikation des Washingtoner Ab­kommens möglich ist. Die Zusammenkunft der Arbeitsminister in Bern hat den Gedanken einer gleichzeitigen Ratifikation durch die großen In­dustrieländer erheblich gefördert. Die deutsche Regierung faßt das Ziel ernstlich ins Auge, denn Deutschland ist bereit, alles zu tun, was der Verbesserung des Loses der Arbeiterschaft der Welt dienen kann.

ZchMte Mmpse in Marokko.

Berlin, 25. Mai. Wie die Abendblätter mel- den, ist es in Marokko gestern im Zentrum der fran­zösischen Stellung wieder zu schweren Kamp- f e n gekommen. Eine Gruppe des Obersten Frey- denberg, die auf dem nördlichen Ufer des Nergha- tales weiter vorstieh, begegnete einer feindlichen Ab­teilung in Stärke von 5000 Mann. Die Rifkabylen leisteten hartnäckigen Widerstand und wiederholten ihre Gegenangriffe, wobei es zum Handgemenge kam. Der Gruppe Frendenberg gelang es trotzdem, die Rifkabylen unter schweren Verlusten zurückzu- Zuschlägen und ihren Marsch fortzusetzen. Die Eingeborenenstämme, die sich Abd el Krim ange- schlossen haben, sollen den Befehl erhalten Haden, sich möglichst lange dem Vormarsch der französischen Truppen entgegenzustellen und d i s z u m A e u ß er­st e n W id e r st a n d zu leisten. Am östlichen Teil der französischen Front herrscht Ruhe, doch verstärkt sich dort der Druck der Rifkabylen außer­ordentlich. Der Feind erhält fortwährend Zulauf und hat versucht, durch ein Flankenmanöver die Ver­bindung zwischen Marokko und Algier auf der Straße FezTaza abzuschneiden. Das französische Oberkommando hat dem Manöver durch eine Ver- langerung der Front zuoorkommen müssen. Die 300 Kilometer lange Front muß mit ungefähr 40 000 Mann verteidigt werden. Infolge dieser Schwierigkeiten hat das Oberkommando sich zu der Rückverlegung einzelner Teile der Front ver­anlaßt gesehen. Kleinen feindlichen Abteilungen sind 15'Kilometer hinter der französischen Front Hand­streiche gelungen.

Das Erdbeben in Japan.

Drei neue Stöße. Riesiger Schaden.

Neunork, 25. Mai. (TU.) Auf Grund amt­licher Feststellungen sind in den letzten Tagen in dem vom Erdbeben heimgesuchten Gebiet Japans 12 0 Erdstöße festgestellt worden, die schätzungsweise einen Gesamtschaden von 6 5 Millionen Dollars verursacht haben.

Die Zahl der Toten upb Verletzten in den Städten Toyooka und Kinosaki und den angrenzen­den Dörfern beträgt 528, bzw. 1032. Die Zahl der eingeftürzten Häuser beläuft sich auf 1964, die der niebergebrannten auf 3850. Viele Taufende sind ob­dachlos aber die Gefahr einer Hungersnot ist durch das rechtzeitige (Eintreffen von Lebensmitteln und durch große Stiftungen gebannt an denen auch der Kaiser und die Stadt Tokio mit nam­haften Beträgen beteiligt sind.

Nach soeben eintreffenden Meldungen ist das hcimgefuchte Gebiet abermals von drei neuen Erdstößen betroffen worden die bis Tokio ver­spürt wurden, ohne hier aber Schaden anzureichten. An Tokio herrscht eine ungeheure Aufregung. Die Tempel sind überfüllt. Die Steinhäuser werden gemieden, da die Bewohner fürchten, unter den Steinmassen begraben 'zu werden. Die Regie­rung hat Borkehrungsmatznahmen zum Schutze der Bevölkerung getroffen. Falls sich neue Erdbeben ereignen, wird in weiten Teilen Japans der Be- lagcrungs,zustand verhängt werden.

Die Schäden an den Eisenbahnlinien und an den Bahnhöfen werden auf 1*/2 Millionen Ven geschäht. Aus dem Flottenstützpunkt Sasebo sind sechs Zerstörer mit Lebensmit­teln in das vom Erdbeben betroffene Gebiet entsandt worden. Eine Rettungsmann­schaft in Stärke von 1500 Mann hat Osaka verlassen. Am die Opfer unterzubringen, find Baracken und Zelte errichtet worden. Rach den letzten eingetroffenen Rachrichten hat die Seidenindustrie wenig gelitten. Vier der haupt­sächlichsten Fabriken in Tayjma sind nicht be­schädigt worden. Der der Fr-ühjahrsernte an Baumwolle zugefügte Schaden ist noch nicht bekannt. Man hofft jedoch, daß er nicht ernstlich fein wird.

Das Feuer in Toyooka und Kino- faki ist erloschen. Aber beide Orte zeigen ein trostloses Bild der Zerstöruna. Die Flücht- llnge von den Badeplätzen an den heißen Quellen von Kinosaki teilen mit, dort seien die Erdstöße furchtbarer gewesen als an irgendeiner anderen Stelle. Beinahe alle Hotels seien auf den ersten Stoß ein gestürzt. Die Badegäste feien unbelleldet ms Freie gestürzt. Eine große Zahl von ihnen sei sofort in dem erstickenden Qualm zusammen gebrochen. An den (Sifenbabnflahonen von Kinosaki sanden zahl­reiche Reisende den Tod, darunter auch ein auf der Hochzeitsreise befindliches junges Paar.

Kleine politische Nachrichten.

Die Z e n 1 r u m s f r a k t i o n des Reichs­tags beschäftigte sich gestern mit dem deutsch- spanischen Handelsvertrag. An der Sitzung nahmen der Re'' skanzler Dr. Luther und Außenminister Dr. Stresemann teil. Es kam zum Ausdruck, daß die Stellungnahme des Zentrums zu dem Handelsvertrag von der Ent­scheidung der Deutschnatio n a I c n abhängig gemacht werden soll. Wenn bis Mittwoch keine Einigung zustande kommt, soll, wie verlautet, *

nochmals der Weg der Vertagung beschritten werden.

Aus Prag wird gemeldet, datz der frühere deutschnationale Abgeordnete der Rationalver- fammlung Dr. Däran, der wegen angeblichen Hochverrats und Spionage eine mehrjährige Kerker st rase verbüßte und nach seiner Frei­lassung heftig: Angriffe gegen die Iustizverwal- tung gerichtet hatte, in der Rächt von Samstag auf Sonntag im Automobil nach Deutschland g e- fluchtet ist. In einem Brief teilt er mit, daß o. Die Flucht unternommen habe, um einer d. oh en­den neuerlichen Verhaftung zu entgehen. Baran Witt sich vorläufig in Deutschland niederlassen und von dort aus die Wiederaufnahme seines Prozesses betreiben.

.. Erscheinen derRheinisch-West. L? Zeitung" ist wegen eines Ar-

titels ..Hmdenburg und die Türkei" vom 11. Mai von der Besatzungsbehörde verboten worden.

Aus aller Wett.

Tod im Gewittersturm.

Berlin. 25. Mai. (WTB.) Der am Sonn­tag über Berlin und Umgegend niebergegangenc \ schwere Gewitterregen hat an verschiedenen | Stellen erheblichen Schaden angerichtet und in Potsdam einen tödlichen Unfall hervor- gerufen. Zwei alte Bäume, die durch.den heftigen Gewittersturm umgeriffen wurden, begruben im Fallen zwei Damen, Mutter und Tochter, unter sich, die mit schweren Verletzungen inö Krankenhaus gebracht tourben. Auf dem Trans­port starb die Tochter bereits. Verschiedene Aerzte hoffen, die Mutter, eine Frau West­phal, am Leben zu erh allem Der Wasser- schütz mußte gestern wiederholt seine Motorboote einsehen, um Ertrinkende zu retten, was glücklicherweise in allen Fällen gelang. Unter anderen wurde auch ein KriegLinvallde. der zwei künstliche Beine hat und aus eigenen Kräfte» niemals ans Land gekommen wäre, vor dem Tode des Ertrinkens bewahrt.

Dom Blitz erschlagen.

Bei einem schweren Gewitter, das am Sonntagnachmittag über Pommern niederging, wurde der Landwirtssohn Lindner wahrend der Heimkehr vom Felde vom Blitz erschlagen. In Wudarge bei Stargard wurde der Bauer Schliep beim Viehhüten vom Blitz ge­tötet. Seine Begleiterin wurde lebensgefährlich verletzt.

Schweres Anwetter im Erzgebirge.

Don einem schweren Anwetter wurden a&i Sonntag abend die Ausläufer des östlichen Erz­gebirges heimgesucht. In Verbindmrg mll einem außerordentlich heftigen Gewitter setzte starker Hagelschlag ein, von dem besonders die Gegend vvnDipoldiswalde betroffen wurde. Sehr heftig trat das Anwetter in Rei­ch ardsgrinnna und Reinholdsberge auf, wo Eis­stücke in Größe von Taubeneiern noch zwei Stunden nach dem Anwetter bis zu 30 Zentü meter Höhe die Straßen und Felder br- deckten und in eine Winterlandschaft verwandelten. Die Bäume sind ihres Laubes und des Blütsr- schnees beraubt und sehen so kahl aus wie sonst im Rovember oder Dezember.

Gasexplosion.

Im GasthofZum Deutschen Kaiser" in Haynau bei Liegnitz ereignete sich eine schwere Gasexplosion. Der Besitzer des Gast­hofes, Schmidt, seine älteste Tochter und der Zahnarzt Dr. Mahler wollten die im Keller be­findliche Gasuhr nachsehen, da sich Gas­geruch bemerkbar machte. Anvorfichtigerweise zündete Dr. Mahler ein Zündholz an, wodurch eine furchtbare Explosion erfolgte. Die drei Per­sonen standen sogleich in Flammen. Herbei­geeilte Gäste rissen den Brennenden die Kleider vom Leibe und versuchten die Flammen zu er­sticken. Alle drei Personen erlitten schwere Brandwunden. Das entstandene Feuer konnte bald gelöscht werden.

Großfeuer in einer chemischen Fabrik.

Die chemische Fabrik Assindia in Buer steht in Flammen. Die Feuerwehren der um» liegenden Ortschaften sind an dem Drandplaye tätig. Das Feuer findet in den lagernden: Raphthavorräten reichliche Rahrung. Die Lösch­arbeiten gestalten sich wegen der Explo­sionsgefahr äußerst schwierig. Der Straßen- babTrt>erfef)r Essen-Buer ist unterbrochen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 26. Mai 1925.

Gießener WochensraEPreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter, das Pfund 2 Mk., Matte 35. Pf., Käse 60- bis 65, Wirsing 35, Rotkraut 40 Pf., gelbe Rüben, das Päckchen 50 Pf., rote Rüben, das Pfund 5 Pf., Spinat 20, Römischkohl 10 bis 15, Spargel 1 bis 1,20 Mk., Anterkohlrabi 6 Pf., Tomaten 2 Mk., Zwiebeln 25 Pf., Rhabarber 25, Kartoffeln 5, Aepfel 35, Dörrobst 35, Honig 35 Pf., junge Hähne 1 Mk., Suppenhühner 1,20 Mk., Eier, das Stück 11 Pf., Blumenkohl 11,20 Ml.. Salat 15 bis 20 Pf., Salatgurken 1,20 Mk., Einmachgurken 40 Ps., Lauch 5 bis 10 Pf., Rettich 25 bis 30 Pf., Sellerie 1,50 biS 2 Mk., Radieschen, das Bund 10 bis 20 Pf.

Borrrotizerr.

Tageskalender für Dienstag: Gießener Theologenschast: 8.30 Ahr im Vo? lesungsgebäude, Hörsaal 44, Vortrag von Prof GrisebachMöglichkeit und Begründung der Ethit". Gießener Hochschulgesettschaft: 8.30 W im großer, Hörfaal der Aniversität Vortrag am bichromatischen Harmonium über die Musik mit Vierteltönen von Willy Möttendorff.

" Anveränderte Iunimiete in Preußen. Wie der amtliche Preußische Presse» dienst von zuständiger Stelle erfährt, bleibt die Miete für den Monat Juni dem Mai gegenüber unverändert. Sie beträgt also 76 Prozent der Friedensmiete bzw. 72 Prozent, soweit Schön­heitsreparaturen zu Lasten der Mieter gehen.

Z u Gunsten des Roten Kreuzes finden im Juni im ganzen Deutschen Reich Geld- fammlungen statt. In Hessen werden bereits die Vorbereitungen dafür getroffen. Das Ministe­rium des Innern hat dem Hessischen Roten Kreuz (Hessischer Landesverein vom Roten Kreuz und Alice-Frauenverein) die Erlaubnis zur 23c» schaffung von Geldmitteln durch Haus- und

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