Einzelbild herunterladen

Aus Natur und Technik.

aussieht, wie er von

immer mehr ansteigenden

Diesen Fehler vermeidet nun der Sie-

nach sino.

/ b

3 e

Antrieb, noch heute so fang an toor.

So große Dienste aber auch der Hughes- Apparat geleistet hat er arbeitete auf den

unten in senkrechten Reihen abzulesen b ist also z. D. 4---1---.

Ziffernweiß

4 -j- ? - . - r 1 i n V a

Jedem Buchstaben ist. wie bei der Schreib­maschine. ein weiteres Zeichen zugeordnet, das nebenstehend über dem zugehörigen Buchstaben steht. Durch vorheriges Geben drs Zeichens Buchstabenweih" erzeugt man Buchstaben. durch Geben des ZeichensZifserweiß" solange Zeichen oder Ziffern, bis man durch das ZeichenBuch--- stabenweih" wieder auf Buchstaben umgeschal- M hat.

.Ter Siemens-Schnelltelegraph kann auf diese Weise bis zu tausend Buchstaben in der Minute geben. Selbstverständlich kann aber kein Mensch von Hand so schnell arbeiten. Die Buchstaben

Der Ziemens -Zchnelltelegraph.

Bon Wax Fischer.

Wenn man vom Telegraphieren hört, so denkt man unwillkürlich an die Erfindung des seligen Samuel Morse. Bei seinem Apparat werden bekanntlich durch taktmäßiges Rieder- drücken einer Hanbtaste auf einem durch ein cklhr- werk bewegten Papierstreifen Striche und Punkte erzeugt. Bis zu vier Zeichen braucht man dabei für einen Buchstaben, der Erfolg davon ist: Es geht langsam, sehr langsam. Spater machte man sich vom Ablesen der Papierstreifen frei und nahm die Zeichen mit dem Ohr nach dem Klap­pern des Apparats auf: so entstand der sog. Klopfer, ein durch seine Einfachheit idealer Telegraphenapparat, denn er besteht nur aus einem Elektromagneten mit darüber angebrachtem Anker. Der Klopfer arbeitete schon etwas schnel­ler, aber immerhin noch langsam, und es blieb der Aachteil bestehen, daß das eingehende Tele­gramm von einem Menschen handschriftlich nie» dergeschrieben werden mußte, was gewöhnlich mit Blaustift geschah.

Das Streben nach einem Apparat ist daher begreiflich, der die Rachrichten gleich druckte und so die menschliche Arbeit des Diederschreibens ersparte, außerdem aber auch die Leserlichkeit der Telegramme von der Gute der Handschrift un­abhängig machte. Der Hauptvertreter dieser Art von Apparaten ist der von Hughes geworden: er liefert die bekannten, auf die Telegrammvor­drucke aufgeklebten bedruckten Streifen. Der Hughes-Apparat ist so eingerichtet, daß der sen­dende und empfangende Apparat gleich schnell umlaufen, und zwar so, daß das a auf dem Typenrad des einen genau dann unten ist, wenn es beim andern auch unten ist. Wiick> nun beim Sender beispielweise die Taste a gedrückt, so hebt sich der dem Buchstaben a entsprechende Stift aus einer Reihe kreisförmig angeordneter Stifte und ein im Gleichmaß der Typenrädcr über den Stiften umlaufender Arm sendet einen Strom» stoß in die Leitung, wenn die Buchstaben a auf beiden Thpenrädern gerade den untersten Punkt durchlaufen: ein Elellromagnet schlägt in diesem Augenblick am gebenden und am empfangenden Apparat den Papierstreifen gegen daS a und druckt es auf dem Streifen ab. Der Apparat ist also auch recht einfach: er zeichnet sich vor ähn­lichen Erfindungen vor allem dadurch aus. daß er keine der dem Techniker so bekannten Kinder­krankheiten gehabt hat. sondern, abgesehen vom Ersatz des Gewichtsantriebes durch den elektrischen

S>oy>tlimen mit ihrem

Verkehr doch auch noch zu langsam, wenn er auch gegen die vierhundert Wörter des Morseapparats imo die sechshundert des Klopfers zwölfhundert in der Stunde zu befördern gestattete. Das kommt daher, daß der Stromstoß, der zum Abdrucken eines Buchstabens erforderlich ist. auf langen Leitungen, namentlich aber auf Kabeln, verflocht und länger wird, so daß man die Geschwindigkeit herabsetzen muh. um nicht fortgesetzt falsche Buch­staben zu erhalten.

mens-Schnelltelegraph dadurch, daß bei ihm während der ganzen Zeit, wahrend der

Än Telegramm gegeben wird. Strom fließt: Frei­lich nicht Gleichstrom. Vielmehr wird der Strom» kluß während einer cklmdrehung des Typenrades in fünf gleiche Teile geteilt: aus biefen Fünfteln werden durch Zusammenstellung negativer und positiver Ströme die Buchstaben und Zeichen be­stimmt. die wiedergegeben werden sollen. Unten« stehend sind einige Buchstaben als Beispiele ab­gebildet. wobei die Buchstaben von oben

Der Zchöpfer der EleModtMM (Zum 15 0. Geburtstag Ampöres, am 2 2. Januar.)

Das WortAm PL re" als Maßeinheit elek­trischer Stromstärke ist jedem Fachmann geläufig. Weniger bekannt dürften die Lebensschickialc deS Mannes sein, dem zu Ehre'., im Jahre 1881 der internationale Elektriker-Kongreß in Paris diese Bezeichnung geschaffen, hat.

Andrä Marie Ampere wurde am 22. 3an. 1775 bei Lyon als Sohn eines ehemaligen Ge­schäftsmannes geboren, der im Augeirblick der Revolution das Friedensrichteramt in seiner Ge­meinde bekleidete und im Jahre 1793 die Vor-- leidigung seines Heimatortes gegen die Truppen bcS Konvents leitete. Am 24. Dovember büßte er dies auf der Guillotine. Vor seinem Tode richtete er an feine Frau einen Abschiedsbrief, in dem er über Andre Marie die prophetischen Worte aus- spricht: ..Was meinen Sohn angehet, so gibt es nichts, das ich nicht von ihm erwarten dürfte." In der Tat hatte dieser bereits in ungewöhn­lich jungen Zähren ein hervorragendes Interesse für Mathematik, Literatur und Philosophie ge­zeigt und auf allen diesen Gebieten früh Erfolge aufzuweisen. Das furchtbare Schicksal des Vaters versenkte den ohnehin überaus empfindsamen Jüngling in tiefe Melancholie. Erst nach Jahren trat eine Aenderung ein; auf einem Ausflug zum Zweck des Botanisierens traf er am 10. April 1796 Julie Carron. die die große Leidenscha seines Lebens wurde. Dem Leben wiedergewon neu, führte er jetzt ein Tagebuch feiner Liebe,

werden deshalb nicht wie beim Hughes-Apparat von Hand auf einer Tastatur gegeben, sondern auf einer Art Schreibmaschine in einen Papier­streifen gelocht, wobei an Stelle derZeichen Löcher entstehe'-, an Stelle der -s-Zeichen aber keine Löcher. Das WortBerlin" mit einem Punkt dahinter sieht z. B. auf dem Streifen so aus. wie es untenstehend abgebildet ist. Die Meinen Löcher am oberen und unteren Rande des Streifens dienen zu seiner Fortbewegung durch eingreifende Zahnräder. Der Streifen wird dann in den Sender gesteckt und telegraphiert sich in diesem selbsttätig ab, indem die Rasen von

Ziffernweiß

fünf nebeneinander liegenden, etwas gestaffelt angeorkneten Hebelchen beim Einfällen in die Löcher negativen, sonst aber positiven Strom senden, wobei jeder Buchstabenzwischenraum wegfällt. Das WortBerlin" mit einem Punkt dahinter geht also so über die Leitung:

H---1 - - -H- t + + - - -

- - - 4-H + + + --F 4 + +

+ + *r

Wenn man das sieht, so sollte man denken, das müsse schauderhaft lange dauern tatsächlich dauert es aber keine Sekunde, bis alle diese Zeichen über die Leitung gelaufen sind.

Auf der empfangenden Seite stellt jedes Stromsünftel einen von fünf Umschaltern (Relais­zungen) je nach seiner Richtung nach rechts oder links. Fünf ilnifd;alter können aber in ihrer Gesamtheit zweiunddrcißig St (hingen entnehmen, nämlich 25, denn wenn der erste links liegt, kann jeder von den vier anderen rechts oder links liegen usw. Wenn die fünf cklmsch alter wahrend einer Umdrehung des Typenrades eingestellt sind, so wird während der nächsten der durch ihre Stellung bestimmte Buchstabe einen ganz außerordentlich kurzen Stromstoß abgedruckt. Da nämlich die Buchstaben des umlaufenden Thpen- rades ungefähr zwei Meter in der Sekunde zurücklegcn, würde der abzudruckende Buchstabe schon um zweizehntel Millimeter verwischt wer­den. wenn er auch nur den zehntausendsten Teil einer Sekunde mit dem Papier in Berührung bliebe. Es wird übrigens durch besondere Maß­nahmen jede Llmdreyung des Typenrades zum Abdruck eines Buchstabens ausgenuht.

Bedingung ist selbstverständlich genauer Gleichlauf des Empfängers mit dem Sender. Während dieser Gleichlauf beim Hughes-Apparat durch ein mechanisches Mittel eine Flieh­kraftbremse erzielt und durch die eintreffenden Buchstaben mechwrisch berichtigt wird, erfolgt die Erzielung und dauernde Berichtigung des Gleichlaufs beim Siemens-Schnelltelegraphen natürlich" elektrisch.

Der Empfänger liefert aber nicht nur Druck­schrift auf Papierstreifen genau wie der Hughes- Apparat. sondern auf Wunsch auch dieselb. n Loch­streifen, wie sie der Sender beim Abtelegra­phierenaufgefreffen hat das ist tatsächlich der Eindruck, den man beim Zusehen hat. Dadurch erspart man das cklmtelegrap hieran von Hand: Man steckt einfach den empfangenen Loch­streifen wieder in einen Sender und gibt das Telegramm so weiter.

Bei der Verwendung des Apparates zur drahtlosen Telegrammübermittlung tritt an Stelle der -j-Zeichen eine Pause von entsprechender Länge, während nur für dieZeichen Wellen gesandt werden. Ebenso wird bei der Tonfrequenz- telegraphie verfahren. Dabei wird auf Fern­sprechkabeln an Stelle derZeichen ein be­stimmter Ton gesandt, und man kann auf einer einzigen Doppelleitung mit sechs verschiedenen Sendern, von denen jeder mit einem anderen Ton sendet, sechstausend Buchstaben in der Minute senden. Sogenannte Siebe weisen jedem Emp­fänger seinen Ton zu und halten die anderen Töne von ihm ab. Der Siemenslochstreisen wird neuerdings auch zur Bildüberlragung mit den Schnelltelegraphen benutzt. Dabei wird der Hel­ligkeitsgrad der einzelnen Bildpunkte, in die das Bild aufgelöst wird, durch buchstabenähnliche Lochzusammenstellungen übermittelt. Aus der Emvfangstelle erscheint dann an Stelle der Druck­schrift das Bild.

Der Siemens-Schnellte.'egraph eignet sich selbstverständlich nur für Linien mit starkem Ver­kehr-, für diese ist er aber der König der Tele­graphenapparate. Bald wird man soweit fein, baß sie nach Art einer Schreibmaschine von Hand

das rührende Einblicke in sein tiefes, reines Seelenleben gewährt. Aber er war arm, auf die geringen Einkünfte aus mathematischen Preis­arbeiten angewiesen, und erst am 6. August 1799 konnte er mit Einwilligung dec Eltern Julie heimsühren. Ein Jahr höchsten Glückes folgte. Da wurde Ampere als Professor der Chemie und Physik an die Zentrallehranstalt des De­partements gerufen und von der geliebten Gattin getrennt. 1804 wieder nach Lyon versetzt, traf ibn der furchtbare Schlag: Julie starb am 13. Juli an der Schwindsucht. Die melancholische Neigung seines Wesens trat von da ab verhäng­nisvoll hervor, zumal eine um seines Kindes» willen 1807 eingegangene zweite Ehe schon zwei Jahre später nach einem häßlichen Scheidungs­prozeß auseinander ging. Freudlos lebte der unglückliche Mann dahin, nur in philosophischen Disputationen mit Männern wie Maine de Bi- ran. Cabanis. Tracy eine Unterhaltung findend 2ln äußeren Ehren fehlte es ihm nicht: 1803 wurde er Generalinspektor der ilniöerfität von Frankreich, 1814 Mitglied des Instituts. Euro­päische Berühmtheit gewann der Gelehrte durch feine 1820 auf Grundlage der Forschungen Oehr- iteds gemachte Entdeckung des Gesetzes der elek­tromagnetischen Anziehung. Durch feine Studien über die gegenseitige Beeinflussung zweier Ströme nach Richtuna und Intensität wurde er der Schöpfer der Elektrodynamik: die Ampöresche Tafel toirb noch heute zu den ent­sprechenden Beobachtungen gebraucht. Am 10 5 1836 starb er auf einer Inspektionsreise

bedienten Sender kleinerer Orte den großen Tele- ?raphenäintern auch gleich Siemenslochstreifen iefern und auch ihrerseits statt des Gebens von Hand mit Lochstreifengefüttert werden können, die auf einem Schnelllelegraphen angekommen sind. Dadurch werden in kommender Zeit das langwierige Ilmtelegraphieren von Hand und die damit durch das Einschalten von Menschen be­dingten Telegraphierfehler so gut wie ganz ver­schwinden.

Freilich so einfach wie der alte ehrliche Morse sind solche neuzeitlichen Apparate nicht mehr: Aus einem kleinen bescheidenen Ahrwerk mit einem einzigen Elektromagnetchen. das von einigen galvanischen Elementen erregt wurde, ist eine große, stolze, aus dem Starkstromnetz ge­speiste Maschine mit Elektromotoren, umlaufenden Armen. Relais und Kondensatoren geworden aber das ist eben zur Bewältigung des Verkehrs genau so notwendig wie der Ersatz der engen Postkutsche durch den geräumigen v-Zug mit einer gewaltigen Turbinenlokomotive von zwei­tausend Pferdestärken, die ihn künftig schneller als im Hundertkilometerstundenmaß von Stadt zu Stadt eilen läßt!

Was bringt die Technik 1925?

Bon Dr. Helmut Thomasius.

Das Jahr 1925 fällt in einen Zeitraum tech­nischer Hochspannung. Der bekannte Physiker Rudolf M e w e s hat in gründlichen Unter­suchungen dargelegt, daß es im Geben der Mensch­heit sogenannteGeistesperioden" gibt und hat des weiteren, indem er bei seinen Forschungen bis an die Grenze des geschichtlichen Zeitalters zurückging, die Theorie auf geteilt, daß diese Pe­rioden höchster geistiger Leistungen mit gewissen Veränderungen auf der Sonnenobcrfläche zu­sammenfallen. Sie dauern im allgemeinen elf Jahre, worauf ein weiterer Zeitraum von elf Jahren kommt, während dessen die geistige Lei­stung bis zu einem Minimum ab nimmt. Daß ein enger Zusammenhang zwischen Sonnenflecken und erdmagnetischen Strömungen vorhanden ist, wurde schon längst nachgewiesen. Ob nun aber die Veränderungen der erdmagnetischen Strö­mungen auch die menschliche Geistestätigkeit in günstigem oder ungünstigem Sinne beeinflussen vermögen, bedarf noch der Aufllärung. Sei dem wie ihm wolle: An der Tatsache kann nicht ge­zweifelt werden, daß wir uns gegenwärtig in einer Periode technischen Aufschwungs befinden, dessen Kurve vielleicht im Jahve 1925 ihren Kulminationspunkt erreicht.

So darf man also diesem Jahre mit berech­tigten Hoffnungen entgegensehen. Der Erwar­tungen gibt es ja gerade auf technischem Gebiete wahrlich genug! Im Vordergründe des Inter­esses steht gegenwärtig in alten Ländern der Welt das Problem des Fernsehens. Mit Silfe der elektrischen Wellen ist es uns im Jahre 1924 gelungen, die menschliche Stimme über die Weite des Ozeans hinüber zu senden und sie in fremden Erdteilen vernehmbar zu machen. Wird es uns im Jahre 1925 glücken, auch unseren Blick in solche Fernen zu richten und Vorgänge im vollsten Sinn des Wortesmit eigenen Augen" zu ver­folgen. die sich in den Großstädten Amerikas, in den Wüsten Jnnerasiens oder im australischen Buschland abspielen? Schon 1924 verging kaum eine Woche, wo nicht irgendeine Zeitung^ in erster Linie natürlich eine amerikanische, die Rach- richt brachte, daß es diesem oder jenem Techniker gelungen fei, die Frage des Fernsehens zu lösen. Allüberall, in Deutschland, in Italien, in Frank­reich. in England, in Amerika beschäftigen sich die hervorragendsten Techniker. Männer mit glänzendem Ramen, mit dieser Frage. Jeder Tag. jede Stunde kann die Erfüllung bringen, ja noch mehr: diese Frage ist eigentlich schon gelöst. Sie stellt gegenwärtig weniger ein technisches, als vielmehr ein finanzielles Problem dar. Ein ge­waltiger und kostspieliger Apparat ist nötig, ein Apparat, der Taufende von elektrischen Wellen verschiedener Länge gleichzeitig aussendet. In dem Augenblicke, wo die Summen zum Dau dieses Apparates zur Verfügung stehen, dürften wir imstande sein, Vorgänge im gleichen Augen­blick zu beobachten, in dem sie sich an einem weit entfernten Orte abspielen. Wenn also im Jahre 1925 einesMedicäers Güte" der Technik leuch­ten wird, dann wird dieses Jahr in ihrer Ge­schichte auf ewig eine ruhmvolle Rolle spielen. Die Annalen werden melden, daß in ihm das Fernsehen zur Tatsache wurde!

Wie men sieht, wird das Fernsehen nur durch die Fortschritte der Radiotechnik ermög­licht werden. Diese Fortschritte werden sich aber, und zwar voraussichtlich im Laufe des Jahres 1925, auch nach verschiedenen anderen Richtungen auswirken. Vorbereitungen sind im Gange, die es ermöglichen sollen, amerikanische Sender auch in Europa vernehmbar zu machen. Man kann

die Pariser Oper bereits in London abhören. Da­von Rauen täglich ausgesandte Zettsignal dient dazu, um im Sudan die ilbrcn der dort befind­lichen Forschungsexpeditionen richtig zu stellen So wird es voraussichtlich im Jahre 1925 dazu fommmen, daß ein einziger Mann imstande fein wird, zu der ganzen Menschheit zu sprechen, und daß ungezählte Mlllionen von Hörern seinen Worten lauschen. Ein Austausch von kulturellen Gütern wird unter Vermittlung der elektrischen Wetten stattfinden, wie ihn selbst die Erfindung der Duchdruckerkunst nicht hervorzubringen ver­mochte. Die literarischen und künsfler schen Lei­stungen eines jeden Volkes werden allen andern Völkern in einer Weise Angängig gemacht, die in bezug auf Llnmittelbarkett nicht mehr über­troffen werden kann. Eine einzige elektrische Welle wird um den ganzen Erdball Herumfluten und alle illjren richtig stellen. Kein Ort mehr auf der ganzen Welt, der nicht an "Den oegjiungen der Kultur teilnehmen konnte. Im Eise der arktischen Meere, im entlegensten Gebirgsdorf, in der Wette des Ozeans wird man den Stimmen der bedeu­tendsten Gelehrten, wird man den berühmtesten Sängern, wird man den Klängen der schönsten Opern lauschen.

Die Fesseln aber, die Raum und Zett der Menschheit auferlegten, dürften sich gerade im Jahre 1925 in einem Umfange und in einem Aus­maße lösen, durch die alle Erwartungen über­troffen werden. Der ruhmreiche Flug des Z. R. HI" über den Ozean stellte den Auftakt zu einer neuen Entwicklung des Verkehrswesens Dar. Der Vertrag von VrsailleS gestattete für dieses Luftschiff nur Abmessmr gen wie sie bereits bei einem seiner Vorgänger dagewefen waren. Schon beginnt in Amerika unter deutscher Geltung die neue Werft zu erstehen, auf i'cr während des Jahres 1925 jenes Luftschiff gebaut werden soll, das dem Geiste der Konstrukteure desZ. R.lll" eigentlich vorschwebte. Ein Gigant des Lustnreers wird sich zu lichten Höhen erheben, ein Bahn­brecher des Verkehrs der Zukunft unö ein neuer Künder deutschen technischen Ruhms! In heut« noch unwahrscheinlich anmutend iurzer Zeit wird er den Flug über den Ozean zurücklegen, der zugleich die Eröffnung des regelmäßigen Luft­verkehrs zwischen den Kontinenten darstelltzn wird. Man rechnet damit, daß ein solches Luftschiff im Jahre vierzig Flüge hin unö zurück macht. Stürme werden ihm derZ. R. IN" hat es ja bewiesen nichts anhaben, er überwindet fie spielend. Jede Gefahr ist ausgeschlossen, wird doch die Füllung anstatt mit dem leicht brennbaren Wasserstoff mit dem saft ebenso leichten unver­brennlichen Heliumgas erfolgen, das in Amerika in Form natürlicher Gasquellen aus der (3rb< entströmt.

ilnb die Geschwindigkeit des Flugs'? May wird wohl mtt 200 Kilometern in der Stunde uni vielleicht mit noch mehr rechnen dürfen. Dies wttd jedoch nicht die höchste Geschwindigkeit sein, die das Jahr 1925 dem Menschen zur Verfügung stellen wird. In den letzten Wochen des Jahres 1924 sind Flugzeuge ausge stiegen, die mit einer* Geschwindigkeit von 450 Kilometern in der Stundv und darüber das ßuftmeer durcheilten. Die Tech­niker sind sich jedoch darüber klar, daß damit die höchste Leistung noch nicht erzielt ist. Reu« fruchtbare Gedanken in bezug auf die Kon­struktion von Motoren werden sich im Jahre 1925 auswirken, und so erscheint es nicht ausgeschlossen, daß man in feinem Verlauf vielleicht auf sechs­hundert oder siebenhundert Kilometer in bet Stunde, ja unter Umftänben noch darüber hinaus kommt. Der Mensch braucht dann die Schwalb« nicht mehr zu beneiden, die in ben ersten Früh­lingstagen ihren Flug nach Rorden lenkt, um sich nach ihrem Reste umzusehen. Sobald das Wetter umschlägt und die Sage kühler werden, fliegt sie mit einer Geschwindigkeit von etwa vierhundert Kilometern in der Stunde wieder nach dem Süden, nach Gegenden voll Licht, Sonne und Wärme. In zwei bis drei Stunden ist sie dort. Was die Schwalbe kann, wird von 1925 ab auch dem Menschen möglich sein!

Was aber nützen diese Aussichten, wenn bia Menschheit hungert und von Krankheiten heim­gesucht wird? Die Fortschritte der Hygiene Haden bewirkt, daß die Sterblichkeit zurückging und die durchschnittliche LeoenSdauer beträchtlich anstieg. Das bedeutet einen erhöhten Bedarf an Rahrung, den in vielen Gegenden der Boden nicht mehr zu liefern vermag. Auch hier dürfte die Technik während des Jahres 1925 durch den Ausbau neuer verheißungsvoller Wege Abhilfe schaffen. Aus den Hochöfen der Hüttenwerke und aus zahlreichen sonstigen technischen Neuerungen ent­strömen ununterbrochen Gase, die reich an Kohlen­säure sind. Einst eitthielt die Atmosphäre bei Erde beträchtliche Mengen dieser gasförmige, Verbindung des Kohlenstoffs. Da gediehen alb überall in einer Periode der Erben tstehung die man heute alsCarbon" bezeichnet riesig« Bäume und Farne, es ergab sich eine lleppig» MWUM-TI will nun I will nw

Gewinnung Les Schwefels.

Es ist noch wenig bekannt, wie der Schwefel heute, wenigstens in Louisiana (Nordamerika) getooimen wird. Der in anderem Gestein vorkommende reine Schwefel wird aus ihm durch Ausschmelzen gewonnen, da er schon bei 120 Grad schmilzt. Man schichtet die Gesteine gemeinhin zu Hausen auf und zündet den Schwefel an, indem ein Teil verbrennt, bringt er dadurch den Rest zum Schmerzen: aber dieser so gewon­nene Rest beträgt nur 30 bis 40 Proz. Das ist natürlich sehr unrationell. In Louisiana liegen die Schwesellager nun 200 Meter unter der Erd­oberfläche, und da kam man auf ein sehr sinn­reiches Verfallen, den Schwefel tief unten von oben her zu schmelzen und auch heraufzubeför- bem. Man macht ein Bohrloch und treibt in dieses eine Röhre von etwa 30 Zentimeter Durch­messer ober vielmehr ein System aus drei kon­zentrischen Röhren: Die innerste ist von einem mittleren Hohlring umgeben, und dieser wieder von einem äußern. Zunächst wird nun durch das äußere Ring-Rohr überhitzter Wasserbampf nach unten getrieben, der dort in der Tiefe ben Schwefel zum Schmelzen bringt Ferner wirb purch das Jnnenrohr Preßluft hinuntergeführt, die dann mit dem geschmolzenen Schwes^ durch das mittlere Ringrohr wieder nach oben steigt. Ein Bohrloch kann auf diese Weise 100 Tonnen Schwefel an einem Tag liefern. Das ist sehr viel, und so ist denn die Schwefelförderung in Loui­siana nach dieser Methode gegenüber der alten in Sizilien gewaltig gestiegen: 1911 wurden dort 200 000 Tonnen, hier 456 000 Tonnen gewonnen,

im Jahre darauf dagegen bort 800 000 Tonnen und hier 447 000 Tonnen. Das Verhältnis wird sich heute wohl noch mehr zuungunsten Siziliens verschoben haben. ;

Der Weburistag der Bakterien.

Bakterien und Infusorien feiern im Jahre 1925 ein Jubiläum: Vor 250 Jahren hat sie der Holländer Leeuwenhoek ans Licht gezogen, nachdem sie bis dahin ein der Menschheit völlig unbekanntes Dasein geführt hatten. Da sie mikro­skopisch klein sind, war zu ihrer Entdeckung erst' einmal die Erfindung des Mikroskops nötig. Zwar kannte man die Glaslinse und ihre Wirkung schon lange, aber erst dem Holländer Jansen gelang es 1590, die letztere durch Zusammen­setzung mehrerer Linsen zu verstärken: 1660 ent­deckte bann Hooke die Pflanzenzelle und nun folgten zahlreiche weitere Entdeckungen, 1675 also die der Bakterien und Infusorien. Man mache sich einmal Rar. was dies für die damalige Menschheit bedeuten mußte, war es doch geradezu eine neue Welt, die sich ihr damit erschloß, die' unsichtbare Welt des Wassertropfens, und wie mußte die Menschen der Gedanke packen, mit einem Schluck Wasser vielleicht viele Millionen von Lebewesen in sich auszunehmen ober mit dem Wegwischen eines Tropfens das Geben Tau­sender zu vernichten. Heute ist der Gedanke all­täglich geworden. Lind welch eine gewaltige Zu­nahme der Erkenntnis dieser kleinsten Wett oes Lebens liegt zwischen jenem großen Augenblick, da Leeuwenhoek in sie ben ersten Blici -oarf, und heute! ilebrigenä wurden i i demselben äabr auch dieSamentierchen" von Hamm entdeckt.