zum
krankheitshalber zurücktretenden Thorsson Finanzminister.
Der frühere General Kuropatkin, der russische Höchstkonrmandierende im russisch-japani- schen Kriege, ist in Shemtschurin, im Gouvernement Pskow, im 80. Lebensjahre gestorben.
einem 3d^r uw der rom.nuniflische Antrag auf Amnestie politischer Gefangener.
Kleine politische Nachrichten.
Der ehemalige liberale Premierminister Asquith hat die ihm angebvtene Würde eines Peers mit dem Titel eines Graf-en von Oxford angenommen. Der Kön g b lligte die von Baldwin vorgeschlagene Ernennung in Anerkennung der außerordentliche Verdienste von Asquith.
Aussagen einer- Kartenlegerin in EverS- walde. Die Gutsbesitzerin lieh sich wenige Tage vor dem Verbrechen bei ihr die Karten legen und erhielt die Auskunft, dah sie in kurzer Zeit ihren Gatten verlieren werde. Hierüber zeigte sich die Gutsbesitzerin sehr erfreut und fragte die Kartenlegerin, ob sie den bevorstehenden Tod nicht noch beschleunigen könne. Diese Vorgänge wurden der Staatsanwaltschaft bekannt. In einem Verhör erklärte die Kartenlegeri,r, daß ihr die Gutsbesitzerin in dieser Woche einen größeren Geldbetrag gab, damit sie über die damaligen Vorkonnnnisse nicht sprechen sollte Die Gutsbesitzerin und der Inspektor gestanden beide jetzt, nachdem sie in einem Verhör in Widersprüche verwickelt worden waren, ein, den Mord begangen zu haben. Marquardt will die Tat begangen haben, weil der Ernrordete feine Frau schlecht behandelte.
Der Bräutigam als Mörder.
In Lychen in der Mark wurde gestern mittag die erwachsene Tochter Minna der Witwe Fehler von ihrer Mutter ermordet im Bett aufgefunderr Als der Mörder wurde der Bräutigam der Ermordeten ermittelt und in Fürstenberg verhaftet. Auf dem Transport legte er ein Geständnis ab. Er will die Tat begangen haben, weil das Mädchen sich weigerte, ihn zu heiraten.
Der Mord in Sardinien.
Das städtische Volksbad wird am Mittwoch das Dampf- und Heißluftbad neu er- bffnen. Die Badezeiten werden im heutigen Anzeigenteil mitgeteilt.
. ** P V sonalien. In den Ruhestand tritt auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze am 1. Februar der Staatsrat im Ministerium der Finanzen und Vorsitzende der Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung in diesem Ministerium Landsorstmeister Friedrich Ioseph. Auf fern Rachsuchen tritt mit Wirkung vom I. April an der Amtsarzt Dr. Otto Martin zu Offenbach in den Ruhestand. — Ernannt wurden der Schulam'sanwärter Heinrich Schäfer aus Harheim, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Friedberg: der Schulamts- anwärter Iohannes Lachmann aus Pfordt, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Sandlofs, Kreis Lauterbach: der Schulamtsanwärter Ernst Gilbert aus Hanau zum Lehrer an der Volksschule zu Metzlos, Kreis Lauterbach: der- Schulamtsanwärter Otto Schwarz aus Trais-Horloff zum Lehrer an der Volksschule zu Rudlos. Kreis Lauterbach: dec Schulamtsanwärter Philipp Mahler aus Mühl- Henn zum Lehrer an der Volksschule zu Helden- bergen, Kreis Friedberg: der Lehrer Karl Hem- bes zu Dockenrode, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Seligenstadt, Kreis Offenbach a.M.
- Vom Bund der Auslanddeut- schen w'.rd uns geschrieben: Zu den Reichsdeut- fchen. die durch den Kriegsausbruch und die Kriegsereignisse mit am härtesten getroffen worden sind, gehören unbedingt die Auslanddeut- fchen. Vertrieben von Haus und Hof kehrten sie, oft erst nach jahrelanger Internierung, bettelarm in die He'mat zurück und hofften dort eine Ent- schäd'gung und damit W'ederauVaum"gich eit zu erhalten. Sie warten heute noch vergebl ch. Viele von ihnen sind in der Zwischenzeit krank, erschöpft, mittellos, alt dahingestorben. Es mutet geradezu grotesk an, wenn man beachtet, wie die Ausland: eutschen, deren Berm-gen I qirbiert worden sind, M't 1(6 b s v.» Prozent ihres liquidierten Friedenswertes entschäd'gt werden, während der gesamte Liquidationserlos dem Reich gutgeschrieben wird. Auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom 13. Ianuar 1923, eme von der Re.chsregierung ohm- M tw rkung des Reichstags beschlossene Gesetzgebung, w rd für den durch Verdrängung verlorengegangenen Hausrat nur e ne Entschad gung von h chstens 1250 Mart und für verlore-'g-gangene D ru'sgegenstände eine solche von höchstens 1500 Mark gewährt. Bei Zusammentreffen der beiden Schadensarten c ne Höchstentschad gung von 2000 Mark. Wenn man dem oic letzt bekanntgew-'rdene Entschädigung der Rhein- und Ruhrgeschädigten, die bei Verlusten bis 5000 Mark sofort Doll und darüber hinaus, ohne Höchstgrenze, mit 75 Prozent entschädigt werden, und wenn man weiter berücksichtigt daß deren Schäden 1923 entstanden s nd. währ'nd d e Auslanddeutschen bereits zehn Iahre auf ihre Entschädigung warten, dann kann man sch vorstellen, wie diese unterschiedliche Behandlung von Re.chsa -gehör gen, d e weder aus p I tischen, noch moral fchen, noch sozialen Gesichtspunkten gerechtfertigt ist, unter den Auslanddeutschen zu einer maßlosen Erb tterung geführt hat, denn die Rot unter ihnen ist grenzenlos. Mit dem Vermögen der Ausland deutschen ist die erste Rate der Kriegsentschädigung an die Entente g za^lt worden, ihr Rechtsanspruch ist also unerschütterlich. Der Ruf nach einer endgültigen, gesehl ch n Entschädigung wird immer lauter, sie wird kommen müssen, nicht nur im Interesse der Erhaltung des Staatsgedankens und im Interesse der Erhaltung des Gedankens einer deutschen Volksgemeinschaft. sondern ganz besonders auch aus re n Prakt fchen, w rtscha tlichen Erwägungen heraus, denn man w'rd die gerade in den Kreisen der Auslanddeutschen jetzt noch brachliegenden wertvollen und wertvollsten Kräfte be'm We- deraufbau unsere- Landes nicht nur nicht entbehren können, sondern ihrer sehr dringend bedürfen. Der Bund der Auslanddeutschen ruft seine Mitglieder zu dem Kampf auf, der für die Crre chung seiner Ziele jetzt wieder neu einsehen i iß und ladet alle Auslanddeutschen zu einer Versammlung ein. die sich mit der Reu- grundung der Ortsgruppe Gießen belassen soll. (Räheres im Anzeigenteil der heutigen Rümmer.)
® ■e t,u.r ßeilbewegung im Film. Es gibt wohl kein besseres Mittel, weite Kreise für eine coache zu interessieren, als die Vorfüh- ?"g Praktischer Arbeit im Film. Dies hat auch der piefige Raturheilverein erkannt und betätigt, indem er den Film der deutschen Ra- turheilbewegung weiten Kreisen zugängig machte. Dor der Vorführung benutzte der 2. D< .-sitzende,
Der schwedische Ministerpräsident Dran- tin g hat den Vorsitz im Kabinett abgegeben, bleibt aber weiterhin Mitglied der Regierung. Sandler wurde zum Ministerpräfiden- t e n ernannt und Wigforh an Stelle des
3u dem achtfache n Morde in Iezzo in Sardinien wird berichtet, daß zwischen dem ermordeten Tischler Boi und seinem Verwandten namens Serian und einem Fleischhauer Orru feit längerer Zeit Streit bestanden habe. Diese sind unter dem schweren Verdacht, die Tat begangen zu haben, verhaftet worden. Wie man toeiter hott, über f ielen gegen 1 älhr nachts oie Mörder die Familie und töteten den Mann, seine Frau, seine vier Kinder, sowie die Schwester Bois und seine betagte Mutter mit Hammerschlägen und Dolchstichen. Hierauf schnitten sie in die Stinck Bois ein Kreuz hinein. Das älteste Kind lag auf der Schwelle. Es ist offenbar auf der Flucht niedergemacht worden, lieber die näheren Ursachen ist noch nichts bekannt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. Ianuar 1925.
" Die Indexziffern. Die auf den Stichtag. 21. -oanuar, berechnete Großhandelsindex z i f f er des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stand am 14. Ianuar mit 138,9 unverändert. Gesunken sind die Preise für Gerste, Kartoffeln, Schmalz. Fleisch, Milch, Baumwolle, Iute und am meisten Nichteisenmetalle. Hoher sagen dagegen die Preise für Roggen, Weizen, Hafer, Hopfen, Baumwollgarne, Aluminium und Gasöl. Don den Hauptgruppen blieben Lebensmittel mit 138,3 (Dorwoche 138,1) nahezu unverändert, während die Industriestoffe von 140,3 auf 140,0 (also um 0,2 Prozent) nach- gaben. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (ErnL')ru-g,Wohnung. Heizung, Beleuchtung und D.kleidung) für den 21. Ianuar blieb nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts gegenüber Ser Vorwoche (124,0) ebenfalls unverändert.
D i e Sonnenfinsternis, die als seltenes Raturschauspiel am Sam'stagnachmittag mit Spannung erwartet wurde, konnte von hier aus leider nicht beobachtet werden. Der Sonnen- schein, der kurz nach der Mittagsstunde das Ge- wöll durchbrach, veranlaßte viele, schleunigst die Waffen zu rüsten, d. h. Gläser zur Beobachtung zu schwärzen. Iedoch die Mühe war vergebens, denn schon kurz nach 3 Uhr wurde der Helle Himmel wieder trüber, und gegen 4 Uhr zogen schwere Wollen herauf, denen sich später zeitweise auch noch Rebelbildungen zugesellten. Unter diesen Umständen blieben wir hier vor dem gc- fchlossenen Vorhang fitzen.
** Das Landesfinanzamt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß mit Wirkung vom 1. Ianuar ab die Verwaltung mehrerer Steuern bei einem Finanzamt zusammengefaht ist. Für die Finanzämter Oberhefsens kommt das Finanzamt Gießen in Betracht. Man beachte die Anzeige.
-atgtecintg yvcyne Anerkennung fitr vas Zustandekommen d«S bedeutungsvollen Vertrages, von dem er überzeugt fei, daß er mit Hilfe des Allmächtigen zum Wohle des Bayernlandes gereichen werde. An den Papst hat Ministerpräsident Dr. Held folgendes Telegramm gesandt:
Euer Heiligkeit habe ich die hohe Ehre, alleruntertänigst zu melden, dah Seine Eminenz, der apostolische Runtius Msgr. P a c e l l i soeben mit mir m Gegenwart sämtlicher Staatsminister die Ratifikationsurkunden zum Konkordat ausgewechselt hat. Euer Heiligkeit bitte ich, in diesem historisch bedeutungsvollen Augenblick des Inkrafttretens deS neuen Konkordats, das mit Gottes Hilfe der Kirche wie dem Staate zu dauerndem Segen gereichen wird, erneut das Gelöbnis unwandelbarer Treue und inniger, kindlicher Liebe entgegennehmen zu wollen.
Frankreich und der Vatikan.
Paris, 26. Ian. (TU.) »Rew Bork Herald" trfährt aus Rom, dah der Papst mit Rücksicht auf den bevorstehenden Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und dem Datllan Vorkehrungen trifft, das französische Protektorat über die katholische Mission im Orient einem ander en Staat zu übertragen. Von einer dem Vatikan nahestehenden Seite erfährt der „Rew Dort Herald" außerdem, daß die Behauptung Herriots. der französische Vertreter in Syrien und Palästina sei von der Mission nicht gebührend empfangen worden, unrichtig ist. Es wird vielmehr darauf hingewiesen, daß General S a r r a i l alle Empfangsfeierlichkeiten a b gelehnt habe.
Die preußischen Kirchenwahlen.
Berlin, 26. Ian. (TU.) Am Sonntag haben in der evangelischen Kirche der älteren preußischen Provinzen die Reuwahlen zu den evangelischen Gemeindekörperschaf- ten stattgefunden. Es waren Sie ersten Kirchen- Wahlen seit dem Inkrafttreten der neuen Kirchen- üerfaffung, die zugleich indirekt über die Zusammensetzung der Provinzialshnode und der Generalsynode -entscheiden, in deren Händen die Berufung der leitenden Männer und
die innere Reugestaltung der Gesamtkirche gelegt sein wird. In Groß-Berlin hat in fast der Hälfte der Gemeinden, in Denen nur ein Wahlvorschlag eingereicht war, ein besonderer Wahl- flfcing nicht stattgefunden. Auffallend ist, dah sehr viele Frauen gewählt sind. U. a. sind gewählt die Universitätsprofessoren S. I. Schmidt und D. D e i h m a n n, der neue Reichswirtschaftsminister Dr. Reuhaus, Regierungspräsident von Gersdorff, Bürgermeister Berndt. 3n den übrigen Gemeinden war Die Wahlbeteiligung recht lebhaft. Sie steigerte sich an einzelnen Stellen auf t0 bis 75 Proz. Rach den bisher vorliegenden Ergebnissen sind 393 Positive. 145 Liberale, 1 Bund für deutsche Kirchen, 9 Kirchliche Arbeitsgemeinschaft und 4 Religiöse Sozialisten gewählt.
Unterdrückung des Deutschtums in Tirol.
Innsbruck. 26. Ian. (TU.) Die italienischen Behörden haben in einer völlig deutschen Gemeinde Südtirols einen von den deutschen Eltern, deren K »der die italienische Schule regelmäßig besuchen, eingerichteten deutschen Sprachkurs gewaltsam schließen lassen. Ferner wurde in Girlan ein d mitscher Kinderhort und in Immichen eine Klnderspielstube gewaltsam geschlossen.
Verhaftung deutscher Parteiführer in Südslawien.
Belgrad, Z\. Ian. (TU.) Wie der .Kreuzzeitung" aus Rovirurbas gemeldet wird, wurde Der Dortige Präsident Der deutschen Partei sowie zwei weitere Parteiführer verhaftet. Sie tourDcn beschuldigt SU der Raditschpartei Beziehungen unterhalten zu haben. Bei den Verhafteten wurden Haussuchungen vorgenommen. Die Verhafteten sind Der Gerichtsbehörde übergeben worden. Tw kroatischen Mitglieder der Regierung P a s i t s ch , Handeisminister Dr Sumin und Minister ohne Portefeuille Dr. Trenkowitsch sind wegen ihres Vorgehens gegen die Radttschpartei zurückgetreten. Pasttsch wtrd vom König empfangen werden.
Die Spanier
in Marokko erfolgreich.
Paris, 23. Ian. (TU.) Rach einer Agen- turmelbung auS Tanger Dauert Die Deschie- nung Der Küstenbefestigungen Der an tj er aß durch spanische Kreuzer an. Sie Spanier haben gestern früh erneut d i c 5'ront Der Aufständischen angegrif» cn, sie an verschiedenen Stellen eingedrückt und feindliche Stellungen besetzt. Rach lern »Petit Parisien" haben sich neue Stämme fegen Abd el Krim erhoben.
Revolution in Chile.
Reuyorl. 25. Ian. (TU.) Wie aus San Jage De Chile gemeldet wird, ist Die Regie- rungd junta durürfgetreten, nachdem ntte Gruppe jung?r Offiziere Den Monedapalast )en Sitz Der höchsten Behörden, besetzt und Trup- oen den Palast umzingelt haben. Premierminister Altamirano wurde verhaftet. Eine neue Regierung ist gebildet worden. Der vor einigen Wochen ins Ausland geflüchtete Präsident A l l e- andri ist dringend aufgeforbert worden aus Staken zurückzu kehren und Die Präsident- chast wieder zu übernehmen. Zu Ausschreitungen tst es nicht gekommen. Es ist noch, nicht bekannt ob Die ganze Armee hinter der Revolte Der jungen Offiziere steht.
Das Programm des Hessischen Landtags.
Darmstadt, 24. Ian. (TU.) Der Hessisch e L a n d t a g tritt zu se ner zweiten Sitzung am Donnerstag. 29. Ianuar, vormittags 11 Uhr. zusammen. Auf der TagesOrdnung stehen U-a.: Wahl des Staatspräsidenten, Best rnmung Der M tglicDer a'l deS Gesamtministeriums: ferner Die Regierungsvorlage Absin - Dung des ehemaligen Großherz ogs: ferner zwei Anträge über Erlaß von rechtskräst g gewordenen Haft- und Gefängnisstrafen bis zu
Aus aller Welt.
Die Sonnenfinsternis in Amerika
Auf dem Luftschiff „Los Angeles" wurde mit vier astronomischen Apparaten und achtzehn Photographen die Sonnenfinsternis fest- gehalten. Ferner wurden zwei Filmaufnahmeapparate und ein Spektogroph benutzt. Das Gebiet, in Dem die Sonnenfinsternis eine totale war, befand sich 18 Meilen östlich von Montauk- Point, in welcher Gegend das Luftschiff 2000 Fuß über Den Wolken leicht und ohne Schwierigkeiten operierte. In Reuyork und in Reu-England wurde Die Sonnenfinsternis unter idealen Bedingungen beobachtet. In Michigan und Ontario machten niedrige Wolken die wissenschaftliche Beobachtung unmöglich. In dem Augenblick, als um 9,11 Uhr eine mitternächtliche Dunkelheit, begleitet von einer wundervollen Sicht auf Die Korona, über Die Stadt hereinbrach, jubelte die Menge Der Beobachter auf Den erhöhten Punkten unD Hügeln. Schon in Den frühen Morgenstunden setzte eine wahre Völkerwanderung nach Den Außenbezirken der Stadt ein. Die Untergrundbahnzüge waren überfüllt. Sie konnten den Verkehr kaum betoä- tigen. Um 9 Uhr etwa begann das wunderbare Aaturschauspiel.
Um 9.11 Ahr war die Sonne vom Schatten des Mondes bolßommen bedeckt.
Schon nach wenigen Augenblicken trat der Mond aus Dem Strahlenkreis heraus. Die Sonnenfinsternis war von glänzendem Wet- t e r begünstigt. Der Himmel war vollkommen klar. „Los Angelos" stieg bis 8 000 Fuß auf, um dort seine Beobachtungen vorzunehmen. Vom Luftschiff eingetroffene Funtsprüche besagen, daß während Der etwa 2 Stunden DauernDei« totalen Finsternis keine Wolke den Himmel bedeckte, und daß die Beobachtungen außerordentlich erfolgreich waren. Auf Dem Hapag-Dampfer „Liguria" konnte von den Astronomen der Hamburger Sternwarte, Professor Schorr unD Dr. Baade, auf 49Grad Brüte und 28 Grad Länge bei wollenlosem Himmel vortrefflich beobachtet werden. Die Son- nenkorona hatte eine ausgesprochen strahlige' Struktur bis über 1 Grad Abstand vom Sonnenrande.
Batt in der Staatsoper.
Der von der Generalverwaltung der Preußischen Staatstheater im staatlichen Opernhaus Unter den Linden veranstaltete O p e r b a l l 1 9 2 5, Der die Tradition Der alten Subskriptions- bälle wieder aufnahm, unD dessen Reinertrag zur Begründung einer Pensionsanstalt der preußischen Staatstheater bestimmt war, verlief in jeder Hinsicht glänzend. Der Ball, Der, was Die elegante Damenwelt anbelangt, im Zeichen Der weißen Perücke des Rokoko stand, vereinigte die erste Gesellschaft Berlins. Unter den Gästen bemerkte man die Chefs Der Heeres- und 9Rarine- kitung, General von Seeckt und Admiral Zenker, verschiedene Minister des Reichs und Preußens, Den Reichsbankprästdenten Dr. Schacht, Staatssekretär Dr. Meißner als Vertreter des Reichspräsidenten, zahlreiche Mitglieder der Diplomatie und Die Spitzen Der literarischen und künstlerischen Berlins, sowie Der Hochfinanz, Der Industrie und des Handels.
300 000 Franken Entschädigung an Frau Dr Helfferich.
Aach einer Meldung Der „Rationalzeitung" tst zwischen Den schweizerischen Bundesbahnen Witwe des früheren Staatsministers Dr. Helfferich über die Entschädigung infolge des Todes Dr. Helfferich bei dem Eisenbahnunglück von Bellinzona eine Einigung zustandege- tommen. Die Bundesbahnen zahlen an Frau Dr. Helfferich nicht etwa eine Pension, sondern eine Entschädigung von 300 000 Franken. Scharfe Maßnahmen gegen Weber und Genoffen. _r?crIin’ 241 Oa7t (Wolff ) Die zum We« berschen Konzern gehörigen Deutschen Spirituosenwerke und die Spirituofen- vevtriebsgesellschaft Weber L Co wurden durch Beschluß des Wuch^rgerichts beim Polizeipräsidium Berlin geschlossen Die Handelserlaubnis wurde Di f?n Firmen dauernd entsogen; Die betroffenen Betriebe müssen vom nächsten Montag ab geschlafen bleiben. Es ist erünefen. Daß der Reichsfiskus unter Bei- ailfe ungetreuer Zollbeamten um enorme Sum- men 001^41 bigt wurde: ferner ist festgestellt baß dte Leckung Der Deutschen Svirituosenwerk \?e£e Verstoße gegen die Vorschriften des Monopols beging. Die Schließung weiterer Betriebe die zum Webertonzern gehören, erscheint unter- mtrfl mtf bald
5 Deschaftsgebahren dieser Betriebe ?1V der Deutschen Spiri- tuosenwerke wurden b e -s ch l a g n a h m t. In den Werken arbeiten etwa 100 Angestellte unD in den Konzernbetrieben ist ein Vielfaches dieser Zahl von Angestellten beschäftigt.
Aufgeklärter Mord.
Im Oktober vorigen Iahres wurde der De- sther eines Rittergutes bei E b e r s w a l d e lur Rachhzeck auf dem Hofe von unbefaimten Tätern C 0 Vc nv Dse Leiche war in die Scheune d'eso dann angezündet worden. Die Ermittelungen der Staatsanwaltschaft führten nun dazu, daß Dte eigene Ehefrau des Er> 45? der auf Dem Gute beschäftigte v?TirqUasbt unter Moidv^rdacht mbaftet wurden, und zwar auf Grund von
Die „Buckau" in Danzig.
Das Rotorschiff „Buckau" ist gestern abend mit emer Ladung Koks von Kiel kommend in Re u f a h r w a s s er eingetroffen. Für heute und die nächsten Tage sind bei günstiger Witterung Vorführungsfahrten in See geplant. Die „Buckau" Üürd voraussichtlich bis Anfang Februar hier bleiben und dami mit einer Ladung Holz nach Schottland Weitergeheri.
HUfe bei Schiffsuntergängen.
Wie aus Bregenz berichtet wird, fanden gestern auf Dem Bodensee Versuche mit einem Apparat statt, Durch Den das Sinken von Schiffen verhindert werden soll. Der Lronstrukteur. Ingenieur Liebet tau, versenk.'e ein Versuchsboot mit einer Belastung von 300 Kilogramm, nachdem er Den Apparat so eingestellt hatte, dah das Boot nach seinen Versiche- rungen in einer Stunde von selbst wieder an Die Oberfläche des Wassers erscheinen muhte. Wenige Minuten nach der angegebenen Zett tauchte das Doot auch wieder auf. Es handelt sich um emen Apparat. Der das in das Schiff eingedrun- gene Wasser wieder verdrängt
Schisfskalastrophen.
Rach soeben eingelaufenen Meldungen sind bet zwei Schiffsratastrophen dreizehn Men- schenleben verloren gegangen. Das britische Oeliankschiff der Red-Line „girrt“ sank am Mittwoch um Mitternacht im Bristol- Kanal. Von der neun Mann betragenden Besatzung wurde nur Der erste Offizier gerettet Der Aberdeener Fischdampfer „111 ft er“ scheiterte an Der Küste Der Grafschaft Kincardine. -Bon Der aus acht Mann bestehenden Desatzuna wurden nur Drei gerettet,
Die Beisetzung der Königin von Aeapel.
2lm Donnerstag wurde in Tegernsee die Königin Maria von Reapel beigesetzt Der Beisehungsfeier wohnten Kronprinz Rupprecht mit Gemahlin und Sohn. König Ferdinand von Bulgarien und Herzog von -Urach Der Großherzogin von Mecklenburg. Die Fürstin von Hohenzollern und eine Reihe anderer Fürstlichketten und sonstige Trauer- gafte bet
Eine Insel versunken.
Rach Telegrammen aus Lissabon ist die an Der westafrikanischen Küste liegende Reine, zu Portugal gehörige Insel Port Alexander plötzlich versunken. Ueber das Schicksal Der Bewohner ist noch nichts bekannt.
Fransfutter Neues Theater.
„Der Mann ohne Moral" Komödie von de Flers und Caillavet.
Eine bittere Komödie, hinter welcher die traurige Erkenntnis triumphiert, dah bürgerliche und höhere, gefühlsmäßige Moral zwei grundverschiedene Dinge sind. Eine menschliche Komödie, die so recht das aussichtslose Schwimmen gegen den Strom der bürgerlichen Weltanschauung veranschaulicht Dretenneau ist die langjährige Säule des Bankgeschäfts Herrer, für ihn kommt m erster Linie das Geschäft, Da geschieht das Unerhörte, er wird nach 20jähriger Ehe von seiner Frau mit einem Herrn v. Derville (An- gestellter seiner Firma) betrogen. Bor Die Wahl ^stellt, wählt Die Frau ihren Liebhaber. Er selbst findet tn Luise, ebenfalls Angestellte Der Firma Herrer, ein liebendes Herz. Drei Monate später ist er unsagbar glücklich mit seiner Leinen Luise. Da fommt Die Frau zurück. Derville hat sie an Die Luft gesetzt, sie weiß nicht wohin, hat niemand als ihren Mann Der Konflikt verschärft sich denn auch Luise hat niemand als Bretenneau^ Was soll er tun? Mit Der einen Frau hat er zwanzig Iahre, mit der anderen drei Monate zusammen gelebt. Die Güte siegt in diesem ein- Ä r€t *™t€t der Frau zwei Zimmer
im gleichen Hause, laßt sie zum Essen kommen und lebt weiter vor aller Welt mit seiner Luise Rammen. Sein guter Wille scheitert an Der QKoral Der Menschen, er ist in ihren Augen Der 6r resigniert, gibt Luise Den Abschied und lebt wieder mit feiner Frau zusammen. Innerlich gebrochen, handelt Breten- neau nach Der Moral, Die er seinem Geschäft unD Der Gesellschaft schuldig ist. Otto Walb??g Sav Diefer Mann ohne Moral, er schuf eine Gestalt skullt von reinster Menschlichkett mit ungemein warmen HerzeEonen. Die Regie Großmanns sorgte dafür, daß Der philosophische Gedanke über Dem leichteren Komödianten schwebte. l. w.


