Ausgabe 
25.5.1925
 
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Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.

Von Karl-August von Lafsert.

49 tfortlepunq ('Jiadjörucf verboten.t

Immerhin wissen wir, daß ein gewaltiges Pla­tinlager in die Hände der deutschen und russischen Unternehmer gelangt ist, das sehr wahrscheinlich früher oder später gegen Frankreich ausgenutzt wer­den wird. Einige Aussätze in der deutschen Presse sprachen bereits offen von der Möglichkeit einer auf Platin basierten Währung, die imstande wäre, die deutschen und russischen Finanzen mit einem Schlage zu heben. Offen wird Deutschland eine solche Reorganisation kaum umernehmen. Es weiß genau, daß das stets wachsame Frankreich jeden derartigen Versuch rechtzeitig unterbinden würde. Immerhin ist die Gefahr geheimer Finanzmachinationen nicht zu unterschätzen, wie cs ja auch keinem Zweifel unterliegt, daß der Sturz des Franken das Werk deutscher Hände ist. Glücklicherweise bietet der glor­reiche Friedensvertrag zu Versailles jederzeit die Handhabe, unseren Erbfeind am Boden zu halten und jeden seiner Sanierungsoersuche int Keime zu ersticken.

Aber die Deutschen beginnen klug zu werden. Alles blickt dort auf Rußland und erwartet von dem Wiedererftarken des großen Reiches fein Heil, be­sonders nachdem sich die verhältnismäßige Unge- fährlichkeit des Bolschewismus herausstellte, der nur noch die schlecht verhüllte Farce die Diktatur eini­ger Gewaltmenschen bedeute!

Deutsche Unternehmer stecken ihr Geld in ruffif*e Anlagen, deutsche Ingenieure und Arbeiter ziehen in stets vermehrter Zahl nach Rußland, wo Tag für Tag der deutsche Einfluß wächst und wo offen und versteckt in den Waffenfabriken gegen uns gerüstet wird. Aus den Putilow-Werken haben wir bestimmte Nachricht über die Bestellung von etwa 8000 Maschinengewehren eines ganz großen, neuen Modells, das nicht für die russische Armee be­stimmt ist.

Und das Geld zu allen diesen kostspieligen Rüstungen liefert die neue Nordlandkompagnie. Äls hinter den Kulissen treibendes Element dieser höchst gefährlichen Vorgänge steckt der deutsche Groß­

industrielle Hagen, ein Mann von nicht zu unter­schätzender Bedeutung. Glücklicherweise wird er von der gesamten demokratischen und sozialistischen Presse seines eigenen Landes aufs schärfste befehdet, was feinen für Frankreich unheilvollen Einfluß stark ver­mindert.

Ein weiterer besorgniserregender Umstand ist die Entdeckung der größten bisher bekannten Oel- selder in Nova Thule. Eingezogene Gutachten von Sachverständigen verneinen allerdings die Möglich­keit, dieses gewaltige Oelvorkommen auszunutzen. Der in den Zeitungen erschienene Plan eines un­geheuren Kraftwerkes in Petrolea, das Alaska und Kanaia mit elektriicyem Strom versorgen soll, wird als reine Utopie bezeichnet. Wir machten aber be- mehrfach die Erfahrung, daß deutsche Erfindungen, die als unmöglich hingestellt wurden, sich nachher doch bewahrheiteten.

Es tritt also an uns die Frage heran, wie wir einem derartigen Uebergewicht des deutschen Ein­flusses rechtzeitig begegnen können. Leider hat ja die deutsche Regierung die proklamierte Annexion von Nova Thule nicht anerkannt. Daher beschlossen die Direktoren, einen selbständigen Staat zu bilden. Die­ses an Einwohnerzahl winzige, an wirtschaftlicher Bedeutung nicht zu unterschätzende Ländchen hat jetzt sogar die Unverfrorenheit besessen, allen Regierun­gen von seiner Existenz Kunde zu geben.

Wir erhoben natürlich sofort' Protest in der Ueberzeugung, daß unser Beispiel ausschlaggebend für die Mehrzahl der übrigen Mächte sein würde. England, unser alter Bundesgenosse und heimlicher Gegner, beeilte sich daraufhin, sofort das Gegenteil zu tun, froh, uns einen Streich spielen zu können. Da sie es offen nicht wagen, gegen die größte Mi­litärmacht der Welt vorzugehen, versuchen sie, uns mit derartigen kleinlichen Nadelstichen zu reizen. Wir lassen uns aber nicht aus unserer Ruhe bringen, die auf der Ueberzeugung beruht, daß Frankreich die 'Verpflichtung hat. als ältester Vertreter der Zivi­lisation der Welt in allen kulturellen Fragen mit leuchtendem Beispiel voranzugehen. Englands Stunde wird auch noch einmal schlagen.

Jedenfalls müssen wir jede Gelegenheit ergrei­fen, eine Einmischung in die Verhältnisse von Nova Thule zu erzwingen. Der Chef unserer Luftstreit­kräfte hat die Versicherung gegeben, daß es möglich märe, mit einem starken Kampfgeschwader über dem

Nordpol zu erscheinen. Vorbedingung ist allerdings ein verhältnismäßig weit vorgeschobener Stützpunkt. Einen solchen Ort glauben wir an der Osttuste von Grönland gefunden zu haben. Es ist ein tief einge­schnittener, im Sommer eisfreier Fjord, an dem sich eine kleine dänische Niederlassung befindet. Mit der Regierung in Kopenhagen traten wir bereits in Unterhandlung, uns diesen Platz auf längere Zeit pachtweise zu überlassen. Zu Anfang des nächsten Jahres hoffen wir, mit der Einrichtung des projek­tierten Luftflottenstützpunktes beginnen zu können.

Demnächst besteht die Absicht, noch in diesem Zähre mit einigen unserer besten Flugzeuge einen Erkundungsflug nach Nova Thule zu unternehmen Da die sogen. Regierung des Nordlandes bislang jeden Besuch fremder Personen verbietet, so könnte das Erscheinen französischer Flieger vielleicht einen uns nicht unerwünschten Zwischenfall ergeben.

Wir bitten unsere Auslandvertretungen, im Sinne dieser gegebenen Richtlinien zu wirken Alle dieses Gebiet betreffenden Nachrichten sind unter der AufschriftNova Thule" sofort dem Quai d'Orsay zu melden. Ministerium des Aeußern.

8.

Bericht

desBerliner Lokal-Anzeigers" über Nova Thule.

(3. Fortsetzung.)

Sine dreistündige Fahrt im äußerst bequemen, schnell fliegenden Fahrzeuge brachte uns nach Pe­trolea, der zukünftigen Hauptstadt des Landes. Von Platinia aus, das in einem tiefen, geschützten Tal­kessel liegt, überflogen wir ein fast 2000 Meter hohes Gebirge und gelangten bald in die Gefilde des ewigen Eises. Unwillkürlich erwarteten wir in Pe- holea ebenfalls eine kleine, im Entstehen begriffene Fabrikstadt zu finden. Um so größer war unser Er­staunen, als es über einem ungeheuren eintönigen Schneefelde hieß, daß wir angelangt wären.

Erwähnen muß ich noch die geniale Wegebe­zeichnung zwischen beiden Niederlassungen. Da eine Orientierung im hohen Norden wegen des Ver­sagens der Magnetnadel nur nach der Sonne mög­lich ist, müßten die Flugzeuge bei schlechtem Wetter stets über den Wolken fliegen. Das ist erstens un­bequem, und zweitens wird die genaue Aufnahme der Sonnenhöhe aus dem Flugzeuge nie ganz .

zuverlässig. Für dic Zukunft sind daher große, eiserne Masten mit schwarzen Signalen, die nachts eine hellbrennende Lampe tragen, als Weg­weiser vorgesehen. Vorläufig behilft man sich mit dem Auswerfen eines stark färbenden Pulvers, das eine breite, deutlich sichtbare rote Bahn auf dem Schnee bildet. Wegen der auch im Sommer häufigen Schneefälle muß diese Trasse allerdings sehr oft er­gänzt werden.

Unser Begleiter, Herr Ingenieur Gerling, be­zeichnete einen anfangs kaum sichtbaren Holzraum als Eingang zum Flughafen. Hier gingen wir zwi­schen hohen Bretterwänden nieder, die einen Schutz gegen die ständigen scharfen Winde bieten. Jetzt bemerkten wir auch eine kleine drehbare Halle, die ihre offene Seite stets dem Windschatten zukehrt. Einige Hilfsmannschaften sprangen herzu. Mit stark gedrosseltem Motor gelangten wir in kurzer Seit in die Halle, deren Tor man hinter uns schloß. Gleich darauf öffnete sich eine weitere Tür, und wir wurden in einen zweiten, noch kleineren Raum geschoben Der Grund dieser Zweiteilung besteht darin, der Außenkälte das ungehinderte Eindringen zu vermehren

Aber auch jetzt durften wir -»och- nicht aus- stcigen. Auf einer Plattform versanken wir langsam in die Tiefe und befanden uns nach wenigen Mi­nuten in einem hellerleuchteten Raume, der Platz für eine große Anzahl von Flugzeugen bot. Hier im eigentlichen Entladehafen stiegen wir aus.

Herr Gerling erklärte uns, daß alle unter­irdische Räume in das feste, kristallinische Eis hin- eingefprengt waren. Obgleich die ganze unter dem ewigen Eise befindliche Stadt von gleichmäßig an­genehmer Temperatur erfüllt ist, schmelzen die Wände doch nicht fort, weil sie mit einer isolieren­den Asbestlage bedeckt sind. An einzelnen Stellen führen enge Schächte in den Wänden nach oben, wodurch die Gefahr des Abschmelzens völlig ver­mieden wird.

Wir wohnten zunächst der Entladung eines kurz vor uns eingetroffenen Luftschiffes bei, das ganz mit Proviant beladen war. Kleine elektrisch betriebene Wagen fuhren heran, nahmen die Fracht auf und verschwanden in den zu den Magazinen führen­den Gängen.

(Fortsetzung folgt.)

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Gießen, den 21. April 1925. Hessisches Ortsgericht.

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