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Laden: Marktplatz 8.
Buntes Allerlei.
Aesthetik der Brille.
Die großen runden Brillen mit Harnfassung scheinen in neuester Zeit zum männlichen Schönheitsideal zu gehören, denn Direktoren und andere Leute, die etwas auf ein bedeutendes Aussehen halten, schmücken sich damit, und der Filmschauspieler Harald Lloyd hat sie sogar in die Kunst eingeführt. Die Damen aber sind doch noch nicht so vermännlicht, daß sie sich durch solche Augengläser zu Eulen umgestalten lassen: sie legen Wert darauf, kleidsame Brillen zu tragen. Eine Aesthetik des Brillentragens verlangt von dem Optiker „das Auge eines Künstlers und die zarten Finger eines Operateurs", wenn er das richtige Augenglqs herausfinden will. Bor allem muß er stets bedenken, daß das Gesicht, abgesehen von der senkrechten Gliederung durch die Nase, wagerecht in drei Teile gegliedert ist, von denen einer die Stirn ausmacht, der andere bis zu den Nasenflügeln geht, der dritte Mund und Kinn umfaßt. Der seelische Ausdruck, der für die Schönheit von so großer Bedeutung ist, liegt unterhalb der Augenbraucnlinie, und deshalb muß man diesen Teil durch die Brille besonders zu beeinflussen suchen. Eine lange Nase kann dadurch verschönert werden, daß die Brille einen weit herunterreichenden Steg hat. Eine vorspringende Nase wirkt am wenigsten herausfordernd, wenn man gewölbte Augengläser wählt. Starke Brillenränder betonen die Breite des Gesichts und machen den Träger älter. Die oberen Ränder der Gläser dürfen nicht mehr gebogen sein als die Augenbrauen. Ein rundes Glas wirkt im Gesicht nicht rund, sondern oval. Bei der Auswahl von Horn- oder Schildpattfassungen sollen brünette Damen dunkle Farben und Blondinen hellere Farben bevorzugen.
Naturmarsch, der Tanz des kommenden Sommers.
Ein neuer selbstverständlich aus Amerika kommender Tanz beginnt soeben in England populär zu werden. Er hält die Mitte zwischen Foxtrott, Troika und Tango und wird in außerordentlich langsamem Tempo getanzt. Da er als Sonrmertanz gedacht ist, dürfen und sollen die Tänzer sich einer nachlässigen Haltung befleißigen Alle h:ft g n B wcgungen sind verpönt. Es ist kaum zu bezweifeln, daß der neue Tanz, der „Naturmarsch" genannt wird, bald den Weg über den Kanal finden wird, und so dürfen wir in der angenehmen Hoffnung leben, daß im kommenden Sommer auch bei uns der „Naturmarsch" Trumpf sein wird.
Schneckenernte.
Die Ernte der wohlschmeckenden Schnecken, die auf dem Tisch der europäischen Feinschmecker so gern gesehen sind, hat jetzt in der Schweiz und in Frankreich begonnen, und Tausende von Männern und Frauen beschäftigen sich während des Sommers mit dieser merkwürdigen Zucht. In beiden Ländern werden jährlich gegen 3 Millionen Pfund Schnecken geerntet. Aber die Nachfrage ist sehr viel größer als der Vorrat, und deshalb werden auch die leeren Gehäuse „wohlschmeckend gemacht", indem man Fleischstückchen, besonders Kalbfleisch, hineinlegt. Die Täler zu beiden Seiten des Iura an der schweizerischfranzösischen Grenze bilden den Mittelpunkt dieser Industrie, aber den größten Ruf haben die burgundischen Schnecken, weil sie besonders zart unb aromatisch sein sollen. Burgund liefert aber nur einen sehr geringen Teil der Schneckenernte, da die Schnecken durch die Behandlung der Weinreben mit Phosphaten nicht recht fortkommen können. Die großen Felder, die zu der Schneckenzucht hergerichtet werden, liegen gewöhnlich am Rand eines Waldes, gegen die Sonne geschützt. Der Boden der Schneckenfarm erhält reichlich Sand und Kalk, und ringsherum wird eine Mauer von 2—3 Fuß Höhe angelegt, die mit Vitriol abgewaschen werden muß, damit die Schnecken nicht in andere Weidegebiete entfliehen. Während ihres kurzen Lebens werden die Schnek- ken täglich mit Gemüse und Grünzeug versorgt. Wenig bekannt dürfte übrigens sein, daß eine «Schnecke viele Tausende winziger Zähne besitzt: sie sind in 135 Reihen auf der Zunge angeordnet, und da jede Reihe 105 Zähne enthält, so verfügt eine Schnecke durchschnittlich über 14 000 Zähne.
Wirtschaft.
* Erhöhung der gesetzlichen Wechsel- und Scheck-Verzugszinsen. Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf zugegangen, der eine Aenderung des Zinssatzes im Wechsel- und Scheckverkehr vorsieht. Dieser betrug bisher 6 Proz. und steht seit langem mit den tatsächlichen Zinsverhältnissen nicht mehr im Einklang. Die Folge war, daß zahlreiche Wechselschuldner angesichts der ihnen im Falle des Verzugs drohenden geringen Nachteile es vorzogen, sich verklagen zu lassen, um schließlich an Verzugszinsen ehren wesentlich geringeren Betrag zu zahlen, als wenn sie durch Aufnahme von Krediten oder in sonstiger Weise sich die Mittel zur Befriedigung des Gläubigers beschafften. Der Gesetzentwurf will jetzt die Verzugszinsen in Einklang mit dem jeweiligen Reichsbankdiskontsatz bringen, und zwar sollen die Verzugszinsen jeweils 2 Proz. über dem Reichsbankdiskont liegen, mindestens aber 6 Proz. betragen. Alm zu vermeiden, daß der Zinsfuß geändert wird, ehe alle beteiligten Kreise von der Veränderung des Reichsbankdiskontsahes Kenntnis haben, soll für dieses Gesetz jede neue Feststellung des Reichsbanldiskontsatzes am zweiten Tage nach dec Veröffentlichung im Reichsanzeiger in Kraft treten. Der Reichswirtschaftsrat ist in seiner gutachtlichen Aeußerung zu dem Gesetzentwurf noch über diesen hinausgegangen und verlangt, daß der Zinssatz auf das l' i?fache des Reichsbankdiskontes bemessen
klubs — Vortrag von Dr. Müller-Gießen: „Einiges von elektrischen Strömen und Stromquellen." 8.30 bis 9.30 Uhr: llcbertragung von Kassel: Historische Fanfaren-, Trompeten- und Kavalleriemärsche. 9.30 Uhr: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht. 10—11 Uhr: Bach und Händel.
Begründung wird dieser Vorschlag abgelehnt, da er unter Tlmständen zu einem zu hohen, die Zins- gosta'tung im freien Markte in unerwünschter Weise beeinflussenden Zinssatz führen könnte.
* Endgültige Genehmigung der Kohle nsyndikarsverträge. Der große Ausschuß des Reichskühlenrats, dem das Plenum die Ermächtigung erteilte, die Syndikatsverträge Obeischl. Rheinland-Westfalen und Mitteldeutschland zu genehmigen, erteilte diesen drei Verträgen seine Zustimmung. Für das mitteldeutsche Braunkohlengebiet behielt er sich allerdings die Vorlegung des neben dem Syndikats- Vertrag laufenden Rahmenvertrages vor. Die Genehmigung dieses Vertrages durch die Geschäftsführung des Reichskohlenrates ist allerdings nur eine Formalität.
* Mainkraftwerke H ö ch st a. M. Die o. H.-V genehmigte die bereits bekannten Dortschläge der Verwaltung und beschloß, eine Dividende von 8 Proz. zu verteilen.
' Chemische Werke vorm. H. & E. Albert in Amöneburg b e i Bieberich a. R h. Der am 27. Mai stattfindenden o. H. D. soll vorgeschlagen werden, aus dem nach Abschreibungen von 228 513 sich ergebenden Reingewinn im Betrage von 736 695 Rm. 6 Proz. Dividende auf Stamm- und Vorzugsattien zu verteilen, für eine Bauverpflichtung 250 000 Rm. zurückzustellen und 34 130 Rm. auf neue Rechnung vorzutragen.
’ Großkraftwerk Franken 21.®., Nürnberg. Wie verlautet, kommt die Verteilung einer Dividende von 9 Proz. auf die Stamm- und 6 Proz. auf die Vorzugsaktien in Frage.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M
Berlin
Schluh. Kur»
Schluhk Abend» börfe
s-blutz. flur»
Schluß»
Mittag bnrh
Datum:
23. 6.
23 5.
2 . 6.
23 5.
Kunstseide 298 Proz. Im späteren Verkauf Mte5 Be Stimmung unverändert. 3m Devlsenoerkehr erltÜ Paris erneut einen starken Rückschlag. Die Pfunde Parität stieg auf 95,13 bis 95,20, die Dollarparität auf 19,68. Auch Italien lag schwächer mit 120,25 gegen London. Das englische Pfund liegt sehr mit 4,86einhalb bis 4,86dreisechstel gegen Kaoet Neuyork. Die Mark ist unverändert.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener AnzeigerS"F Berlin, 23. Mai. An der heutigen Börse hielten sich die Banken vom Geschäft zurück, und die Spekulation und das Publikum schlossen sich dieser Bewegung an. Die ersten Kursfestsetzungen hatten daher auf vielen Gebieten nur formale Bedeutung und mangels Umsatzes kamen für eine Reihe von Werten Erstnotierungen überhaupt nicht zustande. Im allgemeinen eröffneten bie Effektenmärkte zu den Schluhkursen des Vortages. Das Angebot war heute jedoch geringer als gestern. Das Hauptinteresse der Spekulation wandte sich den Schutzgebietsanleihen zu, die recht lebhaft verHrten. Der Kurs für Schutzgebietsanleihen stellte sich nach Schluß der ersten Stunde auf 6,55, nacktem bereits vorher Umsätze zu 6,8 stattgefunden hatten. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tägliches Geld 7—9 v. H., Monatsgetd 9,5—11,5 v.H. Die Nachfrage hat sich zwar etwas verstärkt, doch kam dies in bezug auf die innere Lage des Geldmarktes nicht zur Auswirkung. Im internationalen Devisenverkehr erlitt der französische Franken einen neuen Sturz auf 95,20 in Pfundparität (gestern 94,50). Auch Mailand war mit 120,5 gegen London erheblich ermäßigt. Die Mark wird aus Neuyork unverändert mit 4,199 gemeldet.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mart auSgrdrücki. Buenos NirrS, London, SRttU York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien an« Budapest für 100000 Einheiten, all'S übrige für 100 C-in bettens Telegraphische Auszahlung.
Banknoten.
2? Mai
23. Mai
Amtliche Noti runo
Amtliche Notierung
(yeid
Brief
Geld
Brief
Vmft.. Sioti.
168,72
169,14
168 69
169,11
Buen.-AireS
1,705
1,709
21,03
1.698
1,703
Brfs.-Antw.
20,97
20.9.'
21,01
Gtjrlfttanla.
70,66
70,84
70,54
70,73
Kopenhagen
78,95
79,15
78.90
79,10
Stockholm . ßelfingforS.
113,26
112,49
112,21
112,49
10,577
10,617
10 576
10,618
Italien. . .
17,03
17,07
16.905
16.945
London. .
20,386
20,438
20,3>6
20,438
Neuyork ..
4,195
4,205
4.195
4,205
Paris. . . .
21,55
21,61
21,425
21,485
Schwei» . .
81,125
81.325
81 125
81,325
Spanien. .
61,12
61.28
61.06
61,23
Japan . . .
1,761
1,765
1,768
1,762
Stio de Jam- Wien in D.»
0.439
0.441
0 441
0)443
Oest. abgeft
59,055
59,195
59,055
59,155
Prag ....
Belgrad ..
12.43
12.47
12,43
12,47
6,835
6,855
6.86
6,88
Budapest. . Bu Io arten .
5,807
3,035
5,917
3,045
5,897
3,035
5,917
3,045
Lissabon
20,425
20,475
20 425
20,475
Danüo. . - Konstantin.
80,86
81.06
80 87
31.07
2,305
2,315
2.295
2,305
Achen. . -
7,34
7,36
7 34
7.38
Berlin, 23. Mat.
Geld
Bries
Amerikanische Not«, . . . . .
4,179
4.199
Belgische Noten -
20,87
20,67
Dänische Noten ......
78,73
79,13
Englische Noten
Französische Noten ......
20,36
21,38
20,46
21,48
Holländische «Noten......
168,30
16,80
169,16
Italienische Noten......
16,97
Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., ä ioo Krone» Rumänische Noten ......
70,37
70,73
59.065
>9.365
Schwedische Noten ......
111,93
112,49 81,48 61,21 '2.51
Schweizer Noten .......
81,08
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten * •
60,91
12.45
Ungarische Noten . . ...
5.875
5,895
Berliner Produktenbörse.
B e r t i n, 23. Mai. Der Produktenmarkt war durch die festere Haltung des Auslandes leicht befestigt, besonders für Weizen. Gute heimische ( Ware ist nur wenig angeboten, dagegen besteht Nachfrage seitens der Mühlen, Gerste blieb still. Hafer bei guter Nachfrage fest. Weizenmehl war mehr begehrt. Futtermittel lustlos. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (märk.) 267 bis 269, Weizen (Mai) 279 bis 280, Weizen (Iult) 276 bis 275. Roggen (märk.) 220 bis 224, Roggen (Mai) 287.50. Roggen (Juli) 221.50 bis 222, Gerste (märk.) 226 bis 244, Futtergerste 200 bis 218, Hafer (märk.) 227 bis 235, Hafer (Mai) 218 bis 220. Hafer (Juli) 188, Mais (fr. Hamburg) 202, Mais (loko Berlin) 208 bis 210; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.00 bis 36.75, Roggenmehl 30.25 bis 34.50, Weizenkleie 14.00, Roggenkleie 14.80 bis 14.90, Viktoriaerbsen 22.00 bis 27.00, Heine Erbsen 22.00 bis 25.00, Futtererbsen 19.00 bis 21.00, Peluschken 18.50 bis 20.00, Ackerbohnen: 19.00 bis 21.00, Wicken 20.00 bis 21.50, Lupinen (blau) 10.00 bis 11.00, Lupinen (gelb) 11.50 bis 14.00. Serradelle 13.00 bis 15.25, Ackerbohnen 15.20 bis 15.60. Leinkuchen 22.40 bis 22.80, Trockenschnihel 9.80' bis 10.00, Kärtoffelflocken 19.60 bis 19.80.
Du kriegst die Motten nicht los ohne Dr. Wrinrctchs Mottcnätbcr'.
Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen.
2OD
alS Thema eines Vortrages gerichtet, an dem er, ' ":.e wir aus seinen mannigfachen Schriften wissen, hartnäckig arbeitet. Schon .sein erstes Buch ..Wahrheit und Wirklichkeit (Hall«, M. Niemeyer 1919) war im Grunde einem ethischen Weltan- schauungsbedürsnis entsprungen. Alle Seinsweisen des Wirklichen sollten dort aus der Tat des Geistes erklärt und das ethische Gesetz in einem letzten Gegenstand einer Frage abschließend begründet werden. Es ist dem Verfasser aber nach diesem allzu kühnen Versuche bald selbst zweifelhaft geworden, wie er im Vorwort seines letzten Buches „Die Grenzen des Erziehers und seine Verantwortung" (M. Niemeyer, Halle 1924) berichtet, ob eine solche Begründung der Ethik in der praktischen Vernunft und ihren Zwecken hinreichend sein kann, um die Menschheit auch zu erziehen. So verlockend auch die Stellung des Menschen in einem solchen ethischen System erscheint, Grisebach hat doch der Versuchung widerstanden, sich mit einer ethisch-ästhetischen Welterklärung zu begnügen. In einer zweiten Schrift „Die Schule des Geistes", die die Anwendung eines ethischen Systems auf die Totalität unserer Bildung in der Universität versucht hat, wird ein Widerspruch aufgedeckt zwischen Wahrheit und Wirklichkeit, zwischen Denken und Sein, der in weiteren prinzipiellen Untersuchungen sich immer bedeutsamer erwies. Es liegt eine erkenntnis-theoretische Studie von Grisebach „Erkenntnis und Glauben" (M. Niemeyer, Halle 1923) vor, die in kurzer Form erkenntnistheoretisch davon Re4-enschast gibt, weshalb Philosophie und Religion grundsätzlich geschieden bleiben müssen, wenn man zur ethischen Dar- gestaltung, zum Existenzproblem in der Gemeinschaft kommen will.
Seit dem Erscheinen dieser kleinen Schrift hat Grisebach das Problem der Ethik immer wieder aufgerolli und die Jugend unserer Zeit und philosophisch interessierte Kreise unter den Gebildeten haben ihn mit ihren dringlichen Fragen zu immer schärferen Fassungen des ethischen Problems genötigt. Das Problem der wirklichen Bildung im Gegensatz zur theoretischen Wissenschaft wurde ihm zuerst als Thema von der Schwei-erisch-Aarauer Studentenkonferenz 1923 gestellt. Die Antwort finden wir in dem Vortrag „Bildung und Wissenschaft", „Probleme der wirklichen Bildung" (Ehr. Kaiser, München 1923). Zu vielen Fragen der Politik, des Rechts, der Volksbildung und der Theologie wird hier Stellung genommen in allgemeinverständlichen Vorträgen. Mit Bezug auf die Ethik vollzieht sich hier eine deutliche Wandlung, von der in den „Grenzen des Erziehers" Rechenschaft gegeben wird. An dem Problem „Charakter und Persönlichkeit" (dritte Rede) wird uns die Umkehr entwickelt, die dann ausführlich in „Philosophie und Leben" (neunte Rede) geschildert wird als Abkehr von aller Kulturphilosophie.
In einem Vortrag „Der wahre und der wirkliche Staat", der im Maiheft der „Tat" kürzlich abgedruckt wurde, findet sich ein kurzer Grundriß einer konkreten Ethik, in welchem wir schon einen Hinweis auf den Vortrag erblicken dürfen. So ist es verständlich, wenn die Theo- logenschasten von Gießen und Marburg sich zu- sammengetan und um eine Klärung der für unsere Gegenwart so überaus ^.chtigen ethischen Grundfrage „Möglichkeit und Begründung der Ethik" gebeten haben.
Die Gießener Theologenschaft hat mit Bezug auf neuere Angebote einer theologischen Ethik von Albert Schweitzer, Karl Berth und Friedrich Gagarten einige Fragen an den Redner gestellt, so daß die Hoffnung besteht, daß der versprochene Vortrag am 26. Mai den besonderen Fragen aller ^lebendig interessierten Kreise in unserer Stadt yint weitesten Maße Rechnung tragen wird.
©ericbtsfaal.
Frankfurt a. M.. 23. Mai. (WTD.) Das erweiterte Schöffengericht fällte heute das Urteil in der Berufungsinstanz gegen den Bankrat Ä. Levnhard und den Effektenmakler Max Kaufmann, die in erster Instanz wegen Unterschlagung, durch die die Reichs- b«n k geschädigt wurde, verurteilt worden waren. Der verurteilte Leonhard wurde wegen fortgesetzten Betruges in drei 'Fällen und Amtsunterschlagung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis und fünf Jahren Aberkennung der Fähigkeit zur Begleitung öffentlicher Aemter verurteilt. der Makler Kaufmann wegen fortgesetzten Betruges in drei Fällen und fortgesetzter Hehlerei zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Zehn Monate Untersuchungshaft wurde beiden angerechnet. Aus Ehrverlust wurde nicht erkannt.
Spiclpl m der frankfurter Theater.
Opernhaus. Dienstag. 26. Mai: Dalle- ria rufticana. Hierauf: Der Bajazzo. Mittwoch, 27.: Susannens Geheimnis. Hierauf: Tanzsuite Couperin-Strauß. Zum Schluß: Gianni Schicchi. Donnerstag, 28.: Der Barbier von Sevilla. Freitag, 29.: Pique Dame. Samstag, 30.: Carmen. Sonntag, 31. Die Walküre — Schauspielhaus. Dienstag, 26. Mai: Der verlorene Sohn. Mittwoch, 27.: Der verlorene Sohn. Donnerstag, 28.: Der Kreidekreis. Freitag. 29.: Der verlorene Sohn. Samstag. 30.: Louis Ferdinand, Prinz von Preußen. Sonntag. 31.: Goethes Faust' l.Teil.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
2Hon(ag, 25. 2Hai:
6—7 Uhr: Vortrag von Dr. Wilhelm Heinitz-Ham- burg: „Die Klanggeheimnisfe des modernen Dr» chesters, erster Teil: Die Streichinstrumente". 7 Uhr: Wirtfchaftsmeldungen. 7—7.30 Uhr: Sprachliche und praktische Hinweise für Jtalienreisende.7.30—S Uhr: Vortragszyklus des Stadtgesundheitsamtes — Dr. med. Gotthilf: „Die Lehre von der Psychoanalyse II." 8—8.30 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radio»
5®/o ®entTd)c MetchSanlelb, <*7o Deutsche RcichSanIeihe . 57»% Deutsche Ncichoanleihe 3% Deutsche Nclchsanleibe . Deutsche Sparprämtenanleih« 4% Preußische ÄonfolS ■ . . 4% pellen . . . . .. 87»% Hessen.........
3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll -Schatz-Anwetsng.') <% Boatflrten.........
5% Goldmextkaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prrvat-Bank Tarmst. und Naltonalbank . Deutsche Bank Deutsche BerctnSbank .... TtZcoiito Commandtt . . Metall bank Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocstcmichische Creditanstalt. Westbank Bochumer Guß ....... BudcruL . ........ Caro .....
Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvencr Bergbau .... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. .. . . Laurahütte . . ....... Lberbedarf • . . . Phönix Bergbau ...... Rbeinitahl ..........
Riebeck Montau ....... TelluS Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd . ... Cheramtsche Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmanu Anglo-Com -Guano > . ... Badische Anilin . ....... Chemische 9J?oöer Alavd» .. Goldschmidt . .77..'
Griesbeimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung ....... Rlltgerswerke . ........ Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . Mainkraftwerke ........ Schuckert . . ......... Siemen» <t HalSke ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt.....
Meguin Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armawren . . Konservenfabrik Braun . . .
Schuhfabrik Herz . . .... Sichel . . . HeUfton Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel > . .
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 23. Mai. Tendenz: Uneinheitlich. Der gestern eingetretene scharfe Kursein- biuch, der auf das anhaltend sich häufende Angebot zurückzuführen wak, kam heute zum Stillstand. Die Stimmung zeigte zwar im allgemeinen wenig Neigung zu einer weitergehenden Erholung, doch kann man insofern von einer Besserung berichten, als das Angebot heute den Markt weniger tarf belastete und die Kursrückgänge sich weniger diarf ausprägten. Die Abschwächungen, die wieder ür einzelne Werte zu verzeichnen sind, waren geringer. Erholt waren eigentlich nur Chemie- Werte, die auf Deckungen hin ihre gestern abend erzielten Besserungen etwas zu erweitern vermochten. Die Spekulation hielt sich heute stark zurück, auch sonst bestand auf keinem Gebiete irgendwelche Kalifneigung. Infolgedessen nahm das Geschäft den üblichen trägen Samstag-Verlauf. Am Montanmarkt waren Phönix leicht erholt. Am Elektromarkt gaben AEG. weiter nach, während Schuckert mäßig gebessert waren. S ch i s s a h r t s - und Bankaktien lagen ruhig. Die übrigen Gebiete verkehrten in unregelmäßiger Haltung, Abschwächungen und Besserungen hielten sich die Wage. D e u ts ch e Anleihen wiesen keine Veränderungen aus, ebenso gingen ausländische Renten und Pfandbriefe in behaupteter Haltung aus dem Verkehr hervor. Der Frei verkehr war geschäftslos, die Kurse kaum verändert. Aoi 0.975. «('rfprfinbr i
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82
113
112
—
106
105,251
105,25
105,5
8-3
83
84
83,75
87,5
—
—
—
75
75
74,50
74,62
65,75
—
66,25
66,25
3
2,95
3
3
4,45
4,45
4,50
4,50
47
46.5
—
—
6,1
60
—
60
—-
99,25
99
0.48
0,5.3
1,12
0,95
1
1.1
114.5
—-
—
2.3
2,325
2,25
2,25
2.9
—
—
—
49,25
—
49
50
11,2)
10.90
11.4
11
3,55
3.60
—
70,5
68
2,9
69,75
Ein wichtiger Termin
Dienstag, den 2. Juni 1925, abends <i Hbr, ab. Spätestens bis dahin muß namltd) die ($r= iicucruunbcv Lvsezur 3. Klasse der25. 251. Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie bet dem zuständigen Lotterte-Cinnebiner erfolgt sein. Andernfalls ver- Itcri der Spieler fein Anrecht auf das Loö der 3. Klane und in Anbeiracbt ie: zurzeit l et eichenden Mangels au Losen die MegUchleit zum Weiterspiel in dieser Lotterie mit ihren so außerordentlich günstigen Gewinnchaneen.
Tie Ziehung 3. Klasse beginnt am TienStag, den !'. Juni 1925. Es kommen Itioro Gewinne int Gesamtbeträge von 2 496600 Reichsmark Sur Ausspielung. Die Höchs'g .inne betragen 2 mal 10O i 00 Ncichsmark, 2 mal 50 000)fteichs- mark und 2 mal 10 000 Reichsmark. Außerdem werden zahlreiche mittlere und kleinere v'eminne ausgespiell. £> 337id


