Ausgabe 
25.4.1925
 
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Nr. 95 Dritter Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Samstag 25. April 1025

Bei Hindenburg.

Don Dr. h. c. Margarete Behm. M. b. 2t. Dori des GewerkvrreinS der Heimarbeiterinnen

Deutschlands

Durch das frühlingSgrüne Land fuhren wir ?wölf aus verschiedenen Himmelsrichtungen am 8. April nach Hannover. Unser Ziel war Hinden­burg. - PunV 5 Uhr standen wir vor dem sreundlichen Hause in der Seelhorst straße, in dem der uiwergleichliche Kriegsführer, der Befreier Ostpreußens, feinen Lebensabend w verbringen gedachte - Wie er Wohl sein wird? ob er so gealtert ist. wie ein Teil der Presse sagt! ob man ihm noch die große, schwere Bürde zutrauen kann? Schon waren wir bei ihm im Zimmer, an dessen Tür er unS entgegengetreten. aufrecht und gerade und alle überragend. Bewunderns­wert fein Gedächtnis. .Mir sind ia al'eDekannte", grüßte er mich, die Führerin der Heimarbeite- rinnenbewcgungMars nicht 1916 im Haupt­quartier. daß wir uns zusetzt sahen?" fragte er einen, der im Kampf gestanden. Dann kam eine Aussprache über die Böte deS Baterlandes: Schwierigkeit des D.ivchkommenS auf der ganzen Linie, aber auch freudiges Bejahen dos Ge- staltenwollens von beiden Seiten. Die Knappheit und Klarheit der Zwischenfragen, das warm­herzige Bereitsein zur Arbeit für Volk und Vaterland. Jo lange mir Gott noch das Leben läßt, fanden In unser aller Herzen Wiberklang. .Das ist der Mann, den wir brauchen, hinter dem alle stehen rönnen", jetzt in der FriedenS- arbeit, wie einst im Kamps. Und nur von Friedens arbeit, aufrecht und in Ehren wurde gesprochen. Keiner weist besser als Hindenburg, daß jeder andere Kampf als der für Reinheit. Sauberkeit und Tüchtigkeit im Innern, als der, durch unsere Arbeit wieder zur Geltung und als Ration nach außen zu Ehren zu kommen, jetzt unser aller Millens- und Schaslensziel sein muß. Dazu bai gute Mort, daß auch zwi­schen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Treue um Treue getauscht werden, daß aller Ziel der soziale Friede sein müsse. Ist es nicht tote eine Verheißung besserer Zeiten! Mir gingen nach einer Stunde von ihm, mit Grüßen für viele beauftragt; besetztes Land, Ostpreußen. Unser Scheiden schloß mit warmem Dank und dem Aus­druck vollen gegenseitigen Vertrauens. Gott Hebe, daß der Mann unser Reichspräsident wird, Lang es draußen zwischen uns weiter. Möge es die Herzen aller Deutschen zu gleichem Mollen Lecken.

Der Kampf um den Stillen Ozean Von Kapitän zur See a. D' v. Waldeyer* H artz.

Der Ausgang des Weltkrieges hat nicht nur den Schwerpunkt der G e l d in a ch t. son­dern auch den Schwerpunkt militärischer Straftcntfaltung auf See von der Alten zur Reuen Melt verlegt. Der Kampf um den Stillen Ozean ist das große politische Problem, das unsere Zeit beherrscht. Drei Großmächte gibt LS. England, die Vereinigten Staa­ten von Amerika und Japan! Sie nehmen 'amtlich an dem Kampf um den Stillen Ozean 'eil. Die englische Auffassung geh! dahin, daß ri zur Zeit in den europäischen Gewässern keine strategische Zone mehr gäbe Man habe zwar, aller 11 ebertieferung folgend, nach Beendigung de« Krieges mit Deutschland feine stärkste Flottenmacht wieder im Mi11elmeer zu» sammengezogen. Dies bedeute jedoch nur ein vorsichtiges Herantasten an die Machtstellung bn Stillen Ozean, zu der letzten Endes auch der GrvßschtffahrtSweg des Mittelmeeres 'ühre. Rach britischer Auffassung ist Japan 2>tc herrschende Macht im Fernen Osten. Wie stark eS in Wirllichkeit sei, darüber wäre sich selbst das britische Volk niait im mindesten klar. Man habe Japan bisher als seinen Bundes­genossen betrachtet. Wie die Verhältnisse sich aber entwickeln würden, ließe sich nicht über­sehen. Kein Volk auf Erden verstünde sich ähn­lich gut wie Japan darauf, feine wahre Straft unb seine letzten Absichten zu verschleiern. Immerhin bliebe es eine Tatsache von höchster 'Bedeutung, daß Japan während seiner letzten Flottenmanöver nicht weniger als 193 Kriegs- lahrzeuge in der Front gehabt habe; eine Zahl, die sich selbst in britischen Augen als gewaltig darstelle!

Wer den Gegensatz zwischen Japan und den Betel hlgten Staaten übersähe, streue sich *<Ihft Sand in die Augen. Ob und wann es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommen würde, hinge Im wesentlichen von der Stellung-

SiehenerTheatenvinterl924/25

Mil dem gestrigen Abend Hai unser Stabtißcaler die Arbeit beo letzten Winters beendet. Das Schau, piel hat insgesamt 30 Stücke herausgebracht, von Denen SchillersI e 11", ftlabunbsStreifte* kreis' unb Freberich RobertsM e i n Letter lEbua rb" mit je 7 Aufführungen bie meisten Spiel- ubenbe erlebten. Einen breiteren Raum in dem Auf­bau des Soielplans nahm wohl mit Rücksicht auf die Ausgaben des Sommers in Bad Nauheim bas Lustspiel ein. Presber-WalthersKreuz- euer" (Anbrs). Schwartz MathernsMeisterboxer" Goll. Norfolk) unb FulbasVerlorene Tochter" iDasts, Andre) waren mit 5 bzw. 6 Spielabenden die erfolgreichsten und besten Aufführungen. Zu be­grüßen war die Aufnahme von IlgensteinsLieb- 'Tauenmild)" in den Spielplan, eines Stückes, das bank feiner Qualität an vielen deutschen Bühnen ge­fiel! worden ist, und das auch bei uns mit 5 Aben- heraus kam. Ein gutes Lustspiel ist an jedem Theater der Prüfstein eines gediegenen Ensembles, llnb wir haben recht gute Lustspielaufführungen ge­bebtIm meißen Röß'l" (Norfolk, Goll, Sturmfels) undSlater Lampe" (Hoffmann, Jüngling) müssen in diesem Zusammenhang noch unbedingt genannt wer­den. Dabei möchte man dem Wunsche Ausdruck geben, daß die Franzosen, die Meister des Witzes, mit ihrem großen Moliäre nicht vergessen bleiben, und sei tg nur mit einem einzigen Stück.

Aus dem Dramenvorrat des N a t u r a l i s - nru s haben wir neben dem eben erwähntenKater Lampe" von Rosenow zwei Ibsen gehabt: Die Er- öffnungsvorstellung der Spielzeit,Nordische Heer- fahrt" undWenn mir Toten erwachen": beides Vorstellungen von einer nicht zu verkennenden Flau­heit Stark blieben Eindruck und Leistung von Suder- KannsSinn unter Steinen"; über her Abschluß-

nahn.e der Vereinigten Staaten ab Japan sei auf alle Fälle auf den Kamps gerüftet Die AuSwanberungssrage die sich aus der starken Dermchrung der japanischen Bevölle- rung ergäbe und das Land dazu zwinge, seinen politischen Machtkreis zu erweitern bilde den Kernpunkt des japanisch-amerikanischen Gegen­satzes. Auch die 3ntcrcffen Amerikas wüch'en von Jahr zu Jahr über die Grenzen des eigenen Lande- hinaus. Hier sei es der Zwang einer Heberproduktion an industrieller Arbeit, bcr dazu führe, sich nach neuen Absatzgebieten und Warenmärkten umzufehen. Die japanischen und amerikanischen Interessengebiete fingen be­reits an, sich zu überschneiden. Der Tag. wo sie hart auf.inanderprallten. würde aller Wahr­scheinlichkeit nach den Anlaß zum Kriegsaus­bruch geben.

Daß England an der Entwicklung dieser Dinge sehr stark beteillgt ist. liegt aus der Hand. England ist eine Weltmacht. Cs ist überall mit Fragen des Handels und des eigenen Ansehens feftgelegt. Aus dem ganzen Erdenrund gilt es. die britische Stellung zu wahren. Werden auch mir an einer Stelle durch das Erstarken anderer Mächte Stützen zerschlagen oder heraus- genommen, dann besteht die Gefahr, daß das englische Weltreich zusammenbricht. Es ist kein Zufall gewesen, sondern eine klare Ent­wicklung britischer Politik, daß man das Bünd­nis mit Japan gekündigt hat. England hat sich entschlossen, darüber kann kaum ein Zweifel bestehen, bei dem bevorstehenden Kamps als Amerikas Bundesgenosse rnttzu- wirken.

Das Problem der Befestigung Singa- p o r e s schlägt in dieses Gebiet hinein. Es be­sagt nicht mehr und nicht weniger, als daß Eng­lands Bestreben dahingeht, sich für den bevor­stehenden Kampf einen Mittelpunkt seiner Macht ün Fernen Osten zu sichern. Als der Weltkrieg sein Ende gefunden hatte, wurde der Admiral 2 ellicoe, der Führer der britischen Flotte während des Krieges, zu einer Reise rund um die Erde geschickt. Der Zweck dieser Reise war, festzustellen, nach welchen strategischen Gesichts­punkten künftig die britische Flottenstärke zu verteilen sei. Ielllcoe hat politischen Weitblick be­wiesen. Er hat aufs wärmste den Ausbau Singapores befürwortet und ist darüber hin­aus für die Schaffung einer britischen Pacific Battle Fleet eingetre'cn.

Das Deutschland von heute ist machtlos. Es kann an derartig großen Fragen kaum mehr Mitarbeiten. Es wird höchstens gezwungen wer­den, auf Befehl anderer, ähnlich wie zur Zeit Rapoleons I., seine Dolkskrast militärisch einzu­sehen. Daß der Kampf um den Stillen Ozean letzten Endes aber auch uns berühren wird, kann nicht dem geringsten Zweifel unterliegen. 2n den anderen Ländern spricht und schreibt man völlig hemmungslos Über diesen Shamps. Wir bilden unS ein, mit unseren pazifistischen Gedanken das Weltbild umkehren zu können und laufen dabei Gefahr, uns als Harren verächtlich zu machen. Rur wer sich selbst aufgibt, ist im Daseinskampf verloren. Tloch der letzte Funke von Kraft kann ein starkes Feuer entzünden. Deutsch­lands Pflicht ist, die Entwicklung der Dinge mit klarem Dllck zu verfolgen und zu­mindest den Versuch zu machen, sich Hand­lungsfreiheit nach allen Richtungen h l n zu wahren.

Errichtung einer Rundfrink- sendeaniage in Darmstadt.

Q Darmstadt, 24. April. Vor wenigen Tagen fand hier eine weitere Besprechung über die Errichtung einer Rundfunksende- a n I a g c statt. Der Vertreter der Oberpost» direktion gab hierbei bekannt, daß seitens der Reichspostverwaltung die Errichtung der Anlage aus technischen Gründen a b ge­lehnt werden müsse. Die Postverwaltung ist jedoch bereit, für die ilcfrertragung von hiesigen Darbietungen auf den Frankfurter Sender zwei Telephondoppel­leitungen, und zwar eine als oberirdische Leitung und eine als Kabelleitung zur Verfügung zu stellen. Auf Vorschlag der Frankfurter Rund- funksendegesellfchaft soll in D a r m st a d t ein Dortragsraum geschaffen und das Landes­theater mit Einrichtungen ausgerüstet werden, die es gestatten, Opern und Konzerte über den Frankfurter Sender zu leiten. Rach er­folgtem Reubau des Frankfurter Senders (Sendeleistung von 10 Kilowatt) könnten dann alle Darbietungen über ganz Hess sn ver­breitet werden.

PremiereUeber die ft raff' (Björnson) lag ein Unstern.

Die Klassiker stellten den traditionellen Wilhelm Tell", dazuDie Räuber". Die etwas ab­seitig liegenden ,duftigen Weiber" Shakespeares hätten auch gern noch durch ein weiteres Werk des großen Briten ergänzt werden können. Hebbels stark gedanNich befrachteterGyges" und Grillparzers un­nahbar klassisches ,,Shappo"-Drama bestritten die schwere Soft; Kleists , Zerbrochener ft rüg" stand ziemlich vereinsamt auf weiter Flur. Es wäre ver­dienstlich, hier die Grundsteine des modernen Dra­mas aufzudecken: Also mehr Kleist, dazu Büchner und Grabbe! Dann wird der Ucbergang zur Moderne leicht und der organische Aufbau des Spielplans weist keinen Bruch auf.

DieModerne war in der diesiahrigen Spiel­zeit mit vier Stücken vertreten, soweit man den pro­blematischen Unger mit seinerMutterlegende" da- juredjnet. Georg Kaiser, nach außen der Reoräsen- tant des dramatischen Schaffens in Deutschland, dessen bestes WerkDer gerettete Alkibiades" oder dessen stark bühnenwirksames, erschütterndesNeben­einander" man gern einmal sehen möchte, kam mit seiner köstlichen GesellschaftssatireKolportage" her­aus, Stlabunbs interessantes MärchenspielDer ftreibetreis* fonb bank einer guten Ausstattung unb starken Darstellung bie hohe Zahl von sieben Auf­führungen, schließlich hatte man dem großen irischen Spötter Bernarb Shaw zweimal das Wort gegeben, indem man sein Erstlingswerk unb bie letzte Schöp­fung herausbrachte: benTeufelsfchüler^ unb die Heilige Johanna". Diese letztere Vorstellung brachte k^rz vor Schluß ber Saison in Darstellung unb Er­folg ben Höhepunkt des Gießener Theaterlebens, und es muß an dieser Stelle noch einmal der Intendanz ausdrücklich für die sichere Hand in ber Auswahl unb Besetzung bes Stückes gebankt werden.

2lud) ber Literatur ber Zeit ist ein Scherf- (ein geopfert worden: LienhardDer Fremde" (mit

Die Straßenbahn Gießen Wieseck.

L Gut Ding will Weile haben. So auch hier. In der Oes'entlichkeit begegnete man oft der Meinung, die ganze Angelegenheit sei wieder begraben worden, da von dem Stand der Ver­handlungen so gut wie nichts in die Oeffentllch- feü drang. Doch dem war nicht so. Die in Frage kommenden Instanzen haben in der Zwischen­zeit viel und wertvolle Vorarbeit geleistet. Run- mehr sind die Verhandlungen so weil gediehen, daß aus dem Stadium der Vorbesprechungen herausgetreten werden kann, daß nunmehr ge­handelt werden muß. Aus Grund der letzten Besprechung mit der Stadtverwaltung Gießen, an welcher seitens der Stadt Beigeordneter Dr. S e i b und der Direktor der Städtischen Straßen­bahn, S t o l t e , seitens der Gemeinde Wieseck Bürg.rmeistcr S ch o rn b e r und Gemeinderats­mitglied Bremer teilnahmen, einigte man sich dahin, das Projekt zunächst dem Gemeinderat in Wieseck vorzulegen, damit für die nun folgenden Besprechungen in den städtischen Körperschaften eine Unterlage vorhanden ist. Von der Stel­lungnahme der letzteren wird es abhängen, ob der Anschluß einer so großen Gemeinde wie Wieseck an das öffentliche Verkehrsnetz Gießen Wirklichkeit wird oder nrcht. Ueber die Rot­wendigkeit einer Verbindung dieser beiden Ge­meinden ist schon oft geschrieben worden, für heute erübrigt sich dies, da dieselbe von allen Seiten anerkannt wird.

In einer öffentlichen Gemeinderatssitzung be­schäftigte sich nunmehr der Wiesecker Ge - mcinöcrat mit dem Stande der Verhand­lungen, wobei von vornherein festgestellt wer­den muß, daß die seither geleistete Arbeit der engeren Kommission allseitig anerkannt und alle Beschlüsse einstimmig gefaßt wurden. Bür­germeister Schomber betonte zunächst, daß es sich bei den heutigen Verhandlungen um eine sehr ernste Angelegenheit handle, die für unsere Gemeinde von weittragender Bedeutung sei. Er streifte die mit der Stadt Gießen gepflogenen Verhandlungen, hob die hauptsächlichsten Punkte heraus und empfahl, zunächst darüber zu be­schließen, ob die Gemeinde Wieseck die von der Stadt Gießen geforderte Uebernahme der Ga­rantie für die Rentabilität der neuen Linie übernehmen will. Rach den von der engeren Kommission angestellten Berechnun­gen und Ermittlungen konnte er dem Gemeinderat eine dahingehende Beschlußsa'sung empfehlen. In der sehr eingehenden Aussprache war zunächst folgender Verhandlungsverlauf bis zum gegenwärtigen Stadium festzu­stellen:

Nachdem zunächst in ber elften Besprechung nut der Stadtverwaltung die prinzipielle Geneigtheit der Stadt Gießen, die elektrische Straßenbahn bis nach Wieseck auszubauen, festgestrllt wurde, mußten die Bedingungen, unter denen die Stadt an die Ausführung des Projektes herantritt, kennengelernt und geprüft werden. Grund-- bedingung war nun: der Stadt Gießen dürfen aus der Weilerführung der Dahn nach Wieseck keine besonderen Ausgaben erwachset. An Hand her vorliegenden Voranschläge, wonach ein Bau- kapital von 250 000 RA. erforderlich ist, wozu die notwendigen Ausgaben für Strom, Unter­haltung und Besoldungen kommen, kommt ein Kapital von etwa 450 000 Mk. in Frage. Bei einer angenommenen Verzinsung von 10 Prozent ergibt sich, daß die Gemeinde Wieseck eine Ein­nahme von etwa 45 000 Mk. jährlich auf der Linie Wiesecker WegWieseck garantieren müßte. Fehlbeträge müßten von der Gemeinde zugelegt werden. Die Linienführung muß die denkbar ein­fachste und zweckmäßigste fein. Unter Berück­sichtigung des Umstantes, daß die Ausdehnungs­richtung Wiesecks nach der Marburger Straße zu liegt, und um der Stadt ohne große Schwie­rigkeiten eine eventuelle Wetterfüh­rung der Bahn nach Alten-Duseck au gewährleisten, einigte man sich dahin, die Dahn der Kreisst raße entlang bis zur Gra­ben st raße, dieser entlang bis zur Ko rn- blumenftraße, von da bis zum Linden» p l a h und wenn irgend angängig bis zur Alten-Dusecker Straße zu führen. Sym­pathischer sei ja die Führung durch die Alice» flraße, technische Schwierigkeiten machen dies aber unmöglich

An Hand dieser Unterlagen konnte nunmchr die engere Kommission in die Prüfung darüber eintreten, ob Wieseck in der Lage sei, die Ga­rantie der Rentabilität zu übernehmen. Zu

ft. 3. Baum) unb EulenbergsMünchhausen". Schließlich sei einer Uraufführung gedacht, bie um bie Weihnachtszeit herauskam unb bie sehr warm aufgenommen würbe: des Jntenbanten Steingoetter MärchenspielSchnützelbutzhäusel".

Das Ensemble des letzten Winters hat sich gut auseinander eingespielt. Wohl sehlte in manchen Fächern eine ausgesprochene Fachbesetzung, ein Feh­ler. ber sich gelegentlich burch ben Mangel jugend­licher Biegsamkeit noch stärker bemerkbar machte, doch fand sich in der Auswahl der Stücke eine Aus- gleichsmöLlichkeit für bie verschiedenen Begabungen; freilich sonnte eine tüchtige Zufuhr frischen Blutes nur von Nutzen sein. Leider droht ja der Verlust einer zweifellos weit über dem Durchschnitt begabten Kraft des ersten jugendlichen Helden. Kurt Joachim Baum. Es wird schwer sein, hier vollwertigen Er­satz zu beschaffen. Für Gerda Bach seid ist als erste Sentimentale Sufanne Heym engagiert wor­den. von der man, sofern sie eine straffe Regie an der richtigen Stelle einsetzt, vielleicht etwas erwarten kann. Freya S t u rm f e 1 5 hat mit Ende ber Spiel­zeit Gießen verlassen, um nach Rostock zu gehen; bei einer Neubesetzung ihres Faches wird man etwas mehr Rücksicht auf die Imponderabilien beim Zu­sammenspiel mit dem ersten Helden (stimmlich wie körperlich u(öJ au nehmen haben, ist doch das Schau­spiel stets ein Zusammenwirken a II e r auf der Bühne vereinigten Kräfte.

Das führt zu dem Kapitel Regie. Regie ist Sache des Blutes. Regie muß universell arbeiten: Mit den Augen, mit dem Gehör, mit dem Gefühl, muß Rhythmus der Bewegung und Proportionalität der Massen und der Gruppen gestalten, muß Stille hörbar machen. Schatten dunkel werden unb Licht hell erscheinen lassen, muß bie Bewegungslinien ber Figuren und bie Slkuktur ber Szenen oerbinben mit den Ausdruckswerten von Farbe unb Klang.

MetzM öet SlM (Biegen 192r

Das

Dereinsverzeichnis liegt vom Samstag, 25. April an, drei Tag< lang zu jedermanns Einsichtnahme off?!

Wir bitten dringend um Nachprüsu auf Nichtigkeit und Vollständigkeit de Einträge und um Einzetchm-rng etwa er­forderlicher Aenderungen und Ergänzungen GeWskslelle Des MMMeklM'

Schulltrafte 7

diesem Zweck wurde zunächst ganz im geheimen an einer Reihe von Tagen hu ruf zwei ver­trauenswürdige Bürger ei« Zählung der Passanten vorgenommen und hiervon ein nicht zu hoch gegriffener Prozentsatz alS vor­aussichtliche Fahrgäste angenommen Da es sich bei her Benutzung in der Hauptsache um Ar­beiterverkehr handelt, müßte bei der verläuft- gen Festsetzung des Fahrpreises weitestgehend Rücksicht genommen werden linier Zugrunde­legung der angenommenen Fahrgäste einigte man sich dahin, für eine Wochenkarte über das ganze Retz 1,50 Mk. und für eine Einzelfahrt 30 Psg zu erheben. Die Wochenkarten sollen werktäg­lich für zwei Fahrten (Hin- und Rückfahrt) be­rechtigen und nicht übertragbar sein An Tagen, an denen die Karte nicht benutzt wird, erlischt der Anspruch auf Benutzung. Von diesem ver­einnahmten Fahrgeld hat die Verwaltung her städtischen Straßenbahn Anspruch auf einen An­teil für die Benutzung der städtischen Linien. Dies dürfte wohl her schwierigste Punkt her Verhandlungen fein. Zu weit gehende An­sprüche der Stadt würden bie Gemeindekasse stark belasten, während andererseits eine wesent­liche Erhöhung des Fahrgeldes die Benutzung bcr Dahn ungünstig beeinflußt Richt außer acht gelassen werden dürfte seitens der Stadt aber auch der Umstand, daß eine nicht unwesentlich.' Einnahme für die Stadt auch bei einem gerin­geren Prozentsatz aus den Gesamteinnahmen her­auskommt, eine Einnahme, die bet der Richt­erbauung der neuen Linie doch auch nicht vor­handen ist, zumal mit vermehrten Ausgaben füi die städtischen Linien wohl kaum zu rechnen ist Die Kommission empfiehlt daher der Stadt 20 Prozent vorzuschlagen.

Allgemein i|i man der Ansicht, daß b a 6 Projekt diesmal an der Linienfüh­rung nicht scheitern darf. Erfreulicherweise stellte sich ber gesamte Gemeinderat ein- stimmig auf den Boden ber seitherigen Ver­handlungen und Vorarbeiten ber Kommission unb beschloß zunächst einstimmig, daß die Ge­meinde Wieseck die Garantie der Rentabilität übernimmt. Bezüglich der Finanzgestaltung wurde ebenso eiaftim- mig ein Vorschlag an die Stadtverwaltung Gießen angenommen, wonach für Benutzung des ganzen Dahnnehes zu zahlen ist. Füi Wochen- karten 1,50 Mk., für Einzelfahrten 30 Pf. und für Fahrscheinhefte (gültig für 12 Fahrten) 3 Mk. Don den hiervon erzielten Einnahmen erhält bk Stabt Gießen vorweg 20 Prozent lür Benutzung bes Stadtnehes, eventuelle Lleberschüsse auS der

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die Bereifung, tritt Sturzgefahr ein. Der für das Kraftrad speziell konstruierte

kurz, sie muß das unnennbar Schöne, das mandas Schauspiel" nennt, lebendig machen aus dem loten Buchstaben ber Rollenbücher. Hier bleiben leider manche Wünsche unerfüllt, was um so bedauerlicher ist. als die technischen Doraussetzungen und Hilfs- mittel an unserer Bühne vorhanden sind. Die Statisterie ist ein dunkles Kapitel, wohl das dunkelste unseres Theaterwinters. Don der Notwen­digkeit eine Abänderung dieses Zustandes ist man auch bei der Intendanz überzeugt. Es ist eine Er­fahrungstatsache. daß unter einem qualifizierten Re­gisseur selbst eine kleine Anzahl st ä v d ig z u r Ver­fug u n g st e h e n d e r Komparserie von Wirkung sein kann. Denn die berechtigten Einwände aus den Kreisen der Theaterbesucher sind fast durchweg aus diesem Punkte zu kurieren. Die Konkurrenz der großen Theater in Frankfurt verpflichtet, und jeder Lchritl, der den Willen nad) vorwärts zeigt, sollte aufs lebhafteste unterstützt werden. (DieAufführungen des .Lreidekreis" und derJohanna" sind an dieser Stelle deullich in diesem Sinne unterstrichen worden.)

Die Operette hat, teilweise von namhaften Kräften als Gäste verstärkt, im ganzen neun Auf führungen herausgebracht:Polenblut".Die Fle dermaus". ,^)ollandweibchen", ..Dorine und der Z» fall",Zigeunerbaron". .Hoheit tanzt Walzer",Bet telftubent",Lustige Witwe" unbDie Kaiserin" Im allgemeinen waren bie Vorstellungen auf an nehmbarem Niveau und wurden durch Gäste sogar recht stark belebt

Das Hauptgewicht ber Arbeit an unserer Buhi bleibt natürlich auf dem Schauspiel lagern: die uet flossene Spielzeit hat manche glückliche Leistung ge sehen unb wertvolle Fingerzeige für gedeih i c Weiterarbeit gegeben. Unter diesem Schluhstr'ch ist Positives unb Negatives 3ufamr.cr.cet- gen. r; ec bei der Bilanz bes nächsten Jahres das Haben ruc ier gewachsen sein! es.