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Wieder hat jeder Deutsche beiderlei Geschlechts wiederum zur Wahl zu gehen. Wieder erhält er einen Stimmzettel diesmal grün in die Hand gedrückt, auf dem er seinen Kandidaten

Das Amt des Reichspräsidenten ist ein politischer, kein militärisches Amt, Hindenburg ist in politischen Dingen un­erfahren und würde infolgedessen nur ein Werkzeug reaktio­närer Parteien und Verbände sein, die diesen Greis gegen seinen Willen zur Annahme der Kandidatur gezwungen haben.

Welche Eigenschaften muh das Oberhaupt der Nation, ein Führer des Volkes, ein verantwortlicher Reichspräsident haben?

1. Er muh ein erprobter Staatsmann sein, und das Volk muh ihn als solchen kennen.

2. Er muh ein politisch erfahrener Mann, d.h. er muh ein Staatsmann sein von Ruf und fachmännischen Kenntnissen.

3. Er muh in voller innerer Zustimmung und Zuversicht auf dem Boden der Reichsversassung stehen, ihre Grundgedanken müssen die (einigen sein.

4. Er muh, jede Klassenzerklüftung bekämpfend, für den Zusammenschluh des ganzen volles ohne Parteilichkeit wirken und leben.

5. Er muh menschlicher Voraussicht nach die Gewähr bieten, dah seine Kraft sieben Fahre hindurch die Bürde des Amtes zu tragen vermag.

Wer diesen Bedingungen entspricht, der muh gewählt werden. Wilhelm Marx, der erfolgreichste Reichskanzler, entspricht diesen Bedingungen, Hindenburg aber nicht.

Auch nicht die kleinste Landgemeinde würde politisch so unklug sein und einen 78jährigen Greis zu ihrem Ortsoberhaupt wählen.

Wähler und Wählerinnen zeigt, dah Ihr staatspolitisch denkt und zu handeln versteht, wählt den erprobten Staatsmann 4247 0

Der Stimmzettel

Rcichspräfidentenwahl

2. Wahlgang

Hindenburg schrieb am 7. April an den Neichsblock:

Ich erkläre hiermit, dah ich wegen meines hohen Alters nicht in der Lage bin, den verantwortungsvollen Posten des Reichspräsidenten zu übernehmen."

Folgt deshalb seiner Mahnung und

wählt

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Der Iungdeutsche Orden und die Wahl des Reichspräsidenten.

Der Augenblick ist gekommen, da cs in unsere Hände gelegt ist, den inler- nationalen Geldfürsten, welche unser Volkstum niederknebelten und uns Ehre und Gewissensfreiheit genommen haben, den ersten Widerstand zu leisten. Der Mittelstand wurde unter ihrer Herrschaft ruiniert, das Land verarmte und die letzten Reichtümer Deutschlands wurden von gewissenlosen Ausbeutern ins Auslaird verschoben. Fede Regung für Freiheit und nationale Auferstehung wurde mit Hohn überschüttet, verleumdet und mit staatlichen Zwangsmaßnahmen unterdrückt. Die Witwen und Waisen, die Armen und Alten, die kleinen Sparer und Rentner wurden durch die Inflation um ihr Letztes betrogen, gewissenlose Ausbeuter rissen ihren Besitz an sich. Die führenden Staatsmänner haben diesen Dolksbetrug nicht nur ge­duldet, sondern viele von ihnen haben ihr hohes Ami ausgenutzt, um sich in derselben gerolssenlosen Weife zu bereichern.

Fetzt ist es in unsere Hand gegeben, einen Wendepunkt der Dinge herbeizu- führen. Uns ist die Möglichkeit gegeben, auf verfassungsmäßigem Wege einen Mann an die Spitze des Deutschen Reiches zu stellen, der diesen Verrat an unserem Volke nicht weiter zulasten wird. Die Reform unseres Staates an Haupt und Gliedern wird am sichersten dann beginnen, wenn ein gerechter und unantastbarer starker deutscher Mann zum Haupte unseres Staates auserkoren wird. Dieser Mann ist für uns Iungdeutsche Hindenburg. Der Gegenkandidat Marx bedeutet für uns die Fortsetzung einer Zeit der Willenlosigkeit, der Schwäche gegen­über der schmachvollen Ausbeutung und Unterdrückung unserer Gewissensfreiheit. Hindenburg bedeutet für uns die Sammlung aller Vaterland- und sreicheitliebenden Deutschen zu einem neuen Kurs der brüderlichen Versühnung und der nationalen Wiedergeburt. Wir erheben Hindenburg auf den Schild, weil wir an der Spitze des Reiches einen Mann haben wollen, der In Wahrheit über­parteilich ,ist und der feine Unabhängigkeit auch zu wahren weist. Ihn als» einen Spielball der Parteien oder gar des Großkapitals hlnzustellen, ist eine gemeine Ehrabschneidung. Gerade in ihm sehen wir Iungdeutsche den Einzigen, ' der die Entwicklung des Reiches zur schrankenlosen Geldherrschaft hindern kann. Die Volksmacht", das Organ Seoerings, meint hingegen, die Arbeiterklasse könne ihre sozialen Kämpfe am besten durchsetzen in der kapitalistischen Republik! Wir Iungdeutsche wollen Hindenburg, weil wir aus dem Sumpf der Selbstsucht und Bestechlichkeit heraus wollen, in dem wir alle leben. Weil er uns die Gewähr gibt, dast er als ein gerechter Mann nur eins kennt: Das Wohl aller Deutschen, ohne Unterschied von Rang, Partei und Konfession. Hinden­burg ist von den nationalen Überparteilichen Verbänden auf den Schild erhoben worden und hat sich von keiner Partei verkuhhandeln lasten, sondern klar und deutlich gesagt, daß er seinen geraden Weg gehen werde, ohne nach rechts und links zu schauen. Marx hingegen ist reiner Parteimann, der u. E. an Sozialdemokratie, Zentrum und internationales Geldfürstentum fest gebunden ist. Er ist also gar nicht in der Lage, bas deutsche Volk von Leuten wie Barmat, Heilmann, Hoefle und all den vielen Schiebern und Volksbetrügern zu befreien. Der eiserne Besen würde seinen Parteien zu wehe tun. Unser Hindenburg aber wird wie bei Tannenberg auch diesmal gründlich Kehraus halten. Deshalb hat er alle diejenigen zu Gegnern, welche seine Un­bestechlichkeit und Lauterkeit fürchten, weil sie den Fortfall ihrer Schiebergewinne und den Eingriff des Staatsanwalts zu befürchten haben.

Wir Iungdeutsche wollen einen Mann an der Spitze des Reiches haben, den die ganze Welt achtet und ehrt, und besten Wort und Unterschrift unter den Völkern eine ganz andere Bedeutung hat als irgendeines politischen Händlers. Einem Hindenburg gegenüber werden sich unsere Feinde ganz von selbst nicht mehr das erlauben, was sie sich rückgratlosen, schweifwedelnden Pa­zifisten gegenüber herausgenommen haben und herausnehmen werden.

Wir Iungdeutsche wollen Hindenburg, weil wir die deutsche Dolksgemein-- schaft auf christlicher, religionsfriedlicher Grundlage erstreben. Wir sind deshalb gegen Marx, weil er der Vorspannkandidat der gottuerleugneuben inter­nationalen Sozialdemokratie ist, weil er für jeden Christen als Bundesgenosse von Atheisten, für deutsche Katholiken aber wegen seiner Nichtbeachtung der päpstlichen Enzykliken (Pius XL am 23. Dez. 1922), durch welche den Katholiken das Zusammengehen mit der Sozialdemokratie verboten wird, untragbar ist. Noch im Jahre 1924 hat sich der HL Vater Pius XI. im geheimen Konsistorium scharf gegen Sozialdemokratie und Kommunismus ausgesprochen und ein Gebet verfaßt mit fol­gendem Wortlaut, wie dieWarmia" in der Beilage zu Nr. 72 vom 27. März 1925 abdruckte:Allgütiger und aDmäd)tiger Gott, Letter der Menschen und Erretter der Völker! Jin Verein mit allen Gläubigen des Erdkreises bitten wir dich ohne Unterlast, gib, daß alle Menschen, besonders die Regierenden, sich als Freunde des Friedens und öffentlichen Wohlergehens, als Pfleger der Heiligkeit der Familie und der mensch» lichen Würde erweisen, und lasse sie mit vereinten Kräften danach trachten, von sich und ihren Mitbürgern die überaus schweren Gefahren und unvermeidlichen Schaden des Sozialismus und Kommunismus fern­zuhalten. Laste sie den pflichtmästigen Eifer nicht aus dem Auge verlieren, bas Los der Arbeiter und aller Geringen zu oerbeffern durch Christum unfern Herrn. Amen."

Deshalb haben sich der Ring der deutschen Katholiken, die bay­rische Volkspartei und viele katholische Geistliche und bedeutende Per­sönlichkeiten, wie sieDer Iungdeutsche" in Nr. 94 vom 23. April 1925 anführt, öffentlich für Hindenburg erklärt.

Wir Iungdeutsche wollen unter Hindenburg den freien, gerechten deutschen Dolksstaat ausbauen helfen, in welchem wir uns alle wieder wohl und zufrieden fühlen können, in welchem wieder Treu und Glauben und alle guten deutschen und christlichen Tugenden Geltung haben. Unser neudeutsches, d. h. jungdeutsches Haus soll auf den festen Quadern des geeinten deutschen Volkes errichtet werden ohne Zuhilfe­nahme orientalischer Architekten, ein Staatsbau deutscher Art in politischem Stil 1 zu lichten göttlichen Himmelshöhen emporftrebenb, nicht verunziert durch belgischen und französischen Kitsch. Dazu sei Hindenburg unser Baumeister und Volks, i schmied! Treudeutsch - allewegen.'

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