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einer Änrrelh.; ^nteLibyen »erben tonnten. da­durch würde das Palladium der richterlichen Uns abhangigkeit schwer erschüttert werden. Aach IVs3 stündiger Beratung wird der Antrag der Ver­teidigung auf Aussetzung der Verhandlungen ab- aelehnt. Dr. Rosenfeld gibt hierauf die Gr- Hätung ab, daß die Verteidiger, sowett sie nicht als Offizialverteidiger durch besondere Be­stimmungen gebunden seien, der Verhandlung vor Erledigung der Verhandlungen mit den zustän­digen Stellen im Augenblick nicht weiter bei­wohnen könnten und daher den Saal ver­lassen würden. Hie würden jedoch die Ver­teidigung beibehalten und Donnerstag früh wie­der zur Stelle sein. Sämtliche Verteidiger, mit Ausnahme der Rechtsanwälte Dr. Goldstein und Dr. Schuemichen verlassen den Saal. Auf Antrag des Reichsanwalts Dr. Reumann wird die Ver­handlung bis morgen vormittag unter­brochen. um inzwischen Offizialvertei­diger zu bestellen. Vorher gibt der Angeklagte Riader zugleich im Auftrage der Angeklagten Kuhls, Jntorf und Hallup die Erklärung ab, daß sie mit den Offizialverteidigern keinerlei Be­sprechungen abhalten und jede Aussage ver­weigern würden, falls sie ihre Wahlverteidi­ger nicht bekommen würden.

Der Vorstand der Strafrechtsver­einigung tritt am Mittwoch vormittag ll Uhr zusammen, um dann gemeinsam mit den Ver­teidigern aus dem Lscheka-Prozeß sich zum Reichsjustizminist er zu begeben. Die An­wälte wollen gegen die Mandatsentziehung, von der Dr. S a m t e r durch den Präsidenten des Staatsgerichtshofs betroffen worden ist, Protest erheben, und zwar soll es sich hierbei nicht nur um eine Sympa.h ekundgebung für den betreffen­den Anwalt handeln, sondern um einen Protest, der aus prinzipiellen Gründen erfolgt, wortet.

Der Streik in der rheinisch-westfälischen Metallindustrie.

Bochum, 24. Febr. (SU.) Die Wetall- ürbeiterverbände haben den die Arbeits­zeit betreffenden Teil des Schiedsspruchs für die Metallindustrie, Aordwestgruppe, a b g e - lehnt. Die Arbeitgeber haben sowohl die für die Lohn- wie für die Arbettsverhältnisso vorgesehene Regelung des Schiedsspruchs abge­lehnt. Die Rachverhandlungen für den Schieds­spruch in der Metallindustrie finden am kommen­den Donnerstag im Reichsarbeitsministerium in Berlin statt.

Da es in manchen großen Betrieben zur Arbeitsniederlegung gekommen ist, haben fünf der größten Werke den Streik mit der Ent­lassung ihrer gesamten Belegschaft beant-

Die Umsatzsteuer.

Der Artikel pom 21. Februar 1925,Reichs­finanzen und Steuerreform", hedarf insofern einer Berichtigung, als eine Ermäßigung der Umsatz­steuer von anderthalb auf ein Prozent bis jetzt noch nicht eingetreten ist. Die Steuersenkung vollzog sich vielmehr wie folgt: Der bis zum 30. September v. 2. bestehende Steuersatz von 2Vü Prozent wurde ab 1. Oktober 1924 auf 2 Prozent ermäßigt. Eine weitere Ermäßigung trat ab 1. Januar d. 3. ein, indem der Steuer­satz auf Prozent herabgesetzt wurde.

Gegen den Anschluß Oesterreichs.

Wien, 25. Febr. (TU.) Die diplomatischen Vertreter der im Obersten Rat vertretenen Mächte beabsichtigen, bei der Bundesregierung gegen die Anschlußkundgebungen »führender österreichischer Politiker vorstellig zu werden. Die österreich'sche Regierung ^müsse derartige Angriffe auf den Ver­sailler Vertrag verhindern, da der Der- 'trag nach dem FrieDensschluß von St. Germain auch für Oe st erreich bindend geworden fei. Die Anschlußkundgebungen würden in wirt­schaftlicher Beziehung ungünstige Folgen für Oesterreich nach sich ziehen.

Hjalmar Branting f.

Htockholm. 24. Febr. (Wolff.) Der schtoe* bische Minister Branting ist heute 12.37 Uhr gestorben.

Rach wochenlangem schweren Leiden ist jetzt im Alter von 64 Jahren Schwedens sozialistischer Ministerpräsident Hjalmar Danting verschieden. Mit ihm ist eine Persönlichkeit ersten Ranges dahingegangen, ein Mann, mit dessen Ramen die letzten dreißig Jahre der Entwicklung Schwe­dens auf das innigste verbunden sind. Er war der erste schwedische Sozialdemokrat, den die Kammer sah. unter seiner Führung nahm die sozialdemokratische Bewegung einen starken Aufschwung. Man kann wohl mit Recht behaup­ten, daß er von seinen deutschen Genossen viel gelernt hat, er erkannte aber auch, daß es grund­falsch war, auf die Internationale zu schwören. Deshalb war es auch für die deutsche Sozial­demokratie ein harter Schlag, als sie wahrend des Krieges feststellen mußte, daß gerade Brau- tina in das Lager der Entente hlnübex- wechfelte und immer deutschfeindlicher wurde. Spater allerdings, nach dem Abschluß des Ver- salller Diktat-Friedens, hat Branting versucht, manches wieder gut zu machen. Er war einer der stärksten Befürworter des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, die letzten Jahre seines Lebens widmete er ganz besonders dem Pa­zifismus. Seine größte Tat bleibt aber doch dis Stärkung des Einflusses seiner Partei auf die innerpolitischen Angelegenheiten Schwedens. Heule ist sie mit 104 Abgeordneten im Parla­ment am stärksten vertreten.

er *>ann bauernd leitete. Gleichzeitig war v- beim Aufbau der schwedischen sozialdemorrattschen Parteiorganisation tätig. 3n den schwedischen Reichstag wurde er 1896 als der erste Sozialist gewählt. Inzwischen hatte sein religionsfeindliches Auftreten ihm 1889 eine Gefängnisstrafe zuge­zogen. Auch in den Arbeiteraufständen in Ror- berg und Gesle spielte er eine Rolle. Später ührte er mit Erfolg einen lebhaften Kamps um das allgemeine Wahlrecht, nach dessen Einführung der Einfluß der sozialdemokratischen Partei und damit der Brantings als Parteiführer in Schweden erheblich stieg. Rach den Herbst­wahlen von 1917 trat Branting als Finanz- Minister in das neue liberal-sozialistische Ka­binett ein. Anfangs Januar 1918 jedoch trat er üt seine Person zurück.

Inzwischen war die sozialistische Bewegung in Schweden stark angewachsen, so daß nach den Wahlen vom Frühjahr 1920 Branting sein erstes Kabinett bilden konnte. Aus Reu­wahlen im Herbst 1920, die wieder eine Stär­kung der Konservativen ergaben, trat Branting zurück, nachdem die Liberalen den Eintritt in ein Koalitionsministerium abgelehnt hatten. Ein zwei­tes rein sozialistisches Kabinett bildete Branting im Oktober 1921, nachdem die Septemberwahlen eine Partei wieder erheblich verstärkt hatten. Als dann die Rechte in der ersten Kammer durck Reuwahlen zunahm, trat er April 1923 zurück. Cs folgte ein Ministerium Trygger. Dieses löste Branting nach den für ihn günstigen Reuwahlen im Herbst 1924 wiederum mit einem dritten, rein ozialistischen Kabinett ob. Branting war auch Mitglied des VölkerbundSrates.

Beileidserklärungen zu Brantings Tode.

Berlin, 25. Febr. (TU.) Die Reichs- regieiung hat den deutschen Gesandten in Stockholm, Dr. Rosenberg, beauftragt, der chwedlschen Regierung ihr Beileid zum Ab­eben Brantings auszusprechen. Der Vorsitzende des lke r bundrats, der Brasilianer Mello Franco, bat an die schwedische Re- porung ein Telegramm gerichtet, in dem er im Ramen des Dölterbundrats das Beileid zum Tode Brantings aussprichl. Seine großen Er- ahrungen, sein sicheres Urteil und seine Ob­jektivität hätten ihm die hohe Wertschätzung aller, die mit ihm in Verbindung traten, ein­gebracht.

Griechisch-südslawisches Bündnis gegen die Türkei.

Belgrad, 24. Febr. (£11) Zwischen Süd- slawisn und Griechenland ist ein neues, gegen hie Türkei gerichtetes Abwehrbündnis beschlossen worden. Das Bündnis ist von Wichtigkeit, da Serbien noch nicht den Friedensvertrag mit der Türkei unterzeichnet hat und Griechenland sich dadurch die volle Mitwirkung Süd- slawiens i m Falle eines Krieges mit der Türkei sichert. Die britische Regie­rung billigt das Abkommen, das ihrer Ansicht nach das Gleichgewicht aus dem Balkan aufrecht erhält und ein Gegengewicht zu der Türkei und zu Italien bilden wird.

Kleine politische Nachrichten.

Die sozialdemokratische Fraktion hat im Hessischen Landtag eine Anfrage an die Regie­rung eingebracht, ob ihr bekannt fei, daß die Reichsbahnverwaltung beabsichtige, die Eisen* bahnbetriebswerkstätte in Mainz aufzuheben, diejenige in Frankfurt nach Kassel zu verlegen und eine Verkleinerung der Darmstädter Werkstätte vorzunehmen. Von der Fraktion wird angefragt, was die Re­gierung gegen die Maßnahmen der Reichsbahn zu tun gedenkt, um die dadurch eintretenden Schäden für den Dvlksstaat Hessen abzuwenden.

Die Regierung hat über di c Aufwer­tungs-Gesetzentwürfe, deren endgültige Formulierung vor b:m Abschluß steht, vor einiger Zeit die notwendigen Besprechungen mii den Parteivertretern begonnen. Diese Haden durch die Vertagung dcs Reichstags eine Unterbrechung er­fahren. Sie werden jedoch Anfang nächster Woche wieder ausgenommen und mit größtmöglichster Beschleunigung durchgeführt werden. Die Regie­rung wird sofort nach Abschluß der Besprechungen die Gesetzentwürfe den gesetzgebenden Körper­schaften zuleiten.

Die französischen Zollst ellen haben am 19 Februar ohne j d? vorherige Ankündigung mit sofortiger Wirkung die Einfuhr von Roh­tabak und Tabak-Fertiafabrrkaten in das Saar­gebiet gesperrt. Die Handelskammer Saar­brücken hat sich mit einer entsprechenden Eingabe an die Regierungskommission gewandt.

DerVorwärts" meldet, dah die Maschi­nisten und Heizer der Berliner Großbetriebe der Metallindustrie beschlossen haben, die Ar­beit wegen Lohndisferenzen ainzu stellen. Im Allgemeinen ElettrizitätSwerk in Hennigsdorf bei Berlin ftreifen bereits 1000 Arbeiter. Das ge­nannte Blatt schreibt, daß Berlin am Vor­abend einer großen Streikbewegung stehe.

Ser ehemalige Kaiser von China ist, als Kuli verkleidet, mit seiner Gattin nach Tientsin geflohen und hat dort bei der japanischen Vertretung Zuflucht gesucht. Er will von hier nach Japan Weiterreisen, da er in China ein Attentat befürchtet.

Karl Hjalmar Branttng wurde am 23. Ro- oember 1860 in Stockholm geboren, wo sein Vater als Lehrer der Heilgymnastik lebte. Seine Mutter stammt aus adeliger Familie und war recht tzwhl- habend, so daß Branting von ihr später ein nicht unerhebliches Vermögen erbte. Gr besuchte die vornehme Detkowsche Schule in Stockholm, wo der Unterricht auf Religiosität gegründet war. Dort war Branting Schulgenosse des späteren Königs Gustav von Schweden. Früh schon regte sich in ihm ein lebhaftes Interesse an der Astronomie. Als Schüler war er im Obser­vatorium in Stockholm tätig, ebenso später, nach den UniversltälsjaKren in Upsala, als Assistent.

Rach einer Reise ins Ausland jedoch, bei der er mit bet Sozialdemokratie bekannt wurde, gab er feine wissenschaftliche Laufbahn als Astronom auf und widmete sich feit 1834 der syzialistifchen Propaganda. 1886 begründete ec die TageszeitungSozialdemokraten , die I

Aus aller Wett.

Erdbeben inBelgien und Holland

Brüssel, 25 .Febr. (TU.) In der Provinz Lüttich und in Belgifch-Luxemburg wurde ein heftiges Erdbeben verspürt, das 30 Sekunden dauerte und von unterirdischem Donner begleitet war. Der Erdstoß wurde auch in mehreren, Ortschaften auf dem rechten Ufer der MaaS bet* fpürt. Der Erdbebenherd scheint in der Gegend von Limburg zu liegen. Die Erdbebenwarte von Ukkel verzeichnete den Erdstoß am Mon­tagabend 9 Uhr 33 Minuten 15 Sekunden. Das Deden war das stärkste fett dem Jahre 1904. Seine Ursache ist noch unbekannt Es wurde auch in den meisten Kohlenbergwerken im Lim* burgischen wahrgenommen. Schaden wurde nicht angerichtet.

Das Erdbeben war das stärkste seit 1 90 4 in Belgien. Am stärksten war die Cr- fchütterung in H a s s e l t und in den nördlichen Vororten von Brüssel. In einigen Orten bemächtigte sich der Devöllerung eine große Panik. Die Einwohner flüchteten auf das freie Feld und suchten auch zum Teil ihre Habe in Sicherheit zu bringen.

Die Stürme an den französischen Küsten.

An den Küsten 'Frankreichs tobt ein heftiger Sturm, dem bereits verschiedene Dampfer zum Opfer gefallen find. Der belgische DampferArmicito" ist gestrandet. Man weih noch nicht, ob die Rettungsarbeiten gelungen sind. Der spanische DampferG o l d m e v s", der eine Kohlenladung an Bard hatte, strandet e ebenfalls. Ein anderer spanischer Dampfer. Christina Rüda", ist bei der Insel de RH untergegangen. Ein Matrose, der sich durch Schwimmen retten wollte, ertrank. 16 Mann der Besatzung haben sich in die Masten geflüchtet. Die Rettungsboote konnten sich infolge der heftigen Brandung bisher noch nicht dem Dampfer nähern. In Conarneau sind vier fran­zösische Fischdampfer zusammengestohen. Die Be­satzung konnte gerettet werden.

Heftige Stürme in Südengland.

In Großbritannien herrschte am Dienstag stürmisches Wetter, Hagel tmö Schnee. Teilweise hatte der Wind eine Stärke von 60 Stunben- metern. Die Uferbefestigungen in Folkestone und Dover wurden von dem hohen Seegang über­spült.

Unwetter in Oesterreich.

Rach Blättermeldungcn aus Wien ist über Südsteiermark ein schweres Unwetter niebergegangen. In ben Gemeinden Mur eck, Sulz­bach und Gleizenberg richteten bei einem heftigen Gewitter Hagel unb Blitzschlag großen Scha­den an.

Die Lawinengefahr in den Alpen.

Im Paznauer Tal in Tirol wurden zwei Damen von einer Lawine getötet In Arlberg gerieten sechs Touristen in eine Lawine. Drei von ihnen wurden fortgerissen, einer erstickte in den Schneemassen unb zwei konnten mit Verletzungen geborgen werden. Im Gesäuse in her Steiermark werden fünf Tou­risten vermißt, die vermutlich durch eine Lawine verunglückt sind.

Ein neues Zeppelin-Lustschisf.

Der frühere Chefkonstrukteur der Zeppelin- Werke in Friedrichshafen, Dr. Karl A r n st e i n , der bekanntlich die Pläne für eine Reihe von Zeppelinen, darunter auch für den Amerika- Zeppelin, entworfen hat, ist vpn her Good­year Zeppelin Corporation in Acron mit dem Entwurf des größten starren Lust- schifses, das je erbaut worden ist, betraut wor­den. Das Schiff soll doppelt so groß fein wie bet Z. R. 3 unb 5 Millionen Kubckfuß Gas­gehalt haben. Die Motoren werden 4000 Pferde­stärken entwickeln. Das neue Luftschiff soll regel­mäßig zweitägige Fahrten zwischen London und Reuhork und zurück aussühren.

Die Lustverlehrsfragen deS Ruhrgebiets.

Im Essener Rathaus fand eine Ver­sammlung statt, die sich mit dem Anschluß des rheinisch-westfälischen Industriegebietes an den Welt-Lustverkehr beschäftigte. Sie größe­ren Städte des Industriegebiets und die Han­delskammern sowie die großen Jndustrieuntcr- nehmungen besJnbustriegebiets hatten ebenso wie die Junkers-Luftverkehrs A.-G. Vertreter ent­sandt. Es wurde eine Luftverkehrsgesell­schaft Ruhrgebiet A-G. gegiü.ibet, die ihren Sitz in Essen haben soll. S'.e Gesellschaft wirb ausschlleßliich bem öffentlichen Ver­kehr dienen unb den Anschluß des Industrie­gebietes an den deutsch m unb ben internalio- nalui Lustverkehr durchführen. Sie wird Per­sonen unb Güter aller AN auf dem Luftwege befördern und Flugzeuge vermieten. Sie will sich auch an anderen Luftfahrunternehmungen beteiligen und Interessen- unb Betnebsgemeln- schajten mit andern eingehen. Das X'tientapital beträgt 2 Mill. Mk. Finanziell beteiligt sind die Großstädte des JndustNebezirt'S, die Industrie- und Handelskammer Essen, der SiedlungSverbanb Ruhrlchlenbezirt. verschiedene industrielle Werke Rheinlands und Westfalens und die Junkers- Flugvcrkehrs-A.-G.

Admiral von Usedom

In Schwerin starb am Dienstag im 71. Le­bensjahre Admiral Guido v. Usedom. Er war der deutsche Offizier, der bei der Sey- mour-Expedition nach Ostasien auf den Ruf des englischen AdmiralsThe Germans t o th e front" seinen tapferen Truppen voran­eilte. Im Weltkrieg verteidigte er die türkischen Meerengen gegen das Eindringen der englisch- französischen Flotte.

Die ($nth) ckelung des Rundfunks.

Staatssekretär Bredow schilderte in einem Dortrag vor Pressevertretern die bisherige Ent­wicklung des Runbfunkwesens. Bisher sind im Rundfunk 14 Sender tätig und drei weitere im Bau. Die Sender sind alle Eigentum der Reichspost. Die Teilnehmerzahl betrug Ende De­zember 1924 in Berlin 200 000. Ohne Bayern, das den Rundfunk als eigene innere Angelegen­heit betrachtet, find in ganz Deutschland unge­fähr 600 000 Teilnehmer am Rundfunk ange- schlofsen. Die Ausgaben der Post für daS Funk­wesen beliefen sich im vergangenen Jahre auf ca. 7 Millionen. Sie Verbreitung von Presfenach- richten ist der GesellschastBuch und Presse", die von unterhaltenden Rachrichten der Gesell­schastDie Deutsche Stunde" übertragen worden. Ser Staatssekretär schilderte in längeren Aus­führungen die Entwicklung der beiden Gesell­schaften und tellte zum Schluß mit, daß der Vor­anschlag des Funkwesens für das nächste Jahr bei 75Ö 000 Teilnehmern eine Gefamtelnnahme von 18 Millionen vorsieht, davon wird die Reichspost 7.2 und die Sendestationen 10.8 Mil­lionen erhalten. Man rechnet mit einem lieber* schuh von 300000 Mk.

Wettervoraussage.

Unbeständig, südliche bis westliche Winde, auch Riederschläge, wenig geänderte Tempera­turen.

Sie eingestromte ozeanische Luft hat die Frostgrenze in Deutschland ostwärts verdrängt, so daß nur noch der Osten Morgen-Temperaturen unter Rull Grad auftvelst. Sa ein Storungsge­biet unverändert über den britischen Inseln liegt, so bleibt die Witterung zunächst unbeständig bei wenig geänderten Temperaturen unb einten Niederschlägen,

Bürgermetper Krenzien f-

Ein jäher Tob hat gestern nachmittag Uhr dem Leben des Bürgermeisters Günther Krenzien ein Ziel gesetzt. Der so plötz­lich Verewigte befand sich mit seiner Gattin und einen drei Kindern auf einem Kinderfest im Klub, vor seinem heiteren Blick tummelte sich )ie frohe Jugend, als er jäh zusamrnensank und wenige Augenblicke später seinen Geist aufgab. Eine Embolie als Folge einer schweren Ver­wundung im Kriege hatte den schaffensfreudigen Mann in einer Stunde der Erholung dohinge- rafft. Sie sterbliche Hülle wurde von der Frei­willigen Sanitätskolonne bald nach dem tragischen Vorfall in das Trauerhaus überführt. Die Be­erdigung wirb am Freitagnachmittog 3 Uhu auf dem Reuen Friedhof stattfinden.

Bürgermeister Krenzien wurde am 15. Sep­tember 1873 in Eisenach als Sohn des damaligen Postsekrclärs Ä. geboren, er ist also nur 51 Jahrc alt geworden Er besuchte das Kgl. Wilhelms- gl)mnafium und toibmete sich nach bestandener Reifeprüfung zunächst der Offizlerlaufbahn in einem Pionierbataillon in Metz. 3m 3ahre 1900 bezog er die Technische Hochschule in Darmstadt, um seinen Reizungen entsprechend Architektur zu studieren. Sie Ferien seiner Studienzeit be­nutzte er, um sich als HilsStechnlker bei der Bau­polizei der Stadt Frankfurt a. M. und später bei der Aufnahme romanischer Baudenkmäler in Hildesheim zu betätigen. 1902 bestand er die Vorprüfung, 1905 die Hauptprüfung für das Hochbaufach und erledigte hierauf den Dorberei- timgsdienst der hessischen Staatsbauverwaltung als Regierungsbauführer bei dem Hochbauamt in Mainz und bem Kreisbauinspektor des Kreises Darmstabt. Im Herbst 1908 '(egte er bie Prüfung für ben höheren Staatsdienst Im Baufach ao. worauf er als Aeglerungsbaumelster bem bau* technischen Bureau ber Ministerialabteilung für Bauwesen unb alsbann dem Krelsbauinspektvl des Kreises Offenbach zugeteilt wurde. In letz­terer Stellung war er in vielseitiger Welse na­mentlich bei dem Bauwesen der Gemeinden tätig. 3m Jahre 1911 bekleidete er eine Assistenten- stelle an dem Lehrstuhl für Baukunst an der Technischen Hochschule In Darmstadt. Dom Früh­jahr 1912 an war er bei Reubauten der Ohren* und der Hautklinik und seit Beginn des Jahres 1914 als Regierungsbaumeister bei dem Kreisamt Gießen beschäftigt. Am 28. Mai 1914 wurde er von der Stadtrerorbneten-Dersammlung du­ft immig zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen gewählt, in der Stabtverordnetensitzung vom 25. Juni 1914 wurde er in sein neues Amt eingeführt, das er sofort antrat. Es war ihm damals aber nur wenige Wochen vergönnt, fein Amt auszuüben. Bel Kriegsausbruch eilte er sofort zu den Fahnen und mit ins Feld. Rach schwerer Kriegsverwundung kehrte er tm April 1918 in die Heimat und, da er seine Felddienst* sähigkeil verloren hatte, auf Absorbern der Stadt­verwaltung in sein Amt zurück, dem von an bis zu feinem tragischen Ableben seine nie er­müdende. hingebungsvolle Schassenssreudigkeit galt. 3m April 1921 wurde ihm die Amtsb^eich- nungBürgermeister" verliehen. Er war Stell­vertreter des Oberbürgermeisters, zu seinem De­zernat gehörte das gesamte Bauwesen mit seinen verschiedenartigen Rebenbetriebon. das Woh­nungswesen, mehrere städtische Betriebe. Gc* ländewesen. Feuerlöschwesen usw.

Mit Bürgermeister Krenzien ist ein verant­wortungsbewußter, allezeit voll und ganz in seiner Pflicht ausgehender Beamter der Stabt aus bem Leben geschieben. Aber nicht nur seine vorbildliche Pflichterfüllung, sondern auch sein liebenswürdiges unb stets hilfsbereites We­sen machen ben Verlust dieses Mannes beklagens­wert. In der Beamtenschaft und in weiten Kreisen der Bevölkerung brachte man ihm vollste Hochachtung und herzliche Sympathie entgegen, seinem engeren Bekanntenkreis war er stets eine angenehme und hochgeschätzte Persönlichkett. Seine ganz besondere Fürsorge im Rahmen seines Amtes galt der Linderung der Wohnungsnot, unb in dieser Richtung hat er nach Maßgabe der städtischen Finanzkraft für den Wohnungs­bau vieles getan, wofür man ihm volle An­erkennung schuldig ist. Leider versagten es ihm die unglücklichen Zeitverhält nisse, fernen Willen und feine beruflichen Qualitäten noch stärker alÄ geschehen zur Auswirkung kommen zu lassen. Jedoch sein Rame wird in der Stadtverwaltung und 'n der Bürgerschaft stets in hohen Ehren gehalten werden, unb das Andenken an diesen trefflichen Menschen Wird bei denen, die ihm nähertrcten konnten, allezeit unvergeßlich blcU ben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 25. Februar 1925. Bolkstrauertaa.

Vom Volksbund Deutsche KriegSgräbedür- sorge, Ortsgruppe Drehen, wird uns geschrieben:

Ern allgemeiner deutscher Dolkstrauertag (ft feit langem der Wunsch Welter Kreise des deut­schen Volkes gewesen. Am meisten haben die ihn herbeigesehnt, die der Ueberzeugung sind, daß uns nichts so bitter not tut wie Einigkeit und Ausgleichung der Gegensätze, die unser Volk mehr denn je zerreißen, alle, die bas Wort jenes Römers nicht vergessen, daß man die Deutschen am besten bekämpft, wenn man fte ihren inneren Zwistigkeiten überläßt Wo aber wollen wir uns zusammenftnden, es sei denn an den Gräbern unserer Gefallenen ? Sie opferten sich für ihr Volk ohne Unterschied des Standes, der Partei, des Bekenntnisses. Ihr Opscrtob wäre schon bann nicht vergeblich gewesen, wenn ihr Gedächtnis ein einigendes Band um alle Deutsche zu schlingen verniöchte. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat diesen Gedanken vor allem gepflegt. Auch In ihm haben sich Deutsche aus allen Kreisen des Volkes zusammengefunden. So hat es der Volksbund auch übernommen, überall in Deutschland zu einer gemeinsamen Feier aufzurufen, nachdem nun erstmalig am Sonntag, 1. März, der Vollst rauec- t a g begangen werden soll In Gießen findet eine Ferer vormittags 1 V ? Uhr in b er Reuen Aula statt. Pfarrer Becker wird bie Gedenkrede halten. Musik und Dichtung wer­den die Feier umrahmen. Die Einwohnerschaft wird herzlich hierzu eingeladen. Der Zutritt ist unentgeltlich, jedoch werden am Eingänge mit Nummern versehene Programme ausgegeben, bie zur Einnahme der Plätze berechtigen, die enb' sprechende Nummern tragen. Es soll hierdurch^ vennleben werben, daß durch Gedränge bie Würbe ber Feier beeinträchtigt wird, oder bah infolge ungenügender Ausnutzung des Raumes

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Komm äer Sieß- Limburg^ 3 Uhr. V tf 3,52 $ 6,02, abb.i «

m Februar M halbe", lührung un fanden pmj unb W U W Sie ME Derg crivay Enttoicilung schnllsvefenS.

Sieben UJ Senosfens^ tzckulen. Instrai der fchen Schule geteilt, oatz mcht, wie i DrMchüker aufnnnml. so LMlllätsklas Mimsstanbe Deshalb ist Mr du Hof toeiS der 01 werlia-n Li m tiingsste Deutsche 1 Lage ist, Deutschen; lchten öihi Deibehaltu gesprochen.

Mnaten Sturm gell Bei der b Regierung erster Stel

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