-,um Dekanats-Gustao-Abolf-Fest, das am 13. September, acht Tage vor dem großen Gießener Gustav- Adolf-Fest, auf dem Wirberg stattfinden soll. Die Festkollekte ergab 70 Mk., der Schriftenoerkauf ist noch nicht abgeschlossen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß der Festprediger morgens in Harbach einen Missionsgottesdienst hielt, weil sie die Harbacher Freunde wegen der Gefahr der Ueberschleppung der dort herschenden Maul- und Klauenseuche nicht auf den Wirberg einladen konnten, und weil nachmit- tags in Ettingshausen das Denkmal eingeweiht wurde.
Schöffengericht Wetzlar.
Wetzlar, 21. Aug. Wegen falscher Beurkundung und Vergehens gegen das Personenstandsg^e- setz war der Bürgermeister und Standesbeamte J-. aus Breitscheid angeklagt. Wie die Anklage ergibt, hatte ein Brautpaar bei dem Angeklagten ein Aufgebot beantragt. Da der Bräutiaam nicht im Besitze einer Geburtsurkunde war, sondern nur einen ungarischen Schein, anscheinend einen Impfschein, oorlegte, wurde ihm seitens des Angeklagten aufgegeben, eine Geburtsurkunde beizubringen. Der Angeklagte nahm aber trotz des Fehlens der Geburtsurkunde das Aufgebot auf und drei Wochen später die Trauung des Paares vor. Erft einige Zeit nach der Trauung gelangte der Angeklagte in den Besitz der Urkunde. Der Angeklagte gibt den Sachverhalt, wie ihn die Anklage schildert, zu, er will sich aber hierdurch nicht strafbar gemacht haben, zumal es ihm als Stadesbeamten überlassen sei, von der Vorlage einer Urkunde Abstand zu nehmen hatte — mithin hatte das Protokoll den An- kannt sind, was in dem vorliegenden Fall zugetroffen habe. Das Gericht teilt diese Ansicht des Angeklagten, es bezeichnet aber die Handlungsweise des Angeklagten, der den Verzicht auf Vorlegung der Urkunde nicht in seinem Protokoll ausgenommen hatte — miihan hatte das Protokoll den Anschein, als ob eine Geburtsurkunde vorgelegen habe — als falsche Beurkundung. Ein Verzicht auf Vorlage der Urkunde konnte ebenfalls nicht in Frage kommen, denn der Angeklagte hatte ja dem Bräutigam aufgegeben, eine solche herbeizuschafsen. Unter Zubilligung mildernder Umstände, zumal der Angeklagte, weil das Ehepaar Interesse an schneller Eheschließung hatte, hier lediglich aus Gutmütigkeit gehandelt hatte, erkannte das Gericht auf 200 Mk. Geldstrafe.
Des weiteren waren noch vier Angeklagte wegen Teilnahme an den Wetzlarer Oktober-Unruhen vom Jahre 1923 auf der Anklagebank. Es sind dies der Anstreicher H. M. aus Wetzlar, das Dienstmädchen W. Sch. aus Gießen, der Arbeiter H. P. aus Wetzlar und der Arbeiter W. R. aus Niedergirmes. Der Angeklagte M. hatte sich längere Zeit in Frankfurt a. M. verborgen gehalten, bis er vor kurzem verhaftet wurde. Ihm ist Teilnahme an den Gewalttätigkeiten und Plünderungen zur Last gelegt, und zwar soll er sich als Rädelsführer hervorgetan haben. Der Angeklagte bestreitet entschieden jede strafbare Handlung, dagegen will er am ersten Abend auf dem Eisenmarkt gewesen sein, jedoch nicht in gewalttätiger Absicht. Er will gelegentlich der Plünderungen alles versucht haben, die Leute von den Plünderungen ab- zuhalten, was auch durch einige Zeugen bestätigt wird.
Die Angeklagte Sch. gibt zu, ein Paar Schuhe auf der Straße vor einem Geschäft aufgehoben zu haben, hat diese aber wieder zurückgegeben. Ebenso gibt der Angeklagte R. zu, ein Paar Schuhe von einer Geschäftsfrau erhalten zu haben, Bezahlung sei nicht von ihm verlangt worden. Beide Angeklagten wollen sich hierdurch nicht strafbar gemacht haben. Der Angeklagte P., der in ziemlich rühriger Weise bei der Befreiung der im Polizeigefängnis untergebrachten G e- f a n g e n e n beteiligt gewesen sein soll, bestreitet die ihm vorgeworfene Handlung, dagegen will er im Gebäude der Polizeiverwaltung gewesen sein, jedoch nichts mit der Gefangenenbefreiung zu tun gehabt haben. Nachdem die Beweisaufnahme, die mehrere Stunden dauerte, und bei der eine ziemliche Anzahl Zeugen, die früher teilweise Mitangeklagte waren, geschlossen war, erhält der Staatsanwalt das Wort zu seinem Plädoyer. Bezüglich des Angeklagten M. läßt er die Anklage wegen Rädelsführung fallen und beantragt gegen ihn wegen Vergehens gegen § 125,2 die gesetzliche Mindest- ' strafe von 6 Monaten Gefängnis und wegen der j übrigen Angeklagten das Gleiche. Nach kurzer Be- ! ratung wurde das Urteil verkündet. Es lautete [ gegen M. wegen einfachen Landfriedens । bruchs auf 3 Monate Gefängnis, gegen Sch. und R. wegen schweren Landfriedensbruchs auf je 6 Monate Gefängnis und gegen P. wegen schweren Landfriedensbruchs auf 9 Monate Gefängnis. Bzgl. des Angeklagten M. gilt die Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt, während den übrigen Angeklagten Strafaussetzung mit Bewährungsfrist bis 1. Oktober 1928 unter Auferlegung von Geldbußen an Sch. und R. in Hohe von je 50 Mk. und an P. in Höhe von 100 Mk., zahlbar in Monatsraten von je 10 Mk., zugebilligt wurde.
Amtsgericht Wetzlar.
Wetzlar, 20. Aug. Der Arbeiter Wilhelm N. aus Heuchelheim, der der Uebertretung der Polizei- verordnunq über den Radfährverkehr beschuldigt roar — er halle angeblich auf der Atzbacher Straße einen des Weges kommenden Mann, dem er auf seinem Fahrrad begegnete, nicht durch Glockenzeichen auf sein Nahen aufmerksam gemacht —, war durch Strafbefehl des Amtsgerichts Wetzlar mit 10 Mark Geldstrafe belegt worden. Auf feinen Einspruch erfolgte heute Freisprechung, da seine Angaben, er sei dies nicht gewesen, nicht zu widerlegen waren.
Wegen Fahrraddiebstahls hatte sich der Walzmeister Matthias L. von Wetzlar zu verantworten. Wie die Anklage ergibt, war dem Zeugen Pf., als er im Dezember v. I. in Wetzlar m der Wirtschaft Rösch verweilte, sein im Hausflur unter- gestelltes Fahrrad entwendet worden. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib des Rades waren er- 'olglos, auch die Polizei vermochte nicht, den Täter ausfindig zu machen, bis eines Tages der Zeuge B., der mit dem Bestohlenen gut bekannt war, und das entwendete Rad infolge eines Fehlers an der Kabel genau kannte, das entwendete Rad auf dem Hofe des Angeklagten entdeckte. Natürlich gab B. bem Bestohlenen sofort Kenntnis von seiner Entdeckung, und es erfolgte Anzeige bei der Polizei, die das Rad sofort beschlagnahmte und es dem Pf., d-r es als das entwendete bestimmt erkannte, zu- lütfgnb. Der Angeklagte bestreitet die Entwendung des Fahrrades, sondern will dieses im Januar 1925 non einem Manne namens Wagner aus Nauborn gekauft haben. Er will sofort 30 Mark an
bezahlt und die restlichen 30 Mark etwa 14 Tage später wieder in der Wirtschaft Rösch dem Verläufer ausgezahlt haben, während es in Wirklichkeit den angeblichen Verkäufer namens Wagner in Nauborn, den angestellten Ermittlungen zufolge, nicht gibt. Das Gericht erachtet den Angeklagten trotz feines Leugnens als der Tat überführt und verurteilt ihn zu drei Monaten Gefängnis; auch werden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Der Kleinhandel mit Fleisch.
Im Amtsblatt der hessischen Regierung, der Darmstädter Zeitung, wird vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft die -reue Fassung des Gesetzes über den Verkehr mit Vieh und Fleisch bekanntgegeben. Das Gesetz enthält acht Paragraphen, von denen die beiden letzten die Strafbestimmungen betreffen. Wegen der Wichtigkeit des Paragraphen 6 im Verkehr mit dem Publikum teilen wir diesen hier mit:
„Wer Frischfleisch, Gefrierfleisch, Fleischwaren oder Wurstwaren im Kleinhandel feilhält, ist verpflichtet, ein Verzeichnis in seinen Verkaufsräumen oder an seinem Betriebsstand nach näherer Anordnung der obersten Landesbehörden anzubringen, aus dem die Verkaufspreise der verschiedenen Arten und Sorten ersichtlich sind. Die angegebenen Preise dürfen nicht überschritten werden. Gefrierfleisch muß als solches bezeichnet werden."
(Gießener Wochenmarktprerfe.
am 22. August 1925 (Händlerpreise).
Es kosteten auf dem'heutigen Wochenmarkt: Butter 220 bis 230. Matte 35 bis 40, Käse 70, Wirsing 20, Weißkraut 15, Rotkraut 20, gelbe Rüben 20, rote Rüben 10, Spinat 40, Römischkohl 10, Dohnen 30 bis 35, Mischgemüse 15, Tomaten 30, Zwiebeln 20. Rhabarber 15. Kürbis 10, Pilze 40, Kartosfelln 5 bis 6, Frühäpfel 15 bis 40, Falläpfel 5 dis 8, Dirnen 40 bis 70, Eierpflaumen 40, Zwetschen 30, Mirabellen 50, Weintrauben 60, Pfirsiche 80 bis 120, Brombeeren 45 bis 60, Preiselbeeren 60, Honig 35, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Ps. baä Pfund, Eier 15 bis 16, Blumenkohl 50 bis 140, Salat 10 bis 20, Salatgurken 30 bis 60, (Sinmacftiurfen 3 bis 5, Endivien 20, Ober-Kohlrabi 15, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück.
Wirtschaft.
Ruhrkohlenförderung.
Rach den vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 9. bis 15. August im Ruhrgebiet in sechs Arbeitstagen 1 920 571 Tonnen Kohle gefördert gegen 1 934 245 Tonnen in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls sechs Arbeitstagen. Die Kokserzeugung nahm in den sieben Tagen der Derichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) gegenüber der Vorwoche von 405 874 Tonnen auf 399 827 Tonnen ab, die Preßkohlenherstellung von 67 190 auf 65 105 Tonnen bei sechs Arbeitstagen. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 9. bis 15. August im Ruhrgebiet 320 059 Tonnen gegen 322 374 Tonnen in der vorhergehenden Woche und 379 840 Tonnen im Durchschnitt des Jahres 1913. Die täglich« Kokserzeugung stellte sich auf 57118 Tonnen gegen 57 982 Tonnen bzw. gegen 68 377 Tonnen. Die tägliche Preßkoblenherstellung auf 10 851 Tonnen (11 198 bzw. 16 439 Tonnen).
• Wieder Sonnabendbörse in Hannover und Bremen. Rach Bekanntmachung des Dörsenvorstandes findet ab 1. September bis auf weiteres an den Sonnabenden wieder Börse in Hannover statt. Auch in Bremen findet wieder an den Sonnabenden offizieller Börsenverkehr statt.
Berlin?«: Produktenbörse.
Berlin, 22. Aua. Der Produktenmarkt war schwach, trotz der hohen amerikanischen Preise. Das Angebot von polnischem Hafer und Weizen soll dabei eine Rolle spielen. Es notierten pro Tonne: Weizen (märt) 229 bis 233, Weizen (September) 248 bis 246, Weizen (Oktober) 252 bis 250, Weizen (Dezember) 257 bis 256, Roggen (mark.) 169 bis 175, Roggen (westpreuß.) 160 bis 162, Roggen (Septembers 188 bis 186, Roggen (Oktober' 194,50 bis 193, Roggen (Dezember) 200,50. Gerste (mark.) 240 bis 272, Futtergerste 189 bis 197, Hafer (märk.) 180 bis 187, Hafeo (Oktober) 184, Hafer (Dezember) 191, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360; pro Doppelzentner: Weizenmehl 31,75 bis 34,75, Roggenmehl 25 bis 26,75, Weizen kleie 13, Roggenkleie 13, Biktoriaerbsen 27 bis 35, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 23 bis 25, Peluschken 23 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen (blau) 12,50 bis 14,50. Lupinen (gelb) 15 bis 16,50. Rapskuchen 16,60 bis 16,80, Leinkuchen 23,20 bis 23,40, Trockenschnihel 12 bis 12,30, Torfmelasse 9,70 bis 9,80, Kartosfelflocken 24, Zucker 22 bis 22,20.
Büchertisch.
— Das Wesen des evangelischen C h r i st e n t u m s. Don Professor Dr. Karl Heim. (Wissenschaft und Bildung Nr. 209.) Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Die vorliegenden - Ausführungen gehen nicht in den Kampf der Konfessionen ein und Hetzen gegen kein Glaubensbe- lenntnis. Sie regen den Leser nur zu der Besinnung an, zum Nachdenken über die letzten Gegensätze der Weltanschauung und Lebensachtung, die hier auf dem Spiele stehen. 431
— Abriß der geistigen Entwicklung des Kindes. Von Professor K. Bühler. (Wissenschaft und Bildung Nr. 156.) Zweite, verbesserte Auslage. Verlag von Quelle & Mever in Leipzig. In den Betrachtungskreis der Vereroungs- lehre in der vergleichenden Psychologie stellt Bühler die seelische Entwicklung im oorschulpslichtigen Alter hinein. Von diesem Boden aus, den er durch allgemein psychologische Deutungsgrundlagen und durch geschickte Auswahl eigener und fremder Beobachtung verbreitet, löst er seine Aufgaben. Eigene Beobachtung und Beispiele aus den besten Kinderstudien gestalten sich zum interessanten Bild der Kindesentwicklung, das den Reiz zu eigener Beobachtung weckt. 433
— Säuglingsgymnastik. Don Detlefs Neumann-Neurode. Mit einem Vorwort von Professor Dr. Leo Langstein. Das Krüpoeltum vieler Menschen kann zum großen Teil veryütet werden, wenn mir uns mehr bewußt würden, daß wir schon beim Säugling mit zweckmäßigen körperlichen
Hebungen beginnen müssen. Die bereits in 3. Auflage vorliegende Arbeit von Neumann-Neurode gibt ein erprobtes System der Säuglingsgymnastik. Eine genaue Anleitung ermöglicht auch der halbwegs geübten Laienhand die Vornahme dieser Hebungen am Kinde. Sehr interessant ist, daß der in der Säuglingskunde bekannte Fachmann, Professor Langstein in Berlin, die Säuglingsgymnastik in feiner Anstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit im Deutschen Reiche in sein Arbeitsprogramm ausgenommen hat, wie er in einem aus seiner Feder stammenden Vorwort bemerkt. 442
— Erziehungsprobleme der Reifezeit. Herausgegeben von Studienrat Dr. H. Küster. Vortragsreihen für Erzieher und Eltern. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft für Pädagogik zu Kassel unter Mitarbeit hervorragender Fachleute. Leinenband 5,60 Mk. Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. Als Erziehungsproblem ist die die Reifezeit pädagogisches Neuland. Das vorliegende Buch führt Erzieher und Eltern ein in das Verständnis der Seelenlage der Jugendlichen. Einleitend weist Kultusminister Dr. Boelitz auf die Bedeutung dieser Problemreihe innerhalb des gegenwärtigen Bildungskampfes hin. Dr. Borbein, der Vorsitzende des Provinzialschulkollegiums Kassel, beleuchtet die Beziehungen der Jugend zu ihren Erziehern in Haus, Schule und Kirche. Wertvolle Ausführungen über die Suggestion und Suggestibilität im Jugendalter sowie über Erotik und Sexualität der reifenden Jugend werden von Professor Stern, Pubertätskrisen und die Stellung der Jugend zum Recht von Professor Hofmann behandelt. Die wichtige Frage des Verhältnisses des Jugendlichen zum Be- ruf, über den Kampf gegen die Verwahrlosung Jugendlicher und über krankhafte seelische Zustände im Entwicklungsalter beschließen das Werk. 447
— Lebenswirtschaftliche Erziehung im Lichte einer erziehungswissenschaftlichen Diätetik. Von Rektor Hugo Schmidt. Leinenband Mk. 4.—. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Dem Verfasser ist Erziehung ein biologisches Problem, das den persönlichen und sozialen Lebensoorgang umfaßt. So gesehen, gilt es vor allem, das Kind in seiner Entwicklung zu erfassen, nach diesen Gesetzen die Persönlichkeit zu bilden und die verschiedenen Richtungen seines Lebenswillens zu gestalten. Dann gestaltet sich die diätetische Erziehung notwendig zu einer lebenswirtschaftlichen Erziehungspraxis, die ebenso die Lebensoflege umfaßt, wie die Erlebnis- und Nacherlebnispstege. Greift also das Buch in seinem ersten Teile auf die Ergebnisse der Biologie und Psychologie zurück, so zeigt es im zweiten von ganz neuem Blickpunkt aus die Probleme der Pädagogik, um schließlich in einem letzten Abschnitt die an die Organe einer lebenswirtschastlicken Erziehung zu stellenden Anforderungen aufzurollen. 448
— Einführung in die Hauptfragen der Philosophie. Von Geheimrat Professor Dr. R. (Surfen. 4. verbesserte Auslage. Leinenband Mk. 6.—. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Surfen gehört zu unseren wenigen Denkern, die lange vor der gegenwärtigen Katastrophe die Leere und Hnzulänglichkeit der letzten Jahrzehnte erkannten und unermüdlich zur Verinnerlichung, zur Sammlung der Geister, zur Vertiefung des Lebensgehaltes mahnten. Heute stehen wir an den Trümmern nicht nur unseres staatlichen, sondern auch unseres kulturellen Seins. Heute wissen wir es alle, daß nur durch Wiedergewinnung einer idealistischen Lebensanschauung, durch Abwendung vom Materialismus unserer vergangenen Tage eine Besserung zu hoffen ist. In diesem Augenblick ist uns (Surfens „Einführung in die Hauptfragen der Philosophie", die soeben in vierter Auslage erschien, doppelt wertvoll.
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— Deutscher Hort. Kulturkundliches Lesebuch in Einzelheften. Herausgegeben von Ober- ftubienbirettor Dr. F. Wuessing unb Stubienrat Dr. G. Wenz. 52 Hefte mit zahlreichen Bildern, ^reis je nach Umfang 40—80 Pf. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig. — Trotz mannigfacher Versuche fehlte uns noch das wahrhaft neuzeitliche Lesewerk, das im Geiste der heutigen Unterrichts- foröerungen der zentralen Bedeutung des Deutschen für alle Lehrfächer gerecht wird. Diese hohe Forderung erfüllen die schmucken Hefte des „Deutschen Hortes" nach jeder Richtung. Die Herausgeber haben hier in prachtvoller Anordnung ein kulturkundliches Lesebuch geschaffen, das in der Fülle des Gebotenen eine einzigartige Auswahl des für die Jugend Wertvollsten aus unserem ganzen Kulturgut darstellt. So unterstützen den Geschichtsunterricht die Bändchen: „Aus germanischer Zeit", „Deutsche Vergangenheit", „Aus deutscher Geschichte", „Volksmärchen", „Sagen", „Unsere Muttersprache", „Lyrik", „Balladen" und andere führen in die Schönheit der deutschen Sprache und Dichtung ein. In „Kinderseelen", „Elternhaus und Nachbarschaft" wird für die Unterftufe dem naiven kindlichen Erleben sein volles Recht gegeben. Die tieferen Saiten unseres Gefühlslebens schlagen die mit „Glaube und Frömmigkeit", „Menschenschirfsale", „Gott, Welt und Mensch" usw. betitelten Teile an. „Vom Weltall", „Erde und Leben", „Von Pflanzen, Tieren und Menschen" „Aus fremden Landen" beuten das deutsche Lesegut für den natur- und erdkundlichen Hnterricht aus. Deutsche Landschaft und Stammes- art in Sitte und Brauch ist ausreichend behandelt, auch den Deutschen im Auslande und in den Kolonien sind zwei der schönsten Hefte gewidmet. Eine besondere verdienstvolle Würdigung findet die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und Technik in den Bändchen „Hinter Pflug und Schraubstock", „Deutsches Wirtschaftsleben", „Die Welt der Technik". Hier ist mit den üblichen Lesebuchstoffen Schluß gemacht. 430
— Chemisches .Experimentierbuch. (Naturw. Bibi.) Von Rektor O. Hahn. 2. verbesserte "Auflage. Leinenband Mk. 2.80. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. 158 Experimente aus allen Gebieten der organischen und anorganischen Chemie unter Ausschluß aller gefährlichen Versuche mit Phophor, konzentrierten Säuren und Laugen stellt der Verfasser auf. Die Versuche sind einfach. Sie setzen keine besondere Einrichtung, keine kostspieligen Apparate voraus. Unb doch wird der Arbeitende in das volle Verständnis eines chemischen Vorgangs eingeführt und lernt chemische Tatsachen kennen und ergründen. 441
— Senator Gerth, Die unmöglichen Hohenzollern. 184 Seiten in Halbleinen 3,50 Mark. (Verlag für Sozialwissenschaft, Berlin SW 68.)
— Grundfragen der Sprachwissenschaft. Bon Prof. Dr. H. Güntert. (Wissenschaft und Bildung Nr. 210.) Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Seine Hauptaufgabe erblickt der Verfasser darin, Ziele und Aufgaben der Sprachwissenschaft darzulegen, die grundlegende Bedeutung der Sprache für das Geistesleben aufzuzeigen und dem Leser zur Eigentätigkeit neue Anregung zu geben. 437
— Werkzeugkunde. Ein Lehr- und Hilfsbuch für den Werkunterricht unb für Fachschulen. Von Konrektor R. Frenkel, Leiter des Werkseminars und Oberleiter des Werkunterrichts in Berlin. Leinenband Mk. 8.—. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Das als Lehr- und Nachschlagebuch hervorragend geeignete Werk gehört in jede Werkstattbücherei. Jeder Arbeiter und Praktiker, der sich über das Wesen und die Bauart der von ihm geführten Werkzeuge zu unterrichten hat, muß zu diesem Buche greifen. 440
— Deutschkundliche Bücherei. Das Nibelungenlied. Von Privatdozent Dr. H. GngerL Deutscher und nordischer Glaube. Bon Professor Dr. P. Herrmann. Die deutsche bildende Kunst der Romanttk. Von Professor Dr. Fr. Knapp. Die deutsche bildende Kunst der Gegenwart. Von Prof. Dr. Fr. Knapp. Deutsche Philosophie im 19. Jahr- hundert. Von Studienrat Dr. R. Scherwatzky. Man muß es dankbar begrüßen, daß die heute übliche freiere Gestaltung des deutschen Hnterrichts der Schöpfung einer so wertvollen Sammlung die Veranlassung geben. Denn sie ist keineswegs nur für den Hnterricht bestimmt. Wir wüßten für den Laien keinen besseren Weg, sich in die verschiedenen Zweige deutscher Kultur einführen zu lassen, wie durch diese schmucken Bändchen aus der Feder erster Fachleute. Das beweisen wieder die vorliegenden fünf neuesten Hefte. 435
— Praktischer Lehrgang der deutschen Einheitskurzschrift. Von Professor Dr. G. Amsel. Kart. 1 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Der Verfasser ist als Mitglied des Einigungsausschusses an der Schöpfung der Einheitskurzschrift beteiligt gewesen und hat als bewährter Leiter der Stenographie-Abteilung am Zentralinstitut für Erzielstmg und Hnterricht in Berlin die beste Erfahrung. Das hebt das kurze handliche Lehrbuch aus der ungeheuren Flut der neuen stenographischen Literatur heraus. 429
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Mittwoch, 26.; Der fliegend« Holländer. Donnerstag, 27.; Pique Dame. Freitag, 28.: Tiefland. Samstag, 29.: Fidelio. Sonntag, 30.: Intermezzo. — Schauspielhaus. Don Sonntag, den 23. Augst, bis Mittwoch den 26. August, geschlossen. Donnerstag, 27., Freitag. 28. und Samstag, 29. Aug.: Ein Spiel von der heiligen Messe. Sonntag, 30.: Einer von unsere Leut.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Amschau".) Montag, 24. August.
4 6 bis 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Die Ro- velle): „Michael Kohlhaas", von Heinrich von Kleist. 7 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 7 bis 7.30 Ahr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Dortrag von Herrn Schnauf: „Gedämpfte und ungedämpfte Wellen (Bestimmung d. Dämpfungsdekrementes)". 7.30 bis 8 Mr: llebertragung von Kassel: Dortrag von Aniversitätslektor F. K. Roedemeher, Frankfurt a. M.: „Nietzsche im künstlerischen Dortrag". 8 bis 8.30 Ahr: Englischer Unterricht, erteilt von Paul Olbrich, Studienrat an der Musterschule. 8.30 bis 9.30 Ahr: Sinfoniekonzert (Ouvertüren), musikalische Leitung: Dr. Ludwig Rottenberg, erster Kapellmeister des Frankfurter Opernhauses; Ausführung: Das Orchester des Frankfurter Opernhauses. 9.30 Ahr: Rachrichtendienst, Wettermeldung. 9.35 Ahr: Spätankündigung: „Eigentum ist Diebstahl!". 9.45 Ahr: Sportfunkdienst. 10 bis 11 Ahr: Aebertragung von Kassel: „Der Dilettant", Wettbewerb Kasseler Musikfreunde.
Dienstag, 25. August.
3Ahr: Wirtfchaftsmeldungen. 4Ahr: Wetterbericht der Gießener Wetterdienststelle. 4 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 4.15 Ahr. (Nachrichtendienst der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau. 4.20 Ahr. Rachrichtendienst. 4.25 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 4.30 bis 6 Ahr: Rachmittagskonzert des Hausorchesters: Märsche berühmter Komponisten. 6 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 6 bis 6.30 Ahr: Die Lesestunde (Meisterwerke der Weltliteratur): Aus „Don Quichote" von Cervantes. 7 Ahr: Wirtschaftsmeldungen. 7.30 bis 8 Ahr: Dortragszhklus des Stadtgesundheitsamtes: „Die Tätigkeit des Sportarztes", Dortrag von Dr. Gersbach. 8 bis 8.30 Ahr: Aebertragung von Kassel: Stunde der Stadt Kassel: „Aufgaben dev. musikalischen Erziehung im Schulunterricht", Dortrag von Gg. O. Kahse. 8.30 Ahr: Der Vogelhändler, Operette in 3 Akten, von Carl Zeller. Musikalische Leitung: Kapellmeister Albert Mischel. — Anschließend: Rachrichtendienst, Wettermeldung, Sportfunkdienst.
GEGRÜNDET 1876
Bahnhofstr. 65b GIESSEN Fernruf 1367
Pianohaus
Filiale: Lieh (Oberhessen)
Flügel und Pianos


