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Landkreis Gietzen.
am Dienstagvormittag ein M i n i st e r r a t
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im der
nison in Wiesbaden ablösen würden, seien nicht den Tatsachen entsprechend.
Der Kamps um Alhucemas.
Madrid, 24. Aug. (XU.) Die Beschießung der Insel 2llhucemas dauert an. Die Verwundeten werden fortlaufend von der Insel toep- getragen. Der Kommandant von AlhucemaS tft
Die Ruhrbergarbeiter lehnen den Schiedsspruch ab.
Bochum, 24. Aug. (TU.) In einer Bezirkskonferenz des Bergarbeiterverbandes in Bochum wurde der Lohnschiedsspruch im Ruhrbergbau abgelehnt und ein Ausgleich für d i e zunehmende Teuerung verlangt. Eine weitere Entschließung verlangt den Ausbau des Reichs-Knapp- schastsgesetzes und die Wiedereinführung der Familienhilfe wegen Gefährdung des Gesundheitszustandes der Arbeiterfamilien.
Die Passivität des deutschen Außenhandels.
Berlin, 24. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die reine Waren einfuhr weist im Juli gegenüber dem Vormonat eine beträchtliche Steigerung, nämlich um 147 Millionen Reichsmark, auf. Die reine Waren a u s f u h r ist um 57 Millionen Reichsmark gestiegen. Die sich auf Grund des reinen Warenverkehrs ergebende Passivität der Außenhandelsbilanz beträgt im Juli 417 Millionen Reichsmark gegenüber 321 Millionen Reichsmark im Juni.
Bochum, 22. Aug. (B. Z.) Anläßlich
September geplanten Besreiungskundgebung
Reichsregierung wird neben dem Reichspräsidenten von Hindenburg auch eine Anzahl von Vertretern der preußischen Staatsregierung, wahrscheinlich der Ministerpräsident Braun und der Innenminister S e v e r i n g gemeinsam mit Hindenburg das Ruhrgebiet und die Stadt Bochum besuchen. Als Tag der Kundgebung ist der 18. September in Aussicht genommen. Die Vorbereitungen der Kundgebungen liegen in den Händen des Oberpräsidiums der Provinz Westfalen.
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Verlegung des englischen Hauptquartiers.
Wiesbaden, 24. Aug. (TU.) Wie der ,.Mainzer Anzeiger" von authentischer Seite erfahren haben will, wird das Hauptquartier der englischen Besahungstruppen nach Räumung der Kölner Zone nach Koblenz verlegt werden und zwar, wie es heißt, aus materiellen, wirtschaftlichen und strategischen Gründen. Alle andern gegenteiligen Meldungen, vor allem, daß die Engländer die französische Gar-
£ Wieseck, 24. Aug. Bei der gestern stattgefundenen Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Karl Schäfer III., ber vor kurzem auf eine 25jährige Tätigkeit als Beigeordneter zurückblicken konnte, mit 753 Stimmen auf weitere 6 Jahre gewählt. Der Wahl war am Samstag eine öffentliche Versammlung vorausgegangen, in der Gemeinderatsmitglied Heinrich Schmidt ei klärte, mit den Gerüchten, nach denen er für diese Wahl kanditiere, nichts zu tun zu haben. Somit ver- einigten sich alle abgegebenen Stimmen auf den seitherigen Beigeordneten. Abgegeben wurden 757 Stimmen, drei waren ungültig, eine davon infolge eines „dichterischen" Scherzes von linksradikaler Seite, eine gültige Stimme entfiel auf den Ortspfarrer Sattler.
£ Wiefeck, 23. Aug. In feiner letzten Sitzung nahm der Gemeinderat eine Umstellung der Gemeindeumlagen vor. Demnach sollen für bas laufende Rechnungsjahr pro 100 Mark Steuer- mert erhoben werden: Von den Gebäuden und Bauplätzen 16 Pf. an Stelle von 21 Pf„ von den land- und for st wirtschaftlich genutzten Grund st ücken 40 Pf. an Stelle von 42 Pf., vom gewerblichen, land- und for st wirtschaftlichen Anlage - und 23 e* triebskapital 60 Pf. an Stelle von 30 Pf. Die Erhöhung der letzten Steuerart fällt gegenüber den Ermäßigungen der anderen kaum ins Gewicht, sie soll trotz der Erhöhung im Jahre etwa 2700 Mark bringen, das seinen Grund in dem geringen Betriebskapital hat und von den Beteiligten in Anbetracht der Grund- und Gebäudesteuer leichter ge
rn o ch zu veröffentlichen, eingehen werde, da für eine Verzögerung der Veröffentlichung bis Freitag kein verständlicher Grund vorliege. Das Blatt teilt weiter mit, daß sich ' mit
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DieSorge jederHausfrau istes haltbar, wohlschmeckend, und gut bekömmlich emzu- kochen. Unerreicht hierin als Einmach- und Speise- Essig ist der selbst Macenkranken empfohlene Citrovin-Essig
Verlangen Sie daher nicht Essig, sondern autzdrück» lich Citrovin-Essig. 1 Flasche - 3-4 Str. ge- brauchSf. Essig, daher nicht teurer als guter Essig
In ber Rachmittagssitzung beschäftigte sich der Führer der deutschen Jugendbewegung Dr. S1 a e h l in- Rürnberg mit der L a g e d e r deutschen Ingen d. Wenn man die deutsche Jugend betrachtet, so zeigt sich deutlich die Kultur k r i s e, in der wir leben. Es ist Aufgabe der Kirche, die Jugend ernst zu nehmen in ihrem Ringen um Wahrhaftigkeit und Lebenseinheit. Hierauf geißelte die Reichstagsabgeordnete Frau Müller-Otfried-Hamrover unter starkem Beifall der deutschen Delegation die Einrichtung von Bordellen im besetzten Gebiet und richtete an die Konferenz den Appell, gegen diese Schmach vorzugehen. Dann ergriff
Reichsgerichtspräsident Dr. Simons zu einem Vortrag über Christentum und Verbrechen das Wort, in dem er u. a. aus- sührte: Das Verhältnis des Christentums zu den Problemen des Verbrechens und der Strafe scheint ,je länger man sich damit beschäftigt, desto verwickelter zu werden. So war denn auch die Haltung der christlichen Gemeinschaft gegenüber dem Strafrecht des Staates von jeher schwankend und widerspruchsvoll. Christus selbst hat es abgelehnt, sich bei Streitfällen zwischen den Jüngern zum Richter anrufen zu lassen. Die soziologische Wissenschaft und die psychologische Analyse schiebt die Verantwortung auf die unheilvolle Umgebung des Verbrechers. Der Redner erörterte in diesem Zusammenhang auch die Frage des bedingten Straferlasses und erklärte, daß der Strafaufschub gerade bei dem einfachen Volke Bedenken begegne. Im anderen Lager ständen die Anhänger der Vergeltung, denen es nicht um den Täter, sondern um die Tat zu tun sei. Eine Verletzung der Rechtsordnung müsse nach ihrer Auffassung gesühnt werden. Eine klare Entscheidung hinsichtlich dieser einander gegenüberstehenden Meinungen gebe das Christentum nicht. Bemerkenswert sei auch, daß man selbst in den aufgeklärtesten christlichen Ländern immer wieder bei grausamen Verbrechen zu der Todes st rase zurückkehre. Die christliche Religion werde es jedoch nicht unterlassen dürfen, den Staat vor einer«Aeberspannung seiner Strafgewalt zu warnen.
Am Sonntag ruhten die Verhandlungen der Weltkonserenz. Vormittaas und nahmittags sanden in allen Kirchen der S^adt Gottesdienste statt, in denen hervorragende Prediger der einzelnen Länder redeten. Von besonderer Bedeutung war die
Gedächtnisseier in der Gustav-Wasa-Kirche zur Erinnerung an den während der bolschewistischen Anruhen ermordeten Patriarchen Tichou.
Eine unübersehbare Menschenmenge hatte sich schon lange vor Beginn der Feier auf dem großen Platz vor der Kirche angesammelt, um den Einzug der Kirchenfürsten zu sehen. Der große Kuppelraum des Domes war überfüllt. Kurz nach 9 Ahr zog die Schar der kirchlichen Würdenträger in feierlicher Prozession zum Altar, vor dem die Patriarchen der orientalischen Kirchen, an ihrer Spitze der Patriarch von Alexandrien, Aufstellung nahmen. Rach dem Gesang der Litanei durch zwei Chöre sprach der Metropolit von Rumänien als Vertreter der orthodoxen Kirchen des Orients. Patriarch Tichou sei das vornehmste Opfer dieser Wirren geworden. Ihm zu Ehren begehe man diese Gedächtnisfeier. Der Metropolit sprach dann von seinen Hoffnungen, die er für das Gelingen der Weltkonferenz hege. Die E in i g k e i t d e r K i r- chen fei sein heißester Wunsch. Für die abendländischen Kirchen redete der Erzbischof von Dublin. Auch er sprach von den Leiden der orientali- • schen Kirchen und brachte das Mitgefühl des Westens zum Ausdruck.
r Der internationale Sozialistenkongretz.
Marseille, 23.Aug. (TU.) Hier ist am Samstag unter starker Beteiligung aus allen Ländern der Internationale Sozialistenkongreß aufammengetre- ten. Am Sonntag standen zur Aussprache internationale Friedenspolitik, Abrüstung, Sicherung . usw. B u xt o n, früheres Mitglied des Kabinetts Macdonald, erklärte, der Krieg könne verschwinden, wenn die Arbeiter es wollten. Buxton beglückwünschte die Sozialisten Schwedens, Dänemarks und Hollands dazu, daß sie die allgemeine Ab - r ü ft u n g vorgeschlagen und zum Teil durchgeführt hätten. Er gab der Erwartung Ausdruck, daß auch die Regierungen Prags und Brüssels dazu beitragen werden, eine allgemeine Abrüstung herbeizuführen. Selbstverständlich handle es sich nicht um eine einseitige, sondern um eine universelle Abrüstung. Das von Deutschland oorgeschlagene Oarantie- Projekt bedeute immerhin einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt. Unter drei Voraussetzungen könne die internationale Föderation des Sozia- listenkongresses das Garantiepaktprojekt zulassen: 1. Grundsätzliche Stellungnahme zugunsten des Genfer Protokolls; 2. Erweiterung der Vollmachten des Völkerbundes; 3. Einberufung einer allgemeinen Abrüstungskonferenz gelegentlich der Unterzeichnung des Garantieprojekts. Der Redner trat zum Schluß für den baldigen (Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ein und erklärte, daß sich die Revision der Friedensverträge nicht mehr lange hinausziehen lasse.
Auch H i l f e r d i n g hielt eine Rede in deutscher Sprache, die fortlaufend übersetzt wurde. Es heißt darin: Wir müssen im Geiste JaurLs den Kampf zur Begründung der Solidarität der Völker und der Souveränität des Völkerbundes fortführen. Der Völkerbund muß ein absolutes Dogma zurUn 1 er - sagung jeder Kriegserklärung aufstel- len. Aus diesem Grunde verlangen wir den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, ebenso wie den Rußlands und der Vereinigten Staaten. Die sozialistische Internationale muß dem Völkerbund gegenüber die Politik verfolgen, der die Prinzipien des Schiedsspruchs und der Abrüstung zu- gründe liegen. Hierauf kam Leon Blum auf die Ruhrbesetzung zu sprechen. Die Internationale könne mit Genugtuung feststellen, daß die Räumung des Ruhrgebiets, die Annahme des Sachverstän- bigenplanes und der Londoner Abmachungen dem Wirken der sozialistischen Parteien Frankreichs und Belgiens, überhaupt der sozialistischen Propaganda zuzuschreiben seien.
*• D ie Sprechstunden der Für- orgestelle für Lungenkranke für den Kreis Gießen in der Medizinischen Aniversitäts- Poliklinik zu Gießen finden jeden Mittwoch nachmittag von 4 bis 5 Ahr statt. Auswärtigen Kranken, die nur mit Schwierigkeiten in die Rachmittagssprechstunden kommen können, ist es gestattet, schon in den Vormittagssprechstunden von 10 bis 12 Ahr zu erscheinen. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedücsen einer Aeberweisung ihres Arztes an die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte, die eine entsprechende Bescheinigung ihrer Ortsbehörde vorzeigen, werden unentgeltlich beraten.
** (Ein Unglücksfall, ber leicht schwerere Folgen hätte haben können, ereignete sich am öams- tagmittag an der Wieseckbrücke am Ludwigsplatz. (Ein Fuhrwerk hielt, vom Ludwigsplatz kommend, die Mitte der Straße ein, so daß ein hinter ihm aufkommendes Personenauto beim Linksüberholen einen von der anderen Seite herankommenden Radfahrer, dem ein Ausweichen nicht mehr möglich war, vom Rade riß, ohne ihn zum Glück ernstlich zu verletzen. Das ist wieder ein Beispiel von der unglaublichen Fahrdisziplinlosigkeit, die in den Straßen von Gießen geduldet wird. Die Klagen mehren sich täglich, so daß man eigentlich eine energischere Behandlung unachtsamer Fahrzeug- und Fuhrwerks- führer erhoffen sollte.
** Ihren 83. Geburtstag feiert morgen, Dienstag, 25. August, die Heinrich Stüh ler Ehefrau, Margarete geb. Schäfer, hier, Wolf- ftraße 16, wohnhaft, in voller gesundheitlicher Frische.
** Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 443 Ochsen, 49 Dullen, 892 Färsen und Kühe, 498 Kälber, 132 Schafe, 4674 Schweine.
Bornotizen
— Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ,,Die Rächt des Inferno". — Astoria-Lichtspiele. „Die Tragödie einer Frau".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rochmals sei auf die morgige Erstaufführung des Lustspiels .Der Glückspilz" von Gustav Rickelt hingewiesen. Das Bad-Rauheimer Kurtheater hat mit dem Werke am vergangenen Samstag auch in Bad- Homburg gastiert und dort denselben lebhaften Heiterkeits^solg erzielt wie jüngst in Bad-Rau-
seinen Wunden erlegen. General San Iurlo begibt sich von Algeciras nach Melilla. Er wird Alhucemas besichtigen.
Spanische Flieger und der Panzerkreuzer „Alfons XIII.“ haben gestern die Artillerie^ stellung der Rifkabhlen in der Ducht von Alhucemas unter starkes Feuer genommen. Die Rifkabhlen haben versucht, das Feuer des Kreuzers zu erwidern, was aber erfolglos blieb. Das spanische Feuer hat in den Stellungen der Riskäbylen schwere Verwüstungen angerichtet.
Der „Temps" meldet aus Fez, daß die Riftruppen dort ihre Taktik vollkommen geändert hätten. Disher hätten sie um jeden Preis jeden Fuß breit Doden zu behaupten versucht. Ieht jedoch zögen sie es vor, sich m ö g - lichst zurückzuziehen, um Verluste z u vermeiden. Diese Haltung mache es sehr schwierig, die Erfolge der französischen Truppen voll auszunutzen. Es bestätige sich, daß, wenn die französischen Verluste auch gleich null seien, auch die des Feindes verhältnismäßig gering seien. Die Lage habe es erforderlich gemacht, daß die Marineverwaltung ein zweites großes Hospitalschiff ausrüsten mußte. Es handelt sich um den großen Dampfer „Karoline" der Compagnie genßrale transatlantique, der gestern von Bordeaux nach Casablanca abgefahren ist, um Verwundete nach Toulon zu bringen.
DerlettischeAußenminister Meierowiz f.
Tätlicher Unfall bei einer Autofahrt.
Berlin, 24. Aug. (TU.) Der lettische Außenminister Meierowiz ist Samstag abend b e i einer Autofahrt tödlich verunglückt. Der Minister befand sich mit Frau und Kindern auf einer Vergnügungsfahrt in der Umgebung von Riga. Neun Kilometer von Tukum fuhr der Wagen an einer Wegebiegung in den Straßengraben. Das Auto stürzte um. Während die übrigen Insassen mit dem Schrecken davon kamen, trug der Minister Meierowiz schwere Kopfverletzungen da, von. Als der Chauffeur mit Hilfe herbeieilte, war er bereits verschieden. Lettland trauert heute um den verstorbenen Minister. Die Rigaer Zeitungen bringen lange Nachrufe, in denen die Trauer über den schweren Verlust durch den Tod des Ministers ausgedrückt wird. Meierowiz verwaltete das lettische Außenministerium fast ununterbrochen seit dem Bestehen des unabhängigen lettischen Staates vom Jahre 1918. Die deutsche Reichsregierung wird sich bei den Beisst- zungsfeierlichkeiten in Riga durch den deutschen Ge- sandten Dr. K ö st e r vertreten lassen, der auch der lettischen Staatsregierung das Beileid der deutschen Reichsregierung zum Ausdruck bringen wird. Auch in Deutschland wird das Ableben des lettischen Außenministers sehr schmerzlich empfunden werden, zumal Meierowiz erstkürzlichin Berlin war und in sehr deutschfreundlichem Sinne Beziehungen zwischen beiden Staaten angebahnt hat.
StresemannzurAußenpolittk
Hamburg, 22. Aug. (TA.) Die ^Schleswiger Rachrichten" bringen einen bemerkenswerten Aufsatz Dr. Stresemarms. Zur Außenpolitik bemerkt der Minister: Es hat keinen Sinn, darüber zu tadeln, was unsere Gegner wollen. Rotwendig ist mir, daß wirwissen, waswir selber an streben und wohin unser Weg führen soll. Jede moralische Schuld weisen wir mit Entschiedenheit zurück. Wir haben heute um so mehr das Recht, das zu tun, als jemals. Rach- dem die Veröffentlichungen über die auswärtige deutsche Politik bis zum Iuli 1914 gezeigt haben, daß diejenigen, die zum Weltkrieg hetzten, nicht in Berlin. sondern in anderen Hauptstädten saßen. Ader wenn wir den Verleumdern, die uns als Arheber des Weltkrieges hinstellen wollen, entgegentreten, so ändert das nichts an der Tatsache, daß wir nüchtern und kühl die Konsequenzen daraus ziehen müssen, daß wir den Weltkrieg verloren, und daß die Mehrheit der Rationalversammlung den Frieden von Versailles annahm. Isolierung ist selbst für die Starken gefährlich, für den Schwachen, den der Würger an der Kehle hat, ist es eine Torheit. Wir Haden uns für die lebende Generation entschieden und versuchen in zäher und steter Arbeit das Verlorene zu gewinnen. Wir suchen keine Händel in der Welt, aber wir möchten, daß wir endlich Ruhe haben gegenüber denen, die uns nicht wieder aufkommen lassen wollen.
Dor Ueberreichung der französischen Antwortnote.
Berlin, 24. Aug. (WTD.) Der „Mon- ‘ tag“ meldet, daß die für heute vorgesehene Aeber- reichung der französischen Antwortnote an Reichs- auhenminister Dr. S t r e s e m a n n um 5 Ahr nachmittags durch denfranzösischen Botschafter erfolgen werde. Das Blatt nimmt an, daß die französische Regierung auf den Vorschlag der deutschen Regierung, die Rote am Mitt-
Aus aller Welt.
Der Stinues-Dampser „Emil Kirdorf" überfällig.
Hamburg, 24. Aug. (TU.) Bei der Verwaltung ber Stinnes-Linie finb keine näheren Wölbungen über ben Dampfer „Emil Kirbors", ber im Jnbis chen Ozean in Branb geraten war, eingetroffen. Die Stinnes-Linien haben für etwa notwenbig roerbenbe Hilfeleistungen von Aben aus einen Hilfsbampfer bem „(Emil Kirborf" entgegengeschickt. Auf bem Stinnesbampfer haben sich 50 Personen aus bem fernen Osten nach Hamburg eingeschifft, bie Mannschaft besteht aus 70 Köpfen. Neue Eifenbahtt-Nnglückc in Frankreich
Paris, 24. Aug. (TA.) Gestern abend hat sich bei Dijon ein neues Eisenbahnunglück ereignet. Der Lyoner Schnellzug stieß mit dem Pariser Schnellzug in voller Fahrt zusammen, wobei mehrere Wagen völlig zertrümmert wurden. Der Dahnverkehr Paris-Lyon wurde in der Rächt mit erheblichen Verspätungen über andere Bahnstrecken wieder aufgenommen. Heute früh gab die Direktion des Lyoner Bahnhofes bekannt, daß bisher 5 Tote und 20 Verletzte geborgen seien. — Ein weiterer Eisenbahn-Anfall ereignete sich auf der Strecke Paris-Orleans, wobei die Lokomotive und ein Wagen des Pariser Schnellzuges auf dem Bahnhof L a g n e i 11 e entgleisten. Rur weil der Zug mit halber Geschwindigkeit fuhr, ist ein schwereres Anglück vermieden worden. Personen sind nicht zuschaden gekommen, dagegen ist der Materialschaden sehr beträchtlich.
Schweres Branbunglücf.
In St. Leon bei Wiesloch (Baben) brach Samstag gegen Mitternacht ein Großfeuer aus, bas mit unheimlicher Schnelligkeit um sich griff. Die Rettungsarbeiten mußten sich auf bie Bergung bes Viehs unb ber Bewohner beschränken, ba an eine Brandlöschung nicht mehr zu benken war. In wenigen Stunben waren vier größere Wohnhäuser unb sieben Scheunen mit bem gesamten Ernteinhalt ein Raub ber Flammen geworben. Bei ben Löscharbeiten würbe ein Feuerwehrmann schwer verletzt. 26 Personen finb obbachlos.
Schwerer Autounfall.
In Koblenz verunglückte ein mit 32 Personen besetztes Auto, wobei 3 Pers onen getötet und über 17 verletzt wurden. Es handelte sich um einen großen geschlossenen Wagen. der eine Reisegesellschaft aus Düsseldorf zur Stadt Ahrtal brachte. Der Wagen kam in einer sehr scharfen Kurve ins Schleudern und überschlug sich.
Zehn Personen vom Ertrinken gerettet.
Zwei Boote der Rudergesellschaft Germania gerieten bei einer Fahrt auf dem Rhein bei Bacharach in einen schweren Wellengang und kenterten an einer etwa 20 Meter tiefen Stelle. Sofort herbeieilende Rettungsboote retteten im letzten Augenblick sämtliche zehn Insassen vom Ertrinken.
Geheimrat Eugen Gutmann f.
Irn Alter von 85 Iahren ist in München nach längerem Leiden der Ehrenpräsident des Aufsichtsrates der Dresdner Bank und ihr Begründer, Geheimer Kommerzienrat Eugen Gutmann, gestorben.
60 000 Mark unterschlagen.
Der Verwalter ber Eilgüterkasse (E l b c r f c l b Steinbeck unb ber Eisenbahnobersekretär Patt finb nach Unterschlagung von amtlichen Gelbern seit bem 15. August flüchtig. Da bie Kassenbücher teilweise vernichtet siyd, ist bie Höhe ber Unterschlagung noch nicht genau festzustellen. (Es handelt sich um etwa 60 000 Mark. Die Staatsanwaltschaft hat bie Verfolgung aufgenommen.
Übertragung ber Salzburger Festspiele auf Rabiowelle 530.
In den letzten Tagen wurde der Versuch gemacht, die Salzburger Festspiele auf Radio- Welle 530 (W iencr Welle) zu übertragen. Versuche sind technisch durchaus gelungen. Ob sich aber eine praktische Durchführung möglich machen läßt, muh sich erweisen.
hinrichlung der Mörder des Sirdars.
Die sieben Mörder des britischen Sirdars in Aegypten wurden hingerichtet. Ein zum Tode verurteilter achter Mörder wurde vom König zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt, da sein Geständnis es ermöglicht hatte, die übrigen Täter dem Richter zuzuführen.
Wettervoraussage.
Meist bedeckt, Winde über Süd nach Rord dringend, wenig Temperaturänderung, Regen- fälle.
Wir liegen zur Zeit mitten m einem langgestreckten Fallgebiet, das von der Rordsee bis nach Südfrankreich reicht. Oestlich von Irland folgt bereits ein neues Hoch, so daß mit einer Besserung der Wetterlage in den nächsten Tagen zu rechnen ist. . _A
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 20 Grad C„ Minimum 13,8 Grad C. Riederschlage 3,8 Millimeter,
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. August 1923.
Festlicher Gleiberg.
Für Sonntag nachmittag hatte der Gleibcrg- verein 311 einem großen, öffentlichen Gleiberg- fest auf bie alte Burgruine eingelaben. 82Jahre finb vergangen, seit zum letztenmal ein Gleibergfest Leben in bie alten Mauern brachte. Gestern nun wieber war ber Burghof gefüllt von Menschen, bie den Weg über die baumlosen Hügel nicht gescheut hatten. Ein reges Treiben entwickelte sich. Dicht besetzt waren bie Tische; froh unb heiter bie Stirn mung.
Provinzialbirektor Graef hielt bie Begrüßungsansprache. (Er umriß in kurzen Zügen bie Geschichte bes seit 1837 bestehenben Gleiberg- öereins, ber bie Burg seit 1880 in eigener Verwaltung vom preußischen Staate übernommen hat. Die Erhaltung ber Burg und die Pflege eines ge» unden Geistes der Achtung und Liede zu dem Ueberkommenen seien die Ziele des Vereins. Seine Rede klang aus in ein Hoch auf unsere schöne, deutsche Heimat.
Die festliche Feier nahm dann weiter ihren Lauf mit Kinderbeluftigungen: Wurstschnappen unb Sackhüpfen; ben Höhepunkt bes Vergnügens bil- bete ber Aufstieg eines großen ßn \AA) allons, ber sich majestätisch in bie Höhe schwang unb sicher in ber Richtung Lollar—Marburg baoonflog, bis er als kleiner Punkt am Himmel selbst mit flem Glase nicht mehr zu erblicken war. (Ein Schieß» unb Wursstanb war für bie Erwachsenen eingerichtet. Die Küche bes Gleibergwirtes sorgte für gutes Essen unb Trinken, unb bie Kapelle Topp unterhielt mit einem gut ausgewählten Programm unb guter Darbietung bie frohen Gäste.
Das Wetter war selten günstig, die Aussicht vom Turm klar unb weit, wie nur an wenigen Tagen im Jahre. Sv blieb man noch lange im Freien unb in ben Raumen beisammen, bis bei herein- brechender Dunkelheit die Burg in bengalischem Lichte aufflammte. Dann trat man, zu Fuß oder zu Wagen, den Heimweg an.
der Rote beschäftigen werde.
Die Ruhrbesreiungsseier des Reiches.


