terirdischen Mitteln seiner von reichlichen Geldmitteln unterstützten Propaganda, welche von seinen zahlreichen Konsuln und sonstigen Agenten mit Geschick und Erfahrung geleitet wurde.
Es kann nicht geleugnet werden, daß die Propaganda der Bolschewisten, die sich als Allerwelts- vefreier gebärden, auf die Völker Asiens und Afrikas, nicht nur auf die islamischen, einen gewissen Eindruck macht und machen muß. Die Hoffnung auf Freiheit, welche jene Propaganda in den Herzen der an ihrer Zukunft nahezu verzweifelnden, einer rücksichtslosen europäischen Expansions- und Kolonialpolitik zum Opfer gefallenen Völker entzündet, ist der Schlüssel des Erfolges überall dort, wo der Bolschewismus in Asien und Afrika einen solchen zu erzielen vermochte. Denn trotz, oder vielmehr wegen der demokratischen Einstellung des Islam, fehlen bei den islamischen Völkern überall dort, wo der erstere seine Macht auf die Gemüter nicht verloren hot, die Voraussetzung für die kommunistische Idee. Dazu kommt, daß der Bolschewismus, der die Freiheit — die e r meint — zu bringen vorgibt, tatsächlich nur die unterträgliche Tyrannei seiner mit Feuer und Schwert argumentierenden doktrinären Ideologie uni) den alles verschlingen wollenden russisch-hunnischen EroberunHshunyer bringt, sowie, daß seine Knutendespotie überall dort, wo sie sich stark genug fühlt, oder keine ungünstige Wirkung auf seine Propaganda fürchtet, sofort gegen die relegiosen und kulturellen Werte des Islam, — der wichtigsten Kraftquelle, aus welcher bisher der siegreiche Widerstand der islamischen Völker gegen das wesens- und formfrcmde Europäertum genährt wurde — wendet.
Die Moslim des Kaukasus und Turkestans haben es am eigenen Leibe verspürt, daß, während die zaristische Regierung die Atoskowitcrfahno auf die Amtsgebäude und die Häuser, die Bolschewiken sie in die Schlafzimmer der unterworfenen — oder wie sie behaupten, „frei verbündeten" Völker pflanzen.
Der größte Teil des tapferen Turkmenenvolkes, welches schon vor fünfzig Jahren den Russen harte Nüsse zu knacken gab, wohnt, etwa eine halbe Million Köpfe stark, längs und jenseits der persischen Nordostgrcnze, auf russischem Boden, etwa vom Kaspischen Meer bis zur Grenze Afghanistans. Nur ein kleiner Teil hat seine Zelte in Persien selbst, südlich des Airek bis in die Gegend von Astrabad, wo der russische Konsul Weiner, ein berüchtigter bolschewistischer Agitator, seit Jahr und Tag mit großem Aufwand an Geld und anderen Mitteln bemüht ist, diese Stämme aufzuwiegeln, ausgeschlagen. Die halbnomadischen Turtmenenstämme bei Astrabad fühlen nun plötzlich das dringende Bedürfnis, sich als Sowjetrepublik zu konstituieren, was sich für den Orientkenner nur mit einem weitgehenden Versprechen russischer Subventionen (was jedenfalls verlockender ist, als an die persische Regierung Steuer zu zahlen) erklären läßt. Die einlaufenden Meldungen besagen, daß auch in anderen Teilen Persiens Unruhen, aus dem Bedürfnis nach lokalen Sowjetrepubliken entstanden seien. Wie rasch und ob diese Bewegung aufgehalten werden kann, weiß niemand.
Das Verhalten Moskaus in Persien kann nicht der Befreiung des Landes dienen, denn Persien ist heute freier, als es in den letzten Jahrzehnten jemals war, und entschieden im wirtschaftlichen und politischen Ausstieg begriffen. Es kann sich auch nicht um die Verwandlung der teils nomadischen, teils, soweit sie seßhaft sind, — fanattisch schiitischen Bevölkerung des Landes in begeisterte Kommunisten handeln. Es handelt sich selbstverständlich wie im Falle der Mongolei allein nur um bolschewistischen Macht- -hunger.
Das russische Auftreten in Persien wird zunächst t die Beziehungen mit England wesentlich verschlech- tern, es wird wieder einmal den Gegnern Sowjet- * rußlands einen starken Beweis für dessen Gemein-
Fraulein Fob.
/ Roman von Anders Eje.
3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
11.
Das Separe.
DaS Hotel Savoy hatte zweierlei Festräurne, die roten und die gelben — beide in ihrer Einrichtung sehr vornehm, in ihrer Qualität aber nicht ganz auf demselben Riveau. Zu den gelben Salons wurden die Flügeltüren feierlichen Teilnehmern an offiziellen Veranstaltungen und öffentlichen Festen geöffnet! die roten waren für Gäste reserviert, die sich am liebsten so wenig als möglich beobachtet sahen. Beide standen unter der Aufsicht je eines Oberkellners, von denen feder einmal, vor langer Zeit, seinen bürgerlichen Aamen geführt hatte, der aber jetzt nur mehr in seinem Taufschein eine Rolle spielte. Riemand kann mitteilen, wann und wie sie ihre neuen Ramen erhalten hatten, man mußte sich einfach mit der Tatsache begnügen und das tat man auch ohne Widerstreben: der rote Oberkellner wurde Herr Mumm und der gelbe Herr Mosel genannt.
3n seinem Acußeren ähnelte eigentlich Herr Mumm mehr einer altmodischen L.körkarafje, als einer Champagnerflasche. Beinahe vierschrötig, mit breit herausstehenden Schultern und einem etwas kahlen Schädel, der wie ein Kristall- psrvpfen in den Kragen gesteckt war, erinnerte sein zufriedenes, erwartungsvolles Angesicht immer an appetitgesegnete Gourmands im Augenblick des ersten Ganges.
Daß ihm der Frack schlecht faß, und daß die weihe Weste niemals die Spuren der Anstren- ngen ihres Besitzers verbarg, sie über den agen gespannt zu halten, kümmerte seine Gäste
und Gönner nicht. 3m Gegenteil. Die Modejournal-Korrekt heil des Herrn Mosel in den gelben Räumen wäre in den roten nur unangenehm gewesen, wo die Gäste selbst recht oft auf Dispens von den für die Kleidung eines Gentleman geltenden Vorschriften Anspruch machen muhten.
gefährlichkeit bieten. Es wird schließlich die bolschewistische Propaganda in den islamischen Staaten ungünstig beeinflussen. Das Wichtigste aber dürfte fein, daß sowohl die Türkei als auch Afghanistan, welche vor einigen Jahren einen politischen und militärischen Bündnisvertrag schlossen, sich in ihren Derbin- oungslinien und damit in ihren vitalsten Interessensphären aufs schwerste bedroht fühlen müssen. Der aus bolschewistischer, weltbeglückerischer, größenwahnsinniger Parteimentalität leicht erklärliche Expansionsdrang Moskaus muß sich unfehlbar Früher oder später um die Früchte seiner eigenen Propaganda in Asien und Afrika bringen.
Die Türkei, für welche Sowjetrußland immerhin eine gewisse Rückendeckung darstellte, welche sie gegenüber ihrer sonstigen Isolierung nicht entbehren zu können glaubte, sieht sich demnächst vor die Frage gestellt, ob der rote Imperialismus, dessen Agenten eifrig daran arbeiten, auch die innere Ordnung der befreundeten türkischen Republik zusammenbrechen zu lassen, nicht eine größere Gefahr darstellt, als alle anderen imperialistischen Gefahren der Welt zusam- rnengenommen. Eine Frage, vor welche sich ebenso Afghanistan und noch manche andere Staaten gestellt sehen werden. Damit aber wird die politische Lage im Orient eine bedeutende Aenderung erfahren. Die Völker Asiens werden daran denken müssen, sich vorn „Befreier" zu befreien. Dieser politische Umschwung, welchem ein Umschwung der Meinungen vorausgeht, ist heute schon ebenso auf dem Marsche wie der — Imperialismus Moskaus.
Turnen, Sport und Spiel.
Vom Turngau Hessen.
Das Gauturnfeft in Friedberg.
(27.-29. Juni).
ö Die Turn gemeinde Friedberg, 1845 gegründet und somit der älteste Verein des Tum- gaues Hessen, feiert in diesem Jahre ihr 8 0 j ä h - riges Bestehen. Aus diesem Anlaß ist ihr vom Gau die Abhaltung des diesjährigen G a u t u rufe st e s , des 52. der feit dem Jahre 1869 eingeführ- ten Gaufeste, übertragen worden. Obwohl Friedberg an der äußersten Südgrenze des Gaues liegt und der Besuch der Veranstaltung für viele Vereine des sehr ausgedehnten Gaugebietes mit hohen Kosten verbunden ist, liegen aus etwa der Hälfte der Gau- vereine schon rund 650 Meldungen an Wetturnern und Kampfrichtern vor, eine Zahl, wie sie nach dem Kriege seither noch nicht erreicht worden ist. Erfreulich ist es — und es zeugt von echt turnbrüderlichem Geiste —, daß gerade die entlegenen Bezirke des Gaues, wie Schlitz, Lauterbach, Kirchhain, Biedenkopf, Frankenberg sehr zahlreich gemeldet haben. Für alle Wetturner und Kampfrichter sind freie Quartiere beschafft, aber auch andere Festbesucher, deren Anmeldung noch erwartet wird, werden in. Freiquartieren untergebracht. Der Wohnungsausschuß verfügt, wie schon früher mitgeteilt wurde, über soviel Quartiere, daß auch in den letzten Tagen noch einlaufende Wünsche befriedigt werden können. Die Turngemeinde Friedberg hat mit Unterstützung der gesamten Einwohnerschaft geradezu vorbildliche Vorbereitungen getroffen, so daß das diesjährige Gautumfest einen besonders glanzvollen Verlauf nehmen wird, wenn das Wetter sich für die Festtage günstig gestaltet.
Von dem Geist, der in der Turngemeinde Friedberg waltet, zeugt das von ihr herausgegebenc F e st d u ch , das dieser Tage herausgekommen ist. Es ist mustergültig in bezug auf Ausstattung und Inhalt. In einem größeren Aufsatze des 1. Sprechers der Turngemeinde, Studienrat T h i e r o If, ist die sehr fesielnde Geschichte der Turngemeinde, die mehr als lokale Bedeutung hat, zum erstenmal ausführlich dargestellt. Dann plaudert der Friedberger Heimat-
——MP——
Herrn Mumms Bereich bestand aus zwei Zimmern, Rümmer vier und Rümmer sechs, beide mit ihren kleinen, eifengeschmiedeten Balkons, die wie Vogelbauer vor den Fenstertüren hingen, auf die Esplanade hinausgehend. Diese beiden Zimmer waren des Oberkellners Augapfel. »Herrn Mumms Pupillen" pflegte sie die Kassiererin scherzhaft zu nennen. Es war vergeblich wenn irgendein Grünschnabel in der Kunst der Rachtschwärmerei versuchte, auf Rümmer vier oder sechs Anspruch zu erheben, da lieh er die zwei Zimmer lieber leer stehen. Herrn Mumms .Urteil über die Herren der Schöpfung hing vom Zeitpunkt ihres Eintrittes in die Zunft der Racht- schwärmer ab, — und dieses Mitgliederverzeich- nis hatte Oberkellner Mumm in seinen fünf Fingern, daher wußte er auch ganz genau, wie er sich zu verhalten hatte, als ziemlich spät am Rachmittag die Bestellung des Banldwektors Fel- lips einlief. Sechs war für vier bridgespielende Sperren reserviert, von denen die Hälfte die Mitgliedschaft in der hochverdienten Altersklasse der Rones beanspruchen konnte, - da konnte irgendeine Llrnplozierung natürlich nicht in Frage kommen. Aber in Rümmer vier, — Herr Mumm erinnerte sich, daß er d eses Zimmer nur höchst ungern sechs jungen Herren überlassen hatte, die nach ihrer Angabe einen Verein gründen wollten. Einen Verein . . . Herr Mumm lächelte. Vereinigungen wurden im Hotel Savoh doch immer in den gelben Zimmern gegründet, gewöhnlich ohne Pr.tokoll und Statuten. Der Oberkellner entschloß sicy, die gründungslustige Gesellschaft zu Herrn Mosel in den gelben hinüberzuschicken Die würden gerade recht für ihn fein.
Also: Herr Fellips — mit Gesellschaft — in Rümmer vier. Das paßte gerade. Fortuna auf sechs, Eros auf vier, — getrennt nur durch zwei Türflügel und einen schweren, verräucherten Vorhang mit Dorten, Quasten und Fransen von angelaufenem Silber. D avo! Die Piaz erung befriedigte Herrn Mumms Gefühl für das Zweckmäßige und Harmonische
Der Feldherr inspizierte. Hinter ihm, mit drei Schritt Abstand, folgte Herr Andersen, der toten Zimmer flinker, verschwiegener und höchst verläßlicher Servierkellner, um den die frühen, ab-
forscher, Prof. Dreher, in einer trefflichen Abhandlung über Friedberg, die „Perle der Wetterau". U. a. Beiträgen ist noch zu erwähnen ein Aufsatz über „Unsere G a u t u r u f e st e", der einen Rückblick über die 51 Gauturnfeste des Hessengaues bietet.
Der Festverlauf folgt dem in den letzten Jahren geübten Brauche. Die Eröffnung findet am Samstagabend statt. Dieser Festakt war in den Vorjahren immer von besonders erhebender Wirkung. Wer die eindrucksvollen Feiern auf dem Marktplatz in Marburg, Wetzlar, Lauterbach und Biedenkopf miterlebt hat, dem werden sie unvergeßliche Erinnerungen sein. Es gibt Turner, für die die Eröffnungsfeier jeweils der geistige Höhepunkt des Festes war. Es sollten darum recht viele Festbesucher es sich ermöglichen, schon am Samstagabend der Feier, die am Kriegerdenkmal auf der Kaiserstraße stattfindet, beizuwohnen. Die Turngemeinde Friedberg sorgt ja gern für Quaetiere, wenn die Anmeldung m Laufe der Woche noch erfolgt.
Als Neueinrichtung zu begrüßen ist die am Sonntag früh 6 Uhr, vor Beginn des Wetturnens, vorgesehene Morgenandacht, wobei ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher sprechen werden.
Zu besonders feierlicher Handlung soll diesmal die »iegeroerfünbigung gestaltet werden. Ihr beizuwohnen, dürfte daher jedem Turner unv Fest- besticher dringend empfohlen werden.
Vom Arbeiter- Turn- und Sportbund.
Schwalheim, 21. 3uni. Der 6. Bezirk im 9. Kreise des Arbeiter-Turn- und Sportbundes hielt gestern und heute hier sein 5. Bezirks-Turn- und Sportfest äb. das von den Turnern des Bezirks zahlreich besucht war. Die Kampfrichtersitzung fand bereits gestern abend statt. Das Wetturnen begann heute früh und konnte bis zum Eintritt des Regens durchgeführt werden. Es wurden gute Leistungen geboten, die Zeugnis ablegten. daß in den Arbeiterturnvereinen eifrig an der turnerischen Ausbildung und Vervolltommnung gearbeitet wird. Der hiesige festgebrnde Verein hatte, unterstützt von der Bevölkerung, alles aufgeboten, um dein Fest einen würdigen Rahmen zu geben. Leider konnte infolge des am Rachmittag einsetzenden Regens nicht alles ausgeführt werden, was an turnerischen Darbietungen und sonstigen Llnter- haltungen vorgesehen war. Zur rechten Geltung gekommen war nur noch der stattliche Festzug, der in den reichgeschmückten Straßen des Dorfes überall herzlich begrüßt wurde. Die Vereine des Bezirks in ihrer einheitlichen Turn- kleidung und die Schuljugend im schmucken Fest- kleide gaben ein farbenfrohes Bild ab.
Die Leichtathleten des S. C. 1900 in Alsfeld siegreich.
Am Sonntag hielt der Sportverein A l s f e l d 0 6 seine ersten nationalen Wettkämpfe ab. Als einzige derartige Veranstaltung im Gau Hessen-Hannover hatten sich die Kämpfe einer außerordentlich starken Beteiligung zu erfreuen. Frankfurt, Butzbach, Wetzlar, Kassel und fast die ganze nähere Umgebung waren vertreten. Die von dem Gießener Sportclub von 1900 entsandten Jugendlichen der 1. und 2. Rennmann- schaft, sowie die wenigen Aktiven stellten trotzdem allesamt ihren Mann und brachten nicht weniger als 20 Preise, darunter 9 erste. 5 zweite und 6 dritte, mit nach Hause. Die beste Seift ung des Tages schuf der 1900er Seipp mit 6,60 Meter im Weitsprung für Anfänger. Auch in der Hochsprungdisziplin legte er als Erster mit 1,60 Meter einen Beweis seines Talentes ab. Der Mittelstreckler Rohrbach lief über 800 Meter und 1500 Meter in 2,24 Min. bzw. 4,39 Min. sein Rennen unangefochten nach Hause. Die 100-Meter-3unioren
sinthduftenden Morgenstunden ein ganzes Retz von Legenden gesponnen hatten. War es denn denkbar, daß einer der auf der Dank eine halbe Million in der Währung des Landes liegen hatte, trotzdem jede Rächt bis Tagesanbruch im Hotel Savoy sich mit Gläsern, Flaschen, Diskretion und allen möglichen Handreichungen befaßte. Reunundneunzig von hundert Kellnern an Herrn Andersens Stelle wären längst selbst Hoteldirektoren mit wechselndem Gllick geworden, aber Herr Andersen dachte nicht im entferntesten daran Vom Stammpublikum mit ausgesuchter Höflichkeit behandell, von den gelegentlichen Gästen sehr von oben herab angesehen, veränderte dieser Mann niemals auch nur ein Miene, ilnfc in seinem korrekten Gesicht saß ein Paar Augen, die zwar sahen, aber nicht beobachteten, und ein Paar Ohren, die taub waren für alles, was sich nicht um die Speise- oder die Weinkarte Handelle.
Sie haben den Tisch mit Relken geschmückt," sagte Herr Mumm, „warum nicht mit Rosen, wie gewöhnlich?"
„Herr Fellips zieht Relken vor", antwortete Andersen ruhig, aber bestimmt.
Lind im nächsten Augenblick stand Herr Fellips in der Tür. Er war ein wenig erregt nach einem kurzen Wortwechsel, den er mit dem Mädchen auf der Stiege hatte — es hatte sie gereut, und sie wollte auf halbem Wege wieder umkehren. Der Kavalier war etwas lauter geworden, und es hatte jemand eine Tür geöffnet. Glücklicherweife befand sich diese einige Stufen unterhalb des Platzes, wo das Paar stand. Fräulein Lisa fühlte, daß der Rückzug abgeschnitten war, und eilte nach oben. Die also entstandene Situation benützte der hier wohlvertraute Herr Fellips mit anerkennenswerter Raschheit, er öffnete die Tür zu Rümmer vier, und rief dem Oberkellner zu:
„Hören Sie, Mumm! Helfen Sie dem Fräu
lein aus den Lieberkleidern."
Das Mädchen war ganz ruhig Aber anstatt Humor zu zeigen, lächelte sie Herrn Fellips nur an, als ob sie sagen wollte: das haben Sie nicht gut gemacht. Lind als Fellips eine Handvoll Relken brach, die er quer über den Kaviar und die Austern reichte, die auf dem Tisch
brachte der Sprinter D a ch m a n n in 12 Sek. an sich, desgleichen belegte er im 3unioren- SPeerwerfen mit 35,36 Meter den ersten Platz, während ihm die gleiche Leistung bei den Anfängern einen zweiten Sieg einbrachtc. Dritter wurde hier, ebenso im Kugelstoßen (9,50 Meter) Seipp. Sein Klubtamerad Frey landete vor ihm mit einem 9,74-Meter-Wurf an zweiter Stelle. Dieselbe Plazierung wurde F r c y bei einem schönen 30-Meter-Wurf durch die Anwesenheit von Paulus, F. C. Wetzlar, bereitet. 3m~ 400-Meter-Lauf für 3uniorcn hielt sich Müller an dritter Stelle recht gut. 3n der 3ugendklasse ließ sich diesmal der 3ahrgang 09/10 besonders gut an. Der 50-Meter-Laus hatte folgendes Ergebnis: 1. Lohnes 6,5 ©et; 2. Völker; 3. Kirchner. Hochsprung 09/10: 1. Völker 1,35; 2. Lohnes 1,35 (durch Los entsch.). 3n der Klasse 07/08 hatte Laichin- ger im Weitsprung einen guten Tag. Er wurde mit 5,81 Meter überlegener Erster. Die 100 Meter sahen Völker in 12,8 Sek. an 3. Stelle, das Kugelstoßen Depperling mit.A,78 Meter auf demselben Platz. Die 4mal 100-Meter-Staffel für Jugendliche wurde im Endlauf vom Mißgeschick des Lieberwechselns ereilt und mußte so als erster Anwärter ausscheiden.
G Vom Rudern.
Frankfurter Jubiläums-Regatta des Südd. Ruberberbande«. „Hassla" gewinnt den Herausforderungspreis des „Sport-Echo".
Schon die Dorrennen zur Regatta zeigten, daß die Mannschaften der „Hassia" sportlich auf der Höhe sind. Während am Samstag noch günstiges Wetter herrschte, fanden die Hauptrennen am Sonntag bei starkem Regen und stark bewegtem Wasfer statt, so daß es zu verschiedenen Behinderungen kam. Den Gastvierer errang ,,H as s i a“ (Peter, Eisenbach, Valentin, Rupp, Steuer Roll) im Endspurt mit zwei Längen gegen Mühlheim und Mainz. Den 1. Senior-
M WWW erfährt eine köstliche Bereicherung, wenn Sie aus besonderem Anlaß, einer Geburtstagsfeier oder sonstigen Festen vr. (Detlefs Götterspeise zum Nachtisch auftragen.
Schon der Name „Götterspeise* weist arf den delikaten, aromatischen Geschmack hin, den diese hochfeine Gelee-Nachspeise besitzt.
Verschiedene Arten, wie Himbeer, Erdbeer, Johannisbeer, Kirsch, Waldmeister stellen den verwöhntesten Geschmack zufrieden. Znr Zubereitung ist nur Wasser erforderlich.
Ein Päckchen Dr. Oetker's Götterspeise kostet 40 Pfennig.
Versuchen Sie ferner:
Dr.Oetker’sSchokoladenspeis. m.geh. Mand. Päckch. 20 Pf. Dr. Oetker’sSchokoladenspeisem. Makronen Päckch .30Pf. Dr.Oetker’sOala-Schokoladen-Puddingpulv. Päckch. 15 PL Dr.Oetker's Puddingpulver nach törk. Art . Päckch. 25 Pf. Dr. Oetker's Puddingpulver nach holl. Art Päckch. IS Pf Dr. Oetker's Puddingpulver mit Makronen Päckch. 30 Pf.
Verlangen Sie die beliebten Oetker - Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von
Dr.A. Oetker, Bielefeld.
V. 11913S y
standen, nahm sie die Huldigung ganz unberührt und heiter entgegen.
„Was wollen Sie trinken?" fragte Herr Fellips und blätterte in der Weinlist r, die in prachtvolles russisches Leder mit goldbesetzten Ecken gebunden war.
»Mineralwasser bitte."
Herrn Fellips' Augen verließen für einen Moment die Champagnermarken der Weinkarte, - Oberkellner Mumm sah ganz Bestürzt aus.
Fräulein Lisa deutete sich das Mienenspiel des Kavaliers auf ihre eigene Weise
„Sie glauben, ich habe Angst, wie im Theater. Aber da irren Sie sich. Ich liebe nur den Wein nicht, — das ist alles."
„Gut."
Herr Fellips schlug die Weinliste mit einem Klaps zu, der in der Brust des Oberkellners ein schweres Echo fand Dann wandte er sich auf feinem Stuhl halb um.
„Also. Eine Flasche Mineralwasser."
Langsam schritt Herr Mumm der Tür zu. Sein Gefühl für das Harmonische hatte einen Knicks bekommen. Zu Austern, Rebhühnern und frischem Spargel Wasser zu trinken . . .
Des Oberkellners Betrübnis entging H.rrn Fellips nicht. Er lachte und beeilte sich, seine Weisung zu ergänzen:
„Lino eine Flasche Cltquotl"
Jetzt wurde Herr Mumm lebendig. Der vierschrötige Körper richtete sich auf, die Serviette beschrieb eine lustige Bewegung in der Lusi, die kurzen Deine wurden geschwind, und eine Sekunde daraus hörte man seine würdevolle Stimme am Haustelephon:
„Eine hundertundelf, zwölf Grad."
Herr Fellips erklärte dem Mädchen den Zusammenhang.
„Wie man gedankenlos fein kann", lachte fte „Aber so ist es immer: man denkt nur an sich selbst. Hören Sie, Herr Fellips, machen wir den gemütlichen Menschen nicht traurig. Rehmen Sie für alle Fälle so viel Champagner, daß er fein komisches Aussehen nicht verliert. Wenn wir ihn nicht trinken mögen, können wir ihn ja in den Eiskübel schütten."
(Sortierung folgt.)
:<
M M
M
ein endlich gelöstes Raucherproblem. Oas Geheimnis uralter Orientkultur wirb zu jenen sprechen, die erkennen, welch' prik» kelnde, hocharomatische Eigenheiten in dieser vortrefflich gelungenen Mischung liegen
4- 2 1 GÄR E T T E N F Ä B P I K LES $ i N G fr CO -FR A N k F U ß T AM M A I N V - ' -■ —----------- ------ ------... .... ■: .. . <----- . - K-d


