/ic urnvwrrtschamichen betriebe dem 5><moei9° gesehbuch und feinen die kaufmännische Buchführung betreffenden Vorschriften nicht unterworfen find, so wäre eS doch sehr erwünscht, wenn der Reichsminister der Finanzen festuni- rissene Rormativbestimmungen für die landwirtschaftliche Buchführung erließe. Landwirte, deren Buchführung diesen Bestimmungen entspräche, mühten dann ebenso behandelt werden wie die Steuerpflichtigen, die Handelsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches zu führen verpflichtet sind. Derartige Bestimmungen würden auch dazu angetan sein, die Rationalisierung unserer Landwirtschaft zu fördern und dise leider noch recht zahlreichen Gegner der landwirtschaftlichen Buchführung dazu veranlassen, sich schwarz aus weih Rechenschaft über die Art ihrer Wirtschaftsführung zu geben.
Das Dewertungsgesetz endlich kommt lang geäußerten Wünschen der Landwirtschaft entgegen und räumt mit dem Durcheinander der steuerlichen Dewertungsvorfchriften, die von Reich, Ländern unb Gemeinden erlassen wurden, auf. Damit werden die Landwirte endlich in die Lage versetzt, übersehen zu können, welche steuerlichen Lasten ihnen zugemutet werden.
äleberblickt man die Regierungsentwürfe in ihrer Gesamtheit, so muh man sagen, daß sie bestrebt sind, den Bedürfnissen der Landwirtschaft im Rahmen des Möglichen entgegenzukommen.
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
ch W i e f e cf, 23. März. In der jüngsten Gemeinde Ratssitzung wurde der Ankauf eines größeren Daublocks, in den „Eichen- rodern" gelegen, nach einer längeren Aussprache beschlossen. Der Daublock ist etwa 11 700 Quadratmeter groß, auf dem 36 bis 38 Wohnhäuser errichtet werden können. Der Kaufpreis soll 2.60 Mark betragen. Der Gemeinderat lieh sich hierbei von der Voraussetzung leiten, daß es für die gesunde Fortentwicklung unseres Gemeinwesens erforderlich ist, möglichst viel baureifes Gelände in den Besitz der Gemeinde gelangen zu lassen. — In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der Finanzausschuß mit den in Bälde beginnenden Privatbauten, zu welchen seitens der Gemeinde größere Darlehen zu verb'll gtern Zinssatz ausgeliehen werden. Zur Sicherung b'efzr Summen, und am 6'm Allgemeininteresse Rechnung zu tragen, schlug dec F'iNM .aussch'ß dem Plenum folgende Richtlinien zur Beschlußfassung vor: Alle im Qiufe d eses Iah:es m t Inanspruchnahme öffentlicher Mitt'l begonnenen Wohnhä us»r müssen b's 1. Mai 1926 fertigg "ellt, also b-z-ehb-'r sein. Können in einzelnen Fällen auhworbenttiche Schwierigkeiten, d e die Fertigstellung verzögerten, nachgewiesen werden so kann der Gemei"d7rat eine weitere kurze Sri ft gewähren. Alle nach Ablauf dieser gewahrten Fristen nicht fertiggestellten Häuser werden von der Gemeinde übernommen. Die Entschädigung der betr Bauherren soll in der Weise erfolgen, daß die rechnerisch nachzuweisenden, bis bahn aufgewandten Kosten vom Kr-eisbauamt nachgeprüft werden. Don der sich ergebenden Summe wird das erhaltene Daudarlehen nebst auf gelaufenen Zinsen in Abzug gebracht. Die Richtlinien . wurden unter Ablehnung writergehender Forderungen angenommen. — Um bei eventuell notwendig werdenden Pre'sänder"n>gen richt immer erst die rri nisteri alle Genehmigung abwarten zu müssen, beschloß der Gemeinderat, einen Rachtrag 1 zum Ortsstatut über den Bezug von »Wasser, der dann dem Gerneindevat die er- forderliche Handlungsfve'hrit gibt. — Anläßlich f seines im Sommer in Wieseck stattfindenden G au- festes ersucht der h'efige Radfahrer- verein um St'ftung emes Ehrenvreises. Der Finanzausschuß wurde beauftragt, für den Ankauf emes ge-':grreten Gegen stand es besorgt zu sein. — Der Posten eines F.riedhofsauf- sehers ist neu zu besetzen. Die Stelle soll ausgeschrieben und dann 6:e Angelegenheit erneut dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden. — Wie in andern G'me nden, ist auch hier das Verhalten eines Teles der Jugend, besonders während der CRadjt, ein trübeZ Kapitel. In den n.aßgeber-den Körperschaften gibt es nur eine Stimme, daß hierin unbedingt etwas geschehen muß. Es soll nunmehr der A.nfanz damit gemacht wnden, daß seitens der Gemeinde zwei Rachtpolizisten ana eitel tt werden. Der Finan-ar-ssch ß wurde zunächst dam't 6ea ftragt, die Anstellungs- und Deiol^u'gsr rh'il'nisse derselben festzulegen. M t der Abstellung der zwei Aachtvolizisten ist dn Gemrinderat e'nverstanden. — Für d.rs Dririebsjahr 1925 legte der Bürgermeister ein umfan greiches Straßenbau-
Jules Vernes.
Von H. Ribeaucourr.
Jules Verne, der große phantastische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, hat die ganze Erde und einige andere Welten in den Kreis seiner Romane ge|pannt Er war zwar echter Franzose von Geburt und Charakter, aber in seinen Büchern wird man das Land seiner Heimat vergebens suchen. Seine Helden sind meist Amerikaner, Russen und andere „Ausländer", llnd auch die Handlung seiner Romane spiest sich überall ah, auf, in und über der Erde, nur nicht in Frankreich. Man sollte also meinen, daß Lerne ein weitgereister Mann gewesen wäre, daß er zu den Wcltenbummlern gehört Höste, denen die .Heimat zu eng geworden, daß er Mindestens einmal eine Reise um die Erde gemacht und mit Menschenfressern und Chinesen, mir' Feuerländern und Eskimos Freundschaft gehalten habe.
Das Gegenteil uon all dem ist der Fall. In jüngeren Jahren hat Verne zwar ein paar der üblichen Touristenreisen gemacht, mobei er jedoch niemals über die Grenzen Europas hinausgekommen ist. Dann hat er sich in eine französische Provinzstadt gesetzt und dort ein beschauliches und ruhiges Dasein gefü rt, beschaulicher und ruhiger als das der meistens Durchschnittsmenschen. Und hier in Amiens hat er mit oielbewunderter Regelmäßigkeit |o ziemlich jedes Jahr ein neues Duch geschrieben, das von einer Reise zum Mond, zum Mittelpunkt der Erde oder sonstwo in erzählte. Ja, Derne liebte so sehr die ungestörte Ruhe von Amiens, daß er es noch nicht einmal für der Mühe wert erachtete, in den Jahren 1889 und 1900 zur Pariser Weltausstellung zu reifen, wohin doch sonst die Neugierigen aller Herren Länder pilgerten. Und in seiner stolzen Be häbigkett hat er auch dankend auf den Ruhm verzichtet, Mitglied der französischen Akademie zu werden, weil es ihm mit seinen siebzig Jahren ;u un bequem war, sich all jenen Formalttäten, Aufregun
ptT gr amm vor. Demnach tollen auSgedaur werden der Reue Weg, die Ludwigstraße. die gleichzeitig kanalisiert werden soll, der Lichtenauer Weg bts zur Marburger Straße, auch hier müßte erst Kanal und Wasserlettung gelegt wer- dem Schließlich sei noch erforderlich, den Weg nach dem Philosophenwald neu herzu st eilen. Hierbei empfiehlt der Bü.gemreister die beiderseitige Anpflanzung von Weidenbäumen, da das Gelände $ur Anlage von Obst bäumen ungeeignet sei. Zu diesem ganzen Projekt beschloß dec Gemeinderat, erst Voranschläge aufstellen zu lassen und dann erst eine Beschlußfassung vorzunehmen. — Die Freireligiöse Gemei nde ersucht um Üeberlaffung des Bürgermeister ei-Saales anläßlich ihrer Iugendwe.he am 2 Oster feier tag. Da eS sich hier nur um eine einmalige Benutzung zu einer ernsten Feier handelt, für die kein würdigerer Raum zur Verfügung steht, wurde die Zu- ftinrmimg erteilt. Seit g<ft llt wurde hierbei, daß der. Gemeinderat an feinem früheren Beschluß, den nunmehr neu hergest elltcn Saal keinem Verein zur ständigen Benutzung zu überlassen, festhalten wird. — Die Bewohner der Gemeindehäuser in der Philosop ßen- ft raße ersuchen um Erlaß der Sondersteuer. Sie begründen ihr Gesuch mit der Annahme, daß in der Miete, die sie zahlen, und die etwa 75 Prozent über der reichsgeseylichen Miete beträgt, die Sonderst euer mitenthalten sei. Außerdem machen sie geltend, daß sie sämtliche Reparaturen, die in den Wohnunzen notwendig sind, aus eigene Kosten auSführen lassen. Die (Entscheidung wurde vertagt, bis die etwas unsichere Rechtslage geklärt ist. — Rach Ausschluß der Oeffent- lichkeit wurde ein Gesuch um Gewährung eines Daudarlehens genehm gt und die Verteilung der Bauplätze für die beabsichtigten Privatbauten bem Dauausschuß übertragen.
Bg. Großen-Duseck, 23. März. Gestern abend veranstaltete die Spielgemeinde des Bühnenoolksbundes Gießen im Saale des Gastwirts Brück eine Vorstellung. Gegeben wurde „Maria Magdalena" von Fr. Hebbel. Das eindrucksvolle, lebenswahre Spiel der Darsteller gestaltete die Vorstellung zu einem Ereignis für unser Dorf. Umso beklagenswerter war der äußerst schwache Besuch, besonders seitens der Jugend, der Hebbel in diesem Trauerspiel so viel zu sagen hat. Wünschenswert wäre, daß der Bühnenoolksbund in seiner der Volksbildung dienenden Arbeit auch für hier sich nicht entmutigen ließe und — am besten nach einer rechtzeitigen Verständigung mit den hiesigen Vereinen über den zu wählenden Abend — sich zu einem zweiten Versuch entschlie- st en konnte. — Ein hiesiger 15 j ädrigen Junge jagte sich beim Spatzenschießen eine Schrotladung in den Fuß. Das Vorkommnis durfte die Eltern jetzt bei Eintritt günstigerer Witterung veranlasien, ihre Kinder vor dem Umgang mit Schußwaffen zu warnen.
* Beuern, 23 März. 3m Auftrag des Vereins für Ra turschuhpark sprach am Sams tag ab end im hiesigen Volksbildungsverein Karl Rudolf Fischer von Laubach über „Sie Lüneburger Heide und daS niedersächsische Bauerntum". Etwa 50 farbige Lichtbilder ergänzten die Ausführungen des Redners. der im Zusammenhang mit seinem Vortrag auch einige Kapitel von Hermann Lons „Rote D^rke" las, in denen die Hinrichtung der- 4500 Freibauern zu Verden an der Aller durch Karl den Großen behandelt wird.
f Grünberg, 22. März. Heute nachmittag fand in der Turnhalle die Schulfeier der Oberrealschule statt. Die Turnhalle war prächtig geschmückt, wozu auch die Klassenfahnen beitrugen. Der Besuch war sehr start: zahlreich waren die Leute auch aus der Um- gegend erschienen. Die Feier begann mit dem Lied „Mit dem Herrn fang alles an", hierauf wurden eine Reihe von G^dich en von den Schülerm vorgetragen. Ob-^studiendirektor Angelberger hielt die Ansprache, in der er auf die Wichtigkeit des Wissens, das man sich beim Besuche der Schule aneignet und das ein Wegweiser für das Leben sei, hinwies und dabei betonte, daß es auch im Interesse der Stadtverwaltung liege, die Schule auch fernerhin za unterstützen, denn es wäre doch von großer Bedeutung, daß man auf der Grünberger Oberrealschule i. E. die Reife zur älniversität bekommen könne. Ein F e st s P i e l handelte vom Tages- laus des Schullindes vom Morgen bis zum Abend. Dieses, sowie der Clfenreigen, aus- gMhrt von Schülerinnen, fanden mit dem klangvollen Gesang und der von Herrn Leineweber geleiteten bengalischen Beleuchtung lebhaften Beifall. In diesem Jahr war keine Ab- schiedsseier, wie in den Vorjahren, sondern eine Schulfeier, und zwar well für dieses Schuljahr die Oberprima zum erstenmal angegliedert wor-
gen und Besuchen bei den anderen neununddreißig Unsterblichen zu unterziehen, was einmal nötig ist, um in deren Mitte ausgenommen zu werden. Was brauchte er sich auch um seinen Ruhm zu sorgen. In allen Ländern der Erde riß man sich förmlich um seine Bücher, die denn auch sofort nach ihrem Erscheinen in Dutzende von Sprachen übersetzt, wurden.
In seinen täglichen Lebensgewohnheiten war Verne ein wahrer Pedant. Wie alle Weltweisen lebte er streng nach dem Grundsatz: Früh zu Bett und früh wieder auf. Deswegen legte er sich stets um acht Uhr zur Ru e, um aber immer schon vor Tagesanbruch an seinem Schreibtisch zu fitzen. Bis in den Vormittag hinein arbeitete er ununterbrochen. Den Nachmittag verbrachte er im Lesesaal der „Industriellen Gesellschaft", wo er die neuesten Zeitungen und Zeitschriften las, aus denen er sich Anregung zu neuen Werken zu holen pflegte. 3m Anschluß daran besuchte er als pflichtgetreuer Stadtrat das Rathaus. Ein Spaziergang durch die Anlagen der Stadt beendete dann das regelmäßige Tagewerk des Schriftstellers. Diese Tageseinteilung wurde nur während der Theatersaisvn manchmal umgeftoßen. Denn Vernes Liebe galt stets dem Theater: er hat nie vergeßen, daß er in ferner Jugendzeit mal Lustspiele und Operntexte verbro- chen hatte. Von diesen Jugendsünden her mußte er genau, wie man ein Theaterstück nicht machen soll, und deshalb hat er sich seinem Nebenamt als Kritiker stets mit Hingabe gewidmet.
Ebenso musterhaft wie seine Tageseinteilung war auch seine Ernährung. Er lebte, wie Profestor Popp, sein deutscher Biograph, mitteilt, fast aus- schließlich von Eiern und Gemüse und war auch kein sonderlicher Freund von Alkohol und Tabak. । Der Lebensphilosoph bekundet sich auch darin, daß er bei Tisch wenig oder gar nichts sprach, und baß er sich, als er von einem geistesgestörten Neffen I durch eine Kugel verwundet worden war und viele I Nächte keinen Schlaf finden konnte, die Langeweile
den ist und ötefe auch von ungefähr 10 Schillern besucht sein wirb.
* Garbenteich, 23. März. Bei DerRuh- holzversteigerung im Garbenteicher Ge- rneinoewalb würben folgende Durchschnittspreise erzielt: Kiefernstämme 2. Kl. 44 Mk.» 3. Klasse 36 Mk., 4. Kl. 28 Mk., 5. KL 24 Mk., Fichtenstämme 3. Kl. 31 Mk., 4. Kl. 19 Mk., 5a-Kl. 27 Mk., 5b-ÄL 24 Mk., Fichtenberbstangen 1. Kl 26 Mk., 2. Kl. 30 Mk. je Fstm., Kiefernnuhscheiter 24 Mk. je Rm.
D Lich, 23. März. Der Vorstand unseres Verkehrs- und D er s chö n e r u n g s v e r - eins trat im Rathaussaal unter bem Voriitz des Bürgermeisters Völker zu einer Sitzung zusammen, um den Arbeitsplan für bas bevorstehende Sommer Halbjahr zu beraten. Aus der Fülle des zur Verhandlung gelangten Stoffes sei hervorgehoben, baß es den Bemühungen des Vorstandes gelungen ist. von dem Kirchenvvr- stand die Genehmigung zu erhalten, auf dem Dache der Marienstiftskirche eine R i st g e - legenßett für Störche anbringen zu lassen und damit den Hausstorch, der feit Menschengedenken ein gern gesehener Sommergast unserer Stadt war, aber feit einigen Jahren verschwunden ist, hier wieder heimisch zu machen. Die Kosten werden auf die Vereinskasse übernommen. Außerdem soll ein Preisausschreiben erlassen werden für den schönsten Blumenschmuck an Häusern, insbesondere an Fenstern, Ballonen usw. Es würde eine Kommission gesvählt, die zu drei verschiedenen Terminen die Stadt besichtigt und die mit dem schönsten Blumenschmuck gezierten Häuser im Herbst mit Preisen bedenkt. Auch die Schaffung von neuen Spazierwegen und Ruheplätzen wurde ins Auge gefaßt. Die bereits bestehenden Wege werden in diesem F.ühj ihr beson ere Mackie-- rungen erhalten. Der Verein sorgt ferner durch. Aufklärung in Zeitschriften, Führern und dergleichen dafür, daß unsere Stadt, die als Luftkurort eine gewiss.- Bedeutung erlangt hat, und die eine reiche Fülle von Sehenswürdigkellen aufweist, In weiten Kreisen unseres Vaterlandes noch mehr als bisher bekannt wird.
* Li ch, 24. Marz. (Richtigstellung.) In dem gestrigen Bericht über die Ausgabe von Schuldverschreibungen des hiesigen Turnvereins zwecks Vergrößerung der Turnhalle muß es richtig heißen, daß die Wertbeständigkeit der mit 5 (fünf) Prozent verzinslichen Papiere garantiert wird: die Angabe einer Ibprozentigen Verzinsung ist falsch.
Kreis Friedberg.
* Friedberg, 23. März. Generaldirektor Dr. Schlapper - Butzbach ist infolge Wegzugs aus der Handelskammer Friedberg ausgeschieben. Die Ergänzungswahl für den Wahlbezirk Butzbach findet demnächst statt.
Dad-Rauheim, 22. März. Der Reichsblock für die Reichspräsidentenwahl eröffnete hier den Wahlkampf durch eine Wahl» üetf amm lung in der Turnhalle. Als Redner war der Landtagsabgeordnete Oberftudimdirektor Keller (Bübingen) gewonnen, brr in sehr sachlicher Weise übet die politische Lage sprach und warm für die Kandidatur Jarres eintrat. Die Versammlung verlief ohne Aussprache ruhig und würdig und trug in ihrem ganzen Verlauf den Charakter einer überparteilichen vaterländischen Kundgebung.
vw. Butzbach, 23. März. (S t a d t v e r - orbnetenoerfammtung.) Zu Anfang der Sitzung gedachte der Vorsitzende des verstorbenen Reichspräsidenten, zu dessen ehrendem Angedeicken sich die Anwesenden von den Sitzen erhoben. — Sodann wurde ein Schreiben des seitherigen Beigeordneten Wittig verlesen des Inhalts, daß er fein Amt als Stadtverordneter niederlege. — Der Voranschlag des städtischen Elektrizitätswerks für 1 925 wurde genehmigt, ebenso der Voranschlag des Wasserwerks für dies:lbe Zeit. — Die Miete seitens der Vereine für Benutzung der Räume im Turnhallengebäude wurde nach den Kommissionsvorschlägen festgesetzt. — Das Gesuch mehrerer hiesiger Vereine zur Anschaffung eines Lichtbilderapparates wurde zunächst der Finanzkommission zur Begutachtung übergeben. — Der Beschluß der Finanzkommission betr. Verkauf von Straßengelände an die Stadt wurde angenommen und ferner es für gut geheißen, daß die Stadt vom Armenfonds ein Darlehen von 30000 Mark aufnimmt und mit 10 Prozent verzinst. — Ferner wurde ein Bauplatz des Stadtverordneten I o u h (etwa 4000 Quadratmeter) pro Quadratmeter 3 Mk. und das Harns des Hermann Euler in der Hochwriseler Straße für 31000 Mk. von der Stadt erworben. — Auch der Geländetausch zwischen Gern. Wilhelm Küchel und der Stadt wurde ange»
durch das Erfinden von immer neuen Rätseln vertrieb. Er soll auf dem Krankenlager gegen viertausend Rätsel und se r schwierige Loaogryphe ersonnen haben. Schade, daß er heute nicht mehr lebt. Im Zeitalter des Kreuzworträtsels hätte er als Rätseldichter vielleicht noch mehr verdienen können als durch das Schreiben phantastischer Romane.
Zu bietet flüchtigen Skizze des Menschen Jules Verne paffen auch sehr gut bie Bilder, die wir von ihm kennen. Ein schönes, regelmäßiges, trotz aller Durchgeistiguna sehr korrektes und wohltemperiertes Gesicht, das eher auf einen höheren Beamten als auf den Verfasser phantastischer Romane schließen läßt. Diesen Eindruck hatten auch alle die, die ihn persönlich kannten. So gibt der italienische Dichter de Amicis die folgende Schilderung von seinem Besuche im Derneschen Hause zu Amiens: „Wären wir ihm begegnet, ohne zu wissen, wer er war, wir hätten ihn unmöglich erkannt. Man hätte ihn eher für einen abgedankten General ober für einen Mcllhe- matifprofeffor ober für einen Abteilungschef im Ministerium gehalten als für einen Schriftsteller. Sein Auftreten ist sehr einfach. Sprache, Kleidung und Benehmen sind die eines Mannes, der nicht aufzufallen wünscht. Mein Erstaunen wuchs, als ich ihn über seine Werke sprechen hörte, so gleichgültig, als handle es sich um die Werke eines Fremden, oder besser, als käme ihnen kein größerer Wert zu als einer Briefmarkensammlung, die man zum Zeitvertreib angelegt hat.
Diele Freunde der Derneschen Romane werden vielleicht etwas enttäuscht sein, daß das Leben des jenigen, der sie so oft in die fernsten Länder und Welten führte, so wenig Abenteuerliches und Auf- regendes aufzuweisen hat. Diesen fensationslüsternen Lesern fei verraten, daß Derne, ehe er feinen Beruf als phantastischer Schriftsteller fand, eine recht merkwürdige Laufbahn hatte. Rach dem Wunsche feines Vaters, eines angesehenen Advokaten, sollte er denselben Beruf ergreifen. Der gehorsame Sohn tat das auch. Er hatte bei feinen Studien zwar recht
bt
Heffcn-Naffau«
][ Marburg. 22. März. Am Freitag wurde im Haus Fr^idhof unter großer Beteiligung die diesjährige Prüfung der Schüler der Landw. Winterschule afr gehalten. Die unter der Leitung des Direktor- Schlicht stehende Anstalt zählt in der Ober- klasse 33 und in der ilnterflaffe 48 Schüler. — Im gleichen Lokale gründete sich g?ftem nach einem Vortrag des Baurats Steinbach aui Gießen eine Zweigstelle der Verkehrswege für Oberßeffen und umliegende Brzirkri. — In der Woche zum Freitag statteten Einbrecher hier einem Hause einen Besuch ab. Sie entwendeten Bargeld, darunter Dollarnoten, dänische Kronen und schwedische Roten. — Am nächsten Mittwoch wird hier ein großer Vieh- mar k t abgehalten.
fpd. Frankfurt a. M, 22. März. Die Gemeindevertretung der Rachbargemeinde Schwanheim beschäftigte sich in geheimer Sitzung mit der Anfrage der Frankfurter Stadtverwaltung, ob sie gewillt fei, mit ihr in Eingemeindungsverhandlungen einzutreten. Der Beschluß der Schwanheimer fiel bejahend aus, doch stellen sie naturgemäß hierfür einen recht erh.blichen Wunschzettel auf, zumal Schwanheim als eoll. Morgengabe nach Frankfurt mehr als 3000 Morgen wertvollsten Geländes, darunter 2600 Morgen Wald, mit» bringt. ES sott jetzt aber auch Höch st a. M mit Schwanheim Eingemeindungsverhandlunger ausgenommen haben. Soweit wir unterrichtet sind, ist die übergroße Mehrheit der Schwanheimer für eine Eingemeindung nach Frankfurt a. M, zumal die wirtschaftlichen Interessen des Ortes durchaus nach Frankfurt neigen und hiermit schon seit langen Jahren auss engste verknüpft sind.
spd. H e r s f e 1 d , 22. März. Der 27jährige. aus Hersfeld gebürtige Landbriefträger Adam Schmidt wurde am Freitagnachmittag auf sei'
nommen. 'dagegen wmDen die Anträge Oppenheimers auf Lieber nähme des KugelhausfondS in städtische Verwaltung und Linkmanns aus Aufhebung des Armenfonds einer gemischten Kommission zur weiteren Beratung icherwiesen. Endlich wurde beschlossen, die Fußsteige in der Tauims-, der Hochweiseler- und der Lud- wigstraße zu asphaltieren. — Die List« der Bewerber um den hiesigen Bürger- m e i st e r p o st e n, die 206 Stimmen aufweist, ist jetzt den Stadtverordneten übergeben worden
Slrde Schotten.
)—( Ruppertsburg, 23. März. Am Freitagabend h.ell d.e Ortsgruppe Ruppertsburg des Kreis-Obst- und Gartenbauverein s Schotten im Saale des Gastwirts Decker dah'.er eine Versammlung ab. die gut besucht war. Auch mchceve Richtmitglieder hatten sich eingefunden. An der H in) von 64 teilweise recht schönen L.chtbildern sprach der Ob.nann der Gruppe über Obst- und Gemüsebauschädlinge und ihre Bekämpfung. In der Aussprache, an der sich mehrere Herren beteiligten, wurde der Wunsch taut, in Zukunft alte 2 b s 3 Monate eine ähnliche Versammlung ab- zuhallen. Zum Schlüsse fand noch eine Gratis- Verlosung von den durch den Kreis-Obst- und Gartenbauverein in dankenswerter Weist zur Vrrfügung gestellten Sämereien unter die Mitglieder statt, beten Zähl sich um 4 auf 4< erhöhte.
)—( Gonterskirchen, 23. März. Auch unser Dors hat nunrneßr eine Ortsgruppe des Landjugendbundes. Sie wurde durch den Vorsitzenden des Ruppertsburger Vereins, Maschinenbautechniker W. H u s s e l, gegründet und zählt zur Zeit 22 MitglicÄer: ihr Vorsitzender ist der Prokurist Peter Rink.
Slrcte Büdingen.
)( Bübingen, 23. März. Zur Zett sind hier Bestrebungen im Gange, die Höhere Mädchenschule wieder erstehen zu lassen und das Reformghmnasium in ein humanistisches Gymnasium, wie es bis vor drei Jahren gewesen ist, zurück;uverwandeln. Zahlreiche Eltern würden das ©dingen dieses Planes mit großer Freude begrüßen.
△ Ridda, 23. März. Hier wurden vor etwa V/2 Jahre ein katholischer Pfarrer und ehr katholischer Lehrer a^geftetlt. Run wird auch ein katholisches Pfarrhaus gebaut Das geräumige Gebäude kommt ganz in die Rähe der katholischen Kirche an der Ludwig st raße. Mit den Dauarbetten wird bereits begonnen.
)( Lißberg, 23. März. Der am Bahnhof ^richtete Reubau der Oberhess. Mühlenbauanstalt Forth & Grün G. m. b. H. ist j tzk b'm Betrieb übergeben worden. Etwa 25 bis 30 Arbeiter finden in bem Unternehmen Beschäftigung.
guten Erfolg, vermochte allerdings eine wirklich leidenschaftliche Neigung für die Juristerei nicht aufzubringen. Er fühlte sich viel mehr als Schrift« steller. Zunächst versuchte er» sich als Schwankdichter. Eine seinen Neigungen ensprechende Stellung fand er dann als Sekretär des Direktors der Pariser Komischen Oper, wo er eine ganze Reihe berühmter Zeitgenossen, Schriftsteller und andere Künstler, kennen lernte. Unter Anleitung bes jüngeren Sumos lernte er dann die Kunst, mittelmäßige Theaterstücke und Operntexte zu verfassen. Aber auch das befriedigte ihn nicht recht, weil er von dem ebenfalls nur mittelmäßigen Erfolge nicht hätte leben können. Sein einziger Ehrgeiz war es, selbst einmal Theaterdirektor zu werden. Er war aber vernünftig genug, zu wissen, daß dazu viel Geld gehöre. Unt das zu verdienen, sattelte er zunächst noch einmal um und wurde Bankbeamter. In diesem Be« rufe brachte er es bis zum Teilhaber eines Wechselagenten. Nebenbei beschäftigte er sich mit LiteratM. und nach kleineren Versuchen schrieb er bann, einet plötzlichen Eingebung folgend, den ersten seiner berühmten Reiseromane: „Fünf Wochen im Ballon". Der ungeheure Erfolg dieses Buches machte es ihm möglich, Bank und Börse Lebewohl zu sagen und sich ganz der Schriftstellerei zu widmen.
Jules Derne ist zwar nicht, wie vielfach an« genommen wird, der Begründer des wissenschaftüch« phantastischen Romanes, aber sicher einer der bedeu- densten auf diesem Gebiete. Mit unendlichem Fleiß und Scharfblick hat er das Wissen seiner Zeit verarbeitet und fo ein gutes Fundament geschassen, auf dem er seine Phantasieschlösfer erbauen konnte. Dazu besaß er die glückliche Gabe, das, was sich feine logische Phantasie konstruiert, in eine klare, einfach« und anschauliche Form zu gießen. Und daß er seine Phantasie von seinem stillen Haufe in Amiens auf in alle Welt schicken konnte und es nicht nötig hatte an Ort und Stelle Studien zu machen, das mach seine packende Schilderungs -und Fabulierkunst nw noch größer
. Ser Otuö ! 1* Miiai iW ifarnw W Mch 1071264 Mir . Ue »'leUhersttNu «8520 Sonnen 01 396503 Sonnen m 1913 bezMe ßd i ßrberung auf w- bzv>. 363 688 Ton ning auf 68101 ! 70499 Sonnen), ftellung auf 1243t • 16 521 Tonnen). « beiter stellt sich Sr i 4Z2605 Ende 3ar
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Frankfurt | Msumfang der fror wieder sehr kle rit Aeigmg nach u sich lediglich für 1 mäßig nicht zum 1 I M)rten auf ihrem Tas ganze Guten I Bdcfmarft in Anst I Steigerung erfuhr | schrst war die I wiederum sehr fest I 7,15, Frankfurter < I Hypothek banl Z l i 7. Preußische Zen | Toden 6,5. Sag 1 deutsche Anleihen 3 anleüj« blieben ui , für Aktien geschäs und fest. Deutsche I anleihe 0,730. Au
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