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15

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderhessen)

Nr. ro Awetter Blatt

Das Abkommen zwischen Jugoslawien und Griechenland.

Wien, im März 1925.

Hm die fett November hörigen Jahre- her- Imrfchwirrenden Gerüchte und Nachrichten über bie Kündigung und Wiedererrichtung deS Dünd- nisseS zwischen Jugoslawien und Griechenland In ihren Gründen und Veranlassungen zu würdi- aen, scheint es nötig, mit einem kurzen geschichö- luhen Rückblick zu beginnen.

Der erste diesbezügliche Abschluß kam In den Spätsommertagen deS Jahre- 1912 zustande inib trat als zeitlich eng begrenzte Militär- kvnvention im er st en Dalkankrieg gegen die Türken in Erscheinung. 3m Lause der damaligen Operationen besetzten die Griechen Saloniki, indem sie sich die Erfolge der Serben bei Monastir und die der Bulgaren im Osten zunutze machten: dieS gab Anlaß zu Der- (itntmungen, da aus Saloniki auch ebenso Serbien wie Bulgarien Anspruch erhob. Als 1913 oct Äü ndntSkrieg losbrach, stellten sich die Mecken auf die Seite der Serben, weil diese in Abtretung der Ansprüche aus Saloniki an Griechenland zuvorkamen I Nach gewonnenem ^el^zug wurde die Militärkonvennon in ein ragelrechtes Bündnis umgewandelt, daS sich in erster ßinle gegen die »eingerollten Fahnen" VulgarienS richlete und hierbei eine Gebiets- aarantieklausel für beide Vertragschließende ent- kielt.

Als der Weltkrieg losbrach, berief sich Serbien auf diese Garantieklausel, indem eS sich in seinem GebtetSumsang alS von Oesterreich be­droht bezeichnete Griechenland jedoch neutral blieb, indem eS dem Vertrag bem Buchstaben wgrunde legte, wonach über einen bewaffneten xonflikt zwischen Oesterreich und Serbien keine Abmachungen getroffen waren. AlS im Jahre 1915 Dulaarien in den Krieg eintrat, wäre Griechenland zum casus foederis ganz zweif.llos derpflichtet gewesen: darüber hilft auch die Tat­sache nicht htnwsg. daß daS Bewahren der Neu- tralität den Mittelmächten angenehm war. Erst 1916 wurde Griechenland durch inneren Umsturz und Machtmittel der Entente zum KriegSeintritt gezwungen: dies verwischte jedoch keineswegs die tiefgehende Mißstimmung der Serben über all das Veogangene, zumal sich die Betätigung der griechischen Armee keinesfalls die Achtung der Serben errungen hatte: weder 1912 noch 1913 noch nach dem Eintritt in den Weltkrieg! Diese fflUbfttmmimg wuchs, als Denizelos auf der pariser Konferenz Monastir für sein Land verlangte, also fogenanntcS altserbisches Gebiet. Üe Ablenkung Griechenlands gegen Klein- if len und über Thrazien auf Konstantino­pel beschwichtigte die außerordentlich yugespitzte Lage zwischen beiden .Verbündeten , deren LündniS zwar formell bestand, aber virtuell sein Snde feit Jahr und Tag erreicht hatte

Der wenig ruhmvolle AuSgang deS Feld- praes in Kleinasien räumte 1922 mit den grie­chischen Grobmachttväumen auf bescheiden nä­hrte eS sich wteder Serbien, das tnzwiichen zur Dattanmacht der Jugoslawen geworden war. Jugoslawien lieh die Bündnisform bestehen iS fühlte sich ja selbst zu jener Zeit außen- pvlitisch keineswegs unbedroht, sondern im Ge­genteil von Italien, Bulgarien und Ungarn ein- gekreist. Erst der A d r i a p a k t änDerte die Lage Jugoslawiens von Grund auS 6r be­reinigte die Schwierigkeiten mit Italien, ent­zog Bulgarien die Subsidien Italiens, so daß die- auSgeblutete Land leicht durch ein Ab- kmmen mit Rumänien ebenso niedergehalten derben konnte, wie Ungarn durch das gleiche Abkommen, das als .Kleine Entente" be- fcntnt ist.

Hier ist der Uebevgang Jugoslawiens aus passivem Dewährenlalsen in aktive Durchdrin- oungspolilik zu erkennen, die durch den Ankauf der Dahnaltien der griechischen Strecke SergheliSaloniki Monastir fhmfällig wurde. Las plötzliche Auftauchen einerserbischen Kapi­tal istengruppe". deren Repräsentanten natürlich Lreuhänder der jugoslawischen R^gurung waren, dickte in Griechenland wie ein Dliy aus Weiterem Aimmd, und dies um so mehr, als die Derhand- trnigen der französischen und griechischen Inter­

essenten wegen Ablösung dieser Strecke zugunsten Griechenlands beinahe vor dem Abschluß standen. Wenn auch mit diesem Aktien erwerb keine terri­torialen Souveränität-rechte verbunden waren befremden und behindernd wirkte dieser rasche Schachzug Jugoslawien- doch.

3u gleicher Zeit verstärkten sich die aften Forde- nmgen Jugoslawiens nach einer Freizone in Saloniki: eS muh zugegeben werden, daß nach dem Abtreten aller wirfdaftlich wichtigen Adri x- häfen an Italien diese Freizone in Saloniki be­sonders für Serbien- Seehandel ein außer­ordentliches Interesse DarfteHte. Dahingestellt mag bleiben, wie weil bereit- Im Adriapakt dte Interessen Griechenlands an dem von Griechen bewohnten Südalbanien (Agyrokastrv, Korika) be­rührt wurden: wie weit Griechenland durch die notgedrungene Ablenkung Jugoslawiens von der Adria nach der Aegäis sich bedroht fühlte: wie weit eS das Stichwort der mazedonischen Föde­ralisten fürchtete, die da- offene Verlangen stell­ten: ein auS allen drei Staaten zufammcngefahteS Bundesland Mazedonien mit der Hauptstadt Sa! miki im StaatSverband deS S H. S-Königreiche-: wie weil Griechenland endlich die Ziele der .GrohsüdNawen' ernst nahm, die als Movgengabe für den geplanten staatlichen Zusammenschluß aller Ballanllawen den Bul­garen die Aegätsküste mit Dedeagatfch und Ra- ualta dugeftauuen, um dafür den angeführten Plan der Mazedonier für da- serbische Bundes­land zur Durchführung zu bringen.

Die- alle« sind Kombinationen, denen ein Körnchen wirkender Wahrheit, ein Korn weit­reichender Zukunftspläne innewohnt. Jedenfalls versuchte Griechenland durch Kreuzungen, in oem eS anläßlich der Septembertagung deS Völker» bundrates 1924 mit der bulgarisch-nationalen Richtung, die in der Zankowregierung verkörpert ist, ein MinderheitSschutzabkommen mit gegen­seitiger EebietSgarantie traf und so auS der juaoslawisch-griechischen Entente die U Oberleitung in eine griechisch-bulgart- s ch e Verständigung zu suchen schien. Diese Wahrnehmung schlug in Belgrad durch: als daher nach den chronischen Krisen der Davidowitsch- Regierung P a s i t s ch wieder mit fester Hand und Harem Wollen die Regierungsmacht über­nahm. bestand sein erstes außenpolitische- Wir­ken In der Kündigung des griechisch- jugoslawischen Abkommens, der neue wichtige Verhandlungen mit Italien folgten, die ihre Festigkeit während deS albanischen Bürgerkrieges der D?z^mberwvchen bewahrten. Darob herrschte in Athen eine begreifliche Be­stürzung. die in der Anfrage an Jugoslawien gipfelte, unter welchen Voraussetzungen die Wiederherstellung der alten griechisch- jugoslawischen Beziehungen möglich wäre. In unzweideutiger Weise wurde daraus den Grie­chen geantwortet, daß ein ausgesprochener Allianzvertrag, wie bisher für Jugoslawien nicht mehr in Betracht käme, daß jedoch ein Freund- s ch a f t s p a k t möglich wäre, welcher die gegen­seitige Neutralität beibehalte, toerm Griechen­land vor jeder diesbezüglichen Besprechung zwei Voraussetzungen erfülle: Außerkraftsehen deS MinoritätSabkommenS mit Bul­garien und Ue6eranttDortung der Freizone an Jugoslawien.

Beide Forderungen Jugoslawiens wurden erfüllt.

Dem Minoritätsabkommen versagte Ende De­zember die griechische Nationalversammlung die ratifizierende Genehmigung, am 25. Februar setzte die griechische Regierung Jugoslawien amtlich tn Kenntnis, daß die Freizone zur Liebergabe an­gewiesen worden sei. Daraus beschloß der Bel­grader Ministerrat am 26. Februar die Lleber- nahmedelcgation abzusenden und der griechischen Regierung mitzuterlen, daß nach vollzogener Llebernahme der Freizone durch Jugoslawien die weiteren Verhandlung:n b gönnen werden können.

AuS der Entwicklung der Beziehungen beider Staaten seil 1912 ergibt sich die logische Folge, daß der politische Teil dieses zutreffenden 2D- kommens über den Rahmen eines Neutralitäts­vertrags nicht hinausgehen wird alles andere sind ganz müßige Kombinationen, für die der Balkan ein stets dankbares Nachrichtenobjekt ab­gibt. Jugoslawien wird den Wunsch Griechen­lands. mit Jrg slawien dietraditionelle Freund­

schaft" ungetrübt aufrechtzuerhalten, zur ÄenntniÄ nehmen und Griechenland seine wohlwollenden Gesinnungen zusagen, sofern diese nicht mit an­deren Interessen und Verträgen des Königreiches S. H. S. kollidieren.

Die neuen Zteuergesetzentwiirfe und die Landwirtschaft.

Don Dr. W. M. Frhr. von Disslng.

Die neuen St euerg es eh entwürfe, welche die Reichsregierung kürzlich dem ReichSrat unter­breitet hatte, beanspruchen naturgemäß im wei­ten Maße das Interesse der Landwirtschaft. Diese Entwürfe sollen auch auf steuerlichem Gebiete mit den Ueberrcften der Inflationszeit auf­räumen.

R ch dem SteuerüberleitungSqeseh soll die erste Deranlagung landwirtschaftlicher Betriebe zur Cinkommensteuer aus Grund des vom 1. Juli 1924 biS 30 Juni 1925 laufenden Wirtschafts­jahres erfolgen. Für das landwirtschaftliche Be­triebsjahr 1923/24 soll eine Veranlagung nicht nachgeholt werden, da es noch zum Teil in die Inflationszeit fällt, und dadurch eine Aufstel­lung der erzielten Einnahmen nicht möglich ist. Die in diesem Zeitraum entstandene Steuer­schuld soll durch die auf Grund der Zweiten Steuernotverordnung geleisteten DorauSzahlun- gen als getilgt gelten.

Diese Vorauszahlungen werden nun in der älebergangSzeit, d. h. bis zum Herbst 1925 bei­behalten. Da aber die Landwirtschaft im Som­mer kurz vor der Ernte gerade unter den heu­tigen Llmständen nicht besonders flüssig ist, ist die Bestimmung getroffen worden, daß die Vor­auszahlungen für die Einkommensbesteuerung für landwirtschaftliche Betriebe am 15. Juli 1925 fori- fallen, aber am 15. November 1925 in doppelter Höhe zu erfolgen haben.

Nach der Ernte 1925 findet dann die erste Veranlagung auf Grund des neuen Reichsein­kommensteuergesetzes statt. Das Gesetz bestimmt, daß auch in Zukunft für die Landwirtschaft als Steuerabschnitt das Jahr vom 1. Juli biS 30. Juni zu gelten hat. Die landwirtschaftlichen Betriebe versteuern den in dieser Zeit erzielten Gewinn abzüglich der Werbunaskosten. Fiir die Berech­nung des Gewinnes sollen Duchführungsergeb- nisse als Grundlage dienen, wenn die m ord­nungsmäßiger Weise zustande gekommen sind. Ebenso hält das Gesetz an der ilcbcrgangSE>c» stimmung fest, wonach für landwirtschaftliche Be­triebe der 15. Juli alS Steuertermin fortsällt, so daß die Einkommensteuer künftig am 15. Fe­bruar und am 15. Wai in Höhe von je einem Viertel und am 15. November in Höbe der Hälfte der zuletzt festgestellten Steuerschuld zu entrich­ten ist.

Neben der Steuer vom Einkommen soll jähr­lich eine Steuer vom Vermögen in Höhe von 5 °/00 des steuerpflichtigen Vermögens erhoben werden. Die Vermögenssteuer ist zu je einem Viertel ihre- JahresbetrageS am 15. Februar, am 15. Mai, 15. August und 15. November fällig.

DaS landwirtschaftliche Vermögen wird nach den Grundsätzen des Reichs bewert ungsg es etz es festgestellt.

DieseS Reichs bewertungSgeseh ist ein voll­kommen neues Glied tn der Kette der bisheri- f;cn Steuergesetze. Es hätte eigentlich fernen Platz n der Reichsabgabevrdnung finden müssen, die alle grundlegenden Bestimmungen der Steuerge­setzgebung enthält. Wenn man die steuerlichen Dewertungsvorschristen in ein besonderes Gesetz gekleidet hat, so dürfte dies deswegen geschehen sein, weil der Inhalt deS Gesetzes auch für dis Besteuerung der Länder und Gemeinden maß­gebend sein sott. Rach dem Reichsbeweriungs- geseh gehörten zum inländischen landwirtschaft­lichen Vermögen alle im Inland befindlichen landwirtschaftlich genutzten Grundstücke, ©ebäube, stehende und umlaufende Betriebsmittel, sowie Nebenbetriebe gewerblicher Art, wenn sie mit dem Hauptbetriebe zu einer wirtschaftlichen Ein­heit zusammengefaht sind. Der Vermögensweri eines landwirtschaftlichen Betriebes ist grund­sätzlich auf Grund der nachhaltigen (Srtraggfäbig- feit zu bestimmen. Hierfür ist in erster Linie die Bodengüte maßgebend. Daneben aber sind alle übrigen llmstände, die auf den Wirischaftserfolg

Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.

Don Karl-August von Lassert.

Erster Teil.

1.

Zögernd schob sich die staubige Bergstraße un- k der schwer keuchenden Limousine talwärts.

Direktor Stesanescu rauchte eine Zigarette von per Türkeninsel Ada Kaleh, Iorga, Der Geologe, terrad)tete die Kartensektion Prahooa der großen Balacbci, während Sanders die Unterarme auf decke Knie stützte. Seine Hönde hielten einen dicken kllderdraht, Der sich nach vorn zur ovalen Schleife »anbte.

Noch zehn Kilometer bis Eampina, sagte Sorga.

Sonders zuckte auf. Die Silberrute riß ihm die Arme noch oben. rief er stark.

Stesanescu drückte den Gummiball. Das tuto stand.

Del? fragte er eifrig.

Sanders nahm die Drahtschlinge in die Linke. &^roejgenD stieg er aus. Die beiden anderen folg» kn. Fünfzig Meter bergab auf sonnenbrennender Strafe.

Hier war es, sagte Sanders und hielt die Rite wagerecht in beiden Händen minder Schleife inch vorn. Auf der Innenseite des Silberdrahtes lagen Daumen und kleiner Finger, die übrigen ginger außen.

Nur fo vermag ich jeder Drehung der Rute mit den Handgelenken zu folgen, erklärte er.Die »eisten Rutengänger halten ihr Instrument mit einfachem Unter ober Obergrift. Das ist nicht flünfttg. Denn hierbei schlägt die Rute einem häu» fig sehr heftig gegen Brust ober Beine, wobei ihre weitere Drehung gehemmt wird."

Sind Die Bewegungen derart stark? fragte der Geologe.

Einer meiner deutschen Kollegen erhall so triftige Ausschläge, daß er sich Beine und Unterleib trit eisernen Bandagen panzert und Den Kopf durch tme starke Ledermaske sichert. Diele halten das für eins Farce und lachen Darüber. Bei meiner Me° tobe Ht solch Schutz unnötig.

Er schritt vorwärts und wies weitere Fragen mit kurzem Kopftchutteln ab. Dem Deutschen folg­ten gespannt die beiden Rumänen. Schritt für Schritt ging es vorwärts. Plötzlich hob sich die Rute langsam, riß die beiden Hände in drei schnellen Streifen herum, stand einen Augenblick still, um sofort eine halbe Schwingung nach entgegengesetzter Richtung au schlagen.

Wasser", murmelte Sanders.

Die Rute hob sich senkte sich wieder ein wenig.

.^Heißes Master", setzte er hinzu und stellte das Instrument senkrecht zwischen den Zeigefingern beider Hände auf.

Langsam drehte es von rechts noch llnks, immer schneller werdend. Laut zählte er die Umdrehungen. Bei 70 wurde es langsamer, bei 75 stand es.

Ich multiplizierte mit 9 und schätze nach mei­nen Erfahrungen die Tiefe, in der das Master strömt, auf 675 Meter."

Er ging einen Schritt zurück. Die Schleife der Rute drehte nach links.

Don dort kommt ein Strom", erklärte er.

Langsam drehte die Rute weiter. Sanders machte die Wendung mit. Die Schleife wies jetzt nach der anderen Seite, einem bewaldeten Höhen­zuge entgegen. Eine Zeitlang blieb sie unbeweglich, dann schwankte sie etwas nach rechts, schließlich wie­der nach links.

Das Master strömt unter jener Höhe durch, erklärte Sanders.Nach ungesöhr einem Kilometer wendet es sich nach rechts, um nach etwa 500 Meter wieder nach links abzuschwenken. Den weiteren Verlauf vermag ich von hier aus nicht festzustellen.

,Jn fast 700 Meter Tiefe wollen sie eine Was- feraber erkennen? Das scheint mir unglaublich, zweifelte ber Geologe.

Sanbers ging eine Strecke bem Auto nach und wandte sich um. Darm näherte er sich mit oorge- haltener Wünschelrute der Stelle des ersten Aus- schlages. Acht Meter davon entfernt wieder' ölten sich die Anfangsbewegungen, denen weitere folgten.

Der Deutsche schien befriedigt und barg sein seltsames Silberwerkzeug im weiten Staubmantel.

Der Wasterstrom hat acht Meter Breite, eine Sekundenströmung von 50 Zentimeter und eine Temperatur von 42 Grab Telsius. Wünschen fit

es, so vermag ich auch seine chemische Analyse zu ziehen."

Stesanescu winkte ab.Petroleum wäre uns lieber."

Wenn sie uns auch die Analyse des Mondes geben würden, wir vermöchten es doch nicht zu kontrollieren", spottete der Geologe.

Mich interessiert die ungerne nliche Stärke der Wasterader und ihre Wärme , erklärte ber Deutsche.

Unb unter jenem Berge soll sie weiterfuh­ren?" fragte Iorga. /rDas halte ich für eine geolo­gische Unmöglichkeit.

Die Herren ber offiziellen Wissenschaft hal­ten manches für unmöglich, was später durch Tat­sachen bewiesen wirb."

Stesanescu griff ein. ,Lum Auto, meine Her- rrn", bat er.

Angelangt, nahm er bie Karie und erteilte dem Fahrer turzen Bescheib.

Schweigenb fuhren sie eine Strecke weiter, bann brückte ber Direktor zweimal ben Gummiball. Der Wagen ftöbnte einen steilen Geröllweg hinan. Sorgas Augen fragten vergeblich.

Ein lichter Maulbeerbaum schlug über ihnen zusammen. Dann fiel ber Wagen bergab, ber stimmernben Ebene zu. Einzelne Pappeln reck­ten sich vor kleinen weißen Häusern mit roten Holz­fäulen. Sieber zwang ein Signal ben Wagen nach rechts.

Bitte, nehmen Sie Ihr Instrument, bat Stesanescu.Wir erreichen halb bie Stelle, wo bie Wasseraber unter bem Berge burchsükren soll."

Kampfbereit stützte ber Deutsche sich auf bie Knie. Fünf Minuten verharrte bie Rute unter ben Erschütterungen bes rumänischen Lanbweges, bann sprang sie koch.

.Hier!" rief Sanders.

Man flieg aus. Die Silberschlinge fand ben unterirdischen Strom in 650 Meter liefe. Sanbers gab ben weiteren Laus bis zu einem zwei Kilometer entfernten einzelnen Hause an.

Wie heißt jenes Gehöft? fragte ber Di­rektor.

Aus ber Sektion Prahovo stellte Iorga den Namen largu Real fest.

largu Real!" rief Stesanescu lebhaft. Und Aum Geologen: .Holen Sie das Verzeichnis un­terer Bohrungen.

Dienstag, 24. MLrz 1925

von Einfluß fein tonnen, insbesondere Bodenlag^ klimatische Berhättnisfe, Geschlostenbeit oder 3er- splittern na de- Betriebe-, Verkehr-- und Absatz- Verhältnisse zu berücksichtigen. Dte Feststellung deS Eriragswertes landwirifchalllicher DEnd­stücke hat durch GrundwertauSschüsfe, Die im Be­zirk eines jeden Finanzamtes gebildet werden, zu erfolgen. Diesen GrundweriauSschasten sollen auch landwirischastliche Sachverständige angehören.

Wenn man kritisch zu den Entwürfen Stel­lung nehmen will, fo wird zunächst die Rege­lung während der IleberaangSzeit zu betrachten fein. Es ist bedauerlich, daß noch im Mai und aller Wahrscheinlichkeit nach im November Ein- kommensteuerzahlungen seitens der Landwirtschaft auf Grund des WehrbeilragsS zu erfolgen haben. Aber für diese Tatiachen wird man nicht dte Reichstegierung. sondern virlmebr unsere unge­sunden unb unglücklichen politischen Dethältn.sse verantwortlich machen müssen, die die 3nangriff- nähme der Steuerreform hinauSgezögert haben.

Sehr zweckemsprechend ist eS. daß sich der Gesetzgeber bei den HebeigangS- und endgül­tigen Bestimmungen von einer schemattjchm Fest­setzung der SteueizahlunaStermine freigehalten hat, und der Landwittschaft Steuerzahlungen im Juli vor der Ernte erspart. Ebenso ist eS zweck­mäßig. daß für alle landwirtschaftlichen Betriebe dcrs landwirtschaftliche Wirtschaftsjahr von 30. 3uni zum 1. Jull alS Steuerabfchnitt feft- gelegt wird. Allerdings gegenüber Sem alten preußischen Einkommensteuer § s.-h der 93ovfriej5- zeit ergibt sich noch ein nicht unerheblicher Nach­teil. Damals wurde daS landwirtscha'tliche S n- fommen auf der Grundlage eines dreijährigen Durchschnittserträges steuerlich erfaßt. Wenn man berücksichtigt, daß gerade in der Landwirtschaft Krisen autzervrdentlich schwer überwunden wer­den, ist eS wohl gerechtseriigt, nicht daS Zu­fallsergebnis eines Wirtschaftsjahre- zum Maß­stab der steuerlichen Leistungsfähigkeit zu machen, sondern auf einen mehrjährigen Durchschnitt zu- rückzugreifen. Freilich stößt die Feststellung eineS solchen mehrjährigen Durchschnitts unter den ob­wallenden Verhältnissen auf Schwierigkeiten, da die Landwirtschaft erst im Juni 1925 ein Wirt­schaftsjahr beendet haben wird, daS ganz im Zeichen der stabilen Währung steht. Man wird daher sich mit der Regelung, wie sie Der Ent­wurf des neuen ReichSeinkommensteuergeseyeS vorsieht, zunächst zufrieden geben müssen. In einigen Jahren wird dieser Hinder-ungSgruod weggesatten fein, und man wird dann au) Da# Verfahren des alten preußischen Srntommen- steuergeseheS jurücfgreifen können. Die Vertre­ter der Landwirtschaft im Reichstage werden diesen Punkt zu beachten haben, unb jetzt schon Darauf hinwirken müssen, daß entsprechende Be­st im murrgen in daS Gesetz ausgenommen werden.

Aber noch in einem andern Punkt mußte der Landwirtschaft mehr Giftgegenkommen gezeigt werden, als eS der Entwurf tut Bei Den Steuer­pflichtigen, Die Handelsbücher nach Den Vor-schris- ten Des Handelsgesetzbuches zu führen verpflichtet sinh, ist Der Gewinn Der nach Den Grundsätzen geordneter Buch ührung ermittelte äleberschuh DeS Betriebsvermöge.rs am Schluß deS Steuerab- schnitts über das Betriebsvermögen, das am Schluß des vergangenen SteuerabschniftS Der Veranlagung zugrunde gelegen hat. Die land­wirtschaftlichen Steuerpfllchrigen haben Dagegen nur die Möglichkeit, Die Abschlüsse ihrer Bucher alS Grundlage für die Ermittlung DeS steuer­pflichtigen Gewinns zu verwenden. Wenn auch

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Iorga kam, Der Direktor blätterte. Dann las er erregt:

Bohrung largu Real 214, Mai 1912. Er­reichte Tiefe 645 Meter. Abbruch wegen Anschlogens einer übermächtigen Wasseraber von über 40 Grab Celsius."

Zufall", murmelte Iorga.

Sie sinb unser Mann , strahlte Stefanescu. Wenn Sie ebenso sicher Del finben, bann können Sie Millionen bei uns oerbienen."

2.

Hotel Athensei-Palast in Bukarest. Auftichts« ratssitzung ber anglorumänischen Petroleumkom­pagnie.

Um es noch einmal zu wieberholen, meine Herren, jener beutsche Rutengänger hat mit seiner baguette bioinatoire wahre Wunber vollbracht. An zwei von ihm bezeichneten Stellen fanben wir Wasserquellen genau in ber angegebenen Tiefe, Stärke unb Richtung. Seine Vermutungen auf Pe­troleum konnten wir aUerbings nur an bereits fer­tigen Bohrlöchern feftftellen. Sie stimmten aber I aarschars mit ben Bohrergebnissen überein, bic ihm unmöglich bekannt sein konnten. Wir wißen baß bis jetzt von fünf Bohrungen, bie wir nieber bringen, kaum zwei ergiebig zu sein pflegen. Sollte mit Hilfe jener wunderbaren Silberrute bie Fin- bigfeit auf Del nur um 25 Prozent steigen San bers selber behauptet, baß wir kaum mehr eine Fehlbobrung machen würben, so wären baburch allein schon bie Unkosten gebeckt. Ich schlage bähet vor, ben beutschen Rutengänger mit Dem von ihm geforberten festen Iahresgehall anzustellen unb ihn außerbem an jeber ergiebigen Bohrung prozentual zu beteiligen.

Nach Stesanescu erhielt Iorga bas Wort.

,Jch als Geologe von Beruf, bem bisse Wissen schäft keine amateurhafte Spielerei bebeutet. Der­ma g ben Optimismus bes Herrn Direktors nicht zu teilen. Daß viele Menschen imftanbe sinb, mit Hilfe eines gabelförmigen Zweiges ober einer ae» rounbenen Metallrute fließenbes Wasser in gerin- ?ier Tiefe unter bem Erbboben festzustellen, halte ich ür erwiesen. Alle übrigen Details aber, wie bie genaue Tiefe bes Wassers, bie Richtung, bie Strom­stärke ober gar seine Temperatur unb chemische Zu­sammensetzung, vorherzusagen, halte ich, offen ge­sagt, für Schwindel. ^Fortsetzung folgt.)