HeitSlrebe gemacht. Er habe auch Meng zwnryen feinen eigenen Wahrnehmungen und Schlußfolgerungen unterschieden
Reumanns, sowie auch Poeges Aussagen seien vollinhaltlich bestätigt durch die Ergebnisse der älntersuchungen in den kommuni st i^ schen FraktionSbureaus im Reichstag und im Landtag am 19. 7. 1924, sowie durch die Aufhebung der Pahfälscherzentrale in der Thomasstrahe in Reukölln am 7. 10. 1924. Es fei eine grobe Anzahl Schriftstücke gefunden worden, die beweisen, daß die M.-G.-Abteilung mit der Gruppe HanS stets in Verbindung gestanden hat. Auch der Ausdruck Tscheka sei in den Akten der Partei selbst gebraucht worden. Ramentlich die Angaben über die militärische Organisation der Par- Lei feien voll bestätigt, z. D. durch die Be- schlüsse des Polbureaus vom 24. 2. 1923. Aus anderen Schriftstücken gehe hervor, daß der Russe Helmut der Leiter der Abteilung 12 (M.-Abt.) gewesen sei. Besonders beweiskräftig für die Glaubwürdigkeit der Angaben Reumanns seien in der Pahfälscherzentrale gefundene Dokumente. Die ausgestellten Pässe (6Z3 an der Zahl) Lien genau registriert. Eine Reihe von Reichstags- und Landtagsabgeordneten hätten falsche Pässe erhalten, so Eb^rlein, Koenen, Thaelmann Ruth Fischer, Maslow, Drandler und Pieck. Auch zehn Mitglieder bzw. Rahestehende der Gruppe Hans hätten Pässe erhalten, als erster Poege.
Rechtsanwalt Dr. Wolf bemerÜ, dah durch alle diese Urkunden nicht bewiesen werde, dah die Organisation zum bewaffneten Aufstand diente, statt zur Abwehr faszisti- scher Putsche.
Keine Kandidatur Hindenburgs.
Hannover, 24 .Mär-. ($11.) Der TU. wird ocmx Generalfeldmarfchall von Hindenburg folgende Erklärung übermittelt: Aus mir unbekannten Gründen, vielleicht in der Absicht, dadurch eine Zersplitterung der Stimmen herbeizuführen, ist in den letzten Tagen das falsche Gerücht verbreitet worden, daß ich für mich den Präsidentenposten erstrebe. Ich erkläre demgegenüber, dah ich nach wie vor unentwegt an der Kandidatur Jarres festhalte.
Der Kulturkampf tm Elsatz.
Paris, 23. Marz. Der Bischof von Straßburg, Ruch, hat einem Berichterstatter des „Figaro" erklärt: Der Schulftreik vom 5.—16. März ist nur eine Probe gewesen. Wenn es notig ist, werden wir bis zum General st reik gehen. Mir werden auf die eine oder die andere Weise dafür sorgen, daß die interkonfessionellen Schulen leer bleiben. Die Elsässer werden vor keinem ebrenhasten Mittel zurückschrecken, das sich mit ihrem christlichen Gewis'en verträgt. Wenn bis Ostern nichts geschehen ist, so wird sich das ganze katholische Elsaß in Bewegung setzen, und dann wird es sich um eine nachhaltigere Aktion und etwas anderes als einen eintägigen Schulstreik handeln.
Auflösung des ägyptischen Parlaments.
Kairo, 24. März. ($11.) Zaglul Pascha wurde von der Kammer mit 126 gegen 85 Stimmen zum Kammerpräsidenten gewählt. Wegen dieser Wahl hat das ägyptische Kabinett dem König Fuad seine Demission angebvten. Der König hat die Demission abgelehnt. Darauf wurde das Parlament aufgelöst, nachdem es knapp 10 Stunden bestanden hatte. Das Ende kam mit drastischer Plöhlichke t.
5 Reuter meldet aus Kairo zurAuflöfung: Die Kammer war damit beschäftigt, ihr Bureau äh wählen, als plötzlich, um 7 Uhr abends, die Tür aufgeschlagen wurde und Ministerpräsident Zitoar Pascha, gefolgt von den Ministern, eiligst eintrat, sich setzte und dem Präsidenten ein Zeichen gab, dah er zu sprechenwünsche. Dann verlas er das Dekret, wodurch das Parlament für aufgelöst erflärt wurde. Zaglul Pascha stand wie zu Stein verwandelt, während Ziwar Pascha schon wieder das Pa kamen ts- gebäude verlieh, nachdem zwischen seinem Eintritt und seinem Verlassen nicht mehr als drei Minuten vergangen waren.
E.ne safz stische InternaL'ona?e.
R o m, 24. Marz. (TU.) Der Große Faszisten- rat wird Ende März in Rom zusammentreten, um über die Gründung einer faszistischen Internationale zu beraten. Berichterstatter ist der Generalsekretär der faszistischen Verbände im Ausland, der Abgeordnete Bastianint Im Ausland bestehen übep 47 dem Faszismus ähnliche Betonungen. Die Frage der Gründung der faszistischen Internationale muh eingehend geprüft werden, da in verschiedenen Teilen des Auslandes Gegenströmungen vorhanden sind. Mussolini wird auf der Tagung sprechen.
Trauerkundgebung für Lord Curzon,
London, 24. März. (TU.) In beiden Häu- fern des britischen Parlaments fanden gestern , Trauerkundgebungen für Lord Curzon statt. Im
Unterhaus gab Baldwin eine Uebersicht des Lebens und der Tätigkeit, des Verstorbenen und wies auf seine hervorragenden Fähigkeiten als Politiker und Staatsmann hin. In allen ohen Llem- tem, die Curzon während seiner Laufbahn bekleidet hat, habe er seinem Vaterlands die größten und wichtigsten Dienste erwiesen. Für die Ar- beiterpartei widmete Macdonald und für die Liberalen Sir John Simon für den abwesenden Lloyd George dem Verstorbenen ehrende und anerkennende Nachrufe. Im Oberhaus hielten der Marquis Salisbury und Asquith Trauerreden für Lord Curzon. Der König und die Königin haben an Lady Curzon ein Beileidstelegramm gesandt.
Kleine politische Nachrichten.
Die bayerische Regierung hat dem Landtag einen Antrag zugehen lassen, in dem sie um die Cr- nmchtigung bittet, die Bürgschaft des Staates bis zum Gesamtbetrags von 30 Millionen Mark für Darlehen zu übernehmen, die für die Befrie- digung des Kreditbedürfnisses der 'averischen Landwirtschaft gegeben werden sollen. Die bayerische Landwirtschaft hat gegenwärtig ein ausgedehntes Kreditbedürfnis von mindestens 40 Millionen Mark.
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Der französische Delegierte von Mainz hat, wie der „Dossischen Zeitung- gemeldet wird, dem Vorsitzenden desReichsbannersSchwarz-Rot-
Gokd tn rnyettchesten eröffnet, oatz im veletzten Gebiet das Tragen von Koppeln und Schulterriemen sowie das geschlossene Aufmarfchiere» im Reichsbanner verboten sei.
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Im großen Festsaal der Wiener Universität wurde gestern der österreichische Bundespräsident Dr. Hainisch zum Ehrendoktor der Staatswissenschaften promoviert. An der Feier nahmen die Mitglieder der Bundesregierung und das diplomatische Korps leit
Aus aller Welt.
Die Dorbereitungen zur Iahrtausendfeier in Köln.
Köln a. R h.. 24. März. siWTB. Funk- fbrud)) Die in diesem Iahre in Köln statt- fi dcnde Iahrtaufend - Feier-Ausstellung der Rheinlande wird aus zwei Abteilungen bestehen: Aus der historischen und kunsthistorischen Abteilung und aus der wirtschaftlichen und sozialen Abteilung. Die Eröffnung der Ausstellung, die einen Umfang von 20 030 Quadratmeter haben wird, ist zum 16 Mai geplant und der Schluß auf Mitte A iguft angesetzt Diese beiden Termine werden durch die Frühjahrs- und Herbstmesse vorgeschrieben, weil die beiden Messen dieselben Räumlichkeiten für sich beanspruchen. Die Vorarbeiten gestallen, sich ungemein schwierig, da es sich zum allergrößten Teil um Ausstellungsstücke handelt, um Deren Hergabe mit den Besitzern zeitraubende Verhandlungen geführt werden müssen. Ob sich die österreichische Regierung entschließen wird, die mittelalterlichen Krönungs-Insignien zur Verfügung zu stellen, ist noch ungewiß. Immerhin sind aber eine Menge wertvoller historischer Stücke für die Ausstellung bestimmt zu erwarten, darunter auch die Goldene Dulle Karls IV. An der Aufbringung der sehr beträchtlichen Kosten beteiligen sich das Reich, Preußen imb die Provinz, wobei allerdings auch für Köln noch Lasten genug übrig bleiben. Man hofft zuversichtlich, dah das so ungemein schwierige und verantwortungsvolle Werk gelingen und daß es weithin Kunde geben wird" von der Kultur des rheinischen Bodens und dem unerschütterlichen Sinn seiner Bevölkerung.
Schutz unserem Rachwuchö.
Die Deutsche Vereinigung für Säuglingsund KleinÄitte.schuh veran>.a.t t am Sonntag im Auditorium der Maximilian-Universttät München ihi-e siebente Tagung, die von hervorragenden Persönlichkeiten, Vereinen und Verbänden sehr stark besucht war. Der bayerische Innenminister Stütze! versicherte, daß die bayerische Staatsrogieruug reges Interesse an der Tagung nehme und jederzeit die Bestrebungen der Vereinigung fördern und unterstützen werde. Im Zusammenhang mit dieser Tagung stand eine Krippenkonferenz des Deutschen Krippen- vsrbanl es. In der Mltgllederv.rsammlung der Deutschen Vereinigung für Säuglings- und Kttin- kinderschutz wurde beschlossen, die nächste Tagung im Mai oder Iuni 1926 in Düsseldorf ab- zuhalten. Im Rahmen dieser Veranstaltungen sand auch eine A e r z t e k o n f e r e n z statt, die sich eingehend mit der Bakteriologie- und Dtta» mine-Theorie bezüglich der Milch befaßte. In der Aussprache wurde auf die günstigen Erfahrungen mit der organisierten Milchzentrale in Mannheim, mit Magermllch in Memmingen und tm Rheinland und auf die Gefahren der Rohmilch hingcwiesen.
Aus den Münchener Revolutionstagen.
Vor dem Schwurgericht München hatte sich wegen Totschlags der 28jährige Obergärtner Gust. Reubel - München und wegen Beihilfe die 30jährige Maurerwitwe E r h a r d t zu verantworten, die bei der Befreiung Münchens von der Räteherrschaft im Mai 1919 Regierungssoldaten schwer mißhandelt und dann e r- schossen haben. Der Staatsanwalt beantragte wegen dieses V»rächens qegm den 2t tgeflag^en Reutzel sieben Iahre Zuchthaus, gegen die Mitangeklagte wegen Beihilfe 1’-., Iahre Zuchthaus. Das Urteil lautete gegen Reute! unter Einschluß anderer Strafen auf sechs Iahre Zuchthaus und gegen die Erhard! auf sechs Monate Gefängnis.
verurkeltter Mörder.
Das Kaffeler Schwurgericht verurteilte den 20- jährigen Bergarbeiter Eduard G o ß m a n n aus D e m s im Kreise Rochenburg an der Fulda, der am 7. Februar tm angetrunkenen Zustande zwei So ne eines Hofnachbarn während der Hochzeit ihres Bruders erschossen hatte, zu einer Gesamtstrafe von 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust.
Bestrafte Kunstdiebe.
Einer Blättermeldung aus Ro-m zufolge verurteilte das Gericht in Lucca 16 Künstler, Kunsthändler und deren Helfershelfer, die eine große Anzahl aller Gemälde, Skulpturen und wertvoller Kultusgeräte aus den Kirchen Toskanas gestohlen hatten zu längeren Freiheitsstrafen. Der Hauptdieb, Der Maler Emilio Cara b b i, wurde in Abwesenheit zu acht Iähren Zuchthaus verurteitt. Bei einem der verurteilten Kunsthändler wurde ein Gemälde von van Dyck im Werte von mehreren Millionen beschlagnahmt.
Flugzeugunsall hoher russischer Beamten.
Ein von TifliS nach Suchum fliegendes Flugzeug geriet unweit von Tiflis in Brand und stürzte dabei ab. Fünf Personen kamen dabei um. Die Verunglückten sind Mitglieder der tranS aukasischen Regierung und hatten sich im Flugzeug nach Suchum begeben, um an der Eröffnung eines Sowjetkongreffes teilzunehmen. In Transkaukasien wurde eine viertägige Trauer verkündet.
Sie Kinderlähmung in Neuseeland.
Reuter meldet aus Wellington, daß die Kinderlähmung in Neuseeland erschreckende Formen angenommen hat. Sämtliche Schulen sind seit Wehnachten geschlossen und Iugend- arbeit darf nur mit Genehmigung des Gesund- heits-.rmtes verrichtet werden. Heber 803 Krankheitsfälle sind seit Ausbruch der Epidemie im Dezember Dörgen Iahves zu verzeichnen, darunter 127 Todesfälle.
Romsche Gräberfunde in Ungarn.
Rus Budapest wird gemeldet: Im Verlaufe der Ausgrabungen in der Rähe von Oszoeny bei Komom wurden tn den letzten Tagen sechs Sarkophage aus der Römerzeit zutage gefördert. Die Funde stammen aus dem 2. Iahrhuntert nach Christi. Der Wert der Funde wird dadurch erhöht, dah, wahrend die meisten ähnlichen Sarkophag»' tm Laufe der Zeit ausgeraubt wurden, die jetzt ausgegrabenen
unversehrt geblieben sind. Einer der Sarkophage enthält daS gut erhaltene Skelett einer 80jäb- rigen Frau und verschiedene wertvolle Schmucksachen, die teilweise aus Gold sind. Bier Sarkophage weisen gut erhaltene Aufschriften auf. Die wertvollen Funde sind gestern dem ungarischen Rationalmuseum überwiesen worden.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. Mürz 1925.
Wie treibt der (Hcwerbetreisiende, Handwerksmeister und Kaufmann seine Forderungen bei*?
Von OberlandeSgerichtsrat Dr. Dovensiepen-Kiel.
II.
Der Zahlungsbefehl enthalt die oben mit- geteilten Erfordernisse des Mah-nung'g suchs und außerdem den Befehl, an den Sch.'ldner binnen einer vom Tag der Zustellung lausenden Frist von einer Woche bei Meidung der sofort g.n Zwangsvollstreckung den Gläubiger wegen seines Anspruchs nebst den dem Betrage nach zu bezeichnenden Kosten des Verfahrens und den 3hfen zu befriedigen, oder, wenn er begründete Einwendungen habe, bei dem Gericht Widerspruch zu erheben. Die Zustellung des Zahlungstefehles erfolgt von Am'swegen, der Gerichtsschreiter hat hiervon den Gläubiger unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Der Schuldner kann nua bis zur Verfügung des VollstreckungZoefehls gegen den Zahlungsbefehl Widerspruch erheben, wovon das Gericht den Gläubiger zu benachrichtigen hat.
Alsdann schiebt sich zwischen das Mahn- und das Strciwerfahren noch das Güteverfahren, das die Verordnung vom 13. Februar 1924 für alle bürgerlichen Rechtsstreitig ke tten, die zur Zuständigkeit der Amtsgerichte gehören, grundsätzlich zwingend vorschreibt, ein. Legt jedoch der Gläubiger nunmehr dar, erforderlichenfalls auf Verlangen des Amtsrichters, daß mit Rücksicht auf die Art des Anspruchs, die Verhallnisse der Beteiligten oder besondere Umstände der Güte- dersuch als aussichtslos erscheint, so bedarf es eines besonderen Gütetermins nicht, und der Termin wird sofort zur streitigen Verhandlung anBcraumt. Dasselbe gilt bei Ansprüchen über 500 Gmk. Beispiele für Len Weg'all eines Gütetermins: Dem Amtsrichter- ist am sich bekannt, daß die Parteien seit Jahren miteinander erbittert verfeindet sind oder daß der Schuldner ein Prozeßhansel ist, der sich grundsätzlich niemals vergleicht, oder die Wohnsitze der Parteien liegen getrennt wett voneinander, der in Königsberg wohrrha te Fabrikant hat belln Amtsgericht Konstanz tn Baden, wo sein Schuldner seinen Wohnsitz hat, sein Mahngesuch über 400 Gmk. eingereicht.
Der Gläubiger kann bereits in feinem Mahn- gesuch Len Antrag auf Anberaumung des Gitte- bzw. beim Vorliegen der besonderen Voraussetzungen den Antrag auf Anberaumung des Streittermins stellen. Gehört der Anspruch zur Zuständigkeit des Landgerichts, geht er allo auf übtr 5000 Gmk.. so muh das Amtsgericht, sofern nur eine Partei, der Gläubiger oder Schuldner, dies beantragt, die Sache vor der Streit- Verhandlung an dasselbe verweisen. Die Folge des rechtzeitig erhobenen Widerspruchs ist die, dah die Angelegenhell nun so behandell wird, als ob von vornherein Klage erhoben wäre.
Unterbleibt der Widerspruch des Schuldners, so ist auf Antrag des Gläubigers der Zahlungsbefehl von dem Gettchtsschreidr — nicht vom Amtsrichter — durch einen auf den Zahlungsbefehl selber zu setzenden Vollstreckungsbefehl für vorläufig vollstreckbar zu erklären. Dieser wird nur auf Betreiben des Gläubigers zugestellt. Aber selbst der Dollstreckungsbefehl beendigt die Angelegenheit noch nicht endgültig. Er steht vielmehr nur einem Dersäumnisurteil gleich. D. h. der Schuldner kann nun immer noch g:g?n den Dollstreckungsbefehl binnen einer Woche leit feinet Zustellung an ihn den Einspruch einlegen beim Amtsgericht, und zwar ohne Laß er ihn Irgendwie fachl ch zu begründen brauchte. Gehört der Anspruch an sich vor das Landgericht, so prüft das Amtsgericht nur nach, ob der Einspruch noch zulässig war, bejaht es dieses, so verweist es durch B schluh die Sache an das Landgericht. Hier wird sie nun, wenn der Schuldner einen dort zugelassenen Anwatt annimmt und den Prozeß fortsührt, streittg verhandelt. Andernfalls, d. h. also, wenn der Anspruch des Gläubigers 500 Gmk. nicht übersteigt, wird vom Amtsgericht streitig verhandett und entschieden.
Der Zahlungsbefehl verliert seine Kraft, wenn nicht binnen 6 Monaten der Dollstr eckungs- besehl vom Gläubiger beantragt wird.
Hervorgehoben sei noch, dah der im Gütetermin abgeschlossene Dergl ich-ebenso wie auch der Dollstreckungsbefehl insofern dem Urteil völlig glcichstehen, als aus beiden die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner stattsindet.
Das Mahnverfahren, das bei Objekten nicht über 500 Gmk. nach dem klaren Ausspruch des Gesetzgebers den regelmäßigen Weg für die Beitreibung der Forderungen unserer Geschafts'- welt bildet, bietet gegenüber gutartigen Schuldnern den großen Dofgug der Beschleunigung und auch der Billigkeit gegenüber der Klage, sowohl die Gericheskosten wie auch die Anwalts- g^bühren sind erheblich niedriger, aber gegenüber dem böswilligen Schuldner gestaltet es sich nut zu leicht zu einem Dornenweg für den Gläubiger. Ihm wird in solchen Fällen dringend anzuraten sein, unter Glaubhaftmachung der Böswilligkeit, Unelträglichkeit, S rcitsucht oder Der- fchleppungstaktik seines Schuldners aus unteren Prozessen sofort die Klage — entweder beim Amtsgericht bet Forderungen bis zu 500 Gmk. und beim Landgericht durch einen dort zugelasse- nen Rechtsanwalt bei Objekten darüber — ein- zurelchen.
Eichener Wockeumarktvreise
am 24. März 1924 (Händlerpreise).
Es kosteten: Butter Pfd. 220 Pf., Matte 40 Käse 70, Wirsing 30, Weihkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 50, Unterkohlrabi 8, frische güne Erbsen 80, Misch- gemüse 20, Grünkohl 20—30, Rosenkohl 60—80, Feldsalat 100—150, Tomaten 150, Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 60—100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 15—20, Birnen 12. Dörrobst 40, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Endivien 100, Eier Stück 12, Blumenkohl 70—150, Salat 40—50, Lauch 5—15, Sellerie 20—70, Radieschen Bd. 40.
Vornotizcn.
— TageSkalender für Dienstag. Stadttheater: Zi/2 Uhr „Sappho",
"e.
Nach vorübergehender Milderung wieder fM» ter. Winde aus nördlicher Richtung, noch vereinzelt Niederschläge.
Unsere Wetterlage wird heute von dem nSrtfe lichen Fallgebiet beherrscht, r -tert Ausläufer morgen noch vereinzelte Niederschläge und etwas Milderur a bei uns Hervorrufen dürsten. Das über Island in Erscheinung getretene neue Hochdruckgebiet dürft? eine abermalige Kältewelle mit sich bringen
RDD. Keine allgemeine Tariferhöhung der Reichsbahn. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft hat den Beschluß gefaßt, trotz der infolge des Schiedsspruchs notwendigen Mehrausgaben für die Güterarbeller eine aHrrrncine Tariferhöhung nicht eintreten zu lassen. ArH von ter zmachst ins Auge gefaßten Desei ^ung ter Fahrtvergünstigung für Kriegsbesch b gte und für 6labt» Unter, die aufs Land befördert werden, konnte A->stand genommen werden. Dagegen müssen die Gebühren für Zeitkarten erbört orten. Ferner ist b gchloffen Worten, bei Gefelsio) f .sreisen von mindestens 30 Personen eine > >)rpreisermäßi- gung von 2ö Prozent zu gewäh'.cn. Damll wird eine Vergünstigung gesoffen, die seit dem Iahre 1905 nicht 'neyr beftanten Hal. Fcrner soll den Studlerenten, die an Fahrten zu w sfcnfchaftllchen belehrenden Zwecken teilnehm m, künftig in gewissen Fällen Schnellzug c ugung zugestanterr werden, die bisher ausgeschl:fsen war.
Deutsche Iugendnot. Das Orgat, des Verbandes für teullche Iugen2herberg'N ,Die Jugendherberge" berichtet: Die verheerend« Wirkung, die daS letzte Iahrzehnt auf den Ge- sunsiheitszustand der Iugend au3geü6t hat. zeigt in eindringlichster Weise eine Zusammenstellung des preußischen WohlfahrtsmirristeoiumS Danach sind von je 1000 Schulkindern an Tuberkulose erkrankt: 8,3 im Iahre 1913, — 17,2 im Iahre 1919. — 30 im Iahre 1922, — und die rasend« Geldentwertung des Iahres 1923 fyat eine wei» tere sprunghafte Steigerung der (5rfranfungen mit sich gebracht. Ebenso erschütternd ist die Lage der Iugendlichen vom 15. bis 20. Lebensjahre, unter denen die Sterblich Ätsziffer um 13 Prozent gegenüber dem Iahre 1913 gestiegen ist. Diese Zahlen mahnen eindringlich, alle Kräfte anzufpannen xum Aushau ter Jugendherbergen und zur Förderung des Iügendwänderns. DaS Schicksal des deutschen Dolles hängt von dem seiner Iugend ab.
** LukasgeMeinde. Im Mittelpunkt de- Familienabends, den die Lukasgom einte am Sonntag veranstaltete, stand ein Dortrag deS Fabrikdirektors Fleck über das Thema „Religiöses Leben in Heimat und Fremde". Der Vortragende hat jahrzehntelang ün Ausland, in der Schweiz, in Italien und in Frankreich, gelebt und dabei Gelegenheit gehabt, das Volksleben anderer Rationen zu beobachten. Gr gab ein fesselndes Bild aus dem religiösen Leben; in Südtirol, schilderte Gottesdienste, die trott privater Seite in Basel veranstaltet werden, und teilte ein merkwürdiges Erlebnis des bekannten Pfarrers und Schriftstellers Samuel Keller, mit dem er in Zürich in Beziehung getreten war. mit. Seine Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß die deutsche Art entschieden den Vorzug vor allem ausländischen Wesen verdient. Der Dortrag toar in warmem, religiösem Ton gehalten, ein La'.onprediger rief hier die Zuhörer dazu auf, daß daS höchste Ziel ter Menschen sein muh, die Gotteskindschaft zu erwerben. Frau Müller-Bangert fang Lieder von Hantel, Karl Maria von Weber und Schubert und erfreute die Anwesenden durch ihren schönen, reinen Gesang. Mit vollendeten Meistersch'ft trug Herr Iulius Hahn zwei Klavirrsiücke vor. Äankbar und mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Teilnehmer diesen Darbietungen. Zu Beginn der Deranstattung godachte Pfarrer Dechiolsheimer des am 15. ds. Mts. dahing eschi öd -nen Geheimen Ober» konsiftorialrates und Superintendenten D. theol. Ferdinand Euler, der von 1898 bis 1907 Pfarrer der Lukasgemeinde war, der als Prediger wie als Seelsorger gleich hervorragend sich in den Herzen vieler ©cmeinbegiieter ein Denkmal gesetzt hat und dessen Rome in der Geschichte ter Lukasgemeinde allezeit toeiterletert wird.
*"* D.H C. Alljährlich, wenn der junge Lenz seinen Einzug in unseren Gauen hott, sammett der V.H C. Gießen feine Gotreuen, um gemeinsam mit Freunden der Wandersache die Wiederkehr seines Gründurrgstoges festlich zu begehen. Wi« alle vorangogangenen, erfreute sich auch das am Samstag in der Turnhalle abgehaltene SttftungS- fest einej überaus zahtt ich n Besuches. Rach der eindrucksvollen Begrüßungsansprache des Dov» sitzenden eröffnete Frau Zieprecht mit einigen entzückenden Soprarliedern den Reigen der Darbietungen, denen sich zwei hübsch gjungene Duette ter Damen Heimes und Dreher an» schlossen. Ein von fünf D.H.E.er flott gefpiÄter Schwank trug wesentlich zur Hebung der guten Stimmung bei. Einen breiten Raum nahmen naturgemäß die Wanderauszeichnungen ein, die diesmal an 25 fleißige Wanderer verteilt werden konnten und von Frl. Klemmrath mit hübschen Sinnsprüchen begleitet überreicht wurden. Ein überaus malerisches Bild bot ein von 24, meist in vberhessifche Tracht gelleideten, D.H.E.- Schwestern trorgetcagener dreistimmiger, vom Sucre» der Rädchen begleiteter Spinnchor, der wie die übrigen Darbietungen lebhaften Beifall fand. Die fröhlichste Stimmung löste aber der ob>n?hesfische Dialektdichter Gg. Heß aus Leihgestern aus, ter mehrere Proben feiner Dicht- und Dortragskunst zum besten gab und sich immer wieder zu weiteren Zugaben verstehen mußte. Liebliche Weisen der Kapclle Weller und gemeinschaftliche Lieder vervollständigten die gut zu- fammengestellle Dortragsfolge, der sich das übliche Tänzchen, bei dem in nachahmenswerter Weise mir deutsche Tänze auSgeführt wurden, anschloh.
*• Goethebund. Man berichtet uns: In der Sitzung dos Bundes am letzten Sonntag wurden ausgewahlte Dichtungen von Günther Goldschmidt aus Marburg teils durch die Damen Fridel Lerch und Gertrud Hirsch, teils durch den Dersasser selbst vorye- tragen. Goldschm dt ist Lyrtter; zarte und dufttge wie schwennü. ge St.mmungrn weiß er in wohl- gefonnte Sprache zu bannen, Raturb:lder zeichnet er einfühlend nach, Menschensch ckserle, persönliche und typische, sucht er zu teutotv, Erinnerungen. Stimmungen und Gesichte füllen d'e „Lieder eines Gefangenen". Auch i>aß als Epos bezeichnete 'Derk „Eines Sohnes Schicksal" scheint nach den Proben weit mehr lyrisch episch angelegt zu feilt: Folgen von Stimmungen ersetzen die eigentliche Erzählung (wie z. B. auch in dem
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