ar. 70 Erstes Blatt
Dienstag, 24. März 1925
175. Jahrgang
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und bin davon überzeugt bis zur heutigen Stunde! ®t gab mir nicht einmal Gelegenheit, an seiner vaterländischen Gesinnung zu zweifeln. T b e r f war kein Revolutionär. 3n jener Woche als die Revolution ausbrach, hatten wir eint interfraktionelle Sitzung, in der ein Mitglied — es war nicht (Sbert — die S.P.D. in interessantem Weife über die Stellung der Sozialdemokratie zur Monarchie sich äußerte. Gr sagte:
„Wir sind Sozialdemokraten und sind Sozialisten, aber Republik steht nicht in unserem Programm. Wir können unsere wesentlichen Ziele auch In der Monarchie erreichen. Wir sind Demokraten, und alS solche tragen wir der Tatsache Rechnung, bah die M hrhelt deS deutschen Dvlket
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hätten wir dort eine dichte, bodenständige, deutsche Bevölkerung geschaffen, so hätten wir diese Provinzen nicht verloren! Zeit genug hätten wir In den 150 Jahren seit der Teilung Polens schon dazu gehabt.
Richt die dünne deutsche Herrenschicht entscheidet auf die Dauer über den nationalen Verbleib eines Landes (siehe die baltischen Provinzen), sondern die Masse deS Landvolks, die den Do den bebaut!
bens. des Rheinlandes und Westfalens lingswirtschast).
Es ist ein schwerer Schaden für die
Der Kontrollberichi.
L o n d o n, 24. März. (TA.) Wie der diplomatische T-erichlerstatter des „Dalitz Telegraph“ meldet, sind sich die alliierten Regierungen über die Frage der Behandlung des Berichts der Kontrollkommission einig geworden. Die Bot» schafterkonferenz w rd möglicherweise schon morgen zusammentreten.
23,88 ; 15,56 > 1,42 : 4,91 : 2,63 : 10,62 = 18,46 : 11,92 - 1,38 - 3,51
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60 et Habre nach jre 1896 bonlelbil 29j9ss erben gegen Auen erbeten an Die )cr, Darmstadt.
daß jetzt wieder aus Süddeutschland (au« Schwaben) und auS Westdeutschland über 100 000 Menschen deutscher Dauern- bzw. Lcrndarbeiterbevöl- keruna nach IIeberfee auswandern, während unser an sich dünn bevölkertes Land im Osten noch mehr entvölkert. 3n den uns durch den Friedens- Vertrag — ohne Abstimmung — entrißenen oft» preußischen Gebieten von Soldau und Umgebung wandert unter dem polnischen D.-uck jetzt ein grober Teil der besitzlosen deutschen Stadtbevölkerung aus — trotz allem Druck bleiben die ansässigen bäuerlichen Desitzer. weil sie eben einen Desitz zu verteidigen haben.
Hätten wir Posen und Westpreußen in großzügigem Mähe kolonisiert, unter Zerschlagung vor allem des polnischen Grohgrundbesihes. wie es der einsichtige Oberpräsident von Flottwell schon vor hundert Zähren forderte, statt bei der Kolonisation fast ausschließlich verschuldeten, deutschen Grundbesitz, unb diesen auch *hur in gan* ungenügendem Mähe, dazu zu verwenden, und
3.
4.
Der Rothardtprozeß.
Magdeburg, 23. März. (Wolfs) Als erster Zeuge wird ReichSwgsabgeordneter und früherer Reichskanzler Fechrenbach vernommen, der u. a. erklärte, weder von dem verstorbenen Reichspräsidenten, noch mit anderen M t- gliedern der S.P.D. habe er über eine Beteiligung am Zanuarstreik g sprachen. Gr konnte nur ganz allgemein auSsaaen, was er als zum Sach- verhalt gehörig ansehe. Ich kannte Sbert au« unserer parlamentarischen Zusammenar^it. soweit zwei Männer, die nicht der gleichen Partei angehören, sich tarnen können. Ich hielt ihn für
Die deutschen Vorschläge.
Die Pariser Verhandlungen zur Sicherheitsfrage
Annahme von Anzeige» für bielagetnummer dl» zum Tlachmltiay vorher ohne jedeDerdlndlichtzeit. prei, t#r l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örihd)8, autroärl» 10 (Bolbpfennig; für Re« Klame-An;eigen v 70 um Drelle 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20 .Aus« schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r Fnedr Wilh Vange; für den Übrigen Teil: Ernst Blumjchein - für den Anzeigenteil: Han» Bt*, sämtlich in Bietzen.
sinnt, die unzufriedenen, besitzlosen, in schlechten Wohnungsverhältnissen lebenden Landarbeiter sind es nicht! Die Tatsache bleibt bestehen, daß daS fast rein agrarische Ostpreußen 1919 auf dem Lande eine ganz überraschend grotze Anzahl sozialdemokratischer und kommunistischer Stimmen auswies, und datz diese Provinz seitdem ganz unverhältnismäßig viel unter Landarbeiterstreik zu leiden hat und relativ viel mehr Kommunisten hat, als andere Landesteile.
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Bei dem Grvtzgrundbesih (über 100 Hektar) wohnen durchschnittlich 12 Menschen auf dem Quadratkilometer, und das sind fast alles besitzlose Arbeiter, bei dem Dauernbesih von 10 bis 12 Hektar sind es über 33 besitzende Menschen pro Quadratkilometer, also fast dreimal so viel an Zahl und unberechenbar viel mehr an nationaler Widerstandskraft. Hnb wenn die Landarbeiter seßhaft gemalt werden, mit kleiner, eigner Schol c, fte ai die De öl erurgd ich e noch v el mehr wie in Den ländlichen Gebieten Schwa-
anzuerkennen."
Das war die Meinung der SPD.-Führer Am Dienstag oder Mittwoch der Woche kam dann Ebert zu mir und unterrichteite mich dar« über, wie er im Osten und Rorden in zwei großen Gewerkschaftsversammlungen die Arbeiter von dem revolutionären Gedan» ken abzubringen versuchte.
Der nächste Zeuge, Generalmajor a. D. Ed« ler von Braun, war im letzten KriegSjahr im Kriegsamt mit der 'Bearbeitung der Rückstellungen beschäftigt. Er erklärte, anfangs Januar 1918 fei der damalige Abgeordnete Dauer zu ihm gekommen, um ihn zu bitten, den ältesten verwundeten Sohn des Abgeordneten Ebert von der Front zurückzu-
nicht bereit, seine Defriedigung an der Oft- ?renze nach dem Versailler CB ertrag anzuer- ennen. Es wolle dort eine Reuordnung, die Polen als einen Rachteil betrachtet. Die Politik Chamberlains bezeichnet „Goening Standard" als die eines ehrlichen Maklers. Ein übermäßiger Eifer der englischen Regierung, die Gegensätze der widerstrebenden Elemente auf dem Kontinent miteinander zu vereinen, wäre aber letzten Endes geeignet, das Ziel eher zu verfehlen, alS zu erreichen. Die beste Politik für England würde darin bestehen, sich so bald wie möglich von der (Beteilig ung an kontinentalen Angelegenheiten 5 u befreien und Frankreich und Deutschland dazu zu veranlassen, ihre Streitigkeiten s e l b st zu regeln. England müsse nur daraus bestehen, datz seine eigenen Rechte und Interessen beachtet werden.
„Reuy 0 rk H e r a l d" erfährt von seinem Londoner Vertreter, in den englischen Kreisen, die den Abschluß des Garantiepakt-s mit Deutschland befürworten, werde folgender Gadanken- gartg entwickelt:
Rachdem die wirtschastliche Lage Europas durch die Annahme deS Garantiepaktes geklärt worden sei, bestehe die gebieterischeRot- wendigkeit, daS Sicherheitsproblem in den nächsten Monaten zu lösen. Man rechnet damit, daß im Sommer eine Konferenz zu- fammentrete, auf der England, Frankreich, Belgien und Italien vertreten seien. Zwischen Frankreich und Italien werde bis dahin eine Verständigung zustande gekommen sein. Auf englischer Sette sei man der Ansicht, daß Deutschland unter denselben Bedingungen zu der Konferenz herangezogen werden könne wie zur Londoner Konferenz. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund dürfe nicht als unbedingte Voraussetzung für die im Sommer geplante Konferenz gelten, doch läge es im Interesse Deutschlands bis dahin um Aufnahme in den Völkerbund einzukommen. England erklärte sich bereit, sowohl die Deutschen wie auch die Franzosen gegen unvetfchulve.e Eingriffe zu schützen, lehne aber den Abschluß von Militär-Sonderabmachungen im Rahmen des geplanten Paktes rundweg ab. In bei Abrüstungsfrage werde man Deutschland gewisse Zugeständnisse machen und dasür
Stresemann und der Alldeutsche Verband.
Berlin, 24. Wär^ (Wolff.) Der Gesamtvorstand des Alldeutschen DerbandeS hat in Dresden unter dem Vorsitze des Iustiz- rats C l a ß getagt und eine Entschließung gefaßt. in der er sich die scharfen Angriffe des Hauptleiters des Alldeutschen Verbandes gegen den Reichsaußenminister Dr. Stresemann zu eigen macht. Diese Angriffe stehen mit den Anregungen in Verbindung, die von deutscher Seite in bezug auf die Aaschließung eines S i - cherungsvertrages gemacht worden sind.
Die „3eit“ bemerkt dazu: Wenn der Alldeutsche Verband diese Anregungen und die daran geknüpften Verhandlungen zum 2tnlaß nimmt, zu verlangen, daß der Reichsaußenminister vor den Staatsgerichtshof gestellt wird, so kann man dies angesichts der Haltung der übrigen deutschen OeffenMchkeit auf sich beruhen lassen. Das Reichskabinett hat sich bei dieser außenpolitischen Frage vollständig auf die Seite des Außenministers gestellt. Als im außenpolitischen Ausschuß deZ Reichstags Darüber verhandelt wurde, ist diese Politik von keiner bürgerlichen Partei abgelehnt toorben. Auch die Deutschnationalen teilen nach der Aussprache, die am Sonntag mit dem Reichskanzler ftattgesunden hat, keineswegs die Auffassung des Alldeutschen Der- bandes. Dieser Verband steht also mit seinen extravaganten Forderungen allein.
EbertS gefallen waren. Aus die Aussorde- rung, Ebert möge sich selbst an die Dienststeil« des Zeugen wenden, erflärtc (Bauer, er glaube nicht, daß sich Ebert zu Rückstellungsgesuchen für seinen Sohn herbeilassen würde. Der Zeuge hab« dann die Angelegenheit dem ordentlichen Ge, schästSgang überlassen.
Mit Ebert selbst habe er nie über die Rückstellung deS EohneS gesprochen.
3m weiteren Verlauf des Prozesses beantragte Rechtsanwalt Lütgebrune, zu Der zweiten Vernehmung des Zeugen Scheidemann auch den Schriftsteller Davidsohn zu laden. DaS Erinnerungsbild an die Vorgänge Der Revolution' ßabe sich im Gedächtnis Scheibemann s in letzter Zeit getrübt, so Daß eS keinen objektiven Wert mehr besitze. Davidsohn wisse, daß Ebert und Scheidemann mit den Streikenden so stark sympathisiert hätten, daß sie genau wie im Rovember 1918 bereit gewesen seien, an Die Spitze Der Revolution zu treten.
3n der Rachnrittagssiyung machten mehrere Zeugen Aussagen über den im Januar 1918 in Der Torpedowerk statt in Friedrichs- ort bei Kiel ausgebrvchenen Streik feine Instruktionen erhielten. Der Zeuge Schutz bekundete, er sei im Sommer 1918 nach Berlin gefahren und habe Ebert, Wels und Rost« gesagt, daß wir vor dem vollen Zusammenbruch ständen, und daß die Arbeiterschaft die Verhältnisse nicht lä iger ertragen könne. Revolten wären sicher zu erwarten, wenn nicht gleich der Krieg beendet wäre. Die Herren im Parteivorstand hätten gemeint, er beurteile die Stimmung ganz falsch. Jetzt stehe Deutschland vor Dem Siege.
Der Tschekaprozeß.
Leipzig, 23. März. (WB) In Der Heck« tigen Sitzung hat die Verteidigung einen umfangreichen Deweisantrag auf Verlesung Der ilr- kunoen und Ladung der Zeugen gestellt zum Beweis, Daß im Herbst 1 923 ein Rechts- Putsch gedroht habe und Daß auch heute noch eine Reihe militärisch organisierter und bewaffneter Rechtsverbände bestehen, mit Dem Ziele, Die Monarchie mit Gewalt zu errichten Rachdem die Dorrnittagsfitzung mxy mit Erörterungen übet die Tlchekagruppen in Mannheim und Baden ausgefüllt waren, wird Der Rachmittag unter allgemeiner Spannung mit der Vernehmung des Untersuchungsrichters Landgerichtsdirektors Dr. Vogt- Berlin begonnen. Einleitend wendet sich Der Zeuge gegen die Vorwürfe, Die auch von Der Tribüne Des ReichStagS gegen ihn erhoben worden seien, Daß er Die Angeklagten in der Untersuchungshaft gequält habe. Dies seien Infame Verleumdungen. Er habe im Gegenteil alle Vergünstigungen gewährt, die möglich gewesen seien und die Argeklaaten stets menschlich behandelt. Im einzelnen erttärt der Zeuge, nach seiner Ueberzeugung sei Reumann kein Spitzel. Er habe niemals von sich auS irgendjemanden belastet, sondern sei bestrebt gewesen, alle Verantwortung aus si ch »u nehmen. Seine Angaben habe Reumann ruhig unb sachlich, sowie mit sehr ausaeprägk r Wahr-,
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London, 24. Marz. (WTB.) Zu Der Pa- eifer Reise des französischen DotschasterS in Con- Don, 5 I e u r l a u , schreibt der Pariser Berichterstatter des „M anchester Guardia n“, eS fei zu vermuten, daß Fleuriau im Einvernehmen mit Der englischen Regierung versuchen werde, die französische Regierung zu überreden, sie möchte das deutsche Paktangebot etwa« ernster nehmen und gleichzeitig an- zudeuten, Daß die britische Regierung die Abhaltung einer Konferenz über diese Frage begünstigen werde. In London glaube man, daß Da« Deutsche Angebot eine Lösung De« Sicherheitsproblems verspreche, ^enn Herriot durch Fleuriau eine befriedigen De Mitteilung über Die Haltung Frankreichs nach London gelangen lasse, so könne erwartet werden, D aß Der Meinungsaustausch $tol- fefjen Berlin-Brüssel-Paris-LonDon wegen Einberufung Der Konferenz beginnen könne. Man glaube auch, Daß Fleuriau eine Anregung in Der Frage Der Deutsch-polnischen Gr enze zu machen habe, Doch sei über Den Inhalt dieser Anregung noch nichts bekannt.
Der „Watin“ schreibt: De Fleuriau hat nicht die Ausgabe, der französischen Reg erung neue Anregungen des britischen Kabinetts zi übermitteln, alles l :ffe vi.lmehr da aif sch! eß~n daß Der britische Minister DeS Qleußern, Thamber- l a i n, an Dem nach Der letzten Begegn ing mit Herriot eingenommenen Standpunkt festhä 11; D. h sich entsch eben auf den Boden Der völligen Anwendung des Versailler Vertrages stellt, namentlich im Hinblick auf de Aufrechterhaltung Des Status q u 0 an Der deutschen Oft grenze. De Fleuriau kehrt erst im Laufe deS morgigen Tages nach London zurück. Gestern abend hatte er nach ferner Besprechung mit dem Dir ktor Der politischen Abteilung Laroch e und dem Unterdioek or S - d 0 u f eine erneute AuSsvrache mit Dem M i - nisterpräsidenten. ,P tit Pnris en“ red,n d mit einem um so langwierigeren Verlaus der zur Zeit noch inoff zieklen fran ös sch englischen Der- banDlungen, als die ReichZr g erung mitte len ließ, daß sievorderReichspräsidenten- wahl nicht in Der Lage sei, ihrm Standpunkt in Der Sicherhe tSsvage zu präzisieren Da es höchstwabricheinlich zu einer Stichwahl kommen wird, könne man mit ein 't erheblichen Verzögerung rechnen D e fran ös sche D plo- matie, sagt das (B'a'.t weiter, hat seit 2 Wochen eine Re he von Vorsichtsmaßnahmen gegen evtl. Uebrrraschungen ergr flen und aus L> rbon sehr interessante Z sich r rntzen erhallen Der Lmdoner deutsche Dotsch f er war üb'r den stattgefundenen Meinungsaust'usch im D (De und hat nicht oer- fehll, die Reichsregierung über die neue Haltung der britischen RegicrungSkreise zu unterrichten.
Englands Enropapolitik.
London, 24. März. (TU.) ..Evening Standard" schreibt zur Lage in Deutschland: Die gegenwärtige Situation ist Die, daß Deutschland offenbar bereit wäre, ein A b - komme nabzuschließen, abgesehen von Dem im Versailler Vertrag vorhandenen, in Dem es Die Grenzen Belgiens und Frankreichs anerkennt. Deutschland wäre aber
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Jur Frage der Siedlung.
Don Prvsessor Dr. 6urt Dagek, Geheimer Bergrat und AbteilungSdirektor Der preuß. geolog. LandeSanstalt.
Unser Volkstum ist durch äußere unb innere Feinde auf Da« Aeußerste beDtoßt. 14 Prvz. deS deutschen Boden« haben wir durch Den Schandfrieden von Dersallle« an die äußeren Feinde verloren, unD zwar 14 Proz. (BoDen« von besonderer Fruchtbarkeit — zwei landwirt- schastliche .Ueberschußprovinzen“. Wie es mit der inneren Bedrohung unsere« Volkstums steht, da« wurde in diesem Frühling blitzartig durch die amtliche statiftische Rotiz beleuchtet, daß jetzt tn den deutschen Großstädten — und übet 25 Prozent de« Deutschen Volkes wohnt jetzt in Den 44 Großstädten unsere« Vaterlandes — aus 1000 Geburten bereit« 1014 Todessälle kommen; Die Großstadtbevölkerung stirbt jetzt infolge De« unbeschreiblichen WohnungSelendS rapide au«. — Wenn e« so weitergeht, sind wir in etwa einem bi« etneinßalben Menschenalter au« der Reihe Der politisch bedeutsamen Volker auSgestrichen. G« ist einfach nicht wahr, womit unverantwortliche Optimisten sich und andere trösten wollen, baß ein Secyzig-Millionen-Doll nicht untergehen kann! Wir sind aus bem besten Wege dazu. DaS WohnungSelenb und Der Geburtenrückgang des kaiserlichen Rom vor 1900 Jahren weisen erschreckenbe Parallelen zu unserer jetzigen Lage auf. Wir können denselben ©.iberfolg erleben, wie Da« weltbeherrschende Rom. und von den wachsenden, kinderreichen Volkern des llavischen Osten« mit ihrem hohen Geburtenüberschuß ebenso überrannt werden, wie da« menschenleere römische Reick von unteren gesunden, kinderreichen — nicht pazisistischen — Vorfahren der DolkerwanberungSzeit überrannt würbe. Die Germanen Drangen in leere Räume ein! Derselbe Vorgang spielt sich feit etwa 75 Jahren in immer steigendem Tempo bei uns in Deutschland ab; wir haben seit der Mitte DeS neunzehnten Jahrhundert« nicht nur viele Millionen unserer gesundesten unb,arbeit«freubigften Volksgenossen (ganz vorwiegend au« dem an sich schon dünn bevölkerten Gebieten DeS Osten«) Durch Auswanderung nach 11 eberfee verloren, sondern wir haben auch eine in Der Geschichte unerhörte Binnenwanderung von dem Lande nach den großen Städten und Den Industriegebieten gehabt — allein in Den Jahren 1904 das 1907 sind 1 100 000 Landarbeiter au« Dem Osten vom Lande in Die Städte gezogen, b. h. Tag für Tag, Sommer unb Winter. Sonntags und alltags. jeben Tag verließen 600 Menschen bie gesunden, natürlidßen Verhältnisse ihrer Heimat, um in Der Menschen verderbenden Großstadt spätestens in der Dritten Generation auszusterben; zunächst aber Dort ein unzufriedenes, aufrührerisches Proletariat zu bilden dessen Einfluß auf Den Ausgang des Weltkrieges wir schaudernd miterlebf haben. An Stelle dieser vom Lande abwandernden Deutschen haben wir bann tn ben Großgrundbesihgebieten des Ostens jährlich eine steigende Anzahl polnischer Wanderarbeiter importiert (1913 schon etwa 750 000).
So haben wir selbst den Inneren Grund und den Schein des Rechts Dafür geschaffen, baß uns West Preußen und ein Teil von Oberschlesien (zum Teil durch Volksabstimmung) verloren gingen. Wir haben hier eine Völkerwanderung erlebt, Die tn wenigen Jahren mehr Menschen in Bewegung setzte, als die großen Völkerwanderungen vor Beginn unserer Zeit und im Anfang des Mittelalters, in Jahrhunderten. In Posen und Westpreußen tarnen zwischen 1871 und 1890 auf je 100 000 Menschen 1041 bzw. 1064 Auswanderer nach Uebersee!
Dasselbe, was wir im letzten Menschenalter in Posen und Westpreußen erlebt haben, bereitet sich jetzt in Ostpreußen vor! Auf dieser Deutschen Insel im slavischen Meere, auf dieser einzigen Kolonie, die wir noch haben, war schon vor dem Kriege ein ständiger Rückgang Der Be- Dödetung fest zustellen, obgleich die Provinz Ostpreußen an sich den stärksten Geburtenüberschuß aufwies — e« wanderte eben ein ganz unverhältnismäßig großer Teil Der Bevölkerung nach dem Westen ab. Auf Ostpreußen, das mit seinen 37 Prozent Grundbesitz eine Der dünnst bevölkerten Provinzen ist, Die wir haben, liegt Der ganze Druck des verhältnismäßig übervölkerten Polen, und die Polen machen alle Anstrengun- ren, von Masuren und Westpreußen aus durch Aufkauf deutsche Güler und Dauernstellen in ihre Hände zu bringen.
Run haben wir ja seit einigen Jahren ein Reichssiedelungsgefetz mit der Bestimmung. Daß Der Großgrundbesitz einen Teil seine« Besitzes zu Siedelungszwecken für Innenkolonisation zur Verfügung stellen soll und Daß auf diesem so bereitgestellten Land Kleinsiebler und Kleinbauern angefieDelt werden sollen. Dieses Gesetz steht aber bi« jetzt nur auf dem Papier. CEcnn Die Siedelung in Dem bisherigen Tempo Der ietzkvergangenen vier Jahre weiter fortgesetzt wird. Dann werden, nach amtlichen Feststellungen. noch 187 Jahre vergehen, bis Die Innenkolonisation auch nur in Dem jetzt gesetzlich festgelegten, sehr geringen Maß Durchgeführt sein wrrd.
Alles patriotische deutsche Gefühl Der gebildeten Oberschicht und alle noch so gut gemeinten nationalen (Bestrebungen nützen nichts, wenn sie nicht von der freudigen Zustimmung der breiten Masse des Volkes, besonders des Landvolkes, getragen werden, und Diese bodenständige deutsche und natronalempfindende Landbevölkerung ist in Ostpreußyr zu gering an Zahl. Jeder selbständige Bauer, und wäre sein Besitz noch [e klein, ist staatserhaltend und national ge-
Slhn.
M- S.*=h8?
1 = 18,61 i = 13,60 5.: -w 5.
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Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.
Beilagen.
GiehenerFannIier blätter Heimat im Bild.
ITloReiiiEejr.c »neli: 2 Goldmark u. 20 Bold- Pfennig ffir Trägerloßn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen (Hummern infolge höherer Gewalt. ternsprech'Anschiasse: chrtftleitung 112, (Der- lag undBeschäflLslelle51. Anschrift für Drahtnachrichten AnzeigerGietzeo.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
ürnd vnd Verlag: vrfthl'sche Univerlitätr-Vuch- «nd Sleinöniderei R. Lange tn Giessen. Schriftleitung und Gefch^ftrltelle: SthuMrate 7.
eintreten, daß Die Ruhr und Köln gleichzeitig geräumt würden. Die größte Schwierigkeit ergebe sich nach wie vor aus Der Frage Der Deuts ch e n Ostgrenze. Es sei urnnög- lich, in der nächsten Zeit eine Abänderung Dieser Grenzen herbeizuführen. Deutschland werde nicht vor Ablauf von zehn Jahren ernsthaft Daran Denken tonnen, Die Aufh bung Des Danziger Korridors und anderer Grenzberichtigungen zu
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unb Umflenenb tal unter WiltMtr , Maur. ©W, Wirkung nachwei^lut iben. i)eber «iihtflfl' en Garantieschein, «e noch in Der GejchaliS' inzeigerS angenotiimen. lzveckus. Mgen der Gemeint« .eqroalb, Klause, Dum Aeheike soll nach»»« dem Submlsswnsivege


