5. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
du
den. 3m Dorf hätte ihnen schwerlich jemand ein größeres Darlehn gewährt, der ßöb riskierte es. Dafür hielt ec sie an der Kette. Meist war das Vieh, mit dem sie wirtschafteten, fein Eigentum. Waren die Tiere herausgefüttert, holte er sie ab und brachte mageren Ersah. Ec lieferte auch Kittel, Hosen- und Hemdenzeug, und was man sonst in der Haushaltung brauchte. Don den Tauschhändeln erfuhr man so gut wie nichts. Die sich darauf einliehen, hatten allen Grund zu schweigen, und der Löb nannte grundsätzlich keinen Namen,
Eh' er heut seine Schuldner besuchte, trat er bei dem Krämerskarl in den Laden und kaufte ein Päckchen Knaster. Er war ein Mann in den besten Jahren mit einem seltsam geformten, fast viereckigen Schädel. Zum Schuh gegen seine empfindlichen Augen trug er in den Ohrläppchen kleine goldene Ringe. Er sprach sehr rasch und begleitete seine Worte mit lebhaften Handbewegungen.
.No. Wb." fragte ihn der Kaufmann, „hast dein Geschäft gemacht?"
Der Wb wiegte den Kopf hin und her.
„Mit Reihen und Schmeihen."
sie am billigsten kauften. Wer wollte ihnen das berbenfen? Zum Kuckuck! Sollte er jetzt schon den Kopf verlieren? Kam Zeit, kam Rat. Den Fall gesetzt, die Vereinigung trat ins Leben, konnte man an ihm nicht vorübergehen. Er war der einzige im Dorf, der Warenkenntnisse besah. Man würde ihm den Posten des Lagerhalters anbieten. Wenn man ihn gut bezahlte, entschloß er sich vielleicht und gab den Eigenhandt! auf. Seine Zukunftspläne würden dann freilich zu Wasser. Aber ein festes Einkommen war auch etwas wert. Als Verwalter würde er den Oberwäldern einmal zeigen, wie man einen Konsuni- verein in die Höhe brachte. Alles kam auf die richtige Einschätzung des Warenmarktes an. Man muhte die Konjunkturen ausnühen, muhte spekulieren. Daß das Betriebskapital vielmal um» gesetzt wurde, verstand sich am Rand. Darin muhte der Verein die Schwestergenossenschasten auf weit und breit überflügeln. Das Fazit wo» eine fette Dividende. Da rückten sie an. die Schmappeler und Schnbkarmbauern und sackten schmunzelnd die Markstücke ein. Wem verdankten sie's? Ihm ganz allein. Ein Lächeln verbreitete sich über sein Gesicht. Vor ihm muhten sie alle die Segel streichen. Bei Gott! Sie trugen nicht schwer an ihrem Verstand. Uni) hoben auf, waS ihm aus den Händen fiel.
Den Kopf in den Wolken, schritt er ins Hin- terstübchen, von da wieder in den Laden und ge* wahrte nun erst den Lehrer, der schon eine Weile vor der Theke stand.
„Guten Tag, Herr Weilandt."
„Guten Tag. Krämerskarl. Haben Eie eine« Augenblick Zeit?"
„Jawohl.«
„Hernach wird dem Ortsdiener sein ScheN- chen rappeln."
„Was wird bertn ausgeschellt?"
„Morgen Abend soll im „Ritter" eine Versammlung fein. Ich beruf' sie ein.“
„®i, treten Sie doch näher", sagte der Krö- merskarl. der sich gern von einer Neuigkeit die Ohren kitzeln ließ.
(Fortsetzung folgt.)
Die Oberwälder
Roman von AlfredDock.
Heffen-Naffau.
Königsberg (Är. Biedenkopf). 23. Febr, Del den in den letzten Tagen abgehaltenq Holzver st eigerungen waren die Preist recht hoch. D«i der Versteigerung in der fürstlichen Oberförstecei Hohensolms und im Gy meindewald Groh-Alten st ädten wurde« bezahlt per Meter für Duchensch eiter 15 bis Mark, für Buchen knüppel 13 bis 14 Mk., IOC; Buchenwellen wurden mit 25 bis 30 Mk. bo zahlt. Bei Versteigerungen im Königs, berget Gemeindewald wurden bezahlt pei Meter Duchenscheiter 12 bis 13 Mk., Eichen, knüppel 6 bis 1 Mk., Kiefern-Nutzrollen 8 bij 9 Mk., Eichen-Reiser 10 Meter 14 bis 18 Mk
Frankfurt a. M.. 23. Frbr. (Wolff.) De, Magistrat hat sich mit den Reformvor. schlagen für das Wohnungsamt einvev standen erklärt, die sich zunächst auf die Anglie. derung der Dauerhaltungsstelle an das K>ch bauamt, die Nachprüfung der Dringlichkeils listen und den Ausbau des Systems der Ge. Währung von Prämien bei der Freimachung von Wohnungen beziehen. — Alm die Fertigstellung der Stadion-Hochbauten bis zur Einweihung im Mai d. Is. sicherzustellen, hat dec Magistrat auf Antrag d's Stadtam es für Leibes- Übungen die für das Ctatsjahr 19.5 vorgesehene« Mittel in Hohe von 423 000 Mk. schon jetzl freigegeben.
spd. Frankfurt a. M., 23. Febr. Wie die Polizei heute nachmittag mitteilt, muhten cun Samstag mehrere Säle wegen Aleber - füllung geräumt werden, da die Zahl dec Karnevalisten ungleich größer war, als Polizeilich für den betreffenden Raum gestattet \ toar. Die Polizei beamten erhielten strengste An- ; Weisung, bei etwaigen Aleberfüllungen der Festräume die sofortige Räumung derselben durchzuführen und die Saalbesiher zur Verantwortung zu ziehen. Ferner müssen die aufgehängten Dekorationen schwer entflammbar gemacht werden. Obwohl Frankfurt über eine überaus große Zahl von S.älen verfügt, sind doch für die Fastnachtstage sämtliche zu Bällen geeignete Räume schon seit Wochen und Monaten.vergeben. Der letzte Samstag brachte nun einen Rekord. Es fanden in der Stadt nicht weniger als siebzig Maskenbälle statt, die ausnahmslos überaus stark besucht waren, einige so sehr, daß der Tanz erst gegen Morgen einsehen konnte, da die AleBerfüIIung zu groß war. Dazu kam, daß jede Kneipe und ledes Kaffee einen „eigenen1 Kappenabend veranstaltete. Das beste Geschäft bei diesen Veranstaltungen machen die Wirte dann aber die Steuerstellen.
Guck, Marie, ich bin meiner Lebtag kein Kopfhänger gewesen. Ich will dir was heimlich sagen. Ich war auch einmal drunten aus Rand und Band. Alnd hab' mich selbst kuriert. Alnb hab s erfahren: Nur eine Freude hat wahrhaft Bestand. Die kommt aus dem Bewußtsein heraus, daß man seine Pflicht tut in der Welt. Deswegen brauchst du nicht abzuwanöern."
Er hatte mit wachsender Wärme gesprochen. Sie hing an seinen Lippen, wie sie als Schulkind getan.
»Du willst dem Glück entgegenmarschieren", kam er zu Ende. „Guck, Marie, über das Glück hab ich auch schon ost simuliert. Den einen be- fucht's. und er hält's nicht fest. Der andere läuft, Gott weiß tote weit danach und hat's daheim. Hast du dir nicht schon einmal überlegt, worin das Glück denn eigentlich liegt? Ich hab mir's vielmal überlegt und komm immer zum selben Schluß: Von Grund aus glücklich ist nur der, der einen anderen glücklich macht. Guck. Marie, ich kenn dich wie keiner sonst. Du hast's in dir, daß du ein' glücklich machen kannst. Aber deswegen brauchst du nicht abzuwandern. Ich mein, darüber müssen wir noch einmal sprechen — du und ich!"
„Ja, Herr Lehrer," sagte sie leise, das Gesicht von einem frohen Staunen verklärt.
Alnd ihr Blick ruhte voll auf ihm.
Nun wußte er’S: Sie ging nicht fort.
III.
Der Dblbelsheinrich gedachte eine frischmelkende Kuh zu verkaufen. Obwohl sein Nachbar, der Daniel Moll, ein annehmbares Gebot darauf tat, getraute er sich nicht, den Handel abzu- schlißen, sondern sprach den Löb Hehmann aus Dirlammen um seine Vermittlung an. Dem schuldete er gegen sechshundert Mark, die sich im Laufe der Jahre angesummt hatten. Der Viehhändler kaufte die Kuh, gab sie an den Daniel Moll weiter und steckte den Nutzen ein. Es waren ihrer mehr, die bei dem Löb in der Kreide stan-
.Das wär' ein schlechter Handel, wo du nik profitierst."
„Ich will dir was sagen, Karl. Mancher Handel is wie ein Igel. Greift man ihn an, sticht man sich."
„Dabberlababb! Du siehst dich vor."
„Was heißt heutzutag vorsehen? Eh' man die Augen ausgepuht hat, legt sich einer um. ünb ich find mein Geld auch net im Dreck."
„Das ist wahr."
„'s is überhaupt nif mehr los. Wenn ich so denk, was hab ich früher allein für Maschinen verkauft. Alleweil besorgen sie die Genossenschaften. Wo die Spatzen kein' Weizen fressen, da sein ich immer noch Hoflieferant."
Der Kaufmann kam hinter dem Ladentisch hervor.
„Tröst dich mit mir, Wb. Von den dicken Bauern kann ich auch nicht leben, die kleinen müssen den Dporesrassel*) bringen."
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Turnen, Sport und Spiel.
S- C. 15)00 unterliegt gegen den Gnuhanddallmeifter ft. C. 05 Wetzlar mit 1:6.
Mit diesem Ergebnis haben die Handballek aus der Nachbarst adt nun auch dein Gießener Publikum ihre hohe Klasse bewiesen. Gleich nach Beginn des Spieles läßt sich erkennen, daß die Eästemannschaft gut im Schwünge ist, und die Ausbeute einer Reihe gut Dorgetragener Angriffe sind während der ersten Spielhälfte sechs, meist äußerst plaziert geworfene Tore für die Wetzlarer Farben. Aber auch der Torwart beö Meisters muß wahrend dieser Zeit einmal hinter sich greifen, denn die Gießener Stürmerreihe entwickelt zeitweilig einen ganz guten Offensivgeist. Die zweite Hälfte bietet ein wesentlich anderes Bild. Die Klubleute kommen immer mehr auf und sind ihrem Gegner nahezu ebenbürtig. Auf beiden Seiten können die Tore reingehalten werden. Nun zur Mannschafts- kritil: Der Sieger bot eine geschlossene Leistung Die gesamte Hintermannschaft war stabil, und die Läuferreihe vergaß neben dem Zerstörungsspiel auch die Aufbauarbeit nicht. Der gefährlichste Teil der Mannschaft war zweifellos dei Sturm. Besonders im Innensturm standen drei Könner großen Formats: Paulus, Voß, Waldschmi dt. Wenn die Gießener Mannschaft in der ersten Hälfte nicht viel bestellen konnte, so war das eben eine notwendige Folge davon, daß sie sich während der kurzen Zeit ihres Bestehens noch nicht genügend einspielen konnte. Vor allem klaffte zwischen Läuferreihe und Sturm anfangs eine große Lücke. Manche
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Der Händler kniff das linke Auge zu.
, „Sv längs dauert! Gest' war ich in Storn- porf. Alnd kam ein Bekannter bei mich, der hatt ein' Pack Nägel auf'm Arm. „No," sagt ich, „was schaffst du?" „An meiner Knallhütt'," spricht er, „gibt's alsfort was zu reparieren." Die Nägel, verzählt et, hätt er früher beim Kaufmann Hansul am Bach geholt. Der nahm ihm fürs Pfund zwanzig Pfennig ab. Etz holt er sie im Konsum und kriegt sie für neun. Alnd wie mit den Nägeln ging's mit vielen Artikeln. Der Konsum tat glänzende Geschäfte machen, tät Dividende bezahlen bis dort enaus. Ich kenn den Kaufmann Hansul. 's is ein braver Mann und is ein solider Mann. Nu hat er die War' sitzen und wird sie net los. Oder er muß sie verfchlaudern. Guck, Karl, ich gunn dir gewiß alles Gute, aber der Konsum bleibt hier auch net aus. Die früher vor Dalles Weißbrot aßen, die rufen eh Teller, und die Wurst liegt drauf. Die Welt geht emal den Weg. Alnd sich bngegen auflehnen, heißt den spitzen Mäusen gepfiffen."
Also sprach der Löb, setzte seine Pfeife in Brand und entfernte sich. Der Krämerskarl war keiner von denen, die sich so leicht ins Bockshorn jagen ließen. Alnd doch gaben ihm die Worte des Händlers zu denken. Allenthalben schossen die Konsumvereine wie die Pllze aus dem Boden. Kam es im Dorf dazu, erwuchs ihm eine schwere Konkurrenz. Seine Mittel waren Gering, er verborgte viel und muhte Kredit in Anspruch nehmen. Anders der Konsumvevttn. Der toürbe von vornherein über ein erkleckliches Kapital verfügen, würde bar bezahlen und bei den Lieferanten die Preise drücken. Ein geschlossener Abnehmerkreis erhielt das Geschäft in flottem Betrieb. Derweil würde er hinter fein-m Ladentisch sitzen und wie ein Bettler auf die Pfennige warten. Ehedem batte die Duckelhanne an der Wolfs- faut den Alleinhandel in Spezereiwaren gehabt. Wer den Weg in die Stadt scheute, ging zu ihr und bezahlte, was sie forderte. Alnd das war nicht wenig Als er. der Krämerskarl, seinen Lad-n aufmadite, wünschte ihn die Hanne ins Pfesterland. Mit Fug. Er konnte mehr als Birnen schälen und schlug die Konkurrentin auS dem F->ld. Nun würde der Konsumverein ihm den GarauS machen. Die Leute liefen halt dahin, wo
Wohnung tft eoenraiis tnftano gefegt öotöen. Das Schulhaus macht in seinem neuen Kleide einen vorteilhaften Eindruck.
t Grün berg, 23. Febr. Die Hessische Wanderbühne hatte beabsichtigt, an drei Tagen hier Theatervorstellungen zu g>- ben. Wegen außerordentlich geringen B e s u ch s. was wohl auf die Fastnacht zurückzuführen ist, muhte das Spielvorhaben auf« gegeben werden.
t Lauter. 23. Febr. Gestern abend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe des Land- jugendbundes im Saale des Gastwirts Rock einen gesellschaftlichen Abend. Die Gruppe zählt zur Zeit ungefähr 50 Mitglieder. Bei trefflichen Darbietungen der verschiedensten Art. die sämtlich sehr beifällig aufgenommen wurden, verlief der Abend zur allgemeinsten Zufriedenheit.
' Ettingshausen. 23. Febr. Auf Einladung des hiesigen Sportvereins hatte sich gestern abend die Bewohnerschaft unseres Ortes im Sommerschen Saale zusammengefunden. Der Verein unterhielt seine Gäste durch 3 Theaterstücke, die von Herrn Drasch eingeübt und flott gespielt wurden, aufs beste. Die Gesangseinlagen waren von Herrn Schmaus, Münster, ein- studiert worden. Der schön verlaufene Abend schloß mit einer Tanzunterhaltung. — Seit Donnerstag findet hier, geleitet von Fräulein Mutschler, ein Haushaltungskursus statt, an dem sich auch einige Mädchen aus der Almgegenb beteiligen.
i Oer-Desfi ngen, 23. Febr. In dem Bewußtsein, daß nur vermehrte Berufsbildung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Bauernstandes heben kann, wurde vergangene Woche durch Obstbauinspektor Wiesner vom Land- toirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen hier ein Obstbaukursus abgehalien, der sich durch starken Besuch und fruchtbringende Belehrungen auszeichnete. — Der wiederholte Alnterhal- tungsabend des Radfahrervere i n s am gestrigen Sonntag war durch die Aufführung von Halms „Sohn der Wildnis" und Sachs' „Kälberbrüten" ein voller Erfolg in der Arbeit für gute Volksbildung. Der Direktor der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung. Herr Hassinger aus Darmstadt, war zur Fühlungnahme mit der oberhessischen Landbevölkerung hierhergekommen und dankte den vortrefflichen Darstellern und Veranstaltern für ihre wertvolle volkserzttherische Arbeit mit warmen, auftnuntern- den Worten. Er begründete in einer Ansprache die Notwendigkeit der Dolksbildungsarbeit. Die Volksbildung soll jedoch nicht totes Wissen vermitteln, sondern gemeinsame Alnterhaltung und Arbeit fördern, die das Gemüt bereichert, Gegensätze überbrückt und Liebe zur Familie, zu Heimat und Vaterland weckt. Die zahlreichen Anregungen, die die Zentralstelle in diesem Sinn gibt, machen sie zu einem notwendigen Sammelpunkt der Volksbildungsarbeit. die in der schweren Gegenwart so nottut.
* Watzenborn-Steinberg, 23. Febr. Aleber das Thema „Feldbereinigung" wird Landwiitschaftsrat Dr. Koenig vom Land- wirtschaftSamt in Lich am nächsten Sonntagnach- mittag, auf Veranlassung der Landwittschafts- kammer, hier im Gasthaus „Zur Krone^ einen Vortrag halten.
/ Garbenteich, 22. Febr. Eine Weihestunde besonderer Art war eS, die uns der heutige Sonntagnachmittag brachte. Musikdirektor Müller- Friedberg war zu einem Kirchenkonzert gekommen und zeigte uns herrliche Leistungen auf der Orgel. Begleitet wurde er von ben Solisten Frau Müller-Armendinger- Frankfurt a. M. (Sopran) und Frau Pfuhl« F l ö r i n g - Darmstadt (Violine). Das Programm war feinsinnig zusammengestellt. Die Leistungen flanbeit auf großer Höhe, und man konnte es ber atemlos lauschenden Gemeinde anmerken, wie dankbar sie für den in einer Landgemeinde seltenen Kunstgenuß war. Den Mitwirbenden gebührt Dank dafür, daß sie unseren Landgemeinden solche Weihestunden bereiten, und man kann unseren ländlichen Gemeinden, die selten solche Kunstgenüsse haben können, nur raten, diese Feierstunden sich nicht entgehen zu lassen. Die Künstler kommen gerne.
1nc ?eIIer85eim. 23. Februar. Die 125 Hektar yroße Waldjagd der Mark .Bellersheim wurde heute auf die Dauer von 6 Jahren an Wilh. Zabel von Frankfurt a. M. zum Preise von 535 Mk. pro Jahr verpachtet.
Kreis Friedberg.
Dad-Nauheim, 23. Febr. Wie die Bürgermeisterei bekannt gibt, bleibt unsere Stadt ün Besitze ihres selbständigen Arbeitsnachweises. Wie wir vor einigen Tagen in einer ausführlichen Notiz mitteilten, hatte das Landesamt für Arbeit und Wirtschaft die Absicht, den Arbeitsnachweis aufzuheben und dem Kreisamt Srriebberg anzuglieoern. Die längeren und schwierigen Verhandlungen, die die Stadt in letzter Zeit gepflogen hat, haben nun, bevor die interessierten wirtschaftlichen Verbände in einer allgemeinen Protestversammlung Stellung gegen die Aufhebung genommen haben, zu dem Ergebnis geführt, daß die bewährte Einrichtung erhalten bleibt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind in gleicher Weise über diese Lösung befriedigt, es wird nun tthre Aufgabe fein, durch recht fleißige Inanspruchnahme des Arbeitsnachweises dessen Notwendigkeit auch für die Zukunft zu beweisen.
Kreis Büdingen,
„?“ Nidda, 23. Febr. Ein Landwirt aus der Almgebung suchte ein geschlachtetes Kalb hier unterzubringen. Verschiedene Metzger, denen er das Fleisch an bot, lehnten den Ankauf ab, weil der Stempel des beamteten Fleischbeschauers fehlte. Inzwischen hatte die Gendarmerie Kunde bekommen, beschlagnahmte das Fleisch und erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft wird sich nun mit dieser Angelegenheit beschäftigen und den ursächlichen Zusammenhang zwischen kern gesetzwidrigen Fleischangebot und der mysteriösen Schlachtung aufzuklären suchen. Gerade der Verbraucher, dem durch diesen Fall die Zeit der Fleischnot wieder Erinnerung wird, hat lebhaftes Interesse daran, daß reinliche Verhältnisse im Handel mit Fleisch und Wurstwaren herrschen.
Kreis Büdingen-
** Fauerbach, 23. Febr. Die Gemeinde Fauerbach hatte am vergangenen Sonntag einen großen Tag. Die gesamte Einwohnerschast vereinigte sich nut zahlreichen geladenen Gästen und dielen Besuchern aus den benachbarten Dörfern zu einer in ihrer Schlichtheit sehr eindrucksvollen Cinweihungsfeier für den Erweiterungsbau der Kirche. Die Feier begann mit dankbaren Worten des Abschieds, die der Ortsgeistliche Pfarrer Strack in Böckels Saal art die versammelte Gemeinde richtete, die hier während des Almbaus der Kirche ihre Gottesdienste abgehalten hatte. Dann bewegten sich in feierlichem Zuge die Festteilnehmer zur Kirche. Dem Schüler- und Posaunenchor folgten der Oberhirte der evangelischm Landeskirche in Hessen. Prälat Dr. D. Diehl mit der Geistlichkeit des Dekanats, Kirchenvorstand und Gemeinderat, die Ehrengäste und die Gemeinde. Vor der Kirche übergab der Leiter des Erweiterungs- baus, Baurat Frey aus Büdingen, den Schlü!,el dem Kreisdirektor Dr. Gähne r, aus dessen Händen ihn Bürgermeister Dietrich empfing und an den Ortsgeistlichen, Pfarrer Strack, Wallembaufen, weitergab. Prälat Dr. O. D i e h l öffnete dann die Pforte. In dem von musikalischen Darbietungen des Gemischten Chors, des Gesangvereins, der Schüler und des Glau- berger Posaunenchors wirkungsvoll umrahmten Dormittagsgottesdienst sprach der Prälat die Wciherede. Pfar-rer Strack hielt die Predigt und nahm als erste Amtshandlung in dem Gottesdienst eine Trauung vor. In dem besonders aus der Almgegend stark besuchten Nachmittags- gotteSdienst hielten Ansprachen Prälat Dr. Diehl, Pfarrer Köhler, Nidda, ein Fauer- bacher Kind, Pfarrer Klotz, der lange Jahre in Fauerbach amtiert hat, und als Vertreter der Gemeinde Herr W. Seum. Für das leibliche Wohl der großen Gästeschar hatte die Einwohnerschaft in liebenswürdiger Gastlichkeit gesorgt. Ein strahlendes Fr-ühlingswetter trug zu dem vollen Gelingen des schönen Festes bet Aus einem kleinen, muffigen, verfallenen Kirchlein hat Daurat Frey ein freundlichhelles und geräumiges Gotteshaus geschaffen. Das alte Schiff ist zum Querschiff für den Altar- raum umgestaltet, der auch die Orgel birgt. In den äußerlich gleich schllchten Formen setzt sich das neuerbaute Hauptschiff mit seitlichem Chor an. Maler Kienzel - Darmstadt hat ihm tm Inneren mit farbenfrohen Ornamenten, Spruchbändern und Figuren ein heiteres, fest- liches Gewand gegeben, den Altarraum schmückt
ein von Fräulein Äum Da setn stiltftertes Glas- gcmälde. Besondere Anerkennung verdient die Opferfreudigkeit der Gemeinde Z^.Vybach und die Tatkraft ihres enc’ es ermöglichten, ein für ein Fmaldorf außergewöhnlich schönes Gotteshaus zu schaffen, ein neues Kleinod hessischer Hei- matkunst.
Kreis Schotten.
6. Burkhards. 23. Febr. Hier sprach am Samstag in einem für das Kirchspiel Burkhards veranstalteten und gut besuchten Ge° meinbeabe nb der Durenkornmandant Koos 2 o o st e, der sich auf einer DortragSreise durch den Vogelsberg befindet.
Kreis Alsfeld.
Alsfeld, 22. Februar. Gestern hielt der hiesige Zweigverein des V. H. C. nach zweijähriger Pause wieder seine Dekorie- rungsfest in den Räumen der Turnhalle ab. Man hatte dieses Mal von Theateraufführungen abgesehen und statt dessen für den unterhaltenden Teil des Abends ein MilitärkonzerS gewählt, das von 8 Mami der Kapelle der Gießener Reichswehrbataillons ausgeführt wurde. Die vorzüglichen Leistungen der Musik mit einem ausgewählten Konzertprogramm fanden stürmischen Beifall. Eine angenehme Abwechslung erfuhr das Programm des Abends durch die gesanglichen Darbietungen des gemischten Chors des D. H. C., dessen prächtig vorgetragene Volkslieder unter Leitung des Lehrers Jäckel- Alsfeld reichen Beifall fanden. Das packend und schwungvoll vorgetragene Melodrama „Die Mette von Marienburg" von Felix Dahn und das humoristische Tanzduett „Der lustige Ehemann" waren eine weitere Abwechslung in dem schön verlaufenen Abend. Bei der Verleihung der W a n d e r a u s z e i ch n u n g e n, die der Vorsitzende vornahm, konnten diesmal dreizehn Mitglieder mit dem gold e n e n Abzeichen dekoriert werden. Nach Schluß des offiziellen Teiles hielt ein gemütliches Tänzchen die Teilnehmer bei den einschmeichelnden Klängen der Gießener Militärmusik noch bis in die frühen Morgenstunden zusammen.
Starkenburg und Nheinhefsen.
4 Darmstadt, 23. Febr. In Haßloch im Kreise Groß-Gerau kam es dieser Tage zu Ausschreitungen von betrunkenenjungen Burschen gegen den Landwirt Anton Schaber und dessen Angehörige. Einer der Burschen schlug die Mutter der Frau Schader derartig heftig gegen den Kopf, daß sie besinnungslos zusammenbrach und bald darauf starb. Im Verlaufe des Ermittlungsverfahrens sind fünf Burschen fest genommen, drei aber wieder auf freien Fuß gefetzt worden. Als Täter kommen in Betracht die Arbeiter Georg Schäfer aus Königstädten und Willy Hermann aus Frankfurt a. M. Den tödlichen Schlag hat wahrscheinlich Schäfer geführt.
Kreis Wetzlar.
xx Wetzlar, 23. Febr. Im Evangelischen Männerverein, der sich gestern abend in der Herberge zur Heimat eingefunden bat . fand ein musikalischer Abend statt, der gut besucht war. Nach den Degrüßungswvrten des Pfarrers L ü h l hielt Lehrer Stauer einen Vortrag über den Altmeister der Musik — unseren größten Tonmeister — Johann Sebastian Dach und feine unsterblichen Weisen. Herr Klauer erläuterte seine klaren Ausführungen durch gute Darbietungen am Klavier. Der Vortrag, sowie die musikalischen Darbietungen des Cellisten und Sängers fanden allgemeinen Beifall.
O Lützellinden, 23. Febr. Der hiesige Männergesangverein hielt im Saale des Gastwirts Franz sein diesjähriges Stiftungsfest ab. Der Saal war bis zum letzten Platz beseht. Nach den herzlichen Begrüßungs- Worten des Vorsitzenden zeigte der Verein unter seinem Dirigenten KarlSomrncr fein Können. Die vorgetragenen Cböre zeigten durchweg eine gute Schulung. Auch Die mitwirkende Kapelle bot in ihren Musikstücken Gutes. Ein tragisches Volks- stück: „Treue Heimat, ein Opfer der Fremdenlegion", und ein luftiger Einakter „Die fidelen Handwerksburschen" bildeten den zweiten Teil des festlichen Abends. Eine Verlosung von Gebrauchsgegenständen beschloß die Feier.


