Ausgabe 
23.10.1925
 
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kn, die sich zu dem Ergebnis der Konferenz von Locarno in ihren gestrigen Ausgaben äußern. Der Outlook" sagt, daß die Aufnahme des Paktes in London nur lauwarm gewesen wäre. Chamberlain habe England europäische Verpflichtungen ausgc- laden, deren Ende niemand absehen könne. England wäre jetzt der Polizist von Europa. Wenn jemand einen Krieg führe, dann müßte England auch in den Krieg ziehen auf der einen oder andern Seite. Der Gedanke, daß der Pakt den Krieg un> möglich machen werde, sei unrichtig. Der Mensch ändert seine Natur nicht so leicht. DerNew Leader" sagt, die gesamte Initiative und die besten Seiten des Vertrags seien auf Deutschland zurück­zuführen. Sie wären ^trese manns Werk. Sie verpflichten Deutschland mit dem Präsidenten Hindenburg an der Spitze und mit Zustimmung der Deutschnationalen. Das sei ein unschätzbarer Ge­winn. Ebenso wichtig ist cs nach der Meinung der Zeitschrift, daß es eine konservative englische Regierung war, die sich zum Pakt bereitgefunden hätte. DerNew Leader" betont, daß England sich in jeder Hinsicht freie Hand vorbehalten habe. Das läge an der englischen Admiralität, die sich die Waffe der Blockade nicht aus der Hand nehmen lassen wolle. Daß England sich ober so stark gegen den Schiedsgericht'sgedanken sträube, bedeute einen Flecken auf der Ehr'e der englischen Politik.

Der Beitritt Deutschlands zum Völkerbund.

Paris, 23. Oft. (Wolff.) Der Bericht, erstatter desTemps "in Genf beschäftigt sich mit der Frage der Zulassung Deutschlands zum Völ­kerbund. Sie werde wahrscheinlich im Lause einer außerordentlichen Versammlung erfolgen, die in der zweiten I a n u a r h ä l f t e zu- sammentrete. Die Cröffnungssihung werde von dem gegenwärtigen Vorsitzenden des Völker­bundsrates, S e i a l o j a , präsidiert werden. Vach Eröffnung der Versammlung würde dje Vngc- legenheit dem politischen Ausschuß überwiesen, der seinen Bericht erstatten werde. Wenn diese Formalität erledigt sei, werde die deutsche Delegation ersucht werden, sich an den Be­ratungen zu beteiligen . Hierauf werde die Frage der Zulassung Deutschlands als ständiges Mit­glied des Völkerbundsrates erörtert wer­den. Eine Schwierigkeit würde das Problem der Zulassung der d e-u tschen Sprache als offi­zielle Sprache machen. Der Berichterstatter des Temps" spricht sich hiergegen aus. Sechzehn Mitgliedsstaaten bedienten sich der spanischen Sprache, ohne daß sie zur offiziellen Sprache erhoben worden sei. Wolle man also für die deutsche Sprache eine Ausnahme machen, so müsse man sofort, auch eine Ausnahme zugunsten der spanischen Sprache machen.

Tschechische Sorgen.

Prag, 23. Oft. (Sil.) In den: deutsch ge­schriebenen RegierungsblattPrager Presse" be­faßt jich Professor Kramarsch, der tschechische Jurist, der mit Dr. Benesch als juristischer Be­rater in Locarno war, mit der künftigen inter­nationalen Rechtslage, die sich durch die Ratifi­zierung der Verträge von Locarno für dieTschecho- slowakei ergeben wird. Kramarsch schreibt u. a.! Sollte gegen die Tschechoslowakei von wo immer ein Angriff gerichtet werden, so bildet Die im Rheinpakt statuierte ilnoerlehlichkeit der Rheingrenze kein Hindernis für jenen, der uns zu Hilfe kommen will. Jeder Staat, der zur Ansicht gelangt, daß für ihn das Recht zur ileber- schreitung der Grenze vorliegt, kann, ohne daß das Ergebnis irgendeines Verfahrens abgewartet werden mühte, zur Ausübung seines Rechts schreiten. Der Rheinpalt hat der Tschechoslowakei somit nichts von dem genommen, was sie gegen­wärtig hat."

In einer Rede erklärte Kramarsch ferner, es sei zu begrüßen, daß in Locarno wirkliche^ Friedensoer- träge abgeschlossen worden sind. Frankreich habe den Sieg augenblicklich vollkom­men verloren und befinde sich in einer tröst losen Wirtschafts- und Finanzlage, die es nach Locarno gezwungen habe. Er zweifle nicht daran, daß auch die jetzigen französischen Macht­haber Freunde der tschechischen Republik seien. Es gebe jedoch in der Politik Dinge, die über die Freundschaft gingen. Einen Angriff Deutschlands auf die tschechoslowakische Republik befürchte er nicht, denn er würde einen neuen Weltbrand Hervorrufen. Aber eine andere Frage mache ihm schwere Sorge, das sei die Haltung der Deut-s.chen in der tschechoslowakischen Republik. Das Deutsche Reich sei heute wieder ein voll­wertiger Faktor in der Welt und Dr. Strese- mann selbst habe erklärt, daß Deutschland beim Völkerbund jederzeit der Beschützer aller deut­schen Minderheiten fein werde und deren Beschwer­den sofort beim Völkerbund vorbringen werde, worauf es ein Recht habe.

Die Eaillaux-Kvifis.

Paris, 22. Oft. (WTB. Funkspruch.) Wie Matin" berichtet, war gestern das Gerücht von der Demission Caillaux' verbreitet, es wird aber für falsch erklärt. Im Finanzministeriuni sei be­tont worden, Caillaux werde sich nur dann zurück- ziehen, wenn die Kammer im Hinblick azrf die Finanzlage Frankreichs ihn in die Minder­heit versehe oder wenn er die von ihm erzielte Mehrheit für ungenügend halte. Caillaux werde sich, so berichtetL'Oeuvre" yn heutigen Kabinettsrot nur in großen Zügen über keine Finanzpläne auslassen. Die Gesetzentwürfe selbst würden erst später ausgcärbeitet werden.Jour-

Stettag, 25. Oktober 1925

\Z5. Jahrgang

Ur. 249 Erstes Blatt <d

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Dnid und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Lteindruckerei R. Lange in Liehen. Zchristiettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.

Reichskabinett und Parteien zum Ergebnis

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änderungen des Rheinlandr:g i m es beschäftigt. DasDerl. Tageblatt" will erfah­ren haben, daß in interalliierten Kreisen für spätestens Ende Januar 1 9 2 6 mit dem end­gültigen Abbau der Militärkontrvllkommission gerechnet werde.

Deutschnationalen ihre Zustimmung ben. Der Wortführer der Demokraten habe für feinc Partei ähnlich geäußert.

5chulz (D. vp.), Schneller (komm.) und tc»ch (Dem.).

!btigung unserer Fenster:

? für Wiederverkäufe?:

des der Dr. Dr.' Dr.

Dem Weihet

sfienburR Würzburg

ingstraße 6 Markt 10

Heber die Sitzung wissen einige Blätter noch mitzuteilen, in den Reden der einzelnen Abgeord­neten sei zum Ausdruck gekommen, daß alle Parteien, von der Deutschen Volks- Partei bis zu den Sozialdemokraten die Haltung der deutschen Delegation in Locarno gebilligt haben. Von allen diesen Parteien sei ober auch als selbstverständlich an­gesehen worden, daß die endgültige Ent­scheidung über Annahme oder Ablehnung des Vertrages von Locarno erst fallen könne, wenn sich die politischen Rückwirkungen von Locarno, die von den Hauptdelegierten der West­mächte mündlich zugesagt worden sind, deutlich bemerkbar gemacht haben. Beachtung ge­sunden habe die Erklärung des sozialdemokrati­schen Abg. Dr. B r e i t s ch e i d. daß seine Partei im Reichstag für die kommenden Gesetzentwürfe nur dann st i m men werde, wenn auch die

Roch den neusten Meldungen aus London und Paris will es scheinen, als ob der einmütige Protest des deutschen Volkes gegen den Versuch, die für das Rheinland versprochenen Erleich­terungen h i n a u s z ö g e r n , aus die alliierten Kabinette doch einen sehr starken Eindruck gemacht hat. Allerdings wird in England und Frankreich alles versucht, um diesen Eindruck nicht auf» kommen zu lassen. Daher wieder die Aufrollung der A b r ü st u n g s f r a g e , zu der übrigens die Absendung einer deutschen Rote unmittelbar be­vorsteht. Möglich, daß die Dotschafterkonferenz auf dieses Dokument wartet, um dann auf einen Wink von oben in ihrer Antwort festzustellen, daß die deutsche Cntwasfnung nunmehr r e st l o s durch geführt worden fei, sv daß also der Räumung der Kölner Zone nichts mehr im Wege stehe. Dadurch würde sich auch ein Anlaß finden, um einige weitere Schritt» zu tun und die Erleichterungen zu schaffen, die wir gefordert und die uns auch in Locarno zuge- sagt worden sind. Wir haben nicht den gering­sten Anlaß, allzu optimistisch in die Zukunft zu schauen, möchten aber doch nicht verfehlen, darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich aus Eng­land Mitteilungen einlaufen, die von einerun­mittelbar bevorstehenden befriedigenden Regelung der erwogenen Fragen" sprechen. Die nächsten Tage werden also zeigen müssen, ob die Gegen­seite ebrlich und aufrichtig geneigt ist, einen Schlußstrich unter die Abrüstungskomödie zu ziehen und das Rheinland von dem unerträglichen militärischen Druck zu befreien.

und daß die Jranzogen und Belgier in selben Verminderungsverhältnis sich schließen werden. Schließlich kann auch mit Sicherheit angenommen werden, daß sich in Paris bereits mit den notwendigen

3n seiner Erwiderung erklärte Außenminister Dr. Slrefemann auf mehrfache Fragen u. a., tvß der Westpakl, wie sich aus der Fassung des Irt 1 und aus der gesamten Konstruktion des Ertrages ergebe, nichts anderes enthalte als fca Verzicht auf Angriffskriege und «gc; reffivc Gewaltanwendung. Der Batt beschränke deshalb in keiner weise das Selbff- klllmmungsrecht der Völker und jedwede friedliche knßvlcklung.

Es sprachen dann noch die Abg. Dr. Drebi (Tirtfd). Vgg.. Gras L e r ch e n f e l d (Bayr. vp.) >»b Graf RcvenIlow (Völk.).

Erscheint täglid), außer Sonn» und Feiertags.

Beilagen: vießenerFamilienblätler Heimat im Bild.

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Freitag

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ER len Grotesken

Keine Rückwirkungen?

DerTemps" leugnet irgendwelche französische Zusicherungen.

Paris, 23. Oft. (121.) Die pariser presse beschäftigt sich eingehend mit dem Beschluß des Reichskabinetls und mit den Verhandlungen der Deutschnationalen. DerT e m p s weist darauf hin, daß sich die Deutschen im Irrtum befänden, wenn sie glaubten, daß die Alliierten irgendwelche bindenden Abmachun­gen gegenüber der deutschen Delegation einge­gangen wären. Das Blatt stellt fest, daß außer dem paktvertrage nichts vereinbart worden sei. Die deutsche presse spreche zu Anrecht von Versprechungen, die nicht gemacht worden seien. Es heißt bann wörtlich:3m Laufe der offiziösen Verhandlungen in Locarno, die der all­gemeinen politischen Lage galten, wurden weder schriftliche Zusicherungen noch münd­liche Versprechungen gegeben. Es wurde lediglich feftgeftellt, daß eine neue Politik neue Methoden mit sich bringt und die zwi­schen Deutschland und den Alliierten schwebenden Fragen in einem neuen Geist geprüft werden könnten." Das Blatt führt weiter aus, daß es nicht den Tatfachen entspreche, daß die Räumung auf den 15. November festgesetzt sei. Ein R ä u - mungsbatum sei überhaupt nicht ver­einbart unb bie Alliierten ftänben noch immer auf bem Stanbpunkt, bah bie Räumung bet ersten Rheinlandzone e t ft nach Erfüllung bet deutschen Abrüstungsverpflichtun- g e n möglich fei. Aller Wahrscheinlichkeit nach werbe die Räumung jedoch Ende dieses 3ahres vor sich gehen können. Vorbedingung sei jedoch unter allen Umständen die Haltung Deutschlands in der Abrüstungssrage. Zum Schluß weist das Blatt daraus hin, daß von einer Erleichte­rung des Besahungsregimes und von einer Aenderung des jetzigen Zustandes im Saar­gebiet nicht die Rede fein könne. Auch eine Einschränkung der Befugnisse der 3nteraUiierlen Rheinlandkommission könne von Deutschland nicht verlangt werden.

Freilassung des Reichwehrfähnrichs Bühring.

Elberfeld, 22. Ott. (WTB.) Reichswehr- fähnrich Bühring, der vor einiger Zeit vom f r a n- zöfifchen Kriegsgericht in Bonn zu 1 Jahr Gefängnis und 2000 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde, weil er das dejetzte Gebiet ohne die dafür erforderliche Spezialerlaubnis betrat, ist aus dem Bonner Gefängnis entlassen worden und bereits bei seinen hier wohnenden Eltern wie­der eingetroffen. Die Haftentlassung bedeutet die Einlösung der Zusage, die Außenminister B r i a nd in Locarno Dr. Stresemann ge­macht hat.

England und der Pakt.

London, 23. 0kt. (Xil.) Der britische Außenminister Chamberlain empfing gestern die Botschafter der Vereinigten Staaten, Schwedens und Aegyptens, die ihm die Glückwünsche ihrer Regierungen zu bem Erfolg der Konferenz von Locarno überbrachten. Premierminister Baldwin sagte gestern in einer Rede, daß er und seine Kollegen durch den Vertrag von Locarno möglicherweise zahlreiche glühende Verfechter des Friedensgedankens ent­täuscht haben möge. Locarno sei jedoch das erste konkrete Ergebnis nach all den Friedensgesprächcn und Entschließungen seit dem Kriege. Er habe die volle Hoffnung, daß damit der Auftakt zum wahren Frieden ge­geben sei, da die Ergebnisse von Locarno von Anfang bis zu Ende auf den Frieden abgestimmt seien.

M a c d o n a l d erklärte dem W'.cner Bericht­erstatter desManchester Guardian", er habe bisher keine Gelegenheit gehabt, den Wortlaut des Paktes von Locarno zu lesen. Er sei daher nicht in der Lage, sich ein abschließendes Urteil zu bilden. Der Wunsch, den Frieden zu wahren, sei bei den Dollern so stark und so klar, daß, wenn jetzt nicht die Gelegenheit ergriffen würde, dies von Seiten der Regierungen geradezu ver­brecherisch sein würde. Ein großer euro­päischer Krieg werde nicht wegen Fragen, wie die der Rheingrenze, ausbrechen, sondern eher als das Ergebnis verschiedener, im einzelnen genommen geringfügiger, aber völlig ungeregelter Fragen, die sich auf Ge­biete, die weiter östlich des Rheines lägen, be­zögen. Mit uneingeschränkter Freude sei der Beschluß Deutschlands, dem Völker­bund beizutreten, zu begrüßen. Dies werde das wichtigste Ergebnis der jüngsten Ver­gangenheit darstellen. Die Minderheiten­frage sei eine der gefährlichsten Fragen, der sich die Welt gegenübersehe. Sie sei eine o f - fenc Wunde Was er von dem Minder­heitenproblem in Oesterreich und in Ungarn gehört habe und er habe das Material nicht bei einer Partei allein, sondern bei verschiedenen Parteien gesammelt beweise eine große Ent­täuschung hinsichtlich des Völkerbundes, der diese wichtige Frage vernachlässigt habe

Der konservativeOutlook" und der sozialistische New L c a b e r" find die beiden ersten Zeitschrift

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London ausKälto*"11^1

Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jcbeDerbinblichkeit.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlidjS, auswärt s 10 Gottpfennig; für Re­klame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfenniq, P latzvorschrist 20°/, Aus - schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton. Dr. Friebr. Will). Lange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck.

sämtlich in Gießen.

oielhaus

3m weiteren Verlaus bcr Sitzung erörterte 'Tiiiiifletialbirettor Gaus bie juristische Seite Uertragswerkes von Locarno. 3n ber Reihe Disfuffionsrebner sprachen bann noch bie Abg.

3ce i t f ch e i b (Soz.), Dr. ft aas (Ztr.),

Abschluß der Beratungen des Reichskabmelts.

Berlin, 22. Oft. (Wolfs.) (Amtlich.) Das Heidjstabinelt hat heute unter Vorsitz des Reichs- p räfibenfen bie Besprechungen über bas (Ergebnis ber Ministerkonseren; von Locarno ; u m Ab - schluh gebracht. Der Reichskanzler unb ber Xeichsaußenminister werben in ber heutigen Sit­zung bes Auswärtigen Ausschusses bes Reichstags bi? Stellungnahme bcr Reichsregierung vertreten. Vie bas Rachrichtenbureau bes Vereins Deutscher 5 dlungsoerlcgcr hierzu ergänzenb erfährt, ist mit Einstimmigkeit ein Beschluß im ft ai bi­tt e 11 gefaßt worben, auf Grunb bessen im Aus- rteärtigen Ausschuß von ben Ministern bann bie 5 lellungnahmc bes Kabinetts vertreten worben ist.

Zu dem Kabincttsbeschluß schreibt die meist gut informierte Tägl. Rundschau: Das Teichslabinett hatte gestern vor dem Zusammen- tritt des Auswärtigen Ausschusses seine Dera- tiengen noch in einer kurzen Sitzung zum Abschluß gebracht. Die Beratung ist durch einen Beschluß jit Ende geführt worden, der zwar nicht ver- öbfentlicht worden ist, der aber ganz deutlich ja erkennen gibt, daß das Kabinett ins­gesamt auf dem Boden dessen steht, Das in Locarno erreicht worden ist. dieser Haltung entsprechend hatte denn auch das R cichskabinett den R e i ch s a u ß e n m i n i st e r damit beauftragt, die Haltung der Regierung tor dem Auswärtigen Ausschuß darzulegen. Es lieht also außer allem Zweifel, daß die Darlegun- aen des Außenministers den Standpunkt b<r Regierung darstellen. Im Anschluß an bie Ausführungen Dr. Stresemanns stellte auf eine Anfrage des Abg. Dr. Breitscheid Reichs- linzler Dr. Luther ausdrücklich fest, daß Dr. stresemann in voller 2 e b e re in st i m - Mm ung mit der Auffassung des Kabi­netts gesprochen habe. Die Reichsregierung Dird jetzt, nachdem alle Faktoren zu Worte gc- lotnmen sind, die diplomatischen Ver- Akand l u n g e n mit Frankreich über die '('genannten Rückwirkungen auf nehm en.

;Ttan rechnet damit, daß die Regierung etwa "Witte Rovember über ihre Verhandlungen Mmit den Alliierten dem Auswärtigen Ausschuß . Bericht erstatten wird. Erst dann wird das ' .'kabinett und ebenso alle Fraktionen ihren end- gültigen Beschluß fassen.

Die Locamo-Verträge vor -em Auswärtigen Ausschuß.

Die Stellungiraliine bcr Deutsch nationalen.

Berlin, 22. Oft. (Wolfs.) 3m Reichstage trat jcMie vormittag 10.30 Uhr ber Auswärtige Ans­chuß unter bem Vorsitz bes Abg. f> e r g t (Dn.) jufammen. von ber Reichsregierung waren nlH bem Reichskanzler auch sämtliche übrigen Mlglieber bes ftabinetts mit Ausnahme des Reichs- Dehrminister Dr. Gehler schon zu Beginn ber Si'tjung erschienen. Der Reichsaußen- Inrin I ff e v war begleitet von Staatssekretär von 5 «ch u b e r f unb Ministerialdirektor Dr. Gaus, llmjzcrbem waren zahlreiche Vertreter bcr einzelnen Reiferts zugegen. Mit bem Ministerpräsibenten Staun waren auch viele Vertreter ber tauber aus bem Reichsrat erschienen. Die >i biung würbe mit ben Darlegungen bes Reichs- ui henminislers über den Vertrag von Locarno jröifnef. Dann würbe von ber Deuischnatio- it-len Reichstagsfraktion folgenber Be- chluß bekanntgegeben: Die Deutschnationale Reichs- hgsfraftion vermag in bem Ergebnis ber vcrhanb- lucigen von Locarno nicht bie Erfüllung le r Jorbcrungen zu sehen, bie ben L e - Icnsnotrocnbigtciten bes beutschen Volkes gerecht wirb. Die Fraktion vermißt iu%erbem bie Erfüllung der voransschun- |e it für einen vertragsschluß sowie bie Gegen- iifiungen ber anberen Mächte, bie ben Deuifch- htib angesonnenen Opfern entsprechen. Angesichts jlirles Ergebnisses erklärt bie jraftion schon jetzt, l,iß sie keinem Vertrag z n ff i m m e n wirb, Ire ben beutschen Cebcnsnofroenbigtcifcn nicht ge­lt df wirb unb insbesondere einen Verzicht auf hutfdjes Land unb Volk nicht ausschließt.

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Eine Entschließung des rheinis 1; en Provinzialausschusses

Köln, 22. Ott. (WTB.) In seiner heutigen Sitzung erörterte der Provinzialausschuß d i e Ergebnisse der Konferenz von Lo­carno für d'.e Rheinprovinzen und faßte gegen die Stimme des kommunistischen Vertreters, der zu den Verhandlungen von Locarno eine beson­dere Erklärung abgab, nachsteherde Entschließung: Der Provinziolausschuß vermißt mit schm erz- kicher Enttäuschung bei dem Ergebnis der Verhandlungen in Locarno eine schriftliche bestimmte Verpflichtung zur Räu­mung der nördlichen Zone des besetzten Gebietes und zu einer erheblichen Abkürzung der De s atz u n g s f rj st e n für die übrigen Zonen und zur völligen Aenderung des Desatzungsrcqimes. Der Provinziaiaus- schuß erwartet, daß unverzüglich die vorangegebe» inen Forderungen des Rheinlandes befrie­digt werden.

lleberreichung öer deutschen Entwaffnungsnote.

Abbau der Mititärkoutrollc?

Berlin, 23. Oft. ($. II.) Wie derSag meldet, ist der deutsche Botschafter in Paris, Herr von H o e s ch, bereits Mittwoch abend nach Paris abgefahren. Cr wird wahrschein­lich schon heute bie gestern nach Paris über­mittelte Entwaffnungsnote dem französischen Außenminister überreichen. Diese Rote ist for­mal die Antwort auf die letzte französische Cnt- waffnungsnote, behandelt aber bereits die in Locarno vereinbarten Anregungen über die Räumung der Kölner Zone und die Beendigung der Cntwaffnungskontrollr. Im An­schluß daran wird man dann über die Fort­schritte in der Räumungsfrage weiteres hören. Es kann auch als sicher gelten, daß die Eng­länder eine Herabsetzung ihrer Trup­pe n z a h l im besetzten Gebiet beschlossen haben

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