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vorausgehen mühten. Derartige Verhandlungen, die einen solchen Beschluß der Ententemächte herbeizuführen geeignet wären, haben jedoch be- kanntermahen noch nicht stattgefunden.

Die polnische Flottenbasis in Danzig.

Einspruch des VölkerbundskommrssarS

Genf, 22. Sept. (Wolff.) Mac Donnell, der Oberkommissar des Völkerbundes in Danzig, hat heute den Ratsmitgliedern die Mitteilung zugehen-lassen, dah Polen beabsichtigt, auf der W e st e r n p l a t t e. die kraft eines Beschlusses des VöKerbundsrates vom letzten Samstag f ü r Zwecke eines polnischen Munitions­lagers von Danzig an Polen über­geben werden muh, eine ständige mili­tärische Wache von mindestens 38 Mann einzurichten, die die für' Polen eintreffenden Munitionstransporte bewachen sollen. Der Völker - bundslommissar erinnert die Ratsmitglieder an den Umstand, dah seinerzeit auf Veranlassung Les Völkerbundes in die Danziger Ver­fassung eine Bestimmung ausgenommen werden muhte, wonach in der Freien Stadt ohne Ge­nehmigung des Völkerbundes keine Flottenbasis und keine militärische Basis eingerichtet werden darf. Mac Don- nell fügt hinzu, dah Zweifel darüber bestehen könnten, ob die polnische Absicht nicht unter dem gleichen Gesichtspunkt betrachtet werden sollte, besonders angesichts der Tatsache, dah Polen im Danziger Hafen bereits 15 Kriegsschiffe mit einer Besatzung von rund 600 Mann unterhält.

Die deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen.

Warschau, 23. Sept. (SU.) Wie die TU. von zuständiger Stelle erfährt, haben gestern zwischen der deutschen und der polnischen Dele­gation Verhandlungen stattgefunden, in denen die Grundfragen der beiderseitigen Wirtschafts­beziehungen eingehend erörtert wurden. Hier­bei stellte sich heraus, dah die polnische Re­gierung im Begriff ist, neue Zolltarife auszuarbeiten. Bei dieser Sachlage wurde daher von der deutschen Delegation vorgeschlagen, die weiteren Verhandlungen bis zur Bekanntgabe der neuen polnischen Zolltarifsätze auSju» sehen. Die polnische Delegation hat zuge» sichert, sobald wie möglich die neuen polnischen Zollsätze der deutschen Regierung bekanntzugeben. Rach den letzten Meldungen aus Warschau wird im polnischen Finanzministerium an dem neuen Zolltarif gearbeitet, da er die Grundlage für die Handelsvertragsverhandlungen bilden soll.

Hrankreichr amerikanische Schulden.

Erklärungen Senator Borahs.

London, 23. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Der Washingtoner Sonderberichterstatter derDaily Expreß' hatte eine Unterredung mit dem Vorsitzen­den des Senatsausschusses für auswärtige Ange­legenheiten, Senator B o r a h , der ihm erklärte: Meines Erachtens ist Frankreich gegenwärtig eben­so imstande, seine Schulden zu bezahlen, wie Großbritannien es war, als es das Schuldenab- . kommen traf. Wenn Frankreich nicht gewesen wäre, so würde ich für die Annullierung aller Schulden an Amerika eingetreten (ein, aber ich (ehe keinen ' Grund, ein Land mit Sympathie zu behandeln, das . nicht nur selbst ein großes Heer aufrechterhält, son- 1 dern auch noch andere Länder aus- y- r-stetund Europa wieder in einWaf- fenlager verwandelt hat, wie es vor dem Kriege der Fall gewesen war. Dann ist Frank­reich in das Ruhrgebiet eingedrungen und hat damit die Uhr um mindestens 50 Sabre zurückgestellt. Würde Frankreich das Ersuchen gestellt haben, daß das von ihm geschuldete Geld für friedliche Zwecke gebraucht würde, so wäre dieses Er­suchen gut ausgenommen worden. Es hat das nicht _getan und deshalb kann es auch keine besse­ren Bedingungen erhalten, als sie England erhalten hat."

Senator Dorah erklärte noch, er glaube, die französische Regierung habe sich vergewissert, dah Frankreich in der Lage sein werde, in Ame­rika Geld aufzuneymen. mit anderen Worten, die französische Schuldenfundierung ähnele in ver­schiedenen Punkten der Regelung des deutschen Reparativnsprvblems: Amerika werde mit amerikanischem Gelde bezahlt werden und Frankreich werde seine Valuta mit dem Gelde von Wallstreet stabilisieren.

Die Regelung der französischen Schulden erfolge ohne Rücksicht auf die Daweszahlungen und die künftigen Abmachungen zwischen Frank­reich und England. Der einzige maßgebende Fak­tor bei den Verhandlungen sei die f r a n z ö s i - sche Zahlungsfähigkeit. Weiterhin stehe fest, dah Amerika keine Deringerung der Kapital­schuld bewilligen werde. Das Kapital der Schuld schließe die vor dem Waffenstillstand ausge- liehenen Beträge und 400 Millionen für die in Frankreich zurückgelafsenen Warenlager ein, so daß die Schuld 3340 Millionen Dollar beträgt. Zu diesem Kapital komme noch die Summe von 860 Millionen Dollar an Zinsen und ferner im Oktober noch weitere 73 Millionen Dollar, die einen neuen Bruchteil der Zinsen darstellen. Von französischer Seite werde beabsichtigt, Amerika eine wesentliche Ermäßigung des Zinsfußes vorzuschlagen.

Spanische Niederlage in Marokko.

London, 23. Sept. (WTB Funkspruch.) Daily News" berichtet aus Madrid, die Spanier hätten bei ihrem ersten Versuch, die Rifleute von der Küste aus anzugreifen, eine Niederlage erlitten. Am Dienstagmorgen hätten die auf der Halbinsel Moro Nueoo stehenden spanischen Truppen d i e Offensive eröffnet durch einen Angriff au die Stellungen der Rifleute auf dem Malmusi-Berg. Als die vorrückenden Kolonnen dem Ziele bereits nahe waren, seien sie von außerordentlich heftigem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer überschüttet worden, durch das sie sehr schwere V e r l u st e erlitten haben. Schließlich seien die Truppen gezwungen gewesen, sich auf ihren Stütz­punkt zurückzuziehen. Sn amtlichen Kreisen in Tetuan hege man Besorgnis um die in der Ducht von Cebedilla gelandeten spanischen Trupepn. Das Gewehr- und Geschützfeuer auf die spanischen Stellungen habe sich erheblich verstärkt. Seden Tag

träfe ein Hospitalschiff mit Verwundeten in Me- lilla ein. Abd el Krim (oll die französische Front von Truppen entblößen, um sie gegen die s p a nischen Linien von Tetuan einzusetzen, die er zu durchbrechen hoffe, um bann in b i e Tanger- zone einzubringen und dadurch internationale diplomatische Verwicklungen zu schaffen.

Dor einer neuen französischen Offensive.

Paris, 23. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Sm gestrigen Ministerrat hat Painleve Erklärungen über die Lage in Marokko abgegeben. Die ersten ranzösischen Operationen in Marokko seien durch die Einnahme des Bibano-Motios gelungen, und zwar unter geringen Verlusten für die Franzosen. Die angekündigte zweite Offensive werde demnächst beginnen. Alles sei dar­auf gut vorbereitet und man dürfe voraussagen, daß das dadurch zu erringende Resultat schnell und entscheidend sein werde. Schließlich hat Painlevö mitgeteilt, daß die französischen Behörden t ä g- l i ch neue Unterwerfungsangebote der Stämme erhielten, u. a. auch von den Beni-Ceroual, die bisher besonders viele Kämpfer für Abd el Krim gestellt hätten. Der Snnenminister hat die Re­krutierung von 1200 Reitern in 211 = g e r i e n genehmigt, die zu mehreren eingeborenen Reiterabteilungen zusammengestellt, unter dem Kommando des Generals de Sonchay, dem Füh­rer der Kavallerie in 2llgerien, kämpfen sollen.

Schwere Kämpfe in Syrien.

Pairut, 22. Sept. (Havas.) Rachrichten über die letzten Vorgänge in Syrien besagen, daß die Drusen gestern einen heftigen An griff gegen.die Stadt Mseifra südlich von Sueida unternommen haben, um Pferde und Maultiere zu erhalten. 3n den Straßen hätten erbitterte Kämpfe stattgefunden. Die Aufständi- chen hätten eine schwere Riederlage er­litten; sie hätten 500 Tote, ebenfoDiele Veri wundete und mehrere Fahnen verloren. Das ranzösische Bataillon, das Mseifra verteidigt )at, habe einen Offizier verloren; außerdem eien 50 Mann verwundet worden. Am gleichen Abend sei auch Sueida im Süden von den Drusen angegriffen worden, doch habe man den Gegner zurück geschlagen, wobei auf französischer Seite ein Mann verwundet worden sei. Vor Beginn der Operationen im Dschebel Drus habe sich General Sarrail nach Damaskus begeben, wo er seine Kommando- telle eingerichtet habe. Der Tag sei überall ruhig verlaufen.

Um Mossu!.

Wachsende Spannung zwischen England und Angora.

Angora, 22. Sept. (Anatolische Tel.»Ag.) Die türkische Delegation hat Ordre erhalten, gegen die Grausamkeiten zu protestieren, die nach den Versicherungen von Flüchlingen die Englön - der in den benachbarten Dörfern der Brüsseler Linie begehen sollen. Einer der bebeutenbsten Re- ligionsführer der nestorianischen Religionsgemein­schaften ist bei den türkischen Behörden vorstellig geworden, um sich über das Treiben der Engländer zu beschweren und das Wohl­wollen der Türkei zugunsten der Nestorianer an« zurusen. '

Aus Konstantinopel kommende Kaufleute schildern die Erregung über die Mossul- angelegenheit als außerordentlich groß. Man habe den Eindruck, als stünde die Türkei vor großen Entschlüssen. Die Kriegsbefürchtung ist allgemein. Man rechnet damit, daß jeden Augenblick die Schließung der Dardanellen angeordnet wird. Die offiziöse ZeitungH a k i m i e t i Milli" erklärt zur Mossulfrage: Wir gehen nicht vor den Haager Schiedsgerichtshof. Alle Beschlüsse, die darauf abzielen, unsere Rechte zu annullieren, werden bereits jetzt für null und nichtig erklärt. Cs gibt heute eine wachsame und selbst­bewußte Türkei, die bereit ist, ihre klein­sten Rechte mit den schwersten Opfern zu verteidigen. Die englischen Staatsmänner ver­wechseln die Türkei mit den anderen Völkern d^ Orients und die Karte der Türkei mit der Afrikas.

Der Reichshandwerkslag zum Preisabbau.

3n einer Dertreterversammlung des Reichs­handwerkertages, an der Ministerialrat Hoppe, Berlin, teilnahm, wurde eine Entschließung ge­faßt, in der es heißt: Das Handwerk unter** stützt die Maßnahmen zur Senkung der Preise, soweit es die Verhältnisse gestatten. Es lehnt aber die von öffentlichen und privaten Auftrag­gebern unternommenen Versuche ab, das Hand­werk seiner Selbständigkeit zu berauben.

Kleine politische Nachrichten.

Der preußische Landtag nahm Mitt, wochnachmittag nach mehrmonatiger Pause seine Sitzungen wieder auf- mit einer Debatte des Be- richts des Llntersuchungsausschusses über die Landespfandbriefanstalt, die nichts Reues ergab.

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3n der brandenburgischen Generalshnode wurde ein Antrag v. Gersdorff. die General­synode um Erlaß eines Kirchengesetzes zu bitten, durch das den Generals uperin tend en« ten die AmtsbezeichnungBischof" beigelegt wird, bem Derfassungsausschuß überwiesen.

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Zm polnischen Senat kam es bei der Abstim­mung über die Agrarrefor m zu heftigen Szenen, worauf die Senatoren der Bauernpar­teien, der Sozialdemokraten und Christlichen Demokraten den Sitzungssaa l verliehen. Das ganze Gesetz über die Agrarreform wurde angenommen.

Für das nächste Zahr ist ein offizieller De - s uch des dänischen und des norwegi­schen Königs in Finnland geplant. Das schwedische Königspaar hat den finnischen Präsidenten für 1926 auf ihren SommersitzSol- liden" eingeladen und gedenkt, diesen Besuch mit einem Gegenbesuch auf dem finnischen Lustschloß Gullranda" zu erwidern.

Der Rat der Volkskommissare wird dem­nächst der allrussischen Zentralexekutive einen Plan über die Amwa ndlung Sibiriens in eine selbständige Republik vor-

legen. Die neue Sowjetrepublik wird aus den Gebieten Omsk, Rowonikolajewsk, Altai, Ze­nessei und Zrkutsk zusammengesetzt werden. Als ihre Hauptstadt ist Rowonikolajewsk aus- ^sehen.

Die körperliche Ausbildung der Polizeibeamteu.

Sn der Preußischen Polizeischule für Leibes­übungen in Spandau sand am 21. September eine Adschlußvorführung des Polizeioffizieranwärter- Lehrganges statt. Der preußische Minister des Snnern, Severing, der Leiter der Polizeiabtei­lung des Ministeriums des Snnern, Ministerial­direktor Dr. Abegg und weitere Herren preußi- cher Ministerien wohnten den Vorführungen bei. Sn der Begrüßungsansprache erläuterte der Schul­leiter, Polizeioberwachtmeister W e s s i g, Ziel und Sinn der Ausbildungsarbeit. Es gelte nicht, Sport- Höchstleistungen zu erzielen, sondern der Zweck fei, eine gründli che Durchbildung des Kör­pers der Schutzpolizeibeamten für ihren Polizeiberuf durchzuführen. Mit der gründlichen Körperschulung werde gleichzeitig S e l b st b e - herrschung Ueberlegungsfähigkeit und Verant­wortlichkeitsgefühl geschult. Die Vorführungen des letzten Lehrganges beweisen, wieviel praktisch er­reicht worden ist. Der 106 Mann starke Lehrgang mit einem Durchschnittsalter von 27 Sahren leistete Vorzügliches. Ein Rundgang durch die Räume der Schule schloß sich an. Dabei ergriff Mi­nister S e v e r i n g das Wort zu einer Ansprache, in der er noch einmal den von ihm schon oft betonten Leitsatz der Polizei heroorhob, daß der Polizei- beamte heute Kamerad und Berater des Publikums (ein müsse und sich nicht als fein Vorgesetzter fühlen dürfe. Eine polizeiliche Leistung sei nur dann vollkommen, wenn unter möglichster Schonung kostbaren Menschen­blutes sie gelöst werde.

Tagung der höheren Reichsbahn­beamten.

Die Vereinigung von höheren Reichsbahnbeamten e. V. hielt ihre diesjährige wissenschaftliche Tagung vom 18. bis 20. September in München ab. Sm Mittelpunkt standen die Vorträge des Reichsbahn­direktionspräsidenten Frhrn. v. Eltz-Rübenach- Karlsruhe überOrganisationsformen und -fragen" und des Prof. Dr.-Sng. Blum, Mitglied des Der- waltungsrats der Deutschen Reichsbahngesellschaft, überEifenbahnwirtschast einst und jetzt". Beson­deres Gepräge erhielt die Veranstaltung dadurch, daß sie alle höheren technischen Reichsbahnbeamten und auch Vertreter der verwandten Wissenschafts­und Fachkreise zur Förderung gemeinsamer Wege und Ziele zusammenführte. Die Versammlung um­schloß außer den wissenschaftlichen Vorträgen und einer geschäftlichen Vertreterversammlung der Ver­einigung Besichtigung der Deutschen Verkehrsaus­stellung und des Deutschen Museums in München. Den kollegialen Zusammenhalt förderte ein gesel­liger Abend, während auf einem lehrreichen Aus­flüge zum Walchenfeewerk bei strahlender Herbst­sonne auch die landschaftliche Schönheit des Bayern­landes den Teilnehmern die Herzen öffnete.

Die Ursache

derShenandoah"-Katastrophe.

London, 23. Sept. (WTB. Funkspruch.) Von dem amtlichen Untersuchungsausschuß derShenan- doah"-Katastrophe wurde erklärt, aus den Zeugen­aussagen der 23 Ueberlebenden gehe hervor, daß der Wunsch, das teure Helium-Gas zu bewahren, die Veranlassung dazu gewesen sei, daß von den 18 Sicherheitsventilen 10 entfernt worden sind, als das Luftschiff durch eine vertikale Luftströmung auf 6000 Fuß in die Höhe gerissen wurde. Als die Befehle gegeben waren, die Ventile zu offnen, sei durch den un- geheuren Luftdruck das Luftschiff mit dem Stahl­gerippe gesprengt worden.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 23. September 1925.

Die Ernte- und Saatenstands- Berichlerstattung.

Don der hessischen Zentralstelle für die Lan­desstatistik in Darmstadt wird uns geschrieben:

Auf das Eingesandt des Vogelsberg- Pfarrers in Rr. 215 desGießener Anzeigers" erwidern wir, daß die kurzen Berichte über den Stand der Feldfrüchte in Hessen sich auf den Mitteilunge n der Saatenstands- berichter (tatter aufbauen. 'Sie können selbstverständlich nur ganz allgemein die Ver­hältnisse kennzeichnen, ohne auf örtliche Besonder­heiten einzugehen. Da uns aus den verschie­densten Gegenden Hessens gleichmäßig gemeldet wurde, dah die Ernte beendet ist, uns aber von keiner Stelle, auch nicht aus dem Vogelsberg, eine gegenteilige Mitteilnug gemacht worden war, so mußten wir annehmen, daß die Ernte in der Hauptsache beendet war."

Grohfeuer in Wetzlar.

** Metzlar. 23. Sept (Eigene Drahtmel- bung.) heute morgen kur; nach 1 Ahr brach in bem bet Firma Buderus gehörigen Zement­werk ein Branb aus, der sofort einen größeren Umfang annahm. Die städtische Feuerwehr sowie die Vehr der Sophienhütte waren nach kurzer Zeit zur Stelle und begannen mit der Bekämpfung des Brandes, der gegen 51 Uhr morgens endlich ge­löscht war. Zur Stunde läßt sich weder die U r - sache noch der angerichtete Schaden genau übersehen. Es steht lediglich fest, daß eine Abtei­lung des Zementwerkes vollständig vernichtet ist. Die Produktion erleidet dadurch vorläufig einen, wenn auch nur geringen Ausfall.

Wie uns dazu vom Vahnhofsporstanb Gießen mitgeteilt wird, war durch den Funkenflug des Großfeuers die Strecke nach Koblenz und Köln gefährdet. Mehrere Z ü g e, in der Hauptsache Güterzüge, mußten deshalb zurück- gehalten werden und erlitten Verspätungen bis zu 50 Minuten.

Wettervoraussage.

Meist trübe und regnerisch, auffrischende Winde, dann geringes Aufklären.

Schnell ist der Kern des gestern nach westlich von Irland gelegenen Teilwirbels ostwärts vor­gestoßen und liegt heute morgen schon östlich von Schottland. Mit Ausnahme des Ostens liegt ganz Deutschland in seinem Regenbereich.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 16,7, Minimum 7,4 Grad Celsius. Heutige Morgen­temperatur: 16 Grad Celsius.

Bornotizen

Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstr..Schatten von Paris".

D. H. V. Morgen abend Vortragsabend. (Siehe Anzeige).

* Vom Winterfahrplan. Die bisher nur im Sommer beförderten -Bäderzüge zwi- chen Berlin und Mainz (Gießen, Rau- heim), ab Berlin, Potsdamer Bahnhof 8.05 vorm. und an 10.28 nachm., werden im kommenden* Winter beibehalten. Damit im Zu- ämmenhange werden auch die Flügelzüge Frankfurt (Main)Rauheim, TrierG iehen und SangerhausenHalle (Saale) weiter 6c» ördert.

Steuer-Abzugs-Tabelle! Die either schon zeitraubende Steuerberechnung für Lohn- und Gehaltsempfänger ist nach den ab 1. Oktober d. 2s. in Kraft tretenden gesetzlichen Bestimmungen wesentlich erschwert worden. Und zwar bringen die neuen Bestimmungen mit sich, daß die Familienermäßigungen für Lohn- und Gehaltsempfänger nach zwei Systemen: der pro­zentualen Ermäßigung und der festen Abzüge (Pauschbeträge) berechnet werden müssen, um bei dem Steuerpflichtigen das jeweils günstigste Resultat der fälligen Steuer anzuwenden. Diese Mehrarbeit wird durch die Benutzung einer so­eben im Selbstverlag von Friedrich Cgjjg, Darm­stadt, Darkhausstr. 25, erschienenen Steuer- Abzugs-Tabelle, aus der die entsprechende Steuer glatt abgelesen werden kann, erspart.

* Von der Garnison. Linser Ba­taillon wird am morgigen Donnerstagnachmittag, 3 Llhr 17 Minuten, aus dem Manövergeländo zurückkehrend, auf dem hiesigen Bahnhof ein« treffen.

" Straßensperrungen. Folgende Straßenzüge werden vom Polizeiamt als ge­sperrt gemeldet: Die Frank furter Straße oberhalb der Eisenbahn zwischen der Liebig- und Friedrichstraße, der A u l w e g zwi­schen Liebigstraße und Leihgesterner Weg, sowie zwischen Schiffenberger Weg und Riegelpfad. Die Maßnahme wurde durch die Vornahme von Pflasterungen erforderlich.

* * D i e Schuhmacherfachs ch^r le Gie­ßen (Abteilung der Gewerbe- und Maschinen­bauschule) hat auf der Ausstellung in Bingen anläßlich des Derbandstages des Hessischen Schuhmacherverbandes am 5., 6. und 7. Sep­tember einen schönen Erfolg erzielt. Sie erhielt für Arbeiten von Fachschülern drei silberne. Me­daillen und acht lobende Anerkennungen.

** Die Gießener Feüerbestattungs- Anlage. Die seinerzeit von der Stadtverord­netenversammlung beschlossene Feuerbestattungs- Anlage auf dem Reuen Friedhöfe ist am Mon­tag in Angriff genommen worden. Sie wird hinter der Friedhoftskapelle im unmittelbaren Anschluß an diese unterirdisch eingebaut, so daß sie von außen für die Besucher des Friedhofes unsichtbar bleibt. Selbst der Rauchabzug wird unauffällig vonstatten gehen, indem die an der äußeren Rückwand der Kapelle befindlichen Strebepfeiler als Schornsteine benutzt werden. Die Vereinigung für Feuerbestattung, die zur Zeit 348 Mitglieder zählt, nahm am Montag­abend einen Bericht des Stadtverordneten Mann über die Besichtigung einer Anzahl deutscher Krematorien entgegen, die der Vor­tragende im Verein mit einigen anderen Stadt­verordneten im Auftrag der Stadtverwaltung unternommen hatte, u. a. in Erfurt, Arnstadt in Thür., Weimar, Stettin und Treptow. Redner berichtete, daß die besichtigten Anlagen den besten Eindruck in bezug auf Anlage and Zweckmäßig­keit gemacht hätten und geeignet seien, die gegen die Feuerbestattung noch bestehenden Bedenken, namentlich was Pietät, Aesthetik, Schutz gegen Rauch und Gerüche und nicht zuletzt Wirtschaft­lichkeit betrifft, zu entkräften. Da die Kommission Gelegenheit hatte, den Einäscherungsvorgang selbst zu beobachten, konnte der Redner mitteilen, daß Erzählungen über Bewegungen der Leiche oder einzelner Gliedmaßen nach Einführung in den Verbrennungsraum Märchen seien. Dies be­stätige auch die zunehmende Benutzung der Ein­äscherungsanlagen; so fänden z.B. in Berlin- Treptow täglich bis zu 25 Einäscherungen statt. Als besonders musterhaft bezeichnete Redner die Friedhofsanlagen in Stettin, bei deren Besichti­gung man sich in einem großen Park mit Blumen­beeten und Baumgruppen verseht glaube und die jeglichenSchmuckes" an fabrikmäßig her- gestelltenDenkmälern" entbehrten. 3n der dem Vortrage folgenden Aussprache kam die Heber- zeugung zum Ausdruck, daß nach Fertigstellung der Anlage auf dem Gießener Friedhöfe der Kreis der Freunde und Förderer der Feuer­bestattung sich erweitern werde.

Landkreis Gietzen.

.L Wieseck, 22. Sept. Das sehr schön am Rande desHegwaldes" mit einem herrlichen Blick ins Dusecker Tal gelegene LokalZur Ludwigsburg" ist, um den Anforderungen als Ausflugsort mehr gerecht zu werden, durch den Anbau eines recht netten Saales erweitert worden. Zn seiner letzten Sitzung genehmigte der Gern ei nderat das betreffende Gesuch um Konzessionserweiterung. Ferner wurden die Schuldscheine üb er staatlicheDau- kostenzuschüsse für die im Bau befindlichen privaten Wohnhäuser genehmigt und eine in einem der Gemeinde gehörigen Wohnhause frei- gewordene Wohnung an einen alsdringlich" anerkannten Wohnungsuchenden vergeben. Die weitere Tagesordnung betraf interne Gemeinde­angelegenheiten. Ll. a. wurde von einem Mit­glied des Finanzausschusses mitgeteilt, dah eine neuerliche Verteilung von Bau- geldern an private Bauherren statt­fand, und unter welchen Gesichtspunkten die wei­tere Verteilung stattfinden soll. Bei der Ver­steigerung des Gemeindeobstes wur­den im ganzen 440 Mark vereinnahmt. Zwetschen und Birnen gab es fast gar nicht, nur etwas Aepfel. Wie gering die diesjährige Obsternte hier ist, ersieht man daraus, daß bei der am gleichen Tage vor 10 Zähren stattgefundenen Ver­steigerung 1500 Mk. eingenommen wurden. Ein interessantes Geländes piel führte am Sonn­tag die hiesige Freie Turners chaft durch: eine Schnitzeljagd, an der sich eine statt­liche Anzahl jugendlicher Turner und Turnerinnen beteiligten. Der Gedanke des Spiels ist kurz fol­gender: DieFüchse" befinden sich auf der Flucht und werden von denHunden" (denSportlern") verfolgt. Die Fährte wird durchhier und da gestreute Papierschnihel markiert und nach Mög­lichkeit an Wegkreuzungen und Abzweigungen irreführend vorgenommen. Dadurch entstehen Auf­enthalte, die dasAbfangen" der Füchse er­schweren und mitunter köstliche Situationen schäften. Für Langstreckenläufer ist dies eine unterhaltende Hebung, die noch jedesmal ihren besonderen Reiz ausgeübt hat. Mit Vr"stündigem