DLe Oberwalder.
Roman von AlfredDock, (Schluff.)
Drunten ging die Ludenglocke. Die Pöttegritt hatte ein paar Junten zu bedienen. Als sie wieder hcraufkam, ward sie von jähem Schreck ergriffen. Des Schlummernden Lippen hatten sich bläulich gefärbt, sein Unterkiefer war herabgesunken. Sie beugte sich über ihn. Sein Herz hatte zu schlagen ausgehört.
Gewaltsam drängte sie ihre Tränen zurück. Wer beim Anblick eines Verstorbenen weinte, muhte ihm in die Grube folgen.
Sie brachte die Uhr zum Stehen, die zu Häupten des Abgeschiedenen hing, und öffnete oaS Kammerfenster.
Dann suchte sie den Rachbar Dölbel auf und verkündete ihm den Tod ihres Herrn. —
Zwei Tage später wurde der Krämerskarl begraben. Das ganze Dorf geleitete ihn zur letzten Ruhe. Bei ferner Predigt ging der Pfarrer von den Worten des Apostels aus: .Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du andrer, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor Christi Richterstuhl dargestellt werden. Der da seinen Lebenslauf vollendet hatte, war ein Mensch mit seinen Schwächen und Fehlern, aber auch ein Mensch voll Her»enSeinfalt mib Güte. Wer sein Wesen von Grund aus verstand, muhte ihn liebgewinnen. Sn seiner Seele hatte kein Argwohn Platz. Mit den Augen eines Kindes schaute er in die Welt hinein. Daß er jeglichen nach seinem Schuh maß. war zuletzt sein Verderben geworden. Auch die Toten redeten ihre Sprache. Don dem Hingeschiedenen Bruder ging zu den Lebenden der Ruf. an feinen Fehlern sollten fie die eigenen Schwächen erkennen, auf Last sein Irren für sie eine Quelle des Segens wurde. Also wollte es der Mahner, der Warner droben im Himmel. Der Pfarrer geriet in heiligen Eifer. Seine Worte klangen wie Donnerschläge.
Die UM tyN herumstanden, nnurrrrc er» rirairii, sein geistliches Schwert war schärfer geschliffen denn je. — .
Der Walkmüller und Dippel, der Bäcker, gingen miteinander vom Friedhof heim. Sie unterhielten sich über den Kramerskarl.
„Dast he zu leichtgläubig war, hat ihm den Hals gebrochen," meinte der Walkmuller.
..Ich sein emal ein Abend bei ihm gewest," erzählte der Bäcker. „Da tat he schwätzen, 's war großartig. Ich dacht bei mir, der hat die Gescheitheit mit Löffeln gegessen. Man kann sagen, he hatt von allem ein' Begriff. So Sant' machen emal em* dummen Streich, sie zipfeln'S aber auf eine andere Art wieder heraus, 's is net ausgeschlossen, dast he die Kass' doch noch in Zug gebracht hätt."
„Ich glaub's net". sagte der Walkmüller und nahni eine Rase voll Schnupftabak. „Daß he dem Bisping in die Kluppen kommen iS, dessentwegen will ich ihn gar net verkreischen. Der war mit allen Hund' gehetzt. He hat sich aber mit den Lappaniern eingelassen. Sie haben s ihm abge- laust. He war überhaupt von je zu viel für die Lumpenbagasch'. Das gehört sich für ein' Geschäftsmann net Dem must das Hemd näher sein wie der Rock. Ree, nee. So Querschelkopf passen net in die Welt!"
XIII.
Der RühlSadam hatte zwei Ketten wilder Gänse gesehen, die, aus warmen Ländern kommend, an die nordischen Küsten zogen. Für den rüstigen Alten war das ein sicheres Frühlings- Deichen. Dessenungeachtet behielt der Rordost das Regiment, und die Rachtfrvste wollten nicht meiden.
Während drunten die Wetterauer ihre Aussaat längst beendet hatten, konnten die Dauern im hohen Vogelsberg erst anfangs April mit der Feldarbeit beginnen.
Gleich seinen Kollegen vom Vorstand und Aufsichtsrat hatte der Peter Wargolf seine besten Aecker verkaufen müssen, die leidige Hypothek zu
Dearen. oetn Viehstmü» war ihm erhalten geblieben.
An Stelle der Marie hatte er die Schmalbachschrist ine als Magd gedungen. Die war eines Abends zitternd wie Espenlaub zu ihm gekommen. Sie hatte in der Scheune den alten Peiniger ihrer Familie, den Dutternickel. gesehen. Eine weihe Strumpfkappe auf dem Kopf, war der Verblichene hin und her gegangen und hatte jämmerlich geseufzt. Der Schmalbachschri- stine war vor lauter Gruseln windeweh geworden, wie Blei hatte es ihr auf den Gliedern gelegen. Auch dem Margolfspeter war nicht geheuer zumute. Rahe bei seinem Gehöft führte der Waner- weg vorbei, auf dem zuzeiten verwunschene Geister sputten. Wahrscheinlich hatte sich der Dutternickel in der Scheune gefangen.
Der Margolfspeter lieh den Iöckelsheinrich rufen. Dieser schloß sich in die Scheune ein und unternahm es, die wandernde Seele zu bannen.
Dreimal kam er auf den Hof. Danach trat er zu dem Dauer und sprach: „Alleweil hat er Ruh'!"
„Das is mir lieb," sagte der Peter, von einem unbehaglichen Gefühl befreit.
Er setzte seinem Gast Wurstebrot und Apfelwein vor.
Der Iöckelsheinrich lieh sich's schmecken und tat auch dem Getränk Ehre an.
„Was hör ich dann?" richtete er an den Peter das Wort. „Die Marie is von Düdingen mit dem Weilandt aufgeboten. Sie wird etz Schulfrau in der Stadt."
Ser Dauer zog die Stirn in düstre Falten.
„Ich weih es, aber 's kümmert mich nix. Sie Marie is net mehr da für mich!"
Der Iöckelsheinrich machte ein verschmitztes Gesicht.
„Dabberlababb! Wann der Storch erst geklappert hat, dernachert wollen wir wieder emal devon schwätzen."
Der Peter ging über den Einwurf hinweg und sagte: „Du kennst doch mein Vetter in Allmen
rod. He guckt mit feinen Luchsaugen hierher. He möcht mir fein* Philipp schicken, den Einfaltspinsel! Ich will ihn aber net"
„Du wärst ja dumm wie ein Stoppelkalb,* sprach der Iöckelsheinrich, „wann du dir eine Laus in den Pelz setzen tätst. Du stehst in deiner Kräftigkeit Du tust dein Werks allein."
Unwillkürlich reckte der Peter die Arme. „Meinem Vater selig sein Spruch war: Wer net arbeit', soll auch net essen! Dadran hall ich mich!" —
Dei dämmerndem Abend brach der Iöckelsheinrich auf. Der Margolfspeter gab ihm bis zum „Ritter" das Geleite und kehrte dann in sein Gehöft zurück. Dort ging er noch einmal in den Stall und begab sich darauf zur Ruhe.
Am andern Morgen mit dem Glockenschlag vier war er schon wieder in voller Tätigkeit. Er fütterte das Vieh, spannte die Ochsen vor den Pflug und fuhr auf den hohen Rain.
Im Osten war der Himmel wie in Purpur getaucht Ein wundersames Wollengebilde, ar den Rändern rot angeglüht, zog dem Tagesgestirr voraus. Dann schwÄte die Lichtkönigin empor, vom Iubelgesang der Lerchen begrüht. Roch fehlten der Landschaft die bunten Farben. Docb trugen die Däume schon braune Knospen, uni die Triften prangten in Hellem Grün. Ein paar Wochen weiter, und der Lenz kam mit Macht.
Auf seiner Gewann am hohen Rain führtt der Peter Margolf den Pflug. Er hatte das Land schon merllich verbessert, doch der Doden blieb steinig für alle Zeit
Die Ochsen, die lange im Stall gestanden uni sich störrisch am Joch gezeigt hatten, waren nur willig beim Werk.
Der Dauer, den Dlick auf das blinkende Eisen gerichtet, zog Furche um Furche in gerader Flucht.
Aus den aufgeworfenen Schollen stieg ein feiner Rauch in die Höhe: es war der lebendige Obern, die unversiegbare Kraft der treuen, mütterlichen Erde.
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20D
An
statt besonderer Anzeige.
02553
Gießen (Neuer Friedhof), den 21. März 1925.
02551
im blühenden Alter von 21 Jahren nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld getragenen Leiden, heute morgen um 3 Uhr durch einen sanften Tod zu erlösen. >
Für die trauernden Hinterbliebenen
Familie Lehrer Habicht
Familie Baumeister Zörb
Gießen, Gleiberg, den 20. März 1925.
Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags Uhr, in Heuchelheim v. H. Bachstr. 6 aus statt
02540
Die Beerdigung findet Dienstag, 24. März 1925, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
Holzversteigerung in der Oberförsterei Krofdorf.
a) Donnerstag, den 2. April, ab vormittags um 10 Uhr und b) Dienstag, den 7. AprU, um 12 Uhr mittags werden bei Freund in Krofdorf, mit 3 wöchentlichem Iahlungsausstand:
a) aus der Försterei Waldhaus, Distrikt 36 und 37 (tBäuerftebt und Sammelhieb): Eichen: 16 Rm. Scheit und Knüppel.
Buchen: 930 Rm Scheit, 30 Rm. Knüppel und 1300 Rm Reiser.
b) aus der Försterei Krofdorf, Distrikt 5 (Iungferannenwald), 10 (Diebskops), 18, 19 (Buchwald) und Sammelhieb:
Eichen: 17 Rm. Scheit, 67 Rm, Knüppel, 900 Rm. Reiser.
Buchen : 360 Rm. Scheit, 50 Rm. Knüppel, 400 Rm. Reiser.
Fichten: 60 Rm. Scheit, 12 Rm. Knüppel, 240 Rm. Reiser öffentlich, meistbietend versteigert. Teilweise Beschränkung des Dieterkreiles vorbehalten. 2968D
Treis a. d. Lda., den 23. März 1925.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März 1925, nachmittags 4 Uhr, in Treis a. d. Lda. statt. 2978D
Wilhelm Huthmann
Gießen, Bahnhofstraße 22.
In tiefer Trauer:
Familie Friedrich Sier.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März, W nachmittags 3‘/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
2962D M
Am Freitag abend 5 Uhr verschied sanft nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere Mutter, Schwiegermutter, Tante und Großmutter
Elisabeth Huthmann geb. Backes
im 66. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
flusftattuig ptetsoert dl, Drllhl sch« Uninerfltöta« Drucker«!, 9L Laug«.
Bekanntmachung
Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt einen fetten Bullen zu verkaufen. Angebote sind ber_ Zentner Lebendgewicht bis zum 25. März l. H., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch- die Kausbe- dingungen eingesehen werden können.
Steinbach, den 18. März 1925.
Bürgermeisterei Steinbach: Krämer-
Gießen (Bismarckstr. 30), Friedberg, 23. März 1925.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. März um 2Vi Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigst geliebte Tochter, Schwester und Enkelin
Mariechen
Todesanzeige.
Allen Verwandten und Freunden die traurige Mitteilung, daß Samstag, den 21. März 1925, meine treue Frau, meine liebe Mutter, meine einzige Tochter
Frau Elisabeth Schmidt
geb. Lemp
im Alter von 40 Jahren nach schwerer Kranldieit sanft entschlafen ist*
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Schmidt
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Familie Gerlach Familie Stork
Bullenverkauf!
Die Gemeinde Grünberg beabsichtigt auf. dem Submissionswege einen jungen, gutgenährten Simmentaler Bullen zu verkaufen. Angebote sind bis Donnerstag, den 26. März, nachmittags 5 Uhr auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung erfolgt. Bedingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben.
Grünberg, den 21. März 1925.
Hess. Bürgermeisterei Grünberg. 2970c 3. D.: Fuldat.
Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin
Frau Elisabeth Jung Ww. geb. Sack
am Freitag, abends 8 Uhr, im Alter von 72 Jahren sanft entschlafen ist.
Unsere gute Mutter und Großmutter
Frau Auguste Weitzel
Lehrerwitwe
ist heimgegangen. Gott hat sie am 20. d. Mts. von ihrem schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst
Winterkur für s
Nervenkranke und Erholungsbedürftige E ar har a Hofhelm a.Taunne beiWltabad.
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Gesucht werden die Erben
des etwa tm Jahre 1841 in Hessen-Darmstadt geborenen
Adam Neumann
der wahrscheinlich anfangs der 1860 er Jahre nach
Amerika ausgewandert und im Jahre 1896 dortselbst
gestorben ist. 29.">9ss
Zweckdienliche Mitteilungen werden gegen Zusicherung des Ersatzes a.ier Auslagen erbeten an die Adresse deS Justizrats Dr. «en der, Darmstadt.
Kammerjäger
02555
Scheidemann
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Generaloerir Karl Steinmeta, Makao.
9.
10.
11.
12.
13.
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34
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3.
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5.
1.
2.
2.
2.
2.
2.
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4.
4.
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5b- 5b-
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46
Einsicht auf hiesiger Bürgermeisterei offen.
Wieseck, den 20. März 1925. .Hessische Bürgermeisterei Wieseck.
Schomber. 2917D
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tag, den 26. März 1925, vorm. 10 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwatt der etwa erschienenen Bieter die Eröffnung ftattfinbet. Erwünscht sind getrennte Angebote, da eine Zusam- menrechnung nicht erfolgt.
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