Wirtschaft.
Zur Divldendenvolitik.
(Bon unserem rheinisch-westfälischen Mitarbeiter.)
Bis vor kurzem war man in weiten Kreisen der Ansicht, daß die Kapitalrente von durchaus nebensächlicher Bedeutung sei. Diese falsche Ansicht entsprang der marrislisch-kommunistischen Anfchau- ungsweise von der Ueberslüssigkeit und der Notwendigkeit der Vernichtung der prioatwinscbaftlichen Idee. Infolge des restlosen Versagens dieser wirk- lichkeitsftemden Theorie auch in Deutschland hat man in der letzten Zeit jedoch wieder erkannt, daß die Wiederherstellung des Kapitals und seiner Be- fugnisse eine der wichtigsten Aufgaben der wirt- tchaftlichen und finanziellen Wiederoufbaupolitik ist, schon um die Kreditfähigkeit der deutschen Wirtschaft dem Ausland gegenüber nicht zu gefährden.
Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, können die bisher veröffentlichten Dioidendenoorschläge als befriedigend nicht angesehen werden. Ermöglicht worden sind die Dividenden überhaupt nur durch die vorhergegangene scharfe Zusammenlegung, die eine Dividende in der Regel bereits vorgesehen haben dürfte. Man nehme als Beispiel eine der größten deutschen Banken, die Berliner Handelsgesellschaft. Diese verteilte vor dem Kriege durchschnittlich Dividenden von 8,5 Proz., jetzt schlägt sie 10 Proz. vor. Dabei darf man nicht vergessen, daß die Aktionäre gerade bei der Berliner Handelsgesellschaft durch eine außerordentlich starke Zusammenlegung des Aktienkapitals sehr höbe Verluste erlitten haben und daß die Dorkriegsdioidende nicht unbeträchtlich übet den damaligen Zinssätzen lao, während die jetzige Dividende hinter ihnen erheblich zurückbleibt. Anstatt daß die Aktionäre für ihren Kapitalverlust in Gestalt der Aktienzusommenlegung eine Entschädigung erhalten in Form einer höheren Di- oidendc, werden sie jetzt noch weiter geschädigt durch das Zurückbleiben der Dividende hinter den Zins- ifähen des normalen Marktes. Der Fall der Ber- Kiner Handelsgesellschaft ist typisch. Bei den Ban- fen bewegen sich die Dioidendenoorschläge zwischen jd Prvz. als niedrigster Dividende und 12 Proz. als Höchster Dividende: als Durchschnittssatz kann man annehmen 8—9 Proz. Die Textilindustrie, die schon twährend der Inflation in Devisen rechnete und in- s-ßolgedessen ihre Substanz relativ gut bewahren tonnte, verteilt durchschnittlich zwischen 9 und 10 tProz.: bei ihr schwanken die Sätze zwischen 6 und ,15 Proz. Bei der Glasindustrie, den Porzellan- Fabriken, in der chemischen Industrie ufw. kann man durchschnittlich höchstens mit Dividenden von 6 Proz. rechnen, es kommen aber auch Dividenden von 2 bis 3 Prv8. vor. Am schlechtesten schneidet die rheinisch-westfälische Schwerindustrie ab, von der fein einziges Werk für das letzte Geschäftsjahr 1923*24 Dividenden verteilt bat. Die „Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft", die Zechen im ganzen Ruhrreoier unterhält und deren Anlagen igu den besten des Bergbaues zählen, weist sogar unter Berücksichtigung der inzwischen erfolgten Bergütungen des Reiches) einen Verlust von über 11 Mill. Mt. auf. Bei den anderen Werken liegen die Verhältnisse ähnlich. Schon diese Tatsache allein .zeigt die Unhaltbarkeit der Behauptungen von Ruhrkampfgewinnen, Micumgewinnen usw., besonders auch unter Berücksichtigung der Tatsache, daß außerhalb des Ruhrreviers liegende Montan- werke (z. B. die Ilse Bergbau 21. G.) Dividende verteilt haben.
Die Dioidendenpolitik in der Industrie reizt in ihrer jetzigen Gestalt nicht zu Kapitilanlagen in industriellen Werken, da sowohl festverzinsliche Papiere (wie Obligationen usw.), als auch Sachwert- onleihen bei völliger Sicherheit eine effektive Verzinsung gewähren, die durchschnittlich über diejenigen der industriellen Dividendenwerte liegt. Nun braucht aber gerade das deutsche Gewerbe anerkanntermaßen ein nicht unbeträchtliches neues Kapital. Dieses kann es auf die Dauer nur vom Inland bekommen: dazu gehört aber die Gewährung ausreichender Dividenden, zumal unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die Aktienbesitzer an ihren Industriepapieren ganz beträchtliche Summen verloren haben und daß sie lange Jahre ohne jede Dividende geblieben sind.
• Darmstädter und Qtationalbont K. G. a. 2l. 1 0 Pro z. Dividende. Inder
Auftichtsratssihung vom 21. März wurde beschlossen, aus dem Reingewinn von 9 110 074 Rm. eine Dividende von 10 Prozent zu verteilen und dem Versorgungsbestand für Beamte 500 000 Mk. zuzuführen. Der recht erhebliche Rest von 2 25004 Rm soll vorgctragen werden. 3m einzelnen erbrachten Gebühren 39 261 009 Rm., Zinsen 36 725 618 Rm, ein Gewimr aus Wertpapiere.! und Konsortialgeschäften wird nicht ausgeworfen, er ist zur inneren Stärkung des Unternehmens verwandt worden. Auf der anderen Seite erforderten Verwaitungskosten 61 735 760 Rm. und Steuern 5 140793 Rm.: Abschreibungen werden nicht vor genommen. Zu den h^hen Unkosten bemerkt die Verwaltung, daß die Wirkungen des Abbaues, sowohl nach der Beamten- wie nach der Sachseite hin, im Jahre 1924 noch nicht voll zur Geltung gekommeiv seien, auch seien die verschiedenen Zusammenlegungen mit erhöhten Un» kosten verbunden gewesen. Die Zahl der Angestellten ist von einem Höchststände von rund 29 000 auf rund 11 000 Ende des Jahres zurück- gegangeir. Auch die Zahl der Riederlassungen ist weiter vermindert worden: die Dank hat jetzt noch 140 Filialen gegenüber 181 Ende 1923. Die nach dem bekannten Verfahren errechnet« Liquidation beträgt etwa 61 Prozent.
' Steinkohlenbergwerke Decker A G ' n D o ch u m. Die Gesellschaft beruft eine o H.-D. zum 27. März nach Bochum ein. Der sich aus de,' Abschluß des Geschäftsjahres 1923,24 ergebende Saldo von 10 574 Mill. Mk. soll vorgetragen werden. Die Reichsmarkbilanz ergibt ein Reinvermögen von 8,8 Mill. R.-M. dementsprechend soll das Stammkapital von 100 Mill. P.--M. auf 8 Mill. R.-M. unter Heber Weisung von 800 000 R-M. an die gesetzliche Rück- lage ermäßigt werden.
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y/j Xcuflfte Reid9anTrfi>e . <•/» Ttlllchc StucMantrtbe . 9'/,°/, Deutsche Stndjsanleitx 3*/ Deutsche RetchLattletö« . Deutsche 6t>an>ratuunanuiN 4*/o Preußische Äonfol» . . . <•» Hellen...........
SM!?!: Teullche fflertb. Dollar-Lol. bto- Doll--Schatz-Äntrettag.') 4*/o Zollrörteo 5*/« Solbmertfaner .... Berliner Haodelsqesellschaft. Lommerz- und Privat Bank Tarmft. und Naiionattxmk . Deutsche Bank Deutsche BeretnSbaot .... LiSconko Lommandit .... Metall bank...........
Miiteldeuttche Kreditbank. . Selle ireichtsche Lreduaustatt Weltbank............
Bochumer Suh ...... Buderu»............
Loro ....
»Luxemburg trchenee öergtoerfl. .
Harpeuer Bergbau......
«aluverke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....
Laurahütte Cbcrbcbarf ....
Phonii Bergba».......
Rvcimtahl.....
Riebeck MoMan TelluS Bergbau ...
eurg-Amerika Paket. . . reutscher Llovd.....
Lberamische Werke «kbtn .. Zementwerk Heidelberg . . . vbiiipp Holzmann......
Snglo.Tont -Guano . . ... Badische «nilin........
Chemische Mayer Blaöta .. Goldschmidt.........
Enes eimer Electrou .. .. Höchster Farbwerke......
Holzverkohlung..... ..
RülgcrSwerke.........
Lcheideanstalt «Da klektrizilätS-Gesellschatt Bergmann ..........
Matnkraftwerke ...
Schuckert ......
Siemen» * HalSke
Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... '.»'eguin.............
Motorenwerke Mannheim . frankfurter Armaturen . . . itonlerpenfabril Braun . . Metallgesell chaft sfrankfurl. Pet Union A--G.
Schuh'abrik Her, Sichel.....
Zellstv" «aldhof Zuckerfabrik Frmikenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel - . .
f-4.50 4 13 3,70 5,70
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Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(gn Billionen Mark auSgedrückt. Buenos Aires, London, Reu- Jork, Japan, Rio de Janeiro für eine Einbeit, Wien und »udavest für 100000 Ein beiten, alles übrige für 100 Ein bei len.)
Telegraphische Auszahlung.
Danknoten.
20. Mär»
21. März
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Stockholm .
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Franiousche Noten ......
21 80
21 90
Holländische Roten ......
167 18
108 04
Jt lienikche Noten ......
17,09
17.17
Norwegtiche Noten......
04,94
05 26
Deutsch Deftcrr .äiooitronen
68,97
69,27
Rumänische Noten ......
Schwedische Noten......
112 81
113.39
Schmetter Noten.......
80,75
81,15
Spanische Noten.......
69 60
69,90
Tschechoslowakische Noten . .
12.39
12,45
Ungarische Noten . . ...
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Frankfurter Dorfe.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 21. März. Tendenz: befestigt. — Die Börse gestaltete sich am Wochen- schluh nicht ungünstig, und auch die Unternehmungslust war infolge des verhältnismäßig leichten Geldmarttes etwas angeregt. Die Rachwirkung der bereits gestern hervorgetre- tenen, die Börse günstig beeinflussenden Momente gab zu Deckungskäufen Anlaß, die in der Hauptsache durch die Spekulation getätigt wurden. Auch einige Auslands-Kaufaufträge sollen vorgelegen haben. Trotzdem konnte sich ein größeres Geschäft nicht entwickeln, da es nach wie vor an breiteren Käuferschichten fehlt. Das Hauptinteresse nahm der Ehemie- und Danken markt in Anspruch, wo es vereinzelt zu Kurssteigerungen kam. Don Dankenwerten waren erheb'^ch gesteigert Reichsbank. Darmstädter und Mitteldeutsche Credit. Montanwerke lagen Der- nachlässigt, und nur vereinzelt stellten sich leichte Kursbesserungen ein. Der Sle ktrom a rk t behielt sein ruhiges Aussehen bei, er-
yedkch lener emnwetcn Schlickert Bon Schissa hrtsa ktien büßten Hapag ihren gestrigen Gewinn wieder em. Maschine n a k t i e n leicht gebessert. Auto- und auch Zuckeraktien hatten nur geringe Kursveränderungen. Der Einheitsmarkt der Industriepapiere lag ziemlich ruhig. Am deutschen Anleihemärkte verstimmte die Vertagung der Aufwertungsfrage, es kam wiederum zu scharfen Realisationen und größeren Kurs- einbuhen. Fünfprozenlige Reichsanleihe senkten sich von 0,725 auf 0,698. Pfandbriefe lagen gleichfalls schwächer und still. Der Fr ei verkehr lag farbloS. Api 1,4, Decker Stahl 1,37, Decker Kohle 7,25, Benz 4,9. Drown Doveri 60, Growag 0,145, Krügershall 11,75, Ufa 12,9. 2m weiteren Verlaufe erhielt sich die Rachsrage für Chemie« und Dankaklien, die erneut fester wurden. An den übrigen Märkten waren nennenswerte Kursveränderungen nicht eingetreten. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. Monatsgeld wurde zu einem Durchschnittssatze von 9.75 Prozent gehandelt. Am Devisenmarkt hatte sowohl das englische Pfund bei 4.781/* gegen Kabel Reuyork. und der Pariser Franken bei einer Pfundparität von 91,24 und einer Dollarparttät von 18,24 wesentliche Besserungen auszuweisen. Die Mark liegt unverändert.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 21. März. Die Börse stand am Wochenfchluß unter dem Zeichen einer allgemeinen Geschäftsunlust. Die Zurückhaltung der Spekulation und des Publikums kann kaum noch einen höheren Grad erreichen. Das Kursniveau zeigte trotz der Lustlosigkeit eine verhältnismäßig stabile Haltung, ohne dah sich eine ausgeprägte Tendenz entwickeln konnte. Am Montanmarkt besprach man lebhaft die Schwierigkeiten, die in den Verhandlungen der Ruhr-Kohlen-A.-G. nunmehr eine Vertagung ergeben haben, daneben fanden die Kündigungen im Westdeutschen Eisenhändler-Derband durch einige Händlerfirmen Beachtung, doch wirkten sich diese Tatsachen auf daS Kursniveau immittelbar nicht aus. 2m Angebot lagen nur heimische Renten. die unter den gestrigen Schluhkursen eröffneten. öprozentige Reichsanleihe eröffneten mit 0,710. Auf angebliche Käufe der Arbitrage fetzte am Markt der Kolonialw orte für Diamant- Shares eine neue leichte Erholung ein, und zwar auf 21 Vr. Die übrigen Papiere, die nicht amtlich notiert werden, lagen vernachlässig!. 2m übrigen wirkte sich die allgemeine Lustlosigkeit auf dem kürzlich besonders beachteten Markt der Pfandbriefe und Stadtanleihen aus, wo Umsätze in den ersten Stunden kaum zustande kamen. Der Geldmarkt weist keine Veränderungen auf, es scheint, als wenn für den herannahen den Quartals-Ultimo schon frühzeitig Vorsorge seitens der Geld verleihenden 2nftitute getroffen worden ist, so daß die etwas regere Rachfrage bisher keine Veränderungen der ermäßigten Sätze brachte. Tägliches Geld wurde unverändert mit 7 bis 9 Proz., Monatsgeld mit 10 «bis 12 Prvz. pro 2ahr genannt. Privatdiskont 8 Proz. Am internationalen Devisenmarkt war das Geschäft heute vormittag gleichfalls äußerst ruhig, so dah Kursschwankungen von Bedeutung nicht auf tratest.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 21. März. Der Produttemnartt war heute infolge höherer Auslandmeldungen wesentlich fester. 2n Auslandgetreide war das Angebot bei hohen Preisen gering. 2n Gerste, Mehl und Futterartikel waren die Umsätze geringfügig. Hafer mehr 2nteresse. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 246 bis 250, do. Avril 267, do. Mai 273 bis 272.50, do. 2uli 271, Tendenz: fester, Roggen, märt. 223 bis 225, do. 2uli 229.50 bis 230.50, Tendenz: fest. Gerste, märt 225 bis 246, Futtergerste 205 bis 224. Tendenz: stetig, Hafer, märt 180 bis 186, Tendenz: still, Mais. Mai 179, Tendenz: befestigt, Raps 390 bis 395, Tandenz behauptet, Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32.50 bis 35, Tendenz: ruhig. Roggenmehl 31,25 bis 33,25, Tendenz: ruhig, Weizenkleie 14, Tendenz: behauptet. Roggenkleie 14 bis 14,15, Diktoriaerbsen 22 bis 29, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 18 bis 19, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 18,50 bis 20, Lupinen, blau 11 bis 12, gelb 14 bis 14,50, Seradella, neu 13 50 bis 15,50, Rapskuchen 15,30 bis 15,60, Leinkuchen 21,50 bis 22, Trockenschnitzel 9,60 bis 9,70, Kartoffelflocken 18,40 bis 18,80.
Buntes Allerlei.
Der Elefant in der Schule.
Unterrichtsversuche an einem 6-jährigen Elefanten des Zoologischen Gartens in Hannover hat Dr. Leonhard Galley unternommen unb berichtet über seine Erfolge in der in Frankfurt a. M. erscheinenden „Umscha u“. Das Tier namens Kaspar, das schon einmal im Zirkus gewesen war, barm aber angeblich wegen Bösartigkeit wieder zurückgebracht wurde, konnte schon allerlei, so z. B. marschieren, verschiedene Uebun- gen auf einer Tonne, »Kompliment", d. h. niederknien und aufstemmen der Stoßzähne auf den Boden; eS blies auf einer Mundharmonika und nahm dem Wärter den Hut ab. Während der Unterrichtsstunde wurde der Elefant angefettet, da der Lehrer fönst nicht mit ihm fertig geworden wäre. Da Kaspar durch Senken des Rüssels, verbunden mit Kopfnicken. „Bitte, bitte“ machte, so sagte ihm der Lehrer, nachdem er ihn mehrmals für diese Leistung mit einer Mohrrübe belohnt hatte: „Run wollen wir zweimal „Ditte. Ditte" machen. Kaspar ging willig darauf ein, und nach Verlauf einiger Minuten war das Dit- ten in .Zählen" umgetauft Kaspar zählte im ganzen bis 5. Dabei fdjeint er die Zahlen eins bis zwei gegen Ende des Unterrichts, der nur 8 Stunden dauerte, schon nach Worten unterschieden
zu haben, während bei ben Zahlen drei, hier und fünf für Kaspar der Tonfall der Stimme der Anlaß zum Unterbrechen deS Zählens zu sein schien. Mo hm üben stücke, die nicht deutlich zu sehen waren, fand er nicht, und so bestätigte sich im Laufe deS Unterrichts das. was man über daS geringe Zählvermögen und schlechte Sehen der Elefanten schon weiß. Sonst aber gab Kaspar allerlei Proben seiner Gelehmgkeit. Als er einmal zufällig einen pustenden Ton durch den entgegengestreckten Rüssel erschallen lieh, sagte der Lehrer: „Run hast du gepustet", belohnte ihn und forderte ibn auf, abermals zu pusten. Rachdem der Defehl „Pusten" einige Male geübt worden war. pustete Kaspar schließlich auf da- bloße Wort hin. Außerdem lernte er auf den 'Befehl: ..Ins Finger chen" seinen Rüssel ruhig in die Ihrt? Hand des Lehrers zu stützen und sich ehre Mohrrübe in das Fingerchen legen zu lassen, während erste gewöhnlich mit dem letzten Russelende umklammerte. Trotz dieser Willigkeit im Lernen zeigte Kaspar aber nicht die leiseste Spur von Freundlichkeit oder Anhänglichkeit an den Lehrer, wohl weil sein Erscheinen für ihn gleichbedeutend mit .angekettet werden" war. Bei Unterbrechungen des Unterrichts war sein Benehmen un- sreundlicher. als wenn die Stunden regelmäßig erfolgten. Einige Male schlug er mit dem Rüssel nach dem Leyrer, aber nicht aus Dösarligteit, sondern aus einem gewissen Machtgesübl heraus, um ihm einen Schrecken einzujagen. Dr. Galley wurde durch diesen Unterricht m feiner „hohen Achtung vor der geistigen Befähigung der Elefanten" durchaus bestärkt. Man hatte bei Kaspar daS Gefühl, daß es sich nicht um eine eigentliche Dressur, sondern um eine sprachliche bzw. zeichensprachliche Verständig gung handelte. ..Es ist sehr reizvoll", schreibt er, „diese eigenartiac Schlauheit, dann die Andeutungen des Gefühls der Macht und Stärke mit jenem kindlichen Zug in einem Wesen vereinigt zu sehen, der fast allen Tieren zukommt, zumal natürlich den jungen. Ich konnte mich des Eindruckes einer selbstbewußten Persönlichkeit bei Kaspar nicht erwehren .
Hochschulnachrichten.
Iournalistenehrung.
Die Juristische Fakultät in Freiburg in der Schweiz hat Redakteur Pi o Philippono in Berlin und Rationalrat Georg Baumberger in Zürich für ihre 53- bzw. 54jährige öffentliche Tätigkeit als hervorragende Vertreter der Presse den Ehrendoktor der Staatswissenschaft verliehen.
Eine neue Universität in der Türkei.
Die türkische Regierung hall das srüher» Kriegsministemum in Stambul als Universität eingerichtet. 133 Prosesforen und Dozenten vertreten die vier Fakultäten, an denen jetzt 3150 Studenten studieren.
Philossphenkongreh in Halle.
Die diesjährige Generalversammlung bet Kant-Gesellschaft wird am 5. und 6. Juni wieder in Halle stattfinden, und zwar, wie bereits in den Vorjahren, in Form eine- philosophischen Kongresses. Zur Verhandlung stehl die Frage: „Die Erneuerung der Metaphysik in der Gegenwart". Zu Vorträgen haben sich bis jetzt u. a. bereit erklärt, die Professoren Becher (München), Ricolai Hartmann, Hans Driesch. Paul Menzer und William Stern.
Deutscher Slfabcmifcrtn^ T925.
Bei der vom 15. bis 19. April zu Elber« f e l d stattfindenden Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Akademikerverbände des deutschen Sprachgebiets werden die folgenden bedeutsamen Dorträge gehalten werden: Uiaversita'sprose sor Dr. Martin Spahn „Historifch-gene i che Darstellung des deutschen Gedankens": Dr. Hans Günther „Rassenkunbe des deutschen Volkes"; Generalsuperintendent D. Klingemann (Koblenz) und Universitätsprofessor Dr. Z i e s ch e (Vreslau) „Die Erziehung zu charaktervoller, christlicher Persönlichkeit"; Universitätsprofessor Drunstädt (Erlangen) ..Die Krisis der deutschen Kultur". Auskunft über die Tagung erteilt die Vaterländische Vereinigung alter Aka-- demiker des Wuppertals, Dr. Hoppmann, Elber« feld, Kasinostraße 23.
Spiclplarr der ssranksurtcr Theater.
Opernhaus. 24. März. Tannhäuser. 25.. Tosco. 26.: Die Fledermaus. 27.: Die lustigen Weiber von Windsor. 28.: Der Rosenkooalicr. 29.: Das Rheingold.
Schauspielhaus. 24.: Louis Ferdinand Prinz von Preußen. 25.: Fridolins Hochzeitsnacht, oerb. mit einer Modeschau der Firma (9ebr. Ro- binfohn. 26.: Louis Ferdinand Prinz von Preußen. 27.: Fridolins Hochzeitsnacht, verbunden mit einer Modeschau der Firma Gebr. Robinsoßn. 28.: Loui? Ferdinand Prinz von Preußen. 29.: Wilhelm ieK
Aus dem Amtsverkündiaunftsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 23 vom 20. März enthält: Schornsteinfeger-Gebühren. — Viehmärkte in Hungen und Grünberg. — Bekämpfung des Koloradokäfers. — Schnnkenbokämpfung. Bedecken der Stuten. — Maul- und Klauenseuche. -- Kreis- ousschuhwahl. — Schaferei-Ortssadung der Stadt Lich. — Gebührentarif der Gemeinde Münster. — Felltbereinigungen Rainhards Hain und Allendorf a. d. L. — Dienstnachrichten.
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LIEBIG
FLEISCH-EXTRAKT
Liebig Fleisch-Extrakt ist nichts anderes als ein- \ gedickte Fleischbrühe, durch Auskochen von bestem = Ochsenfleisch ohne Zusatz fremder Stoffe gewonnen \
Ueber ein halbes Jahrhundert das bewährte, fürGesunde und Kranke gleich wertvolle, bei d. heutigen Fleischteuerung unentbehrliche u. unersetzliche Küchenhilfsmittel


