Ausgabe 
23.3.1925
 
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Aus Natur und Technik

ihre nächsten QSettrxmMen sind aus Europa und Australien bekannt, und die eine europäische Art haust noch dazu in einem Krötenfrvsch, eben in unserer Knoblauchkröte. Jedenfalls ist durch die Untersuchung der geographischen Verbreitung der Schmarotzer ein neues Mittel zur Aufklärung der Erdgeschichte gewonnen.

Meterstände treten wahrscheinlich in Sibirien auf. So wurde in Tomsk am 16. Dezbr. 1877 bei über 40 Grad Celsius Kälte ein Barometerstand von 783,4 Millimeter beobachtet, der auf Meeres- Niveau reduziert 802 Millimeter ergibt, am glei­chen Tage für Barnaul 803,4 und für Semipala- tinsk sogar 806 Millimeter. Am 23. San. 1900 wurde in Barnaul in 170 Meter Seehöhe ein Barometerstand von 789,2 Millimeter beobachtet, der im Meeresniveau 808,7 Millimeter ent- Oricht. Die höchsten Barometerstände treten, wie die Statistik deutlich ergibt, im Winter auf. denn kalte Luft ist schwerer als warme, und der höchste Luftdruck ist auf der Nordhalbkugel im Januar zu beobachten.

Diesen höchsten Luftdruck-Extremen, die be­kannt geworden find, stehen noch weit schärfere Luftdruckminima gegenüber. So wurde am 9. Dezbr. 1886 in Keitum 719,5 Millimeter ver­zeichnet, am 9. Febr. 1889 in Kiel 719,6 Millimeter und am 20. Febr. 1895 wieder in Kiel sogar 718,2 Millimeter. 3m nördlichen England fiel der Druck am 26. Jan. 1884 auf 693,3 Millimeter, den bisher bekaimten tiefsten Stand in Britannien; dagegen stieg der Luftdruck dort am 20. San. 1896 auf 790,13 Millimeter, so daß sich als größte Darometerschwankung für England der hohe Wert von £5,9 Millimeter ergibt. 3n Reikjawik auf Island beobachtete man am 4. San.. 1824 692 Millimeter. Noch niedrigere Barometerstände wurden bei einigen Wirbel st ürmen festge­stellt; so stürzte bei dem Wirbelsturm an der Küste von Orissa am 22. Septbr. 1885 der Luftdruck auf 689.2 Millimeter, bei dem Zyklon am 10. Oktbr. 1846 zu Havanna sogar aus 683,5 Millimeter und im August 1901 im De Wille-Taifun auf dieselbe Tiefe. Die größten Geqenfätze, die im Luftdruck an verschiedenen Orten bisher beobacht würd'"» betragen allo ety)a 120 Millimeter.

Was Infusorien von der ErdtzeschLchre erzählen.

Die Kleinwcst der Infusorien umfaßt auch Stele Arten von Schmarotzern, die bei größeren Wirten leben und die man in der Familie der Opaliniden ^usammensaht. Durch die Forschungen des Amerikaners M e t c a l f sind uns zu den bisher bekannten 25 Formen noch 150 neue Opa- linidenarten, die saft alte im Darm von Frö­schen leben, bekannt geworden. Dadurch ist uns überraschende Aufklärung auf einem Gebiete geworden, auf dem wir sie von der Infusorien- Forschung am wenigsteir erwartet hätten, näm­lich auf dem der Entstehungsgeschichte unserer Erdteile.

Die außerordentlich bedeutsamen Folgerun­gen, die sich daraus ziehen lassen, erörtert Prof. Th. Ar ldt in einem Aufsatz der In Frankfurt am Main erscheinen denUmschau". Die Frösche haben eine ganz eigenartige Berbreitrmg. Man findet unsere Wasserfrösche fast auf der ganzen Erde, aber sie fehlen dem australischen Festland uird Südamerika. In diesen bei­den Süderdteilen werden unsere Wasserfrösche durch die sog. Süd- oder Pfeiffrösche ersetzt, die grade auf diese beiden Erdteile beschränkt sind. Man hat darin einen Beweis für die Annahme einer alten direkten Landverbindung zwilchan Australien und Südamerika gesehen, die sicher schon vor dem Beginn der Iurazeit bestanden haben muß. Diese Theorie wurde aber durch die Behauptung in Frage gestellt, daß die austra­lischen und süd amerikanischen Frösche nur schein­bar verwandt seien und sich in beiden Erdteilen aus ganz verschiedenen Wurzeln entwickelt fia^n könnten. Demgegenüber hat die neue Infuso­rienforschung nun festgestellt, daß diese Süd- frösche In beiden Erdteilen noch die gleichen

Das Bild des Mörders im Augenhintergrund seines Opfers Sine wissenschaftliche Untersuchung von Prof. Dr. G r e e f. Geh. Medizinalrat. Direktor der Uni» versitäts-Augenllinik in der Charitö zu Berlin.

Es wird mir die Frage vorgelegt, ob es möglich sei, durch die Untersuchung der Augen und photographische Fixierung des letzten Ein­druckes auf der Netzhaut eines Ermordeten den Mörder festzustellen. Eine solche Behauptung, daß der Mörder als letzter Sinneseindruck im Auge des Toten sich widerspiegele, ist nicht neu. Seit etwa 30 bis 40 Jahren hat man das auf Grund wissenschaftlicher Experimente immer wieder be­hauptet und auch kriminalistifch zu verwerten gesucht. Im Zusammenhang mit dem Fall An­ge r st e i n gewinnt dieses Thema noch beson­deres Interesse.

Der Professor Dr. Dohne, Direktor des Kriminalwissenschaftlichen Instituts an der Uni­versität Köln, schreibt u. a.:In dem Artikel wird erwähnt, daß sich auf dem Augenhintergrund eines der ermordeten Bureauangestellten das Gesicht des mit erhobenem Bell vor seinem Opfer stehenden Mörders befunden habe. Die Möglich­keit eines solchen Netzhautbildes (des Verbrechers im Auge des Ermordeten. Die Ned.) bei Er­mordeten ist durchaus nicht in Abrede zu stellen. Dor allem hat sich gezeigt .daß die Nehhaltt bei angstvoll gereiztem Nervenzentrum imstande ist, einen Gegenstand nicht nur abzuspiegeln, sondern auch wie eine photographische Platte zu verarbei­ten und zu fixieren, und daß sich daS Bild solange

Der höchste und der tiefste Luftdruck.

Wir haben im Januar dieses Jahres einen außerordentlich hohen Luftdruck in Mitteleuropa, besonders auch in Deutschland, gehabt. Wie aus den täglichen Wetterkarten der deutschen See­warte hervorgeht, stieg der Lustdruck am 12. Jan. auf 775 Millimeter und am 14. San. auf 780 Millimeter. Am 20 San. erfuhr der Luftdruck eine noch weitere Steigerung bis auf 785 Millimeter.

3m Hinblick auf diese in unserem mitteleuro­päischen Gebiet verhältnismäßig selten vorkom­mende Luftdruck-Höhe beschäftigt sich Arthur S t e n h e l in der von ihm herausgegebenen Astronomischen Zeitschrift" mit der Frage, wie hoch Überhaupt der Luftdruck auf der Erdober­fläche steigen und fallen kann. Innerhalb Deutsch­lands sind von der Deutschen Seewarte seit etwa einem halben Jahrhundert folgende unge­wöhnlich hohen Barometerstände auf- E'chnet worden: am 16 Ian. 1882 in Wilhelms-

n 785,7 Millimeter, am 27. Dezbr. 1889 in tel 787,4 Millimeter und am 23. San. 1907 wieder in Memel der seltene Stand von 797,7 Millimeter. Einen noch höheren Luftdruck, und zwar das Barometer-Maximum für Nocdeuropa, wurde am 22. San. 1907 zu Helsingfors mit 799,4 Millimeter und am 23. San. zu Riga mit 800,7 Millimeter feftgestellt. Die höchsten Daro­

fensters, dessen für den Beschauer bestimmte Seite in den Laden hineingedreht ist; auch originelle Be­leuchtungseffekte, die die Aufmerksamkeit der Vor­übergehenden fesseln, können erprobt werden. Zur weiteren Belehrung über die |o wichtig? Schau- fenfterbeleudjtung sind an der Außenfront des Erd­geschosses noch oter weitere Schaufenster angebracht, in denen die für die verschiedenen Waren geeignete Beleuchtung erprobt wird. Die besten Arten der Straßenbeleuchtung sollen auf den Stra­ßen in der Umgegend des Lichthauses Berücksich­tigung finden, wenn die behördliche Genehmigung erteilt ist.

Vögel und elektrische Wellen.

Der. Mensch besitzt bekanntlich kein Organ, das ihm vom Vorhandensein elektrischer Wellen Äunöe gibt. §r bedarf besonderer Einrichtungen und Apparate, um ihr Dasein festzustellen. Dagegen erscheint es nach neueren Versuchen nicht unwahr­scheinlich, daß die Vögel eine gewisse Empfin- samkeit gegen elektrische Schwingungen aufweifen.

So hat man bei Brieftauben festgestellt, daß ihr Orientierungsvermögen in der Nähe von Antennen beeinträchtigt zu werden scheint. Es zeigte sich bei einer Serie von Untersuchungen, daß bte Tauben, wenn sie eine Antenne über­flogen, aus der eben gesendet wurde, In bezug auf die Flugrichtung unsicher wurden, und daß sie da­nach keine Orientierung mehr h tten. Dabei scheint die Wellenlänge eine Rolle zu spielen. Erst wenn man mit ihr unter 100 Meter herunterging, schien die Wirkung auf die Tiere nachzulassen. Während sie bei höheren Wellen scheinbar nicht mehr wußten, wo sie waren, fanden sie bet sehr kleinen Wellen ihre Käfige wieder.

Diese Versuche erschließen ein neues und sehr interessantes Gebiet. Ein endgültiges Urteil wird sich allerdings erst ergeben, wenn weitere Beobach­tungen vorliegen.

Die Gefährdung des Elches in Ostpreußen.

Dr. Karl Wenke -Berlin hat während der letzten drei Jahre sich im Elchgebiet Ost­preußens aufgehalten, um das Leben dieses inter­essanten Wildes zu studieren. Leider klingen seine Ausführungen in der ZeitschriftDer Natur­forscher" über die Erhaltung des Elches recht pessimistisch. Vor allem durch die weitverbreitete Wilddieberei ist der Clchbestand Ost­preußens auf das schwerste gefährdet. Besonders im Winter sind die Gefahren für das reckige Wild sehr groß. Auf Schlittschuhen Hetzen es die Wilderer, bis es ausgleitet, und benutzen den Cispickel als Lanze, Schnee, Kälte, nicht zu­letzt Hochwasser dezimieren Elche überdies noch stark. Nur eine Möglichkeit sieht Wenke, um den ostpreutzischen Elch, jenes Wahrzeichen alter germanischer Vorzeit, zu retten. Dies ist die Er- Härung des ganzen zentralen Elchgebietes, näm­lich der Reviere Sbenhorst, Tawellning- ken und Aemonien, zum Naturschutzgebiet.

erhalten tarnt, als die Retina keinen die Maiers zersetzenden Einflüssen ausgesetzt ist." (K. Z.)

Wie stellt sich die Physiologie und Augen­heillunde zu dieser Frage und welche exakte Er­fahrungen liegen darüber vor? Wenn wir einen Gegenstand anfehen, so entwirft dieser auf unserer Netzhaut ein kleines umgekehrtes Bildchen des angesehenen Objektes, das durch Sehnervenfasern dem Gehirn zigeleitet und uns dort zum 'Be­wußtsein kommt. Man kann deshalb wohl die Netzhaut mit einer photographischen Platte ver­gleichen. Die Linse im Auge ist das Objektiv, die Netzhaut die lichtempfindliche Schicht. Aber diese photographische Platte und sein Dild ist im Auge nicht beständig. Sie verändert sich fortwährend und bei jedem neuen Lichteindruck entsteht ein neues Dild. Fortlaufend müssen die Dlutgefäße der Netzhaut Sehsubstanzen zuleiten, die in dem Licht verbraucht und verändert werden.

Im Jahre 1876 machte der italienische Augen­arzt Doll die bedeutungsvolle Entdeckung, daß die Netzhaut von Mensch und Tier, nicht wie man sie bisher gesehen hat, farblos sei. sondern daß sie durchtränkt ist von einem rosenroten Farbstoff, der im Licht rasch dahinschwindet. Tötet man ein Tier im Dunkeln und sieht die Netzhaut durch bestimmte Lichtfilter an, so kann man diesen roten flüssigen Farbstoff sehen. So­bald man aber eine gewöhnliche Lichtquelle hinzu- fügt, schwindet das Rot rasch hinweg. Man weih jetzt, daß dieser Farbstoff, der sogenannte Sehpurpur, im lebenden Auge immer vorhanden ist. fortwährend im Licht verbraucht und fort­während vom Auge neu produziert wird.

Dieser Farbstoff, der also dem Licht weicht, widersteht Leichenveränderungen und auch vielen chemischen Einwirkungen. Von besonderem Inter­esse ist, daß er auch sogen. Oxhdations- uni Reduktionsmitteln, wie sie zum Fixieren in der photographischen Technik gebraucht werden, wider­steht.

Aus dieser Eigenschaft des Sehpurpurs schloß der verstorben Heidelberger Physiologe Kühne vor einigen Jahrzehnten, daß es möglich sein müßte, Lichteindrücke auf der Netzhaut festzu­hallen und nach dem Tode durch Photogramme, oder besser gesagt Optogramme, den letzten Seh­eindruck des Auges zu fixieren. Das gelang ihm auch durch Experimente. Er brachte einem Ka­ninchen mit erweiterter Pupille unter Ausschluß anderer Seheindrücke einen einfachen weißen Gegenstand dicht vor das Auge. Nach etwa 1,5 Minuten wurde das Auge rasch geschlossen, das Tier getötet und das Auge wie eine photv- graphifche Platte fixiert, und richtig konnte er dann in der Netzhaut in dem roten Sehpurpur die Hellen Konturen des Gegenstandes erkennen und Hiervon einen photographischen Abzug machen.

Diese Versuche machten seinerzeit ungeheures Aufsehen. Sie sind auch wissenschafllich sehr interessant. Sie zeigen, daß die Netzhaut sich wie eine photographische Platte verhüll und daß darauf ein bestimmter, besonders letzter inten­siver Lichteindruck sich festhalten läßt. Wenn aber diese Tatsache schon damals zur Verwertung in der Kriminalistik aufgenommen und immer wieder behauptet wurde, daß man dadurch das Dild des Mörders im Auge des Getöteten er­kennen könne, so ist das grundfalsch. Ich wieder­hole nochmals, daß das Experiment nur unter den oben genannten Umständen gelingt. Es muß zunächst ein ganz einfacher Gegenstand sein, z. D. ein weißes Kreuz oder ein weißer Buchstabe auf schwarzem Grund von bestimmter Größe und in bestimmter Entfernung vor dem Auge, dann muß er regungslos etwa 1,5 Minuten festgehalten werden und danach muß das Auge sofort ge­schlossen und ins Dunlle gebracht werden. Schon nach Zögern von 1 bis 2 Minuten ist das Dild fert Man sieht leicht ein, daß bei Verbrechen niemals diese llmftänbe eintreten werden. Anger­stein batte sich mit erhobenem Deil 1,5 Minuten vor sein Opfer bewegungslos hinstellen müssen und dann hätte das Auge sofort im Dunkeln untersucht werden müssen. Hätte das Auge des Sterbenden sich nur noch einmal geöffnet, so wäre schon ein anderes Dild herauf gefallen. Solche Umstände werden bei Verbrechen niemals eintreten. Nehmen wir aber einmal an, daß alles so glücken würde, so sähe man in der Netz­haut ein Bildchen, das im ganzen 1 bis 2 Milli­meter groß wäre. Man stelle sich vor, wie groß darin der Kopf und das Gesicht des Mör­ders sein würde und was man dann bei dem unscharfen Einstellen und der mangelhaften De- leuchtung sehen würde. Die Dehauptung, daß man aus dem Dild im Auge des Erschlagenen den Mörder erkennen könne, ist deshalb als ein Märchen anzusehen.

Schmarotzer beherbergen, und zwar die Opali- nide Zelleriella, die von der Stammform durch eine starke Abplattung ihres Körpers abweicht. Es ist nun im höchsten Grade unwahrscheinlich, daß Wirt und Gast zugleich, von einander un­abhängig, in Australien genau den gleichen Ent­wicklungsgang eingefchlagen haben wie in Süd­amerika, das viele Tausende von Kilometern entfernt ist. Die Hebereinftimmung der Schmarotzer läßt es daher als völlig sicher erscheinen, daß die australischen und südameri­kanischen Pfeiffrösche wirklich eng zusammenge- Horen, und damit ist auch die vorgeschicht­liche Landverbindung zwischen Au - stralien und Südamerika erwiesen.

Ebenso zeigt die Familie der Kröten in­teressante Beziehungen. Scheidet man die be­sonders hochentwickelte Gattung der Landkröte aus, so sind die übrig bleibenden ursprünglichen Gattungen auf Süd- und Mittelamerika, das tropische Afrika. Südindien, die Malaiischen In­seln und Australien beschränkt. Also auf ®e- bieie, die zum Bereich des alten großen Südkontinents gehören. Dafür sprechen viele Zeichen der heutigen Tierverbreitung. Be­sonders schlagend ist ein Beweis, der sich aus der Verbreiturrg der Krötenfrösche erkennen läßt, zu denen unsere Knoblauchkröte gehört. Sie finden sich fast alle in Europa und Asien; nur eine einzige Gattung lebt in Nordamerika. Diese Gattung beherbergt nun eine Gruppe von Pro- toopalinen, die sonst nur in einen Querzahn- molch übergegangen ist. Auch diese Molche fin­den sich außer in der Union in Asien. Sie mögen also ebenso wie die Krötenfrösche über eine Landbrücke gewandert fein, die an Stelle der Behrmgstraß« Asien und Nordamerika ver­band. Dem gleichen Wege müssen aber auch die nordamerikantschen Opalinen gefolgt fein, denn

Ein Haus des Lichts.

Das neue .Lichthaus" der ,£)sram- Gesellschaft" in Berlin, das jetzt seiner Be- stimmung übergeben worden ist, soll eine Stätte ernster wissenschaftlicher Forschung fein und zugleich dazu dienen, den Gedanken der Lichtwirtschaft in wette Kreise zu tragen.

Die Erlorderniste einer guten Beleuchtung, wie sie von der Hygien erkannt worden sind, werden in sinnfalliaen Vorführungen gezeigt. Das Haus selbst zeigt schon rein oaulich eine neuartige Lösung der neuartigen Aufgabe. Das ganze erste Stockwerk des einstöckigenHauses ohne Fenster" ist von dem 300 Personen fassenden Bortragsfaal aus- gefüllt, in dem die Vorträge und Demonstrationen stattfinden. Dieser Saal kann auf die mannigfachste Weise künstlich beleuchtet werden, mit vielen kleinen oder wenigen großen Lichtquellen, direkt, indirekt oder halbindirekt, mit Soffittenlampen usw. Im Erdgeschoß werden die verschiedenen Beleuchtungs­arten für besondere Zwecke gezeigt. Da ist in dem Empfangsraum und dem Herrenzimmer die Hei m- beleuchtung, und als Gegenbeispiel können die landläufigen unzureichenden Beleuchtungen vor­geführt werden. Die verschiedenen Möglichkeiten der Industriebeleuchtung find in drei klei­neren Kammern zu besichtigen. Einer dieser Räume hat die Voraussetzungen, die die indirekte oder halb- indirekte Beleuchtung am zweckmäßigsten erscheinen lassen, während für den zweiten Raum nur die direkte Tiesstrahlenbeleuchtuna in Frage kommt. Die dritte Kammer veranschaulicht die Beleuchtungs- erforbemiffe bei Räumen mit Sbeddächern. Die Laden- und Schaufen st erorleuchtung wird in einem kleinen vollständig eingerichteten La­den mit Schaufenstern gezeigt; man kann hier die Regale,' also horizontale und vertikale Beleuchtung studieren, ebenso die beste Beleuchtung des Schau-

(Fahrdienstletter, Stellwerksbeamte, Rangierer) entwickell und durch Versuchsvrüfung erprobt, und das Prüfungsergebnis dectt sich auch hier­bei mtt den Urteilen der Dienststellenleiter über die Geprüften.

Ein Prüfungsverfahren für Bedienstete des Lokornotiv- und Triebwagenführerdienstes ist fertiggestellt und wird z. Z. tn Dersuchsprüfungen erprobt.

Um möglichst einwandfreie Prüfungsergeb- niffe zu erzielen, werden den Prüflingen die Prüfungsverfahren vorher aufs genaueste er­klärt, werden sie mit der Handhabung der Appa­rate genau vertraut gemacht. Prüflingen, die wegen gesundheitlicher oder seelischer Verfassung nicht in der Lage sind, die Prüfung an einem bestimmten Sage abzulegen, wird gestattet, sich der Prüfung zu einem anderen Termin zu unter­ziehen.

Die Prüfgeräte sind in einem glänzend aus- geftatteten Sonderwagen untergebracht, so daß die Prüfungen an jedem beliebigen Ort ab­gehallen werden können.

Die pshchotechnische D e r s u ch s st e l l e der deutschen Reichsbahn besteht seit dem 1. Februar 1920. Leiter ist Reichsbahnoberrat Professor Dr. S k u t s ch, fachpsychologischer Verrat ist Pro­fessor Dr. M o e d e von der Technischen Hoch­schule in Berlin. Für die Fachgebiete Dau und Betrieb, Verkehr und Verwaltung sind der Der- suchsstelle wissenschaftliche Hilfsarbeiter zugeteilt. Hier werden in engster Zusammenarbeit zwi­schen Psychologen und Fachleuten die einzelnen Dersuchsverfahren ausgearbettet. Ihre Einfüh­rung wird durch den pshchotechnischen Ausschuß, dem auch Vertretungen der beteiligten Beamten und Arbeiter angeboren, der deutschen Reichs­bahn-Hauptverwaltung empfohlen. Die Versuchs­stelle arbettet neben den Prüfungsverfahren auch besondere Anlernverfahren zur Ertüchtigung der beretts im Dienst befindlichen Beamten aus.

Die Reichseisenbahnverwallung wird aus dem neuen Einstellungsverfahren zunächst großen wirtschaftlichen Nutzen haben. Eine sorgfältige Auslese der Rangierer z. B. bildet ein sicher wirkendes Gegengewicht gegen die persönlichen Unfälle, die in diesem Dienst so zahlreich zu be­klagen sind. Die Auslese der Verkehrsbeamten wird die großen Ausfälle von Einnahmen, die die Reichsbahn täglich durch fehlerhafte Hand­habung der Tarife und durch Unterschleife er­leidet, erheblich vermindern helfen.

Aber auch die O e f f e n t l i ch k e i 1 hat ein großes Interesse an den psychotechnischen Eig­nungsprüfungen. Rasche Abfertigung, richtige Auskünfte, anständige Behandlung, Schutz gegen Unfälle sind ganz natürlich weit besser geleistet durch eine Beamtenschaft, die von vornherein alle die Eigenschaften mitbringt, die der vielseitige, verantwortungsvolle und anstrengende Dienst der Eisenbahnbeamten erfordert.

Berufseignungsprüfuttgen bei -er Keichseisenbahn.

(Nachdruck verboten.)

Gelegentlich der Anwesenhett eines Prüfungswagens hatte die Reichsbahn- direllion Osten Pressevertreter zu einer Besichtigung eingeladen.

Wie viele industrielle Betriebe, so geht auch die Reichseisenbahn in den letzten Jahren daran, sich die wissenschaftlichen Ergebnisse der Intelli- genzprüfungen für ihren Betrieb nutzbar zu machen. Durch besondere Eignungsprüfungen wird festgestellt, ob die Bewerber um Dienst­stellen die im Beruf geforderten berufswichtigen Eigenschaften besitzen. Sie will durch eine geeig­nete Bewerberauswahl einmal ihren Betrieb wirt­schaftlicher gestalten, was bei den großen Lasten, die ihr aus der Durchführung des Dawes-Gut­achtens erwachsen, von besonderer Wichtigkeit ist, zum anderen soll durch diese Prüfungen verhin­dert werden, daß Leute in Berufe hineinkommen, für die sie ihren ganzen Anlagen nach nicht ge­schaffen sind und sich selbst und anderen eine Last werden.

Die Berufseignungsprüfungen bei der Reichs­bahn wurden zuerst bei der Einstellung von Lehrlingen in die Eisenbahnwerkstätten vor­genommen. Früher erfolgte die Auslese nach Schulzeugnifsen, den Bekundungen des Arztes und nach dem persönlichen Eindruck unter weit­gehender Berücksichtigung von Söhnen Eifen- oahnbediensteter. Jetzt steht die Laufbahn jedem offen, der in der psychotechnischen Eignungs­prüfung den Nachweis über den Besitz der ver­langten Eigenschaft.n erbringt. D.rB:darf für die Eisenbahnwerke des gesamten Reichsgebietes be­trägt etwa 1500; die Bewerberzahl beläuft sich meist auf rund 5000. Die Eignungsprüfung, die in Gruppen- und Einzelprüfungen zerfällt, sucht an den Prüflingen folgendes festzustellen: den allgemeinen Stand der Intelligenz, die Stärke des Gedächtnisses, die Veranlagung für technisches Denken (technisches Verständnis und technisch-konstruktive Fähigkeiten), das räum» ließe Vorstellungsvermögen (Aussuchen von Wertstattzeichnungen nach räumlichen Bil­dern, Einpaßversuche), die Handgeschicklich­keit (Drahtbiegen nach vorliegenden Mustern), das Augenmaß, den Tastsinn (und zwar das Feingefühl, Aussuchen von Körpern durch Betasten), die Arbeitsgeschwindigkeit und all­gemeine Anstelligkeit. Die Prüfungsmittel find außerordentlich einfach. Vor Anwendung des Prüfungsverfahrens zur Berufsauslese wird durch Versuchsprüfungen festgestellt, ob die Schwierigkeit der Aufgaben der Leistungsfähig­keit der Prüflinge angepaßt ist, und ob die (ge­eigneten tatsächlich durch das Verfahren heraus- gefunden werden. Um das letztere festzustellen, wird die Wirkungsweise des Prüfungsverfahrens durch eine Dewährungskontrolle nachgeprüft. Das Ergebnis ist, daß bte Eifenbahnwerke, seit die Einstellung auf Grund einer pshchotechnischen Prüfung erfolgt, überwiegend von einer Besse­rung des Lehrlingsnachwuchses berichten. Für die in den Jahren 1922 bis 1924 eingeftetiten Lehrlinge ist die Bewährungskontrolle jetzt ab­geschlossen. Von den zur Einstellung gekommenen haben nur etwa 6 v. H. sich als wenig oder nicht geeignet erwiesen. Bei den ersten 20 Prozent der Einstellungen beliefen sich die Versager sogar nut auf etwas über 4 v. H.

S:e E'senbahnverwallung geht nun daran, sich^ die bei den Lehrlings-Eignungsprüfungen Erfahrungen auch bei der Annahme vott Angestellten und Beamten nutzbar zu machen. Durch eine größere Anzahl von Versuchsprüfun­gen wurde das von der Versuchsstelle ausgear- beitete Verfahren zur Prüfung von Verkehrs- beamten (Bediensteten der Fahrkartenaus­gaben, Gepäckabfertigung, Güterabfertigung) er­probt. Diese Prüfung erfaßt Kombinationsfähig­keit, Gedächtnis für Ortsnamen und Zahlen. Konzentration, Sorgfall, Arbeitsgeschwindigkeit und Gewissenhaftigkeit, Mehrfachbehandlung, Ge­schicklichkeit und geringe Erregbarkeit, Aufmerk­samkeit und Reaktion. Die nach den Prüfungen bei den Dienstvorstehern abgehaltenen Nach­fragen ergaben auch hier, daß die von der Prü­fung als gut Bezeichneten auch in der Praxis flute Leistungen aufwiesen, ebenso wurden die geringeren Kräfte durch Prüfung und Praxis übereinstimmend beurteilt.

Eignungsprüfungen für Bahnsteig» fchaffner und Schaffner in v-Zügen sind ebenfalls bereits in Versuchen erprobt. Weiter sind von der Versuchsstelle pshchotechnische Prüfungsverfahren für Detriebsbeamte

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