Ausgabe 
23.1.1925
 
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poMische Zchulungswoche in MS

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Darmstadt

von Maria Birnbaum,.L

Obigen, uic gecaoc in Dv.

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Erörterungen bildeten uni Gvtchecil.r ^-S W

schaftlich geführter

lifSen Instituts (port-tSIub 1900:

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Aus aller Welt

Altveteran

Sie Ermittlungen in der Affäre des Sp r i t - ebers Weber, der nach abenteuerlicher

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Aach Blättermeldungen hat der Belgrad» Aeroklub gegen die Ankunft eines Wasser-

bilden: Das Sachverständigengutachten, das AL- kommen von London, den Rcchtsbruch vom 10. Januar, den Völkerbund. Die verschiedenen The« mata, die von besten Sachkennern behandel! werden, werden in von sachverständiger Sein geleiteten Diskussionen nach allen Seiten hin be­leuchtet und verlieft. Den Schluß eines jeden Tages bildet ein öffentlicher Vortrag.

flugzeuges der Junker-Werte, das Vähe Belgrads Schauflüge unternahm, test erhoben.

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bei Cvuvin Zerstört worden. Schließlich hat das Kriegsgericht von Brügge Major Fritz Freist l i ch e n von der dritten Reseroekompagnie eines Infanterieregiments zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt, weil er am 20. Oktober 1914 die Riedermetze lung der Einwohner der Gemeinde Werchen (?) befohlen haben soll.

Die Saar-Tragödie.

Mit dem 10. Januar ist auch entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrages die Zollmauer zwischen dern deutschen Saarland und dem übrigen Deutsch­land errichtet worden. Vicht durch unsere Schuld. Die Franzosen allein tragen die Verantwortung dafür, wenn es soweit gekom­men ist, sie haben geglaubt, daß sie am stär­keren Arnr des Hebels säßen und uns ihre Bedingungen für die künftige Gestaltung der deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen dik­tieren könnten, haben wohl auch gehofft, das; sentimentale Erwägungen in Deutschland eine Politik unmöglich machen würden, die sich gpgen das Saargebiet und Elsaß-Lothringen richten muß. Diese Erwartung hat sie getäuscht. So weh -es uns tut, die Saardeutschen einer Wirt­schaftskrise entg?genführen zu müssen, so stehen doch die allgemeinen deutschen Inter­essen für uns in erster Linie, wir haben leider keine Möglichkeit, unseren Landsleuten die schwere Durchgangszeit zu erspare.

1*. 6 und 8 Uhr :[d - Zilmvorfühnm M!-)ielhaus (Bahnt ißpra-Lichüp ele:

- Eichener! kamstaa, abends 9.15 4fif!'i<n -es Kreisst !tz aller Sutnet. (fiel

Acht Personen ermordet.

DieDeutsche Tageszeitung" meldet: In bei vergangenen Rächt wurde eilte Familie oon 8 Personen in Ierzu in der italienischen Provinz Caglivri im Schlafe ermordet. Die Mord« sind unerkannt entkommen.

Amerika und die Sonnenfinsternis.

Sämtliche Vorbereitungen für die Deobach» tung der Sonnenfinsternis am 24. Januar sind getroffen. Reuhork und verschiedene andere Städte melden, daß alle Hotels heute schon über­füllt sind. 12 moderne Flugzeuge, hie am Tage der Finsternis über den Mitchellfield kreisen werden, sind startbereit. Auch Z. A. 3 wird mit hervorragenden Wissenschaftlern auffteigen.

Das R^erch und die badische Steuersenkung.

Karlsruhe, 22. Jan. (WB.) In der heutigen Sitzung des badisch. Landtag, erklärte bei der Beratung der Steuersenkungsvorlage Finanz- mlnister Dr. Köhler, der Gedanke der Steuer­senkung fei von der Reichsregierung ^.gegangen. Das Reichsfinanzministerrum beabsichtige weiterhin für die Zeit vom 1. April 1925 bis 31. März 1926 den Anteil der Länder an der Einkommen st euer von 90 auf 662/3 Prozent zu ermäßigen, wofür aus der Umsatz st euer 30 statt 20 Prozent Ende März überwiesen werden sollen. Ferner soll vom 1. April 1926 ab den Ländern und Gemeinden das Zuschlagsrecht auf die Einkommen st euer gegeben werden unter der Voraussetzung, daß das Reich einen außer­ordentlich starken Anteil an der Steuer vor­weg erhalte.

Lohnt es sich wirklich, die Politik der ver- * gangenen Regierung so sehr zu verurteilen, wenn sie 022 neue Kabinett Herriot nach sechs Mo­naten wieder aufnehmen mußte, indem cs die , Verlängerung der Besetzung Kölns beschloß? Wenn Deutschland nicht abgerüstet hat, so gibt man der Ruhrbesetzung die Schuld. Wer­den wir die Kontrollmahnahmen endlich aufrecht erhalten? Deutschland wird uns bald frei heraus erklärenIch habe es satt" und in einigen Vto- naten wird esseineKriegsrüstungen be­endet haben. Zu Herriot gewendet: Sie haben den Standpunkt vertreten, daß Sie bereit seien, dem demokratischen Deutschland Vertrauen zu schenken. Wie hat Deutschland Ihnen geant- portet? Am 7. Dezember durch einen Faustschlag mitten ins Gesicht! (Lebhafter Beifall und Be­wegung.)

gufammenLritt der albanischen NaLionalverscin nlung.

Tirana, 22. Ian. (T.Ü.) Die albanische Ratwnalveriammlung ist zusammengetreten, um der von dem siegreichen Achmed Z 0 g u l Bev geb.ldeten Regierung eine verfassungs- mäßige Grundlage zu geben. Die Regie­rungsmehrheit besteht aus Mitgliedern der serbe. f.eundlichen Rationaldemokraten, die sich vor allen Dingen aus den Kreisen des properen Grundbesitzes zusammensetzen. Die Min- oerhett wird von den R a d i k a l ü e m 0 k r a t c n geblldet, deren Hauptführer mit Fan Roli "5^ Italien geflüchtet sind. Die Vertreter der: Minderheit sind italienfreundlich und stam­men meistens aus römisch-katholischen Kreisen.

Die Franzosen hätten eine solche Möglich­keit sehr wohl gehabt. Sie wissen, daß das wirtschaftliche Gesicht des Saara bi tes ganz nach Deutschland gerichtet ist, sie wissen, daß die ganze Saarindustrie für den Absatz ihrer Produktion auf Deutschland angewiesen ist. Das Frankreich aus der Vorkriegszeit hätte vielleicht einen Teil der Waren, die bisher vom deutschen Markt billig ausgenommen wurden, unterbringen können, das Frankreich von heute mit einer künstlich hvchgezücht.ten Industrie ist dazu nicht imstande, es muß sich gegen die Pro­dukte des Saargebietes schützen und wird das vermutlich auch auf dem ilnta>ege über die Tarifpolitik machen.

Praktisch also sitzt die Saar mit mehr als der Hälfte ihrer Erzeugung, die seither nach Deutschland abfloß, fest. Die gesamte Eisenindu­strie, die Glasindustrie und die keramische In­dustrie haben so gut wie gar keine Aussicht, auch nur ein Stück in Frankreich unterzubringen, in Deutschland können sie schon bei unserem jetzigen Zolltarif nicht mehr konkurrieren, sie sind also der Gefahr ausgesetzt, daß sie auf ihren Produkten sitzen bleiben und zuletzt ihre Werke st i l l e g e n, also ihre Arbeiter auf die Straße setzen müssen.

Einsichtige Männer haben in Frankreich das schon feil längerer Zeit erkannt, die Presse hat aber das Thema urplötzlich abgebrochen, zweifel­los auf einen Wink des Auswärtigen Amtes hin, weil Herr Herriot befürchten muß, daß, wenn solche Anschauungen in Frankreich vertreten würden, die Stellung der deutschen Unterhändler bei den Handelsvertragsverhandlungen zu stark werden könnte. Kennzeichnend für die französische Methode ist es aber doch, daß Frankreich lieber eine ganze Industrie zum Erliegen bringt und Hunderttausende von Arbeitern brotlos macht, ehe es auch nur einen Zoll von seiner Linie ab­weicht.

Es hätte zwar noch eine andere Möglich­keit gegeben, diese Kraftprobe zu verhindern. Es besteht nämlich eine Regierungskommis­fi 0 n , die vom Völkerbund beauftragt ist, über Wohl und Wehe der Saarbevölkerung zu wachen. Sie hat indessen jedes Eingreifen ab- aelehnt, offenbar weil sie ihre Aufgabe nicht darin betrachtet, der französischen Politik in den Weg zu treten, und daß im Saargebiet auch deutsche Interessen vorhanden find, davon weiß diese Kommission nichts, das haben wir schon längst gemerft. Die Quittung aber werden die Franzosen 1935 erhalten, sobald die Volksab­stimmung erfolgt, die, was heute schon sicher ist, eine vernichtende Riederlage aller franzö­sischen Hoffnungen auf daS deutsche Saargebiet bringen wird.

Die Mißbrauche der Verwaltung des Saargebiets.

Genf, 23. Jan. (TU.) Ein Memorandum der Zentrumspartei und der Dolkspartei des Saar­gebiets an den Völkerbund ist in Genf ein­getroffen und wird im Generalsekretariat ge­prüft. Gegen die Saar-Regierungskommission wird darin der Vorwurf erhoben, daß die meisten Posten bei den Behörden gewissen Fran­zosen übertaffen worden seien. Die Spio­nage sei systematisch ausgebaut worden. Außer­dem werden zahlreiche Fälle aufgeführt, in denen staatliche Mittel veruntreut wurden. Tin Rüstungs-Jahrbuch des

Völkerbundes.

London, 23. Ian. (TA.) Der Völkerbund hat neuerdings ein Rüstungs-Jahrbuch veröffent­licht. Aus diesem ergibt sich, daß zur Zett nicht weniger als 5,5 Millionen Mann unter den Waffen stehen. Da die meisten Männer die Wehrpflicht besäßen, sei noch eine viel größere Anzahl zur Zeit mobilisierbar. Die Schlacht flotte der Welt verfügt über ein Personal von 434 191 Mann. Es gibt 84 Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, 167 große und Heine Kreuzer, 1094 Torpedo­bootzerstörer und 400 Unterseeboote. 4 0 0 0 Flugzeuge und Luftschiffe ständen für Bombenangriffe und für den Luftkrieg zur Ver­fügung. Zu dieser Zusammenstellung bemerkt der New Leader": Die Aufrechterhaltung eines be­deutenden Teiles dieser Weltflvtte sowie der Luftrüstungen wurde mit der Behauptung be­gründet, daß Deutschland noch eine Ge­fahr darstelle. Es ist deshalb wesentlich, schreibt das Blatt weiter, daß man sich vor Augen hält, daß in Deutschland nach dem Friedens- vertrag dieWehrpflicht aufgehoben ist, das Heer auf 100 000 Mann beschränkt wurde und die Flotte nur aus 6 Schlachtschiffen, 6 leichteren Kreuzern und 12 Torpedobootzer­störern und 12 Torpedobooten sowie keinem Hnterfeeboot bestehen darf.

Coftaricas Austritt aus dem Völkerbund.

G e n f. 23 3an. (£11.) Die Mitterlung Co- staricas, daß die Republik aus dem Völkerbund austreten will, wird im Völkerbunds sekretariat ^-^"^?öielle Schwierigkeiten zurück- gefuyrt. Anderseits hält man es für möglich daß sich Evstarica durch das Cßeibalten der s

Tur Oie osteuropäischen Verhältnisse interessiere und daß sich im Völkerbund allgemeine An­zeichen großer Schwäche bemerkbar mach­ten. Deshalb habe

Polen von Frankreich den Wink erhalten, daß der rechte Augenblick zur Verwirklichung seiner Pläne gekommen sei.

Daß dieser Plan älteren Datums sei, werde dadurch bewiesen, daß Äer Senat in Danzig schon 1922 Anlaß zu dem Verdacht zu haben glaubte, daß in Danzig eine polnische Post ein­gerichtet werden solle. Deshalb habe er sich schon damals an den.kerbundskommissar gewandt. Dieser habe in einem Schreiben vom Januar 19 2 2 die polnische Regierung darauf aufmerk- fam gemacht, daß die Errichtung einer polnischen Post in Danzig außerhalb des der polnischen Republik zugesprochenen Gebietes nicht st a t t- haft sei. Er habe sich jedoch getäuscht, als er in diesem Schreiben die Vermutung aussprach, daß die polnische Regierung sich- sicherlich mit keiner solchen Absicht trage. Von fran­zösischer Seite wolle Cnan setzt geltend machen, daß sowohl die deutsche tme die polnische Presse die Sache allzusehr aufgebauscht habe. Für den Völkerbund bestehe aber kein Anlaß, dieser DanzigerEpisode" wegen eine Sonder­sitzung vor der ordentlichen Versammlung einzuberufen.

Flucht in Prag verhaftet werden konnte, ließen den Verdacht auftauchen, daß sich Weber muh der Brandstiftung und des Versichs- rungs' chwindels schuldig gemacht habe. 2fa Pfingstsamstag des Jahres 1924 entstand bi einer Halle des Straßenbahnhofs in Berlin- Stahnsdorf, der von Weber als Lagerraum für Spirituosen gemietet worden war, ein gewaltige» Schadenfeuer, wobei über 1 ?00 000 Liter Spiritus ein Raub der Flammen wurden. Dic Löscharbeiten der- Feuerwehr waren dadurch be­sonders er-schwert, daß die in der Rähe befind­lichen Hydranten imbrauchbar gemacht worden waren. Das abgebrannte Spritlager war bei einer englische^ Versicherung mit etwa 5 Mark versich,it Es besteht der dringende Verdacht, daß Weber den Brand selb- an geleg t hat, um sich in den Besitz der Hobe- Versicherungssumme zu setzen.

Der Spritschieber Kopp verhaftet.

Wie derLokalanz." aus Rotterdam erfährt, ist dort der sp r i t s ch ieber Franz Kopp von emem Berliner Kriminalbeamten verhaftet worden.

Raubüberfall im Personenzug.

Als am Mittwochabend der Personenzug 5Z MagdeburgErfurt die Station Sanders­leben verließ, drangen in ein Abteil 2. Klass« drei Räuber, die den darin befindlich-" öabrgaft vollständig ausplünderten, fök zogen darauf die Rotbremse und sprangen ab. als der 3itg hielt. Die sofort aufgenommene Ver­folgung der Räuber ist bisher ergebnislos gs- wesen.

Angst vor der deutschen Konkurrenz.

Wettervoraussage»

Rachtfroft, vorübergehende AbschwächunL vielfach Morgennebel, tagsüber meist bebeat, stellenweife kann mit leichten Riederschlägen ge­rechnet werden.

vierten Stommilfion des Völkerbundes, die die Beiträge der einzelnen Staaten festsehl und sich Costaricas Vorschlägen gegenüber wenig ent­gegenkommend zeigte, getränkt fühlt. In dem Schreiben Costaricas sind keine Gründe ange= geben.

Mussolinis Presserazzia.

22- San. (WB.) Das extrem-fast zistische BltttImp er 0' ist heute beschlag­nahmt worden, weil es Angriffe gegen den Amanzminister de Stefani brachte und mit großen Lettern seine Entlassung verlangte.Corriere della Sera", welche in der heutigen Rach- m.ttagsausgabe bllsen Anar ff auf bin Finanz­minister auszugsweise wttd-rgab, wurde gl.ich- falls beschlagahmt.Mondo" wurde in der zweien und br.tten Ausgabe aus b sher un­bekannten Gründen beschlagnahmt, durste aber in der D.crten Ausgabe erscheinen.P 0 - Polo" äst heute nicht erschienen." Die -V 0 c e Republicana" kann immer noch nicht erscheinen, toe.t der Präfekt von Rom keinen ver­antwortlichen A.dukt.'ur des Blattes anerkennen W.ll. Der Herausgeber des Blat.es b schvxrt sch über diese Handlungsweise in einem offenen Vriefe. Dem verantwort!.chen Redakteur der ..Agentur R a z i 0 n a l e, einer der Oppo- tttion gehörenden Rachrichtenagentur, hat der Präfekt das Weiterarbeiten in der Agentur unterlagt. Die Blätter f hren fort, über zahl­reiche Hausdurchsuchungen. Auf­lösung von Vereinen und Schließung v 0 n L 0 k a l e n zu berichten.

Herriot'

Die Deutschen stehen größtenteils einer Aus­söhnung feindlich gegenüber. Die deutschen Wah­len waren diesmal mehr nach links gerichtet, als die vorhergehenden. Wenn sie für mich einen Fausischlag bedeuten, was kann man erst von den vorhergehenden Wahlen sagen und den Iaustschlägen, die sie für meine Vorgänger be­deuteten?

Oberkirch weist bann, darauf hin, daß die Monarchisten jetzt die Ausführung des Dawes-Gutachtens in die Hand genommen hätten. Ger lach, der Präsident der deutschen Liga für Menschenrechte, habe kürzlich während eines Vortrags in Straßburg auf die Wangen der französischen Demokratie den Druderkuß der deutschen Demokratie gedrückt. G e r l a ch erklärte, daß die Vorbedingung für eine Ver­ständigung zwischen beiden Ländern in der Ent­militarisierung des linken Rhein- ufers einschließlich des Elsasses bestehe, was also auf die Reutralisierung des Elsasses hinaus­laufe. Abg. Pfleger richtet an Herriot die unmittelbare Anfrage, ob er weiterhin die not­wendigen Maßnahmen ergreifen werde, um E l - fah-Lothringen Frankreich zu er­halten. (Lebhafter Lärm.) Herriot: Ihre Frage, mein Herr, ist geradezu beschimpfend Ich kann Ihre Worte nicht gelten lassen. Ober­kirch schloß: Deutschland erkennt den Versailler Vertrag nicht an, es saßt ihn vielmehr als eine Zwangsjacke auf. deren es sich mit aller -Kraft recht bald zu ciülebigen sucht. Das be­weist die fortschreitende Rechtsbewegung in Preußen und Bayern. Die Situation ist äußerst beunruhigend.

Französischer Chauvinismus.

Brüssel, 22. Jan. (WB.) Das Kriegs- ?ericht von Ramur hat einen Feldwebel Mül­er zum Tode verurtellt, der am 22. August 1914 bei Marche les Dames einen gct5d?arMicv vorsätzlich getötet haben soll. Obcql Hülsen und Hauptmann Leppin wurden zu 20 Jah­ren Zwangsarbeit verurteilt: Ojerft Hülfen unter der Anttage, er habe 19 bewohnte Häuser in Brand stecken lassen, Hauptmann Lep^ Pin unter der Beschuldigung, durch eine ang b- lich von ihm befohlene Feuersbrunst sei Fras.'eS

Bor einem Streik der Metallarbeiter.

Die Bewegung der Angestelltenschaft in der bayrischen Metallindustrie hat sich zu­gespitzt. In Rürnberg haben von den fünf Angestelltenverbänden vier den Verinttlungsvor- schlag des Landesschlichters als ungenügend ver­worfen. Auch in Augsburg und Mün­chen wurde der Vorschlag als ungenügend ab­gelehnt. Infolgedessen ist für die nächsten Tage mit der Möglichkeit eines Lohnkampfes zu rech­nen. Auch in Hamburg haben die im Me­tallarbeiterverband organisierten Schlosser und Maschinenbauer die Arbeitsnie­derlegung beschlossen, weil ihnen ihre Lohn­forderungen nicht betoilligt worden sind. Sie verlangen eine 20prozentige Lohnerhöhung, die von den Arbeitgebern abgelehnt wurde.

(Vofdfunde in SGlesien.

Dlättermeldungen aus Breslau zufolge sind bei Grabungen am Geiersberg bei Goldberg G 0 ldfunde gemacht worden. In je 10 Kilogramm gewaschenem Sand wurden 18 birsekorngroße Goldkörner gefunden. Die Funde stammen aus einer Liefe von 24 Metern, Die Schürfungen werden intensiv fortgesetzt.

Der Maler Johann Bode t.

Im Alter von 72 Jahren verstarb in Frankfurt a. M. der Kunstmaler Johann Bode, der letzte Schüler, Steinkes und der letzte Ver­treter der deutschen romantischen Zett. Bodes Liebe als Maler galt den heimischen Wäldern, denen er tausend verschwiegene Schönheiten ab­lauschte und im Bilde sesthi'lt. Besonders gern suchte er feine Vorlagen im Hirschpark von Groß- Gerau, im Schwanheimer Wald und Frankfurter Stadtwald. Reich ist aber auch die Zahl der Bttder, die Bode brr deutschen Sagen- und Mär­chenwelt entnahm. Er war ein besonderer Freund der Kinder, die denOnkel Bode" gern in seinem über dem Main belesenen Atelier aufsuchten und sich von ihm die Geheimnisse des Waldes und seiner Bewohner erklären ließen.

Verurteilung eines kommunistischen Redakteurs.

Der Staatsgerichtshvf zum Schuhe der Repu­blik verurteilte am Donnerstag den der­zeitigen Redakteur der kommunistischenSchlesi­schen Arbeiterzeitung", Robert Schulz, aus Breslau, wegen Beschimpfung der deutschen Re­publik und her Aufforderung zur gewaltsamen Aenderung der Verfassung zu neun Monaten Gefängnis.

Französische Radiorazzia in Mainz.

Die französische Gendarmerie hat straßen­weise die einzelnen Wohnungen auf Radio­anlagen eingehend untersucht und die widerrechtlichen Rundfunkbesitzer zur Strafe iw- tiert In einem Fall wurde sogar eine Verhaf­tung vorgenommen.

Spritschieber Weber als Brandstifter.

DerD. Fr. z. D. d. Sch/' wurde im Rove« 1 ber 1921 ins 2eben gerufen. Unter dem Vvrsu von Frau Clara Mende, M.d.R.. und ihrv bewahrten Mitarbeiterinnen. Fräulein Beda Pf>i lipp, Frau Hertha Hissink und Frau Amelü Roth, die mit inr den engeren Vorstand bilden umschließt er als Spitzenorganisation mehr atz 50 Frauenorganisationen mit über 8 Million«! Frauen. Gleich demArbeitsausschuß deutsch« Verbände", mit dem er in steter, engster Arbeit» gerneinschaft steht, verfolgt er das große Ziel Befreiung des deutschen Volles von der enb i ehrenden Schuldlüge und endgültige A-Vision bj | Friede ns diktat es von Versailles". Er sucht h 1 deutschen Frauenkreisen das Verständnis zu ver­breiten für die Bedeutung und die Schwere des in dem sog.Vertrag' von D. dem deutsche» Volk erpreßten Bekenntnisses zur alleinigen Ver­antwortlichkeit für alle durch den Weltkrieg ent­standenen Schäden und Verluste. So iührt et gegen die älngeheuerlichkett dieser Schuldlüge, die das deutsche Voll recht- und ehr- los gemacht hat, die seine Kraft in Fesseln schlägt wertvollste Teile seines Landes ihm entrisse,, hat die seine Kultur vernichtet. An Hand ein. wandsreien Materials, der hauptsächlich aus den deutschen, russischen und bei- gifcben Archiven stammenden Dokumente, fußend auf den Ergebnissen streng wissen­schaftlicher Erforschung Deutscher- und Ausländer sucht der Frauenausschuß z. Dek. d. Sch. Wahr- oeit und Klarheit über den Betrug, der am deutschen Volke verübt wurde, im In- und Aus­land zu verbreiten. Das Programm der Schv- lungswcche behandelt u. c*. in der ausgezeichnrl klaren und knappen Zusammenfassung von -J,-. Emmy Voigtländer die einschneidendsten Para­graphen des DUtats v. V., ferner die wirtschaft­lichen Verluste und Belastungen Deutschlands die Folgen des Vertrags auf die Volksgesundheit der Verlust der Kolonien die uns geraubt wurden auf Grund der Kolonialschuldlüge dessen mannigfache Auswirkungen, den Kampf um das Deutschtum am Rhein und im Osten unk schließlich noch die Fragen, die gerade in da letzten Zeit den Ge, ------

Ve""^m rtil

Vaters §

Emil

Minna,

A den 2],

^Rllen denjenigen, die an der Schulungswocht in Eisenach im vergangenen Sommer teilnahm«,.! sind diese Sage als ein tiefstes, seelisches Er­lebnis unauslöschlich im Gedächtnis geblieben - hoffen wir, daß auch in unserer hessischen Landes­hauptstadt ebenso wertvolle Arbeit unter r'sJta Beteiligung aller Kreise der Bevöllerung ünt!

1 aller Telle des Landes geleistet werden möge.

Den ungünstigen Eindruck, den dieses Ge­baren auf das Ausland machen muß (in Italien ha: ja kürzlich eine Zeitung öffentlich Stellung gegen den Dolenskandal genommen), sucht die polnische Regierung mit allen Mitteln abzuschwächen. So hat die polnische Gesandt­schaft in Rom bei der Redaktion der ..Epoca" gegen einen Artikel von Bcllonzi protestiert, der gegen das offenkundige Bestreben der Pol­nischen Regierung, die freie Stadt Danzig zu- einer Polnischen Stadt zu machen, Ste.luag nimmt Die Gesandtschaft bezieht sich auf verschiedene Artttel des Versailler Vertrages und das pol- nisch-Danziger Abkommen von Warschau, läßt aber die H a u p t b e g r ü n d u n g . daß selbst der Versailler Vertrag die Freie Stadt Danzig unter das Protektorat des Dölterbundes stellt, nicht aber unter polnische Protektion, gänzlich außer acht. Es ist nicht das erstemal, daß die polnische Gesandtschaft die öffentliche Meinung, die sich entschieden gegen die schleichende Ver­gewaltigung Danzigs richtete, durch derartige Vorstöße in der Presse zu beeinslussen trachte.

Herriot

und die Opposition.

Herrkots Rheinpvlitik. Das Elfatz.

Paris, 22. Ian. (TU.) Der elsässische Ab­geordnete Oberkirch griff heute nachmittag in der Kammer unter dem ständigen Beifall der Opposition in einer ungewöhnlich scharfen Weise das Kabinett Herriot an. In den Miitelpuntt seiner Detrachtimgrn stellte er die R u h r b e s e t -- z u n g und das S i ch e r u n g s p r 0 b l e m. Es kam zu peinlichen Zwischenfäl^n. Für die Ruhr-- besetzung gab Oberkirch folgende neuartige Be­gründung:Wenn wir die Ruhr besetzt haben, so geschah das, weil Deutschland gegen die Be­stimmungen des Vertrages verstieß, besonders soweit ftc sich auf die zollfreie Ausfuhr elsaß-- 'll-thringisch-r Erzeugnisse bezogen. Richts hat Deutschland mit größerer Genugtuung ersehnt, . als feine in London miebcrcrlaneite Wirt­schaftsfreiheit. (Lebhafter Beifall auf der Rechten.) Unb das Ergebnis? Daß jetzt ein Zoll­krieg ausbrechen wird.

Wie aus dem in Rr. 17 deSGießener 2h, zeige:s" an: 21. Januar enthaltenen Programm ersichtlich ist, veranstaltet berDeutsche F rau. e^nausschuß zur^ Bekämpf ung bei

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Schulungswoche in Darmstadt. . M M

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