Ausgabe 
22.9.1925
 
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II

essante Betrachtungen übereinseitige Lieferungen" angestellt. Er ist gleichfalls der Ueber^eugung, daß Warentribute in der modernen Weltwirtschaft nicht auf die Dauer und nicht in größerem Umfange durchgeführt werden können. Der Vorgang bei diesen Sachlieferungen ist folgender: Nach einem beson­deren Reglement, welches die in Betracht kommen­den Warenkategorien enthält, rufen die empfangs­berechtigten Reparationsmächte in Deutschland Wa­ren ab. Um den Wert der Waren wird der Repa­rationsfonds gekürzt. Der deutsche Lieferant erhält das Geld, das vorher in Form von Steuern, Zöllen, Verbrauchs- und Verkehrsabgaben aus der deutschen Wirtschaft herausgeholt worden war. Für die deut- fd)e Wirtschaft bedeutet also diese Art der Bezah­lung fein wirkliches Entgelt, sondern einen Kreis­lauf von Summen. Bei einem normalen Verkauf dient der Erlös zur Barzahlung der aufgewandten Rohstoffe sowie des Arbeits- und weiteren Kapi­talaufwandes. Bei den Reparationslieferungen wird volkwirtschaftlich gesehen kein Erlös erzielt. Die Unkosten der für Reparationszwecke bewirkten Produktion müssen also durch lieber- schüsse aus der anberrocitiaen Pro­duktion gedeckt werden. Stehen solche lieber- schlisse nicht zur Verfügung wie es bei Deutsch­land der Fall ist, so muß Vermögen verwen­det werden. Da aber besonders in der gegen­wärtigen Zeit die deutschen Vermögenswerte nur sehr schwer flüssig zu machen sind, tritt aus­ländisches Geld an die Stelle. Liefmann unterscheidet treffend zwischen drei verschiedenen Arten von Schuldnervölkern, die auf ausländische Kapitalzufuhr angewiesen sind: zurückgebliebene, zurückgehaltene und zurückgeworfene Völker. Zu­rückgebliebene und zurückgehaltene Völker orfügen häufig über ungenutzte inländische Wirtschaftsmög­lichkeiten. Zurückgeworfene Völker wie wir eines sind haben ihre Wirtschaftsmöglich­keiten weitgehend ausgenutzt und sind auf den mäßigen Stand durchschnittlicher Wirtschaftsrentabilität gelangt, der die Folge lebhaften Wettbewerbs ist. Das Kapital, das mir aus dem Auslande importieren müssen, kann im Durchschnitt nicht die Erträge bringen, die in der Form von ausbedungenen hohen Zinsen vor­weg disponiert sind. So wird die Deckung des Aus­falls, wie er durch einseitige Lieferungen entsteht, zu einer Quelle neuer Verschuldung. Der Staats-, Personal- und Sachkredit eines Volkes ist natürlich keine feststehende Größe. Er schwankt mit der Konjunktur des Geld- und Warenmarktes und auch mit der politischen Konjunktur. Er wird letzten Endes durch weltwirtschaflliche Erwägungen der internationalen Finanz bestimmt. Die wichtigste Erwägung dürfte die sein, daß die Verfügung über die deutsche Wirtschaft eine ArtProduktivi- t ä 15 r e { e r o e" schafft. Ist der Weltmarkt auf­nahmefähig, so wird der deutsche Produktionsappa­rat angekurbelt, ist er nicht aufnahmefähig, so wird er gedrosselt. Da es sich hierbei um das Schicksal von mehr als 60 Millionen Menschen handelt, muß ein solcher Zustand auf die Dauer zu gefährlichen politischen und sozialen Spannungen führen. Es ist daher nicht übertrieben, zu sagen, daß einseitige Lieferungen wenn sie nämlich größeren Umfang annehmen und von Dauer sind eine internatio­nale Gefahr darstellen.

Australien.

Don

Kapitän zur Dee a. D. v. Waldeyer-Hartz.

Eine gewaltige Flottenmacht über hundert Fahrzeuge hat vor kurzem Australien über» schwemmt; die Amerikaner haben es für richtig gehalten, nach Dsendigung umfangreicher strategischer Manöver, die sich bei den Ha- waii-Jnseln abgespielt haben, ihre Flagge in nie gesehener Stärke in den australischen Gewässern 1 zu zeigen. England hat diesen Besuch mit ,. süßsaurer Miene verfolgt. Daß dem amerikani- ' schen Vorgehen nicht nur eine politische, sondern , auch eine hohe militärische Bedeutung inne- wohni, wird unverhohlen zugegeben. Die Ver­einigten Staaten haben mit großer Geste bar» getan, daß Australien sich auf ihren Schuh un­bedingt verlassen könne. Rotgebrungen beginnt man oaher auch in England, Japan als den eigentlichen Friedensstörer hinzustellen, der das pazifische Problem nicht zur Ruhe kommen lassen wolle. Ehrgeiz und ein starkes Ausdehnungs-- bedürfnis, so behauptet man, beherrschten das Land der ausgehenden Sonne in ungeheurem Maße und erzeugten eine gefährliche politische Spannung. Heber solche Kritik muß sich wundern, wer englische Geschichte leimt, die doch Seite auf Seite lehrt, daß England seit Jahrhunderten seinem Ausdehnungsbedürsnis hie Zügel hat schießen lassen. Hnd dieses Ausdehnungsbedürsnis war nicht einmal begründet, wie im Falle der Japaner. Es erwuchs vielmehr aus reinem Macht­hunger.

In Australien betrachtet man die japa­nische Seeheiwschaft als eine ständige Be­drohung der eigenen Sicherheit. Im Mutterlande England spielt man vorläufig

Zweikampf.

Eine Tiergeschichte von Georg Holland.

Wir hatten in unserer Gemeinde einen starken Dullen; es war besser, wenn man ihm aus dem Wege ging. Des Abends pflegte er hinter der Herde herzutrollen und ekelhaft anmaßend au gröchlen. Dann riefen die Bauern einander zu :Macht Platz, macht Platz, der Dulle kommt!"

Dieser Bulle war ein Grobian, ein Boxer, ein schlimmer Raufbold. Einmal hatte er, als ihm bei einem Liebesfeste ein harmloses Pferd in die Nähe gekommen war, diesem so nebenbei den Leib auf- gerissen. Und der Bauer Jakob war nur mit ge­nauer Not dem Tode entronnen, weil er es gewagt hatte, das Vieh aus dem Weizen zu scheuchen. So­gar die großen Hofhunde, die Hofpolizisten hatten Angst vor dem Stier. Hetzte man sie, so liefen sie zwar mit viel Amtseifer auf den Bullen zu, blieben ;edoch wohlweislich in guter Entfernung stehen und blafften nur einige Male, so der Form wegen. Dann sprangen sie schnell fort, und taten, als ob sie sich für viel zu gut hielten, sich mit diesem Proleten von einem Stier einzulassen.

Eines Tages jedoch fand der Raufbold seinen Meister. Und zwar war es der Gemeindeschafbock, ein hämischer niederträchtiger Geselle, der den Ruf von der Unüberwindlichkeit des Bullen zu schänden machte.

Dieser Schafbock gehörte zur Art der Fett­schwanzschafe; er besaß statt des Schwanzes eineu gewaltigen Talgklumpen, der wie ein Balkon über die Hinterbeine hing und beim Laufen hin- und her­wackelte. Der Schafbock hatte beiläufig die Größe eines jährigen Kalbes, und das gedrehte Gehörn,

noch den Harmloseren. Man will eine unmittel­bare Gefahr nicht zugeben, gesteht aber anderer­seits ein, daß man sich in gewissem Sinne der australischen Auffassung anpassen müsse, zumal wo sie doch nicht aus der Welt zu schaffen sei. Peinlich wird empfunden, daß Australien in der amerikanischen Flotte seinen stärksten Be­schützer erblickt. In der Tat ist es aber so, denn es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß die militärische Macht im Stillen Ozean weit mehr bei den Amerikanern als bei den Englän­dern steht. Ja. man kann selbst schon in briti­schen Zeitungen Aeußerungen finden, daß die amerikanische. Schlachtflolte die mächtigste der Welt fei, und diese Flotte ist eben dank der Wasserstrafe edes Panama­kanals jederzeit im Stillen Ozean zu verwenden. In England bedauert man es lebhaft, daß Australien leider nicht klar erkenne, daß es im Grunde genommen die englische Flotte fein müsse, die den Schutz zu gewähren habe. Man ent­schuldigt sich damit, daß man sich wegen der Verhältnisse in der Aordsee in den letzten Jahr­zehnten um das pazifistische Problem allzu wenig habe kümmern können, verspricht Besserung und deutet vorsichtig an, daß man den Vereinigten Staaten die Hegemonie nicht ohne weiteres Über­lassen wolle. Leider muß man aber feststellen, daß Australien und Amerika bereits Schulte r an Schulter in Ablehnung des Gelben Man­nes stehen. Beide verfolgen mehr oder weniger ausgesprochen den Grundsatz des Tüvabschließens gegen die japanische Einwanderung, so daß es schwer fallen wird, den amerikanischen Einfluß auf Australien wieder auszuschalten. In England sähe man es, um dieser Schwierigkeit aus dem Wege zu gehen, am liebsten, wenn Japans Inter­esse sich mehr auf die Mandschurei erstreckte. Leider aber wählte Japan diesen natürlichen Entwicklungsgang nicht. Es schielt vielmehr stän­dig nach Australien. Hnd es hat insofern auch recht, als Australien noch für Millionen von Menschen Raum zur Einwanderung böte. Den Gelben Mann will dort aber niemand haben, demgemäß muß man sich in London wohl oder übel mit der Sachlage absinden. Sie bedeutet ohne Frage für die englische Politik eine harte Fessel. Australien ist, was die gelbe Gefahr betrifft, streng auf den eigenen Standpunkt eingeschworen. Jeder Versuch, es in einem japansreundlichen Sinne zu beeinflussen, würde zur Auflockerung des britischen Weltreiches beitragen. Amerika gibt Australien ständig das Beispiel, daß man sich gegen die Gleichstellung des Gelben Mannes wehren müsse. Hnd aus Amerikas Haltung ge­winnt Australien seine stärkste Kraft. Der Erfolg ist es kann gar nicht ausbleiben, daß eine große britische Kolonie in einer ihrer wichtigsten Lebensfragen mehr und mehr i n d a s amerikanische Fahrwasser gerät.

In England ist vor einiger Zeit ein Buch erschienen, das den TitelThe Great Pacific War 193133" führt und den bekannten Schrift­steller Hector B h w a t e r zum Verfasser hat. Das Buch hat in der angelsächsischen Welt großes Aufsehen erregt, da es in Form einer politischen Zukunstserzählung dartat, daß das pazifische Pro­blem, hauptsächlich infolge der Heber» völkerung Japans, nicht anders als mit Waffengewalt zu lösen sei. Dh» toater nimmt in seinem Werke an, daß die Ha­waii-Inseln sich gegen einen japanischen Angriff nicht würden halten können. Sie gehen verloren. Run laßt er es zwar nicht dazu kommen, daß sich die amerikanischen Schiffe nach dem Verlust ihrer Stützpuntte im Stillen Ozean auf die austra­lischen Häfen zurückziehen. Interessant ist aber, daß eine englische Fachzeitschrift den Besuch der amerikanischen Flotte, der sich in unseren Tagen abgespielt hat, mit der Möglichkeit eines solchen strategischen Rückzuges in Verbindung bringt und die Auffassung vertritt, daß das Anlaufen austra­lischer Häsen durch die Gesamtheit der amerikani­schen Flotte im Grunde genommen nichts anderes bedeute, als eine erste Prüfung der Frage, ob sich eine derartige Maßnahme im Kriegsfälle mit Japan lohnen würde oder nicht.

Aus der Provinz.

Landkreis Gietzen.

!*! Garbenteich, 21. Septbr. Auf dem neuen Friedhose wird die Anlage errichtet, inner­halb welcher das Ehrenmal für di e ge­fallenen Söhne unserer ®emeinbe aus­gestellt werden soll. Das Denkmal selbst besteht aus einer viereckigen Säule mit vier Plastiken, die von Bildhauer Arnold-Beuern ausge­arbeitet werden. Das Ganze wird durch ein Kreuz gekrönt. Die Höhe des Denkmals beträgt etwa 31 2 Meter. Fertigstellung und Einweihung soll noch im Herbst erfolgen.

h. Staufenberg, 21. Sept. Vorige Woche besuchte hier und in Lollar ein sicher auftre­tender Herr verschiedene Familien, indem er sich als ein im Dienste der Regierung stehender ärztlicher Beamter ausgab, der Rach-

forschungen über Sittlichkeitsdelikte zu machen habe und mit Rcunen und Vorkommnissen ge­nau bekannt war. In der Apotheke sah er sogar Bücher nach. Als er gegen Abend ver­föchte, und zum Teil mit Erfolg, Geld zu leihen, wurde von der Gendarmerie Lollar dahier verhaftet und als Schwindler ohne Ausweis abgeführt.

: Winner od, 21. Sept. Dor einigen Tagen fand hier die Ob st Versteigerung des hiesigen Hof gut es statt. Die Preise für Wirtschaftsobst waren niedrig, und auch gutes Tafelobst erhielte feine hohen Preise, so daß mancher geringe Mann für wenig Geld seinen Wintervorrat an Obst decken konnte.

:: Bersrod, 21. Sept. Rachdem unsere Gemeinde viele Jahre lang an das Wasserwerk bei Reinhardshain angeschlossen war, hat nun die Gemeinde vor einigen Jahren im Wiesental an der Deuerner Straße eine eigene Wasser­leitung gebaut. Leider aber haben die Hoff­nungen, die man auf das neue Werk setzte, ent­täuscht. Die erwarteten Wassermengen blieben aus, und so sitzen unsere Einwohner selbst in dieser regenreichen Zeit täglich einige S tunden ohne Wasser. Es wird leider in nächster Zeit infolge der allgemeinen Geldknappheit nicht mög­lich sein, weitere Quellen zu sasfen und unserer Wasferleitung zuzuführen.

± Htphe, 20. Sept. Eine Kuh des hiesigen Gastwirts Wilh. R eu nobel brachte vor kurzem drei lebende Kälber zur Welt, ein seltener Fall in der Viehzucht. Zwei davon waren Stier­kälber, eines ein Mutterkalb. Von den beiden ersteren ging allerdings eins nach zwölf Tagen ein, während die beiden anderen sich gut ent­wickelten und beim Verkauf 68 bzw. 90 Pfund wogen. Hnsere Gemeinde ist im Gegensatz zu ben meisten Wetterauer Gemeinden im Besitz eines größeren Wiesengrundes, der sich auf beiden Seiten der Horloff erstreckt. Infolge­dessen kommen alljährlich zahlreiche Landwirte anderer Orte hierher zur Versteigerung des Grases auf den Gemeindewiesen. Da Htphe keinen Wald- besih hat, ist dies eine ins Gewicht fallende Ein­nahmequelle für die Gemeindekasse, zumal es sich um etwa 80 Morgen handelt. So wurden bei der diesjährigen Grummetgrasversteige­rung Preise erzielt, die zum Teil nicht viel unter den Heugraspreisen lagen. Don den guten Mor­gen stellte sich einer auf 40 bis 60 Mk., von den mittleren auf 20 bis 35 Mk. Bei diesen Preisen ist es den Käufern zu gönnen, daß es ihnen nunmehr gelungen ist, bei dem schönen Wetter der letzten Woche das Grummet gut ein- zubringen, nachdem sie schon lange Regen­tage darum gebangt hatten. Hm einem lang empfundenen Mangel abzuhelfen, hat der Ge­meinderat beschlossen, auf den Friedh of Wasserleitung legen zu lassen. Auch soll ein erhöhter, beschotterter Fußsteig neben dem Friedhofsweg angelegt werden, da derselbe bei schlechtem Wetter kaum passierbar ist. Da jedoch.alsdann der Fahrweg zu schmal würde, ist dies nur ausführbar, wenn es möglich ist, anliegendes Gelände zu kaufen.

Kreis Friedberg.

5 Friedberg, 21. Sept. Das hiesige Kreis­amt hat eine Polizeioerordnung zur Bekämp­fung des Kartoffelkäfers erlassen. Da­nach unterliegen sämtliche landwirtschaftlich ge­nutzten Felder und Gärten des Kreises der amt- liehen Beaufsichtigung zum Zwecke der Bekämp­fung des Koloradokäfers.- Die Aufsicht wird von den zuständigen Polizeibehörden, der Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft in Friedberg und dem Landwirtschastsamt Butzbach ausgeübt.

Bad-Nauheim, 20. Sept. In einer unter dem Vorsitz des Stadtv. Rößler gestern abend im Thalyfienhof ftattgefundenen öffentlichen Mieterversammlung sprach der Vorsitzende des Verbandes hessischer Mieterschutzvereine, W o l f- Mainz, überW a s plant die Reichs- regierung gegen d i e Midi er?" Der Red­ner, der in einem geschichtlichen lieberblick warm für die Bestrebungen der Bodenreform und die Ver­dienste der Baugenossenschaften eintrat und den Mangel eines ausgebauten deutschen Wohn­rechts als ein schweres Volksfchicksal bezeichnete, machte mit den Veränderungen bekannt, die das seitherige Mieterschutzgesetz zu Ungunsten der Mieter erfahren solle. Besonders die gewerblichen Mieter seien, wenn die Pläne der Reichsregierung Gesetz würden, in ihrer Existenz bedroht. Die Versamm­lung beschloß daher' engeren Zusammenschluß der gewerblichen Mieter zwecks Wahrung ihrer Inter­essent Die sich an den Vortrag anschließende rege Aussprache führte naturgemäß auch auf die bevor­stehenden Stadtoerordnetenwahlen. Die Frage, ob man der Lifte der Hausbesitzer, von der gesprochen wird, eine Lifte der Mie- t e r gegenüberstellen müsse, wurde vom Redner verneint. Es würde zu unhaltbaren Zuständen füh­ren, wenn jede Interessen- und Bcrussgruppe für sich gesondert in den Wahlkampf treten wolle. Es wird den Mietern empfohlen, sich genau die auf- gestellten Listen anzusehen und dann den Parteien

bzw. Gruppen die Stimmen zu geben, die dem Mieterstandpunkt am stärksten zur Geltung bringen.

Kreis Büdingen.

A Nidda, 21. Sept. In den letzten Tagen hat plötzlich der Versand von Schütteläp- fein sehr stark am hiesigen Bahnhof eingesetzt. Vorher war wenig Nachfrage nach Obst. Der Preis ist auch innerhalb zwei Tagen um das Doppelte ge­stiegen. Der Doppelzentner tarn von 7 Mark heute auf 14 Mark. Besonders reiche Aepfelernte haben die Landwirte von Michelnau und Borsdorf. Ihre Schütteläpfel gingen an größere Aepfelweinkelte- reien in Frankfurt. Für Tafeläpfel bestehen noch keine sicheren Preise. Leider werden auch diese schon jetzt häufig geerntet, was viel zu früh ist. Die Birnen sind hier schlecht geraten. Trotzdem ist nach denselben keine große Nachfrage. Zur Ver­steigerung der hiesigen städtischen Birnen hatten sich nur sehr wenig Kaufliebhaber eingefunden, wäh­rend in früheren Jahren gerade für Honigbirnen ein guter Absatz bestand.

A Echzell, 21. Sept. Der hiesige Ge­flügelzuchtverein hatte auf der Iubi - läums-Geflügelausstellung in Bad- Nauheim einen sehr günstigen Erfolg. Ueber die Hälfte der zu verteilenden Ehrenpreise erhielten hiesige Aussteller. -

Kreis Schotten.

j~l Laubach, 20. Sept. Heute feierte der gräfliche Förster Becker sein fünfzig­jähriges Jubiläum als Forstbeamter in Solms-Laubachschen Diensten. Geboren in Paris am 28. Juni 1855 (seine Familie stammte aus Deckenbach bei Homberg a. d. Ohm), kam er in seinem zehnten Lebensjahre nach Deutschland und wurde in Arnsburg bei Lich erzogen. Vom De­zember 1873 bis Herbst 1875 genügte er seiner Militärpflicht im 11. Hessischen Jägerbataillon. Arn 20. September 1875 trat er als Leibjäger in den Dienst des Grafen Friedrich zu Solms- Laubach. 1885 kam er als Forstwart nach Arns­burg, 1893 in gleicher Eigenschaft auf den Flen- sunger Hof und sodann nach Laubach als Forst­wart des DistriktesTiergarten", der die Ge­markung der ehemaligen Dorfschast Engelhausen mit derEngelburg" umfaßt, in welcher Eigen­schaft er noch heute wirkt. Am 1. Oktober d. I, wird er in den wohlverdienten Ruhestand treten. Wir wünschen dem braven Manne einen geseg­neten Lebensabend.

o Schotten, 21. Sept. Am 2 Oktober findet die Einweihung des Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen hessischen Oberförster und Först er auf dem Alten/ burgskopf bei Schotten statt.

?" Ober-Schmitten, 21. Sept. Am Mittwoch fand der 75jährige Kriegsveteran von 1870/71 Spenglermeister Heinrich Imhof, dem es noch vergönnt war, vor kurzem das Fest der Goldenen Hochzeit zu feiern, einen raschen, schmerzlosen Tod. Am letzten Tage seines Lebens, wie in den Vortagen, eiferte er noch mit ungeschwächter Körperkraft, die Grummeternte zu (bergen. In den Rachmittagsstunden befiel ihn ein leichtes Hnwohlsein, so daß er die Arbeit unterbrach, nach Hause ging und sich zu Bett legte. AlS seine Angehörigen gegen 7 Hhr nach ihm sahen, blieb die Antwort aus. Laut- und klaglos war er hinübergeschlummert. Das Begräbnis, von warmherziger Teilnahme getragen, war be­redtes Zeugnis für die hohe Verehrung, die man dem Toten weit über Dorfesenge hinaus zollte. Das Reichsbanner und der Krieger­verein Aid da, dem der Verstorbene seit Gründung als Mitglied angehörte, Veteranen aus der Hmgegend, letzte Mitkämpfer aus einer großen Zeit, die Deutschlands Werdestunde schuf, gaben ihrem Kameraden ehrendes Geleite. Pfarrer Gondolf zu Ridda gedachte des Toten als eines Mannes, dessen Leben Treue, Pflicht und Arbeit gewesen. Im Auftrage des Krieger- Vereins Ridda rief unter Riederlegen eines Kranzes Amtsgerichtsrat Muhl seinem lang­jährigen Mitgliede herzliche Worte des Dankes und Abschieds ins Grab. Für das Reichsbanner legte D i e h n e r - Ober-Schmitten einen Kranz nieder.

Kreis Alsfeld.

m. Flensungen, 20. Sept. Die Hhr auf dem Turm unseres sehr alten Kirchleins, bas schon in vorresormatorischer Zeit wahr­scheinlich als Wallfahrtskapelle für die Hmgegend diente und heute noch das Gotteshaus für die Gemeinden Flensungen, Ilsdorf und Stockhausen

'VERTRETER: H. Elges jr.

Gießen Seltersweg 68

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tC-T.ERSTElN IRNO.

das ihm über den Ohren wuchs, glich zwei kleinen Mühlsteinen.

An einem üerbftabenb kehrte die Herde heim; der Bulle als letzter mit feiner damaligen Frau, einer schwächlichen schwarzbunten Stärke. Der Bulle war offensichtlich sehr verliebt. Er wollte seine junge Frau nicht gerne während der Nacht alleine lassen, denn als sie in ihren Hof trottete, trottete er gröhlend und schnaubend hinterdrein.

Der Hofeingang war nicht gerade schmal, außerdem lief alles ehrerbietig aus dem Wege. Nur der Schafbock blieb an einem Torpfosten gelehnt stehen; er sah aus, als ob er dichtete.

Der Bulle, der Grobian brüllte:Wat wüst du?"

Es reizte ihn, daß der Schafbock nicht auch fortlief. Das einfache Vorhandenesin des Schaf­bockes reizte ihn.

Bloblobloblo" machte der Widder und tat, als ob er ausspie, gerade, als ob er von altem Adel und der Bulle nur ein dummer Hanswurst wäre. Der Stier blieb stehen, senkte den Kopf und mahlte den Straßenstaub mit den Hörnern.Wull du woll!" brüllte er.

Man merkte, hier gab es eine Rauferei; und mit der jungen Frauen eigenen Aengstlichkeit zog sich die Stärke in den Hof zurück; auch das andere Vieh machte, daß es aus der Nähe des Kampf­platzes fortkam. Nur einige Schweine rannten her­bei und umstanden grunzend die Widerfacher.

Der Bulle, dieser Rüpel, warf mit den Hörnern eine Staubwolke auf und brüllte wieder. Der Schaf­bock blökte boshaft. Der Bulle kam näher und fuchtelte mit den Hörnern. Und bann stieß er $u. Der Schafbock machte schnell einige Sprünge rück­wärts, daß der Stier in die Luft stieß und blub­berte. Darauf blubberte er noch einmal, nieder­

trächtig und widerlich unb zielte; senkte den Kopf mit den Mühlsteinen und zielte bedächtig. Nahm einen Anlauf und--krach!--prallten die

beiden Mühlsteine auf die breite Stirn des Stieres. Dann zog sich der Schafbock einige Schritte zurück und besah sich fachmännisch den Erfolg seines Stoßes; dabei legte er den Kopf ein wenig auf die Seite.

Der Stier schüttelte sich und schnaubte erstaunt; blickte dumm um sich und rüstete sich zu neuem An­griff. Er war übrigens noch nicht ganz mit den Vorbereitungen fertig, als die Mühlsteinhörner abermals in feine Stirn einschlugen. Dieser neue Stoß war so gewaltig, daß eine Eichenbohle zer­splittert wäre, hätte man sie dazwischen gehalten.

Der Bulle dachte: Ich hab mein Teil und tau­melte in den Hof. Die Schweine grunzten und quiekten vor Entzücken und scheuerten sich anein­ander. Aber der Schafbock, niederträchtig, wie er war, nahm einen Anlauf nach dem andern und stieß den Bullen ins Hinterteil, daß der jedesmal in die Knie sackte.

Dann stellte er sich, als ob ihm eine plötzliche Eingebung gekommen wäre, mitten auf den Kampf­platz, und verrichtete seine Notdurft, indem er einige Rosinen fallen liefe. Gnädig schaute er auf die ihn bewundernden Schweine.

Dann kam eine langhalsige Pute, umschlich den Sieger und pickte mit den Geberden eines Kam- merdieners in dem Rosinenhaufen herum.

Die erste Eisenbahn im Jugendbuch.

Wenn jetzt die ganze Welt am 27. September der Tatsache gedenkt, daß an diesem Tage vor ein«

hundert Jahren der erste Eifenbahnzug auf der Strecke StocktonDarlington befördert wurde, so mutet uns die erste Darstellung dieser technischen Neuerung in des alten EomeniusNeuerOrbis Pictus für die Jugend" (Reutlingen) recht grotesk an, allwo wir des Umständlichen und Schwerfälligen also lesen können:

Die Eisenbahnen, von denen man in England Gebrauch macht, bestehen aus zwei eifer- nen, von flachen Eisenstücken gemachten Geleisen, deren Ränder hervorstehen, damit die Räder nicht abgleiten können, oder diese Geleise sind aus con­vexen Eisenstücken zusammengesetzt, wo dann die Rader Ränder oder Furchen haben, durch welche sie auf der Bahn gehalten ober geleitet werden. Diese Cisenstücke sind zwei bis drei Fuß lang, und ta, wo sie miteinander vereinigt sind, auf hölzerne ober steinerne Blöcke befestigt. Um nicht zu große Lasten auf diese Bahnen zu bringen, werden sie gewöhnlich auf mehrere durch Pferde oder Dampfmaschinen in Bewegung gesetzte Wagen verteilt. Die Dampf­wagen sind einfache, durch Dampfmaschinen getrie­bene Wagen. Der in dem Dampfkessel gebildete Dampf treibt nämlich abwechselnd in den Cnlindern Stämpek in die Höhe, welche das Gestänge in Be­wegung setzen. Durch letztere werden die Räder in Drehung gebracht, und diese treiben in das Kamm- rad ein, welches das Treibrad bewegt; die Zähne dieses letzteren greifen in die Zähne einer an der ge­wöhnlichen Eisenbahn noch angebrachten Kamm­bahn ein, und da diese nicht weicht, so geht das Treibrab vorwärts, indem es immer in anbere Zähne eingreift und so den Wagen vorwärts treibt."

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