***»
e n-
Banknoten.
59
Getreidebörse.
Frankfurter
Die
27. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung folgt.)
62
58.5
ausschuß in seiner Sitzung vom 11. Mai „den vom Betriebsausschuß oorgeschlagenen B e d i n g u n -
123,62
79,25
113,50
113,8
68,75
34,75 i.50
62,75
sehnt sich nur danach, wieder hören.
niemand den Kerl packen? Er werden, sonst trifft ihn noch
tigen Pro- rtembet und
Berlin, 21. Juli. ' duktemnarkt wurde erstmals
0.24 0,3475
0,35
1 0.595
' 0,385
gen (Vogel friß oder stirb!) mit g e w i , , derungen beigetreten sei". Schade, daß der Mitwelt der Inhalt dieser „gewissen Änderungen" vorenthalten worden ist. Auch Wieseck sind dieselben
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^
Frankfurt a. M., 21. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24 bis 25, Roggen, inländ. 19,50 bis 21,50, Hafer, Inland. 20,50 bis 23,50, Mais (gelb) 21,25 bis 21,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 37,50 bis 38, Roggenmehl 31 bis 32, Weizenkleie 11L0 bis 12,25, Roggen- kleie 12,50 bis 12,75. Tendenz stetig.
Berliner Produktenbörse.
beizustehen. Sie diese Stimme zu „Will denn muh abgekühlt der Schlag."
oben. Deutsche Anleihen lagen weiter ruhig und kaum verändert. Für Pfandbriefe zeigte sich ein leichtes Anziehen der Kurse. Die Abendbörse schloß ruhig in fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihen 0,247*. Bankaktien: Commerzbank 96,50, Darmstädter Bank 115,50, Diskontogesellschaft 105,50, Dresdner Bank 101,25, Mitteldeutsche Kreditbank 96, Oesterreichische Kreditaktien 7,90. Montan- attien: Bochumer 64, Deutsch-Luxemburg 61,50, Phönix 78,50, Kali Aschersleben 123, Kali Westeregeln 132. Chemische Aktien: Badische Anilin 125, Elberfelder Farben 115,25, Th. Goldschmidt 80, Holzverkohlung 5,95. Transportwerte: Salonique Monastir 7,12. Industrieaktien: AEG. 97,75, Elektrisch Licht und Kraft 97, Fuchs Waggon 0,65, Holz- mann 59,50 Lahmeyer 71,25, Gebr. Junghans 70, Metallgesellfchaft 100,50, Zucker Stuttgart 2,87.
Börsenkurse.
91,75
93,65
Fob verstand
Aber der Film rollte weiter. Mitunter so rasend schnell, daß die Funken flogen. Papa Filis Gesicht trat auf der Leinwand hervor, verstört, mit schreckensvollen Augen. Eine einzige Textzeile hätte das starre Lächeln in den Mundwinkeln erklären können, aber es gab kein Wort, das seine Miene begreiflich machen konnte. Tlnd Fob war zu stolz, um zu fragen, allzusehr erfüllt von Mitleid für den Heroismus ihres Opfers
Tausendmal schon hatte sie all« Dorberestun- gen zur Hochzeit durchlebt. Als man das Braut- fieiö über ihre Schultern fallen lieh, glaubte sie in der Garderobe der tragischen Primadonna irgendeines Boulevardtheaters zu stehen, bereit, vom Hohn des Publikums empfangen zu werden. Aber nach den ersten Worten war das Rampenfieber verschwunden. Eine wundersame Mischung von Trotz, Empfindlichkeit und Verzweiflung schuf aus Fräulein Fob im entscheidenden Augenblick eine Schauspielerin, die alle verblüffte. Das ging sogar soweit, dah sie — bevor sich das Brautpaar in den Wagen setzte, — eine romantische Szene aufführte, die als Vignette in einen Kolportageroman gepatzt hätte
„Was zum Teufel machen Sie denn?"
Fob erwachte und lieh die Handarbeit fallen. Diese Worte hatten den Film wie mit einer Schere abgeschnitten. Die Stimme kannte sie — sogar sehr gut — sie gehörte dem Waldhüter des Bankdirektors, Herrn Lynn, einem Gentleman, den Fob verabscheute — nicht nur deswegen, weil er einer der verläßlichsten Hai- duken des Bankiers war.
Herr Lynn bekam keine andere Antwort als das Geräusch einer Axt, die mit rasender Kraft auf einen Baumstamm fiel. Run hörte man aber plötzlich auch ein Lachen, das mit s-inem Unterton von Schadenfreude den Herrn Waldhüter zur Wut brachte.
„Das ist eine widerrechtliche Beschädigung," schrie Herr Lynn, „und wenn Sie damit nicht augenblicklich aufhören “
»Ha ha ha, hi hi hi, ho, ho, ho "
„ilnö wenn Sie nicht sofort aufhören, so soll Sie der Teufel, — der Teufel —"
Drei mächtige Axthiebe, ein Drechen, ein Knirschen von Aesten und Wurzeln, ein Rauschen
125
96.5
115
118
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der Oktobertermin für Weizen und Roggen notiert. Die Umsätze für Roggen waren größer als die für Weizen. Gerste blieb still, ebenso Mehl und Futterartikel. Hafer bei kleinen Umsätzen behauptet. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, Juli 267 bis 265, do. Sept. 242, do. Oft. 239. Roggen, mär!. 193 bis 197, d. Juli 207,50 bis 207. do. Sept. 195, do. Oft. 192 bis 193, neue Wintergerste 186 bis 192, Futtergerste 200 bis 215, Hafer, märk. 248 bis 255, do. Juli 188,50 bis 189, Mais, Juli 202, do. loko Berlin 214 bis 216, Raps 340 bis 345; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,50 bis 36, Roggenmehl 28,75 bis 31,25, Weizenkleie 13,20, Roggenkleie 13,50, Viktoriaerbsen 29 bis 34,50. kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 23 bis 26,50, Peluschken 23 bis 26,50, Ackerbohnen 24 bis 25, Wicken 26 bis 28, Lupinen, blau 12 bis 13, do. gelb 15 bis 16,50, Rapskuchen 16,30 bis 16,40, Leinkuchen 22,70 bis 22.80, Trvckenschnitzel 11,30 bis 12,40, Torfmelasse 9,60 bis 9,75, Kartoffel- flocken 25,50 bis 25,80, Zucker 17,50 bis 18.
von Zweigen und Blättern, ein erschrecktes Spahengeschrei kirrivitt, kirrivitt — und dann eine tiefe Stimme:
„Der Baum stand auf meinem Boden."
Fob zuckte zusammen, — zum zweitenmal. Der Klang dieser Stimme trifft ihr Gedächtnis mit derart verwirrender Kraft, datz sie sich vollständig hilflos fühlt. Es braucht jetzt allerdings nicht viel, um Fobs Rerven zu erschüttern
Der Auftritt wird immer hitziger. Die Luft hallt wider von Flüchen, Schimpfworten, Lachen und plumpen Erwiderungen. Fob merkt, datz der Waldhüter ihres Mannes im Streit den kürzeren zieht, es fällt ihr aber nicht ein, ihm
Fraulein Fob.
Roman von Anders Eje.
62 45 43
58,5
41.25 100.90
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57 £0
46
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Wirtschaft.
* Stinne s-Konzern — R. W. E.
„Hm. An einem so heißen Tag hat man wenig Lust aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Uebrigens wäre es Herrn FellipS' Sache, hier einzugreifen “
„Wieso?"
„Hatten Ihre Gnaden noch nichts von dem neuen Herrn nebenan gehört, einem gerade auS Amerika zurückgekehrten Schweden, der hier in Warminge Bankeemethoden einführen wolle, oder wie man dies nennen soll? Richt?" — Hers Lynn dachte bei sich, datz dies eigentlich nicht wunderlich sei, — denn Ihre Gnaden schienen sich ja überhaupt für nichts zu interessieren. — Der Wirtschaft des Reuangekommenen müsse man aber entgegentreten, gerade hätte er dort drüben beim Weg einen der alten Bäume umhauen lassen. Er stand zwar nicht beweisbar, aber doch vermutlich auf dem Grunde des Herrn Bankdirektors. Seine Leute behaupteten dies wenigstens. Und jetzt käme der Herr dadrüben mit einer Axt und den Mund voll mit Phrasen über Menschenrecht und Uebergriffe der Mächtigen.
Fob war des Herrn Lynn und feiner Deklamationen schon längst müde geworden'— lange noch bevor er so weit gekommen war. Als Begleitung zu der heiseren Stimme des Waldhüters sah sie wieder Szenen und Bruchstücke aus dem entzweigeschnittenen Film, — Papa Fili über den Schreibtisch gebeugt, im Begriffe, einen Brief zu beginnen, der niemals geschrieben und niemals abgeschickt wurde.
„Es ist gut, Lynn, Sie können gehen."
Die drahtschlanken Zeiger ihrer Armbanduhr maßen die Zeit tropfenweise. Das Verrinnen der Stunden war für Fob ein ganz neues Problem geworden. Früher war ihr die Zeit immer zu kurz geworden, jetzt wußte sie nicht, was fie mit ihr anfangen sollte. Das apathische Interesse, das sie eine Weile einem Käfer gewidmet, der mit trägen Bewegungen die Spitze einen aus der Erde reichenden morschen Baumwurzel zu erklettern suchte, auf halbem Wege aber immer wieder zurückglitt, erinnerte Fob plötzlich an ihre eigene Existenz. War dies nicht genau dasselbe, was sie selbst Tag für Tag tat, einen nach dem anderen? Mit 'dem gleichen trostlosen Ergebnis, in dem gleichen sinnlosen Streben
Fob schwankte zwischen Kapitulation und Eigensinn. Zum Schluß kapitulierte sie.
Der Bankdirektor hatte besonderes Gewicht auf das Wort hier gelegt. Bedeutete dies, bah Fob den Inhalt des Dokumentes anderswo erfahren konnte? Und in diesem Falle wo? Und wann?
Herr Fellips machte Schwierigkeiten, versuchte Kartenkunststücke wie ein netter alter Zauberonkel, und erreichte schließlich, dah das Mädchen ganz blaß vor Ungeduld wurde. Fob gab sich solange nicht zufrieden, bis ausgemacht war, sich tagsdarauf drinnen in der Stadt beim Dankdirektor zu treffen, in einem der Empfangssalons des geschäftsführenden Direktors.
Dort geschah es. Mit einem vorzüglich gespielten Widerwillen — den Fob ihm gut anrechnete — legte Herr Fellips die Papiere auf den Tisch. Der klare Kops des Mädchens brauchte nicht drei Minuten, um hinter den Zusammenhang zu kommen — das bis zur Lächerlichkeit Unglaubliche war sonnestklare Tatsache: wenn der Bankdirektor von seinem Dokument Gebrauch machen wollte, würde der Boden unter Sxzel^nz Füßen auf einmal verschwinden, genau so wie ed auf dem Theater bei den Versenkungen geschieht
Fräulein Fob fiel nicht in Ohnmacht und wurde auch nicht hysterisch. Die Tochter des glänzendsten Finanzgenies des Landes fragte nicht einmal nach dem Preis des Geheimnisses, sie kannte die Rotierung, und erklärte sich stehenden Fußes bereit, die Schlußnote zu unterfertigen. Unter der Voraussetzung, dah sie das Papier mit in der Tasche nach Hause nehmen könne.
„Rein," sagte der Bankier mit seinem offenen, nicht unschönen Lächeln. Fob mühte verstehen, daß, wenn das Uebereinkommen von Anfang an nach dem verhandelt werden sollte, was in der Geschäftswelt als comme-il-faut galt — das wünschte sie wohl selbst auch? — die Heber» lassung nicht früher geschehen könne, bevor auf beiden Seiten alles ins Klare gebracht wurde. Am Hochzeitstag, mit anderen Worten
Die
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R. W. C.-Jnteressen des Konzerns werden wie alle anderen Interessen, die nicht unmittelbar mit dem Kohlendeschäft zusammenhängen, — der D. H. D. hatte dies bereits berichtet — abgestoßen werden. Feste Abmachungen mit einem Interessenten — man sprach sowohl von der „Viag" wie auch von der Gemeinschaft interessierter Gemeinden — sind, soweit bekannt, noch nicht getroffen —. Es gehören zu diesen R. W. C.-Jnteressen ab 1928 auch die sogenannten Stadtrandzechen der Stadt Essen, die dann laut Vertrag an das R. W. E. übergehen, während die eigentlichen Stammzechen bei der Stirn nes-G. m. b. H. verbleiben. Auch die Ruhrgaswerke A. G., welche teilweise in enger technischer Verbindung mit diesen Stinnesstammzechen stehen, werden der G. m. b. H. voraussichtlich erhalten bleiben.
Frankfurter Abendborfe.
Frankfurt, 21. Juli. Das günstige Echo, das die deutsche Note im Auslande findet, kam im heutigen Abendverkehr erst zur vollen Auswirkung. Die Stimmung, die schon nachbörslich freundlicher geworden war, zeigte für alle Gebiete festes Aussehen. Infolge außenpolitischer Erwägungen wurden Deckungen vorgenommen, die zu ansehnlichen Kurserholungen führten. Die Umsätze und das Geschäft nahmen jedoch keinen größeren Umfang an. Sehr begünstigt waren Phönix und Deutsch-Luxemburger. Auch chemische und Elektrowerte strebten stark nach
Berliner
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Berlin, 21. Juli. An der heutigen Börse waren die Umsätze zwar auf allen Marktgebieten minimal, doch überwog überall die Abgabe- neigung. Der Druck ging wiederum vom Montanmarkt aus, wo die Eingabe sämtlicher Ruhrhandelskammern an' die Reichsregierung zur Abwendung eines drohenden Ruins der Rubrindustrie lebhaft beachtet wurde. Im Dormittagsgeschäft unter den Danken war die Tendenz gegenüber dem Börsen» beainn noch wesentlich matter. Auch am Elektromarkt war das Geschäft still, bei
hohe Einnahme. Das Endergebnis des von Gießen aufgemachten Rechenexempels wäre dann folgendes: Wieseck garantiert eine Einnahme auf der neuen Strecke von jährlich 45—50 000 Mark (bei einem Fahrpreis von 10 Pf. für 2 Km., während in Gießen die kleinste Strecke 15 Pf. kostet), führt außerdem Gießen eine große Zahl von Fahrgästen zu, die dann für die Fortsetzung ihrer Fahrt plötzlich 20 Pf. für 2,4 Km. bezahlen dürfen. Damit wäre zum mindesten das Defizit der Straßenbahn Gießen in Wegfall gekommen, während die Gemeinde Wieseck bei den auf ihrem Streckenanteil künstlich niedrig gehaltenen Fahrpreisen zur Aufbringung der Garantiesumme eine große Anzahl Tausender jährlich aus der Gemeindekasse zuzulegen hätte.
Bei der Rechnung stimmt etwas nicht, wenn man sich vergegenwärtigt, daß bei Benutzung der mit bedeutend höheren Kosten erbauten neuen Strecke ein niedriger Fahrpreis gezahlt werden soll, als bei Benutzung der alten Strecke. Man wird hier den Eindruck nicht los, daß man sich bei diesem Punkt weitestgehend entgegenkommend zeigen konnte, da es ja auf Rechnung der Gemeinde Wieseck gehr. Bei den sonstigen Bedingungen wird wohl kein Mensch ein besonderes Entgegenkommen finden. Der kurze klare Wortlaut der Stellungnahme Gießens zu dem Projekt der Straßenbahn Gießen—Wieseck läßt sich dahin zusammenfassen: Jawohl, wir sind bereit, die Straßenbahn nach Wieseck auf eure Kosten bauen zu lassen, wir sind auch bereit, die Baukosten vorzuschießen, aber die Verzinsung derselben und aller sonstigen Aufwendungen für den Betrieb usw. trägt einzig und allein Wieseck. Alle sich aus dem Betrieb ergebenden Vorteile fließen der Stadt zu. Außerdem hat Wieseck dafür zu sorgen, daß sich das Stadtnetz besser als seither rentiert. Das ist mit kurzen dürren Worten das seitherige Verhandlungsergebnis, das ist das so stark betonte weitestgehende Entgegenkommen der Stadt. Daß das Bedingungen sind, auf die keine Gemeindevertretung, die es mit dem Wohle der von ihr vertretenen Gemeinde ernst nimmt, eingehen kann, liegt klar auf der Hand. Ebenso klar ist, daß derartige Bedingungen von dem größten Teil des Stadtparlaments Billigung gefunden hat, und zwar von dem Teil, der an der Straßenbahn nach Wieseck fein Interesse hat.
Wir sind zu dieser Feststellung gezwungen, da feststeht, daß gewisse Kreise diese verkehrswirtschaftliche Frage zu einer politischen gemacht haben. Aengstliche Gemüter befürchten von der äußerlichen Verbindung der beiden Gemeinden eine Beschleunigung des Eingemeindungsgedankens, und in Verfolg davon eine Stärkung des Einflusses der Arbeiterschaft, und dies mußte doch unter allen Umständen verhütet werden. Daher die Billigung, nicht für das weitestgehende Entgegenkommen, sondern für das geglückte Verhüten der Annäherung der beiden Gemeinden. Wir bedauern, durch die Entwicklung der Dinge zu dieser scharfen Entgegnung gezwungen zu sein, und betrachten unsererseits das Thema Gießen—Wieseck nun als abgeschlossen.
sS vont^hrlcl inf<’eFr W "«
„Sie werden von uns schon noch hören, — Sie amerikanischer Humbug."
Herrn Lynns wütende Stimme holte zu neuen Beschimpfungen aus, aber der Gegner scheint plötzlich Verstärkung durch eine rustikale Duffostimme erhallen zu haben, die ein Finale in melodramatischem Stil ausführt, das sich langsam nach der Landstraße hin entfernt. Rach zwei Minuten herrscht wieder sonnige Rachmittags- stitte. Der Waldhüter aber arbeitet sich mit Armen und Füßen durch die wildgewachsenen Hecken und gleicht einem Fisch, der ans Land gekommen und nicht weih, wie er wieder in fein Element zurück soll. Der Anblick Ihrer Gnaden — Fob bat sich nicht selbst diesen Titel verliehen — scheint seine Erregung etwas zu dämpfen.
„Ah," sagt er und zieht die Mütze vom Kopf, „Euer Gnaden find hier? Da haben Euer Gnaden vielleicht gehört?"
„2a," nickte Fob gleichgültig, „es hat wohl einen Streit gegeben, nicht?"
„Streit I" Herr Lynn zuckt die Achseln. „Man streitet nicht mit Leuten, denen man nur seine Meinung sagt. Obwohl der Lümmel dort eher eure handgreifliche Zurechtweisung verdient
„Tlnd bekam er sie?"
Die Dlicke des Waldhüters verloren sich in den Daumwipfeln.
schwankenden, aber vorwiegend weichenden Kursen. Kriegsanleihe 0,240, Schuhgebietanleihe 0,325, Vorkriegspfandbriefe umsatzlos und um einiges ermäßigt. Verschärft wurde die Verstimmung noch durch allerlei umlaufende Krisen und Insolvenzen, sowie die weitere Versteifung am Geldmärkte, wo der Zinssatz für tägliches Geld auf 8,5 bis 10,5 an» zog. Man dürfte nicht fehlgehen, wenn man diese Verknappung mit dem zur Zeit vorliegenden stärkeren Dedarf der Landwirtschaft in Zusammenhang bringt. Monatsgeld 10 bis 11 Proz. Am ^Devisenmarkt lagen die europäischen Währungen allgemein etwas erholt. Man nannte gegen London: Paris 102,65, Mailand 130,5, Oslo 26,63. Die Reichsmark wurde gegen mittag in London mit 20,42 notiert.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgedrückt. Bucuos-AtreS, London, Mu- tzork, Japan, Nio de Janeiro für eine Einheit, Wien nute Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheitra.Z Telegraphische Auszahlung.
5*/0 Deutsche MelchSanlelde <°lo Deutsche NctchSanleihe . BV//q Deutsche ReichSanleihe 3% Deutsche Reichsanleihe Deutsche «sparprämienanlcthe 4% Preußische Kom'ols ■ . • 4*/, Hesien ■ - .... ÄÄ”::: ::;::: Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz- Anweilug.'l
<•/« Zolltürken 5*/o Goldmettkaner ... •
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privatbank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Dani Deutsche BereinSbank ■ . . • Disconto Commandit Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank . . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank
Lochumer Guß . ...... Buderus
Taro . .......... Deutsch-Luxemburg -•*.»< Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . • Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbedars
Phönir Bergbau Rbetustahl Riebe et Montan ....... Tellus Bergbau. ......
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Lheraoiische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann .... Analo-Tont -Guauo . . ... at Anilin
he Mauer AlavÄ .. Goldschmidt Griesheimer (Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung Rutgerswerke ........ Echetdeaustalt .......
Alla. EiektrizttätS^esellschatt Bergmann Mamkraftwerke ...... Echuckert . . . ........ Siemen» <fc Halske ..... Adlerwerke Kley« ..... Daimler Motoren. ..... Hehltgenstacdt. . ...... Megmn Motorenwerke Mannheim .
frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellschaft Jrankfnet. Pet. Union A.-G. ....
Schuhfabrik Herz Sichel
Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel ■ . .
nicht mitgeteilt worden, sie sollen aber derart gewesen sein, daß das Unannehmbar für Wieseck von vornherein anzunehmen war.
Im gleichen Absatz, der sich mit diesem angeführten Punkt beschäftigt, befindet sich weiter ein wertvolles Eingeständnis für die Richtigkeit der Behauptung Wiesecks, daß die Angelegenheit „nebensächlich und hinhaltend" seitens der Stadt behandelt wurde. Danach beschäftigte sich auf das Schreiben Wiesecks vom 12. Mai der Betriebsausschuß mit der Angelegenheit und beschloß unter anderem, mit einer Unterkommission und der Wiesecker Kommission direkt zu verhandeln. Bis zum 17. Juni, an dem das letzte Schreiben Wiesecks in Gießen eintraf, ist fein Versuch gemacht worden, die Unterkommission in Funktion treten zu lassen, ebensowenig ist Wieseck von dem Bestehen der Kommission eine Mi11eilung gemacht worden.
Nun noch einige Worte zum Garantieangebot. Die Strecke Wieseck—Wiesecker Weg beträgt 2 Km. und die Strecke Wiesecker Weg—Bahnhof 2,4 Km. Als Fahrpreis waren für die Strecke Wieseck— Bahnhof 30 Pf. vorgesehen." Dies sind die eigenen Worte Dr. Seibs, ist also eine unumstößliche Tatsache. Nach den Bedingungen der Stadt Gießen sollte die Verrechnung nun derart geschehen, daß für die Benutzung der 2 Km. langen neuen Strecke 10 Pf. ober 5 Pf. pro Kilometer der Gemeinde Wieseck für die Berechnung der Rentabilität gutgeschrieben werden sollten, während sich die Stadt Gießen die nur 400 Meter längere alte Strecke mit 20 Pf. oder 8,3 Pf. pro Kilometerbezahlen lassen wollte. Wenn man hierbei in Betracht zieht, daß die Baukosten der neuen Strecke ganz außergewöhnlich höher werden, als die der alten Strecke, also auch eine höhere Benutzungsgebühr erforderlich machen, so muß man derartige „Bedingungen" als durchaus unbilliges Verlangen bezeichnen, und die Stadtverwaltung Gießens dürste wohl in ganz Deutschland vergebens nach einer Gemeindevertretung suchen, die derart „weitgehend entgegenkommende Bedingungen" angenommen hätte.
Gegenüber diesen „Bedingungen" wirkt das Zugeständnis Gießens, den Arbeiterwochenkartenverkehr nach den von Wieseck gewünschten Richtlinien durchzuführen und zu verrechnen, als Zuckerbrot, um so mehr, als nach den Ausführungen der Gießener Herren die Berechtigung der Benutzung der Arbeiterwochenkarten eine schriftliche Bescheinigung der Arbeitgeber, daß der Betreffende als A r b e i - t e r beschäftigt ist, erforderlich machen sollte. Personen im Angestelltenverhältnis und Beamte sollten hiervon ausgeschlossen werden. Es sollte also von vornherein der Kreis, der diese Vergünstigung hat, im Interesse des Geschäfts möglichst klein gehalten werden. Man sieht also überall, wohin man blickt, einengenöe Bedingungen, nichts von einem weitestgehend entgegenkommenden Verhalten. Denn die Einkünfte aus einem derart eingeschränkten Arbeiterwochenkartenverkehr sind bei der von Wieseck jährlich aufzubringenden Summe von 45 000 bis 50 000 Mark so geringfügig, daß, wie ja auch bei den Berechnungen Wiesecks sich herausstellte, den größeren Anteil der Einzeloerkehr bringen mußte. Dies hat auch Gießen gewußt, und darauf wurde das Geschäft aufgebaut.
Wir sind weiter durch die Richtigstellung des Herrn Dr. Seib gezwungen, um in der breitesten Oeffentlichkeit nicht als Verhandlungspartner da- zustehen, der die eingeleiteten Verhandlungen brüsk abbricht, noch einiges zu sagen, was in der Richtigstellung des Herrn Dr. Seid nicht st e h t. Aus dem Voranschlag der Stadt Gießen für 1925 war zu entnehmen, daß der Betrieb der Sttaßenbahn Gießen einen Zuschuß von etwa 40 000 Mark er- ■ fordert. Ganz richtig hat nun die Stadtverwaltung die Tatsache in Rechnung gestellt, daß die Strecke Wieseck—Gießen infolge des sehr lebhaften Verkehrs von und nach der Stadt voraussichtlich stark benutzt wird. Selbstverständlich fahren die Fahrgäste dann nicht nur dis Wiesecker Weg, also auf der Strecke, der für die Rechnung Wiesecks verrechnet wird, sondern ganz logischerweise bis möglichst nahe an ihr Ziel. Die jetzt fast leer fahrende grüne Linie erführe bann eine außerordentlich hohe Frequenz, und die Stadt nach der von ihr zur Bedingung gemachten Fahrpreisverteilung eine außerordentlich
Frankfurt a.M.
Berlin
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Datum:
20. 7.
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6.69
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61,5
59,4
49,90
48.62
49,62
102
101
102.50
123
123
123,75
134
132
20.4
44,5
44,25
47.50
50.5
49
52
79,75
78,5
80,1
63
61 5
61.5
69,25
70
70
2,25
60
52,25
52
52.5
65.13
52,75
55.10
—
—
—
71
72
—-
59,1
59,50
59,75
—
--
92
124
125
124,75
0.45
0,4'.
—
-0,50
80
81
114.25
113.50
113,75
114,13
113,9
114.90
6
5,95
—
69
68
69
100
100.25
*-
96,25
97,75
97.25
73,5
74
74.5
84,5
84.5
59,25
56.25
58,50
73
73
73
57
56
57,1
50
50.5
50,5
40
40
—
48
—
48 5
—
61
0,35
—
—
0.8
0,8
—
100
100.5
—
71.75
71,25
67
2,6
2 6
—
34,50
34,25
64.5
9.50
9.40
'.60
73,2
72
—
63,6
62,5
64,76
Börse.
Berlin, 21. Juli.
Geld
Brief
Amerikanische Not« .....
4.177
4.197
Belgische Noten
19,41
19,51
Dänische Noten .......
91.52
11,95
Englische Noten .......
20,345
20,445
Französische Note« ......
19.79
19 89
Holländische Noten......
168,06
168.90
Italienische Noten......
15,68
15,76
Norwegische Noten......
76.86
77,24
Deutsch.Oesterr.ä ioo Krone»
59,10
59,40
Rumänische Noten......
—
—
Schwedische Note» ......
112,57
113,18
Schweizer Noten.......
81,46
81.86
Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Rote« ..
60..50
60.80
12.395
12,455
Ungarische Noten. . ...
5,82
5.86


