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Mittwoch. 22. Juli 1925
Hi. (69 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)
Die Parteien der französischen Kammer.
Die letzte Sitzungsperiode der französischen Kammer hat damit geendet, daß das Links- k a r t e l l. die parlamentarische Stütze des Kabinetts Painlevö, auseinandergefallen ist Der äufcere Anlaß dafür war die Abstimmung über die Kredite für die Fortführung des Marokko-Krieges sowie die notwendige Sanierung der französischen Finanzen. Mit 295:228 Stimmen wurde die Finanz re form, trotz t>er verzweifelten Bemühungen der Sozialisten, Me Situation zu retten, abgelehnt. Gegen baS Kabinett stimmten 103 Sozialisten. 77 Radi- kalsozialisten. 16 republikanische Sozialisten. 29 Kommunisten^ für das Kabinett 43 Radikalsozialisten. 20 Sozialisten sowie die „Mitte" und die Rechte. Diese Ziffern sind über die augenblick- liche Wirkung hinaus lehrreich. Sie kennzeichnen die Struktur des französischen Parteiwesens, das wesentlich anders geartet ist als in den anderen Ländern Europas. Typisch für Frankreich ist, daß die Parteigruppen im Palais Bourbon sich entweder wegen eines gerade im Vordergrund stehenden Programmpunktes bilden, oder auf Grund des Programms irgendeiner Persönlichkeit zustande kommen. Dem französischen Wähler ist es nicht so wichtig, welcher Kammersraktion sich sein Kandidat anschlieht — wichtiger ist, daß die Person des Kandidaten ihm behagt. Diese Einstellung hat zur Folge, daß nie mit Sicherheit zu sagen ist, wie bei Abstimmungen sich die Gruppen — man kennt in Frankreich kaum den Fraktionszwang — spalten werden. Aus diesen Verhältnissen heraus ist es auch erklärlich, daß das Ausland sich unter den französischen Parteien kaum auskennt. Ein Ueberblick hierüber wird unfern Lesern daher willkommen sein, um so mehr, als die innerpolitische Krise in Frankreich nur bis nach den Parlamentsferien vertagt ist. Wir werden im Herbst in Frankreichs schwerste innerpolitische Kämpfe sehen. Es wird sich erweisen. ob Painlevö. bisher der Mann des Linkskartells, weiter regieren kann, aber dann als Vertrauensmann des aus Paincar6s Zeit her hinlänglich bekannten nationalen Blocks.
Wir unterscheiden vier große Parteigruppen.
1. Die Reaktionäre, Außenseiter des nationalen Blocks. Richtung: Royalistisch. Führer: Leon Daudet. Presse: Action sran^aise, Gaulois, Liberte. Mandate: 29.
2. Der nationale Block: a) Republikanisch- demokratische Union: Richtung: Vertretung der Großindustrie und des Großgrundbesitzes. Führer: de Wendel, Taittinger. Presse: Journal, Echo de Paris. Mandate: 104. b) Demokraten, Elsässer und Dissidenten. Mandate: 14. c) Republikanisch-demokratische Linke. Richtung: Wie die Republikanisch-demokratische Union, mit schwächerer Betonung der wirtschaftlichen und klerikalen Momente. Führer: Reibel, Colrat. Ma- ginot, Le Trocquer. Mandate: 43. d) Linksrepublikaner. Richtung: Interessenvertretung der Fertigindustrie. Führer: Dariac, Leygues. Mandate: 36.
Dem nationalen Block dienen außerdem noch: Matin, Jntransigeant. sowie die von der Schwerindustrie ausgehaltenen Zeitungen Figaro, Demps, Journbe industrielle.
3. Das Linkskartell: a) Die radikale Linke. Richtung: Aehnlich der der Lircksrepublikaner mit stärkerer Betonung der Interessen des Handels. Führer: Voucheur. Peret. Rehnaldy. Qltanbate: 41. b) Sozialistische Republikaner: Richtung: Vertretung eines Teiles des Kleinbürgertums, der Intellektuellen und Beamten. Führer: Driand, Painleve, dc Moro-Giafserie. Mandate: 48. c) Radikale und Sozialistisch-Radikale: Richtung: Interessenvertretung des Kleinbürgertums, des Kleinhandels und der kleinen Fertigindustrie. Für Sozialisierung der Eisenbahn, der Bergwerke usw. Führer: Herriot, Caillaux, Franklin Bouillon, Klotz. Malvy. Mandate: 140. d) Sozialisten, Richtung: Interessen eines kleinen Teiles des Kleinbürgertums und großen Teiles der Arbeiterschaft. Für Sozialisierung. Führer: Leon Blum, Faure, Paul Doncourt. Renaudel. Mandate: 105.
3m unbekannten Italien.
Von Gustav W. Eberlein, Rom.
Rückwärts schauend — welche Phantastik! Vulkanische Landschaft, überwuchert von wahlloser Fruchtbarkeit, wogende Aehrenfelder zwischen baumwürgenden Reben an Olivenhängen voll Mai-Dschungeln. Höhlenbewohner. Blendendwciß ausgedörrte Flußbette, urweltliche Riesenhörner vor einem blanken Fenster erster Klasse, während der spitze Hut des Büffeltreibers beinahe die elek- ttifchen Drähte berührt. Geduldig kletternde Esel. Jerusalem? Colonna! Geschlechter steigen aus dem Grab. Auf der Höhe: weit, weit am Horizont, am Rande der Ewigkeit, der ewigen Campagna em Phantom: die Peterskuppel. Isoliert aufsteigende spitz oder hundenasenhaft zulaufende Bergkegel, jeder gekrönt von grau verwittertem Gemäuer. Rasen die Automobile hinauf: Städte aus vorromi- scher Zeit. Zyklopische Mauern. Eine Akropolis. Eingestürzte, flüchttg abgedeckte romanische Kirch, türme. Wasserträgerinnen, die Conca aus dem Haupte 'wie vor Jahrtausenden. ^Renaissance. He- bräer im päpstlichen Palast: .Postkarten Dttrwl- lösung, Gorgonzola gefällig? Eine wettAefch'edene Abtei. Im Laboratorium der Mönche: Magenbitter, Parfüm, süße Liköre. Nachtmahl. Frauen aus den unbekannten Bergnestern. Brennenede Augen, ü, Fremdling, deine weite Welt —!
Die Hundenase ist eingesäumt von verschlossenen, nach Orient riechenden Häusern, links uno rechts der schmalen Gasie Abgrund. Nach einer Stunde geduldigen Steigens über das Ziegelpflaster wittert die Noie in die Unendlichkeit. Endet die Stadt in die legendäre Kapelle hoch da droben. Prooinzmuseen. Weißgetünchte, altersgebogene hölzerne Kirchenschiffe. Unermeßliche Schätze in den Sakristeien. Römischer Gruß: Faszisten. Katakombenleichen, mit Flitterkleidern angezogen. Goldgefaßte Knochen. Evviva Mussolini! Piavemarsch. Kein Bettler' Stundenlanges Hinkrabbeln an alpinen Känaen auf rotem Polster und prima Stahlfedern. Ecco - l'Italia nuooa! Marienbader Gestalten. Ther- molsörudel Frische Wälder. Schweigender Hain, Taf l ^nr Freiem Der Fürst spricht, Barberin. Quod non fecerunt barban fecerunt Barberim? Das Mosaik, das Mosaik! Führer Jpielenbe Kinder Die Nilüberschwemmung im urheidnischen Tempel
schehen und daraufhin der Stadt als Grenze dessen, wie weit Wieseck gehen kann, mitgeteilt worden. Es ist also falsch, wenn Herr Beigeordneter Dr. Selb aus dieser feststehenden Tatsache einen „Wider- spruch" konstruiert, da Ergebnisse noch nicht feststanden, sondern erst geschaffen werden sollten. Auch das „neue Moment" ist dadurch nicht geschaffen worden, denn unserer Meinung nach hatten wir das Recht, zu den von Gießen gemachten Vorschlägen mit für uns tragbaren Gegenvorschlägen zu kommen. Wir hatten seither nicht angenommen, daß wir daß wir zu den Entschlüssen der Gießener Instanzen nur Ja und Amen zu sagen hatten. Es scheint a so, daß das Rezept „Vogel friß oder stirb" von Wieseck nicht angewandt werden konnte, da es bereits von Gießen mit Beschlag belegt war! Ein weiterer Punkt, der in der Richtigstellung des Herrn Beigeordneten Dr. Selb mit besonderer Vorsicht ausgenommen werden muß, ist der, daß der Finanz-
Gut haben wir's bei den Mönchen der Abbazia von Casamari getroffen. Ein tausendjähriges goti- sches Kleinod mitten in der Bergeinsamkett. Aber natürlich ist es, wie alles hier, viel älter, als der historische Geburtsschein angibt. Es war schon das Haus von Cajus Marius. Im Hofe stand em knallrotes Auto, und da die schönen Frauen in unserer Begleitung ein Mäulchen zogen, weil sie vom betreten des Gartens ausgeschlossen sein sollten, in dem das Laboratorium liegt, gab der Prior einem menschlichen Rühren statt und öffnete ausnahms- weise die Kkäusur...
Zuerst schmeichelten sich die guten Patres mit einem duftenden Anislikör ein, auf die —afel legten sie blühende Rosen und in den Abschiedskafse« nachts gossen sie auch wieder Anis.
*
Wer Anagni nicht gesehen hat, kennt die römische Landschaft nicht. Rio war einem Naturcharakter em Bau so blutverschwistert wie der Wunderdom dieser Bergstadl. Auch er ein Tempel aus sagenhafter Vorzeit. Etruskische Schätze in Nebengelassen hm- gestreut. Mammutfäulen, Bronzenadeln, Terra. kottaschweinchen, Fresken, archaisierende Reliefs. Und unter dem Tempel ein zweuer. Ueberreich aus- gemalte Remter. Für eine Brokatstickerei wurden schon vor dem Kriege fünf Millionen geboten.
Mit Palestrina wollen wir schließen. Vorher die unerläßliche Auffrischung in Fiuggi, heute schon ein Weltbad von Ruf, und das verdientermaßen. Dabei kostet die Pension in dem kolossalen Bau des größten Luxushotels nur 90 Lire. Die Mineralquellen liegen siegfriedhaft in dichtem, grünem Wald . ,..
Nein, die Barberini haben nicht bloß zerstört. Dem berühmten Mosaik von der Nilüberschwem- mung räumte der Fürst einen großen Saal seines Schlosses ein, das, wie sollte es anders sein, in grauer Vorzeit ein mächtiger Tempel war. Don den Fenstern sieht man tief hinab und hinein in eine grüne Weite von ozeanischem Ausmaß. Sie erschüttert. Die Einwohner von Praeneste sind stolz auf ihren Musikfürsten Pierluigi, aber die Melodien Palestrinas überbrandet dieses Ozeans Oe» walt die unbeschreibliche Schätze aus der Tiefe dep Geschichte, selbst der geographischen, an unser Zek tenufer warf.
Dem Linkskartell d.er.eii folgende Zeitungen: Petit Journal, Petit Parisien, Oeuvre. Er? Rou- velle, Quotidien.
4. Kommunisten. Führer: Marcel Eachin, Marty. Presse. Humanit^ Mandate. 26.
Interessant ist eine Gege:iüoersiellunq der deutschen und der französischen Parteien. Bei einem Vergleich ergibt sich nu.n.ich, daß die Bezeichnungen der französischei- Parteien, beurteilt man ihre Tendenz auf Grund der deutschen Parteinamen. vöUig irreführend sind.
Der unter 1. ausgeführteu Gruppe entsprechen in Deutschland die Völkischen und die Rechtsdeiitschnationalen. Dem unter 2 auf geführten nationalen Block würde in Deutschland eine Parteigruppierung von Deutschnationalen. Deutscher Volkspartei und Rechlsdemokraten entsprechen. Die radikale Linke und d e sozialistischen Republikaner kann man gleichsehen den deutschen Rechtssozialdernokralen und Linksdemolraten. Die französischen Sozialisten entsprechen den deut- schen Linkssozialisten. Die Ziele der Kommunisten sind in Frankreich dieselben wie bei uns.
Wenn man es auf eine allgemeine Formel bringen will, kann, mit einiger Einschränkung natürlich, gesagt werden, daß das LmlskarteÜ für Frankreich das ist, was für Deutschland die sogenannte große Koalition war. Es ist jeden- fatts gut, sich diese Dinge einmal vor Augen zu stellen, dann können wir uns wenigstens keiner Täuschung darüber hingeben, was uns eine neue französische Regierung bringen würde, wenn schon Herr Briand als Mann der französischen großen Koalition, wie uns seine Antwort auf unser Sicherheitsangebot beweist, allem andern huldigt, mir nicht dem von Frankreich so gepriesenen Pazifismus.
Die Straßenbahnfrage Gießen —Wieseck.
£ In der jüngsten öffentlichen Sitzung des W i e- feefer Gemeinderats wurde, wie wir schon kurz meldeten, eine ErklärungderWiesecker Derkehrskommission verlesen, in der zu der Erklärung der Gießener Stadtverwaltung in der Straßenbahnfrage Gie- ßen — Wieseck Stellung genommen wurde. Die Wiesecker Erklärung lautet:
lieber die Frage der Weitersührung der Straßenbahn Gießen nach Wieseck gab Herr Beigeordneter Dr. Seid in der letzten Stadtverordnetensitzung zu Gießen eine Erklärung ab, die von feiten Wiesecks nicht unwidersprochen bleiben kann. Dies um so mehr, als der Herr Beigeordnete eingangs seiner Ausführungen erklärte, feine folgenden Mitteilungen feien eine Richtigstellung. Wie wenig dies der Fall fein kann, soll vorweg an einem Satz bewiesen werden, der scheinbar der „Richtigstellung" den ganzen Grundton gab. Herr Beigeordneter Dr. Seih erklärte: „E s st e h t f e st, daß Wieseck schon Monate vor diesem Schreiben (vom 17.Juni) mit Firmen we- gen Einrichtung von Auto-Omnibus- iinien verhandelt hat." Hieran schließen sich Schlußfolgerungen, aus denen zu entnehmen war, daß Wieseck überhaupt nicht ernstlich die Absicht gehabt hätte, die Frage der Straßenbahn Gießen— Wieseck zum Abschluß zu bringen. Wir fragen Herrn Dr. Seid: Wo steht es fest, daß Wieseck mit Firmen verhandelt hat? Welche Firmen sind es, mit denen Wieseck verhandelt hat? Und welche Unterlagen hat der Herr Beigeordnete für diese ungeheuerliche Beschuldigung der Hinterhältigkeit, die er damit der Gemeindevertretung' Wiesecks macht? Wir stellen gegenüber dieser absolut nicht den Tatsachen entsprechenden Behauptung fest: Ohne Zuttm von irgendwelcher Stelle, scheinbar angeregt durch die Veröffentlichungen der ganzen Derkehrsfrage in der Presse, reichten die Büssingwerke ein Angebot ihrer Fabrikate ein. Mit den B ü s s i n g w e r k e n oder anderen Firmen ist seitens Wiesecks erst dann in Verbindung getreten wo r- den, als man hier die Aussichtslosigkeit der Sache einsah und dies Gießen mitgeteilt hatte, also nach dem 17. Juni. Richtig ist, daß in der ersten Besprechung der Vertreter Wiesecks mit Herrn Beigeordneten
öchach-Ecke.
Bearbeitet von 2D Orbadx
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Gelungen usw. sind zu richten an die r Lchachredallion des .Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 21.
Don Adolf Andersten
Weiß: 9 Steine. Kg2, Tal, Td4, Lf6, Bb3, Bb4, Bc2, Be2, Bf3.
Schwarz: 5 Steine. Ke3, Se5, Bc3, Bf4, Bf7.
8
6
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2
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4
3
b
g
ö
7
6
5
4
3
2
Schwarz.
Weih.
Matt in drei Zügen.
Partie Nr. 13.
Aachstehende schöne Partie wird anläßlich des Deutschen Schachkongrestes in Breslau am 26. Juli mit lebenden und kostümierten Figuren, mit Musikbegleitung aufgeführt.
Weiß: Dr. Tarrasch. Schwarz: Tschigorin.
1. e7-e5
2. Sb8-c6
3. a7-a6
4. SgS - f6
5. Lf8-b4
6. Lb4-a5 7. b7-b5
1. e2-e4
2. Sgl — f3
3. Lfl-b5
4. Lb5-a4
5. Sbl — c3
6. Sc3-d5
7. 0-0
Bei 7., o—o erhält Weih ebenfalls das überlegene Spiel, und zwar mittels der Fortsetzung
8. d4, Sd5; 9. eck:, Sd410. Se5, Sf5; 11. Sc4, Lb4;
12. c3, Lc5; 13. b4, La7; 14. d6' etc.
8. La4-b3 8. d7-d6
9. d2-d3 9. Lc8-g4
10. c2-c3 10. Sc6-e7?
An diesem schweren Fehler geht die Partie verloren. Schwarz sollte 10.... Sd7 spielen, woraus Weiß ihm nicht viel anhaben kann.
11. Sf3xe5!!
Gin aus mehreren Beispielen bekanntes Damenopfer, welches in dieser Stellung nicht ganz leicht zu sehen ist.
11..... 11. d6xe5
Schlägt Schwarz die Dame, so folgt 12. SF64-4-, el, 13. LH4-4-, Kf8; 14. Lh64 -r oder 12.....,
KfS; 13 Sed7x,Dd7; 14. Sd74-4-, Ke8; 15. Tdl i
und Weiß erlangt
12. Sd5xf6 +
13. Ddlxg4
14. Lb3-d5
die Übermacht.
12. g7xf6
13. Se7-g6
14. Ta8-b8
15. f2 —f4 15. c7-c6
Ein verzweifelter Versuch von Schwarz. Hs
16. Ld5xc04- 16. Ke8-e7
17. I_c6-d5 Rottvendig wegen der Drohung D664*
17..... 17. b5-c4
18. f4Xe5 __
Zu diesem Zuge brauchte Weiß 37 Minuten
Bedenkzeit.
Einfacher und sicherer, aber weniger agressiv ist 18. Le3, Lb6: 19. d4 18..... 18. Dd8-b6+
19. Kgl-hl! 19. Sg6xe5
20. Dg4-h5!
Der beste Zug. Außerdem kamen noch die Fortsetzungen DIU. Df5 und Dg7 in Betracht. 20 I)h4 wäre schwächer wegen folgender, überraschender Variante, die so recht zeigt, wie vorsichtig man spielen muh. wenn man im Siege ist. 20. Dh4, Sd3: auch (20....., Sg6 kann geschehen)
21. Tf6:, Df6; 22. Lg5, Sf2+; 23. Kgl, Sh3 + t 24. gh, Tg8 und gewinnt.
20. ... 20. Se5-g6
21. Tflxfö!
Ein glänzendes, weit berechnetes Opfer, welches die von Weih vorzüglich gespielte Partia elegant beschlieht.
21..... 21. Ke7xf6
22. Lei -g5
23. Dh5-h64-
24. Tal — fl
25. Lg5-f6
26. Tflxfö
27. Dh6-g5+
28. Tf6xc6 +
22. Kf6-g7
23. Kg7-g8
24. Tb8-f8
25. Db6xf6
26. Sg6 - e5
27. Se5-g6
28. h7Xgö
29. Dhbxgö matt. , ,
Dieses Frontalmatt durch die Dame, wobei der König von den Türmen flankiert ist. führt in Rußland den (Hamen „Epaulettenmatt" und war dem Führer der Weihen als solches erst wenige Tage vor dieser Partie vorgesteUt worden.
Die Narrenhappe.
Splitter und Sparren vom Redaktt onStifch Duplizität her Ereignisse.
Ein Doppeljubiläum konnte unser Mitbürger Herr Metzgermeister Alois Knerz nebst seiner braven Ehefrau am 1. dieses Monats feiern, ©einen 25jährigen Stand in der Markthalle und seinen 25jährigen Ehestand. Zu seinem Ehrentag wurde dem Jubelpaar ein Ständchen gebracht.
Der Lebensretter.
Der Kahn kippte um. und mit einem Aufschrei stürzte Fräulein Laura ins Wasser. Zum Glück badete in der Rähe ein Jüngling, der den Vorfall bemerkte. Rasch kleidete er sich an und sprang ihr nach.
Dr. Seid „eine abweichende Auffassung der Wielecker Vertreter erkennbar nicht hervortrat". Sehr richtig sogar, Herr Dr. Seid. Sie haben aber vergessen, hinzuzufügen, daß Sie es waren, der eingangs dieser ersten Besprechung erklärte, daß dieselbe zunächst nur informatorischen Charakter haben könne. Und wenn die Stadtverwaltung, die Direktion der Straßenbahn und der Finanzausschuß die Zeit vom 14. November 1924 bis 29. Januar 1925 brauchten, nm zu ihrer Stellungnahme zu gelangen, so kann man andererseits nicht verlangen, daß eine Kommission, die von dem ihr Vorzulegenden keine Ahnung hat, im Verlaufe einer breioiertelftünbigen Unterhaltung roeber eine „abroeidjenbe noch zustim- menbe Auffassung" haben kann. Hierzu war not- roenbig, um überhaupt zu einer Auffassung über bas bort Gehörte zu gelangen, baß seitens Wiesecks ein» gehenbe Erhebungen unb Berechnungen eingestellt würben. Dies ist mit größter Gewissenhaftigkeit ge-
ber Raubritterburg bes Frembenschlosses ber Barberini. Wirbel über Wirbel, Zeitenstrubel über Strubel. Terra incognita.
Aber ich will versuchen, etwas Drbnung in biese drei Tage ber Jahrtausenbe hineinzubringen.
*
Das unbekannte Lanb, von bem bie nach Neapel rasenben Fremben nur jene Bergkegel sehen, in bereu Gipselnestern sie nicht einmal begraben sein möchten, beginnt vor ben Toren Roms, unb ber Bahnhof ber hochinoberneu elektrischen Vicinale, bie es erschlossen hat, liegt gleich bei ber Ankunftshalle. Die auf Zeithetze eingeschworenen Techniker unb Schnellzugwanderer behaupten, bie Bahn sei verbaut, benn sie brauche, ba sie sich jeher Bergfalte anschmiege, jebe vorspringenbe Nase um- streichle unb einen Abscheu vor Tunnels habe, viele Stunben zur lleberminbung einer in ber Luftlinie lächerlich kurzen Strecke. Das ist richtig, aber in ben Augen vieler Naturfreunbe ihr größter Vor- zug. Sie führt uns auf biese Weise nicht vör einen Glaskasten, in bem ein paar katalogisierter Cioce zu sehen finb, sonbern ins Herz bes Volkes hinein, bas mit seiner eigenartigen Schuhbekleibung bem ßanbe ben Namen Ciocaria gegeben hat. Cioce, bas finb nämlich jene für Ortsunkunbige unent- wirrbare Leberriemenknäuel, bie richtig um ben Fuß gelegt, sehr praktisch fein sollen unb auf jeben Fall höchst malerisch finb. Sie scheinen symbolisch für bie landschaftlich wie historisch verworrene Gegend. Man trug sie schon, als die Berge ringsum noch Feuer spuckten unb Romulus unb Rernus noch nicht geboren waren, als bie Menschen Duaber übereinanber türmten zu Ehren ihrer ©öfter, bie an As yrien unb Babylonien erinnern. Sie sink) verwanbt mit bem Bunbschuh bes buntlen Deutschen Mittelalters, bas bie Historiker schon zur Neuzeit rechnen, sie erlebten Kriege ohne Zahl; fern totem, ben sie berührten, ber nicht Blut getrunken hatte.
Hier finb wir im Herzen Latiums, im halb melancholischen, halb lanbsmännisch rauhen Tal bes Sacco in bem Goten unb ßangobarben, Franken ^ Sarazenen unb Spanier ihre Pferbe tränkten, ro,e2i®trLO®e?L'meih9etn)as von 2llatri? 3n bidjten Reihen stauben bie ßeute Spalier, als bie Pioniere ber Besucherwelt kamen, die Manner ber Presse. Diva i giomalifti! Zwischen den Hochruten aus ben König unb Mussolini war es an bie Mauern ge
malt, bie Fahnen kreuzten sich in ben engen Gassen wie Schwerter. Es gibt keine zweite Stabt, bie ber- art getreu ihren mittelalterlichen Charakter in Italien bewahrt hätte. Nur keine Sonne hereinlassen, war bamals bie fiofung. Maler müssen von bem romantildjen Gewinkel förmlich überwältigt wer- ben In nieberwuchtenbern Gegensatz bazu bie Akropolis hoch über bem alten Alatrium, bie Arx auf titanischem Gemäuer aus Felsblöcken, ein ungeheures Dreieck auf einem Punkt, ber turmhaft aus einem Hugelrneer herausragt. Hier oerjagten bie Sturmböcke bes Barbaroffafohnes wie Frieb- richs 11 e
So finb sie nun alle, biese Mauerkronen der Bergkegel. Veroli, Anagni, Ferenfino. So ähneln sich Frosinone unb Palestrina. Wirft man sich ms Automobil, so hat man bas Gefühl, als gleite man auf einer Kettenbrücke von Gipfel zu Gipfel. Drunten in ben Tälern liegt eine oft norbisch frische Schönheit, ber Kornbau hat bie Malaria bes Agro Romana, ber anstohenben Campagna oerbrängt, die Erbe erweist sich als ungemein fruchtbar. Anspruchslos, wie bie Araber, Hausen bie Bauern ebenso gern in Strohhütten, wie in ben Höhlen, bie sie in ben Fels hineintreiben. Daß bie Stäbte förmlich an ben Himmel angeklebt würben, hat seinen Grunb gehabt, bie Kriegsnarben ohne Zahl wissen bavon zu erzählen, jetzt ist biese mißliche ßage schulb an ihrer Vergessenheit. Aber bie Re- qierung tut, was sie kann, sie unterstützt bie Kraftwagenlinien, bie zum Talbahnhof bie Verbinbung Herstellen. Unb boch, bie Neuzeit wagt sich nur Aögernben Schrittes herauf. In Ferentmo, einer Stabt von 18 000 Einwohnern, habe ich bis gegen 2 Uhr nachts bei einem Bäcker am Ofen gesessen, bis es bem Stabtpolizisten gelang, ein Zimmer im einem Hause aufzutreiben. Denn ein Hotel gibt es noch nicht. . .
Der Bürgermeister war em General, ein wacke- rer Mann, vor bem bie Seminaristen eines Collegia ihren Piavemarsch heraussangen, als hätten sie Trompeten in ber Kehle. Unb einer, ein fünfzehnjähriger Helbentenor fang mit einer Inbrunst bas fiieb zur Fahne, baß einem bas Wasser in bie Augen steigen konnte. Unb bann sagte biefer krie- gerifdje General: „Sehen Sie, meine Herren, bas Schlachthaus liegt gerabe ber Schule gegenüber, das ist nicht gut, erzählen Sie bas in Rom...


