Ausgabe 
22.6.1925
 
Einzelbild herunterladen

Für den Büchertisch.

Nachschlagewerke.

Die Kunst, Handbücher des Wissens in Formen zu bringen, wie sie das deutsche Q5ot£ entsprechend dem Fortschreiten von Wissen und Können nötig hat, ist gewissermaßen ein altes Erbteil der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig. Deren Gründer hat vor mehr als hundert Jahren das erste allgemein brauchbare Werk dieser Art geschafsen. Gleich nach dem Krieg erschien der Reue Prockhaus", das Handbuch des Wissens in vier Bänden: er erwies sich rasch als eine unerschöpfliche Wissensquelle. Für alle, die die Ausgabe für ein vierbändiges Werk scheuen, ist der Einbänder entstanden, der Kleine Brockhaus". Die uns vorliegende erste Lieferung umfahl eine überreiche Fülle von Stichwörtern aller Art und ist geschmückt mit vielen wertvollen und lehrreichen Bildertafeln und Karten, in und außer dem Text: auch Prä- tige bunte Bilder sind dabei. Besonders auf­merksam machen möchten wir auf die Diagramme, die wirtschaftliche Verhältnisse darstellen, z. B. die Arbeitslosigkeit und Auswanderung mit dem stürmischen Auf und Ab ihrer Linien. Die Liefe­rung kostet 1,90 Mk., ungefähr alle vierzehn Tage soll eine neue Lieferung erscheinen bis zur zehnten, mit der das Werk abschlieht. 350

D i e Sommerau sgabevon Quen° trn-M a hl a us Reichs ta sch enfa h rp lan Teil III ist erschienen und bringt wieder die Zusammenstellung der Bahnverbindungen von Hessen, Hessen-Aassau, Pfalz, Baden, Bayern und Württemberg, eine Aufstellung der Kraftposten, die Rheindampfschiffahrt und die Flugverbin­dungen. Reu enthalten sind die O-Zug-Tabellen, eine besondere übersichtliche Zusammenstellung der direkten Bahnverbindungen (D- und Eilzüge) mit Einschluß der internLtionalen Strecken.

Ein Handels-Lexikon, nach dem neuesten Stande der Wissenschaft und Praxis von zahlreichen namhaften Autoren bearbeitet, erscheint im Herbst 1925 im Weltbund-Verlag, Hamburg. Es ist das erste neuzeitliche Standard­werk, das die Gesamtheit dds kaufmännischen Wissens in alphabetischer Anordnung bietet.

Der internationale Reisever­kehr wird den Sommer 1925 wieder beherrschen. Meldungen aus allen Ländern bestätigen das. Für Reisen außerhalb Deutschlands seien daher die inter­nationalen KursbücherHendschels Telegraph" und dasLloyd Kursbuch", deren Sommerausgabe so­eben erscheint, empfohlen.Der große Hendschel" (6.) bringt neben den deutschen Fahrplänen alle wichtigeren Strecken des europäischen Auslandes und die Ueberseeoerbindungen:Der kleine Hend- schel" (4.50) enthüll die deutschen Fahrpläne und die wichtigeren Strecken von Oestererich, Tschecho­slowakei und Schweiz. Für den internationalen Reisenden, der nur Schnellzüge benutzt, sei auf das Lloyd Kursbuch der Schnellzüge" (5.), das ganz Mitteleuropa umfaßt, verwiesen.

Ein zuverlässiger Führer auf den vielfach verschlungenen Pfaden der deutschen Sprache sind Die sprichwörtlichen Redensarten im deutschen Dolksmund, nach Sinn und Ursprung erläutert" (Brockhaus, Leipzig, 'Ganzleinen Mk. 12.50), von Borchardt-Wust - mann, kurz derBorchardt-Wustmann" genannt. DerBorchardt-Wustmann" ist ein gleich treuer Be­rater wie der altbekannte Büchmann. Seine vor- I-liegende 6. Auflage ist von Dr. Georg Schoppe, Breslau, bearbeitet. Das Buch hat in seiner neuen ^Ausgabe ein prächtiges Gewand erhalten, zudem , sind dem Werk zur Erhöhung der Anschaulichkeit '* vorzügliche Nachbildungen von Gemälden und Holz­schnitten alter und neuerer Meister beigegeben. Der Borchardt-Wustmann" führt durch die Erklärungen der sprichwörtlichen Redensarten gleichzeitig in die Kurlturgeschichte ein und bietet jedem Gebildeten Belehrung und Genuß. Daneben gibt er dem Lehrer der deutschen wie der fremden Sprache durch seine Hinweise und Vergleiche mit den lateinischen, fran­zösischen und englischen Redensarten ein nie ver­sagendes Hilfsmittel für den Unterricht in die Hand. Mit dem Verständnis für die Muttersprache wächst auch die Liebe zu ihr wie zur Heimat. Diesen Zweck wird das gehaltvolle Werk in seiner neuen Gestalt gewiß aufs beste erreichen. 294

Don

Ländern und Völkern.

Professor Ferdinand Dreher, Friedberg i. H in Wort und Bild nebst einem Führer durch das Museum von Prof. Dr. G. Blecher. Mit 65 Abbildungen. Berlag von C. Dindernagel in Friedberg. 3n einem außerordentlich stattlichen und schmuck ausge­statteten Bande legt Professor Dreher ein Buch vor, das weit, weit mehr ist als ein bloßer Führer durch die Sehenswürdigkeiten der alten Reichsstadt Friedberg. Der beste Kenner Fried­berger und Wetterauer Geschichte und Landes­kunde gibt hier aus Grund langjähriger archi­valischer Quellenstudien eine gedrängte, aber durch ihre Prägnanz erfreulich frische und lebendige Darstellung der Entwicklung Friedbergs von den römischen Zeiten her bis auf unsere Tage. Eine eingehende kulturhistorische Betrach­tung der an schönen alten Baudenkmälern un­ermeßlich reichen Stadt wird durch zahlreiche wertvolle Literaturnachweise manchen zu. ein­gehenderen Studien verführen. Dankenswert ist auch die beigegebene Beschreibung des Wetter­auer Museums von Professor Dr. G. Blecher. Ein ausgezeichneter Plan und zum großen Teil künstlerisch vollendete Aufnahmen machen das Buch zu einemFührer", wie er sein soll, ein echtes Heimatbuch, sorgfältig genau, aber mit dichterischem Schwung und heißer Liebe für Hei­mat abgefaht, ein Führer, um den Friedberg manch andere und größere Stadt beneiden kann.

338

Rheinische Bilder aus zwei -Jahrtausenden. Unter dem kraftvollen Titel Der Strom" gibt der Verfasser des Buches Die Schlacht bei Douaumont 1916", Werner Beu- melbura in Düsseldorf, deinnächst in dem Stalling- schen Verlage in Oldenburg zur Jahrtqusendfeier der Rheinlande ein bedeutschames Buch heraus, das aus dem kulturhistorischen und dramatischen Nach­erleben der einzelnen Geschichtsepochen der Rhein­lande selbst heraus gestaltet ist. Stofflich die Höhe­punkte der rheinischen Geschichte erfassend, im Auf­bau dramatisch in der Sprache die packende Leben­digkeit des unmittelbaren Miterlebens aus dem

Verlaufe beider Jahrtausende heroorzaubernd, ist das Buch ein Volksbuch im wahrsten Sinne.

Das bayerische Hochland mit Salzburg und Innsbruck. 48 der schönsten Landschaftsbilder .in Tiefdruck. Text von Dr. A. Dreyer. Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stutt­gart. Den vielen Tausenden, die das bäuerische Hoch­land besuchen und lieben, ist das wohlfeile kleine Album ein Merkchen zum Plänemachen wie zur Er­innerung. In 48 prächtigen braunen Tiefdruckbil­dern wie im Wort führt es van München zu allen schönen Punkten des bayerischen Berglandes bis nach Innsbruck und Salzburg. 349

Die Literatur über Aegypten und feinen heiligen Strom ist unendlich und schwillt all- jähruch um einige neue Bände an. Trotzdem möchte man dieReiseradierungen" des Kölner Llniversitätsprofessors Dr. Christian Ecker t, die er unter dem RamenAltvater R i l" zu einem stattlichen und schön ausgestatteten Bande zusammengefaßt hat, nur ungern missen. Keines­wegs eine wissenschaftliche Forschungsarbeit, nein, lose aneinandergereihte Reiseeindrücke, aber ge­sehen mit dem geschulten Auge des Historikers und Bolkswirts und oftmals liebevoll verklärt durch den begeisterungsfähigen, schönheitsdursten­den Sinn eines Mamtes von Welt und, was mehr bedeutet, von Kultur und Geschmack, (Ver- lag A. Marcus und E. Weber. Bonn.) 63

Alfons Goldschmidt: Me-xiko. (Verlag Ernst Rowohlt, Berlin.) Das unbekannte Mexiko, nicht seine Baudenkmäler, seine Ge­schichte, seine geographischen Berhältnisse hat Goldschmidt mit offenen Sinnen studiert, den Rhythmus des Landes, die Seele des Volkes. So ist mit unendlicher mitfühlender und mit» leidender Liebe ein Buch entstanden, das uns Mexiko besser erschließt als irgendeine wissen­schaftliche Abhandlung. 200

Alvaro de Mendang, Die Ent­deckung der Inseln des Salomo. Bear­beitet und eingeleitet von Dr. Georg Friderici. Mit 34 Abbildungen und zwei Karten. Leinen 7,50 Mk. Verlag von Strecker & Schröder, Stuttgart. Der neue Band in der SammlungKlassiker der Erd- und Völkerkunde" gibt die Berichte des spanischen Entdeckers Alvaro de Mendana über seine Fahrt quer über den Ozean von Callao nach den Salo­monen (15671569), die mit zwei kleinen, ur­sprünglich nur für peruanische Küstenfahrten ge­bauten Schifefn unternommen wurde. Die Fahrt bildet eine reizvolle romantische Episode in der Ge­schichte des Zeitalters der großen Entdeckungen. War sie auch durch rein materielle Erwägungen oergn« laßt, so verdient sie doch als Großtat der Ent­deckungsgeschichte unsere stärkste Teilnahme: Rein menschlich als leuchtendes Beispiel der Unterneh­mungslust und der Zähigkeit, der nautischen Tüch­tigkeit und des schneidigen Draufgängertums der spanischen Seeleute und Soldaten jener Zeit, wissen­schaftlich als eine für die Länder- und Völkerkunde der Südsee höchst beachtenswerte Leistung. 346

Eine prächtige Auswahl wohlgelungener Bilder vermittelt der BandSchwaben" des Verlages Alexander Fischer in Tübingen in einer Vielfältigkeit und Plastik, die erstaunen macht. 347

Literatur und Kunst.

M e i' Owerhesse, Ernstes und Heiteres in oberhessischer Mundart von Gg. Heß, Leih­gestern-Gießen. Verlag: Buchdruckerei Wilh. Engel, Schotten. 2. Auflage. Preis geheftet 1 Mark. Ein Bändchen ernster und heiterer Gedichte in oberHessi- scher Mundart von Georg Heß ist in seiner Fülle von fein beobachteten täglichen Ereignissen etwas so Herzerquickendes, daß man es unbedingt lesen muß. Der Dichter kenntfei' Owerhesse" sehr genau, seinen köstlichen Humor durchzieht ein wundervoller Ernst mit vieler Lebensweisheit. Schildert er seine Heimat, so sprudelt's wie ein nie versingender Quell so lebenswahr aus ihm heraus mit feiner Gemütstiefe, daß man glaubt, man sieht und hört die Leute selbst reden. Wer die Gedichte von Georg Heß liest, wird viele Freude daran haben, sie tragen viel zum leich­ten Verstehen der Volksseele bei.

Dr. R. Müller- Freienfels: Die Seele des Alltags. (Volksverband der Bücherfreunde, Berlin C. 2.) Ein Buch, das in plaudernder Darstellung den Leser mühelos in seelische Probleme einführt, an denen er meist achtlos vorübergeht. 222

D ie Stadt der tausend Freu­den. Roman von Arnold Bennett, (plllstein- Verlag, Berlin.) 348

Die bekannte Haessel-Reihe bringt in ihren neuesten schmucken und preiswerten Bändchen eine Reihe Meisternovellen C. F. Meyers, des jüngst verstorbenen Schweizers Bop- hardt feinsinnige RovellenSalto Mortale" und Dom Golde" und von Emil BlaßDer Grund".

330

Johannes Hessen: Augustinus (bei Strecker und Schröder in Stuttgart). Cs ist eine dankbare Ausgabe, den Menschen und Phi­losophen Augustinus der ausnahmewilligen Gegenwart näherzubringen. Der Laienwelt wird aber der Weg zu einem Großen des Geistes durch die weitschweifigen gelehrten Auseinander­setzungen des Verfassers mit anderen Forschern leider wesentlich erschwert.

An die moderne englische Romanliteratur müssen wir äußerst vorsichtig herantreten. Sie hat zumeist auch heute noch ihre kühle, über­legene Eigenart bewahrt, hat sich ferngehalten von den brausenden aufpeitschenden Strömungen des Ostens, wie sie bei uns Eingang gefunden haben. So ein zuwartendes, leidenschaftslos er­zählendes Bild, fast prüde in den Ausdrucks­formen. aber schließlich doch packend und tief er­greifend durch die Größe seiner Menschen, ist A. S. M. Hutchinsons Roman: Wenn der Winter kommt (Drei Masken-Verlag).

1489

Zu den beliebtesten Erzählungen Jeremias G o t t h e l f s gehörtKälhi die Großmut- t e r". Die Heldin dieser großen Erzählung ist eine arme, alte Frau, die ihr tägliches Brot durch un­ausgesetzte Arbeit erkämpfen muß. Ein altes Müt­terchen mit allen großmütterlichen und mütterlichen Schwachheiten, ein verwöhnter kleiner Junge, zwei Hühner, das sind die Elemente der Erzählung. Aus diesen Elementen weiß Gotthelf einen solchen Reichtum des Lebens zu entfalten, daß dieses Buch einer der großen Triumphe des Dichters ist. Die Erzählung ist wieGeld und Geist" und die beiden Uli" in der gut ausgestatteten vorzüglichen Gott- Helf-Ausgabe des Eugen Rentsch-Verlags, München, srschiennen. ' 124

Silvio d i Casanova, Wald und Elemente. (I. Engelhorns Nachf, Stuttgart.) Ganzleinen 4,50 Gm. Endlich ein Dichter, der sich nicht in der Enge des Erlebnisgedichtes be­schränkt, sondern dessen Phantasie den Kosmos zu umspannen trachtet und uns hinausführt über unser persönliches Glück und Weh! Der Verfasser derLie­der der Liebe und Einsamkeit" besingt in hymnisch beschwingten Strophen die Mysterien des deutschen Waldes, aus dessen Dunkel Gestalten, jedem Deut­schen vertraut, enttauchen, und gibt darauf ein klassisches Bild der vier Elemente. 46

Die geheimen Denkwürdigkei­ten der Gräfin Dubarry. (Verlag Karl König, Wien und Leipzig.) Preis in Halbleinen 9 Gm., in Halbleder 14 Gm., in Ganzleder 40 Gm. Das rückhaltlose Bekenntnis einer Frau, die Schön­heit und Geist auf den Thron des französischen Ro­kokos erhoben haben. Die Geliebte Ludwigs XV., dieJeanneton" aus der Vorstadt, erst Putzmache­rin, dann Liebchen kleinerer und größerer Herren, schließlich Königin zur linken Hand, schildert ihr Leben, das sie über holperige Pflaster verschwiege­ner Gassen in die schattigen Alleen des Versailler Schlosses führt. Kurz vorher noch in Spielsalons der Pariser Halbwelt ist sie bald Herrin über das «chicksal eines Reiches: Könige und Minister ge- hdrchen, wenn die Dubarry mit den langen eigen­artigen Wimpern winkt. Die dunkelsten Gänge der Liebesintrige und die engsten Maschen der Politik durchleuchtet sie mit dem scharfen Verstände der Frau, die auch die Kehrseite des glänzenden Hof­lebens kennt. Die Denkwürdigkeiten dieser vielbe­wunderten und vielgehaßten Kurtisane sind ein spannendes Kulturdokument aus der Zeit vor der französischen Revolution. 48

Ludwig Huna: D i e Verschwö­rung der Pazzi. Roman. (Verlegt bei Greth- lein & Co., Leipzig.) Unter dem unmittelbaren Eindruck Italiens hat Huna diesen Roman ge­schrieben. Florenz und die Renaissance stehen im Mittelpunkt. Bilder von reicher Farbenpracht und schlichter Dolkstreue ziehen vorüber: die Künstler in den stillen Gärten von Fiesole, Botticelli. Ghirlandajo, Lionardo und unter ihnen ihr Schirmherr Lorenzo-Magnifico: die hinreißend sinnenfrohen Volksfeste, überschäumend von Liebesübermut und Ausgelassenheit: die Ver­handlungen der Signoria um Freiheit und Ehre ihrer Stadt. Aber die glückliche Entwicklung dieser Welt von höchster Kultur ist bedroht durch den zügellosen Ehrgeiz der Pazzi. Sie neiden dem weisen Staatsmann Lorenzo seine unumschränkte Machtfülle. Ihr ränkevoller Plan will ihn ver­nichten. Der Papst wird gewonnen, der Haß geschürt. So schürzt sich Knoten um Knoten gegen die ahnungslosen Mediceer, die in An­betung der Schönheit und der Liebe leben. Das höchste Maß irdischen Glückes genießt der edle Giuliano in Fiorellas Armen. Doch dieses Liebesidyll weckt in Franzesco, dem dämonischen Haupt der Pazzi. Haß- und Rachegelüst. Die Medici scheinen verloren. Aber die frevelnde Wucht der Verschwörer zerbricht an der Treue des florentinischen Volkes. 288

Grete Coellen, Der Weg der Lena Falk. Arkadenverlag, Traisa bei Darm­stadt. An diesem Roman einer Baltin ist weniger das persönliche Erleben, die psychische Entwick­lung der Lena Fall wertvoll, als die großartige Schilderung des Milieus, das den Roman weit heraushebt aus der Massenproduktion unserer Tage. DieUnendlichkeit des russischen Reiches, das unfahliche der russischen Volkspshche, die politischen und sozialen Verhältnisse des zaristi­schen Rußlands sind unaufdringlich in präg­nanten festen Strichen außerordentlich instruk­tiv geschildert. 266

Einen unglaublich bunten und eindrucks­vollen Roman entrollt Oberst a. D. L. Schrau- denbach in seinem WerkMuharebe". so wie er ihn als deutscher Führer im osmanischen Heere in den Jahren 1816 17 erlebt fyat. (Drei Masken-Verlag. München.) Die Türkei, ihr Land und ihr Volk, sind dem Verfasser stets fremd, fast unheimlich geblieben. Aber die militärischen Operationen, das Leben an der Front, weit hinten in Armenien, das Verhältnis des deut­schen Offiziers zu ihren türkischen Kameraden und den Truppen, das ist scharf gesehen und außer­ordentlich interessant geschildert. Zahlreiche Bil­der erhöhen den Wert des Buches. 94

Adalbert Reinwald, Menschen 1. Band Männer. 3. Auflage. (Verlag E. Haber­land in Leipzig.) Geb. 4,50 Rm. Inhalt: Kleist. Beethoven. Emerson. Thoreau. Whitman. Carlyle. Wagner. Nietzsche. Dehmel. Liliencron. Fidus. Ste­fan George. Die erste Auflage, lebhaft begrüßt und in allen Lagern geschätzt, war ein Jünglingsbuch. Nun ist der Jüngling zum Mann gereift. Der Mann hat gssfunden und gestaltet, was der Jüngling noch suchte. Und abermals forscht er, prüft und wägt bei jedem einzelnen der Reihe, ob das Bild erkannt ist und ob es Gestalt geworden. Unerbittlich zeigt er die Mängel auch der großen Menschen, und doch voll Ehrfurcht neigt er sich vor der unbefteitbaren wahren Größe. Stefan George, der in den frühe­ren Auflagen fehlte, beschließt jetzt die Reihe. Mehr noch als die erste Auslage ist diese dritte für die deutschen Jünglinge geschrieben. 187

Richt ohne soziale Motive ist D. H. Lawrences RomanSöhne und L i e b h a b er", ein Buch von dec Sohnes- und Mutterliebe, von der Loslösung der jüngeren Generation von der älteren. (Insel-Verlag. Leipzig.) 186

Die im Verlage von A. Seemann in Leipzig erscheinendenM e i ft e r der Farbe" treten jetzt in ihren 21. Band ein. Es hat wohl in den letzten Jahrzehnten kein großer Meister gelebt, mit dem uns diese vortreffliche Kunstzeitschrift nicht bekannt gemacht hätte. Die ersten Bilder des neuen Jahrgangs find wieder ein vielversprechender An­fang. Da ist zunächst ein reizender Mädchenkopf von Ludwig von Zumbusch, in seiner treu­herzigen Offenheit besonders glücklich aufgefaßt. So­dann eine farbige Innendekoration aus dem Ans­bacher Schloß von dem Aachener Meister August von Brandts, eines der anmutigsten Beispiele des früheren Rokoko in Süddeutschland. Wilhelm Grögler, zu seinen Lebzeiten fast unbekannt geblie­ben, ist mit dem Bildchen der Münchner Pinakothek Der Hypochonder" oderIm Wirtsgarten" ver­treten: es atmet ganz die Atmosphäre jener un­endlich behaglichen, etwas genügsamen Zeit, die wir als Diedermeier bezeichnen. Vom großen Renoir sehen wir ein fabelhaftes Blumenstück, von Franz Frankl eine äußerst malerische LandschaftSonniger Morgen". Den Schluß macht Max Rabes' farben­glühendes BildMarkt in Nürnberg". Das Heft 1 bringt neben der reizvollen Einzelbeschreibung der

Bilder und ihrer Urheber eine literarische Beilage: Das Bild im Bilde, eine interessante Plauderei von Hans Vollmer über Schicksale einiger berühmter Bilder, die nur durch Abbildung auf anderen späte­ren Gemälden zu ermitteln waren.

Politik, Geschichte, Recht.

Die Schriftenreihe der Frankfurter So­zietätsdruckereiDie Paulskirche" ist um drei weitere Bändchen vermehrt. Otto Hörth stellt die Gedenkfeiern 1873. 1898 und 1923 zu­sammen, Fritz Eckardt berichtet über die turne­rische Bewegung von 1848/49 und Friedrich Mei- necko steuert einen geistvollen Aufsatz überRe­publik, Bürgertum und Tugend" bei. 325

Hochschulkalender der Natur- und Jngenieurwissenschaften einschl. Grenzgebiete. Herausgegeben von H. Degener, Dr.- Ing. Harm, Dr. Scharf. Sommer-Semsster 1925. Leipzig Verlag Chemie, G. m. b. H., Berlin V. D. I.-Verlag, G. m. b. H. (11, 445 S.) 16° steif brosch. 3 Rm. Der Kalender bietet eine vollständige Zu­sammenstellung aller Vorlesungen und ist somit für den Studierenden wie für den Industriellen, Inge­nieur, Chemiker, für wissenschaftliche Bibliotheken und alle Behörden, die mit der Industrie zu tun haben, als Nachschlagewerk unentbehrlich. 319

Richard Sichler und Joachim Ti­burtius: Die 'Arbeiterfrage, eine Kernfrage des Weltkrieges. Ein Beitrag zur Erklärung des Kriegsausganges. Geb. 4 Mk. (Deutsche Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin W. 9.) 293

Zivilprozeßordnung für das Deutsche Reich, Gaupp-Stein. 12. Auf­lage, bearbeitet von Dr. M. Ionas. (Verlag 3. C. D. Mohr in Tübingen.) Es entsprach einem allgemeinen Bedürfnis, wenn der Stein- sche Kommentar eine neue Auflage erfuhr. .Urb dennoch mußte es vielleicht als ein gewagtes Beginnen erscheinen, jetzt, wo man wenn auch erst in Zähren eine Prozeßnovelle erwartet, ein so großes Werk neu herauszugeben. Aber gerade deshalb ist der Entschluß des Verlags doppelt zu begrüßen. Denn cs war äußerst unangenehm, dieses Werk vergriffen zu sehen, zumal wenn man bedenkt, wie sehr der Steinsche Kommentar Praxis und Wissenschaft von jeher beherrschte. Stein war 1923 gestorben: die neue Auslage hatte in Ionas einen neuen Heraus­geber. Die Aufgabe, die dieser vorfand, war nicht gering; weite Teile waren neu zu bearbeiten (vor allem die Rovelle 1924). Daß dabei die alte Klarheit und im Interesse des Rachschlagens nach Möglichkeit die alte Einteilung gewahrt blieb, ist der Vorzug des Werkes. In der Rovellengesetzgebung beschränkt sich der Ver­fasser ganz auf Kommentierung: diese neutrale Haltung berührt sympathisch. Im übrigen ist. soweit bis jetzt erschienen, gerade die Rovelle äußerst sorgfältig und weitschauend kommentier!. Roch sind erst von dem Werke 4 Lieferungen er­schienen (bis § 291 ZPO.). Man wird nicht ohne Spannung auf die Fortsetzung des Werke. warten, was es zu den Aenderungen und Wci terungen von ZPO. und Wissenschaft zu sagen hat. Das Werk ausdrücklich zu empfehlen, er übrig! sich. (183) Htz

Deutsche Opfer französischer 63 > waltherrschaft: Palm und Schlaget er von PH. Horbach, Pfarrer i. R. in Gießen, Verla? von Th. Weicher in Leipzig. In einem kleinen in­struktiven Schristchen hat der Verfasser an Hand von dokumentarischen Belegen und gestützt auf zahl reiche Bilder die beiden französischen Justizmorde an deutschen Staatsbürgern darstellt, Taten, die heute wie damals in der ganzen gesitteten Welt einen Schrei der Entrüstung auslösten und ein ewiges Schandmal französischer Rechtsprechung blei­ben werden.

Zeitschriften.

Die neue Rümmer 4187 derI llu ° strierten Zeitung (Verlag I. I. Weber. Leipzig) weist wieder einen Inhalt auf, der sich durch Vielseitigkeit und Fülle auszeichnet. Eine Auswahl von charakteristischen Werken der Großen Berliner Kunstausstellung 1925 gibt in vorzüglichen Reproduktionen einen ITeberblick über diese beachtenswerte Ausstellung. Weiter bringt Professor R. Hennig eine recht lehrreiche Arbeit über die höchsten Berge der Erdteile. Ein packendes Lebensbild Florian Geyers, des ritterlichen Führers der Bauern im Bauern­kriege entwirft A. von Czibulka anläßlich seines 400. Todestages. Ferner ist der 600-Iahrfeier der Stadt Bad Ems und der 250. Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Fehrbellin eingehend ge­dacht. Ein wenig bekanntes Thema behandelt G. S. Urff in seinem AufsatzDie bäuerliche Flachsgewinnung". Reiche Kunstbeilagen geben dem Heft ein vornehm künstlerisches Gepräge.

Die Kunst", Monatshefte für freie und angewandte Kunst. (F. Bruckmann A.-G., Mün­chen.) Den romantischen Zauber der sogenannten Blütenteppiche, die um die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert in der Touraine entstanden, ruft ein reich bebilderter, auch mit einer prächtigen Farben­tafel ausgeftatteter Aufsatz von Betty Kurth-Wien im Juni-Heft dieser überaus mannigfaltigen Zeit­schrift wach: Es ist eine wenig bekannte Provinz der Kunst, die mit dieser Studie und den Abbildungen erschlossen wird. Dem flämischen Künstler James Ensor, einem abseitigen Meister, der stets seine eigenen, von allen Moden und Richtungen fernen Wege ging, widmet Prof. Bredt eine liebevolle Studie.

Der Erfolg einer Badekur ist nicht zuletzt bedingt und begründet durch eine gleichmäßig heitere und fröhliche Stimmung. Ein solch heil­same Wirkung auf jegliche Gemütsverfassung hat unter allen Umständen die regelmäßige Lektüre der Meggendorfer-Blätter! (München, Residenzstr. 10.) Dieses echtem Humor und unpolitischer Satire ge­widmete Familienwitzblatt bringt wöchentlich ein reich und gut illustriertes Heft mit Originalhumo­resken, neuen Anekdoten, Glossen und Witzen sowie Gedichten lyrischen, humoristischen und aktuellen Inhalts.

Nr. 24 derS u ft i g e n Blä11e r" ist so­eben erschienen. Zwei Hauptereignisse bilden den Gegenstand witziger Bemühungen: Es ist erstens die nicht so ganz lustige, sondern eigentlich sehr ernst­hafte Gefahr, die der Ausstand der Kolonialvölker für die europäischen Staaten bildet, und es ist zwei­tens der Besuch, den Jack Dempsey den Berlinern erweist.

nt.v Erscheint, Sonn- 1 v

Siebener herin WNSt! 2<Sold^ Pfennig, auch bei von einZi infolge h 'iernlP,1 Ms laguM AnschrP1

DB"

Das l

Wrr weiterten heute dei ban vv vorgewv: von 80

Am Mnöve heim v Er bela während stens 12i werden t em furch

Etw Hachverstc aufgehotei rung der sührung! einer Po: Der Ang laftung t zuvender Fall sm Me Hi Für die sahrene habe er Ueberlasl

Die zunächst aufnah Hütt das Er sagt ( gerufen 1 bord, Sii fort in st Strömum die Pferi sackte, feie und fpraz Eindruck,, schäften 14 vssizier 'n Dasser ür Härte, er wie 3orb gelehnt, i wesen sei.

als die der Perle mann a. 5 schloß, fee

Der f Obrrleulm großer Ei er versteh Mann mi des Aors glaube, b trage. I Dossersch werde ur auch bas ft10 8 Anhand! mittag ix

Vie

Dar wung u abgeschlosj jn noch n neben. Q!i Mn die msher 40 Mtveilige N Aurj Dert aus j rm ai

Mil! ft S4"

Wag

Zecher

all« «inet A Er^ahrs

chunist V 'Nterpel>