izer
6,md
läge
ibiiuu!
*n9»‘ob. lonfrige «EP m®*”0™’ °b'-U°noi<mch •’ltjeugni, il)n Qtä(tut>ium jugt, rttk Nir geben } MSgliaiili, lrfi ®ilkn|4ofa «IN Ä ; Stooti. Dn6
'91". Slt IMten
®^NtnSU Es»;! Tn. 511 9fg*n Hü*, rogtammtorift J5frW(Jfen.Tig, «gäbe ttbtitn.
ö.ilfflenfloiM IWU MMN Ittheater
ielö?58iitl)üö5- tsBuö-noWim stag.SZ.Iuoi W* in! In 3 Akien jrnnj Arnoll, Ernst Stadl, lang 8 Uhr. legenl». c Borvrrkaus Momsg und lag in den ar» .leben Staffen« in Statt 16143c 1IIWIIIIIIIIIIIIII
)tlL
idjeni üb" iW*** .AS
61t t»*'11’
fr®**
«tcHW
bgeftfiafp/ N* a[e Automobile .ßgcgckn.2»' icrfük b'° laus' itnisse nicht na» [üdjtigge^' O ist ein-be i.sonbernM tinöerbraltn 0^ n kommen, las« sebratenilt^ taroeoto61^ ooM-L rgfältig«®6”
Hr. 145 Zweiter Blatt
Montag, 22. Juni 1925
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)
Rm.
201 443 000
(Nachdruck verboten.)
1 ü. Fortsetzung.
Werkstättenarbeiter 2 Sächliche Ausgaben 3. Zinsendienst
93 517 000 u
700 000 „
Zusammen^ 295 665 000 Am.
III. Auherordentl. Ausgaben 22 731 000 Am.
Gegenüber dem Voranschlag haben sich die Einnahmen im Monat April 1925 zufrieden- stellend entwickelt. Aach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen kann mit einem weiteren planmäßigen Verlaus der Gesamtwirtschaft gerechnet werden.
II. Ausgaben der Detriebsrcchnung:
1. Persönliche Ausgaben einschl. der Löhne der Vahnunierhaltungs- u
Stadt. v .
»Sagen Sie, Fräulein Lisa," setzte der -Sant- direklor fort, »gehen Sie nicht gerne ins Theater?"
Fräulein Fob
Aoman von Anders E j e.
„3m . . . Imperial", antwortete Lisa um> schlug die Augen nieber.
Deswegen braucht sie sich doch nicht zu schämen, dachte Herr Fellips. denn das 3mperial galt als das teuerste und eleganteste Hotel der
daß sie es ganz gut haben müsse.
„Auf welchem Platz s'urd Sie jetzt?" fragte er.
- — Fräulein
„Vielleicht das ganze Leben lang", wiederholte die junge Dame ernst. Aber innerlich war sie nahe daran, vor Lachen zu zerspringen. (Das wird eine köstliche Stunde für den alten Fili- mon, wenn ich ihm das erzähle, dachte sie.) Herr Fellips setzte fort, wie er begonnen. Er erinnerte das Mädchen daran, dah die Stadt nach der letzten Volkszählung 1525 000 Einwohner zählte und daß die Aussichten für eine •Begegnung ohne Hilfe einer gütigen Vorsehung ähnlich wie im Hasardspiel waren, — ungefähr gleich groß wie die Chancen auf den Haupttreffer in der Lotterie. Er versicherte (und log dabei), daß er nicht ein-, sondern hundertmal die phantastischesten Pläne entworfen habe, um die junge Dame, die jetzt vor ihm stand, zu treffen. Er beteuerte, baß ihre letzte Begegnung ihm eine außerordentlich angenehme Erinnerung hinterlassen habe, und so weiter. Kurz, Herr Fellips machte ganz anerkennenswerte Anstrengungen zu dem Zwecke, daß sich das Fräulein verraten sollte, aber dieses ging in keine seiner Fallen. 3m Gegenteil, es schwelgte in seiner Der-. legenheit und verschmähte es nicht, ihn durch hinterlistige Abschweifungen auf falsche Spuren zu führen:
Da er nicht den Mut hat, gerade heraus zu sprechen, dachte sie, trägt er nur selbst die Schuld. Hlnd bewegen sollte er nur gequält werden.
Herr Fellips wurde nicht gequält. Aber er sand, daß ihn das Gedächtnis endgiltig und hoffnungslos im Stich gelassen, und tat daher, was er sofort hätte tun sollen Er bekannte Farbe. Das Mädchen antwortete, indem es den Aamen «eines Ortes weit drinnen im Land nannte, und ihre Augen funkelten dabei vor Mutwlllen.
Der Dankdirektor runzelte die Stirn. 3n wel- ichern Zusammenhänge nur? . . . Den Ort hatte ex einmal im Sommer ganz flüchtig besucht, nut (für einige Stunden ... Es handelte sich um einen Cisenbahnkauf, die Sache lag eigentlich von Anfang an ganz klar, die Gesellschaft sollte mir der Form halber das Material besichtigen.
Vom Eisenerzbergbau. Dem Eisen erzmarkt im Lahn- und D i 11 g e b i e t hat der Monat Mai keine weitere Besserung gebracht. Von den angeblich verbilligten Holzpreisen merkt her hiesige Bergbau nichts. Immerhin ist es den gemeinsamen Bemühungen gelungen, die übersetzten Sprengstoffpreise etwas zu ermäßigen; leider sind andererseits die Zündschnurpreise plötzlich erhöht worden, teilweise über 20 Proz. Die Reichsbahn fängt erneut an, die notleidenden Grubenbetriebe mit weiterer Erhöhung der Lagerplatzmieten und Anerkennungsgebühren zu drangsalieren. Ebenso übersteigt die Gebührenerhöhung in den Gleisanschlußverträgen jedes berechtigte Maß. Die Gleis- unterhaltungskosten sind von 20 Pf. je Meter aus 65 Pf. gestiegen, alsü auf das Dreieinhalbfache. Ferner werden jetzt der Gebührenberechnung höhere Gleislängen zugrunde gelegt als früher. Da in der Frage der Frachtenermäßigung seitens der Reichsbahn nichts geschah, blieb es bezüglich des Absatzes beim alten. Die leichte Belebung des Geschäftes, die hie und da Hoffnungen erweckte, ist bereits wieder erlahmt, so daß die Aussichten für die Zukunft
ziemlich trübe sind. — Bei den Siegerländer Gruben ist eine Aenderung gegenüber dem Dor- monat nicht eingetreten. Die geförderten Mengen konnten zwar voll abgesetzt werden, aber die Gruben allen kein Interesse daran, die Produktion zu teigem, da die Verkaufspreise für Eisenstein keinen Nutzen lassen, besonders aber für die mittleren und kleinen Gruben stark verlustbringend sind. Im Berichtsmonat haben deshalb wieder zwei Gruben ihren Betrieb dauernd eingestellt, und weitere Betriebseinstellungen stehen in Kürze bevor, so daß im Lause des Jahres ziemliche Förderausfälle im Siegerländer Bergbau zu erwarten sind.
♦ Die Kohlenförderung des Ruhr bergbaus im Mai. Im Monat Mai wurden auf den Zechen des Ruhrgebiets an 25 Arbeitstagen 8 403 531 Tonnen Kohle gefördert, gegen 8 300 432 an 24 Arbeitstagen im April und 9 261 448 im Mai 1913 (ein Vergleich mit Mar 1924 ist infolge des Streiks nicht angängig). Die arbeitstäaliche Förde- rung stellte sich im entsprechenden Zeitraum auf 336 141 Tonnen gegen 345 851 Tonnen bzw. 381 915 Tonnen. In der arbeitstäglichen Förderung des Monats Mai kommt die seit Januar d. I. infolge Absatzmangels erfolgte Belegschaftsverminderung, die im Mai 10 380 und feit Januar 25 800 Mann betrug, bereits zum Ausdruck. Trotz dieser erheblichen Abnahme des Belegschaftsbestandes hat die Zahl der Feierschichten kaum merklich abgenommen. Die Belegschaftsziffer betrug im Berichtsmonat 449 805 gegen 460 185 im April. Die Kokserzeugung des Ruhrgebietes stellte sich im Mai auf 2 606 380 Tonnen gegen 1 987 088 Tonnen ober 2 089 123 Tonnen im Mai 1913. Die tägliche Kokserzeugung betrug im Mai 64 722 Tonnen gegen 66 236 Tonnen im April oder 67 391 Tonnen im Mai 1913. Die Briketther- stellung belief sich im Mai auf 260 210 Tonnen gegen 276 250 Tonnen im April und 401 497 Tonnen im Mai 1913. Die arbeitstägliche Brikettherstellung betrug in den entsprechenden Zeiträumen 10 408 Tonnen bzw. 11510 Tonnen bzw. 16 557 Tonnen.
* Die Abbaumaßnahmen b ei Krupp. Anläßlich der Veränderungen im Krupp-Direktorium wurde bereits bekannt, daß die Firma beabsichtigt, eine scharfe Konzentration ihrer Produktionskräfte unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorzunehmen. Unrentable Betriebe, die mehr aus sozialen Rücksichten durchgehalten wurden, sollen abgebaut, andere, wie aussichtsvolle Werftanlagen, modernisiert werden. Nachdem inzwischen bereits zwei Maschinenbauwerkstätten, der Tender- undSignal- bau, stillgelegt sind, erfährt der D. H. D. jetzt, daß zwei weitere Kleinbaue und vier Feldbahn- Werkstätten geschlossen werden sollen. Durch die allgemeine Absahkrise und die schlechten Der- kaufspreise dürfte die Krupp A. G. in ihrem seinerzeit gefaßten Entschluß noch bestärtt worden sein. Es ist auch wahrscheinlich, daß die auf die Lohnerhöhungen im Baugewerbe sich ■ stützenden Forderungen der Metallarbeiter zur Beschleunigung dieser weiteren Abbaumaßnahmen beigetragen haben.
• Th. Goldschmidt A. G-. Essen. Das abgelausene Geschäftsjahr 1924 ergibt nach Ab- zug aller Tlnkosten einen Reingewinn von 219 363 Rm. Hieraus sollen 6 Proz. Dividende auf die Vorzugsaktien verteilt und der Rest von 310 563 Rm. auf neue Rechnung vvrgetragrn werden. 3n ihrem Geschäftsbericht weist die Gesellschaft darauf hin, daß es ihr nur allmählich gelungen sei, sämtliche Betriebe im Laufe des Geschäftsjahres zur geregelten Arbeit zu bringen. Wenn es auch möglich war, dem Betrieb die notwendigen Rohstoffe zuzuführen, so erreichte die Menge der hergestellten Erzeugnisse noch nicht einmal die Hälfte des alten Fric° denssahes. Durch die Ruhrbesetzung sind frühere Auslandsmärkte verloren gegangen die nur mühsam wieder erobert werden konnten.
• Das polnische Tabakmonopol importiert deutsche Zigarren. Das polnische Tabakmonopol hat kürzlich 6 Waggon Zigarren aus Hamburg bezogen. Gleichzeitig hat die polnische Zigarrenfabrik in Kosten die Zahl ihrer Arbeiter von 600 auf 100 herabgesetzt. Eine Reihe anderer Fabriken befindet sich bereits außer Betrieb.
• Rückgang der amerikanischen Automobilerzeugung. Die Kraftwagenerzeugung der Vereinigten Staaten ist im 3ahre 1924 um 11 Proz. geringer gewesen als 1923
Wirtschaft.
Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft im Mai.
1 Verkehr und Betrieb. Die Entwicklung des Güterverkehrs im Mai gibt ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Depression des Handels und der 3ndustrie Deutschlands. Wenn auch die Anforderungen an den Wagenpark der Deutschen Reichsbahn im Monat Mai um etwa 128 000 Wagen höher gewesen sind als im Vormonat April, so ergibt sich doch auf den Tages- durchschnitt berechnet im Monat Mai, der einen Arbeitstag mehr» als der Monat April auswies, ein Rückgang im täglichen Güterversand. Diese rückläufige Bewegung tritt im Versand fast aller Massengüter in die Erscheinung. 3m übrigen macht sie sich auch dadurch bemerlbar, daß viele Industrien, die früher Rohstoffe oder Erzeugnisse in Wagenladungen bezogen o’ler absehen konnten, hei den ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen auf die Stückgutbeförderung zurückgreifen müssen. Der Stückgutverkehr hat sich infolgedessen lebhafter gestaltet und verursachte zum Teil sogar Stauungen. Besonders stark entwickelte lich der Eilgut- und Cxpreßgutverkehr. Die Kohlentransporte sind, auf den Arbeitstag gerechnet, weiter herabgcgangen. Cs wurden insgesamt gestellt: im Mai 1925 etwa 906 000 Wagen, im April 1925 etwa 898 000 Wagen, arbeitstäglich im Mai fast 1200 Wagen weniger als im April. Der Personenverkehr hat sich weiter entwickelt. Die Schnellzüge wiesen eine gute, teilweise starke Besetzung auf.
2. Tarifwesen. Durch Ausbau der Ausnahmetarife für den Güterverkehr wurden weitere Frachterleichterunge" gewährt. Besonders sind die zur Milderung der Absahnot im deutschen Kohlenbergbau eingeführten Ausnahmetarife 6 c und 6 f hervorzuheben. Weiter weist der Bericht auf eine Reihe von Ermäßigungen der Frachten bin, so für die oberschlesische Eisenindustrie, die Zucker- industrie und Holz. Auch sind die Durchftlhrtarife weiter auSgestaltel worden.
Finanzen: DaS Betriebsergebnis'für den Monat April 1925 zeigt folgendes Bild:
I. Einnahmen der Betriebsrechnung:
1. Personenverkehr 118 316 000 Rm.
2. Güterverkehr 230 466 000 „
3 Sonstige Einnahmen 31 363 000 „ - Zusammen: 388 645 000 Rm.
So war man etwa zehn Meilen lang zu dieser kleinen Station gefahren, wo die Verkäufer ein lustiges Mittagessen im Grünen arrangiert hatten, das indessen, was Herrn Fellips betraf, hastig abgebrochen werden mußte. Ein Telegramm, ein Extrazug in fliegender Fahrt . . .
Das war also dort, grübelte der Dankdirektor, man hatte dort Damen mit am Tisch gehabt .
„Daß Herr Fellips ein so schlechtes Gedächtnis haben", neckte das Mädchen.
„Es beginnt jetzt alles klar zu werden", gab der Dankdirektor unwillig zu.
„Sie sagten mir soviele Liebenswürdigkeiten", setzte die Kleine fort.
„Ehrlich gemeinte, daraus schwöre ich", beteuerte er
„Einmal faßten Sie mich sogar um den Leib und wollten mich auf das Ohr küssen."
„Tat ich Las wirklich?"
Da spaltete sich auf einmal der Vorhang vor Herrn Fellips Gedächtnis. 3eht hatte er plötzlich den Zusammenhang entdeckt Das Mädchen, das vor ihm stand, hatte bei Tisch bedient So war es. Sie hieß Lisa. Fräulein Lisa.
Der Dankdirektor konnte nichts dafür, aber sein Ton wurde ganz unbewußt ein völlig anderer, — seine Art, sich auszudrücken, die Wortwahl, der Tonfall, die Dlicke seiner Augen wandelten sich, aus dem bisher neutralen, respektvoll forschenden Ton siel er plötzlich in einen mehr leichteren, kameradschaftlichen, gleichzeitig aber auch überlegenen 3argon. Auch Fräulein Lisa merkte die Veränderung, sie schien sie aber nicht übel zu nehmen Es zuckte nur in ihren großen, grauen Augen ...
Herr Fellips erkundigte sich onkelhaft danach, ob es dem Mädchen gut ginge. Ein rascher Dlick auf Mantel, Hut und Schuhe sagte ihm,
und betrug laut D. H. D. 3 617 602 Fahrzeuge. Die in Kanada gebauten Maschinen amerikanischer Bauart find hierbei einbegriffen. Rur 12 Prvz. dieser ungeheuren Produftion wurde exportiert. Eingeführt wurden nur 604 Wagen. Für die Herstellung sind über drei Millionen Tonnen Eilen und Stahl und mehr als 1000 Millionen Fuß Holz verwendet worden. Allein für die Rummerschilder der Wagen sind 8300 Tonnen Eisen gebraucht worden. Frankreich steht in der Herstellung von Kraftwagen an zweiter Stelle, aber mit 145 000 Fahrzeugen im 3ahre 1924 weit hinter Amerika zurück. Kanada erzeugte 134 020. England 80 000, 3talien 35 000, Deutschland 18 000. Oesterreich 6000. Belgien 4850. Tschechien 2000. Spanien 900. 3n der Kraftwagenindustrie der Vereinigten Staaten sind 1691 Mill. Dollar Kapital angelegt, fie beschäftigt bireft bzw. indirekt über 6 Millionen Menschen.
Berliner Prodnk er.börle.
Berlin. 20. 3uni. Der Produktenmarkt war ruhig, besonders für Weizen. Roggen dagegen etwas fester. Es wurden bezahlt für 1000 Kilo: Weizen, märt. 266 bis 269. do. 3uli 265, Roggen, märk. 214 bis 218. do. 3uli 212,50 bis 213, Gerste, märt. 226 bis 242. Futtergerste 200 bis 215, Hafer, märt. 232 bis 240. do. 3uli 195. Mais (iofo Berlin) 207 bis 211. Raps. 360 bis 370; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,75 bis 36.25. Roggenmehl 29,25 bis 30,50, Weizen- fiele 13,20. Roggenkleie 14 bis 14.10. Viktoria- erbfen 26 bis 30, kleine Erbsen 25 bis 26. Futter- erbfen 21 bis 24. Peluschken 21 bis 23. Acker- bohnen 21 bis 22. Wicken 23 bis 26. Lupinen, blau 10 bis 11, do. gelb 13,50 bis 14,50, Rapskuchen 15,60 bis 15,80. Leinkuchen 22,40 bis 22,80, Trockenschnitzel 10,20 bis 10,40, Torfmelasse 10, Kartoffelflocken 19,60 bis 20 Mk.
Buntes Merlei.
Hundedressur im Dienste des Verbrechens.
3n Paris wurden in letzter Zeit eleganten Damen auf geheimnisvolle Weise die juwelengeschmückten oder als Tlhrhalter benutzten Bänder gestohlen, die sie um die Fußknöchel tragen. Einer dieser geschickten Diebe wurde nun jüngst in einem Foxterrier ertappt, der darauf dressiert war, ebenso schnell wie unbemerkt mit den Zähnen ein solches Fußband loslösen und fortzutragen. Die Diebstähle wurden in dem Gedränge ausgc.führt, das in den eleganten Restaurants herrscht, oder auch in den Luxusgeschäften der Rue de la paix. Diese neuartige Verwendung der Tiere bei Diebstählen ist nur eine kleine Episode in der Verwendung von Hunden zu Verbrechen, die. ständig zunimmt. Erst kürzlich wurde davon erzählt, daß man Hunde zum Schmuggeldienst an der Schweizer-italienischen Grenze abrichtet, und diese Hundedressur im Dienst des Verbrechens ist über ganz Europa verbreitet. Ein ftanzösischer Polizeifachmann, der darüber in Pariser Blättern nähere Angaben macht, behauptet — da die Franzosen nun einmal alles Unheil in Deutschland suchen — daß die größte Zahl dieser Verbrecherhunde in Berlin ausgebildet werden, wo die Hundedrestur zu diesen Zwecken zu einer Kunst vervollkomnet sein soll. Die Hunde werden als Spione und Wächter für Einbrecher dressiert, und manche der gefährlichsten „fchweren Zungen" der letzten Zähre haben mit diesen vierbeinigen Helfershelfern gearbeitet. Die Hunde liegen still und bewegunglos stundenlang in den Torwegen, während unterdessen ihre Herren drinnen ihren Raub ausführen. Diese aufmerksamen Wächter geben durch ein System von Lauten Rachricht von dem Herannahen von Fremden; sie sind sogar abgerichtet, zwischen Polizisten und gewöhnlichen Bürgern zu unterscheiden; ein dreimaliges kurzes Bellen verkündet das Erscheinen eines Kriminalbeamten. Die Hunde klettern auf Leitern in die oberen Stockwerke, werden mit den geraubten Kostbarkeiten beladen und finden dann ganz allein ihren Weg in die Wohnung des Verbrechers. Andere Hunde wieder werden auf UcberfaU abgerichtet. Sie laufen in dunklen und unbelebten Straßen herum und rennen Fußgänger so heftig an, daß diese niederstürzen. Sobald der Hund weggelaufen ist, erscheint sein Herr, hilft dem Gestürzten aufstehen, und während er ihm
eifrig die Sachen abputzt, erleichtert er ihn um seine Brieftasche, seine llßr oder um das. was er sonst We lvolles bei sich trägt. „Das Schwerste bei die,er Dresiur ist es, die Hunde dazu abzurichten, daß sie mutig in ein Getümmel laufen, bei dem geschossen wird", sagte der Fachmann. „Aber sowohl die Polizei wie die Verbrecher haben es zuwege gebracht, daß die Hunde ihre Furcht überwinden. Die Verbrecherhunde Europas wagen sich heute mitten in die Schlachten, in denen ihre Herren und ihre Gegner oft verwundet werden, ohne felbst im geringsten verletzt zu werden. Sie sind überaus gefährliche Feinde der Polizisten, auf die sie dressiert find.
Der zweite Bubikopf aus dem Königsthron.
Wir halten beim zweiten Bubikopf mit der Konigskrone. Der erste war der der Königin von Belgien. Zetzt hat sie eine RachaHmerin, in einer Standesgenofsin auS Asien gefunden. Freilich mußte die zweite mehr Mut auf bringen als die belgische Königin, welche nur die respektvolle Kritik der Hofdamen gegen sich hatte. Ein Pariser Blatt berichtet
Der Hof von Bagdad hat eine große Aufregung überstanden. Der König Faikal hatte seine gewohnte Gemütsruhe verloren und eine schwere Sorge drückte seine königliche Seele: seine Gemahlin, die Königin, hatte unter Außerachtlassung des muselmanischen Gesetzes alle Schleier von sich geworsen und hatte sich in eine sehr pikante Dame aus dem Okri- dent verwandelt. Faikal, der ehemalige reicheKamel- Händler, wurde 1919 von England als König des 3rak eingesetzt und beschloß, sein Königreich vollständig zu modernisieren. Da er glaubte, daß ihm hierbei seine 5tau hinderlich sein konnte, während er Automobile und Flugzeuge, Grammophone und Schreibmaschinen einfuhrte, schickte er sie an den Hof feines Vaters Hussein, König der Hedschjas Aber es verging nicht lange Zeit da kamen ihm unangenehme Rachrichten zu Ohren. Seine Frau hatte den Hof des Schwiegervaters verlassen und hatte sich auf den Weg gemacht, um nach Bagdad zurückzukehren. Das wäre eigentlich sehr schön von ihr gewesen. Aber das Betrübliche für den König bestand darin, daß feine Gattin sich felbst bedeutend modernisiert hatte So hatte sie für die Rückkehr nach Bagdad nicht den alten fvzusagen rituellen Karawanenweg genommen, sondern hatte sich auf einen Dampfer nach Bassorah begeben, wo sie wieder, statt in einen Palankin Platz zu nehmen, ein starkes Auto bestieg, mit welchem sie mit Windeseile die Wüste bis nach Bagdad durchquerte. Als König Faikal das erfuhr, daß feine Gattin schon in einem Auto eingetroffen war, bestieg et schleunigst ein Flugzeug und flog nach Moussul. Als er zu- rückkehrte, war die Königin nicht zu erkennen. Elegantes, kniefteies Hauskleid mit vollständiger Bloßlegung der fein modellierten Arme, des zierlich gezeichneten Halses; dabei die geoffenbarte ßinie der Beine und. das Schrecklichste: ein europäischer Du- bikopsl
Faikal blieb zuerst starr vor Entsetzen. Er bc° trachtete lange schweigend die hübsche Dame, die nun ganz anders aussah, als seineehemaligeGemah- [in. Sollte er ihr zürnen? Er merkte bald, daß seine Frau auch wunderbar gepflegte Hände hatte, mn rosigen langen Rägeln. Sollte et es auf einen Kamp mit einer so bewehrten Gattin ankommen lasten? Lie ber nicht. So wurde auch der Hof des König:, Faikal in wenigen Wochen vollständig durck eure päische Dekorateure und Tapezierer modernisiert.
Sächsischer Humor.
Rheine Frau geht in Dresden über diePragc: Straße und bleibt entzückt vor den Schätze i einer Blumenfrau stehen: „Was kostet diese: Rosenstrauß?" „1,50 Mark," antwortet die Alte. Mit den Worten „das ist mir leider zu teuer“ wendet sich meine Frau zum Gehen. Da ertönt es hinter ihr: „Ra, gloom Se denn, ich kann Zhnen für 15 Groschen nen ganzen Park mit nem Springbrunnen liefern?"
Für Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spexlilknranitalt Hob beim 1. Taunus bei Frankfurt a M Behagl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kuren). Mäßige Preise Prospekt durch Dr. Schulze - KahleyNH, Nervenarzt.
„O ja, wenn es kein Trauerspiel ist."
„Genau mein Geschmack. Sollten wir nicht miteinander in irgendein lustiges Stück gehen?"
Fräulein Lisa sah sich um, als ob sie Zuhörer fürchtete.
„Wann?"
„3c früher, desto besser. Sagen wir heute abends. Warum nicht heute abends?"
Das Mädchen antwortete nicht.
„3ch verstehe," meinte Herr Fellips, „Sie sind heute abends nicht frei?"
„Doch," antwortete die Kleine mit einem ziemlich unbegründeten Lachen, „ich bin schon frei heute abends."
Dann war die Abmachung in zwei Sekunden getroffen Herr Fellips versprach, für eine gut gelegene Loge Sorge zu tragen, es wurde ve- abredet, daß man sich um acht Ußr vor dem Sylvestertheater treffen solle, und damit war die Sache erledigt
Der Dankdirektor lüftete zum Abschied seinen Hut, und das Mädchen stellte fest, daß der Abstand zwischen Hutrand und Kops jetzt kaum einen Zentimeter betrug, gegen einen halben Meter kurz vorher, als er sie zwar wieder ernannt, aber noch nicht gewußt hatte, wer sie war.
Auf dem Kirchturm hinter dem Theater schlug es Viertel. Sofort daraus antwortete die Gym- nasiumuhr auf der anderen Seite der Straße.
Herr Fellips fuhr zusammen Mit den Gedanken weit entfernt, war er da gestanden und hatte das Plakat dreimal gelesen, jedoch ohne eine Ahnung von dessen 3nhalt zu haben. 3etzt war seine Geduld zu Ende. Bis auf weiteres gab es nur eine einzige Erklärung: Herr Fellips wurde zum Rarren gehalten von dieser kleinen
„Guten Abend, mein Herr . . 3ch glaube wahrhaftig, Sie haben etwas warten müssen."
Es war das Mädchen. Der seiner sensationellen Effekte wegen berühmte Regisseur des Sylvestertheaters hätte keine größere ileberrafcßung zustandebringen können: die junge Dame stand dort zwischen den zwei Säulen des Theatereinganges. und das blauviolette Licht regnete Dom Dachglobus über ihr helles Pelzwer! in weichen, gleitenden Reflexen. Herrn Fellips Aer- ger war in 'einem Ru verschwunden Was bitte
das Mädchen nur aus sich gemacht? Ein solcher Charme, ein solches Aussehen .
Man ging durch die Halle, die Treppen hinauf, durch die Korridore. Herr Fellips kannte den Weg. Er kannte ihn so gut, daß seine Augen sich unbehindert damit beschäftigen konnten, die Gestalt seiner Begleiterin zu verschlingen. Sie hatte nicht mehr die gleiche Toilette wie am Rachmittag — Herr Fellips, der immer nach einem roten Abendmantel und einem schwarzen Samtbarett (kokett auf dem einen Ohr) ausgeblickt hatte, sah ein, daß dieses (Signalement ihm bei seinem Suchen nichts geholfen -"hätte. 3eßt trug Fräulein Lisa nichts anderes als einen Pelz, und um den Kopf hatte sie einen schwarzen Tüfishawl geschlungen, der so tief in die Stirn gezogen war, daß er beinahe das ganze Gesicht verhüllte. . _ .,
Der Kavalier wurde plötzlich von einem Mißtrauen ergriffen. Er blieb mitten auf der Stiege stehen.
„Sie sind cs wirklich?" fragte er.
Fräulein Lisa zog den Schleier ein wenig empor und lächelte.
„Sie können ganz rußig sein," sagte sie, „ich bin es schon 3ch habe mir das Kleid nur aus- geliehen "
Herr Fellips atmete unwillkürlich erleichtert auf und stieg die Stufen weiter. Aber. . . . das Mädchen hatte ja keinen Hut, . - also mußte sie zum Theater gefahren sein, — im Auto oder im Wagen . . ilnb der ausgeliehene Pelz - trug sie ihn mit Erlaubnis seiner Besitzerin oder ohne ihr Wissen? Solche Prachtkleider leiht man doch nicht gern aus Run. das war ihre eigene Angelegenheit
Sobald die Beschließerin Herrn Fellips' ansichtig wurde, eilte sie zur ßogentür und öffnete sie. Da der Dankdirektor wußte, daß er im Theater, das er sehr selten besuchte, nicht bekannt war, zog er daraus den richtigen Schluß, daß das Theater ausverkauft sein müsse. Es war übrigens gut gewesen, sich in den Korridoren nicht durch die Menge des Publikums drängen zu müssen, war Fräulein Ci’a v eficicht mit dieser Absicht zu spät gekommen? Das Mädchen war nicht dumm, soviel war sicher.
(Fortsetzung folgt.)


