btt. bc* bie BetörberungsviNro non t«t gu Tag steigen.
3m ersten Hatdiotzr 1925 teMt der xluftpoftbienft der bereinigten claaten 12S3 67o Metten oder faft 2 Millionen Kilometer ohne jeden Unfall zu- rütf. Dos Gewickn der seit Bestehen diese« Dienste« beförderten Luftpost betnw 4 Millionen amen konifchc Pfund oder 1800 lemntn Diese Zahlen sind jcbod) nur ttr die ftauptftrnfen tniqOrf— San Franzisko gültig. Für die teilweise noch im Ausbau desindlichen Nebenstrecken liegen bisher keine Angaben vor.
'Jtun noch ein Von über die nom Lufipostbienst nerivenbeten Maschinen Es handelt sich uni frühere Kampfflugzeuge, die mit schweren De stooiland Motoren ausgerüstet wurden, deren .stosten sich aus lOoo Dollar für ,edes Flugzeug bcstefen. Die Nutzlast schwankt zwischen .*>00 bis l.K)0 amerikanischen Pfund, also 300—500 Kilo- flranmt. Soweit wir hier erfahren konnten, oer- rotnbct Deutschland Dornicr-stomet-Flugzeeige. die eine Nutzlast von 1300 Kg. besitzen, die aber nicht nur für die Beförderung von Luftpost, sondern auch von Personen in Frage kommen.
Selbstverständlich rentiert stch der amerikanische Luftpostdienst noch nicht völlig. Da man bei dem ausgedehnten L o n d postbienst R6 Millionen Dal- lor zuletzt, so spielt die kleine Stimme von 1* Millionen Dollar, die man pro Jahr an dem Lusvostdienst zusetzt, überhaupt keine Nolle.
Es ist ganz klar, daß man diese Subventionen auch im Interesse der amerikanischen Lnstver t e i d i g u n a macht, da hierdurch gutausgebildele Flieger geliefert werden, deren tägliche Erfahrung sich eines Tages wieder bezahlt macht.
Expreß", der gegenüber der Ueberlondpost wesentliche Schnelligkeit »vorteile bot. Die nächsten Jahrzehnte waren die großen Krundungojahre der amerikanischen Eisenbahnen, und im Jahre 1870 wurde da» mit vielem Pomp gefeierte Ereig nt» Dahrbett daß man von Neuyork mit einem durchgohenven Ueberland-Exprehzug in 100 Stunden fahren konnte. Die Fahrtdauer der Eisenbahn tonnte nicht wesentlich mehr wrtätftt werden im Jahre 1^21 brauchte man 96 bi» 12" Stunden, je nach der in Betracht kommenden Eiter dahnlinik - e» gehen jetzt drei Linien von Mei york nach Son Franzisko — und der Anschluß Verbindungen, die überall verschieden geart»eiff! sind. 1924 erscheint zum erstenmal der Luftpost dienst — ein oerkehrolechnisch«» Ereignis ersten Ranges — auf der Bitdflache, und jetzt wird die große Ueberlandstrecke in den Bereinigten Staaten mit Hilfe der ichweren Flugzeuge in einem Drittel der Zeit der Eisenbahn — nämlich in 33 Stunden — zurückgelegt. Der menichlrche Meli, und jeinc Organisationostihigkeit haben einen neuen bedeutenden Erfolg von nicht zu unterschätzender Tragweite errungen. . .
Bei Betrachtung de» Lustpostdienstes in den Bereinigten Staaten fallt sofort ein grundlegender Unterschied von den deutschen Verhältnissen in die Augen und das ist der, daß der deutsche, nicht »u unterschätzende Lustreiseoerkehr, dem auch der Lust- pottbtenfi angeschlofsen ist. von p r > v a t « n «eseU- schaiien betrieben wird und sein Hauptgewicht auf bie schnelle Beförderung von Personen legt, wüh- rend drüben in Amerika der „A i r Mail Service" sich ausschließlich der Beförderung von Luftpost widmet, die bei dem großen Umfang der amerikanischen Handels, und Geschäftsinteressen eine viel größere Bedeutung besitzt, al» die» bei uns der Fall ist. Da 'Amerika da» klassische Land des Automobils ist, iebcr siebente Einwohner besitzt ein solches Vehikel, so ist die Verkehrsluftfahrt nicht in dem Umfange wie bei uns im Schwünge. Für die Amerikaner war es direkt eine Sensation, al» Ford, der populärfte Mann de» Landes, an- kündigte, daß er mit seinem Aluminium-Flugzeug „Maiden-Dearborn", das zwischen Chikago und Detroit fliegt, al» erster Unternehmer die „V e r • kehrsluitsahrt" eröffnet hat. Ev ist natürlich klar, daß Ford, dessen Mittel unbegrenzt sind, und der seinen fähigen Sohn Edsel mit der Drgani sation und Fabrikation von Flugzeugen und der Derkehrslustiahrt beauftragt hat, diese» Problem m ganz kurzer Zeit mit der ihm eigenen Energie losen wird, und wir hier in Amerika demnächst Ober wohlausgebaute Flughöfen, Flugzeuge und Fluglinien verfügen werden
Der amerikanische Lustpostdienst, der al« em gemeinnützige» Unternehmen der staatlichen Post anvifehen ist, führt auch hin und wieder Ret- tung»expeditisnen mit seinen schweren Flugzeugen aus, die ihn bei der Bevölkerung außer- ordentlich beliebt machen.
Es sei an dieser Stelle ein interessantes Bei spiel au» der charftatioen Tätigkeit de» Luftpost birnfte» angeführt. Die Funkstation in 9M Springs erhielt vor einiger Zeit unerwartet einen telephonischen Anruf, daß in dem bei Kammerer befindlichen Kohlen Bergwerk, welche» 120 Kilometer von ihr entfernt liegt, eine große Explosion stattgesunden Hai, bei der viele Personen verletzt worben sind Die einsam gelegene Zeche brauchte sofort einen Arzt mit Krankenpflegern und einen mit Wenerschaden vertrauten Sachverstön- b i g c n. Ein Hilfszug, der von Bock Spring» ab- gelafsen werden könnte, brauchte bei dem mangelhaften Unterbau dieser Dahn vier Stunden, bi» er zur Stelle war. Die» war jedoch viel zu spät, da inzwischen verschiedene der Verletzten hätten sterben können und die Möglichkeit weiterer llngluckssälle gegeben war. Man forderte den au» dem Weltkrieg bekannten, bei der Bevölkerung sehr beliebten Flieger 'Boom ft ra auf, mit feinem Postslugzeug sofort zu Hilfe zu eilen. Die schwere, mit einem De Haoiland Motoren ausgerüstete Maschine zog an, und eine halbe Stunde später war der sehnsüchtig erwartete Arzt an Ort und Stelle
Solche Rettungeerpeditionen sind in den einsam abgelegenen Wegcnben der Rockt, Mountain» keine Seltenheit So wurde kürzlich ein armer, an Blut- Vergiftung schwer bamiebeTliegcnber Schäfer eben- fall» durch eine Lustpostmaschine, die einen Arzt berbeiführte, von feinem Leiden erlöst. Der geregelte Betrieb erleidet durch derartige Hilfeleistungen na- türlich keine Unterbrechung und das Ganze wickelt sich mit der Pünktlichkeit einer Eisenbahn auf die Minute ab.
Sie erste große Etappe von Neuyork nach San Franzisko ist Ehikago. Beide» sind Weltstädte von unnachahmlicher Bedeutung, und die in ihnen untergebrachten Banken, Handel und Industrieunternehmungen sind bestimmend für das Besicht der Bereinigten Staaten. Der schnellste Zug zwilchen Neuyork und Ehikago braucht immerhin noch 20 Stunden, während durch da» Flugzeug diese Zeit aus 0 Stunden herabgemindert wird. Abfahrt urtb Ankunft des Flugzeugs find genau geregelt. Die Abfahrt des Flugzeugs erfolgt regelmäßig 10 Uhr abends östlicher Zeit, und das Flug- zeug trifft um 6 Uhr morgens mittefamerilanifd)er Zeit in Ehikago ein. Der Rückflug gefchieht bann wieder um 9 Uhr abends mittelamerikanifcher Zeil, und das Flugzeug ist in Neuyork um 6 Uhr morgens östlicher Zeit.
Zuerst hatte man beabsichtigt, nur des läge« zu fliegen, aber die Banken hatten hierauf gedrungen. daß der Nachtdienst im Flugverkehr eingcfuhrt werden sollte. Sämtliche im Laufe des Tages eintreffenden Aufträge für die andern Groß städte, die auf der Strecke liegen, gehen des Abends heraus und sind am nächsten Morgen an ihrem Bestimmungsort. Auch die B ersicherungsge-
25 Jahre Hessischer Lehrerturnverein
—0— Dor einigen Tagen war der Hessische Lehrerturnverein zur Feier seines 2 5 - jährigen Bestehens in Darmstadt zusammen und konnte sich dabei einer sehr zayl- reichen Beteiligung von Mitgliedern und Gästen, auch aus der Schulverwaltung, erfreuen. Dein Jubiläum hatte der Verein unter Verzicht aus alle geschäftlichen Verhandlungen und mit Unterstützung des LandeSamts für das Vildungstvesen zu einer großzügig angelegten
Tagung für Körpererziehung in btt Schule auSgebaut. Einleitend wurden in der Liebig- Oberreotschule von je vier Klassen Knoden und Mädchen verschiedener Schularten Vorführungen dargeboten, die in ihrer Mannigfaltigkeit und ausgezeichneten Durcharbeitung an Anregungen und Werbefrafl weit über den lebhaften Beifall der Stunde hinausreichen werden. Der Vachmittag vereinigte die Teilnehmer in der großen Turnhalle der Turngemeinde 1846 am Woogplah.
Oberreallehrer Karl Roth (Darmstadt) begrüßte die Versammlung als 1. Vorsitzender des Hess. Lehrerturnvereins, insbesondere mit warmen Dankesworten den cOiäbrigtn jungen Turner und Ehrenvorsitzende des Vereins. Schulrat i. R Schmuck, der den Verein ins Leben ries und ihm Führer und Berater war nnd heute noch sei', Schmucks Wirksamkeit habe das hessische Schulturnen in der Richtung bet turnerischen Durchbildung der gesamten Jugend wesentlich gefördert, und seine Lebensarbeit habe sich in dein Wandel unserer Zeit entwicklungsfähig gezeigt. So wertvoll die Unterstützung von der Phhsiologie und Psychologie her für unseren Turnunterricht sei, so müßten die erzieherischen Grundsätze doch immer lm Vordergrund bleiben.
Vamens des Landesomts für das Dildungs- tvesen dankte Oberst udiendirektor Lauten- schlöger dem Verein für feine Freiwillige und uneigennützige Mitarbeit bei der Pflege und Entwicklung des hessischen Schulturnens mit dem Wunsche, weiterzubauen am Reuen auf den bewährten Grundlagen des Alten.
Für den Darmstädter Lehrerturnverein sprach Prof. Beckern er betonte in eindringlichen Worten, daß Hessen immer noch die Zen- tralftcfte für Leibesübungen fehle, die sammelnd und richtunggebend wirken müsse.
Aus das innige Verhältnis des Vereins der Fachturnlehrer zum Hess. Lehrerturnverein wies dessen Vorsitzender. Oberreallehrer Qulet) f®arm- ftobt). hin
Vunmebr ergriff Schulrat i. R. Schmuck, von der Versammlung lebhaft begrüßt das Wort zu feinem Festvortrag:
Die Geschichte des Hessischen Schulturnen«.
Einleitend erklärte er, er gedenke, eS mit der geschichtlichen Wahrheit zu halten: diese aber könne uns durch klare Erkenntnisse zur fördernden Tat wecken, die ja die eigentlich? Feststimmung des reifen MonneS in sich schließe. Obwohl schon im Schuledikt von 1822 dos Turnen als ein Destandteil des Unterrichts und der Erziehung erkannt worden war. kann man doch erst seit rund 75 Jahren von einem hessischen Schulturnen reden. 3m 3ohre 1848 ries das fortschrittliche Ministerium v. Gagern den Turnlehrer Adoss Spieß, unseren Landsmann aus Lauterbach In Oberhessen, von Vasel nach Darmstadt, um boS Turnen in den Schulunterricht organisch einzu- gliedern. Eine Verfügung vom Jahre 1849 gab gab dazu die nötigen ©tunbagen. aber die dabei aufgestellten Forderungen sind bis heute noch nicht voll erreicht. Ein Schüler von Spieß, Alfred Maul aus Michelstadt L O. verstand den Geist des Meisters und wurde der verdienstvolle Organisator und langjährige Leiter des badischen Schulturnens. Aber schon bald erkrankte Adolf Spieß und starb am 9. Mai 1858. Vach einem
srllschafitn urtb ihre Unteragenten bedienen sich zum Verschicken ber gebrauchten Unterlagen fast ausschließlich ber Luftpost. Auch bie Zeitungen machen sich die Schnelligkeil ber UebermitHung £ nutze unb lassen KorrespondeEen. Artikel und »otographien fast nur noch durch bie Lust be- •bern. Auch die Filmindustrie und ber Film verleih fpnren durch Benutzung ber Lustpost 8—4 kostbare Tage. Das größte Eh'kagoer Bersanbhaus gibt pro Monaat 8000 Dollar kur bie Luftpost aus. Man macht sich kaum einen Begriff rwi brn bedeutenden Summen, bie im Bankwesen zwischen ben einzelnen Banken und Filialen hin »mb her geschickt werben. Der Transport von Effekten und Ikrftthcrungspapieren zwischen Neuyork unb Clevelcmb beläuft sich atff 1,3 Millionen am Tag. Noch viel größer ist die Summe zwischen Neuyork und Ehikago. zwilchen ihnen werden 20 Millionen Mark befördert. Die Banken nehmen etwaige erhöhte Kosten gern auf sich, weil auf ber anderen Seite bie Kundschaft die erheblichen Borteste der Zinsersparn's genießt.
Die Sicherheit ber in Amerika betriebenen Luftpost kann geradezu als vorbildlich bezeichnet werben. Auf ber aefamten llcberlanbftrerfc Neu York—San Franzisko ergab sich nur ein Verlust von 0,005 Prozent. Sogar bie eingeschriebenen Pakete wurden in ben Vereinigten Staaten nicht so sicher befördert als die Lustpost, denn 1922 gingen o.ih); - von eitlem Hunderstei verloren. Außerdem kommt noch hinzu, daß es etwaigen Verbrechern einfach unmöglich gemacht wirb, die durch ben Luftverkehr beförderten Briefschaften stehlen zu können. Mit Rücksicht hieraus ist diese Besördeungsart in ganz Amerika sehr beliebt, der außerordentlich billige Preis trägt weiter dazu
Stillstand und damit Rückschritt von nahezu zehn Jahren übernahm der In Hessen noch wohl- bekannte Turnlehrer Marr in Darmstadt die Führung: von Hause gus Finanzaspiranl. batte ihn eine gute turnerische und pädagogische Begabung zum erfolgreichen Schüler von Spieß werden lassen. Seil 1865 tätig, wurde er bei her Durchführung des Volksschulgesehes von 1874 der erste hessische Landesturninspektor. Aber heftiger Widerstand auf allen Seiten begleitete feine rastlose Tätigkeit, durch die cf trotz alledem mit tatkräftiger Unterstützung der obersten Schulbehörde die Grundlagen jur das hessische Schulturnen schul, wenn er auch in den letzten Jahren seiner Amtszeit nicht mehr überall sein konnte. Eine besondere Begabung hatte Mars für das Mädchenturnen: im Knabenturnen hat er mit zur Uebertreibung der Ordnungsübungen beigetragen, während bai Geräteturnen und die volkstümlichen Hebungen zu kurz kamen. 3m 3ahre 1898 wurde der Vortragende selbst aus die gleiche Stelle berufen, die schon damals mit einer starken Gegnerschaft belastet war. Und doch ist diese Stelle, von einem tüchtigen Fachmann im Hauptamt geleitet, heute wieder notwendig, heute mehr denn je. AuS der reichen Erfahrung seiner langen Amtstätigkeit heraus zeigte Schulrat Schmuck an vielen Einzelfällcn den weiten Umkreis der Wirksamkeit eines Fachmannes in der Gesamtleitung der Leibesübungen im Schulbetrieb. Eine äußerst wertvolle Hilse während seiner amtlichen Tätigkeit fei ihm stets der Hess. Lehrerturnvcrem gewesen. Lebhafter Deisall folgte den von tiefer Liebe zur Schule, zu Volk und Vaterland getragenen Ausführungen deS hessischen Altmeisters der Turnkunst.
Hieraus lauschte man den Worten des wefthin bekannten Führers der turnerischen 3ugendbewe- gung Dr. Edm und Veuendorss, seit kurzem Direktor der Preußischen Hochschule für Leibesübungen. Seine eigenartige, jugendlichen Bedürfnissen und Empfindungen zugewandtc Gedankenwelt gewinnt an Vachdruck durch die Art des Vortrags. Er sprach
von den Wegen btt körperlichen Erziehung und ihrer Bedeutung für Dolk unb Staat, in freier Rede, mit jugendlicher, hinreißender Begeisterung. Der Umfang und die Verfeinerung der intellektualistischen Bildung, unsere ganze Zivilisation, so führte er aus. hat uns seelisch krank gemacht, wir können vor lauter Denken und Wägen nicht mehr — wollen und handeln. Zur Vatur, zum Leib, zum Einfachen, au Uranfängen muffen wir zurückkehren, um wieder das Dollen, den Mut, die Tat zu lernen. Der Turnunterricht ist ja nicht bloß Technik^nicht bloß ein Mittel zur Erhaltung leiblicher Gesundheit, sondern er soll Erziehung sein.
Schon die einfachen volkstümlichen Uebungen be» Werfens. Laufen« und Springens sind auch in seelisch-geistiger Beziehung äußerst wertvoll, da sie durch Maß und Zahl auch über weite Räum« vergleichbar werden und fo den Willen zur Leistung wecken und stärken. Das Geräteturnen ist heute weniger populär, weil die Menschen nicht mehr — wollen können: denn hier muß zu dem Willen noch der Mut zur Beherrschung des Gerätes hinzukommen. Die Parteispiele erfordern Einordnung in eine Gemeinschaft, rasches Erfassen einer Lage und Schlagfertigkeit der Handelns. Schließlich darf aber auch „das Ringen und Schwingen am Gerät" nicht vergessen werden, das trotz oder vielleicht gerade wegen feiner Zwecklosigkeit das jugendliche Lebens- lefühl erhöht und innerlich stark macht: es ent- pringt dem Spiel- und Tanztrieb der Jugend und ührt zu den Tanzformen beim Mädchenturnen. Der nüchterne Engländer begnügt sich bei Bandmaß und Stoppuhr, das deutsche Kind aber ist einem Volke der Musik und der gotischen Dome
entsproßen. Dom toll bas Schwimmen vow 12. Le ben»iübre ob kommen und allmonatlich ent Wan benag uns bie ganze Last ber Zivilisation vergessen lassen, bomh bas Kind an den einfachen Freuden in und mit der Natur sich selbst gewinnen lertrt Das WvN, daß den Deutschen nur durch Deutsche geholfen werden fann, ist auch in ber Umkehrung wahr, baß bie Deutschen nur bunh Deutsche per mchret werden können. Darum müßen wir ein ein lache« willen Haftes unb mutiges Geschlecht er ziehen Reicher Bestall dankte dein einbrucksvntten Redner.
Abends gehörte die Turnhalle der Fugend. Der 3. Gau im verband des 9. (Äittelrbein.) Kreise» ber Deutschen Turnerschasi
bet Hlain-Hheingau
tvar mit seinen 3ugenbgruppen gekommen, um mit dem Führer der deutschen Turnjugend einen Tee- Abend zu verleben. Dazu waren lämtsiche C'ugenbi'crbänbe Darmstadt» miteingetaden. und jchließstch waren noch viele gekommen, die sich diese An von Jugendunierholtung astsehen wollien, fv haft der weite Raum samt ber Okilerie vollbesetzt war. Im Anschluß an seinen Vortrag, den Führer nun auch im lebendigen unmittelbaren Umgang mit der Turnerjugend zu lohen, war gewiß ein tcltener Genuß. Mit lebhaften . Gut-Heif-Rusen begrübt, ging Ne « endorff sreundlich-lächdnd durch ben «aal, und bald batten sie ihn in ihrer Miste. (Rh gerneiiHtme» Lied schallte sogleich durch die weite »lalle und gab da» (Befühl der Zusammengehörig feit. Vor der offenen Bühne hotten stch eine luqenö liche Kapelle mit Sireichinstriunenten aufgebaut sie war aus Nauheim bei Groß-Gerau — und machte außer der Begleitmusik zu den Gesängen auch Kon zertmusik. Und nun wechselten in bunter Mannig- faltigfett, wie es der Tee-Abend erfordert, gemein lame Lieder mit Darbietungen auf der Bühne in Musst, Gelang, ernsten unb heiteren Gedichten nnd Szenen, Bostsstücken, mimifd)-rhnthmi|d)e Wieder gäbe von Volksliedern u. a. Und habet herrschte kn dem großen Saal lautlose Stille und gespannte Aus- merffamfeit, und alle», wo» an festlicher Freude und Stimmung in der großen Versammlung ans kam, zog feine Nahrung nur aus diesen Darbictun gen, nicht aus den üblichen materiellen und seelischen Rauschgiften. Diesen Trennungsstrich ans freiem Wollen zwischen den Mitteln jzu einer heileren, geselligen Freude zog N e u e n d o r f s auch in feiner einfachen, kurzen Ansprache: ct er innerte ferner an das Dorfährige Jugendtreffen bei Deutschen Turnerfchaft zu Marburg a. L., wo IROOo Jungen unb Mädels sich als Kinder desselben Boi kes, als Arbeiter an sich selbst und bamll on einer besseren Zukunft fühlen gelernt hätten, und forderte schließlich aus, der Deutschen Turnerschaft und dein Geiste Jahns die Irene zu halten.
Anknüpfend an diesen Gedanken führte Direktor Heinrich H a f f i n g e r von der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in eindringlichen Worten aus. daH gerade bie Nicht achtung der Eigenart des anderen die gegenseitige Verständigung und den sozialen Frieden im den, schen Dolk so sehr erschwere: deshalb wünsche er brr Jugend aller Richtungen und Schichtungen gerade diese Ehrfurcht.
Am nächsten Morgen begann das Schwimmen ber Schulen
im Stähl. Hallenschwimmbab. Hier wurde den Teil nehmern der Tagung etwas Neues geboten. Dehn der Schwimmunterricht ist durch seine ine thodische Ausgestaltung als Klassenunterricht reif geworden, dem Schulunterricht organisch eingcglie- den zu werden. Das Landesamt für das Bildungs- mefen hat unter dem 26. August d. I. „Richtlinien für den Schwimmunterricht der Schulen ih Heften" yerausgegeben und auch an die Berfammlung verteilen lassen. Dberreallehrer Karl Roth brachte ben Lehrgang in anschaulicher Weise mit seinen Schülern zur Darstellung, und es wäre eine Freude, besonders die Uebergangsübungen im Wasser zu verso!
gen. Zum Schluß wurde noch eine 500 Meter-Stössel unter den Darmstädter Schulen ausgetragen (zehn Jungen je 2 mal 25 Meter).
Leider mußten die Spiele auf dem Hochschulsport- platz des schlechten Wetters und der dornst zusammenhängenden Bodenverhältnisse wegen ausfallen.
Nächstes Jahr wird der He|f. Leyrerturnoerein feine Hauptversammlung zu Oppenheim a. Rh. abhalten.
Aus der Provinz.
Landkreis Gienen.
V Klein-Linden, 20. Sept. Der seit 1918 hier bestehende Gchützenverein .Roland" hat jetzt einen neuen Schicßstand am .Ehristophswäldchen" eingerichtet, nachdem das Kreisamt die Genehmigung hierzu erteilt hatte. Der über 60 Mitglieder zählende Verein hat auch die Anschaffung von zwei 8.5-Millimeter-Gewrh- ren ennöglicht. 3n diesem Winter soll noch baS Saalschießen mit Zimmerstuhen gepflegt werben, dann will man im nächsten Frühjahr mit dem Grohkaliberfchießen beginnen. Der er ft feit einiger Zeit bestehende Kletnkaliberschützenver- e i n will nun auch ein zweites Gewehr und einige Zimmerstutzen anschassen, da die Mitgliederzahl schon über 40 aktive Schützen aufweist, und Veuanrneldunaen bevorstehen. — Der 53- jährige Landwirt Wilhelm Schmidt in der Wetzlarer Straße stürzte beim Arbeiten in seiner Scheune so unglücklich, daß er bewußtlos liegen blieb. Der Arzt stellte zwei Rippenbrüche fest.
? Lollar. 19 Sept An den diesjährigen Reichsjugendwettkämpfen, die hier am
Oie Osram-Tl-Lampe
verkörpert den neuesten Fortschritt auf dem Gebiet der elektrischen Glühlampen. Der neue, durch Patente geschützte Wendeldrahi ermöglicht eine bisher bei luftleeren Spiral- drahtlampen unerreichte Oekonomie und Lichikonstanz, seine Anordnung eine vorteilhafte Tichtverteilung. Oie Osram-N-Lampe ist in hohem Maße geeignet, die bisherigen Lampen mit gestrecktem Draht zu ersetzen. e>« wird in dem Umfange geliefert, ben die Umstellung der $abr(tation jUlößt.
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