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Montag, 21. September 1925

175. Jahrgang

Nr. 221 Erstes Blatt (L)

vrmk und Verlag: vrühl'Iche UniverMK-Such- und Lleindruckerei R. Lange in Kietzen. Schriftleilung und Seschästrftelle: Lchnlltratzi 7.

und den die alte Q3eretni|

Deutschland und der Völkerbund.

Genf, 20. Sept. (WTB.)Journal de Geneve" stellt die Frage, wann Deutschland in den Völker­bund eintreten werde. Das Blatt sieht flroei Mög-

Das amerikanische Staatsdepartement hat den amerikanischen diplomatischen Vertreter in Tanger beauftragt, die amerikanischen Flieger, die zusammen mit den französischen gegen die

Danzig und der Völkerbund.

Der Brieskastenkonflikt gegen Danzig entschieden

derMalkasten", die Ehre Hat, zum Ehren­mitglied rechnen zu dürfen. Ich bitte Sie, Herr Reichspräsident, unser Gelöbnis aufzufassen als Ausdruck unserer aufrichtigen und tiefempfun­denen Dankbarkeit und als Ausdruck für alles, was Sie in schwerster Zeit für das Vaterland getan haben. Wir jubeln Ihnen zuals demgetreuen Eckart" des deutschen Volkes. Seitdem die Stadtverordnetenversamm­lung im Jahre 1917 Sie zum Ehrenbürger unserer Stadt ernannt hat. war keine Gelegenheit ge­boten, Ihnen den Ehrenbürgerbrief der Stadt auf Düsseldorfer Boden zu überreichen. Indem ich Ihnen diesen heute überreiche, tter- binde ich damit den innigen Wunsch, daß Ihr Wirken ander Spitze des deutschen Volkes von reichstem Segen begleitet sein möge. Mitbürger und Mitbürgerinnen: Hindenburg und das deutsche Vaterland sollen leben: Hoch!

Annahme von »nzelaen für die Tagesnummer oi» zum 91 ad)mittag vorher ohne jedeDerdtndlichsteit.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re­klame-Anzeigen o.70mm Breite 35 (Bolbpfennig, Platzvorschrist 20'Auf­schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr.Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil: Ernst DIumschem; für den Anzeigenteil: HansDeck, sämtlich in Dietzen.

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

gegen 6 Uhr berührte der Reichspräsident auf seiner Ruckreise nach Berlin Hannover, wo ihm von seiner Schwiegertochter auf dem Bahnhof ein Blu- menstrautz überreicht wurde. Der Reichspräsident der sehr frisch aussah, wurde vom Publikum stür­misch begrüßt. Rach kurzem Aufenthalt fuhr der Zug nach Berlin weiter, wo er gegen 10 Uhr abends eintraf.

Der Ehrenbürgerbrief der Stadt Düsseldorf.

Düsseldorf, 19. Sept. (XU.) Der Ehren­bürgerbrief, der heute dem Reichspräsidenten überreicht wurde, hat folgenden Wortlaut:

Bürgermeister. Beigeordnete und Stadt­verordnete der Stadt Düsseldorf bekennen und beurkunden, dah die Stadtverordnetenversamm­lung Ee. Erzellenz, den Chef des Generalstabes, Generalfeldmarschall Paul v. De- ncckendorff und v. Hindenburg, zu seinem 70. Geburtstage als Zeichen t i e f st e r Verehrung und unauslöschbarer Dankbarkeit für seine Verdienste, die er im Kampf des deutschen Volles um seine Zukunft und Sicherheit gegen eine Welt von Feinden und das gesamte d^ttsche Vaterland und um unsere Stadt »ich crwbrben hat, auf Grund des 8 6 der Städteordnung für die Rheinprovinz vorn 15. Mai 1856 zum Ehrenbürgerder Stadt Düsseldorf ernannt hat. Hier­über ist dieser Ehrenbürgerbrief mit unseren Unterschriften und unter Anhängen des großen Stadtsiegels ausgefertigt worden.

So geschehen Düsseldorf, den 1. Oktober 1917. Der Oberbürgermeister Dr. Oe h ler

im Rheinstadivn folgende Rede:Hochverehrter Herr Reichspräsident! Ich heihe Sie auf das herzlichste willkommen in Düsseldorf. Die Rachricht von Ew. Exzellenz Dest-ch in Düsseldorf hat in der ganzen Stadt die Herzsn höher schlagen lassen. Wir freuen uns von ganzem Herzen, nach 41 . Jahren Fremdherrschaft auf freiem rechts­rheinischen Boden den obersten Vertreter des deutschen Volkes zu begrühen. Wir bringen durch diese Kundgebung der Düsseldorfer Bevölkerung der Reick^regierung. den Dank zum Ausdruck, dah sie durch ihre zielbewuhten Schritte diese Jubelfeier heute er­möglicht hat. Düsseldorf begrüht in Ihnen aber besonders auch einen Ehrenbürger, dessen Ramen einer unserer schönsten Strahen- züge trägt, dessen Ramen verknüpft ist mit einer unserer höchsten und bedeutendsten Lehranstalten, ' Vereinigung unserer Künstler, , die Ehre hat, zum Ehren-

Aantteichs amerikanischen Schulden.

Paris. 20. Sept. (WTB.) Wie der Reu- Yorker Korrespondent der PariserReuyork Hcrald" erfahren haben will, wurde die Rege­lung der ftanzösischen Schulden bei Amerika in den großen Linien bereits in den vorbereitenden Derl^lndlungcn sestgele g t. Danach sollen alle sranzösischcn Schulden, sowohl die vor als auch die nach dem Waftenstillstand ein- gcgangenen. einschliehlich des Schuldbetrages sür die von den Vereinigten Staaten 1919 an Frank­reich verkauften Hecresbestände. konsolidiert werden. Diese Schuldenbeträge sollen ebenso wie die französischen Schulden bei Großbritannien in einem Zeitraum von 62 Jahren getilgt werden. Der Z i n s s a tz für die konso­lidierte Schuld soll 3Vi Prozent betragen. Dieser herabgesetzte Zinssatz, der an Stelle des bis­herigen Satzes von 5 Prozent tritt, hat rück­wirkende Geltung, so dah die Gesamtschuld Frank- reidjä sich auf ungesähr 4,5 Milliarden Dollar vermindert. Infolge dieser Berechnung wird Frankreich in Zukunft von 20 Millionen Dollar.

I die es jährlich für die seinerzeit gekauften Heeresbestände bezahlt. 14 Millionen zur Schul­dentilgung verwenden können. Die übrigen Jahres betrüge von je 6 Millionen Dollar, ins- gesamt also 36 Millionen für die Jahre 1919 bis 1924, sollen Frankreich g u t g e s ch r i e b <r n wer- den. Die von Frankreich geschuldeten Zahlungen, sowohl für Kapital als auch sür Verzinsung sollen während der ersten 10 bis 15 Jahre entsprechend I den Voranschlägen, die die französischen und amerllanilchen Delegierten gemeinsam aus- arbeiten werden, herabgesetzt werden. Bei den Voranschlägen sollen die finanziellen Schwie­rigkeiten Frankreichs und die steuerliche Belastung in Frankreich im Vergleich zu den anderen Län­dern berücksichtigt werden. Wenn auch die gutge­schriebenen Beträge vielleicht nicht dem vollen Wert der genannten ftanzösischen Leistungen ent­sprechen. so vertritt man in Washington doch die Auffassung, dah die jetzt vorgesehenen Abstriche das äußerste sind, was Frankreich billiger-

I weise verlangen kann.

Präsident Eoolidge erklärte, er sei nicht dafür, dah man gegenüber den Ländern, die in ernstlichen finanziellen Schwierigkeiten seien, übertriebene Forderungen ausstelle. Er habe keineswegs die Absicht, irgendeinen Druck auf die Mitglieder der amerikanischen Schulden- Fundierungskommission auSzuüben. Er billige je­doch nicht die Haltung des Teiles der ameri­kanisch en Presse, der die Behauptung aus- I stelle. Frankreich s e i nicht in der Lage, zu bezahlen. Rach Ansicht des Präsidenten I müsse die amerikanische Presse vornehmlich die amerikanischen Interessen vertreten. Es sei nicht ihre Aufgabe, für die Sache Frankreichs zu plädieren. Das Weihe Haus werde sehr aufmerksam die Aeuherungen der amerikanischen Presse verfolgen, um sestzu- stellen. ob den Wünschen des Präsidenten Folge geleistet werde. Rach dem Korrespondenten de« Reuyork Herold hätte die Bemerkung eine gewisse Ueberraschung hervorgerusen, denn sie würde als eine Art Zensur ausgelegt. Man sei der Ansicht, dah diese Geste des Präsidenten Eoolidge aus den Wunsch zurückzuführen sei. die §tel- 1 lung des französischen Finanzministers nicht noch zu stärken, denn die amerikanische Kommission wäre sehr behindert, wenn der französische Fi- ' nanzminister sich auf die Ansichten und Anre- i gungen stützen könnte, die die Amerikaner selbst zum Ausdruck gebracht hätten.

: Kritische Lage der Spanier 1 in Marokko.

Berlin, 20. Sept. (XU.) DieVoss.

Ztg." meldet aus Lissabon: Entgegen den ' offiziellen Meldungen haben die spa- > Nischen Truppen kürzlich bei Tetuan etwa 2000 - Mann Verluste an Toten und Ver - , wundeten zu beklagen. Der Kampf in Regaja,

Der Reichspräsident in Düsseldorf.

Ueberreichung deS Ehrenbürgerbriefe an Hindenburg.

Düsseldorf. 19. Sept. (WTB.) Samstag vormittag traf der R e i ch s p r ä s i d e n t mit den shn begleitenden Herren, unter denen sich der Reichskanzler Dr. Luther, der wegen unauf­schiebbarer persönlicher Gründe Düsseldorf bereits heute früh verlassen hatte, nicht mehr befand, im Regie rungsgcbäude an der Cäcilien- ollee ein. dessen Vestibül und Freitreppe reichen Lorbeer- und Blumenschmuck trug. 3m Plenar- sitzungssaale. der gleichfalls mit Blumen. Topf­pflanzen. Teppichen und Gobelins festlich aus- geschmückt war. hatten sich inzwischen die lei­tenden Reichs- und Staatsbeamten mit einer Anzahl von ihnen unterstellten Be­amten und Angestellten eingefunden. Der Reichs­präsident wurde lebhaft begrüht von dem Ober- Präsidenten der Rheinprovinz. Dr. Fuchs in ben Saal geleitet, wo ihn alsdann der Landes- ftnanzamtspräsident Dr. Schmittmann mit einer Ansprache begrühtc. aus die der Reichs­präsident mit Worten des Dankes für den Will- kommensgruh und das Gelöbnis treuer Psluht- erfüllung namens der rheinischen Beamtenschaft erwiderte. Ich habe, so führte der Reichspräsident aus. die Gelegenheit, mit den Vertretern der rheinischen Beamtenschaft zusammenzutressen. gern benutzt. Ist es mir doch ein lebhaftes Bedürfnis. Ihnen und allen Beamten des Reiches. deS Staates und der Kommunen namens des Reiches aufrichtigen Dank auszu­sprechen für die tapfere Haltung, welche die Beamtenschaft aller Dienst­grade in den hinter uns liegenden schweren Jahren gezeigt hat. und Ihnen dafür zu danken, dah sie in treuer Pflichterfüllung um des Vater­landes willen freudig harte Leiden und große Opfer auf s ich genommen hat. Der Landessinanzamtspräsident Dr. Schmittmann ftclfte dann die anwesenden behördlichen Chefs und diese wieder ihre Beamten und Angestellten dem Reichspräsidenten vor. der an jeden ein­zelnen der Dorgestellten das Wort richtete.

Vor der Abfahrt vom Regierungsgebaude empfing der Reichspräsident den R7annergesang- vereinEintracht", dessen Protektor er ist Der Verein trug einige Chöre vor. Daraus wechselte der Reichspräsident einige Worte mit dem Dirigenten und dem Dereinsvorsitzenden.

Der Reichspräsident begab sich dann in das Stadion. Auf den Zufahrtsstraßen hatten die Krieger- und Kameradschaftsvereine Ausstellung genommen, hinter denen sich eine dichtgedrängte Menschenmenge plazierte. Ungeheuer war der Jubel, als der Reichspräsident die Straßen pas­sierte. Rach dem Einzug der Sportverbände und Vereine hielt

Oberbürgermeister Dr. Lehr

Gens. 19. Sept (IDIB.) Der Völkerbundsrat genehmigte in seiner Verhandlung über den Dan- 1 zig.polnischen vrieskastenkanslikt entgegen den Danziger Beschwerden den Vorschlag des Sachversländigenausschusses über die Festsetzung der Grenzlinien des Danziger Häsens für den polnischen Postdienst. Senatsprasident Sahm hatte im Auftrag der Danziger Regierung gefordert, dah die endgültige Entscheidung über die Grenz- zichung dem Internationalen Gerichts­hof im Haag übertragen werden soll. Der polnische Vertreter Straßburger widersprach diesem Vorschlag und bat den Völkerbund um so­so r t i g e Entscheidung aus Grund des vor­liegenden Sachversländigengulachtens. Lord Robert Cecil wies die juristischen Einwände der Danziger Delegation zurück. Auch das schwedische Rats­mitglied, das seinerzeit im Juni die Zuziehung eines juristischen Experten in den Sachoersländigen- ausjchuh verlangt hatte, stellte sich aus den Stand­punkt, dah die rechtliche Begründung des Sachver­ständigengutachtens durchaus ausreichend und ge­nügend sei.

Infolge dieser Entscheidung des Völkerbunds, rates muh nunmehr Polen drei der von ihm in Januar im Danziger Stadtgebiet angebrachten vriefkästen f oforl entfernen, wahrend die übrigen vriefkästen nach diesem Entscheid des Völkerbundes an ihrem Platz verblei­ben können.

Die Verhandlungen deö Rates, die über zwei Stunden dauerten, liefern erneut den Be­weis. daß keine rechtlichen Gesichtspunkte, son­dern rein politische Rücksichten den Rat zu diesem Entschluß bewegten. Die Ent­scheidung des Völkerbundrates wird zweifellos der Völkerbundfreundlichkeit in Deutschland einen neuen Stoß versehen.

DieDanziger Reue st en Rach r l ch » t en" schreiben: Das Unfaßbare, f ür d ö lIig unmöglich gehaltene ist geschehen. Der Dölkerbundrat ist über die sachlich eingehend be­gründete Denlschrift des Senats der Freien Stadt Danzig ebenso hiuweggegangen. tou er die vom Plenum des Volkstages angenommene Entschließung ignoriert hat, die einmütig zum Ausdruck brachte, daß die Behandlung Danzigs in der Frage des Postkonflikts als eine Ver­letzung der im Versailler Vertrag und in der Pariser Konvention fest­gesetzten Rechte der Freien Stadt Danzig anzusehen ist. Wohl noch nie ist die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig durch einen Beschluß des Völkerbundrates so schwer enttäuscht und betroffen worden. Man hatte in Genf geglaubt, die Sache mit diesem Bescheid beendet zu haben. Man hatte dabei aber völlig übersehen, dah diese Entscheidung, die vom Rechtsboden abgleitet, eine Quelle ftetig neuer Zerwürfnisse und Differen­zen aller Art zwischen Danzig und Polen werden muh. ganz abgesehen davon, daß sie in schwerster Weise die finanziellen Interessen der Freien Stadt zu schädigen berufen ist.

Das polnische Munitionsdepot in Danzig.

Genf, 19. Sept. (Wolfs.) Der DölkerbundS- rat hat die Festsetzung derUmgrenzungdes polnischen Munitionsdepots auf der Westernplatte im Danziger Sinne entschie­den und beschlossen, den Hafenausschuß nut der Grenzziehung zu beauftragen. Das Defwt soll Ende Oktober von Danzig an Polen ausgehandigt werden.

Senatspräsident Sahm und der polnische Vertreter in Danzig, Straßburger, stimm-

lichkeiten: Entweder Vertagung bis zur näch st jährigen Dölkerbundsversamm- lung ober Einberufung einer außer­ordentlichen Tagung der Völkerbundsoer- fammlung. Niemand in Genf, so scheine es, würde darüber besonders erfreut sein, wenn der Beitritt Deutschlands zum Völkerbund um ein weiteres Jahr verschoben würde. Bei den Vorbereitun­gen für die Wirtschaftskonserenz und bei anderen Angelegenheiten müsse man dringend zu einem guten Ergebnis kommen. Die Aufnahme Deutschlands durch einen besonderen Beschluß des Dölkerbundsrats würde juristische Probleme auf­werfen, durch die die Gültigkeit der Zulassung an­gefochten werden könne. Es scheine daher, daß eine außerordentliche Tagung trotz mancherlei Unbequemlichkeiten die passendste Lösung sein werde. Hinsichtlich der Frage, was Deutsch­land iin Völkerbund zunächst tun werde, meint schließlich das Blatt, daß es eine Reihe von Fragen, die man für geregelt hielt, wieder ins Rollen bringen werde, so die Militärkontrolle, die Frage der Mandate und der Minder­heiten, ferner die Saarfrage und die Dan- jiger Fragen. Es werde dabei Hoffnungen er­wecken, die nicht verwirklicht werden könnten, und andererseits Enttäuschungen verursachen. Das alles aber werde besser lein, als wenn das den Mittel- punkt Europas bildende Deutschland noch lange dem Völkerbund fernbleibe.

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

Beilagen:

VießenerFamilienblLtter Heimat im Bild monats>Bejugspreis:

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hoch! hoch!"

Der Reichspräsident dankte herzlich für den Willkomm und die Ueberreichung des Ehren- bürgerbriefes und brachte ein Hoch auf die Stabt Düsseldorf aus. Nach einigen Musik- unb Gesangs­stücken begab sich ber Reichspräsident dann zu einem Imbiß in die inneren Räume des Stadions. Kurz nach 12 Uhr verließ der Reichspräsident im Kraft­wagen bas Stadion und fuhr zum Düsseldorfer Hauptbahnhofe. Auf dem Wege zum Bahn­hofe wurde er wieder überall von einer vieltausend­köpfigen Menge jubelnd begrüßt. Namenllich am Bahnhöfe, wo sich eine große Menschenmenge einge­funden hatte, kam es zu begeisterten Kund­gebungen fürHindenburg. Als dieser das Bahnhofsgebäude betrat, erscholl von neuem das Deutschlandlied. Sämtliche Kirchenglocken der Stabt läuteten dem Reichspräsidenten ben Abschiedsgruß. Die Abfahrt erfolgte um 12..44 Uhr. Nachmittags

ten dieser Entscheidung zu. Senatsprasident Dr. \ Sahm betonte, dah bei der Grenzziehung der . Hasenausschuh und die Sachverständigen tn erster Linie die Bedürfnisse des Hafens be­rücksichtigen, und daß die infolge dieser Ab­grenzung etwa notwendig werdenden Maßnahmen I für die Sicherheit des Munitionslagers in einer Weise getroffen werden müssen, die den Hasen- interoffen nicht abträglich sein dürfen. Senats­präsident Dr. Sahm, der ausdrücklich um die Ausnahme dieser Erklärung ins Protokoll bat, wiederholte dann den Protest gegen die Anlegung eines polnischen Muni- l tionsdepots im Hafen von Danzig, wie er ihn bereits im März 1924 ausgesprochen I Hatte. Polen habe auf eigenem Territorium in der Zwischenzeit einen eigenen .Kriegs- I Hasen fertiggestellt, der für Munitions- transporte vollko mm en ausreichend ei. Die Bevölkerung Danzigs werde sich niemals I mit der Tatsache aussöhnen, dah Leben und Sicherheit der Einwohner von Dan­zig für polnische militärische Zwecke dauernd großen Gefahren ausgesetzt werden.

Der polnische Terror in Oberschlesien.

Deuthen, 20. Sept. (WTB.) Die Der- treter der Angestelltenspitzenorgani- f a t i o n e n , und zwar des deutschnationalen I Handlungsgehilfenverbandes und des Gewerk­schaftsbundes der Angestellten hatten am Sams­tagnachmittag bei dem Präsidenten der gemischten Kommission Calonder eine Audienz, in der sie sich über Mißhandlungen ihrer Mitglieder in Polnisch-Oberschle- sien beschwerden. Sie überreichten dabei eine Entschließung, in der Protest erhoben wird gegen die in letzter Zeit sich mehrenden Terrorakte gegen in Deutschland wohnende und in Polen beschäftigte Angestellte, deren einziges Vergehen | darin besteht, dah sie den durch den Genfer Ver­trag gebilligten deutschen Organisationen ange­hören. Die Erregung über die in den letzten Wochen befanntgetoorbenen Lieberfälle sei umso größer, als diese Terrorakte offenbar durch die Polizeivrgane geduldet und ge­billigt werden. Der Präsident solle deshalb sein volles Augenmerk auf diese von Fanatikern planmäßig betriebenen Bedrohungen und Beun­ruhigungen richten und für Abhilfe sorgen. Präsi­dent Calonder sagte eine eingehende Prüfung der Angelegenheit zu.

Die Unterdrückung der deut­schen Schulen in der Tscheche!.

Prag, 19. Sept. (WTB.) Die deutschen Abgeordneten haben im Parlament eine dring­liche Interpellation eingebracht, die gegen die neuerlich erfolgte Auflösung weite­rer 20 einklassiger deutscher Volks­schulen und 1400 deutscher Volksschulklassen Protest erhebt, sowie dagegen, daß in rein deu^tschen Orten Minderheitsschulen für zwei bis fünf (!) tschechische Kin­der errichtet werden. Die Auffüllung dieser Schulen wird dadurch erreicht, daß man durch Drohungen und Versprechungen deutsche Kin­der in diese Schulen bringt. Den Deutschen wird die Erhaltung der deutschen Schulklassen auf eigene Kosten unmöglich gemacht. Die Erledi­gung von Beschwerden, die keine aufschiebende Wirkung haben, dauert Jahre. Die Interpella­tion fordert schließlich die Durchführung der nationalen Schulautonomie.

einer Landschaft, die an die Tangerzone, grenzt, könne täglich zu schwerwiegenden Ereignissen führen. Man müsse bereits mit der völligen Einstellung der spanischen Offensiv­bewegungen gegen Abd el Krim rechnen. In Spanien selbst ist die Stimmung außerordentlich gedrückt. Erst jetzt wird bekannt, daß man für den zweiten Jahrestag der Diktatur mit re­gierungsfeindlichen Demonstratio­nen sehr stark gerechnet hat, und für alle Fälle in den Tagen vom 12. bis 14. September die Truppen der Madrider Garnifon in den Ka­sernen hielt.

Im Feldlager von Cobadilla wartet man auf das Eintreffen zweier Destillierapparat.e, um nötigenfalls Meereswasser zu destillieren, da die Rachforschungen nach Trinkwasser bis jetzt zu keinem Ergebnis führten Der Angrift auf Morro Ruevo setzte um 10 Uhr abends an der ganzen Front ein. Die Rifleute, die mit Hand­granaten voraingen, wurden nach ziemlich leb­haftem Kampfe zurückgewiesen. Um 1 Uhr nachts erneuerte der Feind feinen Angriff, und zwar mit Unterstützung von Geschützen, die auf dem Dfchebel Malmusi aufgestellt waren. Die Geschosse gingen jedoch größtenteils fehl und flogen ins Meer.