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Der gefesselte Strom.
Roman von Hermann Stegemann.
(Schluß.)
Da schob Hanns den Elfenauer beiseite.
„Lassen Sie mich mitfahren, Tylander, ich kenne den Rhein."
Er stand schon im Boot.
Tylander bezwang seine Abneigung, sagte kurz , bitte", und sie legten die Ruder aus.
Schweigend fuhren sie in den Strom.
Hanns wollte die Mitte gewinnen. Aber Ty- lander drückte das Fahrzeug aus der Strömung und hielt am Schilfgürtel hin, der weit ins Wasser hineinwuchs. Die großen Nachen, waren schon um die Biegung verschwunden. In flüsternder Einsamkeit trieb das Boot. Die Abendfarben waren im sanften Dämmer verblaßt. In ruhigem Drang zog der gefesselte Strom.
„Laß mich auch mal, Papa," bat die Kleine und stand auf.
Tylander fing sie auf und stellte sie zwischen die Knie.
„Elsi, du bringst mich aus dem Takt", scherzte Hanns, als sie das Ruder ins Wasser drückte.
Tylander wandte sich zu ihm um.
„Kann ich Sie morgen früh auf Ihrem Bureau oder an einem anderen Ort treffen^ '
„Sie treffen mich von sieben Uhr an im Turbinenhaus."
Knapp und spröd fielen Frage und Antwort
Hanns hielt die Ruder flach. Dicht strich das linke am Schilf.
Gr wollte das Boot durch einen Kreuzschlag in den offenen Strom drängen, um den Reusen und Stcllnetzen zu entgehen.
Aber Tylander schlug trotzig das rechte Ruder em und das Boot kragte zurück.
Elfi packte lachend zu und half, unwillkürlich verstärkte auch äylander den Zug.
„Geben Sie acht, ine Pfähle —" wollte Hanns rufen, da schnellte der Kiel vorn in die Höhe, Tylander gab in der Hast einen falschen Schlag, und die schmale Gondel kippte um.
Das geschah so rasch und mühelos, daß das Kind noch mit einem Lachen ins Wasser schoß.
„Festhalten!" schrie Hanns und warf sich weit hinaus, um das gekenterte Boot, das halb unter Wasser trieb, zu entlasten. Er war leicht gekleidet und wußte, daß der Strom trug. Ein weißes Bündel, das Kind, Gerhart Tylander hob es an die Oberfläche, und in gemeinsamer Anstrengung schoben sie es auf den Kiel.
Das Boot war quergeschlagen und in den offenen Rhein hinausgetrieben worden.
Die Männer schwammen zu beiden Seiten und stützten das Kind, das, vom Schrecken erstarrt, halberstickt aus dem glatten Kiel hockte. Nichts war zu hören als der keuchende Atem der Männer und das gleichmäßige Klatschen der Wellen im gekenterten Kahn.
Hanns hob sich mit starkem Schlag aus dem Wasser.
Das Boot trieb letzt mitten im Rhein. Dünste standen an den Ufern, Wälder blickten herab, der letzte Rosenschein verging am Himmel. Ein Reiher strich mit heiserem Schrei zu Horst.
Da schrie Hanns Ingold den Notruf der Rheinschiffer, und „Alli-aho" schallte es mtt voller Kraft über den glitzernden Strom.
„Die anderen muffen uns ja sehen," keuchte Tylander.
Hanns wußte, daß das nicht möglich war.
Das Kind fiel mit einem kläglichen Wimmern vornüber.
„Elschen," schrie Tylander und fühlte, wie ihm die Glieder erstarrten im kalten Rhein.
„Ich halte sie," antwortete Hanns und ergriff das kleine kalte Bein, das leblos über den Kiel hing
Da spürte er, daß das Wasser heftiger zu drängen und zu saugen begann. Das Boot geriet ins Schwanken und drohte sich seitwärts zu wälzen und unterzuaehen. Er begriff, daß sie verloren waren, wenn nicht bald Hilfe kam.
„Tylander!"
„Ja", keuchte Gerhart.
„Ich schwöre Ihnen, daß Ruth rein und un- tadelhast dastcht. Glauben Sie mir?"
Er stieß die Worte keuchend hervor, seine Kräfte begannen zu schwinden. Er wußte, daß er den Eid leisten mußte und sprach die Worte ohne Zagen.
„Ich glaube Ihnen, Ingold."
Gerhart Tylander griff wieder kräftiger aus. Aber es war nur die Wirkung dieser Beschwörung gewesen, seine Kraft war erschöpft.
Das Boot sank tiefer, das Kind tauchte schon bis an die Hüften ins Wasser.
Tylander verlor den Halt. Das Boot kippte, das Kind fiel. Und dreimal rangen sie mit schwindenden Kräften gegen den Tod, drehten dreimal den Kahn, ehe er wegsacken konnte, und hoben dreimal das erschöpfte, schon leblos gewordene Kind auf den Kiel.
Noch einmal warf Ingold mit letzter Kraft den Oberleib aus der Flut.
In der Ferne der Gitterstrich der Brücke, um ihn her der stärker saugende, die Füße wegfegende Drang des Wassers — sie trieben dem Lauffen zu.
»Lylander — nach rechts — die Insel!"
Schwarzer Baumschlaa stand vor letztem Opal — die Insel! Die Insel uno vielleicht die Rettung!
Ader Tylander konnte das Boot nicht regieren. Es trieb nach links ab in die Strömung, die zwischen den Quadern des Werkes wie ein Sog wirkte. Da keuchte Hanns:
„Lassen Sie das Boot los — schwimmen Sie frei — das Wasser trägt Sie hin."
„Das Kind!" keuchte Gerhart und griff nach dem weißen Püppchen, das vielleicht noch lebte.
.Lassen Sie los — Sie zuerst — ich das Jtinbl* Und Gerhart erriet, stieß ab und schoß in das Weidengebüsch, ehe sie daran vorbeitrieben.
Das Doot lag schon einen Fuß unter Master, gurgelnd entwich die Luft.
„Hierher, Jnaold!"
Im letzten Willensakt warf sich Hanns Ingold quer über den Kiel, stemmte das Knie auf, schnellte mit dem Kind in die Höhe, spürte das Boot entweichen, fühlte das Püppchen aus feinen Händen gerissen und schlug dann schwer zurück in die Flut.
.Lnaold!"
Er konnte Tylander nicht mehr antworten. Et das Weinen und plötzlich
Armen glatt
aus und hob mühsam den Stopf, schon müde, schon vom Rhein in Schlaf gewiegt. Da hörte er ganz fern, ganz süß, ganz voll Liebe und wie letzter Sehnsucht Llbschiedsgruß feinen Namen rufen.
„Hanns Ingold!' klang es im Rauschen des Rheins.
Und ein stolzes, trotziges Aufbärttneo ging durch seinen Leib, er trat hinunter in die schwerflüssige Tiefe, schnellte auf, und als ihn die Flut hob, sah er in der Ferne, dort, wohin ihn der Strom un» widerstehlich riß, ein mächtiges Fanal aufflammen, Sonnengluten aus hundert Bogenfenstern brechen, weiße Lampen gegen den Rhein schwanken, Lichterketten funkeln, das Tal, den Rhein, die Wälder erglänzen und erblickte dicht vor sich im Mittelpunkt dieser neuaufleuchtenden Welt sein Werk als strahlenden Kern.
Da hob er die lallen Hände zum letzten Gruß, und der Strom, den er gefesselt, fesselte auch ihn und zog den Müden hinab.
Ende.
horte Stimmen hallen und verhallen, des gerettete» Kindes, Hupen heulen Glocken klingen.
Ader noch einmal strich er mit den
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