Ausgabe 
20.11.1925
 
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: su ystag, 20. November (925

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)

Nr. 2t2 Dritter Blatt

Syrischer Küftenbummel.

Von Triesl nach Konstantinopel.

Von unserem A. W. K.=florrefponbenten. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

An Bord desCamaro", gerbst 1925.

I.

(15 mag (ehr unnnötig erscheinen, nach neuen Rcisewegen und Reisezielen zu suchen, wo es auf Gottes weiter Erde so viele schöne Fleckchen gibt, nach denen Unzählige sich in Sehnsucht verzehren, ohne jemals Zeit, Geld und Gelegenheit zu haben, an das Ziel zu kommen. Und doch sind cs gerade diese drei Faktoren, Zeit, Geld und Gelegenheit, die demjenigen, dem. Golt alsmal öfters dierechte Gunst" erweist, zwingen, sich nach neuen Wegen und Zielen umzusehen, wofern er keine ausgetretenen Straßen wandern will. Keine Zeit und kein Geld" beutel ist unbeschränkt, und geht der Reiseorang erst mal hinaus auf5 Meer, so verengen sich die gebote­nen Gelegenheiten in ganz erheblichem Maße. Ganz vermeiden, wird sich die ausgetretene Straße' nie lassen, aber wenn man sie als Anmarschweg benutzt, so gelangt man zu Zielen, zu denen sonst der Er- holungsreisende nicht so leicht kommt. So ist es auch mit dem syrischen Küftenbummel, der hier geschildert werden soll.

Da hat man Prospekte aller möglichen Schifs- sahrtsgesellschasten gewälzt, um immer wieder zu erkennen, daß endweder b'ie Zeil oder das Geld nicht reichte, oder daß die Gelegenheit nicht paßte, und daß man bestenfalls ein Ziel erreichen könnte, das nicht außerhalb des Gebräuchlichen, des Vielbesuchten und also llcberlaufenen läge. Und dann fällt einem das Büchlein desLloyd Triestino" in die Hand und man findet einen regulären Schiffskurs, der einen an Orte führt, wo nur derjenige hinkommt, dem ein Amt, ein Geschäft oder sonst ein zwingen­der Grund dieses Ziel fetzt.

Heraus aus dem regnerischen Deutschland in die sonnenbestrahlte Bergwelt Tirols. Salzburg mit sei­ner hochragenden Feste von schimmerndem Sonnen­glast iiberstrahlt und das Gosteiner Tal schwellend und blühend noch »n sommerlichen Farben prangend, lieber die Brücke bei Görz, die immer noch eine Kriegsbrücke ist und die Last des Zuges nur wider­willig erträgt. Tief unten der Isonzo, der so vieles deutsches Blut trank, und dicht dabei der stille Fried­hof, auf dem Hundert und Hunderte deutscher Hel­den zur letzten Ruhe gebettet sind. Dunkel liegt die Nacht über den Bergwänden, und immer stärker wird die Müdigkeit nach fast vierundzwanzigstün- biger Fahrt. Da, ein Ruf vom Fenster her, und alles drängt sich, um dieses Märchenbild zu schauen, bas ba tief im Tal sich ausbreitet. Die Lichter von Trieft. Eine Vision von Schönheit, wie fid) ba Lämpchen an Lämpchen reiht, wie sie das Rund des Meeres uni- kränzen und sich in der stillen Fläche roieberfpiegehi, und wie zuckend die Flämmchen die dunklen Berg­hänge hinanklettern, um als schimmernde Tropfen wieder hinabzugleiten. Auck) das müdeste Auge weitet sich und trinkt dieses Bild, das jedem unver­geßlich fein wird, der es jemals erschaute. Unver­geßlich wird ihm auch bleiben der Kamps um die Unterkunft in Triest, unvergeßlich das betrübende Bild obdachloser Reifender, die hungrig und müde von einem Hotel zum andern wandern, um überall abgewiesen zu werden, ba sie es unterließen, recht­zeitig vorher Unterkunft zu bestellen. Unvergeßlich auch aber unb alle Beschwernisse der Nacht wieder aus- löschend, am anderen Tag die Fahrt zum Schloß Miramare, diesem Marmortraum inmitten von Lorbeergärten und dann die Fahrt hinauf zum Optfchina", von wo nun das nächtlich erschaute Bild sein Tagesantlitz zeigt, bas in einem Leuchten unb Sprühen von Farben, in einer Belebtheit son- bergleichen noch bercmschenber ist als dieses. Nein, will man nur Impressionen geben, mit flüchtigen Strichen nur die Umriffe des Erlebnisses zeichnen, so muß man sich losreißen, denn sonst spräche man mit Faust:Verweile doch, du bist so schön . . . ."

Der DampferCarnaro" ist ein wackeres Sd;iss. Glicht gerade groß, fo etwas über 6000 Tonnen, aber stabil gebaut und mit all den Einrichtungen sorglich versehen, die dem Reifenden die schwimmende Wohnstätte aud; für Wochen wohnlich zu machen vermögen. In sinkender Nacht, während wiederum der Lichterkranz von Triest erstrahlt, sticht er in See, um am dämmernden Morgen im Hafen von Venedig anzulegen. So sieht man auch Venedig einmal von der Rückseite, und dies ist nicht ohne Gewinnn, denn ehe man sich aus dem Gewirr der schmutzigen Gäß­chen unb der kleinen Seitenkanäle herausgefunden hat in das Venedig, bas ber Fremde sonst nur kennt, hat man auch einen Einblick, einen wirklichen Ein­blick in bas Volksleben getan unb hat man Studien machen können, die dem Touristen sonst fern bleiben. Wieder man muß sich losreißen, so neu auch immer wieder, so überwältigend das Erlebnis dieser Stadt ist. Aber wahrlich, es sind Deutsche genug hier, die zurügekchrt, das Erlebnis in allen Farben schildern unb bie es schließlich und endlich doch dadurch zu einer Münze machen, die schon abge­griffen ist.

Adriasahrt. Immer blauer das Meer, immer durchglänzter der Horizont. Ancona mit dem köst­lichen Juwel der alten Marienkirche am Platze liegt hinter uns, vor uns steigt langsam unb majestä­tisch aus weißem Schaum und schimmernder Bläue ber Karst Dalmatiens auf. Unser Schiff legt in der Bucht von Vratniza an, um Zement für Griechen- lanb einzunehmen. Köstlich dieses kleine Dörflern, das wie bie Spielzeugnachbildung Venebigs sich auf ein paar Inselchen angefiebelt hat und nun vom Wasser umflossen, unter den Wolkenschatten ber Berge baliegt. Hier ich schon unbekanntes Ge­biet. Hier nutzt man bie Zeit, um auf einem braven Eselein hinaufzureiten nach ber alten Römerstadt Salone, wo eben neue Ausgrabungen prächtige unb selten wohlerhaltene Mosaiken zutage ge­färbt rt haben. Dann über bie Bucht nach Spalata, wo bas Auge in Köstlichkeiten ertrinkt. Nicht ver­weilen, nicht verweilen! Aber dieser Marktplatz, ber wie bie Halle eines herrlichen Palastes ist, flankiert von ben Marmorsäulen des Psristyls aus ber Zeit Diokletians, läßt ben Blick nicht los. Was wirb die Reife noch Schöneres bieten können als biefes? Hier müßte man verweilen, hier bleibt ein Stück bes Herzens zurück, wenn man fid) losreißt.

Und wieder kreuzt man in der Nacht bie Adria. Wieder ist man auf italienischer Erde. Selten wird ber Tourist hier nach Bari kommen, aber Pilger aus dem Osten, aus Rußland zumal, suchten in Friedenszeiten zu Tausenden unb Abertausenden die Stadt aus, die in einer der ältesten Kirchen der Christenheit, umschloßen vorn silbernen kunstvoll gearbeiteten Schrein die Gebeine bes Heiligen Ni­

colaus birgt. Einige Plätze gibt es in ber Welt, bie von einer fo andachtsvollen Stille find, daß man Golt nahe fühlt. Das ist am Beguinenhof im toten Brügge, das ist der Platz um Pisas Dom, das ist cber war einmal der Marktplatz von Tctuan in Abendstille. Unb ein solch heiliger Ort ist auch hier der Vorhof vor bem Dom San Nicolo.

Brindisi, du bist eine Enttäufchung! Irgend­etwas anderes stellst du vor als du bist. Dein Name ist so Delannt in der ganzen Welt, du stehst i.i jedem besseren Kursbuch, jeder Roman, ber welt­männisch fein will, muß einmal bich erwähnen unb doch, was bist du im Grunde genommen für ein Nest! Gewiß, auch du hast deine Schönheiten wie olle italicniidje Stätten ihre Schönheiten haben, cber du bist Provinzstabt, völlige Provinzstabt und dein Ruf gaukelt etwas vor, was du nicht im entferntesten befigt. Aber ein wackeres Fort hast du, das man nicht photographieren darf unb einen Flugplatz, auf dem die junge Luftwaffe Italiens übt. Hinüber nach Dalmatien, das ist kein schwerer Flug!.Wer weiß, ob es nicht bald zu diesem Fluge kommt, denn die Spannungen, die hier diesseits und jenseits der Adria bestehen, scheinen auf bas Höchste gesteigert zu sein unb drängen zur Entladung . . .

Der Fall Hau.

Aus Karlsruhe kommt die seltsame Nach­richt, daß die badische Justizbehörden gegen den 1906 zum Tode verurteilten, dann zu lebens­länglichem Zuchthaus begnadigten und 6n Herbst vorigen Jahres unter bestimmten Bedingungen mehrere Monate vor seiner Amnestierung frei- gelassenen Rechtsanwalt Karl Hau einen neuen Haftbefehl erlassen habe, weil er gegen die Voraussetzungen seines «trasurlaubes auf Wohlverhalten" durch die Veröffent­lichung feiner Erlebnisse im Z uch t - Haus verstoßen habe. Der Fall Hau, der seiner­zeit in Taben ungeheures Aufsehen erregte, ist entschieden einer der interessantesten der mo­dernen Rechtsprechung. Hau wurde damals un­ter dem Verdacht fesigenommen, auf der Kur­promenade in Baden-Baden seine Schwieger­mutter, Frau Molitor, ermordet zu haben und auf Grund eines, wie der Verurteilte in seinem Vuch selbst anerkennt, selten lückenlosen Indizienbe ei^es zum Tode verurteilt. Das alles und seine siebzehn Lahre hinter Kerkermauern hat Hau vor kurzem in einem von ihm der-! faßten Vuch geschildert. (Lebenslänglich", Ver­lag von Ullftein Verlin.) 3n dieser journalisti­schen Verwertung seiner Erlebnisse und Eindrücke glauben nun die badischen Justizbehörden einen Grund gesunden zu haben, um gegen Hau einen neuen Haftbefehl loslassen zu können. Das ist in der Tat etwas eigenartig, da Hau doch offen­bar nicht gegen die bestehenden Gesetze per* /stoßen hat und ihm schließlich kein Mensch ver­wehren kann, das, was hinter ihm liegt, seinen Mitmenschen zu vermitteln.

Wirtschaft.

' Der amtliche Großhandels­index. Die auf den Stichtag drs 17. November berechnete Großhandelsindexziffer des Statisti­schen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 11. November (119,9) um 0,9 Proz. auf 121,0 ge­stiegen.

* Weitere russische Auslandauf­träge. Vach Moskauer Meldungen haben die russischen Handelsvertretungen eine Reihe neuer Lieserungsverträze mit einer Anzahl angesehener Aus andsirmen abgeschlo'sen. So hat die Ver­tretung in Deutschland Verträge auf Lieferung von Landwirtschaftsmaschinen mit den Firmen Rudolf Sack, Friedrich Krupp, Heinrich Lanz und Fletter-Ha"el abgeschlossen, wobei die ge­nannten Firmen einen dreijährigen Kredit ge­währen. Die russische Handelsvertretung in Oesterreich hat unter den gleichen Bedingungen einen Tertia i auf Gielerung von Dreschmaschinen mit der Firn a Hofherr°-Swran--Klyton-Shuttle- worth abgeschlossen. Schließlich sind von der Handelsvertretung in Schweden Verträge auf Lie e.ung von Se, a a'oren und Buttermaschinen mit den Firmen Alfa Separator D'abolo und Ta'tie unter günstigen Bedingungen abgeschlossen worden.

berliner Börse

lEigenel Drahtoerckch desG cßener Anzeigers".)

Berlin, 19. Rov. Die Rervosität der Börse, die bereits im Spätverkehr des Diens­tags verstärkt zum Ausdruck kam, hat heute noch eine Steigerung erfahren. Die Spekulat.on wies vor allem auf die zunehmende 311 i q u i ö i» tät unb Goldleere unserer Wirt­schaft hin, die bekanntlich in letzter Zeit die Bilanzen einiger maßgebenden Industriegefell- schasten gele.inzeichnet haben. Reben allerlei be­unruhigenden Gerüchten über die Finanzlage ver- sch'.e c e. air e cle er 11?. er. esmu :ge.i tourl e bei Beginn u. a. bekannt, daß die hiesige Bankiirma Ladan, Stiehl & Co. sich unter Geschäftsaufsicht gestellt hat. Diese Tatsache wurde naturgemäß lebhaft besprochen und beachtet, da es sich hier um eine angesehene Firma handelt. Die Kurse des Aktienmarktes erfuhren infolge­dessen eine weitere Senkung, die be­sonders bei einigen Spezialwerten starke Formen annahm. D.ese Mißstimmung nutzte die Spekulation vielfach zu Abgaben au3, so daß die Tendenz von vornherein als schwach zu be­zeichnen war. Auch heimische Anleihen wurden von dieser Bewegung ergriffen. Da­neben lagen chemische Werte einige Pro­zente niedriger, wobei besonders die Arbeits- tämpfe in der chemischen Industrie mitwirkten. Im Gegensatz zu dem großen Kapitalmangel in der Wirtschaft behält der Börsengeld- markt ein flüssiges Aussehen bei. Tägliches Geld ist zu 1 bis 9 Prozent und darunter angeboten. Monatsgeld stellt sich auf 10 bis 11 Prozent. Am internationalen Devisenmarkt neigte Warschau mit 6,90 ge­gen Kabel eher zu Schwäche. Paris schwankte gegen London und stellte sich mit 122,10 erneut schwächer. Mailand lag stabil. Nordische Valu­ten waren mäßig befestigt. Die Reichsmark no­tierte gegen Mittag in London 20,35, Paris 6,02, Amsterdam 59,16^.

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt a. M., 19. Rov. Die an der Rachbörse eingetretene leichte Erholung wurde im Abendverkehr durch eine schwächere Strö­mung wieder verdrängt: wie man hörte, übten Berliner Abgaben einen neuen Druck aus, der

Banknoten.

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Devisenmarkt Derl'.nFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

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kursmäßig aber nicht so sehr fühlbar wurde. Der Schluß war etwas freundlicher gehalten, so daß infolge von Deckungsbedürsnis dte Rach­börsenotierungen zum Teil wieder erreicht wer­den konnten. Deutsche Anleihen kaum verändert, öproz. Reichsanleihen wurden im Freiverkehr zu 0.180 bis 0.182 genannt. Deutsche Anleihen: Schuhgebietsanleihen 4.000, 4proz. Bayern 0.220, Zoll türken 7.12, 4proz. Türken 1905 6.425, 5proz. Goldmexikaner 43. öproz. Silbermexikaner 13.87, 4* 1 '-Proz. mexikanische Irrigationsanleihe 23.37. Bankaktien: Commerzbank 93.25, Darmstädter Bank ultimo 103. Deutsche Bank ultimo 103, Dresdner Bank ultimo 100, Mitteldeuische Kredit­bank 99.25. Oesterreichilche Kredilallien 6.95. Montanartien: Phönix ultimo 60. Chemische Ak­tien: Badische Anilin ultimo 113.62. Scheide­anstalt 68.85. Elberfelder Farben 112.37, Höchster Farben ultimo 113. Transportaktien: Rordd. Lloyd 70.5. Baltimore 63. Industriealtien: AEG. 87. Elektrisch Licht und Kraft 37, Cßlinger Ma­schinen 28.50, Holzinann 38. Inag 0.35. Löwen­bräu München 156.50, Pokorny u. Wittekind 23.12, Wayß u. Freytag 58.25, Offstein-Zucker 40.

Börsenkurse.

Tciitidjc yicldtSciifclhe 4% Ternsche Reichsanleihe . 3Vi% Deutsche RcichSanleche 3°/. Deutsche RcichZauleihe Deutsche E.'arprämicnanle:he 4°/0 Prcusjische Konlols . 4° 0 Hessen........

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3% Hessen Deutsche Dertb. Tollar-Anl. dto- Doll. Schotr-Anireisna-')

4°/o Zolltürkcn 5°/0 Goldmcrikaner ... .

Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Pnvat-Lonk Darmiu und yiationalban!

Deutsche Bant Deutsche AcreinSbank .... TtSconto Commandit Metaltbank. ......

Mitteldeutsche Kreditbank Lcstcircichilche Creditanftalt Westbank ......

Bochumer Guh ...... Buder..S ........ Caro . Tcutsch-Lurcmbura .... Gelsenkirchener Bergwerke.

Harpencr Bergbau . . . . «aliroerle Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Vaurahütt; Oberbedarf Phönix Bergbau . .....

Rueimtahl ...... Nie bett Montan ....... Tellus Bergbau......

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd

Cheramllche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Pdilivv Holjmunn .....

Ängto-Conr -Gncmo Badische Anilin Chcnmche Mäher Alavin . . Goldschmidt ....

Gries erntet Electron .... Höchster Farbwerte ..... Holjverkohlllng ....... Rülgerswcrke ....... Schetdeanstatr .....

Allg. ElekrrijttätS-Gesellschaft Bergmann Mcnnkrastwerke . . Schubert ........

Siemens A Halske ....

Adlcrwcrke.Hieltet ..... Daimler Motoren Henliyenllaedi 1 cautit.

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun MetallgeseU chaft Frankfurt Tct. Union A.-G Schuh'abrik Her; Sichel ........ Scüfto t Waldbof . . . . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waadäulel

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Berlin. 19 Novbr

Amerikanische Woien . . . . . Belgische Noten Dänische Noten ...... Englische Noten....... .

Französische Noten ...... Holländische Noten .... 5kl lienische Noten......

Norwegische Noten. . . . . Deuisch-Oellerr, ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten Schwerer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . .

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Frankfurter Schlachtdiehmarkt.

Frankfurt a. M., 19. Rvv. Auftrieb:

1 Kuh, 798 Kälber, 1010 Schafe, 761 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Psd. Lebendgewicht': Kälber' Feinste Mastlälber 75 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 75, geringere Mgst- und gute Saugkälber 55 bis 64, geringe Saugkälber 50 bis 54. Schaf e: Mastlämmer und Masthärnmel 43 bis 48, geringere Masthämmel und Schafe 32 bis 42, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzfchafe) 23 bis 30. Schweine: Dollsleifchige von 80 bis 100 Kg. 90 bis 94, mrteE 80 Kg. 80 bis 89, Van 100 b^s 120 Kg.

92 bis 95, von 120 bis 150 Kg. 92 bis 94, unreine! Sauen und geschnittene Eber 75 bis 85. Markt­verkauf: Kleinvieh bei regem Handel geräumt, norddeutsche Mastlälber auch über Rotiz gehan­delt: Schiveine chinterlassen bei langsamem Handel Lieberstand.

Frankfurter (Setrcibcborfe.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 19. Rov. Cs touxbetx notiert: Weizen. Detterauer 23 bis 23,75, Roggen, inlänb. 17.50, Sommergerste für Drauz wecke 21,50 bis 23,75. Hafer, inländ. 18,50 bis 21, Mais gelb 19 bis 19.25. Weizenmehl, inländ, Spezial 0 38.50 bis 38,75, Roggenrnehl 24.50 bis 24,75 Weizenkleie 10, Roggenkleie 10 bis 10,25. Tendenz fefter.

Berliner Produklenbörfe.

Berlin, 19. Rov. Die überseeische Abschwä­chung der öctreibcnotierungen bleibt beute hier ohne Einslus!. Das Inlandangebot ist trotz ver- stärkler Drusch arbeiten ziemlich gering und außer­dem immer noch hoch im Preise gehalten. Da nun seitens der Exporteure weitere Deckungsfrage bestehen bleibt, finden die erhöhten Preise über- wiegende 'Bewilligung, und zwar für Roggen mehr als für Weizen. Auch im Zeithandel wurden die alten etwas ermäßigten Kurse zum Teil bis zu 3 Mk. überholt. Weizen notierte zum ersten amtlichen Kurse 244.5 per Dezember und für längere Sicht (März) 219, Roggen eröffnete per Lieferung im nächsten Monat 2.50 und für längere Sicht 3 Ml. gebessert. Mehl etwas fester. Futterartikel ruhig. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt. 231 bis 233. do. Dez. 244,50 bis 246,50, do. März 249 b.S 250,50, do. Mai 253,50 bis 254, Roggen, märt' 145 bis 148, do. Dez. 165 bis 167,50, dv. März 177 bis 179,50, do. Mai 180 bis 183,50, Gerste, märt 184 bis 208, Futtergerste 148 bis 160, Hafer, märt 166 bis 178, do. Dez. 178,75, Mais, lofo Berlin 197 bis 202; für 100 Kilo: Weizen­mehl 28,50 bis 32,50. Roggenmehl 21,25 6'6 23,50 Weizentleie 11,20 bis 11,30, Roggenllsie 9,20 bis 9,40, Dittoriaerbfen 23 bis 31,50, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 18 bis 20, Peluschken 16 bis 18, Ackerbohnen 19 bis 22, Wicken 20 bis 25, Lupinen, 6-iau 11,50 bis 12,50, Rapskuchen 14,40 bis 14,80, Leinkuchen 21,50 b's 21.70, Trvckerrschnitzel 7,60 biß 7,70, Torsmelasse 9 bis 9,20. Kartoffelstöcken 13,80 bis 14,10, Zucker 20,20 bis 20,50.

DÄchertisch.

Hegel, Eine Auswahl. (Alfred Krö- ner, Verlag, Leipzig.) Dr. Friedrich Bülow hat sich die 'Aufgabe gestellt, in einem schmalen Bändchen eine sinngemäße Auswahl aus Hegels Werken zu geben. Ilm den Philosophen nicht allzu abstrakt und metaphysisch oder- logijdj verstiegen erscheinen zu lassen, hat er den sozialphilosophischen Leitgedanken über das Buch gestellt und erzielt so in der Aus­wahl eine einheitliche Formung bes Grund- und Leitgedankens. Den Abschluß bildet der Ausblick auf bie Geschichtsphilosophie des Denkers. 283

Wilhelm Reuhaus. Der Jakobiner- Prinz und andere Geschichten. (HanS Ott-Verlag, Hersfeld.) Ein frisch-fröhliches Buch mit tollen Geschichten, vom Iakobinerprinzen (Prinz Karl Konstantin von Hessen-Rotenburg), von dem Begräbnis der schönen Eva von Trott und von einem wilernden Pfarrer. Das Buch, der hessi­schen Heimat verbunden, wird gerade in Hessen viele Freunde finden. 59

Hermann Werder mann, Der evan­gelische Pfarrer in Geschichte und Gegenwart. Im Rückblick auf 400 Jahre evangelischesPfarrhaus. Le pzig, Quelle LMehcr. Paul DrewS, einst Professor der Praktischen Theologie in Gießen, schuf eine m't großem Dank begrüßte kulturhistor.sche Darstellung der Ge­schichte des evangelischen Pfarrers. Jetzt, nach etwa 20 Jahren, hat Werdermann in engerem Rahmen eine ähnliche Aufgabe zu lösen gesucht. (Seine Darstellung ruht auf Dcews: das bekennt er selbst mit Dank. Drews' Witwe hat ihm das unveröffentlichte Manuskript der Vorlesung, die ihr Gatte über den evangelischen Pfarrer ge­halten hat, zugänglich gemacht. Aber Werder­mann hat doch nicht unerheblich aus Eigenem beigesteuert. Er hat mancherlei und b'.sonderes über die mittel-, ost- und norddeutschen Ver­hältnisse ermittelt und dadurch der Schrift eine eigene Färbung gegeben. Auch hat er über Drews hinaus, der um 1800 abbrach, das 19. Jahrhundert und die Gegenwart berücksichtigt. Mancherlei Eprzelhelten illustrieren und beLb:n in sehr glück­licher Weise. So ist ein recht lesenswertes, fesseln­des Buch entstanden, das jedem kulturhistorisch Interessierten empfohlen w.rden farm. I:n Iubi- lärnnsjahr des evang. Pfarrhauses ist das Er­scheinen d efer Schrift besonders zu begrüßen. 570

Breslau. M. Schian.

r Johann Sebastian Bach: Kirchen- 51 an taten. Mit einer Einführung in ihre Ge­schichte, ihr Wesen unb ihre Bedeutung, heraus­gegeben von F. W. F r a n ck e. (In Reclams Uni» verfalbibliothek, Philipp Reclam, Leipzig.) Das Buch ist ein Geschenk, bas ben Freunben Bachscker Musik viele Freude machen wird. Es gibt eine Ge­nealogie ber Familie Bach, berichtet über Kirchen­musik nn allgemeinen und bereu typisches Instru­ment. bie Orgel, unb bringt die Texte ber meist- aufgeführten Kantaten selbst mit musikalischen Er­klärungen. 590

Richarb Metz: Franz Liszt. (Reclanr, Leipzig.) Liszts Leben, über bas noch eigentlich kein grunblcgenbes Werk besteht, hat unendlich viele lebendige Beziehungen zu bem gesamten geistigen Europa bes 19. Jahrhunderts. Der Verfasser hat mit Geschick bas Wichtigste erfaßt unb zu einem abgerundeten Lebensbild zusammengeschlossen. 591

Friedrich Nietzsche, Heber bie Zukunft unserer Bilbungsan st alten. (Alsreb Kröner, Verlag, Leipzig.) Die so überaus reichhaltige Reihe ber kleinen Vänbchen von Krö- ners Taschenausgabe enthält in Nr. 41 bie fünf Vorträge des jungen Nietzschelieber bie Zukunft unserer Bilbungsanstalten". Da es ber bamals erst 27 Jahre alte Professor nicht schicklich fand, den würdigen Ratsherrn und Kollegen ber Univer­sität Basel, bie ihn zu biefem Thema aufgeforbert hatten, seine oftmals bitteren Erkenntnisse und Wahrheiten ins Gesicht zu sagen, kleidete er seine Gedanken in ein poetisches Gewand. Die Klarheit feiner Gebankenführung unb ber prophetische Blick des klugen Denkers sind frappierenb unb erfdjüti temb zugleich. Es ist ein Verdienst des Verlegers, diese Reben m einer billigen Volksausgabe ber Allgemeinheit zugänglich zu machen. 367