Ausgabe 
20.4.1925
 
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oocwotib uiti Son ftir unjei leures oeut= sches Vaterland. Das deutsche Vaterland Hurra!

Die Versammlung stimmte in den Rus des Feldmarschalls begeistert ein. Der Feldmarschall machte einen äußerst frischen Eindruck.

Hindenburg an die Presse.

Hannover. 20. April. (TU) Während des Zusammenseins bei einem Glase Bier empfing Ge- ncralfeldmarscholl von Hindenburg die V e r t r e - ter der Presse noch einmal besonders in einem andern Saal, um einige Worte an sic zu richten.

Von einem alten Soldaten können Sie nicht viel Worte erwarten. Ich will den Frieden in Ehren halten und ich hoffe, daß der Versuch, ihn zu erreichen, gelingen wird. Sie werden sehen, daß ich nicht der Militarist bin, der Krieg will. Ich habe den Krieg in meiner Jugend und im Alter kennen gelernt und ich kenne das Elend, das er unoermeidlich mit sich bringt. Schon des­halb wünsche ich ihn nicht noch einmal zu er­leben. Wenn man etwas anderes behauptet, so sind das Verleumdungen, die ich zurückweise. Ich bin nicht der Massenmörder, zu dem man mich gestempelt hat. Ebenso wenig bin ich auch d e r a l t c M a n n i m R o l l w a g e n. Mein poli­tisches Programm steht fest, soweit man ein sol­ches Programm feststellen fann,~ denn die rauhe Wirklichkeit ist eine vielgestaltige Sache.

Ein Reuter-Interview mit Hindenburg.

Hannover, 20. April. (TU.) Der Bcr- finer Vertreter des Reutcr-Vurcaus hatte eine ilnterrcöung mit dem Generalfeldmarschall von Hindenburg. Wie die Telunion erfährt, hat dies interview folgenden Inhalt:

Frage: Wird Ew. Exzellenz bereit sein, den vorgeschriebenen Eid zu leisten, worin es heißt, daß der Präsident die Verfassung und die Gesetze des Reichs wahren, feine Pflich­ten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde?

Antwort: .^R a t ü r l i ch bin ich bereit, denn im andern Falle hätte ich ja gar nicht das Recht gehabt, mich als Kandidaten aufstellen zu lassen.

Frage: Würden Ew. Exzellenz es vorziehen, den früheren Kaiser wieder auf dem Thron zu sehen, lieber als selbst Präsident der Republik zu werden?

Antwort. Die Frage Republik oder Mon­archie steht in der Politik gegenwärtig n i r- genbs zur offiziellen Erörterung. Persönliche Wünsche spielen deshalb keine Rolle.

Frage: Ist Ew. Exzellenz bereit, den vor- geschlagenen Sicherheitspakt zu unterzeich­nen, der Frankreichs und Delgiens Grenzen ga­rantiert?

Antwort: Die Sicherheitsfrage befindet sich gegenwärtig noch im Stadium der inter­nationalen Erörterung. Ich kann des­halb durch eine eigene Stellungnahme nicht in solche Fragen eingreifen, die zunächst Sache der Regierungen sind. Selbstverständlich verfolge ich diese wichtige Auseinandersetzung mit besonderer Aufmerksamkeit.

Frage. Ist Ew. Exzellenz der Ansicht, daß die gegenwärtige Grenze im Osten zu­gunsten Deutschlands geändert werden müßte?

Antwort: Dieser Ansicht bin ich ebenso toie jeder Deutsche ohne Unterschied dex Partei. Damit der Frieden dabei nicht gefährdet wird, muh man den Derhandlungs- wcF eingeschlagen.

, Frage: Wird Ew. Exzellenz als Präsident allSs, was irr seiner Macht steht, tun, daß die militärischen Klauseln des Ver­sailler Vertrages erfüllt werden?

Antwort: Der Versailler Vertrag ist so lange für uns bindend, bis er durch neue Abmachungen zwischen Öen Vertrags- Mächten geändert wird. Zur Vertragserfüllung gehören natürlich auch die militärischen Be­st immungen.

Frage: Wird die Politik Ew. Exzellenz den früheren Feinden Deutschlands gegenüber der Verständigung und der Völkerver- s ö h n u n g gewidmet sein?

Antwort. Ich habe schon in meiner Oster- botschaft an das deutsche Volk gesagt, daß ich immer und immer dem Fricd en die­nen will.

Frage: Ist es die Ansicht Ew. Exzellenz, daß Deutschland nur etwas von einer friedlichen Entwicklung nach innen und außen zu er­warten hat und daß es töricht sein würde. Deutschland in krieg er ische Abenteuer zu stürzen?

Antwort: Ich bin dieser Ansicht durchaus. Ich habe mich in den ganzen Rachkriegsjahren gegen kriegerische Abenteuer ge­wandt. weil ihr Verlauf für Deutschland nur unglücklich sein müßte.

Frage: Ist Deutschland nach Ew. Exzellenz Meinung imstande, auch nur einen Verteidi­gungskrieg gegen irgendeinen seiner Rach­barn zu unternehmen?

Antwort: Deutschland ist nach meiner fach­männischen,Militär.scheu Ansicht nicht einmal in der Lage, sich gegen irgendeinen kleinen Rachbar st aat kriegerisch zu verteidigen, denn .auch Staaten wie etwa Polen und die Tschechoslowakei haben ein viel größeres stehendes Heer als wir und sind durch Militär sche Bündnisse gesichert, so daß wir uns in jedem Falle einer weit über­legenen Kriegsmacht gegenübersehen würden.

Französische Fälschungen.

Die angeblichen dentschen Rüstungen.

Berlin, 18. April. (WTB.) DerT e in p s" veröfentlichtc am 15. April einen Bericht aus Ber­lin, der sich mit dem deutschen Reichshaus­halt beschäftigt. Der Kritiker erklärt den deutschen Haushaltsvoranschlag für gefälscht. Die Ein­nahmen !o:cn absichtlich so niedrig angesetzt. um zur Täuschung der Demokratie und des Auslandes Fälschungen.ugunften der deutschen Rüstungen vor- nehmen zu i rinnen.

Schon hieraus ist zu erkennen, von welchem Geiste die Ausführungen getragen find. Der Ver­fasser bekämpft, zum Teil g e st ü tz t auf b i e V e r ö f i e n 11 i d) u n g e n gewisser deutscher Pazifisten, die Höhe der Ausgaben für die Reichswehr. Er und seine Gewährsmänner jonglie­ren mit den Zahlen nach Belieben. So werden für 1025 die Ausgaben für die Schutzpolizei dem Heereshaushalt zuge rechn et und für 1924

nicht, woraus sich dann natürlich eine erhebliche Steigerung der Ausgaben ergibt. Bei dem Vor- k r i e g s e t a t, der zum Vergleich herangezogen wird, oerechnet man sich um volle 400 Millionen, indem man Bayern, Sachsen und Württemberg unterschlägt. Dann fabuliert der Artikel von zahlreichen Feldwebel - und Aspiranten­schulen über den Bedarf. Das deutsche Heer hat keine einzige solcher Schulen. Das deutsche Heer soll fast nur aus Chargierten be­stehen. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, rechnet man böswillig die Gefreiten und Oberge­freiten zu den Unteroffizieren, obwohl jedermann bekannt ist, daß sie zu den Mannschaften ge­hören. Leute, die 12 Jahre dienen, müssen in späte­ren Dienstjahren doch irgendwie von den Rekruten unterschieden werden. Der Artikel führt dann an, daß die Interalliierte Militärkontrollkommission kürzlich sehr eindrucksvolle Ziffern über die Zahlen der deutschen Offiziere im deutschen Heere veröffentlichte.

Diese Zahlen sind seit 1921 bekannt; seit­dem hat sich an ihnen nichts geändert. Daß die Durchschnittskosten für den einzelnen Soldaten höher sind als vor dem Kriege, liegt, abgesehen von der Preissteigerung, an der Errichtung eines Heeres von langdienenden und freiwilligen Soldaten und an dem Verlassen des Grundsatzes der all­gemeinen Wehrpflicht und daran, daß immer nur einzelnen wenigen Firmen eine Mono­polstellung für die Anfertigung von Waffen und Geräten in Deutschland eingeräumt ist.

Reichsminister Dr. Frenken in Mainz.

Mainz, 18. April. (WTB.) Der Reichs- Minister für d i e besetzt en Gebiete weilte heute in Begleitung von Referenten seines Ministeriums und der Reichsvermögensverwaltung für die besetzten Gebiete in Mainz. Nachdem vormit­tags das hessische Gesamt Ministerium in Anwesenheit von Vertretern der Städte des besetzten hessischen Gebietes mit dem Reichsminister verhandelt hatten, fand am Nachmittag im Sit­zungssaale der Stagtoerordneten im Stadthaus eine Besprechung statt, an der Vertreter der Reichs- und Landesbehörden und der Wirtschaftsorgani- I a t > o n e n des besetzten Gebietes teilnahmen. In der Ausiprache kamen die Not und die Lasten der besetzten Gebiete zu beredtem Ausdruck. Die Tat­sache, daß die hessischen besetzten Gebiete mehr wie die übrigen besetzten Gebietsteile durch die Besatzung schwer betroffen ist, gab der Bespre­chung das eindrucksvolle Gepräge; andererseits wurde auch der Wille der Reichsregierung, m i t allen Kräften z u helfen, nachdrücklichst aus­gesprochen. Vor allem wurde anerkannt, daß dem besetzten hessischen Gebiete und insbesondere der Stadt Mainz auf dem Gebiete des Wohnungs­baues weitestgehende Hilfe zugestanden werden müsse.

Barmat vor dem Untersuchungsausschuß.

Berlin, 18. April. (WTB.) Vor dem Reichs­tags-Untersuchungsausschuß für Äreditaffären wurde heute die Vernehmung B a r m a t s im Schwurge- richtssaal Moabit fortgesetzt. Zunächst wendet sich die Vernehmung wiederum dem Kondensmilch ge- ch ä f l zu, bei dem Barmot an die Reichsstellen Milchdosen von 14 Unzen Inhalt, die mit 16 Un­zen bezeichnet waren, geliefert haben soll. Barmat chob die schuld an dem geringeren Inhalt auf die L i e f e r f i r m a und versprach, gegen diese Firma im Klagewege vorzugehen, was er jedoch trotz w i e- derholten Drängens der Reichsstellen nicht getan hat. Die Lieferfirmen erklären übereinstiin- mend,daß Barmat bei dem Abschluß der Geschäfte gewußt habe, daß tatsächlich nur 14-Unzen-Do- en geliefert wurden. Eine holländische Firma hat auf Veranlassung Barmats besondere Etiketten über 16 englische Unzen Herstellen lassen, wobei Barmat gesagt haben soll, die Firma könne ruhig 16 Unzen drucken lassen, denn die Berliner würden nicht merken, daß der Inhalt tatsächlich nur 14 Unzen betrage. Bar­mat bestreitet dies und behauptet, bei seinen Lie- erfirmen 16-Unzen-Dosen bestellt und auch bezahlt zu haben. Demgegenüber wird von dem Zeugen Rommel heroorgehoben, daß von dem Direktor der Firma, die die falschen Etiketten aufgeklebt hatte, erklärt worden sei, daß diese falschen Etiketten auf Veranlassung Bar in als angefer­tigt worden feien. Weiter hätten die Direktoren der Lieferfirmen erklärt, daß sie niemals die Absicht gehabt hätten, mehr als 14-Unzen-Dosen zu lie- ern, und daß sie auch keine höhere Be­zahlung erhalten hätten. Nach der Aus- assung des Zeugen sei ein Scheinoertcag abgeschlos- en worden.

Dor der Regierungs­erklärung Painleves.

Paris, 20. April. (£11.) Ministerpräsident Painleve hat den gestrigen Vormittag mit der Vorbereitung der Regierungserklärung ausgesüllt, gelegt wurde. Sie dürste dir dürftigste sein, die beten Wortlaut aber noch nicht endgültig sest- je im französischen Parlament zur Verlesung kam. In erster Linie wird sie die Absicht der Re­gierung bekunden, die Politik des vergangenen Kabinetts sort-usetzen und die nachstehenden an­geführten Punkte enthalten:

1. Finanz-Problem,

2. Verkürzung der Militärdienstzeit,

3. Elsaß-Lothringen.

Gerade diesem Problem mißt das neue Kablnert eine besondere Bideutung zu, was wohl daraus hervorgeht, daß Bonnet, der Unterstaats- fetretär der Ministerpräsidentschast mit der Be­handlung der elsaß-lothringischen Frage beauf­tragt wurde.

Rach allgemeinen Eindrücken zu urteilen find lleberraschungen ausgeschlossen. Es deutet je­doch alles daraus hin, daß es auf Grund der beiden Interpellationen Cachin über die alt» gemeine Politik des Kabinetts und Der trans über die Anwesenheit Caillaux' am Re- gierungstisch zu einer stürmischen Debatte tommeu wird, ca die Regierung bereits ihre Absicht mitgeteilt hat, die Eröffnung der allge­meinen Debatte zu beantragen. Die Senats­fl h u n g wird ohne Zweifel ruhig »erlaufen Asher liegen keine Interpellationen vor Wahr- fcheinlich wird der Senat nach Verlesung der Regierungserklärung sich damit begnügen, die Sitzung auf Mittwoch zu vertagen. Die Regierung wird unmittelbar nach Erlangung des Ver­trauensvotums die Eröffnung von zwei neuen pi ovisorrschen Zwölfteln beantragen. Die Kammer ttntb sich dgnn Ende btr Woche vertage^.

Serriot Kammerpräsident- schastskandidat.

Paris, 18. April. (WTB.) Die Delegierten der Parteien, die das Kartell der Linken bilden, haben den zurückgetrelencn Ministerpräsidenten H e r r i o t heute vormtttag gebeten, sich als Kandidat der Linken für die Kammer­präsidentschaft aufstellen zu lassen. Herriot hat den Delegierten erklärt, daß er die Kandidatur annehme. Die Wahl des neuen Kammer­präsidenten wird am nächsten Mittwoch er­folgen.

Die Bedingungen Banderveldes für die Regierungsbildung.

Brüssel. 20. April. (TU.) Der Kongreß des Generalrates der Sozialistischen Partei trat gestern früh unter dem Vorsitz Vanderveldes zusammen. Es wird erwartet, daß heute die offiziellen Verhandlungen zwischen den sozialistischen Führern und dem Ausschuß der katholischen Kammer-Gruppe begin­nen. Vandervelde hat gestern imPeuple" fol­gende Bedingungen seiner Partei für die Bildung bes Kabinetts mitgekeilt: Die Sozialisten bilden die Regierung nur gemeinsam mit den Demokraten und sind nicht gewillt, sich in dem Kabinett mit einer untergeordneten Rolle zu begnügen. Ihre Gruppe bildet die Mehrheit und dementsprechend muß auch ihr P r o - gramm die Grundlage für die Re­gierung bilden. Don den 11 Ministern wird die sozialistische Partei 6 übernehmen, darunter das Amt des Mini st er Präsidenten wrd bas Amt des U n t e r r i ch t s m in r st e r s. Die sozialistische Partei ist damit einverstanden, baß bie christlichen Demokraten die Landwirtschaft übernehmen.

Die Verschwörer von Sofia entdeckt.

Berlin, 20. April. (TU.) Die Morgenblätter melden aus Paris: DemMatin" wirb aus So­fia gemeldet, die Sicherheitspolizei habe die Urheber des Attentats auf die Kathedrale entdeckt, und zwar in der Person des B o r s i tz e n d e n und des flellveriretenden Vorsitzenden des kommunistischen Zentralkomitees in Sofia, Jankoff und Minkoff. Letzterer, ein ehemaliger Pionieroffizier, soll die Höllen- maschine am Tage des Verbrechens auf dem Dach der Kirche untergebracht haben. Nach einer Belgrader Meldung desPetit Parisien" beläuft sich die Zahl der F e st g e n o m m e n e n auf mehr als 500. Das Mitglied des Exekutiv­komitees der bulgarischen kommunistischen Partei, Max Friedmann, befindet sich unter den Ver­hafteten. Die Entdeckung von Dokumenten beweist, daß das Attentat auf die Kommunisten zurückzufüh­ren sei. In einem dieser Schriftstücke heifot es, die­jenigen, die von Menschlichkeit und Mitleid sprächen, seien Toren. Es sei unerläßlich, selbst Frauen und Kinder zu töten, um den Sieg des Proletariats zu gewährleisten. Gegenwär­tig befänden sich alle Führer der kommunistischen Bewegung hinter Schloß und Riegel. In der Woh­nung einer Französin habe man Schießbaum­wolle und eine Bombe entdeckt. Am Bahnhof von Kostonetz Bania wurde eine Frau verhaftet, die Explosivstoffe bei sich führte. Gerüchtweise ver­lautet, daß der Führer der revolutionären maze­donischen Bewegung, Protegureff sich unter den Toten befindet.

Aus aller Welt.

Die Untersuchung des Reichs - wehrunglücks auf der Weser.

Minden, 18. April. (TU.) Die Zahl der ge­borgenen Leichen von dem Reichswehrunglück bei Beltheim hat sich auf 67 erhöht, so daß nunmehr noch 14 Mann vermißt werden. In Gegenwart der Staatsanwaltschaft Bielefeld und dcr mili­tärischen Behörden ist das Uebersetzungsma- n ö v e r an der Unglücksstelle mit einer mit Säcken beladenen Fähre wiederholt worden, ohne daß sich wesentlich Neues für die Untersuchung ergeben hätte. Auf Wunsch der Staatsanwaltschaft soll unter Anwendung aller Sicherheitsmaßnahmen dos Ma­növer mit der gleichen Anzahl von feldmarschmäßig ausgerüsteten Soldaten noch einmal stattfinden.

Das Schachturnier in Baden-Baden.

Bei dem internationalen Schachgroßmeist er- turnier tourben am zweiten Tage die Hänge­partien erledigt Carls-Deutschland gab gegen Rabinowitsch-Rußland nach 59 Zügen auf. Tho­mas-England verlor gegen Rubinstein-Polen, bie Partie Tartakower-Oesterreich gegen Reti-Oester- reich wurde remis, und nach fast achteinhalb- stündigcm Kampfe siegte Marshall-Amerika über Colle-Dejgien. Am Sonntag, dem 19. April, wird mit der dritten Runde begonnen.

Feuer im Waisenhaus.

In Hamburg entstand aus bisher un­bekannten Gründen, wie man vermutet, durch Kurzschluß, in der in der Heinrich-Hertz- Strahe gelegenen Doppelbaracke des Waisen­hauses Feuer, das sich infolge der reinen Holzkonstruktion des Bauwerks rasch über die ganze Baracke verbreitete. Der Feuerwehr ge­lang es unter großen Mühen, das llebergreifen des Feuers auf die anderen Baracken zu ver­hüten und sämtliche Kinder in Sicher­heit zu bringen. Die Bekämpfung des Feuers war infolge des ungünstigen Windes äußerst schwierig. Einige Personen erlitten leichte Brand­wunden.

Der Gatte als Mörder.

Aus Mannheim wird- berichtet: In Reu- hosen wurde in ihrer verschlossenen Wohnung eine Ehefrau mit eingeschlagenem Schädel und einem Strick um den Hals in ihrem Bett aufgefunben. Daneben lag un­verletzt bas zwei Iahre alte Kinb. Als Täter kam bet- Ehemann, der sich aus der Wohnung entfernt hatte, in Frage. Es ist der Polizei gelungen, den flüchtigen Ehemann, der bei dem hier anwesenden Zirkus Arbeit suchte, auf dem Meßplatz festzunehmen. Er gab die Tat unum­wunden zu.

Beim Spiel verhafteter Raubmörder.

Am 22. März wurde von Schutzpolizisten in dem Glienicker Forst ein junger Mann we­gen Glücksspieles verhaftet. Sein Be­nehmen ließ vermuten, daß er feine wahren Per­sonalien verheimliche. Ietzt gelang es der Ber­liner Kriminalpolizei, den Unbekannten als den 26iährigen Alois Klein ans Dz'elau im Kreis

Kosel sestzusteUen, der feit 1921 vom Landgericht Oppeln wegen Teilnahme an einem Raubmord an zwei Stoffhändlern aus Königshüttc gesucht wird. Seine Mittäter wurden seinerzeit baß» seft- genommen. Klein nannte sich auch Gustav Thoms und Zujek und hielt sich in der Zwischenzeit in Hannover. Oberhausen, Duisburg. Kassel Leipzig uni» Berlin auf.

Schüsse auf ein Auto.

Auf der Chaussee nach Crottingen, kurz vor Memel wurde ein Auto, in dem sich Direktor der Memel-litauischen Wirtschastsbank. Konczius, seine Frau und eine zu Besuch weilende Dame befanden, von zwei Beamten der litau­ischen Staatspolizei, die auf ein Spritschmug- gebaute fahndeten, beschossen. Durch die Schüsse wurde der Chauffeur getötet und die Fran Konczius so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit v e r st a r b. Die Untersuchung des Vorfalls wurde eingeleitet.

Typhus in Westfalen

_9n fünf Familien der Gemeinde Volmarstein ilt -Typhus ausgebrochen. Acht Erkrankte, dar­unter aud>_ Erwachsene, wurden dem Kranken­haus zugeführt. Die Krankheit ist auf den Genuß t»on Wasser aus einem Pumpbrunnen zurückzu- führcn. der polizeilich geschlossen wurde. Aus der benachbarten Bauernschaft Seglebusch wurden ebenfalls zwei Typhuserkrankungen gemeldet.

Wettersturz im Aicsengebirge.

Nach Meldungen aus Hirschberg im Riesen- gcbirgc ist ein Wc11ersturz eingetreten. Mit erheblichem Temperaturrückgang setzte im Gebirge ein heftiger Stur m ein. Seit Doo'nnerstag abend schneit es auf dem Gebirge ununterbrochen, so daß die Schneehöhe auf dem Kamm am Freitag mittag schon wieder 15 Zentimeter betrug. Bis zur Schlingelbaude liegt der Schnee. Weiter "unten er­folgten Niederschläge, Regen mit Schneeflocken ge­mischt.

Eine Aeberschtoemmungskatastrophe.

In Skemorlie bei Greenock (Schottland) ist in­folge starker Regenfälle der Damm eines Stau­be cke n s gebrochen und hat ein Haus zerstört und den unteren Teil des Dorfes überschwemmt. Wenigstens vier Personen sind ertrunken. Man befürchtet, daß die Katastrophe weitere Opfer gefordert hat. Der Sachschaden ist sehr bedeutend.

Unglück oder Selbstmord?

Dic©iornale d'Italia" meldet aus Chiusi aus der Strecke FlorenzRom. daß heute morgen um acht Uhr an der Eisenbahn- strecke ein Mann aufgefunden wurde, der so schwer verwundet war, daß er nicht sprechen konnte Aus den Papieren wurde festgestellt, daß es sich um einen Dr. Hermann Hanau, einen gebürtigen Frankfurter, handelt, der jetzt in Rom wo'hnt und eben vom Zug herausgefallen oder gesprungen war. Ein Selbsttnordoerfuch scheint wahrscheinlich, da Dr. Hanau schwer nervenkrank gewesen sein soll.

Eröffnung des Deutschen Museums.

An der Eröffnung des Deutschen Museums in München, bie am 6. und 7. Mai stattfindet, werden nach dem heutigen Stand der Zusagen u. a. teilnehmen: der stellvertretende Reichspräsi­dent Dr. Simons. Reichskanzler Dr. Luther mit allen an dem Museum beteiligten Reichs­ministern. unter ihnen auch Dr. Strcfcmann, Reichstagspräsident Q o e b e. Mitglieder des Reichstags und des Reichsrats. die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder, der babcrische Landtagspräsident. Kardinal Faulhaber, Runtius P a c e l l i, der Präsident der evange­lischen Kirchen rechts des Rheins, dic Vertreten der deutschen Länder in München, die Dürger- m et ft er der Städte Berlin, Frankfurt a. M Dresden. Stuttgart usw. Oesterreich entsendet den Bundeskanzler Ramek. den Generaldirektor der österreichischen Dahnen, Vertreter der Stadt Wien und den Leiter des Technischen Museums in Wien. Außerdem wird eine große Zahl pro­minenter Persönlichkeiten der Wirtschaft, Tech­nik und Wissenschaft an den Eröffnungsfeierlich­keiten teilnehmen.

Der Unfall des R.33

Major Scott von der Luftschiffftation P u T» Ham erklärte, daß, ehe das LuftschiffR 33 vom Sturme entführt wurde, der Mast, an dem cs verankert war, weg brach. Das Schiff lag zu­nächst mit der Spitze nach unten. Der Komman­deur des Luftschiffes D o o t h lieh von der Spitze aus Ballast abgeben.R 33 konnte sich nun aus dem Gefahrenbereich der Baulichkeiten des Luftschiffhafens in die ßuft erheben. Es stellle sich heraus, daß das Rippentoerk am Vorderteil Beschädigungen und Brüche erlitten hatte und daß Gas ausströmte. Der Schaden an den Gaszellen konnte aber notdürftig mrd mit dem Erfolge ausgebesfert werden, daß ein weiteres Ausftrömcn von Gas vermieden wurde. Der Flug bewies, daß es notwendig ist, Luftschiffe mit großer Eigengeschwindigkeit zu bauen, die gegen die Gewalt heftiger Stürme ankämpfen kön­nen. Luftmarschall Sir Sefton 'Stander äußerte tn einer gestern gehaltenen Rede, daß die neuen in Dau zu gebenden englischen Luft­schiffe Maschinen erhalten würden, die anstatt der bisher vorgesehenen Höchstgeschwiirdigkeit von 4 5Knoten, wie sic auchA. 33 besah, solche vrn? 70 Knoten entwickeln können.

Der Zeppelinflug nach den Dermudasinfeln erneut verschoben.

Der Flug des Zeppelinschiffcs .Los Ange» l c s" nach den Bermudas-Inseln ist infolge einer geringfügigen Beschädigung des Wasserbe­hälters "verschoben worden. Die Fahrt findet wahrscheinlich 24 Stunden später statt.

Deutschland und der Internationale Etudentenverband.

Lille. 18. April. (TU.) Der Rational, kongreß der französischen Studen­tenschaft hat zur Frage der Aufnahme deut- cher Stubcittcn in den inlernattonalen Studen- lenverband Stellung genommen. Rach einer mehr­stündigen Aussprache, an der sich die Vertreter von vierzig Universitäten beteiligten, wurde eine Entschließung angenommen, in der der Wunsch ausgedrückt wird, unter der Voraussetzung mit dem deutschen Studentenverband zusammen- zuarbeitcn, daß er die Bestimmungen des internationalen Studentenverbandes anerkennt

Wettervoraussage.

Vorwiegend nördliche Winde, tagsüber mi|* heiternd und wärmer, trocken.

Uns erreich! heute die Rückseitenströmung eines vom Daltikum südwärts sich ausdehnenden Wirbels, in deren Dereich der Luftdruck an- steigt und vielfach Aufklärung eintritt. Das Zentrum des Steiggebietes liectt im Ravn" zwi-> sch"' ^sländ und Ittand