Ausgabe 
19.11.1925
 
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befugnisse der Delegierten bezüglich der Ver-- sammkungen werden abgeschafft. DaS Recht, eure Versammlung zu verbieten, bleibt der Rhein-- landkommtssion vordehaltcn. Die Verpflichtung, das Flaggen anzugeben, und daS Verbots­recht der Besatzungsöehörden werden abgeschafst. Die Verpfllchtung, an den Waren Preis­tafeln anzubringen, und gewisse andere Formalitäten werden abgeschafft. Die Ober- defehlshaber haben die Absicht bekundet, die Aufstellung von Radioemp- fängern grundsätzlich zu gestalten. Die «z-rage des Flugwesens wird von den zuständigen Be­hörden geprüft werden, soweit sie das uever- sliegen deS besetzten Gebiets durch deutsche Flug­zeuge betrifft. Die pvstalische Zens urtoirö abgeschafft. Die alliierten Behörden beabsich­tigen, Amnestie- und Gnad en Maßnah­men zu ergreifen, welche die Timstände und die erwartete gegenfeittge Beruhigung rerhffertigen.

Die Erledigung der Entwaffnungsfrage.

Ern amtliches Kommunique über die Verhandlungen mit der Votschaftcr- konferenz.

Berlin, 17. 2tev. (SIL) Das letzte Sta­dium der Verhandlungen über die Entwaff­nungsfrage wird durch eine Reihe nunmehr veröffentlichter Schriftstücke gekennzeichnet. Wie sich auZ foefen Schriftstücken ergibt, bezogen . sich die Verhandlungen auf folgende Punkte:

1. Polizei:

Die von der deutschen Regierung in dauern­der Fühlung mit den Länderregierungen geführ­ten Verhandlungen hatten über die meisten Fra­gen bereits zu einer Verständigung geführt. Offen waren nur drei Punkte geblieben, nämlich die Art der Einstellung der Schutz- polrzeibeamten. die amtliche Bezeich­nung der Schuhpolizeivffiziere und die Stärke der kasernierten Polizei. Die nunmehr vereinbarte Regelung bewert sich den Wünsche der Länder entsprechend m der Richtung, daß die Schuhpolizeibeamten auf Gründ der in den einzelnen Ländern geltenden allgemei­nen beamlenrechtlichen Bestimmungen oder auf Grund der für die Orbnungsdolizei geltenden Sonderbestimmungen angestellt werden können. Hinsichtlich der Amtsbezeichnungen der Polizei- Offiziere sowie hinsichtlich der Kasernierung ist den polizeilichen Rvtwendigkeiten der deutschen Ander Rechnung getragen worden.

2. Vberbese-l:

Bei der Frage des Oberbefehls handelt es sich um die Stelle des Chefs der Heeres­leitung. gemäß den Bestimmungen des Ver­trages von Versailles. Seine Befugnisse sollen durch eine Verordnung umschrieben to erb en, die dem Artikel 8 des in Geltung be­findlichen Heeresgesehes vom 23. März 1921 entspricht.

3. Ausbildung der Truppen:

Hier waren noch einige Punkte strittig, die sich auf die Ausbildung ehtaelncr Truppengat­tungen mit bestinnnten Waffen bezogen. Für diese Punkte ist jetzt eine Regelung gefunden, die den militärischen Rvlwendig- der Reichswehr in genügenderWeise Rechnung trägt.

4. Festung Königsberg:

Die noch offene Frage der Armierung der Festung ist dahin geregelt worden, das; die schweren Geschütze der Festung entsprechend den deutschen Wünschen bewegliche Lafetten behalten.

5. Behandlung der in Deutschland bestehen­den prida-en Derbündr und Orxmüsativnen.

Es handelt sich nicht um die Auflösung der Verbände, sondern um die Handhabung des Ge­setzes vom 22. März 1921, daS die mili­tärische Betätigung dieser Verbände ver­bietet. Das Gesetz wird durch eine Aus­führungsverordnung erleichiert werden. Die vor­stehend behandelten Fragen haben, wie bekannt, schon seit langem Sen Gegenstand schwieriger Auseinandersetzungen mit der interalliierten Mi- litärkontrolllommission gebildet. Sie waren es in erster Linie, die bisher einer endgültigen Erledigung der Sntwaffnungsfrage entgegenstan­den. Rachdem nunmehr auch für diese Fragen die grundsätzliche Regelung gefunden ist. bleibt von der ge'amlen Entwaffnun-sfrage nur noch die letzte te6)nische Abwickelung von einzelnen Punkten übrig, bei der neue Schwierig­keiten oder Meinungsverschiedenheiten mit den alliierten Regierungen nicht mehr au befürchten sind. Dementsprechend ist auch die den alllierten Militär-Kontrollkommissionen noch verbleibende Ausgabe nur eine rein technische, die nicht allzu lange Feit in Anspruch nehmen wird. Mit dem Abbau der Kommissionen ist bereits be­gonnen.

Gewer^schaftsverLreter beim Reichskanzler.

Berlin. 18. Rav. (Priv.-Tel.) Ger Vor­wärts veröffentlicht einen Bericht üb:r den Emp­fang von Gewerkschaftsvertretern b:im Reichs­kanzler. in dem es u. a. heißt: Die Vertreter der Gewerkschaften waren gestern abend beim Reichskanzler eingeladen, um von ihm über die Verhandlungen von Locarno und die daraus folgenden Rückwirkungen unterrich­tet zu werden. Der Reichskanzler erläuterte die Gründe über die Rotwendigkett der iUnterzeich-- nung des Vertrages, die insbesondere au q im Interef se der deutschen Wirtschaft geboten sei, und sprach die Hoffnung aus, daß eine möglichst große Mehrheit deS Volkes sich hinter den Vertrag stellen möge. Der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Ge- werffcheftsbundeS erllärte. daß bis freien Ge- werksHaften daS Werk von Locarno aus poli- Üschrn und wirtschaftlichen Gründen durchaus billigen und nur wünschen, daß es in Zu­kunft auch im Geist der Verhandlungen von Locarno durchgeführt und weiter fort­gesetzt werde.

Rücktritt Lord D'Abernons.

Paris. 19. Nov. (WTD.-Yunkfpruch.) Wie dem .Journal" aus London gemeldet wird, wer­den als Nachfolger für den Ende dieses Jahres zu» rucktretenden englischen Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, genannt: der Unterstaatssekretär im Foreign Office, Sir W. T y r e 11, und der ehemalige Minister Mas­singham.

General Sarrails Bericht Wer Syrien.

Paris. 18. Rov. (WB.) Bor den vereinig­ten Ausschüssen für HeereSwesen und auswärtige Angelegenheiten hat hcute vormittag der ehe­malige iranzösifche Otcriommiffar für Syrien. General Sarrail, in Anwesenheit des Außen­ministers und KriegSininisters Bericht erstattet über die Ereignisse, dte sich in den letzten Mo­naten in Syrien aügrspiell haben. Rach dem amtlichen Bericht gab er zunächst einen ilcßer» blick über die Haltung seiner Vorgänger gegen­über der Familie Atrasch. Er erstattete über die Zusammensetzung der qegen daS Land der Drusen abgesandten Ableitungen, über die Be­lagerung und Befreiung von Sueida und über den gegen Damaskus versuchten Angriff Be­richt und setzte auseinander, daß er, um die christlichen Stadtviertel zu schützen, die Stadt mit Artillerie habe beschießen taffen müssen. Außerdem zählte der General die Maßnahmen auf, die ihm geeignet erscheinen, in Syrien die Ruhe und das Prestige Frankreichs als Man­datarmacht wiederherzustellen.

Nach Mitteilung einzelner Abgeordneter er­klärte General S a r r a i l, daß die Herab­setzung der rein-französischen Truppenkon­tingente in Syrien eine der Hauptursachen für die Schwierigkeiten gewesen sei, denen man jetzt ausgesetzt sei. Außerdem habe der General auf die großen Schwierigkeiten hingewiessn, die sich aus her Vielseitigkeit der Rassen und Re - llgionsgemeinschaftcn ergeben, und die die Behandlung der syrischen Bevölkerung so außer­ordentlich schwierig machten. Der General habe er­klärt, daß die Truppenstärke von 70 000 Mann, die General Goucreauo während seiner Residentschaft in Syrien unterhalten habe, zu groß gewesen sei. Aber 20 000 Mann, die man ihm zur Verfügung ge­stellt habe, seien nicht genügend gewesen.

Die polnische Kabmettskrifis.

Graf Ekrzyxskts Bemühungen gefchettert. Gespannte Lage im

Lande.

Warschau, 19. Nov. Der Staatspräsident hatte den seitherigen Außenminister, Grasen Skrzynski, mit der Kabinettsbildung beauf­tragt. Dessen Bemühungen blieben jedoch erfolglos, weil ihm die Neubesetzung des Kriegsministeriums nicht gelang. Die Rechtsparteien verlangten, den General Sikorski zu behalten, während die Linksparteien den Marschall Pilsudski im Kabinett sehen wollten. Der Staatspräsident hat nun den Sejmmarschall Rataj beauftragt, die Bildung des Kabinetts ßu übernehmen. Wie verlautet, wird die Kabinettsbildung in Verbindung mit dem Bauern- führer Witos erfolgen, dem ein sehr maßgebender Einfluß im Kabinett eingeräumt werden soll.

Die Lage wird allgemein als ä u ß e r st ernst bezeichnet. Die Krise hat bereits sehr ernste Wirkun­gen gezeitigt. Die Stimmung im Lande istäußerst gespannt. Die Leidenschaften sind in gefährlicher Weise hockgepeitscht. Gestern in den späten Nach- mitiagftunoen wurden in Lublin, das nur vier Stunden von Warschau entfernt liegt, Extraaus­gaben herausgegeben, in denen mitgeteilt wurde, daß sowohl der Kriegsminister Sikorski wie auch Marschall Pilsudski den Beschluß gefaßt hätten, War­schau zu erobern und die D i k t a t u r zu verkünden. Jeder von beiden soll die ihm treuen Truppen zur Gefolgschaft aufgefordert haben.

Das neue italienische Arbeits- gesstz.

Mailand, 18. Nov. (TU.) Der heute zu- sammenaetretenen italienischen Kammer wird ein neues Arbeitsgesetz vorgelegt, das die A u s s v e r - runa und den Streik verbietet und an­ordnet, daß alle Differenzen obligatorisch den Schlichtungsinstanzen beim Appellations­gericht überroiefcn werden müssen. Die Industriel­len, die Arbeiter aussperren, werden mit Gefängnis- strafe bis zu einem Jahr und hohen Geldbußen, die Arbeiter mit 13 Monaten Gefängnis, die Strelkführer mit 12 Jahren, streikende Beamte sogar mit Zuchthaus bestraft. An Arbeiterorgani­sationen werden in Zukunft nur noch die foszi- st Ischen Gewerkschaften bestehen, die Unternehmer und Arbeiter der verschieder"n De- rujßgruppcn zusammenschließen. Die Arbeitsver- träge sind auch für die Nichtorganisierten bindend.

Wiedereintritt Wirtes in die genttumsfrQktton.

Kassel, 17. Rov. Auf dem Zenttumsparkei- lag kam es auf Grvnd einer Erklärung des aus der RÄchstagsfrakllon des Zentrums aasgeschiedenen früheren Reichskanzlers Dr. lvirlh zu einer Einigung zwischen Dr. Wirch und der Partei. Der Vorsitzende, Dr. Marx, erklärte unter stürmi­schem Bestell: Ich schlage in die Hand ein, die Mrlh uns entgegengettreckt Hal. Die Einheit unserer Partei v.nb Frakklon sind meines Erachtens durch diesen Avsgsng des Parteitages gewähr­leistet.

Kleine politische Nachrichten.

Der Petitionsausschuß deS hessischen Landtages lehnte eine Vorstellung des Ver­bandes der Gemeinde- und Dtaatsarbeiter (Gau Mainz) auf Einsetzung einer parlamentarischen Kontrollkommission für die hessi­schen Heil- und Pflegeanstalten ab. Zu einer Vorstellung deS BäckereiverbandeS Hessen und des Snnungsverbandes Rhein-Main- Rahe über den Beginn der Arbeitszeit in den Bäckereien beschloß der Ausschuß gegen zwei Stimmen, daß dem Antrag auf Beginn der Arbeitszeit in den Bäckereien vormittags 5 Uhr versuchsweise im Winterhalbjahr statt- gegeben werden solle.

Sn Madrid ist ein modus vivendi von der deutschen und der spanischen Handels­delegation u lerzeichnet, wodurch der Zoll­krieg aufhört. Da; ^rovijorium gilt für sechs Monate. Die Verhandlungen über den endgülti­gen Handelsvertrag werden sofort auf genommen werden.

Sn Cherbourg wurde ein neues Un­ters eebovt vorn Stapel gelaffcrt. DaS Fahr­zeug ist 85 Meter lang, 7 Meter breit und hat einen Tiefgang von 5 Meter sowie eine Wasser- verdrängnug von 1400 Tonnen. Das neue Unter- seedovt fährt an der Oberfläche 16 Knoten in der Stunde und unter Wasser 10 Knoten.

Rach Meldungen aus Peking ist zwischen den Vertretern T scha n g - T so- L in ß und Feng-Vu°Hsiangs ein Friedensver­trag unterzeichnet worden, wonach Tschang- Tso-Lin Tientsin räumt und seine Truppen 30 Meilen östlich der Linie Pellng-Hankau zurück- Sieht. ___________

Kunst und Wissenschaft.

ErössmingSfeier des Pädagogischen Instituts zu Mainz.

Die Ausbildung der Dolksschullehrer wird bekanntüch ganz neu organisiert. Bei uns in Hessen treten an Stelle der Seminare drei .^Pädagogische Institute". Zwei davon sind nunmehr errichtet, in Darmstadt und Mainz, beide mit der Technischen Hochschule zu Darm­stadt, die zum Teil die Lehrer stellt, in einer für beide Teile fruchtbaren Arbeitsgemeinschaft. Die Institute haben bereits im Frühjahr 1925 ihre Arbeit eröffnet. Runmehr ist aber das von Direktor Dr. Feldmann geleitete Mainzer Institut durch eine großzügig organifierte Ver­anstaltung, deren Hauptstück einVädagogi- fcher Kursus am 16. und 17. Rovember war, mit starkem Erfolg in die Oeffentlichkeit getreten. Die Vorträge, bei denen Pädagogen ersten Ran- aes, wie Geh. Rat Kerschensteiner, München, Prof. Litt, Leipzig, mitwirkten, waren von an­nähernd 1000 Lehrern und Lehrerinnen besucht, die zum Teil aus weiter Entfernung, auch aus der Lahngegend, nach Mainz gekommen waren.

Zu der Veranstaltung, Die unter der um­sichtigen Leitung von Dr. Feldmann stand, waren alle Hochschullehrer der Pädagogik als Gäste der Stadt Mainz geladen worden, und sie waren in größerer Zahl dieser Ein­ladung gefolgt. So hatten sich einaefunden der derzeitige Rektor der Universität Bonn, Geh. Rat D y r o f f, ferner die Professoren Cohn, Freiburg. D e u ch l e r. Hamburg, Hoff­mann, Heidelberg, Messer und Roller Gießen, Kabitz, Münster, Luchtenberg, Darmstadt, M v o g, Braunschweig, Schultze, Königsberg, u. a. Diese persönliche Fühlung­nahme der Pädagogen an einer größeren Zahl von Hochschulen wird, wie wir hoffen, von. dauernder Bedeutung sein.

Wie bei dieser Veranstaltung, sv hat auch schon bei der Begründung des Instituts die Stadtverwaltung von Mainz durch die Tat ihre hohe Wertschätzung der bedeutsamen Äeugründung bewiesen. Sie hat dem Pädagogi­schen Institut in dem Prachtbau der Höheren. Mädchenschule drei Säle, ferner Direktorzimmer und Bureau (mit Personal) zur Verfügung ge­stellt und die Begründung einer Bibliothek durch eine sehr stattliche Summe ermöglicht.

Wie wir vernehmen, wird nunmehr auch an die Stadt Gießen in aller Kürze die Auf­gabe herantreten, bei der Begründung eines Pädagogischen Instituts mitzuwirken. In den Lehrerkreisen und weit darüber hinaus hofft man bestimmt, daß das Institut auch in Gießen ein würdiges Heim und ähnlich verständnisvolle För­derung finden wird.

Die neue Studeutenbertretuag an der Frankfurter Universität.

Die Wahlen zur Studenterckammer der Uni­versität brachten dem Deutschen Student enring (Hochschulring deutscher Art, Sungdeutsche Gruppe, Völkische und Wlrtfchaftsfriedliche Gruppe) 804 Stimmen und 9 S'.he; auf die Liste deS Republikanischen Studentendundes (Deutsch­freiheitliche Studanr en schäft) entfielen 388 Stim­men und 4 Sitze. In der Zusammensetzung der Studentenkammer hat sich also nichts ge­ändert.

Don der Universität Marburg.

Die Zahl der Studierenden an der Uni­versität Marburg beträgt zur Zeit 1842, darunter 230 Frauen. Acf die einzelnen Fakultäten Ver­teilen sich dieselben wie folgt: Theologie 123 Männer, 6 Frauen, Juristen 569 Männer, 11 Frauen, Meoizln 273 Männer, 32 Frauen, Philologie 647 Männer, 181 Frauen. Im Som­mersemester hatte die Zahl der Studierenden! 2156 betragen.

Aus aller Wett.

Schiffsbraud an der amerikanischen Küste.

Reuhork, 18. Rov. (TU.) DaS Paffagier- schiffSenat) e", das mit 100 Passagieren von Rewyork nach Florida unterwegs war, geriet nahe der Delawaremündung in Brand. Die zur Hilfeleistung auSgesandten Schiffe erreichten gegen 2 Uhr morgens den mit dem Untergang schwer kämpfenden Dampfer. Infolge des schwe­ren Sturmes muhten sie jedoch von einer Rettungsaktion absehen und untätig bleiben, während das Feuer sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Der Brand hatte sich schon fast auf dem ganzen Dampfer ausgebreitet, als eine heftige Explosion erfolgte. Das Schiff barst auseinander und fing sofort an zu brennen. Die Passagiere und Mannschaften des Dampfers mußten trotz des Sturmes über Dord springen. Darauf begannen dieHilfs- schiffe sofort mit der Rettungsaktion und suchten die ganze Umgegend ab. Rach einer amtlichen Erklärung wird gemeldet, daß die meisten Passa­giere g e rettet worden sind. Todesfälle sind nur vereinzelt zu verzeichnen, dagegen gibt es eine große Anzahl von Schwerverletzten. Gegen Morgen hatte der Sturm nachgelassen, so daß die BeraungSboo.e mit ihrer Tätigkeit beginnen und zahlreiche mit den Wellen kämpfende Passa­giere aus den Fluten retten konnten. Die Ver­letzten wurden sogleich in verschiedene Hospi­täler gebraut.

Reue Fliegec-Dettrekorde.

Dem französischen Flugzeugführer B o s s v u» t r o t ist cs gelungen, vier Weltrekorde zu schlagen. Er erreichte mit einer Last von 6000 Kilo eine Höhe von 3500 Meter und blieb eine Stunde, 12 Minuten und 21 Sekunden in der Luft. Der Aufstieg dauerte 55 Minuten. Das Flugzeug wäre demnach imftanbe, von Paris nach London mit 50 Passagieren an Bord in drei Stunden zu gelangen. Dieser Apparat könnte ferner in Kriegrzeiien fünf Tonnen Munition auf einer Distanz von 500 Kilometer befördern. Mit den sieben in der Vorwoche aufgestellten Rekorden hält Dosioutrot nunmehr elf Weltrekorde in der Hand.

Tragisches Ende einer Ehe.

Rach einer Blatternrcldung and Wien hat sich die Gattin des früheren LandeSchefs von Bosnien und der Herzegowina durch SturA aus dem Fenster ihrer im 4. Stock gelegenen Wohnung daS Leben genommen. Das Ehepaar war nach dem Zusammenbruch der

Monarchie in finanzielle Schwierigkeiten geraten amb der Gattin gelang e3 nicht, die Mittel zur Hellung ihres schwer erkrankten Manne,; aufzu- bringen. Aus Verzweiflung darüber verübte er Selbstmord. Der Zustand Generals ist hoff­nungslos.

Bei lebendigem Lewe verbrannt.

In Groß-Wardein ist die 23jährige Prin­zessin G h i k a, die Gattin des Flugeladjutanten des rumänischen Königs, bei lebendigem Leibe ver­brannt. Sic war damit beschäftigt, ihre Hond.- schütze mit Benzin zu reinigen, als die Handschuhe Fc-uer fingen. Dis Prinzessin konnte trotz der sofortigen Hilfe nicht mehr gerettet werden.

Furchtbarer Tod eines amerikairrfchen Groh, industriellen.

Als der Präsident der Standard Extract Works Oscar Fox auf dem Bahnhof von Per- thanrboy in Rew Jersey d ie Eisenbahn­gleise überschreiten wollte, um zu dem Zug zu gelangen, blieb er mit dem einen Fuß in den Gleisen stecken. Da in diesem Augenblick ein Zug ankam, versuchte Fox sich zwilchen die Schiene zu werfen, was ihm jedoch nicht gelang, da er den eingeklemmten Fuß nicht uimfniaen konnte. So blieb ef -feeun aufrecht stehen und wandte das Gesicht von dem heran- brausenden Zuge ab. Es wurde völlig zer­stückelt.

Anglücksfall.

Ein 21 jähriger Schlofser ist auf dem Bahn­hof in Oggersheim in gräßlicher Art und Weise ums Leben gekommen. Er hatte bei dev Arbeit einen 40 Zentimeter langen Bohrer, mit der Spitze nach oben in der Hand, rutschte aus und stieß sich bei dem Sturze den Bohrer so tief ins Auge, daß er am Gehirn verletzt wurde. Er ist bald darauf gestorben.

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Wettervoraussage.

Rebelbildung, tagsüber woMg, geringe Mil­derung, nördllche bis westliche Winde. Steigung zu leichten Riederfchlägen.

Bet vorwiegend östlicher Luftströmung und schwach bewölktem nächtlichen Himmel sind die Rachttemperaturen wenig tiefer gesunken, wäh­rend die Morgentemperaturen in Deutschland mit Ausnahme des Ostens 12 Grad unter Rull liegen. Sn Skandinavien, das bisher tiefe Tem­peraturen aufwies, ist starke Milderung ein- getreten, da ein isländischer Wirbel hier stark an Raum gewonnen hat, der südöstllche Zug­richtung angenommen hat und dessen Auslauser südlich ausgreifen.

Aus der Proviuzialhauptftadt.

Gießen, den 19. Rovember 1$25.

** Der gestrige preutz Ische Duß- und Bettag brachte unserer Stadt wieder den alljährlich gewohnten ^Massenbesuch aus der preußischen Rachbarichaft. Die meisten der Be­sucher haben die Stunden aber wohl zum Schauen, statt zum Kaufen benutzt, wenigstens hörte man von Angehörigen der GeschäftSwÄI, daß der Amsatz gestern nicht über das alltäg­liche Maß hi nausgegangen sei. Auch das Stadt­theater verzeichnete nicht den Massenbesuch, den es erwartet hatte. Die Geldknappheit in der Landwirtschaft erklärt alles.

Don einem Auto angefahren und geschleift wurde gestern vormittag in der Reuen Baue, Ecke Weidengasse. das acht­jährige Töchterchen eines Anwohners der So- hannesstrahe. Erfreulicherweise sind die Ver­letzungen der Kleinen, die schleunigst zum Arzt gebracht wurde, nicht schwer. Die Schuld an dem ÜnglückSsall liegt bei dem Kinde selbst, das im letzten Augenblick vor den Wagen gelaufen und dabei zu Fall geEömmen war. Zum Glück konnte das Auto aber rasch zum Stehen gebracht werden.

** Aus dem Gießener Standesamts- r e g i ft e r. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. November: 1. November: Jakob Mohr, Ar­beiter. 65 Lahre all, Wetzlarer Weg 80. 2. Novem­ber: Johannes Heinrich Schneider, Fabrikarbeiter, 60 Jahre alt, Wilsonstraße 4. 4. November: Jakob Winter, Schreiner, 74 Jahre alt, Ederstraße 4. 6 November: Christian Kühn, ohne Berus, 64 Jahre alt, Vruchstraße 5. 11. November: Lina Hansull, Handarbeitslehrerin i. R., 74 Jahre alt, Sencken- bergstraße 7. 12. November: Elisabeth Noll, geb. Winkelmonn, 47 Jahre alt, Südanlage 11; Kurt Tetzner, Leutnant, 26 Jahre alt, LandgrafiPhilipp- Platz 4. 15. November: Johannes Schmücker, Rent­ner, 83 Jahre alt, Licher Straße 74.

Zum Postverkehr mit Danzig. Vorn 15. Rovember an gelten im Verkehr mit der Freien Stadt ®anxig für gewöhnliche und telegraphische Postanweisungen, Postaufträge und Rachtrahmen auf EBtteffenbungen die Snlanbge* bübren; bei Paketen wird nur die Rachnahmen- gebüfyr nach den Inlandsätzen erhoben. Ferner ist eS von olefem Zeitpunkt an zugelasfen, Nach­nahme- und Posiauftragsbeträge auf Sendungen nach Danzig auf ein PostschecNonto des Absen­ders im Reichspostgebiet überweisen zu lassen. Zu den Postanweisungen, Postauftragen und Rachnahme-Postanweisungen sind nach wie vor die AuslandSvordrucke zu benutzen. Der Meist­betrag für gewöhnliche und telegraphische Post­anweisungen nach Danzig bleibt auf 1000 Dan­ziger Gulden, in umgekehrter Richtung von Dan­zig nach Deutschland auf 800 Rm. festgesetzt. Postanwe.sungZ- und PostauftragSbeträge sind wie bisher in der Währung des Bestimmungs­landes anzugeben. Rachna^mebeträge müssen auf die Währung des AuLgavelandes lauten. Soll der Detrag jedoch auf ein Postscheckkonto im Vc- stimmungSlande der Sendung gutgeschrieben wer­den, so ist in der Währung des Bestimmungslan­des (bei Rachnah men nach Danzig in Danziger Gulden) anzugebeir. Den Rachnahmesendungen und Postaufträgen nach dem Gebiete dec Freien Stadt Danzig, Deren Beträge auf ein Postscheck­konto in Deutschland gutgeschrieben werben sollen, sind wie im inneren Verkehr Zählkarten beizu- fügen. Aus den Rachnahme-Postanweisungen unv -Zahlkarten hat der Absender den Betrag nicht elnzurücken.

Die Spinn st üben. Im Laufe der letzten Tage sind wieder die winterlichen Spinnstuben er- öffnet worden. Jtzr Beginn ist niclst an einen be­stimmten Tag gebunden, sondern setzt nur die 2e- endigung der Feldarbeiten voraus, wie auch ihr

Korpulenz macht alt

und tcirEt unschön. Wir rtven in der vc>>beke 60 Gramm ech'c ? o Hi 6 n St e i u c zu kaufen, tue un­schädliche, dabei fetir wirksam-», den .vettonfau te> dinierende Stoffe enthalten. Bestandteile am der Packung.